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Angesichts des sich anbahnenden Klima-GAUs stellt sich mir die Frage, ist es noch zu verantworten, weiter so, wie bisher mit unserem Planeten umzugehen, oder sollten wir die kapitalistische Krise nützen, dieses unfähige System überhaupt abzuschaffen. Alternative Verkehrsmittel erfordern alternative Produktionsverhältnisse. Eine andere Welt ist Möglich, eine andere Welt ist nötig.
28.12.2010 – jw - Verkehrsminister als Lkw-Lobbyist
Ramsauer redet Befürchtungen klein und rechnet mit 400 Gigalinern im »Feldversuch«
In sieben Bundesländern steht 2011 ein Feldversuch mit überlangen Lastzügen an. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. »Wir haben einige hundert Bewerber, die drängen, die wollen fahren«. Maximal 400 Fahrzeuge sollten dabei zum Einsatz kommen.
Der Vorstoß kann als neue Attacke der Lkw-Lobby gegen Schienen-, Wasser- und Lufttransport gewertet werden. Der Einsatz sogenannter Gigaliner auf Deutschlands maroden Straßen wird von zahlreichen Experten und von Umweltverbänden strikt abgelehnet. Die überlangen Trucks, von interessierter Seite gern verharmlosend als »Superbrummis« bezeichnet, gelten als verkehrsgefährdend, schwer manövrierbar und umweltschädlich. Doch das versucht der zuständige Minister (der kürzlich die Autozulieferer und Werkstattbesitzer noch mit einer Winterreifenpflicht für Pkw beglückt hatte) ganz anders darzustellen. Mehr dazu (16 KB
31.08.2010 – FR - Verblüffender Biomasse-Boom
Bisher interessiert am Energiegutachten der Bundesregierung vor allem die Atom-Frage. Doch der eigentliche Knüller ist die Biomasse. Hier fällen Experten ein vernichtendes Urteil über das Gutachten.
Das Energiegutachten für die Bundesregierung wird bislang vor allem nach seiner Einschätzung der umstrittenen Laufzeitverlängerung für Atommeiler bewertet. Das Anfang der Woche vorgestellte Papier, dessen Vorschläge vom Bundeswirtschaftsministerium als „Pfade in die Energiezukunft“ bezeichnet werden, erhält allerdings abseits dieser Frage vernichtende Einschätzungen von Experten. Der Grund: Biomasse soll der Studie nach zum größten Energielieferanten Deutschlands aufsteigen.
Der Biomasse-Anteil am gesamten Energieverbrauch soll von derzeit gut fünf Prozent auf knapp 30 Prozent drastisch zulegen. Weil gleichzeitig der Energieverbrauch sinkt, entspricht das einer Verdreifachung der Nutzung. In allen Ziel-Szenarien des Gutachtens wird so erreicht, dass Deutschland 2050 ohne Atomstrom auskommt und der Kohlendioxid-Ausstoß rund 85 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegt, um die Klimaschutzziele zu realisieren. Die Studie der Institute EWI, GWS und Prognos geht aber nur von einem langsamen Ausbau erneuerbarer Stromquellen wie Wind- und Sonnenkraft aus. Der Ausbau der Windenergie an Land etwa wird demzufolge ab 2020 nahezu zum Erliegen kommen. Mehr dazu (88 KB)
30.08.2010 – jw - Auto und Alternativen
Die automobile Gesellschaft ist in vielerlei Hinsicht in der Krise. Debatte über Ursachen und Gegenstrategien
Von Daniel Behruzi, Hannover - Vordergründig haben wir gerade das Gegenteil von Krise«, begann IG-Metall-Sekretär Frederic Speidel seinen Beitrag auf der Konferenz »Auto und Mobilität in der Krise«, die auf Einladung der niedersächsischen Rosa-Luxemburg-Stiftung am Freitag und Samstag in Hannover stattfand. »Die Exporte explodieren, die Auslastung der Fabriken ist hoch, bei VW und anderswo wird eine Sonderschicht nach der anderen gefahren«, berichtete der Gewerkschafter. Ist die Krise also vorbei, der vor einigen Monaten gewählte Konferenztitel längst von der Realität überholt?
Mitnichten, meinten die rund 100 in Niedersachsens Landeshauptstadt angereisten Betriebsräte, Wissenschaftler, Umweltschützer und Globalisierungskritiker. In der Automobilindustrie bestünden weiterhin »notorische Überkapazitäten, die Branche ist in einer strukturellen Krise, in einem dauerhaften Umbruch«, betonte Speidel.
Auch nach Ansicht des Ökonomen und Verkehrsexperten Winfried Wolf kann der tiefste wirtschaftliche Einbruch seit Jahrzehnten, der die Autohersteller besonders getroffen hat, noch nicht zu den Akten gelegt werden. »Alle Grundlagen des aktuellen Aufschwungs sind fragil und brüchig«, stellte er fest. Mehr dazu (76 KB)
30.08.2010 – jw - »Das ist der Beginn einer Debatte«
Gewerkschafter aus der Autoindustrie, Bahnbeschäftigte, Umweltschützer und Globalisierungskritiker diskutieren über Perspektiven der Mobilität. Ein Gespräch mit Stephan Krull - Interview: Daniel Behruzi
Stephan Krull ist Mitglied des Vorstands der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und Mitorganisator der Konferenz »Auto und Mobilität in der Krise«
Die Konferenz der niedersächsischen Rosa-Luxemburg-Stiftung »Auto und Mobilität in der Krise« sollte unter anderem der Vorbereitung einer größeren internationalen Konferenz zum gleichen Thema Ende Oktober in Stuttgart dienen. Welche Bilanz ziehen Sie zu dem Treffen?
Das Wichtigste ist, daß eine gemeinsame Debatte verschiedener Akteure begonnen hat, die an dem Thema Mobilität arbeiten und die Konferenz gemeinsam vorbereitet haben und tragen. Diese Gruppen und Personen haben bisher wenig oder gar nicht miteinander diskutiert. Die Konferenz ist der Beginn eines Versuchs, dies zu ändern. Der soll in Stuttgart und danach fortgesetzt werden. Mehr dazu (84 KB)
Von der Schweizer Verkehrspolitik könnte die BRD einiges lernen - Besonders im Transitknoten Ruhrgebiet
23.08.2010 – NZZ - Schiene macht gegenüber Strasse Boden gut
Deutliche Zunahme des Bahn-Güterverkehrs gegenüber dem Vorjahr
Im alpenquerenden Güterverkehr hat die Schiene gegenüber der Strasse im ersten Halbjahr 2010 wieder zugelegt. Der Bahn-Gütertransport nahm im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16,5 Prozent auf 12 Millionen Nettotonnen zu.
(sda) Das Verlagerungsziel ist aber noch lange nicht erreicht. Denn: Wegen der besseren Wirtschaftslage wurden auch auf der Strasse wieder mehr Waren transportiert. Die Zunahme fiel allerdings geringer aus als auf der Schiene, wie das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) am Montag mitteilte.
Mehrfach hinausgeschoben
Die Menge der auf der Strasse transportierten Güter stieg in den ersten sechs Monaten 2010 um 8,1 Prozent auf 7,2 Millionen Tonnen. Nötig waren dafür 43'000 Fahrten mehr als im Vergleichssemester 2009. Insgesamt fuhren rund 621'000 Lastwagen durch die Schweizer Alpen.
Damit ist das bereits mehrfach hinausgeschobene Verlagerungsziel noch immer in weiter Ferne. Bis ins Jahr 2019 - zwei Jahre nach der Eröffnung des Gotthardbasistunnel - sollen pro Jahr nicht mehr als 650'000 Lastwagen die Alpen queren. Mehr dazu (104 KB)
01.07.2010 – jw - Auf der Überholspur
Ökonomie. Die Weltautoindustrie in der Krise (Teil 1): In Asien wächst den geschwächten nordamerikanischen und europäischen Herstellern ernsthafte Konkurrenz heran
Von Winfried Wolf - Während im Golf von Mexiko seit dem 20. April Tag für Tag Millionen Liter Rohöl ins Meer strömen, erklärte der Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie, Matthias Wissmann, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 26. Juni 2010, die »Autoindustrie hat sich (von der Krise – W. W.) schneller erholt, als wir das erwartet haben«. Das gelte vor allem »für den Premiumsektor, bei dem wir (die deutschen Autohersteller – W. W.) einen weltweiten Marktanteil von 80 Prozent haben«. Eine Woche zuvor, am 20. Juni 2010, brachte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung eine Titelstory über die »Wiedergeburt der Autoindustrie«. Inzwischen seien wieder »große, sportliche und teure«, eben auch sprithungrige Pkw gefragt. Welcher PS- und Geschwindigkeitswahn damit konkret gemeint sein kann, wird in der Süddeutschen Zeitung vom 10.Mai unter der Überschrift »Maske für das Monster« angesprochen. Dort wurde der neue 2,2 Tonnen schwere, mindestens 300 PS starke, 230 Stundenkilometer schnelle und im »Grundpreis« 55431 Euro teure Porsche Cayenne vorgestellt, bei dem es »ein Leichtes (sei), auch mehr als 20 Liter (auf 100 Kilometer) zu verbrennen.«1 Auch in Großbritannien ist man verhalten optimistisch. Die Financial Times schlagzeilte: »Automotive industry sputters back to life« – die Branche kehre »im Stottergang« ins Leben zurück. Um im Vorspann zu diesem Artikel vom 4.Mai 2010 allerdings festzustellen: »...it is not a case of returning to business as usual«: Von einer Rückkehr zur Normalität des Autogeschäfts könne allerdings keine Rede sein. Mehr dazu (92 KB)
01.02.2010 – FR - Leitartikel zur Bahn
Auf der falschen Schiene - Von Frank-Thomas Wenzel
Mit der Dampflok ging's schneller. Zum Beispiel von Berlin nach Breslau. Etwa zweieinhalb Stunden dauerte die Fahrt in den 1930er Jahren. Heute ist der Zug, der zwei EU-Städte verbindet, etwa doppelt so lange unterwegs. Die Bahn ist lahm. Woran liegt das? Die Antwort ist einfach. An der Bahnpolitik.
Die ist zu einer Art Restposten verkommen. Deshalb gibt es einen Bundesverkehrswegeplan, der offenbar nur noch ein unverbindliches Sammelsurium darstellt. Weil die Finanzierung offenbar völlig unklar ist. Ob da das eine oder andere Vorhaben oder gleich eine ganze Reihe gekappt werden - was soll's?
Schließlich haben wir eine Infrastruktur, mit der Güter bis in die hinterste Ecke des bayerischen Walds transportiert werden können, mit der das kleinste Dorf in der Uckermark erreichbar ist: Gemeint sind die Straßen. Verkehrspolitik war Straßenbaupolitik, die nebenbei wie ein Turbo für die Automobilindustrie wirkte. Mehr dazu (88 KB)
01.02.2010 – FR - Bahn-Arbeitsbedingungen
ICE-Lokführer pinkeln in Kaffeebecher
Bahn-Angestellte berichten von haarsträubenden Arbeitsbedingungen. Lokführer bemängeln 14-Stunden-Schichten. Und: "Man fährt schon mal mit einem ICE mit einzelnen ausgeschalteten Bremsen oder weniger Antrieben." Ein Gutachter rügt, die Bahn habe nicht aus Eschede gelernt
Berlin. Beschäftigte der Deutschen Bahn kritisieren die Arbeitsbedingungen in dem Staatskonzern scharf. In einem "Schwarzbuch Deutsche Bahn" der ZDF-Redakteure Christian Esser und Astrid Randerath berichten zahlreiche Frauen und Männer aus dem Innenleben des Unternehmens - und erheben schwere Vorwürfe.
Im Mittelpunkt stehen dabei immer wieder die Einsparungen zugunsten des geplanten Börsengangs und ein massiv gestiegener Arbeitsdruck. Ein Lokführer berichtet etwa von 14-Stunden-Schichten, bei denen man vor Übermüdung im ICE-Führerstand einschlafe. Ein anderer kritisiert das Fehlen von Toiletten. "Sie pinkeln in den Kaffeebecher oder in die Thermoskanne. Denn wir sind sonst schuld an einer Verspätung", wird er zitiert. Mehr dazu (88 KB)
20.01.2010 – jw – von R. Bakerowiak - No future für die Bahn (wie man eine Alternative zerstören kann)
Empörung über interne Streichliste der Bahn AG für Neu- und Ausbaupläne. Fahrgastverband verweist auf sinnlose Prestigeprojekte
Die Gegenwart ist bei der Deutschen Bahn AG eigentlich schon trist genug. Die ICE-Flotte fährt mit halber Sollstärke, bei der Berliner S-Bahn wäre man froh, wenn man wenigstens das erreichen könnte. Auch im Regionalverkehr mehren sich die Pannen. Das am Montag vorgestellte »Schwarzbuch Deutsche Bahn« belegt eindeutig, daß dieser Niedergang des Schienenverkehrs eine direkte Folge der Unternehmenspolitik in den vergangenen Jahren ist. Unterstützt vom Besitzer, dem Bund, wurde die »Kapitalmarktfähigkeit« des Konzerns in den Mittelpunkt gestellt, und das auch ganz bewußt auf Kosten von Qualität und Sicherheit. Mehr dazu (72 KB)
29.12.2009 – SD – Schienenverkehr: Es lebe die Eisenbahn
Ein Kommentar von Michael Bauchmüller
Lange galt der Schienenverkehr als altmodisch, nun steht er vor einer Renaissance. Er hat sie verdient, denn er könnte die Grenzen der Mobilität überwinden.
Für ihr Schicksal kann die Eisenbahn nichts. Sie machte ganze Nationen mobil, ließ deren Hinterland erst prosperieren - und verlor dann fast allen Einfluss an das Automobil. Sie galt als schnelle Verbindung zwischen Städten, viel schneller als jede Kutsche - und konnte doch gegen das Flugzeug nichts ausrichten.
Fest gebunden an Gleise, eingezwängt in Fahrpläne und allzu oft dem Diktat des Wetters unterworfen, scheint sie so gar nicht kompatibel zu sein mit dem Lebensstil der Gegenwart. Eine Technologie des 19. Jahrhunderts passt nicht zu Freiheit und Individualismus der Postmoderne. Könnte man meinen.
Die Realität ist eine andere. In China ist seit dem Wochenende die längste und schnellste Hochgeschwindigkeitstrecke der Welt in Betrieb. In drei Stunden legen Reisende nun die mehr als tausend Kilometer zwischen Wuhan und Guangzhou zurück; mehr als 10.000 Kilometer Hochgeschwindigkeitstrasse sollen bis 2020 in China hinzukommen. Mehr dazu (116 KB)
25.11.2009 – jw - Von Sabine Leidig und Winfried Wolf - Liebeserklärung an Autolobby
Analyse. Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP: Die Privatisierung der Bahn vorantreiben und den Straßenverkehr noch stärker fördern
Es sind nur noch wenige Tage bis zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Kopenhagen. Verkehrspolitik ist dort nur am Rande ein Thema; wichtige Bereiche der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen wie der Schiffs- und Flugverkehr spielen praktisch keine Rolle. Der Straßenverkehr und dessen EU-weites Wachstum wird als eine Art Naturgesetz hingenommen. Wobei dies mit Blick auf die weltweite Automobilität grotesk ist: Rund 80 Prozent der weltweiten Pkw-Flotte konzentriert sich auf die Regionen Nordamerika, Japan, Australien und Europa, in denen nur rund ein Fünftel der Menschheit lebt. Würde diese in den genannten Ländern praktizierte Automobilität verallgemeinert, wäre der Klimakollaps eine Angelegenheit von wenigen Jahren.
Die alte und neue Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht mit Blick auf Kopenhagen zwar viel von einer »weltweiten Verantwortung«, der verkehrspolitische Teil des Koalitionsvertrags widerspricht allerdings diesem Postulat. Dort wird ein Bauchladenprogramm zur Ausweitung aller möglichen, die Umwelt, Menschen und das Klima schädigenden Verkehrsarten präsentiert. Es soll z. B. eine »maßvolle Erhöhung der Lkw-Größen und -gewichte« geben – was bedeutet, daß man sich trotz mancher Dementis in Richtung des »Gigaliners«, des 60-Tonnen-Lkw, bewegen will. Darüber hinaus ist die Rede von der »notwendigen Fahrrinnenanpassung« bei den Häfen – was bedeutet, daß u. a. die Elbe-Fließgeschwindigkeit erhöht und damit die Dämme und Deiche u. a. in Niedersachsen gefährdet werden. Mehr dazu (112 KB)
09.06.2009 - German-Foreign-Policy - Grüner Goldrausch
BERLIN (Eigener Bericht) - Trotz massiver öffentlicher Kritik treibt die Bundesregierung die Nutzung von Agrotreibstoffen mit dreistelligen Millionensummen voran. Man müsse die Abhängigkeiten von Staaten, die traditionelle Energierohstoffe produzierten, verringern, heißt es im Bundestag; der Bundesrat setzt sich für neue Steuererleichterungen für Biodiesel ein. Dem Druck der Öffentlichkeit setzt die Bundesregierung ein eilends entwickeltes "Zertifizierungssystem" entgegen, das der weltweit kritisierten Erzeugung von Agrotreibstoffen ökologische und soziale Unbedenklichkeit bescheinigen soll. Tatsächlich konstatieren Beobachter einen "grünen Goldrausch" in den Ländern des Südens:
Demnach hat dort ein massiver Landraub zur Deckung des Biomassebedarfs der wohlhabenden Länder des Nordens eingesetzt. Auch deutsche Firmen sind daran beteiligt. Das Berliner Zertifizierungssystem lässt soziale Konsequenzen der Herstellung von Agrosprit in hohem Maße unberücksichtigt und trägt damit zur Verschleierung der Folgeschäden bei. Mehr dazu (36 KB)
15.04.2009 - Tagesspiegel.de - Krisenpolitik: "Umweltprämie? Das ist ein Witz"
Interview von Alexandra Endres - Viele haben es schon vergessen, aber eigentlich heißt die Abwrackprämie Umweltprämie. Denn: Die Abwrackprämie tut der Umwelt Gutes - behaupten zumindest ihre Erfinder. In Wahrheit wird durch sie aber zusätzliches CO2 in die Luft geblasen, sagt Experte Dieter Teufel.
Herr Teufel, das Umwelt- und Prognose-Institut (UPI), dessen Leiter Sie sind, berechnet die Umweltwirkung von Gesetzen und erstellt CO2-Bilanzen. Wie bewerten Sie die Abwrackprämie aus ökologischer Sicht?
Ganz exakt kann man die CO2-Bilanz der Abwrackprämie nicht berechnen. Es gibt aber Anhaltspunkte, um sie zu bewerten. Klar ist: Durch sie wird auf keinen Fall Kohlendioxid eingespart. Sie "Umweltprämie" zu nennen, ist ein Witz.
Warum?
Nehmen wir einmal an, ein Autofahrer lässt sein altes Fahrzeug verschrotten und kauft mit Hilfe der Prämie das gleiche Modell in Form eines Neuwagens. Der verbraucht aber in der Regel mehr Treibstoff und setzt dadurch mehr CO2 frei als das zehn Jahre alte Vorgängermodell. Zwar sind die Motoren sparsamer geworden, aber die Wagen haben mehr Leistung, sind schwerer und viel aufwändiger ausgestattet. Man fährt mit Klimaanlage, hat auch tagsüber das Licht an, ist auf Autobahnen schneller unterwegs. Das macht die Einsparung zunichte. Wenn jemand seinen alten Wagen gegen ein höherklassiges Fahrzeug tauscht, ist die Bilanz natürlich noch schlechter.
Die Leute könnten ihre Autos auch gegen kleinere Modelle tauschen, die günstiger sind. Gibt es denn Daten, die belegen, dass sie das nicht tun?
Solch genaue Daten gibt es nicht. Aber selbst wenn die Konsumenten vermehrt günstige Autos kaufen, heißt das noch lange nicht, dass sie sparsamer sind. Zudem müsste der Spritverbrauch eines Autos 15 bis 20 Prozent unter dem seines Vorgängers liegen, damit der Wechsel von einem Fahrzeug zum anderen nur CO2-neutral wäre. Das wird nicht erreicht. Deshalb ist das Ergebnis jeder Rechnung auf alle Fälle: Die Abwrackprämie erhöht den Kohlendioxidausstoß auf Deutschlands Straßen. Mehr dazu (36 KB)
Ist Mehdorn ein Bahncular?
22.05.2008 - WOZ - Runter von der Schiene Von Tim Engartner
Hartmut Mehdorn, der Chef der Deutschen Bahn AG (DB), scheint am Ziel. Die deutsche Regierung hat einen Kompromiss gefunden, der voraussichtlich im Parlament die notwendige Mehrheit finden wird: Das Bahnnetz soll in staatlicher Hand bleiben, 24,9 Prozent der DB-Aktien am Kapitalmarkt platziert werden.
Mit dieser Teilprivatisierung droht aber nicht nur der GAU: der grösste anzunehmende Unsinn. Der Konzern kann auch auf seinem Kurs bleiben – weg von der Eisenbahn, hin zum weltweit operierenden Logistikunternehmen: Mobility Networks Logistics. Dieser dem DBLabel angefügte Anglizismus findet sich mittlerweile sogar auf den Zugbilletten. Das Unternehmen Zukunft (DB Eigenwerbung) erhebt den Anspruch, für Transport, Netzwerke und Logistik jeder Art zuständig zu sein – mit mehr als 1500 Standorten in 152 Staaten. Mehr dazu (188 KB)
14.01.2008 - IDW - Verkehrs- und Fluglärm machen auf Dauer krank
Martin Ittershagen, Pressestelle - Umweltbundesamt (UBA)
Internationale Studie zeigt erneut: Mit steigender Lärmbelastung, steigt der Blutdruck Lärm nervt nicht nur, Lärm kann auch krank machen: So haben etwa Personen, die erhöhtem Nachtfluglärm ausgesetzt sind, häufiger höhere Blutdruckwerte, als Menschen in ruhigeren Wohngebieten. Schon ein Anstieg des nächtlichen Fluglärmpegels um 10 Dezibel [dB(A)] im Schallpegelbereich zwischen 30-60 [dB(A)] erhöht das Risiko für Bluthochdruck bei Frauen und Männern um rund 14 Prozent. Das geht aus einer aktuellen internationalen Studie hervor, welche die Europäische Kommission förderte. An der großen europäischen Studie - an der das Umweltbundesamt mitwirkte - nahmen rund 5.000 Anwohner der Flughäfen Amsterdam, Athen, Berlin, London, Mailand und Stockholm teil. Die Experten ermittelten die Wirkungen des Flug- und Straßenverkehrslärms auf die Gesundheit - vor allem auf den Blutdruck.
Die Forscherinnen und Forscher ermittelten den Fluglärm anhand der Flugbewegungen und Flugzeugdaten. Die nächtliche Fluglärmbelastung der Testpersonen lag zwischen 30 und 60 dB(A). Die Stichproben schlossen auch Personen ein, die keinen wesentlichen Lärmbelastungen ausgesetzt waren. Das ermöglichte Vergleiche zwischen Personen aus stark und weniger stark lärmbelasteten Wohngebieten. Zudem sicherten die Angaben der Probanden
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Kaffeekränzchen mal auf Grönland, mal auf Bali für unsere Politik-Mafia. Hauptsache das Geschäft läuft, der Euro rollt, der Profit jubiliert. Unsere Umwelt geht vor die Hunde, jetzt und heute und morgen die Sintflut.
14.12.2007 - WAZ-Wochenende,- Von Christiane Oelrich - Das sinkende Paradies
Steigender Meeresspiegel lässt Südseeatolle überfluten. Die Bewohner müssen die Inseln verlassen. Brunnen und Böden versalzen. Neuseeland will Einwohner von Tuvalu aufnehmen Nichts ist mehr so wie es früher war auf den Carteret-Inseln. Nur noch von weitem sehen die Atolle wie ein Südseeparadies aus. An Land nicht: Dort, wo bis vor wenigen Jahren blühende Obstbäume standen, sind nur noch stinkende Wasserlachen übrig. Der gesamte Artikel (12 KB)
11.12.2007 - IDW Pressemitteilung - Der Klimawandel vor Gericht
Franz-Georg Elpers, Pressestelle Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Die Kohlenstoffdioxid-Emissionen beeinflussen unser Klima. Die Folgen und Zusammenhänge sind kaum absehbar - schon gar nicht für Jugendliche. Das soll sich mit dem neuen DBU-Projekt ändern.
Bremen/Oldenburg. Wie macht sich der Klimawandel in Zukunft bemerkbar? Ist Biodiesel wirklich eine Alternative zu Kohle, Erdöl und -gas? Und geht der massenhafte, einseitige Anbau solcher Pflanzen für diesen Zweck nicht auf Kosten der Artenvielfalt in der Natur? Fragen, auf die selbst ein Fachmann nur schwer antworten kann. Wie soll es da erst Schülern gehen? Das Institut für Didaktik der Naturwissenschaften der Universität Bremen und die Institute für Biologie- und Chemiedidaktik der Universität Oldenburg entwickeln ein neues Bildungskonzept. Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) werden in den nächsten drei Jahren an ..... Mehr dazu (22 KB)
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