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Bon apetito - Profitabel - Zum Kotzen

Kranke Gockel, lecker und profitabel

Also ich möchte ja keinen den Appetit verderben, das machen ja eigentlich schon unsere Lebensmittelkonzerne, aber ein paar Sachen sollte man doch sagen oder schreiben.

Eigentlich müsste ja jeder von uns wissen, dass ja nicht nur Tierkadaver, meisten in Form von Tiermehl verfüttert wird in den deutschen Landle. Sondern es ist auch üblich, in den Fleischmastbetrieben den Kot oder besser gesagt die Scheiße der Tiere zum Großteil wieder zum Futtern aufzubereiten. Das spart Kosten und bringt somit einen nicht zu verachtenden Zusatzreibach. Ersten werden Entsorgungskosten eingespart, zweitens werden Futtermittelkosten eingespart. Zwar werden dem Mischfutter erhebliche Mengen an Medikamente beigemengt, weil bis zur Schlachtung muss überlebt werden, aber die Kosten für die Medikamente stehen in keinem Verhältnis zu den enormen Einsparungen.

Ein Problem haben besonders Gockel-Esser unter uns, denn die Salmonellenbelastung bei BRD-Gockel ist besonders hoch, in der EU gehören unsere Gockels dabei zu den Spitzenreitern. Am besten die Gockels bis zur Schwarzbräune durch und durch grillen oder braten, dann kann jeder, laut Bundesinstitut für Risikobewertung diese herrlichen Gockel genießen ohne Angst vor einer Salmonellenvergiftung zu haben. - Mehr dazu, Masthähnchen sind häufig mit Salmonellen infiziert. [16 KB] - Mehr dazu, Grundlagenstudie zur Erhebung der Prävalenz von Salmonellen in Broilerbetrieben. [136 KB]

Ich wünsche allen - Bon apetito!

11.12.2012 – derStandard.at - Krebserregende Chemikalien in Babyflaschen

Krebserregende Chemikalien in Babyflaschen-kEine Untersuchung von Global 2000 weist schädliche Stoffe in mehreren Fläschchen nach - Bei einem Produkt wurde bereits die Auslieferung gestoppt

Anfang 2012 ergab eine EU-Studie, dass trotz europaweiten Verbots immer noch viele Babyflaschen die Chemikalie Bisphenol-A (BPA) enthalten. BPA kann nachweislich den Hormonhaushalt beeinflussen und die Funktion von Enzymen und Transportproteinen im Körper stören. 

Wie sicher sind in Österreich erhältliche Babyfläschchen heute? Das wollte die Umweltorganisation Global 2000 wissen und machte die Probe aufs Exempel. Das Ergebnis fällt durchwachsen aus: Zwar seien alle getesteten Fläschchen mittlerweile BPA-frei. Allerdings konnte Global 2000 zwölf verschiedene Chemikalien beziehungsweise Stoffgruppen in den Produkten nachweisen, die in die Testmilch eingewandert sind.

Getestet wurden 13 Babyflaschen unterschiedlicher Hersteller, die in Drogeriemärkten und über das Internet gekauft wurden. Nur vier der Flaschen waren "sauber", schreiben die Tester. Mehr dazu (24 KB) – Testbericht (796 KB) – Testergebnis im Überblick (52 KB)

 

03.12.2012 - foodwatch-Newsletter - Mineralöl in Lebensmitteln - wie Politik und Industrie die Gefahr herunterspielen

Hallo und guten Tag, Karl-heinz Sabelleck

giftige Mineralölrückstände in der Schokolade von Adventskalendern - diese Meldung von Stiftung Warentest schreckte in der vergangenen Woche viele Verbraucher auf. Die meisten Verantwortlichen aus Politik, Behörden und Lebensmittelindustrie reagierten wie so oft: Beschwichtigen, das Problem kleinreden, alles halb so dramatisch. Dabei kommt eine Studie, die das Bundesverbraucherministerium selbst in Auftrag gegeben hatte, zu einem ganz anderen Ergebnis. Doch davon sagt Ministerin Ilse Aigner kein Wort.

Aber der Reihe nach. Pünktlich zu Beginn der Vorweihnachtszeit meldete Stiftung Warentest vergangenen Montag, dass sich in Schoko-Täfelchen von 24 getesteten Adventskalendern Rückstände von schädlichen Mineralölen und ähnlichen Stoffen fanden. In neun Fällen war die Schokolade so belastet, dass die Stiftung Kinder vor dem Verzehr warnte. Die Ölreste kamen durch die Altpapierverpackung in die Süßigkeiten.

Einer der Hersteller reagierte umgehend und kündigte an, seine Produkte vom Markt zu nehmen. Auch der Bundesverband der Süßwarenindustrie reagierte noch am gleichen Tag - von Problembewusstsein war hier aber wenig zu spüren: "Die getesteten Erzeugnisse sind im Hinblick auf die angeblichen Mineralölgehalte voll verkehrsfähig und entsprechen den  lebensmittelrechtlichen Normen. Insbesondere sind sie nicht gesundheitsgefährdend", hieß es in einer Erklärung. Ende der Durchsage.“ Mehr dazu (92 KB)

 

28.11.2012 – idw - Mineralöle in Schokolade und anderen Lebensmitteln sind unerwünscht

Dr. Suzan Fiack - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

BfR schätzt die Untersuchungsergebnisse von Stiftung Warentest ein

Nach Untersuchungen von Stiftung Warentest wurden in Schokoladenfiguren, die in einigen der untersuchten Adventskalender enthalten sind, unterschiedliche Kohlenwasserstoffgemische (Mineralöl) nachgewiesen. Die Gehalte betrugen bis zu 7 Milligramm aromatische Kohlenwasserstoffe pro Kilogramm Schokolade. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat auf Basis der von Stiftung Warentest übermittelten Daten eine vorläufige Einschätzung des gesundheitlichen Risikos dieser Kontamination vorgenommen. Das Institut hatte bereits im Dezember 2009 darauf hingewiesen, dass der Übergang von Mineralölbestandteilen wie aromatischen Kohlenwasserstoffen und nicht aromatischen Kohlenwasserstoffen aus Verpackungen von Recyclingkarton grundsätzlich zu erwarten ist. „Die aktuelle Untersuchung bestätigt, dass eine Vermeidung dieses Übergangs prinzipiell möglich ist, da bei einem Teil der untersuchten Kalender in den Schokoladen keine dieser Substanzen nachgewiesen wurde“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Mehr dazu (24 KB)

 

25.05.2012 - sueddeutsche.de - Gentechnik in Lebensmitteln: Wie eine Lobby die Kontrollbehörden Wie eine Lobby die Kontrollbehoerden unterwandert-kunterwandert

Von Silvia Liebrich - Die meisten wollen nichts gentechnisch Verändertes essen. Doch eine neue Untersuchung zeigt, wie die mächtige Gentechnik-Lobby die angeblich neutralen deutschen Kontrollbehörden unterwandert hat - zum Schaden der gutgläubigen Verbraucher.

Die meisten Verbraucher in Deutschland lehnen Gentechnik im Essen ab. Und sie verlassen sich darauf, dass sie von den zuständigen Aufsichtsbehörden über die Risiken der umstrittenen Technologie geschützt werden. Doch eine Untersuchung der gentechnikkritischen Organisation Testbiotech belegt das Gegenteil (hier online (1 MB)). Sie zeigt, wie stark das maßgebliche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) von der Gentechnik-Lobby beeinflusst wird.

Neun von 13 Experten in der Kommission für genetisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel und auch hochrangige Angestellte der Behörde stehen demnach in enger Verbindung zur Agroindustrie, zu industrienahen Verbänden und wissenschaftlichen Zirkeln, die den Einsatz von Gentechnik befürworten. Dabei sollen sie als unabhängige Experten die Hersteller und deren Erzeugnisse unvoreingenommen kontrollieren.

Doch damit scheint es nicht weit her zu sein. Einige der BfR-Experten waren offenbar sogar selbst an Patentanträgen für gentechnisch veränderte Pflanzen wie Mais und Soja beteiligt. "Es bestehen erhebliche Interessenkonflikte. Damit ist das Funktionieren einer unabhängigen staatlichen Institution wie des BfR in Frage gestellt", kritisiert Testbiotech-Geschäftsführer Christoph Then. Er fordert eine Untersuchung durch das Verbraucherministerium von Ilse Aigner (CSU), dem die Aufsichtsbehörde unterstellt ist. Mehr dazu (120 KB)

 

13.05.2012 – NZZ - Schlechte Aussichten auf ein gesundes Leben

Schlechte Aussichten auf ein gesundes Leben-kIn den USA erkranken immer mehr Kinder und Jugendliche an Altersdiabetes. Die Krankheit schreitet bei ihnen rascher voran und ist schwieriger zu behandeln als bei Erwachsenen.

Um die Gesundheit der Amerikaner steht es schlecht. Bis zum Jahr 2030, so die Prognose von Experten, werden 42 Prozent der erwachsenen US-Bürger fettleibig sein, ein weiteres Drittel «nur» übergewichtig. Parallel zum wachsenden Hüftumfang steigt auch die Zahl der Diabeteskranken.

Von Theres Lüthi - Um die Gesundheit der Amerikaner steht es schlecht. Bis zum Jahr 2030, so die Prognose von Experten, werden 42 Prozent der erwachsenen US-Bürger fettleibig sein, ein weiteres Drittel «nur» übergewichtig. Parallel zum wachsenden Hüftumfang steigt auch die Zahl der Diabeteskranken – und zwar in allen Altersgruppen. Denn Übergewicht prädisponiert nicht nur im Erwachsenen-, sondern auch im Jugendalter zur Zuckerkrankheit. Typ-2-Diabetes, einst Altersdiabetes genannt, ist längst nicht mehr auf das höhere Alter beschränkt.

«Vor 30 Jahren war der Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen eine Seltenheit», sagt David Allen, Pädiater an der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health. Wenn ein Kind an Diabetes erkrankte, dann handelte es sich stets um die Autoimmunkrankheit Typ 1. Seit den 1990er Jahren beobachtet man in den USA die Krankheit zunehmend aber auch bei Kindern und Jugendlichen. «Inzwischen macht der Typ 2 die Hälfte aller neu entdeckten Diabetesfälle bei Jugendlichen aus», sagt Allen. Derzeit sind das gegen 4000 neue Fälle pro Jahr. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, zeigt jetzt eine Studie, dass die Krankheit bei Jugendlichen schwieriger zu behandeln ist als bei Erwachsenen («New England Journal of Medicine», online). Mehr dazu (140 KB)

 

08.05.2012 - TU Berlin - 100 Liter Wasser für einen Liter Milch

Stefanie Terp .- Presse- und Informationsreferat - Technische Universität Berlin

Forscher der TU Berlin berechnen den „Water Footprint“ des Getränkes

Wer morgens verschlafen die Milch in sein Müsli kippt, denkt wahrscheinlich nicht an drohende Umweltprobleme – daran zum Beispiel, dass 2025 laut Aussage der Vereinten Nationen zwei Drittel der Weltbevölkerung unter Wasserknappheit leiden werden. Der Müsliesser wird sich nicht bewusst sein, dass er mitten im Thema ist und gerade einen riesigen Wasserfußabdruck hinterlässt – einen sogenannten „Water Footprint“.

„Bis ein Liter Milch im Kühlschrank steht, sind mindestens 100 Liter Wasser geflossen“, sagt Vanessa Bach, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet „Sustainable Engineering“ der TU Berlin. Sie hat gemeinsam mit ihrem Kollegen Markus Berger am Institut für Technischen Umweltschutz der TU Berlin den Wasserverbrauch für einen Liter Milch genauer untersucht. Seit drei Jahren forschen die beiden im Bereich „Water Footprint“, der nach dem „Carbon Footprint“ als das nächste große Umweltthema gilt. Mehr dazu (88 KB)

 

28.04.2012 – der Standard.at - Nutella ist "nicht gesund"

Vier Dollar fuer jedes Glas-kRückzahlung: Vier Dollar für jedes Glas

Rund drei Millionen US-Dollar hat der Konzern insgesamt zur Verfügung gestellt - Bis zum 5. Juli müssen Käufer Ansprüche geltend machen

Washington - Nach einer Sammelklage gegen den Hersteller von Nutella hat Ferrero USA rund drei Millionen Dollar (rund 2,3 Millionen Euro) für eine außergerichtliche Einigung bereitgestellt. Aus dem Topf sollten bis zu vier Dollar für jedes Glas Nutella zurückgezahlt werden, das seit August 2009 in Kalifornien oder anderswo in den USA seit Jänner 2008 gekauft wurde, hieß es am Freitag (Ortszeit) auf der Website nutellaclassactionsettlement.com. Bis zum 5. Juli haben demnach Käufer Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen - wobei jeder Einzelne nur bis zu einem Maximum von 20 Dollar entschädigt werden soll.

Zugleich versicherte Ferrero USA, ein Ableger der italienischen Ferrero-Gruppe, "bestimmte Marketing-Äußerungen zu Nutella zu ändern". Auch sollten die Informationen über Zutaten und Nährwerte in Zukunft "detaillierter" angegeben werde. Mehr dazu (80 KB)

 

Ein überraschendes Ergebnis: Arme rauchen – Reiche saufen

05.03.2012 – IDW - Alkohol- und Tabakkonsum in Deutschland, abhängig von Bildung und Einkommen?

Christian Wißler - Mediendienst Forschung - Universität Bayreuth

Je höher der Bildungsstand, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines regelmäßigen Alkoholkonsums. Hingegen ist die Wahrscheinlichkeit, Raucher zu sein, bei einem vergleichsweise hohen Bildungsstand deutlich geringer. Diese und weitere Ergebnisse fördert eine neue Studie zum Gesundheitsverhalten in Deutschland zutage, die PD Dr. Udo Schneider und Dr. Brit Schneider (Universität Bayreuth) in der Zeitschrift "Economics Research International" veröffentlicht haben.

Die Datenbasis: Das Sozio-oekonomische Panel

Alkoholmissbrauch, starkes Rauchen, schlechte Ernährung und Bewegungsmangel fördern nachweislich eine Vielzahl gesundheitlicher Risiken. Detaillierte Informationen über das Gesundheitsverhalten der Menschen in Deutschland liefert das Sozio-oekonomische Panel (SOEP), eine repräsentative Befragung privater Haushalte, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seit 1984 regelmäßig durchführt.

PD Dr. Udo Schneider und Dr. Brit Schneider, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft der Universität Bayreuth, haben die Daten des Jahres 2006 daraufhin untersucht, ob es erkennbare Zusammenhänge gibt zwischen sozioökonomischen Faktoren, gesundheitlichem Wohlbefinden und Verhaltensweisen, die gesundheitliche Risiken erhöhen. Als die beiden Autoren ihre Studie begannen, waren die SOEP-Daten des Jahres 2006 die aktuellsten SOEP-Daten, die alle relevanten Faktoren umfassten. Gesundheitsdaten werden im Rahmen des SOEP nicht in jedem Jahr erhoben.

Bildungsstand, Tabak- und Alkoholkonsum: Überraschende Zusammenhänge. Mehr dazu (100 KB)

 

08.02.2012 – IDW - Antibiotikaresistente Bakterien im Stall - welches Risiko besteht für den bfrMenschen?

Dr. Suzan Fiack - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Resistenzen sind in der Klinik und im Stall gleichermaßen zu bekämpfen

Nicht nur in den Krankenhäusern, auch in Beständen von Nutztieren nehmen die Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika zu. Resistente Stämme sind dabei sowohl unter krankmachenden Keimen als auch unter nicht krankmachenden Bakterien, sogenannten Kommensalen, zu beobachten. Diese Entwicklung überrascht nicht. Denn immer, wenn Antibiotika eingesetzt werden, entsteht ein Selektionsdruck, und Bakterienstämme, die Abwehrmechanismen gegen die eingesetzten Antibiotika entwickelt haben, können sich ausbreiten. Das ist in den Tierställen nicht anders als in den Kliniken. Funde von resistenten Keimen sind keine neue Erkenntnis: Antibiotikaresistente Bakterien wurden sowohl in Nutztierbeständen (Geflügel, Schwein, Rind) als auch auf Lebensmittelproben (Schweinefleisch, Geflügelfleisch und Rohmilch) nachgewiesen. „Sowohl in der Klinik als auch in der Tierhaltung muss der Einsatz von Antibiotika auf das therapeutisch notwendige Maß beschränkt werden“, sagt der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Im Bereich der Nutztierbestände müssen wir durch die Aufzucht robuster Tiere und verbesserte Haltungsbedingungen, zu denen eine gute Impfprophylaxe, eine verbesserte Hygiene und gutes Stallmanagement gehören, dafür sorgen, dass die Tiere insgesamt gesünder sind und möglichst keine Antibiotikabehandlungen benötigen.“ Eine Untersuchung aus Nordrhein-Westfalen zeigt, dass ein genereller Zusammenhang zwischen Behandlungsintensität und Betriebsgröße nicht erkennbar ist.

Durch den Einsatz von Antibiotika entstehen nicht vorwiegend neue Antibiotikaresistenzen bei Bakterien. Vielmehr haben Bakterien, die meist zufällig durch Mutation resistent geworden sind, bei der Anwendung von Antibiotika einen Vorteil gegenüber nichtresistenten Stämmen und vermehren sich stärker als nichtresistente Keime. Mehr dazu (96 KB)

 

19.01.2012 - CBGnetwork - Baytril: BAYER profitiert von Massentierhaltung

60% aller Antibiotika landen im Tierstall / immer mehr resistente Keime / Demonstration am Samstag in Berlin

Mehr als die Hälfte der weltweiten Antibiotika-Produktion landet im Viehstall. In der Folge entstehen massenhaft resistente Keime, die nach der Schlachtung im Schweine-, Rinder- oder Hähnchenfleisch nachweisbar sind. Eine mitunter tödliche Gefahr.

Zu den großen Profiteuren der Massentierhaltung gehört der Leverkusener BAYER-Konzern. Allein mit dem Tierantibiotikum Baytril machte BAYER im Jahr 2010 einen Umsatz von 166 Mio Euro, elf Prozent mehr als im Vorjahr. BAYER ist weltweit das viertgrößte Unternehmen im Bereich Veterinärmedizin.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Ohne die Produkte von BAYER & Co. wäre die Haltung Tausender Tiere auf engstem Raum gar nicht möglich. BAYER profitiert von den katastrophalen Zuständen in der Massentierhaltung, bei der ständig neue Krankheiten auftreten, und ist daher für die Entstehung antibiotika-resistenter Keime mitverantwortlich."

In vielen Zuchtbetrieben gehören Baytril-Spritzen zum Alltag. Das Präparat wird seit 1995 in großem Umfang zur Behandlung von Infektionskrankheiten von Hühnern, Kälbern, Rindern, Puten und Schweinen eingesetzt. Der Wirkstoff von Baytril (Enrofloxacin) gehört zu den Fluochinolonen - wie auch die von BAYER vertriebenen Humanantibiotika CIPROBAY (Ciprofloxacin) und AVALOX (Moxifloxacin). Der großflächige Einsatz von Baytril führt dazu, dass gängige Humanantibiotika immer häufiger unwirksam werden. Mehr dazu (92 KB)

 

18.01.2012 – WAZ - Foodwatch sieht systematischen Verstoß gegen Tierschutz

Foodwatch sieht systematischen Verstoss gegen Tierschutz-kEssen.   Die Verbraucherorganisation Foodwatch beklagt massive Missstände in deutschen Ställen. Es werde systematisch gegen den Tierschutz verstoßen, sagte Foodwatch-Chef Thilo Bode im Interview mit der WAZ-Mediengruppe. Einzelmaßnahmen wie die Antibiotika-Datenbank in NRW reichten nicht aus.

Für die Verbraucherorganisation Foodwatch sind die jüngsten Skandale in der Tiermast nur der Beleg, dass etwas grundsätzlich schiefläuft. In deutschen Ställen werde systematisch gegen den Tierschutz verstoßen, sagte Foodwatch-Chef Thilo Bode im Interview mit der WAZ-Mediengruppe. In der Schweinemast würde laut Foodwatch Tieren flächendeckend die Ringelschwänze abgeschnitten oder Geflügel die Schnäbel gekürzt, „weil sich die Tiere aus Stress und Langeweile gegenseitig anknabbern“.

Todesfälle und Schlachthofbefunde seien eklatant, viele Krankheiten eine Folge der Haltung. Das Eindämmen von Antibiotika und anderen Medikamenten löse nicht das grundsätzliche Problem des flächendeckenden Einsatzes von Arzneimitteln in der Tierhaltung.

Bode und sein Stellvertreter Matthias Wolfschmidt forderten Landwirtschafts- und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zum Eingreifen auf. Die Sterblichkeit von Tieren müsse in den Betrieben erfasst und ausgewertet werden. Würden Vorgaben nicht erreicht, müssten die Behörden eingreifen. „Obwohl Tierschutz seit zehn Jahren als Staatsziel in unserer Verfassung steht, hat die Politik der Agrar-Lobby keine klare Vorgabe gemacht“, kritisierte Bode.

Herr Bode, NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel fordert eine Antibiotika-Datenbank. Was halten Sie davon?

Bode: Es ist überfällig, dass die verabreichten Tierarzneimittel in einer Datenbank erfasst werden. Nur so können wir feststellen, in welchen landwirtschaftlichen Betrieben es welche Probleme gibt. Doch ich glaube nicht, dass härtere Sanktionen gegen Tierärzte, die zu viel verschreiben, das grundsätzliche Problem lösen. Mehr dazu (124 KB)

 

10.01.2012 – idw - Antibiotikaresistente Keime auf Hähnchenfleisch-Proben sind nichts Neues

Dr. Suzan Fiack - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

BfR stuft den massiven Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion als bedenklich ein

Eine Stichprobe des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat für Aufregung gesorgt: Auf zehn von 20 gekauften Fleischproben sind ESBL-Keime gefunden worden, zwei Proben waren mit MRSA-Keimen belastet. „Der Fund von derartigen resistenten Keimen auf Hähnchenfleisch ist keine neue Erkenntnis“, erklärt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Im Rahmen des Zoonosen-Monitorings 2009 hatte das BfR die Resistenzsituation von Zoonose-Erregern und kommensalen Keimen analysiert. Von 629 untersuchten Proben Hähnchenfleisch waren 22,3 Prozent MRSA-verdächtig. In repräsentativen Erhebungen im Jahr 2009 wurden bei Nutztieren und in Lebensmitteln zu einem geringen Anteil auch ESBL-verdächtige kommensale E. coli nachgewiesen. So wurden beispielsweise bei 5,9 Prozent der E. coli-Isolate von Masthähnchen und 6,2 Prozent der E. coli-Isolate von Hähnchenfleisch Resistenzen gegen ein Cephalosporin der dritten Generation nachgewiesen, was ein Zeichen für die Bildung von ESBLs ist. Aber auch auf Putenfleisch, Schweinefleisch und aus Kotproben von Mastkälbern wurden solche Keime nachgewiesen. In seiner Pressemitteilung vom 13. Dezember 2010 hatte das BfR auf diese Ergebnisse hingewiesen und den Bericht veröffentlicht. Mehr dazu (104 KB) - 05.12.2011 - Stellungnahme Nr. 002/2012 des BfR: ESBL-bildende Bakterien in Lebensmitteln und deren Übertragbarkeit auf den Menschen (268 KB) - 01.11.2010 - Stellungnahme Nr. 047/2010 des BfR: Wissenschaftliche Bewertung der Ergebnisse des Resistenzmonitorings nach dem Zoonosen-Stichprobenplan 2009 (300 KB) - 15.03.2009 - Stellungnahme Nr. 014/2009 des BfR: Menschen können sich über den Kontakt mit Nutztieren mit Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) infizieren (184 KB)

 

 

26.10.2011 - IDW - Mangelnde Hygiene wird am häufigsten beanstandet

Nina Banspach – Pressestelle - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Zahl der Beanstandungen bleibt stabil / BVL stellt Ergebnisse der amtlichen Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeüberwachung 2010 vor

Mängel in der Betriebshygiene und im Hygienemanagement sind nach wie vor die Hauptursache für Beanstandungen. Das zeigen die Zahlen der amtlichen Lebensmittelüberwachung für das Jahr 2010, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute in Berlin präsentiert hat. Insgesamt liegt die Zahl der Beanstandungen aber weiterhin konstant auf einem niedrigen Niveau.

2010 haben die Kontrolleure der amtlichen Lebensmittelüberwachung in den Bundesländern risikoorientiert 921.000 Inspektionen in rund 538.000 deutschen Betrieben durchgeführt und 408.000 Proben untersucht. Bei etwa 26 Prozent (rund 139.000 Betrieben) stellten die Kontrolleure Verstöße fest und leiteten entsprechende Maßnahmen ein.

„Fehler in der Betriebshygiene und Mängel im Hygienemanagement bleiben dabei das größte Problem“, machte Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg, Präsident des BVL, deutlich. „Das zeigen sowohl die Zahlen der amtlichen Lebensmittelüberwachung als auch die Sonderprogramme im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplans.“

So sprachen die Überwachungsbehörden die meisten Beanstandungen – wie auch schon in den Vorjahren – wegen der allgemeinen Betriebshygiene aus, gefolgt von Mängeln im Hygienemanagement der Betriebe sowie bei der Kennzeichnung und Aufmachung der Lebensmittel. Von den rund 408.000 untersuchten Proben wurden etwa 55.000 Proben (13,5 Prozent) beanstandet. Ursachen für die Beanstandungen waren Kennzeichnungsmängel (50 Prozent), die mikrobiologische Beschaffenheit (19 Prozent) und Mängel in der Zusammensetzung der Erzeugnisse (12 Prozent).

Der stellvertretende Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV) aus dem Verbraucherschutzministerium Brandenburg, Bernhard Remde, wies darauf hin, dass die Vollzugsbehörden der Länder dem Problem der mangelnden Betriebshygiene große Aufmerksamkeit widmen: „Das betrifft vor allem eine häufigere Kontrolle dieser Betriebe im Rahmen der Risikoorientierung sowie eine konsequente Durchsetzung ordnungsrechtlicher Maßnahmen. Einen positiven Effekt erwarte ich auch von der geplanten Veröffentlichung der Kontrollergebnisse.“ Ein Instrument, mit dem die Länder Hygiene- und anderen Problemen in einzelnen Bereichen der Lebensmittelwirtschaft auf die Spur kommen, ist der Bundesweite Überwachungsplan. Mehr dazu (96 KB) - Berichte zur Lebensmittelsicherheit 2010 (3,11 MB) – Handbuch Monitoring 2011 (1,55 MB) – Die Tabellen zu 2010 (1,12 MB)

 

20.09.2011 – derWesten.de - 1000 Tonnen Antibiotika an Tiere verfüttert

1000 Tonnen Antibiotika an Tiere verfuettert-kVon Dietmar Seher - Essen. Obwohl der Einsatz von Antibiotika zur Leistungssteigerung von Zuchtvieh verboten ist, sind 2010 rund 1000 Tonnen verbraucht worden. Kritiker vermuten, dass das Verbot umgangen wird, indem Antibiotika als Arznei eingesetzt werden.

In Tiermast-Betrieben wird in großem Umfang Antibiotika verfüttert, um Krankheiten bei Schweinen, Rindern, Kälbern und Geflügel zu stoppen. 2010 wurden dort nach Schätzungen der Bundesregierung rund 1000 Tonnen verbraucht. Das gefährdet die menschliche Gesundheit. Die Regierung spricht von einem „bedeutenden Problem“, da Antibiotika bei einem unachtsamen Einsatz in der Tierzucht in die Nahrung des Menschen gelangen und beim ihm eine Resistenz gegen hochwirksame Arzneien auslösen kann.

Zuletzt hatte es im Frühsommer bei der Suche nach dem Ehec-Erreger eine Debatte über die zunehmende Antibiotika-Resistenz in der Bevölkerung gegeben. Weil die Gefährlichkeit des Resistenz-Keimes MRSA, durch den jährlich bis zu 7000 Menschen sterben, bekannt ist, ist die Verfütterung von Antibiotika zur Leistungssteigerung von Zuchtvieh seit 2006 EU-weit verboten. Der Einsatz als Arznei ist allerdings weiterhin erlaubt.

Verdacht, dass das Verbot umgangen wird

Bei Kritikern gibt es jetzt den Verdacht, dass das Verbot auf diese Weise umgangen wird. In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag bestätigt das Ernährungsministerium „Schätzzahlen“, wonach Schweine in Deutschland pro Jahr 5,9 mal jährlich mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden, Rinder 2,5 und Kälber 2,3 mal. Mehr dazu (96 KB)

 

13.09.2011 – IDW - Verlustreich für Mensch und Fisch

Andreas Villwock – Pressestelle - Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel

Tiefseefischerei ist wirtschaftlich und ökologisch unrentabel

Verlustreich fuer Mensch und Fisch-kDie Polargebiete und die offenen Ozeane haben sie längst erobert, jetzt erschließen sich die großen Fischfangflotten ein neues Jagdrevier: Die Tiefsee. In der renommierten Fachzeitschrift „Marine Policy“ warnen Fischereibiologen aus sieben Ländern, darunter auch Dr. Rainer Froese vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), vor den möglichen Folgen. Denn die auf den ersten Blick ertragreichen Fischbestände in den Tiefen der Ozeane könnten noch viel schneller vernichtet sein als Bestände in küstennahen Gewässern.

Fischereibiologen warnen regelmäßig vor dem Zusammenbruch von Fischbeständen. Doch die Auslagen in Europas Fischgeschäften sind gut gefüllt. Dieser scheinbare Widerspruch löst sich schnell auf, wenn man weiß, dass die großen Fischfangflotten immer neue Fischbestände in immer neuen Meeresgebieten ausbeuten. Längst fangen europäische Trawler in großem Maßstab vor afrikanischen und asiatischen Küsten, in der Arktis und Antarktis, und japanische Fangflotten durchziehen den gesamten Indischen und Pazifischen Ozean auf der Suche nach lohnenden Schwärmen. Weil die Erträge trotzdem zurückgehen, sind die Fischereiindustrien mittlerweile dabei, ein weiteres Feld abzuernten: Die Tiefsee. „Bevor dort unreparierbare Schäden entstehen, wollten wir untersuchen, ob Tiefseefischerei überhaupt nachhaltig betrieben werden kann“, erklärt Dr. Rainer Froese vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Zusammen mit Kollegen aus den USA, aus Kanada, Großbritannien, Portugal, der Schweiz und Neuseeland kommt er zu einem klaren Ergebnis: „Die Tiefseefischerei sollte mit ganz wenigen Ausnahmen eingestellt werden“, fasst er die gemeinsame Studie zusammen, die online in der renommierten Fachzeitschrift „Marine Policy“ erschienen ist und international bereits Aufmerksamkeit erregt hat. Ende der Woche wird sie Diskussionsgrundlage für einen Workshop der Vereinten Nationen in New York zum Thema „Nachhaltige Fischerei“ sein. Mehr dazu (104 KB)

 

10.06.2011 – UZ - EHEC: Panik warum?

Von Erika Abcynski - Im Augenblick ist die Aufregung groß, es gab viele Spekulationen über die Herkunft des Erregers und viele Neuerkrankungen.

EHEC - enterohämorrhagische Escherichi coli - sind Bakterien, und zwar eine Gruppe der Coli-Bakterien, die jeder Mensch und auch Tiere natürlicherweise im Darm haben. Viele Untergruppen der Coli-Bakterien sind mehr oder wenig krank machend, sogar die im Darm verträglichen. Wenn sie z. B. in die Blase geraten, dann kann es Blasen- und Nierenbeckenentzündungen geben. EHEC-Keime können zu schweren Durchfallerkrankungen führen. Solche Keime, die Toxine (Giftstoffe) produzieren, können Darmblutungen hervorrufen und das hämolytisch-urämische Syndrom - HUS -, das durch schwerste Organschäden gekennzeichnet ist bis hin zum Nierenversagen. Die zur Zeit zunehmende Zahl EHEC-Kranker hat diese Giftstoffe produzierenden Bakterien im Darm. Auffallend ist, dass dieser Typ vorher nie gesehen wurde und Teile von mindestens zwei verschiedenen Typen enthält. Außerdem ist er resistent gegen weitverbreitete Antibiotika. Es stellen sich Fragen:

1.) Warum warnen die Gesundheitsbehörden vor spanischen Gurken, wenn sie noch nicht geklärt haben, ob die darauf gefundenen Bakterien identisch sind mit den zurzeit krankmachenden? Dass die Typisierung zur endgültigen Identifizierung gehört, weiß jeder Laborant, der in einem bakteriologischen Labor arbeitet. Ganz abgesehen davon, dass solche Keime nichts auf Gurken zu suchen haben. Mehr dazu (24 KB)

 

20.04.2011-Uneffektive Transport- und Kühlketten tragen Mitschuld am weltweiten Hunger und dem Klima-GAU

IDW – PM: Was für eine Verschwendung! Jacobs-Forscher decken Schwachstellen in der Lebensmittellogistik auf

Dr. Kristin Beck - Corporate Communications & Media Relations - Jacobs University Bremen

Jedes Jahr landen 35% aller leicht verderblichen Lebensmittel weltweit wegen mangelhafter Kühlung auf dem Müll. Zu diesem Ergebnis gelangten Logistikexperten der Jacobs University in einer aktuellen Studie zu Kühlkettenbrüchen im Lebensmitteltransport. Als Fehlerquellen identifizierten sie vor allem mangelhafte Kommunikation und ungenügende organisatorische Verzahnung an den Schnittstellen beim Warentransport.

Braun verfärbte Bananen, gelblicher Brokkoli, matschige Erdbeeren – an der Gemüsetheke sind sie nicht gern gesehen. Schon geringe Temperaturschwankungen während des Transports reichen aus, um die Qualität von empfindlichen Frischeprodukten stark zu beeinträchtigen. Vom Käufer verschmäht landen sie dann auf der Müllkippe. Wie erschreckend hoch die Verschwendung wertvoller Nahrung durch Mängel in der Transport-Kühlkette sind, analysierten jetzt Michael Hülsmann, Jacobs Professor for Systems Management, und seine Doktorandin Verena Brenner: Jährlich werden mehr als ein Drittel der weltweit produzierten Frischwaren vernichtet, bevor sie den Verbraucher erreichen.

Um zu untersuchen, wie und wo die Produkte geschädigt werden, werteten die Jacobs-Forscher über 100 Literaturquellen aus. „Kritisch wird es immer an den Schnittstellen innerhalb der Transportkette“, sagt Verena Brenner, „wenn etwa auf dem Weg von der Ernte zum Supermarkt das Transportfahrzeug gewechselt werden muss.“ Beim Umladen, so die Wissenschaftlerin, sei das Produkt oft schädlichen Temperaturschwankungen ausgesetzt, da an vielen Umschlagplätzen die Kapazität an Klimavorrichtungen nicht ausreiche, um alle Waren vor Hitze oder allzu frostigen Temperaturen zu schützen. Mehr dazu (28 KB)

 

20.01.2011 – IDW - Hormone im Acker: Östrogene aus der Pille sind abbauresistent

Ruth-Massenberg-Preis für RUB-Geographin

In den letzten Jahren beobachteten Forscher zunehmend Missbildungen an Fortpflanzungsorganen von Wasserlebewesen wie Fischen. Als Verursacher unter Verdacht gerieten Hormone, die in Dung, Mist, Klärschlamm und Gülle auf Äcker und von dort aus ins Grundwasser gelangen. Ihren Transport und Abbau im Boden hat Dr. Britta Stumpe (Geographisches Institut der RUB) untersucht und festgestellt: Besonders Östrogene sind hartnäckig und werden nicht abgebaut. Für ihre Dissertation (Betreuer: Prof. Dr. Bernd Marschner) wurde sie beim Semesterkonzert der RUB mit dem Ruth-Massenberg-Preis ausgezeichnet.

Mit dem Dünger aufs Feld

Die hohe Konzentration an hormonell wirksamen Substanzen in der Umwelt könnte dafür verantwortlich sein, dass bei Fischen und anderen Wassertieren Missbildungen an den Fortpflanzungsorganen auftreten, die zu sinkender Fruchtbarkeit führen. Ausbreitung, Konzentrationen, Zusammensetzung und Verhalten von Hormonen in der Umwelt haben daher immer mehr Aufmerksamkeit gewonnen. Hormone erreichen beispielsweise über tierische Exkremente landwirtschaftliche Felder und damit den Boden, d.h. die Umwelt. „Das übergeordnete Ziel meiner Arbeit war daher, das Verhalten sowohl natürlicher als auch synthetischer Sexualhormone – Östrogene und Testosteron – im System Boden zu untersuchen und auf dieser Grundlage zu entscheiden, ob Ackerböden eine bedeutende Rolle beim Transport und Verbleib der Hormone in der Umwelt spielen“, erklärt Dr. Stumpe. Mehr dazu (28 KB)

 

Dioxin - Unsere permanente Vergiftung zur Profitmaximierung der Lebensmittelkonzerne

17.01.2011 – NZZ - Dioxin – ein alltäglicher Bestandteil unserer Nahrung

Dioxin – ein alltaeglicher Bestandteil unserer Nahrung-kAuch ein striktes Kontrollregime kann die Überschreitung von Grenzwerten nicht verhindern

Dioxine kommen überall in der Umwelt vor. Deshalb gelangen sie nicht nur wegen illegaler Beimischungen zu Tierfutter in unsere Nahrung.

Stephanie Lahrtz, München - Leicht erhöhte Dioxinbelastungen von Eiern und Schweinefleisch, ausgelöst durch mit dem Gift verunreinigte Futterfette, führen momentan nicht nur in Deutschland zu einer erregten Debatte um sichere Futter- und Lebensmittel. Dabei verbirgt sich hinter dem Begriff «Dioxin» keine einzelne Substanz, sondern es handelt sich um einen Sammelbegriff für über 200 chemisch ähnliche Moleküle, die jeweils eine unterschiedliche Toxizität besitzen. Die Moleküle entstehen bei Verbrennungen mit Temperaturen von über 300 Grad Celsius und in Anwesenheit von Chlor. Sie kommen nie als Einzelsubstanz vor, sondern stets als Mischungen verschiedener Dioxine in jeweils unterschiedlichen Konzentrationen.

Futtermittel am Pranger - Laut neustem Stand der Ermittlungen ist die Ursache für den Skandal in Deutschland offenbar die Vermischung von Dioxin-kontaminierten und nur für industrielle Zwecke geeigneten Fetten mit Fetten für Futtermittel. Wie allerdings die Dioxine in die Industriefette gelangten, ist noch unklar.

Fette sind Energielieferanten und werden zudem als Grundlage für fettlösliche Vitamine im Tierfutter benötigt. Sie machen je nach Tierart zwischen weniger als ein Prozent (Rind) und knapp zehn Prozent (Geflügelmast) aus. Laut Peter Radewahn vom deutschen Verband für Tiernahrung existiert in der EU keine abschliessende Liste mit den für Futtermittel erlaubten Zutaten, sondern nur ein Katalog mit den am häufigsten verwendeten Rohstoffen. Vielmehr sei die Verwendung jeder Substanz möglich, die nicht schädlich und als Nahrungsmittel geeignet sei. Mehr dazu (48 KB)

Aus dem Aufruf zur Demonstration am Samstag, 22. Januar 2011 in Berlin

Wir haben es satt! - Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten

Während der Messe "Grüne Woche" in Berlin treffen sich am 22. Januar 2011 Landwirtschaftsminister aus aller Welt und internationale Agrarkonzerne auf Einladung der Bundesregierung. Das Ziel von Monsanto, Müller Milch, BASF und Co.: die Industrialisierung der Wir haben es sattLandwirtschaft voran zu treiben. Das heißt: Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte. Die Agrarkonzerne wollen für Gen-Saat, Agro-Chemie und Industrie-Food grenzenlose Märkte und weitere Milliarden-Subventionen. Sie wollen Agrarfabriken statt Bauernhöfe - überall. Dies alles unter dem Deckmantel den Welthunger und den Klimawandel zu bekämpfen. Unterstützt werden sie dabei von Kanzlerin Merkel und ihrer Bundesregierung.

Diese Agrarpolitik haben wir satt! - http://www.wir-haben-es-satt.de/start/home/aufruf/

05.01.2011 – kommunisten.eu - Dioxin und kein Ende

Weil ein Futterproduzent bei der Herstellung von Tierfutter für Hühner, Puten und Schweine belastetes Industriefett verwendet hat, ist das hochgiftige Dioxin in die Nahrungskette gelangt. Über 1 000 Bauernhöfe müssen geschlossen werden, mehrere tausend Legehennen sind vorsorglich geschlachtet worden. Das ist an diesem Dienstag, den 4. 1., die vorläufige Bilanz des Dioxin-Skandals in der deutschen Landwirtschaft -- die Betonung liegt auf vorläufig. Aus immer mehr Bundesländern werden Fälle gemeldet, während diese Zeilen geschrieben werden.

Trotzdem erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung vorauseilend, dass es keine Gefahr für die Verbraucher gebe. Das "bestätigte" auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel am Dienstag morgen in der ARD. "Wir haben, glaube ich, keine akute Gefährdung", sagt er, glaubt er. Man will halt keine Panik machen.

Das Problem geht ohne dies weit über eine einzelne Futterverseuchung hinaus. Nach zahlreichen Skandalen der letzten Jahre und Jahrzehnte warf Thilo Bode, Gründer der Verbraucherrechtsorganisation Foodwatch, vor einigen Monaten in seinem Buch "Die Essensfälscher" der Lebensmittelindustrie vor, die Verbraucher arglistig zu täuschen, Verbraucherschutzministerin Aigner nennt Bode "Dienstleisterin der Nahrungsmittelindustrie".

Solange die Nahrungsmittelindustrie unkontrolliert im Sinne des eigenen Profits agiert, werden wir nicht sicher sein können, ob unsere Lebensmittel unbelastet sind. Das gesamte System der Herstellung unserer Lebensmittel muss auf den Prüfstand. Das gilt natürlich nicht nur für die heimischen Hersteller, sondern für die Herstellung der Lebensmittel weltweit. Wer gesund essen will, kommt nicht daran vorbei, die Macht der internationalen Lebensmittelkonzerne zu brechen.

Text: Adi Reiher (Vorabdruck aus der UZ vom 7.1.2011) Der Artikel und Demo-Aufruf als PDF (320 KB)

 

05.01.2011 – Süddeutsche - Razzia bei Futtermittelhersteller

Razzia bei Futtermittelhersteller-kIm Dioxin-Skandal durchsucht die Staatsanwaltschaft die Räume eines verdächtigen Futtermittelherstellers. Die Behörden gehen inzwischen von bis zu 150.000 Tonnen verseuchtem Tierfutter aus.

Nach und nach kommen die Informationen ans Licht: Im Dioxin-Skandal sind nach Erkenntnissen der Bundesregierung bis zu 3000 Tonnen verseuchtes Tierfutterfett hergestellt worden. Daraus lässt sich laut dem Bericht eine Menge von 30.000 bis 150.000 Tonnen Dioxin-verseuchtes Futter hochrechnen.

Indes haben die Behörden die Räumlichkeiten des Futterherstellers Harles&Jentzsch im schleswig-holsteinischen Uetersen durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe führt ein Ermittlungsverfahren gegen die Leitung des Unternehmens. Es soll technische Mischfettsäuren, die für die Papierherstellung bestimmt waren, für Futtermittel verwendet haben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa gingen Polizisten und Staatsanwälte am Mittwochmittag auf das Betriebsgelände, um Beweismittel sicherzustellen.

Wie die Staatsanwaltschaft bestätigte, wurde auch ein Betrieb im niedersächsischen Bösel durchsucht. Das Werk bei Cloppenburg betreibt ein Tanklager und eine Futterfett-Rührstation für Harles&Jentzsch. Mehr dazu (76 KB)

 

05.01.2011 – Tagesspiegel - Dioxin in Eiern - Vertrauen aufgezehrt

UhrVon Katrin Schulze - Als Konsequenz aus dem Dioxinfunden in Eiern und Tierfutter fordern Verbraucherschützer mehr Kontrollen und Transparenz. Warum kommt es immer wieder zu solchen Lebensmittelskandalen?

Eier, Schweine-, Hühner- und Putenfleisch, Mozzarella oder Fisch – immer wieder tauchen Spuren von Dioxin, dieser krebserregenden chemischen Substanz, in Lebensmitteln auf. Meist stammt das Gift aus verseuchtem Tierfutter. Auch im jüngsten Dioxinskandal, bei dem bereits mehr als 1000 Bauernhöfe allein in Niedersachsen gesperrt wurden, ist das offenbar der Fall.

Wie viele und welche Produkte genau betroffen sind, ist noch unklar. Dennoch hat das Bundesinstitut für Risikobewertung erklärt, dass „keine akute Gesundheitsgefahr“ für den Verbraucher vorliege. „Man fällt nicht tot um, wenn man ein Ei oder ein Stück Fleisch isst“, sagt auch Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Dennoch gebe es keinen Grund zur Entwarnung. Denn in höheren Dosen kann Dioxin für den menschlichen Organismus durchaus gefährlich sein. Das Problematische daran ist, dass einmal in den Körper gelangter Stoff nicht wieder ausgeschieden wird, sondern sich im Fett dauerhaft einlagert. Schon deshalb habe „Dioxin nichts in Nahrungsmittel verloren“, sagt Benning. Mehr dazu (32 KB)

 

05.01.2011 – jw - Kriminelle Giftmischer

Kriminelle Giftmischer-kDioxinverseuchte Futtermittel durch Beimengung von Industriefettsäuren in die Nahrungskette gelangt. Über 1000 Landwirtschaftsbetriebe geschlossen

Von Rainer Balcerowiak - Die Ursache für die Verseuchung von Tierfutter mit krebserregendem Dioxin ist offenbar geklärt. Nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vom Dienstag ist Mischfettsäure für die Futterproduktion eingesetzt worden, die ausschließlich für die Industrie, etwa zur Herstellung von Schmiermitteln, geeignet und auch entsprechend gekennzeichnet gewesen sei. Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Schleswig-Holstein habe die von einem niederländischen Unternehmen gelieferte Fettsäure zur Herstellung von Futterfett verwendet, erklärte ein Behördensprecher. 527 Tonnen dieses Vorprodukts seien dann an sieben Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, drei in Nordrhein-Westfalen und jeweils einen Hersteller in Hamburg und Sachsen-Anhalt geliefert worden. Diese zwölf Betriebe hätten anschließend Höfe unter anderem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg beliefert.

Bislang wurden über 1000 Legehennen- und Tiermastbetriebe in den betroffenen Bundesländern gesperrt. Durch Proben soll jetzt geklärt werden, ob sich noch belastete Tiere im Bestand befinden. In welcher Größenordnung verseuchte Eier und Fleischpartien bereits im Handel bzw. bei den Verbrauchern gelandet sind, ist noch nicht abzusehen. In Thüringen wurde gestern nach dem Verbleib von Hunderten möglicherweise kontaminierten Ferkeln gefahndet. Bei einer mittlerweile geschlossenen Hühnerfarm im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen) gehen die Behörden davon aus, daß bis zu 120000 dioxinbelastete Eier ausgeliefert und größtenteils bereits verzehrt wurden. Mehr dazu (20 KB)

 

04.01.2011 – NRW-Umweltministerium PM - Wichtige Verbraucherinformation: Verbraucherschutzministerium veröffentlicht die Nummern der betroffenen Dioxineier

Wie Minister Remmel heute bei seinem Besuch im Untersuchungsamt Münster angekündigt hat, werden die Stempelnummern der mit Dioxin belasteten Eier von Höfen in Nordrhein-Westfalen im Internet veröffentlicht: „Es ist unsere Pflicht die Verbraucherinnen und Verbraucher darüber zu informieren, welche Eier belastet sind. Anhand der Stempelnummer auf den Eiern kann der Verbraucher nachvollziehen, ob er mit Dioxin belastete Eier gekauft hat oder nicht. Dann kann er entscheiden, ob er diese Eier noch verzehren oder entsorgen möchte.“

DioxinDie möglicherweise belasteten Eier wurden zuletzt am 23. Dezember 2010 verkauft.

Betrieb 1: XL- Eier mit der Stempelnummer 2-DE-0513912 (MHD bis spätestens 20.01.2011).

Betrieb 2: Eier mit der Stempelnummer 3-DE-0514411 (MHD bis spätestens 20.01.2011). Bei Eiern mit dieser Stempelnummer sind nur die Eier mit brauner Färbung betroffen. Weiße Eier mit dieser Stempelnummer sind nicht mit Dioxin belastet.

Bisher sind in Nordrhein-Westfalen zwei Legehennen-Betriebe identifiziert worden, von denen nachweislich Eier in den Verkehr gebracht wurden, die bei Untersuchungen den Grenzwert für Dioxin überschritten haben. Die Landwirte haben unwissentlich mit Dioxin verunreinigtes Futter an ihre Tiere verfüttert, aber tragen nun die Konsequenzen für das Fehlverhalten Dritter.

Werden im Einzelfall betroffene Lebensmittel verzehrt, so ist davon auszugehen, dass bei geringem Verzehr von belasteten Produkten keine akuten Gesundheitsgefahren für Verbraucherinnen und Verbraucher bestehen. Allerdings haben Dioxine in Lebensmitteln nichts zu suchen. Mehr dazu (16 KB)

 

04.01.2011 – NRW-Umweltministerium PM - NRW sperrt weitere Höfe wegen des Verdachts auf Dioxin-Belastungen

Von 2 Mischfutterhersteller belieferte Betriebe werden vorsorglich gesperrt - Proben entnommen - Informationen an Niedersachen weitergeleitet

Nach einer Schnellmeldung des Landes Schleswig-Holstein hat das NRW-Verbraucherministerium weitere Höfe wegen des Verdachts der Dioxin-Belastung in Futtermitteln angeordnet. 139 landwirtschafliche Betriebe, die von zwei Mischfutterhersteller mit möglicherweise dioxinbelastetes Futter beliefert wurden, wurden vorsorglich gesperrt.

Konkret betroffen sind folgende Kreise:

  • 38 Schweinehalter im Kreis Borken
  • 2 Tierhalter im Kreis Kleve
  • 81 Schweinehalter im Kreis Minden-Lübbecke
  • 13 Milchviehbetriebe im Kreis Minden-Lübbecke
  • 5 Rindermastbetriebe im Kreis Minden-Lübbecke
  • Informationen über 29 Tierhalter in Niedersachsen, die von Mischfutterhersteller aus NRW mit möglicherweise Dioxin belasteten Futtermittel beliefert wurden, wurden an die zuständigen Behörden in Hannover übermittelt .

Noch in den Mischfutterunternehmen vorhandene Chargen, die mit den betroffenen Fettsäuren hergestellt wurden, sind bereits gestern gesperrt worden. Proben der Futtermittel wurden genommen und sind heute im CVUA-MEL eingegangen. Die Ergebnisse werden für morgen Abend bzw. Donnerstagmorgen erwartet.

Produkte von diesen landwirtschaftlichen Betrieben, die bereits in den Handel gegangen sind, werden zurückverfolgt, und, sofern noch vorhanden, aus dem Handel genommen. Diese PM als PDF (12 KB)

 

03.01.2010 – derwesten.de - „Dioxin ist in allem und überall“

Von Melanie Bergs - Essen. Schon wieder Dioxin in Eiern und Fleisch: Verbraucherschützer fordern, dass die Namen der betroffenen Betriebe veröffentlicht werden. Zudem halten sie die Grenzwerte für zu lasch. Doch einen hundertprozentigen Schutz kann es nicht geben.

Wieder ist Dioxin in Hühnereier und Fleisch gelangt, auch in NRW wurden Legehennen- und Putenmast-Betriebe vorsorglich geschlossen. Teilweise überschreiten die Proben das Vierfache der zulässigen Grenzwerte. Doch was bedeutet das für die Verbraucher? Können sie im Supermarkt noch sorglos zu Eiern und Putensteaks greifen?

Seit dem 23. Dezember gelte für die betroffenen Höfe ein Vermarktungsverbot, sagt Peter Schütz, Sprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. Das heißt: Sie dürfen keine Produkte mehr an den Handel liefern. „Doch was davor passiert ist, können wir natürlich nicht mehr nachvollziehen. Da ist ein Loch entstanden, das sich nicht stopfen lässt“, sagt Schütz.

In NRW gebe es jedoch Hunderte von Eier- und Geflügelbetrieben. „Eine Verbraucherwarnung auszusprechen, wäre derzeit übertrieben“, sagt Schütz. Doch das könne sich schnell ändern, da das Ausmaß der Dioxin-Fälle noch völlig offen sei.

„Regeln viel zu lasch“

„Die Bevölkerung müsste unverzüglich über die betroffenen Betriebe informiert werden“, fordert Christiane Groß, Sprecherin der Verbraucher-Organisation Foodwatch. Doch Namen rückt das NRW-Verbraucherschutzministerium vorerst nicht heraus. Nur soviel verrät Schütz: Ein Bio-Hof ist nicht dabei. „Wenn die Namen von Produkten und Herstellern nicht genannt werden, bleibt der Verbraucher beim Einkauf natürlich völlig orientierungslos“, sagt Groß.

Foodwatch beklagt zudem, dass einzelne Futtermittel-Zutaten nicht auf Dioxin überprüft würden. „Die derzeit geltenden Regeln sind viel zu lasch. Sie laden geradezu zur Vergiftung ein“, sagt Groß. Die Verbraucherschützer fordern daher verpflichtende Dioxin-Tests für Futtermittel-Hersteller. Nicht nur Stichproben, sondern jede Charge der Futter-Zutaten müsste untersucht werden. So hätten auch die aktuellen Fälle verhindert werden können, ist Groß überzeugt. Mehr dazu (52 KB)

Ein Interview aus der Süddeutschen Zeitung vom 15.12.2010

Foodwatch-Gründer Thilo Bode: "Was teuer ist, muss nicht gut sein"

Was teuer ist muss nicht gut sein-kInterview: Silvia Liebrich und Hans von der Hagen

Foodwatch-Chef Thilo Bode über riskante Lebensmittel, die Tricks der Nahrungsmittelproduzenten und - den verlorenen Kampf um die Ampelkennzeichnung.

Der frühere Greenpeace-Chef Thilo Bode hat vor acht Jahren die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch gegründet und kämpft seitdem für bessere Lebensmittel. Konsumenten werden nach seiner Ansicht von Industrie und Politik systematisch hintergangen und getäuscht. Er fordert mehr Transparenz bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln und einen besseren Verbraucherschutz.

SZ: Herr Bode, Lebensmittel waren noch nie so sicher. Wenn man Ihnen zuhört, könnte man glauben, dass das Gegenteil der Fall ist. Was ist nun richtig?

Bode: Wir haben in Europa heute zum Beispiel sauberes Trinkwasser, insofern gibt es mehr Sicherheit. Doch vor einem Jahr sind mindestens acht Menschen nach dem Essen von Harzer Käse gestorben, der die mit Listeria-Bakterien verseucht war. Er wurde von der österreichischen Firma Prolactal hergestellt und vom Discounter Lidl in Deutschland vertrieben. Das ist nicht gerade beruhigend.

SZ: Vor dem Verzehr wurde gewarnt, es gab eine Rückrufaktion.

Bode: Es gab erst eine deutliche Warnung, als Todesfälle auch in Deutschland bestätigt waren. Auch danach ist noch ein Mensch nach dem Verzehr gestorben, weil er nichts davon wusste. Die Lebensmittelsicherheit kann also noch deutlich verbessert werden. Mehr dazu (48 KB)

03.01.2011 – derStandard.at - Technische Fettsäure war Ursache für Dioxin-Skandal

Bundesamt für Verbraucherschutz bestätigt Angaben gegenüber dem "Westfalen-Blatt"

Bielefeld - Ursache für die Dioxin-Verseuchung von Viehfutter ist nach Angaben des deutschen Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Verwendung von technischer Mischfettsäure. Ein Sprecher der Behörde sagte dem "Westfalen-Blatt" (Dienstag), durch die richtige Kennzeichnung sei klar gewesen, dass die Ware nur für die technische Industrie, etwa zur Herstellung von Schmiermitteln, geeignet gewesen sei.

Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Schleswig-Holstein habe die von einem niederländischen Unternehmen gelieferte Fettsäure zur Herstellung von Futterfett verwendet, sagte der Sprecher der Zeitung. 527 Tonnen des Futterfetts seien dann an sieben Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, drei Futtermittelhersteller in Nordrhein-Westfalen und jeweils einen Hersteller in Hamburg und Sachsen-Anhalt geliefert worden. Diese zwölf Hersteller hätten Höfe unter anderem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg beliefert. Mehr dazu (12 KB)

 

03.01.2010 – derwesten.de - NRW lässt wegen Dioxinskandal 8000 Hühner töten

NRW laesst wegen Dioxinskandal 8000 Huehner toeten-kHannover. Der Dioxin-Skandal weitet sich immer mehr aus. Neben NRW sind auch Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen betroffen. In NRW werden aus Vorsichtsgründen 8000 Hühner getötet. Weitere Höfe könnten betroffen sein.

Der Skandal um dioxinverseuchtes Tierfutter weitet sich aus. In mehreren Bundesländern wurden Betriebe geschlossen, allein 1000 in Niedersachsen; zudem ermittelt die Justiz. Ein Großteil der betroffenen Länder verabredete am Montag, jeden landwirtschaftlichen Betrieb vorsorglich zu sperren, der das mit dem Umweltgift verseuchte Futter möglicherweise erhalten habe, wie ein Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums sagte. Dies betreffe in Niedersachsen rund 1000 konventionelle Betriebe und gelte für Legehennen-, Puten- und Schweinemasthöfe. Bio-Bauernhöfe bekamen das belastete Futter demzufolge nicht. Die Staatsanwaltschaft im schleswig-holsteinischen Itzehoe nahm Ermittlungen auf, Verbraucherschützer forderten einen besseren Schutz der Konsumenten.

Nach Informationen der Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe sind nicht nur einzelne Höfe, sondern auch drei Mischfutter-Hersteller aus NRW mit den gepanschten Produkten einer Firma aus Schleswig-Holstein beliefert worden. Experten rechnen jetzt damit, dass sich die Zahl der betroffenen Betriebe erheblich erhöhen wird. Es geht auch nicht mehr allein um die Geflügel-, sondern auch um die Schweinemast.

400.000 Eier am Tag produziert - Verbraucher müssen dem NRW-Umweltministerium zufolge davon ausgehen, dass bereits mehrere Millionen giftige Eier in den Handel gelangt sind. Allein die 20 bislang betroffenen Betriebe in Niedersachsen hätten bis zu 400.000 Eier am Tag produziert. Mehr dazu (76 KB)

 

02.01.2011 – derwesten.de - Lebensmittel: 14 Betriebe wegen Dioxin-Verdachts dicht gemacht

14 Betriebe wegen Dioxin-Verdachts dicht gemacht-kDüsseldorf. Der Skandal um dioxinbelastete Eier und Geflügel weitet sich aus. Inzwischen sind 14 Betriebe in NRW vorsorglich geschlossen worden. Das Verbraucherministerium rechnet damit, dass weitere Fälle auftauchen.

Der Skandal um dioxinbelastete Eier und Geflügel in NRW weitet sich möglicherweise aus. Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium rechnet bereits am Montag mit weiteren Ergebnissen der Laboruntersuchungen von Proben aus betroffenen Betrieben. Man gehe davon aus, „dass sich die Anzahl der Fälle mit Dioxin belasteten Eiern erhöhen wird“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Sonntag auf dapd-Anfrage.

In zwei von sechs Proben waren nach Angaben des Ministeriums in Düsseldorf bereits erhöhte Dioxin-Werte festgestellt worden. Die als krebserregend geltende chemische Substanz war vermutlich durch verunreinigte Fette in das Futtermittel der betroffenen Betriebe gelangt.

14 Betriebe gesperrt - NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) kündigte am Wochenende weitere und kurzfristige Überprüfungen von bis zu 25 Ställen im Land an. Sie sollen von einem Futterhersteller beliefert worden sein, in dessen Hühnerfutter mit Dioxin belastete Fette verarbeitetet wurden. Dies gehe aus einer Lieferliste des niedersächsischen Agrarministeriums hervor, sagte Remmel. Die betroffenen Betriebe liegen den Angaben zufolge in den Kreisen Steinfurt, Minden, Warendorf und Gütersloh. Bei den Firmen handele es sich um Legehennen- und Putenmastbetriebe sowie um fünf weitere landwirtschaftliche Betriebe. 14 Betriebe wurden den Angaben zufolge bereits vorsorglich gesperrt. Mehr dazu (40 KB)

02.01.2011 – derwesten.de - Kommentar : Reine Profitgier – von Tobias Blasius

Dioxin-Skandale auf NRW-Bauernhöfen sind inzwischen ein fast so verlässlich wiederkehrendes Phänomen wie der Jahresend-Klassiker „Dinner for one“. Nur dass hier niemandem zum Lachen zumute sein kann.

Die Verseuchung von Eiern und Hühnerfleisch wurzelt in der Regel in skrupelloser Profitgier. Statt pflanzliche Fette beim Anrühren von Futtermitteln zu verarbeiten, greifen Hersteller zu billigen synthetischen Stoffen. So war es im Mai 2010, als verseuchtes Hühnerfutter aus der Ukraine für kurzzeitige Aufregung sorgte; so ist es offenbar auch diesmal. Die chemische Belastung schmeckt und riecht der Supermarkt-Kunde am Ende der Lieferkette nicht, Gesundheitsfolgen treten zumeist erst langfristig auf.

Es kann kaum überraschen, dass NRW-Umweltminister Remmel den Verseuchungsskandal so offensiv angeht. Er lässt Betriebe schließen und Krisenkonferenzen abhalten, denn es geht längst nicht allein um den Verbraucherschutz. Die Dioxin-Eier sind auch der Ernstfall für den Politikansatz des sendungsbewussten Grünen, der die Umweltverwaltung kräftig ausbauen will. Remmels Ruf nach mehr Kontrolleuren dürfte fortan mehr Gehör finden. Den Kommentar als PDF (12 KB)

 

31.12.2010 – derStandard - Dioxinalarm in Deutschland - Giftige Futterfette

Verseuchte Eier und Geflügel in Dutzenden landwirtschaftlichen Betrieben

Düsseldorf/Hannover - Nach der Entdeckung dioxinverseuchter Eier- und Geflügelproben sind Dutzende landwirtschaftliche Betriebe in mehreren deutschen Bundesländern ins Visier der Kontrolleure geraten. In Nordrhein-Westfalen wurden vorsorglich 14 Betriebe gesperrt. In Niedersachsen geht es um rund 20 Legehennen-Betriebe, die täglich 400.000 Eier produzieren. Grund für die zum Teil deutlich überhöhten Dioxinwerte in Eiern und Hühnerfleisch soll verseuchtes Futter sein. In welchem Umfang belastete Lebensmittel in den Handel gelangten, war zunächst völlig offen.

Die Verunreinigungen seien auf einen Hersteller von Futterfetten aus Schleswig-Holstein zurückzuführen, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Offenbar wurden in dem Betrieb über Wochen hinweg Fette zur Herstellung von Tierfutter mit technischen Fetten, die eigentlich zur Papierherstellung benutzt werden, vermischt. Noch ist unklar, ob dies aus Versehen oder vorsätzlich passierte - Industriefette sind billiger als Futtermittelfette.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa handelt es sich bei der Firma um die Harles und Jentzsch GmbH mit Sitz in Uetersen im Kreis Pinneberg. Für eine Stellungnahme war in dem Unternehmen am Freitag niemand zu erreichen. Unklar war zunächst auch, ob die Staatsanwaltschaft bereits Ermittlungen aufgenommen hat. (APA) Der Artikel als PDF (12 KB)

 

09.12.2010 – Tagesspiegel - Entscheidung: Europäisches Patentamt hebt Brokkoli-Patent auf

Lässt sich die Zucht von Brokkoli und Tomaten patentieren? Darüber streiten Unternehmen und Umweltschützer. Nun hat das Europäische Patentamt eine wichtige Vorentscheidung gefällt.

Die umstrittenen europäischen Patente auf die Züchtung von Brokkoli und Tomaten haben voraussichtlich keinen Bestand. In einer am Donnerstag veröffentlichten Vorentscheidung befand das Europäische Patentamt (EPA), dass Patente "auf im Wesentlichen biologische Züchtungsverfahren" nicht zulässig sind. Zwar muss nun noch über die Einzelfälle entschieden werden, wie EPA-Sprecher Rainer Osterwalder sagte. Ihre Aufhebung durch die oberste Instanz des Patentamtes gilt nach der Vorentscheidung jedoch als wahrscheinlich. Mehr dazu (16 KB)

 

05.12.2010 – derStandard - Es wird eng: Die Fischgründe sind ausgeschöpft

Kaum noch neue Fanggründe erschließbar - bestehende Gebiete werden zum Teil komplett leergefischt

Die Fischgruende sind ausgeschoepft-kSan Francisco - Die kommerzielle Fischerei kann sich weltweit kaum noch neue Fanggründe erschließen und beutet die schon genutzten Gebiete extrem aus. Das berichten Forscher um Wilf Swartz vom Fischereizentrum der Universität von British Columbia in Vancouver (Kanada) im Journal "PLoS One". Demgegenüber seien nur knapp 0,1 Prozent der Weltmeere als Schutzgebiete ausgezeichnet, in denen nicht gefischt werden dürfe.

Mit 90 Millionen Tonnen gefangenem Fisch erreichte die Fischerei in den späten 1980er Jahren ihren Höhepunkt, heißt es in "PLoS One". Im Jahr 2005 waren es noch 87 Millionen Tonnen. Dieser Rückgang zeuge aber nicht von erfolgreichen Schutzmaßnahmen, berichten die Autoren. "Es zeigt eher an, dass wir schlicht keinen Raum mehr haben, um die Fischereigewässer auszudehnen", erklärte Swartz. Viele Fischer schöpften die Gründe zudem so weit aus, bis kein Fisch mehr übrig sei, ergänzte Co-Autor Daniel Pauly. Mehr dazu (32 KB)

 

28.10.2010 – FR – Salmonellen - Hähnchenfleisch am stärksten belastet

Haehnchenfleisch am staerksten belastet-kFast acht Prozent der Hähnchen im Handel sind mit Salmonellen belastet - das haben Kontrollen der Länder ergeben.

In frischem Hähnchenfleisch seien im vergangenen Jahr deutlich mehr Salmonellen nachgewiesen worden als bei Putenfleisch und Hackfleisch vom Schwein, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Donnerstag in Berlin mit.

Die Prüfer fanden die Bakterien in 7,6 Prozent der Proben von frischem Hähnchenfleisch, während es bei frischem Putenfleisch 5,8 Prozent und bei Hackfleisch 5 Prozent waren. In frischem Schweinefleisch entdeckten die Kontrolleure nur in 1,4 Prozent der Proben Salmonellen. Mehr dazu (20 KB)

Berichte zur Lebensmittelsicherheit 2009 (PDF-Dokument – 2,08 MB)

 

01.08.2010 – FR - Foodwatch warnt - Falsche Farbe fürs Fleisch

Falsche Farbe fuers Fleisch-kDie Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat den systematischen Einsatz von Sauerstoff-Gas-Gemischen bei verpacktem Frischfleisch in Supermärkten kritisiert. Lidl weist die Vorwürfe zurück, damit das Fleisch absichtlich einzufärben.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat den systematischen Einsatz von Sauerstoff-Gas-Gemischen bei verpacktem Frischfleisch in Supermärkten kritisiert. Wie das Magazin Spiegel am Sonntag berichtete, ist in jeder der mehr als 100 von Foodwatch untersuchten Fleischpackungen aus den Kühlregalen von Rewe, Marktkauf (Edeka), Aldi und Lidl eine Sauerstoffkonzentration von 60 bis 85 Prozent festgestellt worden.

Der Sauerstoff lässt dem Bericht zufolge den Muskelfarbstoff Myoglobin oxidieren. In der Folge bleibe das Fleisch schön rot. „Einziges Ziel ist es, das Fleisch besonders attraktiv, also frisch erscheinen zu lassen, damit es länger und leichter verkauft wird“, wirft der Foodwatch-Experte Matthias Wolfschmidt den Supermarktbetreibern vor. Mehr dazu (88 KB)

 

17.06.2010 – IDW – Lachsfarmen - Umweltskandal in Chile

chile-lachsfarm-kGöttinger Wissenschaftlerin entdeckt bisher unbekannte Auswirkungen chilenischer Lachsfarmen auf das Ökosystem der Küstenregion

Lachsfarmen in der Region Aysén in Südchile bedrohen die dortige Tierwelt und das gesamte Naturschutzgebiet in einem bisher völlig unbekannten Ausmaß. Diese unerwartete Entdeckung haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation und der Universität Göttingen gemacht, die in der Region eigentlich die akustische Kommunikation der einheimischen Wale untersuchen. Die Forscher fanden nicht nur, dass sich die Lachsindustrie rasant in den bisher weitestgehend unberührten Süden der Region ausbreitet. Sie dokumentierten unter anderem auch die bisher unbekannte Bedrohung für die einheimischen Seelöwen. Selbst internationale Umweltschutzorganisationen zeigten sich von diesem Zufallsfund überrascht. Von ihren Beobachtungen berichten die Göttinger Forscher in der heutigen Ausgabe der Zeitschrift Nature in der Rubrik "Korrespondenz".

Mit einem Exportvolumen von mehr als zwei Milliarden US-Dollar ist Chile weltweit einer der wichtigsten Produzenten von Zuchtlachs. Die massenhafte Aquakultur konzentriert sich vor allem auf die verzweigten Fjorde der Provinz Aysén in Patagonien. Während Teile der Provinz selbst den Status eines Nationalparks haben, gilt dieser Schutz nicht für das angrenzende Meer. Die somit aus Sicht der Regierung völlig legalen Lachsfarmen haben zum Teil verheerende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem - auch weil der atlantische Lachs in Chile ein Fremdling ist, Krankheiten einschleppt und so die bedrohten einheimischen Arten zusätzlich unter Druck setzt. Zudem belasten der Einsatz von Medikamenten und der anfallende Müll das Ökosystem.  Mehr dazu (104 KB)

03.06.2010 – Tagesspiegel.de - Verband: Mäuseköpfe im Gemüse "technisch" unvermeidbar

Was ein Finne da in seinem Tiefkühlgemüse fand, war nicht eben appetitlich. Doch ein abgetrennter Mäusekopf macht das Essen nicht unbedingt ungenießbar, meint der belgische Herstellerverband - und erwartet weitere Funde dieser Art.

Ein Mäusekopf im Tiefkühlgemüse ist selbst tiefgefroren und stellt deshalb keine große Gefahr für die Verbraucher dar - mit diesem Argument hat ein belgischer Branchenverband die Aufregung um den Fund eines Mäusekopfes in einer Packung belgischen Tiefkühlgemüses in Finnland zu dämpfen versucht, wie die Agentur Belga am Donnerstag berichtete. Es sei „technisch unmöglich“, solche ungewollten Zutaten immer zu vermeiden, sagte Romain Cools vom Belgischen Verband der Frucht- und Gemüseverarbeiter (Vegebe). Da aber der Mäusekopf „ebenfalls tiefgefroren ist, kann er nicht vergammeln“. Mehr dazu (18 KB)

 

28.05.2010 – jw - Etikettenschwindlerin des Tages: Sarah Wiener

sarah wiener-kEs gibt in Deutschland mittlerweile etliche Spitzenköche, die wohl häufiger in TV-Studios und bei Buchpräsentationen anzutreffen sind als in ihren Restaurants. Daß dabei längst alle Schamgrenzen gefallen sind merkt man spätestens, wenn einem die drei Sterne-Köche Dieter Müller, Mario Kotaska und Kolja Kleeberg von Lidl-Plakaten entgegengrinsen.

Mit Sarah Wiener gehört auch eine Frau zu diesem Klüngel. Sie garniert ihre knallharte Selbstvermarktung gern mit ein bißchen öko und ein bißchen gesund. »Industriell stark verarbeitete Lebensmittel (...) sowie Nahrung voll chemischer Zusatzstoffe – diese ebenso achtlosen wie ungesunden Eßgewohnheiten gilt es zu stoppen«, wird sie auf der Internetseite ihrer Stiftung zitiert.

Fast schon logisch, daß sich ein nicht eben gut beleumdetes Unternehmen wie die Deutsche Bahn AG mit derartigen Federn schmücken will. Seit Anfang Mai werden in den ICE-Speisewagen »Kreationen« der »überzeugten Botschafterin für gutes Essen« angeboten, z.B. »mit Kerbel-Pesto gefüllte Schweineroulade mit Honig-Petersilien-Karotten und Knöpfle«. Mehr dazu (16 KB)

 

25.03.2010 – WOZ (Schweiz) – von Bettina Dyttrich – Geflügelproduktion - Ade, Suppenhuhn?

Ab Ostern schlachten die beiden Fleischverarbeiter Micarna und Bell keine Legehennen mehr. Aus den alten Tieren wird Biogas. Viele EierproduzentInnen finden das inakzeptabel – und versuchen es zu ändern.

«Weltweit existieren um das alte, ausgemergelte Huhn verschiedene Traditionen», schrieb der Theologe und Afrikaspezialist Al Imfeld vor Jahren in der WOZ. «Sozusagen ehrenvolle Begräbniszeremonien» seien es: «Die Hühnersuppe gilt noch immer weltweit als Stärkung bei schwerer Krankheit. Anstelle eines schwer erkrankten alten Menschen sollte das Huhn sterben. Da es ohnehin vor dem Tode stand, gaben die Menschen ihm so einen heldenhaften Abgang.»

Heute ist vom heldenhaften Abgang wenig geblieben. In der Schweiz leben gut zwei Millionen Legehennen. Im Alter von zwanzig Wochen beginnen sie zu legen. Von Natur aus würde sich der Vogel früher oder später mausern: sein Gefieder erneuern und eine Zeit lang keine Eier produzieren. In den modernen beleuchteten Ställen ist die Mauser bei vielen Hühnern nicht mehr so ausgeprägt. Aber auch sie legen mit dem Alter Pausen ein. Ausserdem werden die Eier immer grösser – zu gross für die Standardkartons der Grossverteiler. Darum werden die meisten Hennen etwa eineinhalbjährig getötet – und entsorgt. Denn nur noch jede zehnte Legehenne lässt sich als Suppenhuhn verkaufen. Die Entsorgung kostet: Die EierproduzentInnen bezahlen je nach Herdengrösse rund einen Franken pro Huhn. Jetzt suchen sie nach neuen Lösungen. Mehr dazu (100 KB)

 

18.03.2010 – greenaction – Kitkat: Süßes mit bitterem Beigeschmack

kitkatLiebe Marktaktivistin, lieber Marktaktivist,

bald ist Ostern. Das weiß auch Nestlé und hat das Schokoladensortiment wieder um einen süßen Kitkat-Osterhasen erweitert. Vermeintlich süß, denn wer weiß schon, was so alles in Kitkat steckt. Urwaldzerstörung und die Vernichtung von Orang-Utans kauft der Verbraucher nämlich mit. Wieso?

Schokolade und andere Produkte von Nestlé enthalten Palmöl, welches der Konzern vom Palmöl-Lieferanten Sinar Mas erhält. Unsere neue Recherche zeigt, dass Sinar Mas jede Menge Dreck am Stecken hat: Der Konzern rodet illegal wertvolle Regenwälder in den Orang-Utan-Gebieten Indonesiens, um dort in riesigen Monokulturen Ölpalmen anzubauen. Die Urwaldzerstörung vernichtet nicht nur den Lebensraum der Orang-Utans - sie beschleunigt auch den Klimawandel. Mehr dazu 12 KB

 

17.03.2010 – IDW - Hähnchen häufig mit Salmonellen und Campylobacter belastet

EU-Studie zeigt: Erreger werden bei der Schlachtung vom Tier auf den Schlachtkörper verschleppt

Die Ergebnisse einer bundesweiten, vom BfR koordinierten Studie zeigen, dass bei Hähnchen zum Zeitpunkt der Schlachtung häufig Campylobacter und Salmonellen nachweisbar sind. Die Erreger gelangen mit dem Darminhalt und auf den Federn der Tiere in den Schlachthof und können während der Schlachtung auf die Schlachtkörper verschleppt werden. Von dort gelangen sie in die Lebensmittelkette und zum Verbraucher. Nach dem heute veröffentlichten Bericht des BfR wurden in Deutschland auf 62 Prozent der 432 untersuchten Schlachtkörper Campylobacter und auf 17,6 Prozent Salmonellen nachgewiesen. Bei 48,6 Prozent der Schlachtgruppen konnten Campylobacter im Darminhalt der Tiere nachgewiesen werden. Die Studie ist Teil einer Untersuchung, die 2008 in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der EU-Studie wurden heute von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlicht. Campylobacter und Salmonellen sind die häufigsten Erreger bakterieller Magen-Darm-Erkrankungen des Menschen. "Für lebensmittelbedingte Campylobacterinfektionen ist Hähnchenfleisch die bedeutendste Quelle", sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, "und auch Infektionen mit Salmonellen sind häufig auf Hähnchenfleisch zurückzuführen." Bei der Zubereitung von Hähnchenfleisch sollte deshalb auf eine besonders sorgfältige Küchenhygiene geachtet werden: Geflügelfleisch sollte nur durcherhitzt verzehrt werden. So inaktiviert man nicht nur Campylobacter und Salmonellen sondern auch andere mögliche Krankheitserreger. Das Fleisch sollte außerdem getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt und zubereitet werden, damit Krankheitserreger nicht auf diese verschleppt werden können. Mehr dazu (84 KB) Grundlagenstudie des Bundesinstitut für Risikobewertung dazu (128 KB)

 

22.01.2010 – Stuttgarter Nachrichten – von Katrin Teschner - Gequälte Schweine für billige Schnitzel

Brüsauerei im schweinestall-kssel - Die Schweine stehen zusammengepfercht in einem dunklen Stall. Der blanke Boden ist mit Kot beschmiert. Einige haben entzündete Gelenke oder verletzte Klauen. Weil sie sich nicht bewegen können, nicht wühlen oder kauen wurde ihnen die Schwänze abgeschnitten; sonst würden sie sich die Stummel aus Langeweile gegenseitig abbeißen. "Was in vielen Schweineställen Europas passiert, ist grausam und verstößt eindeutig gegen europäische Tierschutzbestimmungen", sagt Peter Stevenson vom britischen Fachverband für Nutztierschutz.

Mehrere Monate lang haben europäische Tierschutzorganisationen 74 Schweinehalter in sechs Ländern der Europäischen Union besucht und die Zustände verdeckt gefilmt. Auch 19 Betriebe in Deutschland waren dabei. Das Ergebnis: In fast 90 Prozent der Fälle entsprachen die Ställe nicht den EU-Vorgaben: Es gab weder Stroh oder eine andere Einstreu noch eine ausreichende Beschäftigung. In fast 80 Prozent der besuchten Betriebe waren bei einem Großteil der Schweine die Schwänze kupiert. Nach einer 2003 in Kraft getretenen EU-Richtlinie ist das verboten. In Dänemark, Ungarn oder Spanien stießen die Tierschützer auf ähnliche Zustände. Mehr dazu (44 KB)

 

22.01.2010 - Hintergrundinformation: BVL genehmigt Pflanzenschutzmittel "Goldor Bait" zur Bekämpfung des Drahtwurms in Kartoffeln

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 22.Januar 2010 für die Anwendung des Pflanzenschutzmittels "Goldor Bait" eine auf 120 Tage befristete Ausnahmegenehmigung erteilt.

Bei dem Mittel handelt es sich um ein Granulat mit dem Wirkstoff Fipronil, das beim Legen der Pflanzkartoffeln in den Boden gebracht wird. Die Genehmigung gilt vom 15.Februar bis zum 14. Juni 2010 ausschließlich zur Bekämpfung des Drahtwurms in Kartoffeln. Das BVL hat für diesen Zweck eine Menge von 100 Tonnen genehmigt, die ausreicht, um in den Befallsgebieten etwa 10.000 ha zu behandeln. Dies entspricht knapp 4 Prozent der gesamten Kartoffelanbaufläche in Deutschland. Mehr dazu (76 KB)

 

19.10.2010 – BVL-PM - Jahresbericht Lebensmittelüberwachung 2008: Hohes Niveau der Lebensmittelüberwachung gehalten

Das BVL stellt die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung im Jahr 2008 vor

Die Länder konnten im Jahr 2008 bei der Lebensmittelüberwachung das Niveau des Vorjahres halten. Die amtlichen Lebensmittelkontrolleure haben fast eine Million Inspektionen in rund 540.000 Betrieben durchgeführt. Das ist mehr als die Hälfte aller Betriebe in der Bundesrepublik Deutschland, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten oder verkaufen. Bei knapp 130.000 Betrieben wurden Verstöße festgestellt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Die meisten Beanstandungen betrafen die Betriebshygiene, gefolgt von Mängeln im Hygienemanagement der Betriebe sowie bei der Kennzeichnung und Aufmachung der Lebensmittel. Außerdem haben die Überwachungsbehörden im vergangenen Jahr rund 407.000 Proben untersucht (plus 5.000 zu 2007). Davon wurden etwa 55.000 Proben (13,6 %) beanstandet. Mehr dazu (88 KB) - Zum Jahresbericht 2008 (760 KB) - Berichte zur Lebensmittelsicherheit 2008 (3,02 MB) - Weniger Rückstande von Pflanzenschutzmitteln gefunden (92 KB) - Das Handbuch zu 2009 (596 KB) - Das Handbuch 2010 (712 KB)

 

21.08.2009 – IDW – DBU - Aquakultur: Entlastung der Meere, aber Belastung der Umwelt?

aquakulturDBU startet Förderinitiative zur nachhaltigeren Produktion von Fischen und Meeresfrüchten

Osnabrück. Lachs, Hering oder Thunfisch, gegrillt, zu Sushi verarbeitet oder als Beilage für Pizza und Salat - Meeres-Spezialitäten sind bei deutschen Verbrauchern "in". Knapp 16 Kilogramm verzehrt der Bundesbürger laut Fisch-Informationszentrum durchschnittlich im Jahr, Tendenz steigend. Demgegenüber steht ein dramatischer Rückgang der weltweiten Fischbestände. Aquakultur - die kontrollierte Aufzucht von Fischen, Muscheln oder Krebsen - wird als Alternative zum klassischen Wildfang immer wichtiger und kann helfen, überfischte Gewässer zu entlasten. Doch mit dem Wachstum der Branche können auch neue Umweltprobleme entstehen. "Für Zuchtanlangen etwa in Südostasien werden Mangrovenwälder großflächig gerodet. Fischkot und Futterreste belasten Gewässer, Frischwasser wird in Mengen verbraucht", erklärt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Sie will mit ihrer neuen Förderinitiative "Nachhaltige Aquakultur" helfen, Lösungen für das Problem zu finden. Mehr dazu (32 KB)

 

11.07.2009 - Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, zwischen dem was wir meinen zu Essen und dem was wir wirklich essen, können Welten liegen, oder besser gesagt die Profitrate der Lebensmittelmafia. Das meiste, was die uns da verkaufen, kann sogar ganz legal sein. Dazu drei Artikel aus den Tagesspiegel: 1. Auf den Inhalt kommt es an (32 KB), 2. Es ist angerichtet (16 KB), 3. Etikettenschwindel  beim Essen (20 KB)

 

15.04.2009 - IDW - Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Interesse am Praxishandbuch für Naturschutz im Ökolandbau ist ungebrochen

Das Ende vergangenen Jahres erschienene Buch "Naturschutz im Ökolandbau - Praxishandbuch für den ökologischen Ackerbau im nordostdeutschen Raum" von Sarah Fuchs und Karin Stein-Bachinger erfreut sich einer sehr großen Nachfrage. Mehr dazu (16 KB) - BODENSCHUTZ BEIM ANBAU NACHWACHSENDER ROHSTOFFE - Mehr dazu (2,84 MB)

Nachhaltiger Anbau und energetische Verwertung von Biomasse

Empfehlungen der AG Landwirtschaft und Naturschutz von DLG und WWF

Einleitung - Die Bedeutung erneuerbarer Energieträger wächst. Klimaänderungen, die Begrenztheit fossiler Energieträger und steigende Energiepreise erfordern neue Wege. Energie aus Biomasse nimmt mit einem Anteil von derzeit 3,12 Prozent am Primärenergieverbrauch Deutschlands und hohen Zuwachspotenzialen eine wichtige Stellung ein; sie ist der „schlafende Riese“ der erneuerbaren Energien. Mittelfristig wird die Deckung von 8 %4 des Primärenergiebedarfs aus Biomasse als realistisch angesehen. Mehr dazu (24 KB)

Weihnachten einmal Damwildfleisch?

Fleischqualität von verschiedenen Wildarten

Der Fleischverbrauch hat sich in Deutschland stabilisiert. Nach neuesten Statistiken war sogar in den letzten Monaten eine leichte Steigerung im Verbrauch zu verzeichnen. Von dieser Entwicklung ausgehend, könnten Schlüsse dahingehend gezogen werden, dass die vielen Aktivitäten verschiedener Einrichtungen und in sehr differenzierten Formen positive Ergebnisse zeigen. Es waren viele Einrichtungen und viele Maßnahmen zu nennen. Es sollen nur die Ernährungsberatung, Aktivitäten der Verbraucherzentrale, die Aufgaben der Direktvermarktung und andere Fachverbände sowie die CMA und im Besonderen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Erwähnung finden. Mehr dazu (52 KB)

 

31.03.2009 - IDW - Universität Hohenheim - Unzureichende Vitamin-D-Versorgung in Deutschland - Experten sehen Handlungsbedarf

Kinder aus sozial schwachen Familien, ältere und Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders betroffen - aber auch die Gesamtbevölkerung leidet generell an einer bundesweiten Vitamin-D-Unterversorgung, die nicht weiter ignoriert werden darf. So das Fazit einer Expertenrunde von Forschungseinrichtungen, die vergangenen Freitag zum ersten Hohenheimer Ernährungsgespräch an der Universität Hohenheim zusammenkam. Ziel der Hohenheimer Ernährungsgespräche ist es, ausgewiesene Fachvertreter zusammen zu führen, um aktuelle Themen der Ernährung in kompetenten, glaubwürdigen und unabhängigen Analysen zu beleuchten. Gastgeber der halbjährlichen Diskussionsrunde ist Prof. Dr. med. Hans K. Biesalski, Direktor des Instituts für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim. Mehr dazu (24 KB)

 

13.10.2008 - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit - Lebensmittel-Monitorings 2007 - In Obst und Gemüse erneut zu hohe Rückstände von Pflanzenschutzmitteln festgestellt oder wie wir weiter durch die Lebensmittelindustrie permanent vergiftet werden (zum Bericht 2,74 MB)

 

21.08.2008 - Greenpeace - Report: Krimineller Handel mit verbotenen Pestiziden in Deutschland

GreenpeaceAgrarminister versagen - Lebensmittel und Umwelt sind belastet

Tomaten, Salat oder Beerenobst fielen in den letzten Jahren immer wieder durch Rückstände illegaler Pestizide auf. Doch wie gelangen verbotenen Substanzen in die Lebensmittel? Greenpeace ging dieser Frage nach und wurde fündig: Der Handel mit illegalen Pestiziden in Deutschland floriert.

Sechs Monate waren als Landwirte getarnte Greenpeacer unterwegs und kauften bei elf Händlern in Süddeutschland und dem Elsass rund 100 Kilogramm illegale Pestizide. Vier der elf Händler gehören zum Raiffeisen-Verband. Dort wurden unter der Ladentheke Gifte wie wie Bifenthrin, Malathion und Diethion, die hierzulande nie zugelassen waren oder seit Jahren verboten sind verkauft. Eine Raiffeisenfiliale gab sogar das hoch gefährliche E 605 heraus - gegen Barzahlung und ohne Rechnung. Zum Report (464 KB)

 

Pestizide im Essen - gefährlich und illegal

Greenpeace1Jedes zehnte in heimischem Obst, Gemüse und Getreide nachgewiesene Pestizid ist in Deutschland verboten. Das zeigt eine von Greenpeace vorgenommene Auswertung der staatlichen Lebensmitteluntersuchungen. Und der Verbraucher weiß von nichts, denn das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hält die Daten geheim.

Frische Kräuter und Himbeeren sind am stärksten mit verbotenen Pestiziden belastet - nämlich 18 Prozent aller Proben. Gefolgt von Feldsalat, Birnen, Rucola und Johannisbeeren mit sechs bis acht Prozent. Insgesamt 59 hierzulande und 21 in der EU verbotene Wirkstoffe hat Greenpeace in den behördlichen Untersuchungsdaten aus dem Jahr 2006 gefunden. Drei Viertel der Substanzen gelten als besonders gesundheits- und umweltschädlich.

"In Deutschland verspritzen Landwirte in einem unglaublichen Ausmaß illegale und hochgefährliche Pestizide. Viele unserer Bauern betreiben ein dreckiges Geschäft, weil sie mit den illegalen Agrargiften Geld sparen wollen", erklärt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Mehr dazu (344 KB)

 

08.08.2008 - Vielfalt der Arten führt zur Steigerung des Ertrags bei Nutzpflanzen

Pressemitteilung - IDW - Eine große Artenvielfalt kann zu einer deutlichen Steigerung des Ertrags bei Nutzpflanzen führen. Das haben Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen am Beispiel von Moschuskürbissen im tropischen Indonesien nachgewiesen. Der Agrarökologe Dr. Patrick Höhn hat dazu die Bestäubung der Pflanzen durch Wildbienen untersucht: Danach ist nicht die Gesamtzahl der Bienenindividuen, sondern vor allem eine hohe Anzahl verschiedener Bienenarten von entscheidender Bedeutung für eine Ertragssteigerung beim Kürbisanbau. Biodiversität hat damit einen "ökonomischen Wert", wie der Wissenschaftler betont. Die Ergebnisse dieser Forschungen unter der Leitung von Prof. Dr. Teja Tscharntke wurden in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" veröffentlicht. Mehr dazu (20 KB)

 

Jahresbericht Lebensmittelüberwachung 2007: Mängel bei Hygiene und Kennzeichnung bleiben auf Vorjahresniveau

Die Überwachung der Industriellen - Lebensmittel - Mafia ist leider rückläufig. Nur ca. die Hälfte der in frage kommenden Betriebe können überwacht werden, dies obwohl 25 % der überprüften Betriebe gegen die Lebensmittelgesetze verstossen. Fazit für alle, denen etwas an Ihrer Gesundheit liegt, die Lebensmittelüberwachung muss zwingend weiter ausgebaut werden. Sonst droht uns allen, aus Profitgründen vergiftet zu werden.

Lebensmittelüberwachung der Länder beanstandet 129.000 Betriebe, hier geht es zur Pressemitteilung  des Jahresberichtes 2007 (20 KB). Der Jahresbericht 2007 (20 KB); Die Präsentation dazu (132 KB); Der Probenplan (8 KB); Der Kontrollplan (8 KB); Bund-, Länderberichte 2006 (1,58 MB); Das Handbuch für die Kontrolle 2008 (644 KB)

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