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Altersarmut per Gesetz -

Bis 67 malochen und dann krepieren

Malochen für Armut im Alter

Länger Arbeiten und früher Sterben, dazwischen eine Rente im Armutsbereich. Absofort gilt, nicht nur durch Arbeit kann man arm bleiben und werden, sondern als Rentner wird man dann richtig arm.

Wenn die Rente nicht die letzten Jahre vor Renteneintritt durch ein paar Jährchen ALG II noch niedriger gehängt wird, dann greift eben das Initiative-50plus-Gesetz, was die Rente genau so schmälert. Dies obwohl, selbst wenn man bis zum letzten Tage schuften darf das Niveau eh schon kein menschenwürdiges Leben mehr gewährleistet!

15.05.2012 – tagesspiegel.de – Altersvorsorge: Der Riester-Flop

Der Riester-Flop-kVon Cordula Eubel, Henrik Mortsiefer - DIW-Studie: Die staatlich geförderte Zusatzrente zahlt sich nicht aus.

Berlin - Eine Rendite von fünf Prozent auf die Ersparnisse für die Rente – das klingt gut. Muss man dafür allerdings erst 96 Jahre alt werden, geht die Rechnung für die meisten Menschen nicht mehr auf. Sie sollten sich mit weniger zufrieden geben. Mit sehr wenig sollten Sparer rechnen, die einen vom Staat geförderten Riester-Vertrag auf Versicherungsbasis abgeschlossen haben oder dies noch tun wollen. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurden.

Zehn Jahre nach der Einführung der kapitalgedeckten, privaten Altersvorsorge zogen die Wissenschaftler eine vernichtende Bilanz: „Riester-Sparer erzielen in vielen Fällen nur so viel Rendite, als hätten sie ihr Kapital im Sparstrumpf gesammelt“, sagte Kornelia Hagen, DIW-Expertin für Verbraucherpolitik. Mehr dazu (116 KB)

 

13.01.2012 – UZ - Nur gebrüllt, Löwe

"Mit mir ist eine massenhafte Rentenkürzung nicht zu machen." Mit diesen markigen Worten begrüßte der bayerische Ministerpräsident Seehofer das Jahr 1 der Kürzung durch Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Seit Neujahr ist dieses Programm in Kraft. Die Altersgrenze für den Rentenbezug wird nun stufenweise erhöht. Die im Jahr 1947 Geborenen müssen bereits einen Monat länger arbeiten, für die folgenden Jahrgänge wird die Altersgrenze schrittweise erhöht. Wer 1964 oder später geboren wurde, muss nun bis 67 arbeiten, wenn er/sie keine Kürzung in Kauf nehmen möchte. Die Realität in den Betrieben zeigt jedoch, wie wenig die Menschen überhaupt bis 65 dem Druck der Arbeitsverdichtung und -belastung heute standhalten können - wenn sie nicht bereits vorher "entsorgt" worden sind. Mehr dazu (64 KB)

 

16.12.2011 – idw - Studie: Seniorenhaushalte haben real an Einkommen verloren

Seniorenhaushalte haben real an Einkommen verlorenRainer Jung - Abt. Öffentlichkeitsarbeit - Hans-Böckler-Stiftung

Seniorenhaushalte haben in den vergangenen Jahren real an Einkommen verloren. Das betrifft vor allem Alleinstehende. Aber auch für viele Paare im Ruhestand wird es finanziell enger. Das zeigt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung zur Einkommensentwicklung von Seniorenhaushalten.

Seit der Jahrtausendwende sinken die gesetzlichen Renten für Neu-Ruheständler im Durchschnitt spürbar. So kamen Neuzugänge im Jahr 1996 noch auf durchschnittlich 709 Euro monatliches Altersgeld. 2009 waren es dagegen nur noch 686 Euro. Das haben Falko Trischler und Prof. Dr. Ernst Kistler vom Institut für Internationale Sozialökonomie (Inifes) ermittelt. Der Trend wird sich fortsetzen, prognostizieren die Forscher. Denn die sinkenden Rentenansprüche spiegeln mit zeitlicher Verzögerung Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt wider, die sich in jüngster Vergangenheit stark ausgebreitet haben: späterer Berufseintritt, instabile Erwerbsverläufe und Arbeitslosigkeit. Hinzu kommen die Rentenreformen des vergangenen Jahrzehnts, die das Niveau der gesetzlichen Alterssicherung absenken, um die Beitragssätze zu stabilisieren.

Nur ein Teil der Arbeitnehmer habe Aussichten darauf, eine niedrigere gesetzliche Rente durch zusätzliche betriebliche oder private Altersvorsorge kompensieren zu können, beobachten Trischler und Kistler. So beziehen aktuell rund 31 Prozent der Männer und nur 7 Prozent der Frauen im Ruhestand Leistungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge. Und Geringverdiener, so zeigen Studien, sorgen seltener privat vor als Beschäftigte mit höherem Einkommen. Deshalb gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Alterseinkünfte zunehmend ungleich verteilt sein werden. Mehr dazu (100 KB) – Die Studie (812 KB)

 

09.09.2011 – UZ - Das Rentenniveau sinkt - ganz sicher

1986 griff Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) in Bonn medienwirksam zu Schrubber und Kleister um das erste Plakat seiner Kampagne zur Sicherheit der Renten auf eine Litfaßsäule zu kleben. "Die Rente ist sicher!", erklärte er 1997 im Bundestag. Noch nie war eine Lüge so plakativ und ein Sprichwort wie "Lügen haben kurze Beine" so wahr. Ausgerechnet am Antikriegstag 2011 meldeten die Radio- und Fernsehanstalten in unserem Lande, dass das Niveau der gesetzlichen Altersversorgung bis zum Jahr 2025 im Vergleich zu heute um etwa zehn Prozent sinken und die Altersarmut dadurch bis zum Jahre 2025 weiter zunehmen werde. Einmal mehr ist damit nicht nur die Rentenlüge des "Kollegen" Norbert Blüm (CDU), sondern auch das Versprechen einer Friedensdividende, die es gäbe sobald der Sowjetkommunismus einst besiegt sei, geplatzt.

Schuld daran sei der "demografische Faktor". Mit der Halbwahrheit, das künftig immer weniger junge Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung für immer mehr Rentnerinnen und Rentner finanziell aufkommen müssen, erklären sie, warum die gesetzliche Rente gesenkt und hauptsächlich die selbstfinanzierte sogenannte private Vorsorge für ein auskömmliches Einkommen im Alter sorge. Stimmte diese verquere Logik, dann wären zum Beispiel die Renten meiner Urgroßeltern, die 13 Kinder großzogen, mindestens sechsmal höher gewesen als meine heute. Doch Pfeifendeckel! Mehr dazu (72 KB)

 

26.08.2011 – UZ - Ruhestand war gestern

Altersarmut ist bereits heute ein kapitalistisches Alltagsproblem. Seit die "Grundsicherung im Alter" in Kraft getreten ist, ist die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die zusätzlich zu ihrer Rente auf Geld aus Nebenjobs angewiesen sind oder staatliche Grundsicherung beantragen müssen, um über die Hälfte gestiegen.

Im Jahre 2010 gingen rund 660 000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nach. Diese schier erdrückenden Zahlen belegen: Der Skandal der immer mehr drohenden Altersarmut ist schon lange bekannt und von der UZ schon oft zu Recht angeprangert worden. Bekannt ist auch, dass insbesondere in Ostdeutschland in Zukunft mit einer rasant steigenden Altersarmut zu rechnen ist. Die Zahlen belegen: Im Kapitalismus ist Armut im Alter aufgrund des fortgeschrittenen Lebensalters und begrenzter Möglichkeiten, an dieser Situation noch etwas zu ändern, in der Regel verfestigte Armut. Aber Altersarmut ist nicht schicksalshaft sondern systemisch. Mehr dazu (60 KB)

 

19.05.2011 - Hans-Böckler-Stiftung - Studie vergleicht Renten-Ansprüche unterschiedlicher impuls_grafik_2011_08_1-kJahrgänge

Rainer Jung - Abt. Öffentlichkeitsarbeit

Jüngere Beschäftigte sammeln immer weniger Renten-Punkte

Jüngere Beschäftigte sammeln durch späteren Berufseinstieg und Phasen von Arbeitslosigkeit im Durchschnitt zusehends weniger Renten-Entgeltpunkte. Zudem haben diese Punkte für viele Versicherte durch die Renten-Reformen der vergangenen Jahre auch noch an Wert verloren. Das Niveau der gesetzlichen Alterssicherung wird daher weiter sinken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie.*

Die Rentenversicherung ist auf langjährige Beitragszahlungen angelegt. Nur sie führen zu Ansprüchen, die dem Maßstab des Gesetzgebers für die Rentenberechnung nahe kommen: dem fiktiven Eckrentner, der in 45 Arbeitsjahren 45 Entgeltpunkte anhäuft. „Schon in der Vergangenheit war dieses Niveau vor allem eine theoretische Größe, inzwischen ist es für die meisten Versicherten utopisch geworden“, sagt Falko Trischler vom Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (Inifes), der gemeinsam mit Prof. Dr. Ernst Kistler das Forschungsprojekt „Gute Erwerbsbiographien“ bearbeitet. In den Rentenanwartschaften spiegeln sich die Arbeitsmarktprobleme wider: Viele Erwerbstätige haben nur noch mit Unterbrechungen einen versicherungspflichtigen Job.

Trischler und Kistler berechneten, wie sich die Renten-Entgeltpunkte der Jahrgänge 1940 bis 1974 entwickelten – die maßgebliche Größe für die Ermittlung der individuellen Rente. Für fast alle Gruppen stellen die Wissenschaftler einen Rückgang fest. So hatten zwischen 1940 bis 1944 geborene westdeutsche Männer im Alter von 43 Jahren im Schnitt 23 Punkte gesammelt. 20 Jahre jüngere Männer kamen in diesem Alter bloß auf 18. Bei ostdeutschen Männern sanken die Anwartschaften noch stärker. Nur unter westdeutschen Frauen blieb ein Rückgang aus, weil ihre Erwerbsbeteiligung stieg. Dabei zeigte sich in allen Gruppen: Die Ungleichheit der Rentenauszahlungen wird zunehmen. Die Forscher identifizieren drei wesentliche Problembereiche: Mehr dazu (24 KB) Die gesamte Studie (1,1 MB) Die Grafik dazu (320 KB)

 

18.11.2010 – jw - Altersarmut per Gesetz

Altersarmut per Gesetz-kTrotz aller Proteste hat das Bundeskabinett am Mittwoch den Gesetzentwurf für die »Rente mit 67« gebilligt. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird demnach ab 2012 schrittweise angehoben, zunächst um einen Monat und ab 2024 um zwei Monate pro Jahr. Für alle, die ab 1964 geboren wurden, gilt dann die Rente mit 67 in vollem Umfang. Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann auch künftig bei vollen Bezügen mit 65 Jahren aufhören zu arbeiten. Für alle, die vorher in den Ruhestand treten wollen, wird es deutlich höhere Abschläge auf den erworbenen Rentenanspruch geben als bisher. Ausnahmen von der Anhebung des Renteneintrittsalters gelten unter anderem für Schwerbehinderte und bei verminderter Erwerbsfähigkeit.

Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete den Beschluß als »notwendig und vertretbar«. Werde das Rentenalter nicht erhöht, bliebe nur eine Kürzung der Renten oder eine drastische Erhöhung der Beitragssätze. Beides wäre ungerecht. Von der Leyen verwies auf positive absolute Zahlen bei älteren Erwerbsfähigen. So habe sich die Zahl der Arbeitslosen über 55 Jahre seit 2000 halbiert, und die Zahl älterer Erwerbstätiger zwischen 55 und 65 Jahren sei von 2005 bis 2009 um mehr als eine Million gestiegen. Derzeit sind allerdings nur gut die Hälfte der Menschen über 55 Jahre überhaupt noch erwerbstätig, und mit steigendem Alter nimmt die Quote rapide ab. In der Gruppe der 60- bis 65jährigen haben lediglich 23,4 Prozent einen sozialversicherungspflichtigen Job und lediglich 15 Prozent in Vollzeit. Mehr dazu (20 KB)

 

17.11.2010 – Hans-Böckler-Stiftung - Belastende Arbeitsbedingungen:

Viele Beschäftigte glauben nicht, bis zur Rente durchzuhalten

Aktuelle Analyse: Schlechte Arbeitsbedingungen machen krank — und die Beschäftigten wissen das. Wer mit großen Belastungen und wenig Freiraum tätig ist, äußert wenig Hoffnung auf ein langes Arbeitsleben. So glauben 60 Prozent der Arbeitnehmer, bei denen im Job körperliche und psychische Belastungen zusammenkommen (das ist bei 8 Prozent aller abhängig Beschäftigten der Fall) nicht daran, dass sie ihre Tätigkeit bis zur Rente fortführen können.

Die meisten Beschäftigten in anstrengenden Berufen sorgen sich, wie lange sie durchhalten. Mit gutem Grund, sagen Falko Trischler und Markus Holler vom Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (Inifes).* Die Wissenschaftler werteten mehrere Studien und Umfragen aus, um die langfristigen Folgen von Arbeitsbelastungen zu bestimmen. Ihre von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Expertise zeigt: Nicht nur schwere und einseitige körperliche Arbeit zehrt an der Gesundheit und erzwingt häufig ein vorzeitiges Ende des Erwerbslebens. Auch psychische Belastungen und ein Mangel an Autonomie beeinträchtigen auf Dauer Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Mehr dazu (696 KB)

 

20.08.2010 – UZ - Rente mit 67 ist Rentenkürzung – UZ-Extra

uz_extra_67_renteDas Anheben des Renteneintrittsalters auf 67, oder gar 70 Jahre führt zu starken Kürzungen des Rentenanspruchs. Schon heute sind empfindliche Abschläge von der Altersrente Normalität. Knapp die Hälfte aller (46,6 Prozent), die in Rente gehen, mussten 2008 Abschläge über hundert Euro (115 Euro) in Kauf nehmen. In Ostdeutschland sind mehr als zwei Drittel (68,5 Prozent) von Abschlägen betroffen. Die Große Koalition aus CDU und SPD war es, die 2006 beschloss, das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre hochzusetzen. Begründet wurde das damit, dass nur so der Beitragssatz zur Rentenversicherung bis 2020 unter 20 Prozent gehalten werden könne.

Die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters beginnt ab dem Jahr 2012 für die Jahrgänge ab 1947. Bis zum Jahr 2023 wird das Rentenalter jährlich um einen Monat auf dann 66 Jahre angehoben, bis 2029 in Zwei-Monats-Schritten auf 67 Jahre. Eigentlich ökonomisch ein Witz. Denn es ist sogar regierungsamtlich bestätigt, dass bei Beibehaltung der Rente mit 65 der Beitragssatz zur Rentenversicherung nur 0,5 Prozentpunkte höher wäre. Das wären dann für einen Arbeitnehmer mit 2 000 Euro brutto im Monat fünf Euro. Wegen fünf Euro würde niemand zwei Jahre länger schaffen, das ist doch klar. Um das geht es ja auch nicht. Es geht um die in die Hunderte Euro gehende Abschläge, die gemacht werden können bei all denen, die zum Beispiel wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit usw., nicht so lange arbeiten können. So ist das Ansteigen der sowieso schon grassierenden Altersarmut programmiert. Mehr dazu (772 KB)

Rente mit 70? Weil die Banken die Rentenfonds im Casino verzockt haben!

07.07.2010 – NZZ - EU hält Rente mit 70 für notwendig

EU-Rente-70-kSituation «auf Dauer für nicht tragbar» – Kritik aus Deutschland

Die Deutschen gehen heute mit 62 in Rente, die Niederländer mit 61 und die Franzosen gar schon mit 59 Jahren. Nach Ansicht des EU-Sozialkommissars László Andor ist dies in Zukunft nicht mehr bezahlbar. In einem Strategiepapier wird Rentenalter 70 empfohlen.

(ddp) Geht es nach der EU, dann können die heutigen Schüler frühestens mit 70 Jahren in Rente gehen. Sonst drohe den Pensionskassen der Kollaps oder den Rentnern die Armut. Dies geht aus einem Strategiepapier zur Sicherung der Altersvorsorge hervor, das die Kommission am Mittwoch in Brüssel vorstellte.

Fortschreitende Überalterung

Die Alterung der Gesellschaft schreite schneller voran als erwartet, heisst es darin. Zudem hätten Finanz- und Wirtschaftskrise dramatische Auswirkungen auf öffentliche Kassen und Unternehmen. «Diese Situation ist auf Dauer einfach nicht tragbar», warnte Sozialkommissar László Andor. «Wir stehen vor der Wahl, entweder im Ruhestand über weniger Einkommen zu verfügen, höhere Pensions- und Rentenbeiträge zu zahlen oder mehr und länger zu arbeiten.» Mehr dazu (108 KB)

17.06.2010 - Universität Duisburg-Essen - Mehr Rentner über 65 erwerbstätig

Immer mehr Ältere arbeiten auch als Rentner weiter. Das zeigen aktuelle Ergebnisse des Altersübergangs-Monitors vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die Untersuchung zum Übergang zwischen Erwerbsleben und Ruhestand wurde von der Hans-Böckler-Stiftung und dem Forschungsnetzwerk Alterssicherung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Bereits 2007 arbeiteten in einzelnen Gruppen wie den Hochqualifizierten oder Männern in Westdeutschland zwischen 10 und 15 Prozent der 65- bis 69-Jährigen. Auch Frauen gehen immer häufiger einer Beschäftigung nach und heben damit die Alterserwerbstätigenquote spürbar an.

Die Statistik zeigt, dass in den letzten Jahren bei den Neurentnern die durchschnittlichen Zahlbeträge teilweise stagnierten und phasenweise sanken. „Mit sinkenden Renten steigt das Interesse bzw. die Notwendigkeit an einem Zuverdienst“, vermutet der IAQ-Arbeitsmarktforscher Dr. Martin Brussig. Er macht für die Erwerbstätigkeit einen weiteren möglichen Anreiz aus: Für Arbeitnehmer über 65 Jahre entfallen die so genannten Zuverdienstgrenzen. Mehr dazu (84 KB)

 

05.05.2010 – IDW - Forscher: Erwerbsbiografien werden immer lückenhafter

Erwerbsbiographien-kRainer Jung, Abt. Öffentlichkeitsarbeit - Hans-Böckler-Stiftung

Studie vergleicht mit 80er Jahren - Forscher: Erwerbsbiografien werden immer lückenhafter

Die gesetzliche Rente verlangt einen möglichst lückenlosen und langen Erwerbsverlauf – tatsächlich ist das Arbeitsleben vieler Menschen aber brüchiger und kürzer geworden, zeigt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte neue Studie am Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (Inifes).* So hat sich beispielsweise in allen Erwerbsphasen der Anteil der Dauerarbeitslosen seit Mitte der 1980er Jahre mindestens verdoppelt, am stärksten ist der Anstieg bei den Berufseinsteigern unter 30. Die Veränderungen werden große Probleme in der Alterssicherung verursachen, prognostizieren die Studienautoren Prof. Dr. Ernst Kistler und Falko Trischler. Verschärfend komme hinzu, dass die Politik durch die Rentenreformen die Rentenzahlbeträge gesenkt hat. „Die Gefahr der Altersarmut steigt und ist hochgradig gruppenspezifisch", warnen die Wissenschaftler. Mehr dazu (20 KB) Die Studie der Hans-Böckler-Stiftung (660 KB)

 

27.02.2010 – jw – von Peter Wolter - Die Kasse muß stimmen

die kasse muss stimmen-kUm die gesetzliche Rentenversicherung kaputtzumachen, wird gelogen, was das Zeug hält

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Gleich, ob dieser Kalauer Mark Twain, Winston Churchill oder Karl Valentin zugeschrieben wird – auch für demographische Vorhersagen gilt er auf jeden Fall. Was hätte man vor genau 50 Jahren für die Bevölkerungsentwicklung von heute prognostizieren können? Nichts – außer der Jahreszahl 2010.

Dennoch lassen weder Statistiker noch Politiker die Finger von diesem windigen Instrument. Erst recht nicht die Aktionäre, Manager und Lobbyisten der Versicherungswirtschaft – die brauchen nämlich Argumente, um die Einkünfte der gesetzlichen Rentenversicherung in die eigenen Taschen umzulenken – »kapitalgedeckte Altersvorsorge« heißt das. Ein Jahrhundertgeschäft: Wenn nur zehn Prozent der Beiträge für die gesetzliche Rente abgezweigt werden, bringt das jährlich 16 Milliarden Euro. Mehr dazu (72 KB)

 

21.01.2010 - Volkssolidarität Bundesverband - PM 8/2010 - Sozialreport 50+ 2009

ZUFRIEDENHEIT UND WACHSENDE ZUKUNFTSANGST --- Die heute über 50-Jährigen in den ostdeutschen Bundesländern sind mehrheitlich mit ihrem Leben zufrieden. Allerdings ist der Anteil der Zufriedenen unter ihnen in den letzten zehn Jahren gesunken. Das zeigt der am Mittwoch in Berlin vom Sozial- und Wohlfahrtsverband Volkssolidarität vorgestellte "Sozialreport 50+", der die soziale Lage der Bürger ab 50 Jahren in Ostdeutschland untersucht. Erarbeitet wurde die Studie im Auftrag des Verbandes vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg (SFZ) e.V.. Für die Studie wurden laut SFZ im März und April 2009 1.240 Bürger ab 50. Lebensjahr befragt.

Waren 1999 noch mehr als die Hälfte der Ostdeutschen (55 Prozent) zwischen 50 und 59 Jahren "alles in allem zufrieden" mit ihrem Leben, so sind es dem Report zufolge zehn Jahre später nur noch 36 Prozent. Bei den ab 60-Jährigen ist der Anteil von 67 auf 53 gesunken. Zu den Ursachen dafür zählte Verbandspräsident Prof. Gunnar Winkler am Mittwoch die für viele in Ostdeutschland "stagnierenden und rückläufigen Lebensverhältnisse". "Die 'neuen' Rentner- und Vorrentnergenerationen haben inzwischen langjährige Erfahrung mit Arbeitslosigkeit. Damit sind einmalige Einschnitte in die Lebenslage in der Erwerbsphase als auch in der Alterssicherung verbunden." Winkler verwies auch auf die zuletzt durch den Koalitionsvertrag von Union und FDP weiter nach hinten verschobene Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West. Mehr dazu (204 KB)

Die Materialien der Pressekonferenz am 20. Januar 2010 können Sie hier als pdf-Dateien herunterladen:

Statement Prof. Dr. Gunnar Winkler (56 KB) - Kurzfassung Sozialreport 50+ 2009 (72 KB)

Langfassung Sozialreport 50+ 2009 (1,52 MB)

 

18.12.2009 – UZ – von Guntram Hasselkamp - Bombengeschäfte

Das "Handelsblatt" hat die Heldentaten ihres Arbeiterführers gewürdigt. Wie nach den sozialistischen Vorkämpfern Hartz und Rürup ist auch nach dem seinerzeit führenden SPD- und IGM-Mitglied Walter Riester ein Meilenstein der deutschen Sozialgesetzgebung benannt. Gut 13 Mio. Deutsche seien bislang in den Genuss eines seiner wunderbaren "Riester-Verträge" gekommen. Die Subventionierung dieser "kapitalgedeckten Alterssicherung" aus der Staatskasse betrage stolze drei Mrd. Euro jährlich. Eine sichere und äußerst lukrative Sache - dummerweise nicht unbedingt für die "Riester-Sparer".

Laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bekommt ein 28-Jähriger, der 35 Jahre den Höchstbetrag von 2 100 Euro einzahlt, stolze 23 000 Euro aus der Staatskasse dazu. Was unserm eifrigen "Riester-Sparer" nicht gesagt wird ist, dass bis zu 40 000 Euro an Gebühren für die Finanzartisten anfallen, bei denen er seinen Vertrag abgeschlossen hat. Ein Bombengeschäft. Der "Kollege" Riester hat sich wahrlich verdient gemacht - um die Finanzindustrie. Mehr dazu (60 KB)

 

01.12.2009 – Handelsblatt - Armutsrisiko: Deutschland droht ein Selbstständigen-Prekariat

Von Peter Thelen. Der Sozialbeirat der Bundesregierung hat die schwarz-gelbe Koalition aufgefordert, dem wachsenden Armutsrisiko bei Selbstständigen durch Einführung einer allgemeinen Versicherungspflicht zu begegnen. Denn immer mehr Selbstständige sind ohne Absicherung, die Perspektiven sehen schlecht aus

BERLIN. In seinem Gutachten zum aktuellen Rentenbericht, das dem Handelsblatt vorliegt, kritisiert er gleichzeitig die bisherige Haltung der Koalition bei diesem Thema. Sie habe das Problem zwar erkannt, gebe jedoch nur unzureichende Antworten. So reiche es nicht aus, Selbstständigen den ihnen bisher versperrten Zugang zur Riesterrente zu ermöglichen. Ein entsprechender Prüfauftrag findet sich im Koalitionsvertrag.

Auch die dort niedergelegte Absicht der Koalition, langjährig gesetzlich Rentenversicherten ein Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung zu sichern, geht nach Ansicht von Sozialbeiratschef Franz Ruland am eigentlichen Problem vorbei. Statt auf diese Weise Armut im Alter durch "fürsorgliche Maßnahmen" zu beheben, müsse der Staat sie vorbeugend vermeiden. "Der Aufgabe, dafür zu sorgen, darf sich der Gesetzgeber nicht entziehen", heißt es wörtlich im Gutachten. Mehr dazu (104 KB)

 

20.11.2009 – UZ – von Werner Sarbok - Mit Volldampf in die Altersarmut

"Erste Schritte sind gemacht, zum Beispiel mit der Einführung der Rente mit 67 Jahren", verkündete Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Regierungserklärung. Da Ältere kaum Chancen auf dem Arbeits"markt" haben, ist die Verlängerung der Lebensarbeitszeit eine kaum kaschierte Kürzung der Altersbezüge. Nun will die neue Bundesregierung den Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung einfrieren. Weil damit auch der Beitrag der Rentenkassen zur Krankenversicherung der Rentner festgeschrieben wird, müssten Ruheständler wie auch Beschäftigte die steigenden Beiträge allein tragen. Mehr dazu (16 KB)

 

24.05.2009 - Jürgen Klute - Wirtschafts- und Finanzkrise & Renten:

Das dicke Ende kommt noch

In Deutschland war man es lange Zeit gewohnt, dass die gesetzliche Rentenversicherung Armut im Alter verhindern und darüber hinaus den Lebensstandard im Ruhestand sichern sollte. Das war die Leitvorstellung des deutschen Rentensystems seit Einführung der „dynamischen Rente“ unter Bundeskanzler Konrad Adenauer in den 1950er Jahren.

Die grundsätzliche Abkehr von diesem Leitbild kam mit dem „Drei-Säulen-Modell“ der Weltbank Mitte der 1990er Jahre. Die gesetzliche Rentenversicherung sollte auf eine minimalistische „Grundversorgung“ im Alter geschrumpft werden, während Betriebsrenten als zweite und private Vorsorge (Pensionsfonds, Lebensversicherungen etc.) als dritte Säule die Lebensstandardsicherung übernehmen sollten. Und dies alles „kapitalgedeckt“ statt solidarisch umlagefinanziert.

Mit Aktien und anderen Wertpapieren könnten an den Finanzmärkten ja höhere Renditen erzielt werden, als mit den altmodischen sicheren Anlageformen der Sozialversicherungsrente – so hieß es. Kapitalgedeckte Rentensysteme könnten dann allen, die wirklich privat vorgesorgt haben, ein auskömmliches Einkommen im Ruhestand ermöglichen. Überall in Europa wurden so genannte „Rentenreformen“ nach diesem Schema umgesetzt – in Deutschland in Form der „Riester-Reformen“ 2001. SPD und Grüne bemühten dafür unsinnigerweise auch das Argument der „Generationengerechtigkeit“. Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, so ihre neoliberale Argeumentation, müssten zumindest stabil gehalten und die private Eigenvorsorge ausgebaut werden, damit die Jüngeren „Luft zum Atmen“ bekommen. Mehr dazu (28 KB)

 

15.05.2009 - UZ - Wahlspeck für Rentner

I2009-20n Blümscher Manier verspricht uns Arbeitsminister Olaf Scholz "Die Renten werden nicht gekürzt". Und da wir nicht nur vor einer Europa- und einer Bundestagswahl stehen, sondern auch mitten in einer der tiefsten Wirtschaftskrisen, die der Kapitalismus bisher erlebt hat, reichen Wahlversprechen nicht aus. Da muss ein neues Gesetz her. Doch was kommt nach der Bundestagswahl? Dann wird es wohl heißen: neues Spiel, neuer Wahlbetrug! Denn Gesetze werden nötigenfalls schnell geändert.

Das im Eiltempo beschlossene Gesetz zur sogenannten Rentengarantie riecht nach Wahlspeck. 20 Millionen Rentner sind ebenso viele Wählerstimmen, und die wollen bedient werden so kurz vor den Wahlen. Und die Unruhe unter diesem wichtigen Wählerpotential wuchs Merkellich. Sechs Jahre hintereinander mussten die Rentner eine reale Senkung ihrer Renten hinnehmen: Drei Nullrunden, sonstige Abzüge und die Teuerungsrate bewirkten, dass der reale Wert der Renten von Jahr zu Jahr sank. Der "Aufschwung" ging an den RentnerInnen komplett vorbei. Seit 2003, dem konjunkturellen Tiefpunkt, bis einschließlich 2008 verminderte sich die Realrente um fast zehn Prozent. Selbst wenn man die reale Rentenerhöhung 2009 (+1,5 Prozent) gegenrechnet, verloren die RentnerInnen seit 2003 eine volle Monatsrente (-8,4 Prozent) an Kaufkraft. Und ausgehend von der dramatischen Wirtschaftskrise droht nun in diesem Jahr ein Absinken der Brutto-Lohn- und Gehaltssumme um 2,3 Prozent. Nach der bisherigen Rentenformel würde dies zu einer Senkung der Renten im nächsten Jahr führen. Hauptgrund für das Absinken der Lohnsumme ist die starke Zunahme der Kurzarbeit, womit die Entlassung vieler Beschäftigter trotz Wirtschaftskrise verhindert werden soll, aber nur aufgeschoben wird. Doch das soll jetzt doppelt besser werden, mit einer Rentenerhöhung und einer Rentengarantie. Im Juli 2009 gibt es nun erstmals eine Rentenerhöhung, die über mikroskopische Dimensionen hinausgeht: +2,41 Prozent im Westen; +3,38 Prozent im Osten. Würden die Lebenshaltungskosten wie im Vorjahr steigen (+2,6 Prozent), würde auch diese Rentenerhöhung von den Preissteigerungen aufgefressen. Doch die Erhöhung der Verbraucherpreise dürfte in diesem Jahr unter der Ein-Prozent-Marke liegen, womit sie ein Kaufkraftplus von gut 1,5 Prozent in der Tasche hätten. Mehr dazu (20 KB)

 

17.03.2009 - Der Bund der Pflegeversicherten informiert: Rentenhöhe. Rentenklau. Rentenklage.

Ab Juli 2009 erhalten die Rentnerinnen und Rentner der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV)in Deutschland eine Rentenerhöhung von 2,41 Prozent in Westdeutschland und 3,38 Prozent in Ostdeutschland. Eine Rentnerin in Essen mit einer monatlichen Rente von Euro 500.- erhält dann 12,05 pro Monat bzw. 0,40 Euro pro Tag mehr. Das ist zuwenig – das ist entschieden zuwenig.

Eine Rentenerhöhung dieser Höhe dürfte von der großen Mehrzahl der Rentnerinnen und Rentner der GRV als zynisch empfunden werden. Und das aus verschiedenen Gründen. Zum Ersten gleicht die Rentenerhöhung die Preiserhöhungen der Grundlebensmittel des vergangenen Jahres nicht annähernd aus. Zum Zweiten wissen die Rentnerinnen und Rentner der GRV, dass die Rentenbeiträge, die sie für ihren Lebensabend im Generationsausgleich eingezahlt haben, durch gesetzgeberische Manipulationen zweckentfremdet worden sind. Sie wissen, dass bereits während der ersten Wirtschaftskrise der Jahre 1966 bis 1968 runde 500 Milliarden Mark (250 Milliarden Euro) aus ihrer damals prallgefüllten Rentenkasse entwendet und zur Wirtschaftsförderung eingesetzt wurden. Sie wissen, dass sie mit ihren gesetzlichen Beiträgen im Generationenverbund die Krise der 70iger Jahre finanzierten und dass ihre Kasse ausgeplündert wurde, um die enormen Lasten der Frühverrentungscampagne (runde 200 Milliarden Euro) und der Wiedervereinigung Deutschlands (bisher rund 140 Milliarden Euro) unter Kohl auszugleichen. Sie wissen, dass sie mit ihren Beiträgen die Kosten für die Kriegsfolgelasten, für Kindererziehungszeiten usw. seit über 50 Jahren mitfinanzieren. Mehr dazu (88 KB)

 

30.01.2009 - ACHTUNG - Berichtigung zur Kleiderkammer: Änderung am 28.04.2009

Essen: Kleiderkammern, Essener Tafeln, Mittagstische und Möbelbörsen in Essen

Zum Überblick stand 30.01.2009 (20 KB)

 

Auf die SPD ist verlass. Zwangsverrentung und Altersarmut nur mit uns. 

Hierzu ein Artikel aus der “Neue Rheinische Zeitung” vom 07.11.07, (NRhZ) (203 KB)

 

26.10.2007 8:48 Uhr- Tagesspiegel - Brasilien

Rentner-brasilienRentner lassen aus Protest die Hosen runter Mehr dazu (30 KB)

Von den Brasilianern lernen, auf zum Reichstag nach Berlin

 

 

16.06.2006 - Frankfurter Rundschau - Mit Hartz IV in Rente

VON MARKUS SIEVERS - Das Risiko für Altersarmut wächst (ddp)

Berlin. Trotz guter Konjunktur breitet sich die Armut bei Menschen kurz vor dem Renteneintritt aus. Im Januar 2008 waren nach FR-Informationen 676.787 Männer und Frauen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Das sind 168.464 mehr als drei Jahre zuvor, was einem Anstieg um ein Drittel entspricht. Auch das wirtschaftlich erfolgreiche Jahr 2007 brachte eine Zunahme um 44.021 (sieben Prozent).

Gute Konjunktur hilft nicht allen

Damit setzt sich eine längerfristige Entwicklung fort. Das zeigt eine Auswertung des DGB-Arbeitsmarktexperten Wilhelm Adamy, die der FR vorliegt. "In den ersten drei Jahren des Hartz-IV-Systems hat sich die Zahl der älteren Hilfebedürftigen um gut 215.000 beziehungsweise 22,7 Prozent erhöht", errechnete Adamy für die Gruppe der 50- bis 64-Jährigen. Der Anstieg sei "doppelt so stark wie bei den anderen Altersgruppen". Mehr dazu (24 KB)

 

Bundesregierung bestätigt staatlich verordnete Zwangsverrentung

ZwangsverrentungZur Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. zur “Rente ab 67 – Auswirkungen für die Betroffenen” (BT-Drs. 16/4952) erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Klaus Ernst:

Die Bundesregierung hat unumwunden Maßnahmen zur Zwangsverrentung von Hartz-IV-Empfängerinnen und Empfängern zugegeben. Danach werden alle erwerbslosen Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft, die nach dem 31.12.2007 das 58. Lebensjahr vollenden (Wegfall der 58er-Regelung), zum frühstmöglichen Zeitpunkt gezwungen, in Rente zu gehen – was, so die Bundesregierung, “grundsätzlich auch die Inanspruchnahme einer Rente mit Abschlägen zum frühstmöglichen Zeitpunkt” einschließt.

Damit widerspricht die Bundesregierung nicht nur ihren eigenen Erklärungen, dass eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit zwingend notwendig ist. Vielmehr werden die Kosten steigender Erwerbslosigkeit infolge der Rente ab 67 auf die Erwerbslosen abgewälzt, die bis zu 14,4 Prozent Abschläge auf ihre Rente hinnehmen müssen. Dass dies für die Betroffenen Altersarmut bedeutet, ist offensichtlich. Hier offenbart die Bundesregierung, dass es bei der Einführung von Hartz IV nur darum ging, die Ausgaben für Erwerbslose deutlich zu senken, und nicht darum, ihnen eine wirkliche Chance auf einen Arbeitsplatz zu bieten.

Gleichzeitig werden die Erwerbslosenzahlen durch die Zwangsverrentung statistisch geschönt. Das ist arbeitsmarktpolitisch motivierte Frühverrentung auf Kosten der Erwerbslosen und macht die Anhebung des Rentenalters zur Farce. Durch die Rente ab 67 und die Zwangsverrentung von Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften ist Altersarmut vorprogrammiert.

Weitere Informationen: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Pressestelle

 

Nachfolgend die wichtigsten Greueltaten der Bundesregierung, gegen die nicht mehr profitablen Alten. Aber es macht Sinn, jeder eingesparter Cent an Lohnnebenkosten in die Sozialkassen lässt die Profitseite der Unternehmen rapide steigen.

Alterssicherungspolitik auf gutem Weg

Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Bundesministerium der Finanzen: Alterssicherungspolitik auf gutem Weg – Bericht zur zusätzlichen Altersvorsorge – Eine verlässliche Altersversorgung auf drei Säulen Mehr dazu [35 KB]

rente-mikroskop

 

Informationen zur Regelaltersgrenze

Informationen zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung [24 KB]  

Tabelle zur Altersgrenze

Zur Tabelle [16 KB]

 

RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz

Gesetzentwurf der Bundesregierung (im März 2007 auch so beschlossen)

Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung

(RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz) [309 KB]

 

Rentenversicherungsberichts 2006

Fragen und Antworten zum Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2006 [22 KB] der Bundesregierung.

 

Bericht über die gesetzliche Rentenversicherung

Entwurf des Berichts der Bundesregierung über die gesetzliche Rentenversicherung, insbesondere über die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben, der Nachhaltigkeitsrücklage sowie des jeweils erforderlichen Beitragssatzes in den künftigen 15 Kalenderjahren gemäß § 154 SGB VI (2006) Langfassung [329 KB] Kurzfassung [185 KB]

 

Initiative-50plus-Gesetzesentwurf

Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Beschäftigungschancen älterer Menschen. Der Entwurf [84 KB]

 

Initiative-50plus-Infopapier

Informationen zur Initiative 50plus und zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Beschäftigungschancen älterer Menschen. Mehr dazu [42 KB]