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Asse, Gorleben und andere Katastrophen - (980 KB)

Asse-Müll

 

Hier folgen chronologisch die Rundbriefe vonAusgestrahlt

Nr. 10 - Herbst 2010

(5,21 MB)

ausgestrahlt-rundbrief10

Nr. 9 - Sommer 2010 (2,82 MB)

ausgestrahlt-rundbrief09

Nr. 8 - Frühjahr 2010

 (1,83 MB)

ausgestrahlt-rundbrief08

Nr. 7 - Winter 2009/10 (3,91 MB)

ausgestrahlt-rundbrief07_100

 

Nr.: 6

2009 (2,95 MB)

ausgestrahlt-rundbrief06_100

 

Nr.: 5

2009 (2,27 MB)

ausgestrahlt-rb_2009-03_100

 

Nr.: 4

2009 (1,52 MB)

ausgestrahlt-rb_2009-02_100

 

Nr.: 3

2009 (1,54 MB)

ausgestrahlt-rb_2009-01_100

 

Nr.:2

2008 (1,52 MB)

ausgestrahlt-rb_2008-02_100

 

Nr.:1

2008 (563 KB)ausgestrahlt-rb_2008-01_100

Energiefragen sind Klimafragen, sind also Überlebensfragen für die Menschheit

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01.06.2014 -  Süddeutsche.de - Ausstieg aus der Atomenergie - Wer anderen Kosten aufhalst, muss dafür gerade stehen

Pokern am Abgrund-klVon Michael Bauchmüller - Zum Geldverdienen gut, zum Beseitigen zu teuer: Jahrelang fuhren deutsche Stromkonzerne gut mit der Atomkraft, seit dem Ausstieg sind ihnen die Reaktoren nur noch lästig. Was ist das Verursacherprinzip jetzt noch wert? Ein Lehrstück über unternehmerische Verantwortung.

Zwischen Goldgrube und Geldgrab liegen mitunter nur wenige Jahre, etwa bei diesem Koloss am Rhein, nicht weit von Darmstadt. Ein grauer Stahlzaun trennt hier das Atomkraftwerk Biblis von der Außenwelt, doch seit drei Jahren passiert hinter dem Zaun nicht mehr viel. Die letzten Brennelemente kühlen im Abklingbecken ab. In der Halle nebenan warten Castorbehälter darauf, irgendwann einmal in ein Endlager verfrachtet zu werden. Zwei massive Reaktordruckbehälter aus Stahl, radioaktiv kontaminiert, wollen zerlegt und sicher verpackt werden.

Eine "grüne Wiese" soll irgendwann dort sein, wo der RWE-Konzern vor 45 Jahren das damals größte Atomkraftwerk der Welt errichten ließ. Heute ist es vor allem eins: ein großes Problem. Mehr dazu (112 KB)

 

Energiebilanz und CO2-Bilanz in NRW – 2008 (855 KB)

 

27.12.2012 – jw - Ausstieg aus dem Ausstieg

Ausstieg aus dem Ausstieg-kJahresrückblick. Atompolitik 2012: Kampagne gegen Energiewende, aufgeschobenes Endlagersuchgesetz, Verzögerungstaktik bei Müllbergung aus der Asse

Von Reimar Paul - Neun Atomkraftwerke produzieren weiter Strom und radioaktiven Müll. Die Uranfabriken Gronau und Lingen laufen auf Hochtouren bzw. werden sogar noch weiter ausgebaut. Deutschland will den Bau von AKW im Ausland finanzieren, und täglich rollen Atomtransporte durch das Land. So läßt sich die Atomenergiepolitik des Jahres 2012 zusammenfassen.

Nach der Abschaltung von acht AKW im Jahr 2011 nach dem Super-GAU im japanischen Fuskushima und nach Massenprotesten der Anti-AKW-Bewegung waren die Atomwirtschaft und ihre politischen Unterstützer zunächst in eine Art Schockstarre verfallen. Als erste wagten sich die großen Stromkonzerne aus der Deckung: RWE, E.on und Vattenfall kündigten Klagen gegen die Stillegung ihrer Meiler an – und haben diese inzwischen teilweise eingereicht.

Obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Umweltminister Peter Altmaier (beide CDU) den Atomausstieg als »irreversibel« bezeichnen, hat in den Koalitionsparteien längst eine Debatte um neuerliche Laufzeitverlängerungen für die neun verbliebenen Reaktoren begonnen. Es sei möglich, »daß wir in ein oder zwei Jahren dazu kommen müssen, die Frage des Zeithorizonts erneut zu diskutieren«, äußerte im Sommer der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates, Kurt Lauk. Er bekräftigte zugleich seine Ansicht, die Energiewende sei überstürzt eingeleitet worden. Mehr dazu (32 KB)

 

05.10.2012 – UZ - Die Energiekonzerne zocken ab

Kolumne von Werner Sarbok - Der Griff der Konzerne in die Taschen der arbeitenden Bevölkerung ist rekordverdächtig. Die Kosten für die Wohnung und für den täglichen Weg zur Arbeit spielen dabei eine wesentliche Rolle, auch deswegen, weil diese Kosten in der Regel unvermeidbar sind.

So erhöht die Deutsche Bahn die Preise mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember im Fernverkehr um 3,9 und im Regionalverkehr um 2,7 Prozent. Im Einzelfall können die Preiserhöhungen auch deutlich stärker ausfallen In diesem Jahr will die Bahn übrigens beim Gewinn die Marke von zwei Milliarden Euro übertreffen. Ein Umstieg auf den PKW ist weder ökologisch noch verkehrstechnisch sinnvoll. Zudem rechnet er sich auch nicht. Im September 2012 waren die Benzinpreise mit einem vom ADAC ermittelten Durchschnittspreis von 1,67 Euro pro Liter Super E10 so hoch wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik. Mehr dazu (52 KB)

 

27.09.2012 – kommunisten.de - "Castor? Schottern!" – Landtag hebt Immunität von Christel Landtag hebt Immunitaet von Christel Wegner auf-kWegner auf

Die Mehrheit des niedersächsischen Landtags hat am Mittwoch die Immunität der Abgeordneten Christel Wegner (fraktionslos) aufgehoben. Damit soll der Weg für einen Prozess gegen die Abgeordnete frei gemacht werden, bei dem sie wegen eines Aufrufs zum „Castor schottern“ angeklagt werden soll. Nur die Mitglieder der Partei „Die Linke“ haben am Mittwoch gegen die Aufhebung der Immunität gestimmt. CDU, FDP, SPD und auch die Grünen haben Wegner hingegen mehrheitlich für „vogelfrei“ erklärt. Christel Wegner dazu: „Ich werde mich nicht davon abschrecken lassen und weiterhin gegen Atommülltransporte demonstrieren und auch weiterhin meine Meinung dazu sagen. Dass der Staat hier einen Maulkorb verteilen will, war zu erwarten – dass aber so viele Abgeordnete dabei mitmachen erstaunt mich schon.“

"Während früher die Grünen auf der Seite der Castorgegnerinnen und -gegner standen, so scheinen sie sich jetzt schon auf Rot/Grün nach der nächsten Landtagswahl vorzubereiten. Mit der Aufhebung der Immunität geben sie dem künftigen Innenminister ´grünes Licht´ für eine harte Verfolgung von Demonstrantinnen und Demonstranten", so Wegner.

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hatte der fraktionslosen Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags die Einstellung des Verfahrens wegen ihres Aufrufs für die Kampagne "Castor? Schottern!" gegen eine Auflage von 500 Euro angeboten. Wenn das Geld bis zum 4. Mai nicht eingegangen ist, wird die Aufhebung der Immunität der Abgeordneten beantragt und Anklage erhoben, so droht eine Staatsanwältin. Außerdem könne sie im Wiederholungsfall nicht mit einer Einstellung des Verfahrens rechnen. Mehr dazu (300 KB)

 

20.06.2012 – kommunisten.de - Konzerne planen ihre Energiewende – auf Kosten der Bürger

Konzerne planen ihre Energiewende-kEs vergeht kaum ein Tag, an dem in den Medien und in der Presse nicht neue Szenarien und Prognosen über die von der Bundesregierung propagierten "Energiewende" ausgebreitet werden. Bisher einzig greifbares Ergebnis dieser Merkelschen "Chefsache": Die Strompreise steigen - und mit ihnen die Zahl der Hartz-IV-Empfänger, denen die Stromzufuhr abgeklemmt wird. Drei Viertel der deutschen Bevölkerung halten den Ausstieg aus der Kernenergie für richtig. Hinsichtlich der Entwicklung der Energiepreise ist die Bevölkerung aber zu recht mehr als skeptisch. 75 Prozent geben nach der jüngsten Umfrage des Allensbach-Instituts (FAZ vom 20.6.12) an, dass die Strompreise für sie in den vergangenen sechs Monaten gestiegen seien; besonders von den Kosten betroffen waren demnach Bevölkerungskreise mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen unterhalb von 1750 Euro.

Vor einigen Tagen hatte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) der "Bild"-Zeitung gegenüber noch einmal klar gestellt, dass er Stromrabatte für Bedürftige ablehne – aber er hatte einen praktischen Rat zur Hand: "Wenn der Preis um 3 Prozent steigt, bleibt die Rechnung die alte, wenn man gleich viel Strom einspart".

Wer die Energiewende nach den Vorstellungen von Konzernen und bürgerlichen Parteien bezahlen soll ist also klar. "Starker Anstieg der Strompreise erwartet" heißt es unisono von Regierung und Grünen (FAZ  20.6.12.) und von Eon-Chef Theyssen (spiegel-online 7.6.12). Derzeit beträgt der Zuschlag auf die Stromrechnung, mit dem Energie aus Wind und Sonne nach dem EEG (Erneuerbare-Enegiegien-Gesetz) in das Netz eingespeist werden, 3,6 Cent je Kilowattstunde. Sowohl Regierung als auch Grüne gehen davon aus, dass sich der Zuschlag bald auf über 5 Cent verdoppeln dürfte, damit das Ziel, bis zum Jahr 2020 mindestens 35 Prozent des Stroms aus regenerativer Energie zu gewinnen, auch erreicht wird. Allein das würde einen Normalhaushalt pro Jahr um 50 bis 100 Euro zusätzlich belasten. Mehr dazu (280 KB)

 

22.05.2012 – idw - Der nukleare GAU ist wahrscheinlicher als gedacht

Der nukleare GAU ist wahrscheinlicher als gedacht-kDr. Susanne Benner - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Max-Planck-Institut für Chemie

Westeuropa trägt das weltweit höchste Risiko einer radioaktiven Verseuchung durch schwere Reaktorunfälle

Katastrophale nukleare Unfälle wie die Kernschmelzen in Tschernobyl und Fukushima sind häufiger zu erwarten als bislang angenommen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz haben anhand der bisherigen Laufzeiten aller zivilen Kernreaktoren weltweit und der aufgetretenen Kernschmelzen errechnet, dass solche Ereignisse im momentanen Kraftwerksbestand etwa einmal in 10 bis 20 Jahren auftreten können und damit 200 mal häufiger sind als in der Vergangenheit geschätzt. Zudem ermittelten die Forscher, dass die Hälfte des radioaktiven Cäsium-137 bei einem solchen größten anzunehmenden Unfall mehr als 1.000 Kilometer weit transportiert würde. Die Ergebnissen zeigen, dass Westeuropa – inklusive Deutschland – wahrscheinlich einmal in etwa 50 Jahren mit mehr als 40 Kilobecquerel radioaktivem Cäsium-137 pro Quadratmeter belastet wird. Ab dieser Menge gilt ein Gebiet laut der Internationalen Atomenergie Behörde IAEA als radioaktiv kontaminiert. Die Forscher fordern aufgrund ihrer Erkenntnisse eine tiefgehende Analyse und Neubetrachtung der Risiken, die von Kernkraftwerken ausgehen.

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat weltweit Zweifel an der Kernenergie geschürt und in Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie angestoßen. Dass das Risiko einer solchen Katastrophe höher ist als bislang angenommen, belegt nun eine Studie von Forschern um Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz: „Nach Fukushima habe ich mich gefragt, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein solcher Unfall wieder passiert, und ob wir die Verbreitung der Radioaktivität mit unseren Atmosphärenmodellen berechnen können.“ Den Ergebnissen der Untersuchung zufolge, dürfte es einmal in 10 bis 20 Jahren zu einer Kernschmelze in einem der derzeit aktiven Reaktoren kommen. Derzeit sind weltweit 440 Kernreaktoren in Betrieb, 60 weitere befinden sich in Planung. Mehr dazu (120 KB)

 

18.05.2012 - german-foreign-policy - Nuklearer Kompetenzcluster

BERLIN/STUTTGART/KARLSRUHE (Eigener Bericht) - Bei ihrer Jahrestagung in der kommenden Woche will sichdie deutsche Atomwirtschaft als weltweit führend präsentieren. Die Branche versteht sich als "Schrittmacher internationaler nuklearer Hochtechnologie" und verweist auf "ausgezeichnete Perspektiven im Export und Servicegeschäft" durch den internationalen Ausbau der Atomstromproduktion. Entsprechend steht die "Kompetenzerhaltung" auf dem Gebiet der Kerntechnik im Mittelpunkt der Tagung; vorgestellt werden zahlreiche "Innovationen" in den Bereichen Brennelementtechnik, Anlagenneubau, Strahlenschutz, Entsorgung und Endlagerung. Auch die sogenannte Transmutation wird Thema der Konferenz sein. Dabei werden langlebige, hochtoxische radioaktive Elemente in schneller zerfallende, weniger giftige Stoffe umgewandelt. Geschehen soll dies in "Atomreaktoren der vierten Generation", die den radioaktiven Abfall herkömmlicher Kernkraftwerke verarbeiten und dabei Strom erzeugen. Gleichzeitig ist der Betrieb dieser Anlagen mit hohen Risiken für Mensch und Natur verbunden, da für den Transmutationsprozess große Mengen extrem toxischer radioaktiver Stoffe wie etwa Plutonium vorgehalten werden müssen. Plutonium wiederum ist für die Produktion von Atomwaffen unverzichtbar. Federführend auf dem Gebiet der Transmutationsforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das bei der Jahrestagung der Atomwirtschaft mit zahlreichen Referenten vertreten sein wird. Mehr dazu (80KB)

 

20.04.2012 - NZZ Online - Bohren und Dichten

total-1-kTotal versucht Schadensbegrenzung in der Nordsee

Der französische Energiekonzern Total hat mit Entlastungsbohrungen begonnen, um das Ausströmen von Erdgas an seiner Plattform «Elgin» in der Nordsee zu stoppen. Parallel dazu laufen Vorbereitungen für die Abdichtung des Lecks.

(dpa) Vom 25. März an traten aus dem Leck an der Plattform etwa 25 Meter über dem Meeresspiegel täglich bis zu 200'000 Kubikmeter Gas aus. 238 Arbeiter mussten von der Plattform abgezogen werden, weil Explosionsgefahr bestand. Die total-2-kaustretende Menge habe sich inzwischen auf etwa ein Drittel reduziert, teilte Total am Freitag in Aberdeen mit.

Mit der ersten Entlastungsbohrung sei bereits am vergangenen Mittwoch begonnen worden, in etwa zwei Kilometern Entfernung von der leckgeschlagenen Plattform. Die Quelle des Gasstromes soll angebohrt und das Gas umgeleitet werden. Dies kann nach früheren Angaben mehrere Monate in Anspruch nehmen. Der Ursprung des Gases wird in 4000 Metern Tiefe unter dem Meeresgrund vermutet. Mehr dazu (148 KB) & http://de.wikipedia.org/wiki/Elgin_Wellhead_Platform

11.04.2012 - spiegel.de - "Elgin"-Bohrinsel - Stopfen des Gaslecks verzögert sich um Wochen

Noch immer strömen große Mengen Gas aus der leckgeschlagenen "Elgin"-Plattform in der Nordsee. Die Betreiberfirma Total hat nun einen Plan vorgelegt, wie das Leck geschlossen werden soll - doch seine Umsetzung verzögert sich. Mehr dazu (68 KB)

05.04.2012 - greenpeace.de - Elgin-Plattform: Folgen des Gaslecks für Klima und Politik

Folgen des Gaslecks fuer Klima und Politik-kVeröffentlicht von Christina Hofmeister

Welche Konsequenzen hat der Unfall auf der Gas-Plattform "Elgin" in der Nordsee eigentlich für die Umwelt und das Klima? Und wer kommt für den Schaden auf? Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie im Interview mit Greenpeace. Es wird deutlich: Die Politik muss endlich Lehren aus solchen Unglücken ziehen!

Online-Redaktion: Was bedeutet der Austritt der ca. 200.000 Kubikmeter Gas am Tag für die Umwelt und das Klima?

Dr. Hans-Jochen Luhmann: 200.000 Kubikmeter pro Tag sind eine Schätzung, die TOTAL abgegeben hat. Wie der Konzern darauf gekommen ist, wurde bislang nicht näher erläutert. Das ausströmende Gas ist weitüberwiegend Methan, welches klimawirksam ist. Sofern es oberhalb der Wasseroberfläche entweicht, wie der Betreiber berichtet, entsteht daraus allein ein Klimaeffekt.

In Bezug auf die Klimaschädlichkeit entspricht die Emission auf der "Elgin" 1,5 Millionen Tonnen CO2, die in einem Jahr in die Atmosphäre entweichen würden, wenn es nicht gelingt, das Leck früher zu schließen.

Zum Vergleich: Im Jahre 1990 kam es zu einem massiven Methan-Austritt, nachdem der Konzern Exxon auf der Suche nach neuen Ölvorkommen versehentlich eine Methan-Blase anbohrte. In der Folge entwichen 2,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr in die Atmosphäre. Das Leck ist bis heute nicht gestopft. Im Falle der "Elgin" sind die Mengen etwas geringer.

Online-Redaktion: Wie kann man sich als Laie diese Mengen vorstellen? Mehr dazu (116 KB)

 

13.04.2012 – UZ - Renaissance eines alten Bauwerks

Christel Wegner-kGastkolumne von Christel Wegner - Die Meldungen rund um die Atomanlagen in Gorleben überschlugen sich kürzlich geradezu. Offenbar sollten sie beruhigend wirken - tatsächlich aber handelte es sich um eiskaltes politisches Kalkül.

Da posaunte erst das Niedersächsische Umweltministerium heraus, dass die Strahlenmesswerte am Zwischenlager in Gorleben im vergangenen Jahr nicht überschritten wurden. Welch ein Erfolg, sollte man wohl meinen! Oder haben wir einfach nur Glück gehabt, dass die radioaktiven Strahlen die Gegend nicht noch mehr verseucht haben? Denn frühere Untersuchungen zeigten, dass rund um Gorleben seit Eröffnung des Zwischenlagers weniger Mädchen als im Bundesdurchschnitt geboren werden. Ähnlich sieht es auch rund um die Asse aus. Hinzu kommt, dass Kinder, die in der Nähe von Atomkraftwerken leben, einem erhöhten Leukämierisiko ausgesetzt sind. Wenn also die Atommafia sagt, dass die Strahlenmesswerte in Gorleben nicht überschritten wurden, dann ist das entweder eine Lüge oder es stimmt etwas mit der Strahlenmessung nicht.

Gemessen hatten sowohl das Umweltministerium als auch die "Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS)". Und beide kommen auf unterschiedliche Ergebnisse. Die Differenz sei durch unterschiedliche Messtechniken zu erklären, so ein Sprecher der GNS. Mehr dazu (72 KB)

 

05.04.2012 – WOZ - Das Gasleck in der Nordsee - Bohren bis ans Limit

Von Daniel Stern - Bis jetzt ist die Nordsee knapp von einer ganz grossen Umweltkatastrophe verschont geblieben. Wenig hat gefehlt, und eine Förderplattform des Öl- und Gaskonzerns Total wäre in den letzten Tagen mitsamt der mit ihr durch eine Brücke verbundenen schwimmenden Raffinerie in die Luft geflogen. Inzwischen ist die Flamme auf der Raffinerie erloschen und somit die Gefahr vorerst gebannt, dass sich das auf der Plattform entweichende Gas entzündet.

Doch aus einem Ventil der Total-Plattform, die rund 240 Kilometer vom schottischen Aberdeen entfernt ist, strömt nun Gas in die Atmosphäre. Zum grossen Teil handelt es sich dabei um klimaschädigendes Methan. Ob und wie viel hochgiftiger Schwefelwasserstoff ausströmt, ist unklar. Ausserdem hat sich um die Plattform ein Ölfilm gebildet, auf dem gemäss einer Erkundungsmission der Umweltorganisation Greenpeace gelbe Flocken schwimmen. Was es mit den ins Meer gelangten Substanzen auf sich hat, werden die Laborauswertungen in den kommenden Tagen zeigen. Auf der Plattform selbst herrscht immer noch akute Explosionsgefahr, niemand wagt sich in ihre Nähe. Bis das Leck gestopft werden kann, könnten Monate vergehen. Mehr dazu (60 KB)

 

28.03.2012 – Tagesspiegel - Gas-Leck auf der Nordsee: Flamme auf der Total-Plattform

Flamme auf der Total-Plattform-kAuf der Total-Plattform brennt eine Flamme, die nicht mehr vor der Evakuierung gelöscht werden konnte. Es soll jedoch keine akute Explosionsgefahr bestehen.

Experten haben sich beunruhigt über die Tatsache gezeigt, dass an der lecken Nordsee-Gasplattform noch immer eine Gasfackel brennt. Ein Sprecher des französischen Energiekonzerns Total räumte am Mittwoch ein, dass die Flamme an der Spitze der Anlage drei Tage nach der vollständigen Evakuierung der Anlage weiterhin brenne. Experten zufolge könnte es zu einer Explosion kommen, wenn das durch ein Leck austretende Gas mit der Fackel in Kontakt kommt. Angesichts der gegenwärtigen Wetterverhältnisse bestehe jedoch keine Explosionsgefahr, teilte Total am Mittwoch mit. Dennoch würden derzeit Pläne entwickelt, wie die Flamme gelöscht werden könnte.

Bei der Evakuierung der Plattform am Montag sei die Gasfackel nicht gelöscht worden, zitierte die britische Rundfunkanstalt BBC einen Unternehmenssprecher.

Unterdessen wurden die Überwachungsflüge in der Region fortgesetzt. Zuletzt war dabei ein dünner Film kondensierten Gases auf der Wasseroberfläche entdeckt worden. Total-Sprecher Jacques Emmanuel Saulnier beschrieb die Lage am Mittwoch als ernst, aber stabil. „Die ersten Hinweise deuten darauf hin, dass es momentan keine signifikanten Beeinträchtigungen der Umwelt gibt“, sagte Saulnier dem Rundfunksender France-Info. „Die absolute Priorität liegt heute darauf, das Gasleck zu schließen und die Umweltschäden zu begrenzen.“ Zur Schließung des Gaslecks an dem Bohrloch vor der Ostküste Schottlands prüfte Total mehrere Optionen. Bis zur Fertigstellung einer Entlastungsbohrung könnten sechs Monate vergehen, erklärte Total laut einem BBC-Bericht vom Mittwoch. Die Lage sei stabil, das Leck jedoch noch nicht gefunden. Mehr dazu (104 KB)

 

28.03.2012 – jw - Fukushima im Keller

Fukushima im Keller-kAtommüllfässer in Brunsbüttel durchgerostet. Greenpeace: Radioaktivität im Betonbunker so hoch wie in japanischem Havariereaktor

Von Mirko Knoche, Hamburg - Ein Atommüllskandal folgt auf den anderen. Nachdem Mitte März auch im Kernkraftwerk Neckarwestheim verrostete Fässer mit radioaktivem Müll gefunden wurden, haben am gestrigen Dienstag Dutzende Atomkraftgegner vor der Karlsruher EnBW-Zentrale protestiert. Und die Grünen-Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz aus Schleswig-Holstein und Manuel Sarrazin aus Hamburg wollen vom Atomkonzern Vattenfall wissen, ob im abgeschalteten Kernkraftwerk Krümmel schwach- bis mittelradioaktiven Abfälle in beschädigten Behältern lagern. In unterirdischen Kavernen stehen rund 1100 Fässer, wie die Bergedorfer Zeitung Mitte März herausfand. Derzeit werden Atomkraftwerke (AKW) bundesweit nach Lecks untersucht. Anfang März war bekanntgeworden, daß im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel bereits Mitte Dezember völlig durchrostete Tonnen gefunden wurden.

Ein Greenpeace-Sprecher bezeichnete die Vorfälle im Gespräch mit junge Welt als »unterschätztes Atommüllproblem«. Weder die Energieerzeuger noch die Anti-AKW-Bewegung hätten sich damit ausreichend beschäftigt. Auf jW-Nachfrage räumte auch die Geesthachter Gemeinderätin der Grünen, Bettina Boll, ein, man habe den im Gebäudeplan eingezeichneten Müllbehältern keine Bedeutung beigemessen. Mehr dazu (68 KB)

 

23.11.2011 – derStandard.at - Ausnahmezustand in Gorleben: Zusammenstöße beim Castor-Transport

Zusammenstoesse beim Castor-Transport-kDie Polizei versprühte aus einem Hubschrauber Tränengas über einem Protestlager in Frankreich

Lüneburg/Valognes - Wenige Stunden vor dem Start des letzten für Gorleben bestimmten Castor-Transports mit hoch radioaktivem Müll ist es in Valognes (Frankreich) zu ersten Zusammenstößen von Demonstranten und der Polizei gekommen. Der Castor-Transport rollt seit Mittwochnachmittag in Richtung Gorleben. Trotz heftiger Proteste von Atomkraftgegnern setze sich der Zug gegen 16.00 Uhr an der Areva-Verladestation bei Valognes in Bewegung.

Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften drängte die Demonstranten schließlich unter massivem Einsatz von Tränengas zurück. Mindestens zwölf Demonstranten wurden nach Medienberichten festgenommen. Die Behörden hatten auf beiden Seiten der Bahngleise eine Art Sperrzone eingerichtet. Nach rund 1200 Kilometern Wegstrecke wird der 13. Castor-Transport am Wochenende im Wendland erwartet.

Französische Polizisten hielten nach Angaben des TV-Nachrichtensenders BFM Atomkraftgegner am Mittwochmorgen mit Tränengas von den Bahngleisen fern. Auch über einem Protestlager der Atomkraftgegner nahe Valognes sei aus einem Hubschrauber Tränengas versprüht worden, berichtete ein Sprecherin des französischen Netzwerks für den Atomausstieg ("Sortir du Nucléaire"). "Wir konnten kaum noch etwas sehen", sagte sie. Mehr dazu (128 KB)

 

18.11.2011 – FTD - Dreckiges Öl für Jobs

Es sind gigantische, toxische Seen. Alle paar Sekunden geben Gaskanonen Warnschüsse ab, damit sich bloß kein Lebewesen dem verseuchten Wasser nähert. Die Ölsandgebiete im kanadischen Alberta verbreiten ein Bild des Schreckens. von Jens Korte

Aus Sand Öl zu quetschen gehört zu den dreckigsten und energieaufwendigsten Methoden bei der Energiegewinnung. Doch im Kampf um Arbeitsplätze und Unabhängigkeit in der Energieversorgung fragt in den USA niemand nach dem ökologischen, mitunter auch nicht einmal nach dem ökonomischen Preis. Denn darum geht es: Die USA versuchen, die Abhängigkeit von arabischen Lieferungen auf ein Minimum zu begrenzen. In den nächsten Jahren könnte die Energiegewinnung nahezu autark erfolgen.

Dazu soll eine gigantische Pipeline quer durch Nordamerika gezogen, das dreckige Öl aus Alberta über die Keystone-Pipeline bis zu den Raffinerien in Texas und im Golf von Mexiko gepumpt werden. Zwar hat die US-Regierung die Entscheidung über die Keystone-Pipeline bis nach den Wahlen in einem Jahr verschoben. Aber das dürfte Obama nur getan haben, um seine Parteigänger nicht zu verschrecken. Mehr dazu (96 KB)

 

10.11.2011 – FTD - Gefahr fürs Weltklima - Obama darf sich nicht mit schmutzigem Öl besudeln

Obama darf sich nicht mit schmutzigem OEl besudeln-kKommentar - Der US-Präsident hat eine neue Klimapolitik versprochen. Dann aber muss er den Bau der Keystone-XL-Pipeline verhindern. Ein Aufruf von neun Friedensnobelpreisträgern. von Desmond Tutu und Jody Williams

Desmond Tutu war Erzbischof von Kapstadt und erhielt für seinen Einsatz gegen die Apartheid in Südafrika 1984 den Friedensnobelpreis.

Jody Williams ist US-Menschenrechtsaktivistin und bekam 1997 den Friedensnobelpreis für ihr Bemühen um ein weltweites Landminenverbot.

Vergangenen Sonntag bildeten Tausende eine Menschenkette um das Weiße Haus, um US-Präsident Barack Obama zum Stopp der Pipeline Keystone XL zu bewegen. Die 2700 Kilometer lange Pipeline verliefe von den Teersanden der kanadischen Provinz Alberta durch das Kernland der USA bis hinunter zur texanischen Küste am Golf von Mexiko. Gibt Obama dem Projekt grünes Licht, wäre es eine der katastrophalsten Entscheidungen seiner Präsidentschaft.

Der Umweltforscher James Hanson, Direktor des Nasa Goddard Institute for Space Studies, sagt, die Pipeline wäre der Todesstoß für das Weltklima. Öl aus den Teersanden Albertas ist das schmutzigste der Welt, und seine Gewinnung verursacht bereits Probleme. Wird Keystone gebaut, werden die Anstrengungen zur Ölproduktion dort noch verstärkt - wodurch die Lage noch weiter verschlimmert würde. Mehr dazu (164 KB)

 

02.11.2011 – süddeutsche - Atomkatastrophe in Japan: Neue Kernspaltung in Fukushima befürchtet

Neue Kernspaltung in Fukushima befuerchtet-kEine neue Hiobsbotschaft aus Japan: Im Reaktor 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima-1 gibt es Anzeichen für eine erneute Kernspaltung. Die Betreiberfirma Tepco beschwichtigt, die Lage sei stabil und der Vorfall werde sich nicht auf die künftige Arbeit auswirken.

Aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ist ein neuer Vorfall gemeldet worden. In einem der Reaktoren seien Anzeichen für eine erneute Kernspaltung entdeckt worden, teilte die Betreiberfirma Tepco mit. Deshalb habe man vorsorglich Borsäure in den Reaktor 2 der Anlage eingeleitet, um eine mögliche Kettenreaktion zu verhindern. Temperatur, Druck und radioaktive Strahlung hätten sich aber laut Tepco nicht wesentlich verändert.

Der Konzern versuchte, den Vorfall herunterzuspielen: Es handele sich um keine besonders kritische Situation. "Wir haben bestätigt, dass der Reaktor stabil ist, und wir glauben nicht, dass der Vorfall einen Einfluss auf unsere künftige Arbeit haben wird", sagte Tepco-Sprecher Osamu Yokokura. Außerhalb des Kraftwerks sei keine Radioaktivität festgestellt worden. Auch ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde, Hiroyuki Imari, sagte, man gehe nicht davon, dass es sich um ein größeres Problem handele. Es sei jedoch eine Untersuchung aufgenommen worden.

Die Sorge über eine mögliche unkontrollierte Kernspaltung war durch das vermutete Auftreten der Gase Xenon-133 und Xenon-135 entstanden, Nebenprodukten einer atomaren Reaktion. Beide Substanzen haben eine kurze Halbwertszeit, so dass eine mögliche Kernspaltung kürzlich erfolgt sein müsste. In kontrollierter Form erfolgt Kernspaltung in Atomreaktoren zur Energiegewinnung. Mehr dazu (108 KB)

 

27.06.2011 – IDW - Trotz Fukushima-1: Japans „atomares Dorf“ hält an der Nuklearenergie fest - GIGA Focus Asien (5/2011) - von Felix Doege und Patrick Köllner

Am 11. März 2011 ereignete sich 130 Kilometer östlich der japanischen Hafenstadt Sendai im Pazifischen Ozean ein Erdbeben der Stärke 9,0 auf der Richterskala. Das Beben löste eine Tsunamiwelle mit einer Höhe von bis zu 15 Metern aus, die verheerende Zerstörungen in der Region Tohoku anrichtete und ganze Küstenstädte fortspülte. Auch Teile des Atomkraftwerks Fukushima-1 wurden stark beschädigt, sodass die Kühlung der abgeschalteten Reaktoren nicht mehr hergestellt werden konnte.

Fukushima-1 ist lediglich der jüngste, wenngleich schwerste in einer langen Reihe von Unfällen in japanischen Atomkraftwerken (AKWs). Die japanische Regierung hält jedoch trotz der erwiesenen Gefährdung durch Erdbeben und steigender Kosten ihres Atomprogramms mittelfristig an ihrer Nuklearenergiestrategie fest.

— Japans Atomenergiestrategie folgt seit über einem halben Jahrhundert dem Ziel einer autarken Stromgewinnung. Die Begründungen für diese Strategie haben sich seitdem kaum geändert, aber Japan läuft damit Gefahr, sich auch unabhängig vom jüngsten Unfall in eine energiepolitische Sackgasse zu manövrieren.

— Vertuschungsversuche und Skandale, in die die staatliche Bürokratie und Atomindustrie gleichermaßen involviert waren, haben Schwächen des japanischen atom-energiebezogenen Governance-Systems deutlich werden lassen. Der Charakter dieses Systems hat bislang effektive Veränderungen verhindert, die durch Fukushima-1 notwendiger denn je geworden sind.

— Der landesweite öffentliche Widerstand gegen Atomenergie in Japan bleibt auch nach Fukushima-1 verhältnismäßig gering. Eine Energiewende ist schwierig herbeizuführen, obwohl die derzeitige Katastrophe als Anlass dienen könnte. Mehr dazu (484 KB)

 

18.06.2011 – NZZ - Reinigung von radioaktivem Wasser in Fukushima gestoppt

Reinigung von radioaktivem Wasser in Fukushima gestoppt-kMehr radioaktive Strahlung freigesetzt als erwartet

Der Betreiber des japanischen Katastrophen- Kraftwerkes Fukushima hat die Reinigung des radioaktiven Wassers in der Anlage nach wenigen Stunden wieder gestoppt. Die Freisetzung radioaktiver Strahlung sei schneller gestiegen als ursprünglich erwartet, teilte Tepco am Samstag mit.

(sda/Reuters) Bei der Reinigung soll radioaktiv verseuchtes Wasser dekontaminiert werden, um es danach wieder für die Kühlung der Reaktoren einzusetzen. Derzeit befinden sich in dem havarierten Meiler rund 110'000 Tonnen hochverseuchten Wassers.

Tepco droht das Problem über den Kopf zu wachsen. Das Unternehmen kann die Wassermengen kaum einspeichern, zudem besteht die Gefahr von Lecks. Anfang April hatte Tepco bereits rund 10'000 Tonnen ins Meer abgelassen. Dies führte zu grosser Kritik der Nachbarländer China und Südkorea. Der Artikel als PDF (44 KB)

 

17.06.2011 – UZ - Der Drops ist noch nicht gelutscht

Von Adi Reiher - Das italienische Referendum mit seiner überwältigenden Absage an die Kernenergie hat noch einmal überdeutlich vor Augen geführt, was die Bundeskanzlerin seit Fukushima zu Recht umtreibt - die blanke Sorge um das politische Überleben. Wer sich heute in Mitteleuropa offen für die Kernenergie stark macht, ist in Gefahr, ins politische Abseits zu geraten. Wer allerdings meint, mit der Entscheidung für den Atomausstieg bis 2022 sei der Drops im positiven Sinne gelutscht, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Tatsächlich wurde schon rund um die Entscheidung des Bundestages deutlich, das noch eine lange Auseinandersetzung - nicht nur - um die Energiepolitik bevorsteht.

Die Organisation des Atomaustiegs selbst birgt bereits Konfliktpotential buchstäblich ohne Ende. Die Endlagerung ist ungeklärt, Gorleben oder doch Schacht Konrad oder die bisher unerforschten Gesteinsformationen aus Granit und Ton im Süden der Republik. Eigentlich ist die Frage von vornherein unzulässig.

Niemand kann vorhersehen, was in mehreren hundert oder tausend Jahren ist, außer dass dann der Atommüll immer noch strahlt - unter welchen gesellschaftlichen Verhältnissen auch immer. Wie auch immer. Der Müll ist in der Welt und seine Entsorgung wird uns auf Jahre beschäftigen. Mehr dazu (24 KB)

 

10.06.2011 – UZ - Atomnomaden

Von Adi Reiher - Sie nennen sich selbst Atomnomaden und sind das Pendant zu den "Wegwerfarbeitern" der japanischen Atomindustrie. Schlecht bezahlt, einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt ziehen sie durch ganz Europa und räumen da den Atommüll weg, wo das Stammpersonal nicht hingeschickt wird und sich die Nutznießer und Befürworter der Atomindustrie im Leben nicht hintrauen würden und natürlich auch nicht müssen.

Es sind beinahe wieder Zustände, wie wir sie aus den Beschreibungen des jungen Friedrich Engels aus der "Lage der arbeitenden Klasse in England" kennen. Und das ist über 150 Jahre her. Die Situation der Leiharbeiter in den Atomanlagen von Fukushima über Brunsbüttel bis La Hague ist dabei nur die Spitze des Eisberges. Wo die Rechte der Gewerkschaften ausgehöhlt, Wochen- und Lebensarbeitszeit immer mehr verlängert, die Löhne auf das Existenzminimum gedrückt werden, da bewegen wir uns auf die menschenverachtenden Zustände des Frühkapitalismus zu. Das betrifft nicht nur die Leiharbeit, auch die Kernbelegschaften kennen den unaufhörlich wachsenden Druck der letzten Jahrzehnte. Menschenleben sind nicht nur in Tripolis oder am Kundus nicht mehr viel wert. Auch im Inneren Europas herrscht Krieg, Klassenkrieg. Seine Verwundeten und seine Leichen werden im gleichen Namen wie am Hindukush produziert - im Namen unerbittlichen Profitstrebens. Mehr dazu (16 KB)

 

07.06.2011 – jw - »Strahlenproletariat« in deutschen AKW

Betreiber stellen für Reparaturen und gefährliche Arbeiten Tausende Leiharbeiter ein

Von Reimar Paul - In seinem Buch »Ganz unten« berichtete der Schriftsteller Günter Wallraff schon 1985, daß die Atomkraftwerksbetreiber für Reparaturen an den Meilern gerne auf Leiharbeiter zurückgreifen. »Für die relativ gefährlichen Arbeiten heuern sie über Subunternehmer immer wieder kurzfristig neue Leute an, die dann oft in wenigen Stunden oder Tagen, manchmal sogar nur Sekunden die Jahreshöchstdosis an Strahlen … weghaben«, so Wallraff. »Ausländer, Türken vor allem, werden bevorzugt eingestellt. Ich nehme an, weil sie so mobil sind.«

Allzu viel geändert hat sich seither offenbar nicht. Wie die Süddeutsche Zeitung am Montag meldete, erledigen immer noch Tausende Leiharbeiter viele Aufgaben vor allem bei der jährlichen Wartung der AKW. Das Blatt berief sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken. Mehr dazu (20 KB)

 

11.05.2011 – NZZ - Methan im Trinkwasser - Folgen der US-Erdgasförderung

Methan im Trinkwasser-kH. W. - Seit einigen Jahren boomt die Erdgasproduktion in den USA. Denn dank technischen Fortschritten können heute auch unkonventionelle Gasvorkommen aus Tonstein (bekannt als Schiefergas) gefördert werden. Zentral ist dabei das Hydraulic Fracturing, ein Prozess, bei dem unter enormem Druck ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Tonstein gepresst wird. Dadurch bilden sich im Gestein Risse, durch die das Erdgas ins Bohrloch hinein und von dort aus an die Erdoberfläche gelangt. Von 2009 auf 2010 hat sich die Menge des in den USA so geförderten Gases mehr als verdoppelt.

Je weiter sich die neue Technik verbreitet, desto lauter wird über ihre ökologischen Folgen diskutiert. Im Vordergrund stehen Auswirkungen auf das Trinkwasser. Bedenken gibt es zum Beispiel, weil Methan – der Hauptbestandteil des Schiefergases – durch die neu gebildeten Risse im Gestein in höher liegende Grundwasserschichten wandern könnte. Gleiches gilt für die eingesetzten Chemikalien sowie Salze und radioaktive Substanzen, die natürlicherweise in Schiefergas-Schichten vorkommen.

Nun haben Forscher der Duke University, North Carolina, wertvolle Daten zum Thema geliefert.¹ Sie untersuchten 60 private Trinkwasserbrunnen im Bereich der Marcellus- und der Utica-Formation, zweier Schiefergas-Vorkommen im Nordosten der USA. Demnach sind die Methankonzentrationen im Wasser in einem Umkreis von einem Kilometer um Schiefergas-Bohrungen im Durchschnitt 17-fach höher als in Gebieten, wo noch keine Förderung stattfindet. Eine Verunreinigung mit anderen Stoffen wurde aber nicht festgestellt. Mehr dazu (44 KB)

 

10.05.2011 – NZZ - Frankreich will Abbau von Schieferöl blockieren

Frankreich will Abbau von Schieferoel blockieren-kWiderstand gegen Bohrkonzessionen mit potentiell weitreichenden Folgen

Frankreich schickt sich als erstes europäisches Land an, den Abbau von Schieferöl und Schiefergas zu verbieten. Ein solcher Schritt hätte weitreichende Konsequenzen. Der Erdölindustrie würde nämlich für den Abbau sogenannt «unkonventioneller Öl- und Gasvorräte» ein Riegel geschoben.

rt. - Ein von praktisch allen politischen Parteien in Frankreich gutgeheissener Gesetzesentwurf, der sich explizit gegen den Abbau von Schieferöl und -Gas richtet, ist am Dienstag in der Nationalversammlung erörtert worden und dürfte noch im Juni von beiden Kammern definitiv verabschiedet werden.

Der Widerstand gegen die vor Jahresfrist an zwei amerikanische Firmen erteilten Bohrkonzessionen hatte sich in ökologischen Kreisen und beim Parti socialiste (PS) entfacht; inzwischen ist auch die Regierungspartei UMP umgeschwenkt. Mehr dazu (56 KB)

 

08.04.2011 – UZ - Kontrollierte Umweltverseuchung

Kopfgeld: bis zu 3 500 Euro pro Schicht in Fukushima

Von Bernd Redlich - Die Arbeiter in den Kernkraftwerken von Tokio Electric Power (Tepco) in Fukushima versuchen weiterhin, ein Leck im Reaktor 2 zu stopfen, aus dem hochradioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik fließt. Vergeblich war zuerst Beton eingespritzt worden, dann verfiel das Management auf die Idee, es mit einer Mischung aus Kunststoffkleber, Zeitungspapier und Sägespänen zu versuchen. Das klingt eher nach Heimwerkerei als nach planmäßiger Katastrophenbekämpfung.

Nachdem etwa 11 0000 Tonnen Kühlwasser "kontrolliert" aus der zentralen Abwasseranlage des Kraftwerks ins Meer abgelassen worden waren, ergaben Messungen im Pazifik etwa 30 bis 40 Kilometer südlich von Fukushima einen Wert von 79,4 Becquerel. Der zulässige Höchstwert beträgt 40 Becquerel. Die japanische Agentur für Nuklearsicherheit versucht zu beschwichtigen: Die Belastung mit radioaktivem Jod 131 verdünne sich immer weiter, die Werte seien nicht gesundheitsgefährdend.

Und der Betreiber Tepco ist weiterhin nicht fähig, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Immer noch sind Brennstäbe in der Schmelze. Nach dem Auffinden zweier Leichen im Reaktor 2 ist das Unternehmen nicht in der Lage zu erklären, warum die Körper jetzt erst gefunden worden sind. Als sicher gibt der Unternehmenssprecher aber an, die beiden Angestellten, 21 und 24 Jahre alt, seien am 11. März Opfer des Tsunami geworden. Tepco unternimmt große Anstrengungen, so genannte "Liquidatoren" zu rekrutieren, die die Arbeit in den verstrahlten Gebäuden durchführen sollen. Mehr dazu (20 KB)

 

08.04.2011 – UZ - "Horrorbrüder" aus der gleichen Ursprungszelle

Fukushima 1 und die deutschen Reaktoren

Von Hans-Peter Brenner - Unter der Überschrift "Bekenntnisse eines Ingenieurs" brachte die "Süddeutsche Zeitung" am 19. März eine relativ kurze Meldung, die aber ein grelles Licht auf die skrupellose und ausschließlich am Profit orientierte Grundstruktur und Vorgehensweise der Atomwirtschaft - nicht nur in Japan - warf. "Notkühlsystem in Fukushima war improvisiert", hieß es. Ein Kronzeuge, der pensionierte Ingenieur Shiro Ogura, gab auf einer Pressekonferenz des atomkraftkritischen japanischen Bürgerzentrums (CNIC) in Tokio geradezu unglaubliche Informationen zur Entstehung und Konstruktionsgeschichte der Katastrophenreaktoren in Fukushima bekannt.

Sicherheit nach Profit-Vorgaben

Ogura hatte 35 Jahre lang für den Technologiekonzern Toshiba als Spezialist für das Design der Kühlsysteme von Kernkraftwerken gearbeitet und Atomkraftwerke geplant und gebaut. Mit Ausnahme des Reaktors IV war er an der Entwicklung aller sechs Blöcken im Kraftwerk Fukushima 1 beteiligt.

Wer gab dafür die technologischen Vorgaben? Die wissenschaftliche begründete Risikoeinschätzung? Der internationale denk- und machbare höchste Sicherheitsstandard? Oder die auf die Technologie einwirkenden geologischen, ökologischen und/oder meteorologischen Parameter? Oder zumindest der individuelle Sachverstand des Ingenieurs?

Weit gefehlt! Über die technische Auslegung dieser Kühlsysteme und über die Sicherheitsanforderungen entschieden ganz andere Instanzen. "Man hat mir die Bedingungen mitgeteilt, die die Kühlsysteme erfüllen müssen und genau solche habe ich entwickelt", erklärte Ogura. Ihm sei immer nur gesagt worden, es gebe keine Erdbeben von mehr als Stärke acht auf der Richterskala. Bekanntlich erreichte das Katastrophenerdbeben aber Stärke 9. Das alles ist schon katastrophal genug. Doch es ist tatsächlich noch viel schlimmer. Mehr dazu (48 KB)

 

07.04.2011 – jw - »Für eine Versiegelung ist es zu heiß«

Kein Ende der Reaktorkatastrophe in Fukushima in Sicht. Strahlung weiterhin hoch. Ein Gespräch mit Manfred Santen - Interview: Mirko Knoche

Manfred Santen ist Chemiker bei der Umweltorganisation Greenpeace

Die Betreiberfirma des AKW Fukushima, Tepco, informiert sehr unzuverlässig über die Atomkatastrophe. Greenpeace hat Experten vor Ort. Was wissen Sie über die tatsächliche Lage?

Bislang haben wir eigene Meßwerte aus einer Entfernung von 20 bis 40 Kilometern um die Nuklearanlage. Die sind aber schon ein paar Tage alt. Sie stimmen mit den Angaben der japanischen Behörden weitgehend überein. Was uns fehlt, und was unsere Leute auch nicht ermitteln können, sind verläßliche Meßergebnisse im Wasser. So dicht können unsere Experten nicht herankommen, und das sollen sie auch nicht.

Die USA haben schon sehr früh gefordert, die Sperrzone deutlich auszuweiten. Was ist Ihre Meinung dazu?

Unsere Leute haben mindestens 40 Kilometer angegeben, nach dem, was sie selbst gemessen haben. Die USA haben von 80 bis 100 Kilometern gesprochen. Ich denke, das ist aus Vorsorgegründen vertretbar. Die 40-Kilometer-Empfehlung unserer Kollegen vor Ort ist das absolute Minimum. Mehr dazu (24 KB)

 

07.04.2011 – jw - Endlager Ozean

Nicht nur Tepco in Fukushima, auch in La Hague, Sellafield und anderenorts verseuchen Atomkonzerne die Weltmeere mit Atommüll

Von Max Eckart - Tausende Tonnen angeblich nur mäßig radioaktiv verstrahltes Wasser leiten die Arbeiter aus dem Atomwrack Fukushima in Japan seit Tagen in den Pazifik. Dazu floß bis Dienstag aus mindestens einem Riß im Reaktor Nummer 2 unkontrolliert hoch belastete Brühe in den Ozean. Greenpeace hält die Aktion des Atomkonzerns Tepco für unverantwortlich und warnt bereits vor einer langfristigen Kontamination des Meeresbodens. Das radioaktive Wasser kann nach Ansicht der Umweltorganisation, die mit zwei Teams vor Ort ist und in der Nähe des havarierten AKW die Strahlung mißt, wieder an die Küste gespült werden. Mit der Gischt der Wellen könnten die strahlenden Partikel zudem in die Luft gelangen.

Doch eine Alternative zum Ablassen des Wassers bleibt Tepco wohl nicht. Die gewaltigen Wassermengen, die in den vergangenen Wochen per Wasserwerfer, Hubschrauber und Behelfspumpen in die havarierten Reaktoren hineingeschüttet und dort radioaktiv Endlager Ozean-kbelastet wurden, müssen wieder aus dem Kraftwerk hinaus. Denn die hoch bis in die Turbinenräume stehende Flüssigkeit verhindert die Wiederinbetriebnahme der Kühlung – eine wichtige Voraussetzung, um die Situation zu stabilisieren. Somit bleibt, da an eine ordnungsgemäße Entsorgung der Wässer derzeit nicht zu denken ist, nur ihre Einleitung ins Meer.

Verboten ist das nicht. Und es ist auch nicht das erste Mal, daß Radioaktivität in größerem Umfang ins Meer gelangt. Jahrzehntelang durften radioaktive Abfälle sogar legal in den Ozeanen verklappt werden, bis dies 1994 die International Maritime Organisation (IMO) zumindest teilweise verbot. Nahezu alle Atommüll produzierenden Länder hatten bis dahin mehr als 100000 Tonnen radioaktiven Abfall im Meer versenkt. Großbritannien hat dabei mit etwa 80 Prozent den größten Anteil beigesteuert. Die USA räumten gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde ein, von 1946 bis 1970 mehr als 90000 Container mit radioaktivem Abfall vor ihren Küsten versenkt zu haben. Auch aus der Bundesrepublik Deutschland wurden einige hundert Tonnen Atommüll im Meer entsorgt. Mehr dazu (24 KB)

 

26.03.2011 – attac - Anti-AKW-Demos: Korrektur der Teilnehmerzahlen

Sehr geehrte Damen und Herren,

die untenstehende Pressemitteilung haben wir vor einer Stunde über diesen Verteiler geschickt. Da nun aktualisierte Teilnehmerzahlen der Anti-AKW-Demonstrationen vorliegen, möchten wir eine entsprechende Korrektur nachreichen: Insgesamt haben heute in Berlin, Köln, Hamburg und München 250.000 Menschen für das sofortige Abschalten aller AKW demonstriert. In Berlin waren es 120.000, in Köln 40.000, in Hamburg 50.000 und in München 40.000 Menschen. Mehr dazu (20 KB)

 

19.03.2011 – jw - »Merkels Schwenk in der Atompolitik ist eine Megalüge«

Merkels Schwenk in der Atompolitik ist eine Megaluege-kNur eines der sieben AKW wurde tatsächlich vom Netz genommen – die anderen sind außer Betrieb oder in Revision. Gespräch mit Felix Ruwe

Interview: Peter Wolter - Auch im westfälischen Ahaus gibt es seit Jahren erheblichen Widerstand gegen die Atompolitik – dort steht immerhin ein riesiges Zwischenlager für Nuklearmüll. Müßte Ihre Bürgerinitiative nicht jubilieren, nachdem die Bundesregierung sieben Atomkraftwerke (AKW) vorläufig vom Netz genommen hat?

Wir jubilieren keineswegs, vor allem auch deswegen nicht, weil wir sehen, was zur Zeit in Japan los ist. Hier in Ahaus befassen wir uns seit 33 Jahren mit diesem Thema – wir stehen also gut im Stoff und wissen genau, was auf die Menschen zukommt.

Aber wie werten Sie denn die Entscheidung, diese Kraftwerke vorläufig stillzulegen?

Dieser Schwenk in der Atompolitik ist eine Megalüge, ein großer Bluff, mit dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Umweltminister Norbert Röttgen enorm blamieren. Tatsächlich ist nämlich mit Isar 1 nur ein einziges Kraftwerk vom Netz gegangen. Ein weiteres wurde vorzeitig in Revision geschickt – das war’s auch schon.

Die AKW Krümmel und Brunsbüttel sind sowieso seit längerem außer Betrieb. Biblis A wäre planmäßig im Juni für acht Monate vom Netz gegangen, das geschieht jetzt drei Monate eher. Biblis B und Philippsburg 1 stehen seit dem 28. bzw. seit dem 19. Februar still. Neckarwestheim 1 war bis vor wenigen Tagen ebenfalls monatelang in Revision, ist also vor dem Stopp höchstens kurz angefahren worden. Mehr dazu (24 KB)

 

17.03.2011 – jw - GAU mit Ansage

GAU mit Ansage-kVon André Scheer - Die Atomkatastrophe in Japan war offenbar vorhersehbar. Das japanische Außenministerium veröffentlichte bereits Mitte 2008 einen Bericht der »Gruppe für Nukleare Sicherheit und Sicherung« (NSSG), einer Einrichtung der G8. Das asiatische Land hatte zu diesem Zeitpunkt den Vorsitz der Gruppe der acht führenden Wirtschaftsmächte inne und richtete deren Gipfeltreffen im Juli 2008 in Tyako aus. In dem Papier der NSSG wird darauf hingewiesen, daß ein Erdbeben der Stärke 6,6 im Juli 2007 das Atomkraftwerk Kashiwazaki Kariwa stark beschädigte und dieses abgeschaltet werden mußte. Dieses Ereignis unterstreiche »die Bedeutung einer internationalen Antwort auf Risiken, die Erdbeben für Kernkraftwerke weltweit bedeuten«, heißt es in dem Dokument.

Bei den Diskussionen, die der Veröffentlichung dieses Berichts vorausgingen, wurden die Experten offenbar noch deutlicher. Das geht aus einer Depesche hervor, die dem Daily Telegraph vom Internetdienst Wikileaks zugespielt wurde. In dem Papier vom Dezember 2008, das die britische Zeitung am Mittwoch veröffentlichte, zitieren Diplomaten der US-Botschaft in Tokio Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Diese hätten bei einer Besprechung mit G8 und NSSG darauf hingewiesen, daß die japanischen Richtlinien für Erdbebensicherheit in den vergangenen 35 Jahren nur dreimal überprüft worden seien. Die Bebenstärke, für die Japans Reaktoren ausgelegt wurden, sei bereits in der Vergangenheit mehrfach übertroffen worden. »Das ist ein ernstes Problem«, so die Experten damals. Mehr dazu (20 KB)

 

17.03.2011 – jw - Ausstieg vor dem Einstieg

Nach der Atomkatastrophe in Japan legt Venezuela das eigene Programm auf Eis

Von André Scheer - Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat angekündigt, das Atomprogramm des südamerikanischen Landes bis auf weiteres auf Eis zu legen. »Es gibt nicht den geringsten Zweifel, daß das, was in Japan mit den dortigen Reaktoren passiert, weltweit die Pläne zur Entwicklung der Kernenergie umwirft«, erklärte der Staatschef am Dienstag abend (Ortszeit) während der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen dem chinesischen Staatsunternehmen CITIC und der venezolanischen Industrie- und Handelsbank über die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens zur Entwicklung von Projekten im Erdöl- und Bergbaubereich. Er habe Energieminister Rafael Ramírez beauftragt, die entsprechenden Vorarbeiten, die sich noch »in einem sehr frühen Stadium« befunden hätten, bis auf weiteres einzustellen.

Venezuela hatte im vergangenen Oktober ein Abkommen mit Rußland über den Bau eines Forschungsreaktors unterzeichnet. Bereits damals hatten Kritiker, darunter auch Unterstützer der Regierung, darauf hingewiesen, daß das Land eine solche Technologie nicht benötige, weil es seinen Bedarf aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Wind und Sonne decken könne. Mehr dazu (16 KB)

 

15.03.2011 – kommunisten.eu - Atom-Mappus abschalten

Atom-Mappus abschalten-kDie Bundesregierung spielt auf Zeit. Gestern hat sie verkündet, dass sie die Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke für drei Monate aussetzen will, heute hat sie nun erklärt, dass währende dieser Zeit die sieben ältesten Atommeiler, die vor 1980 gebaut wurden, abgeschaltet werden sollen, aber nur zeitweise. Das ist kein Ausstieg aus dem Ausstieg von dem Ausstieg. Das neue geänderte Atomgesetz ist weiterhin in Kraft und es deutet auch nichts daraufhin, dass es nach dem dreimonatigen Moratorium zurückgenommen werden soll.

Gestern hatte Bundesumweltminister Röttgen auf Nachfrage erklärt, dass nur das Kraftwerk Neckarwestheim, Block 1, in Baden-Württemberg abgeschaltet werden soll. Dies sollte in Gesprächen mit dem Betreiber EnBW erreicht werden. Heute nun die Anordnung einer zeitweiligen Abschaltung von sieben Kernkraftwerden, von denen einige aber zurzeit nicht am Netz sind. Die Bundesregierung sieht die rechtliche Grundlage dafür im § 19, Abs. 3, Ziffer 3 des neuen Atomgesetzes gegeben.

Während Röttgen gestern noch davon sprach, dass Neckarwestheim nach Ablauf des Moratoriums nicht mehr ans Netz gehen wird, hat er heute von einer offenen Entscheidung gesprochen. Der Betreiber EnBW geht am Morgen noch davon aus, dass die Anlage Neckarwestheim I nur eine kleine Zwangspause einlegen muss. Andere vermuten, dass die Entscheidung dazu genutzt wird, die notwendige Revision des Kraftwerkes nun vorzuziehen. Am Nachmittag sagte Ministerpräsident Mappus dann im Landtag: "Neckarwestheim I wird abgeschaltet, dauerhaft, und stillgelegt". Und der Betreiber EnBW erklärte nun, dass ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb des Reaktors voraussichtlich nicht darstellbar sei. Ein politisches Verwirrspiel. Mehr dazu (288 KB)

 

14.03.2011 – jw - Alle AKW abschalten!

Alle AKW abschalten-kVon Reimar Paul und Peter Schadt - Der Kampf gegen Laufzeitverlängerungen war gestern. Angesichts der sich zuspitzenden Reaktorkatastrophen in Japan verlangen die Atomkraftgegner nun einhellig die Abschaltung aller Atomanlagen – weltweit und sofort. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, gibt es in etlichen Ländern am heutigen Montag Mahnwachen, Kundgebungen und Demonstrationen. In mehr als 130 deutschen Städten sind Aktionen gegen das Atomprogramm geplant.

Ein schweres Erdbeben und ein Tsunami hatten am Freitag mehrere Atomkraftwerke in Japan schwer beschädigt. Am Samstag kam es im Atommeiler Fukushima1 zu einer Explosion. In mindestens zwei Reaktorblöcken begannen die Kerne zu schmelzen. Die Radioaktivität in der Umgebung der Atomanlagen stieg stark an, Hunderttausende Menschen wurden evakuiert.

Die schon länger geplante Anti-Atom-Menschenkette am Samstag vom AKW Neckarwestheim nach Stuttgart erhielt durch die dramatischen Nachrichten vom GAU (größter anzunehmender Unfall) Zulauf: Rund 60000 Menschen beteiligten sich an der Demonstration in Baden-Württemberg. Umweltschützer waren in drei Sonderzügen und Hunderten Bussen angereist. Zu der Aktion hatten unter anderem das Bündnis »Ausgestrahlt«, der BUND, campact, die Naturfreunde und Robin Wood aufgerufen. Bei der Kundgebung in Stuttgart war die Stimmung kämpferisch. Die Trauer um die Opfer in Japan vermischte sich mit der Wut auf die Atomlobby. »Die Chance, daß sich hier im Land politisch was verändert, ist so groß wie nie zuvor«, sagte ein Demonstrant. Mehr dazu (24 KB)

 

14.03.2011 – jw - Wann, wenn nicht jetzt?

Lehren aus der Atomkatastrophe in Japan

Von Wolfgang Pomrehn - Gleich sechs Reaktoren sind in Japan außer Kontrolle geraten. Betreiber und japanische Behörden informieren nur spärlich und widersprüchlich, aber mit großer Wahrscheinlichkeit ist bereits in zwei Meilern die Kernschmelze eingetreten. Wir kennen das: Täuschen, Verschweigen, Abwiegeln und Untertreiben gehören überall auf der Welt zum Geschäft der Atomwirtschaft und ihrer Freunde in den Regierungen. Das ist die Kehrseite einer gefährlichen Technik, die Furcht und Schrecken verbreitet, aber ein überaus lohnendes Geschäft für ihre Besitzer ist.

Doch bei vielen steigert das nur die Wut. Zwei Dinge sind jedenfalls schon jetzt glasklar. Erstens: In Fukushima ist bereits Radioaktivität entwichen, und es wird noch viel mehr folgen. Je nach den Wetterbedingungen können schlimmstenfalls etliche hundert oder gar mehrere tausend Quadratkilometer für viele Jahrzehnte unbewohnbar werden. Atomkraft ist, das sehen wir nach Harrisburg 1979 und Tschernobyl 1986 einmal mehr, nicht sicher. Auch nicht in einem der technisch am weitesten entwickelten Länder. Und: Erdbeben, die im übrigen auch hierzulande auftreten, sind nur ein Risikofaktor. Ganz ohne Erdbeben schrammten zum Beispiel im Dezember 2001 das schleswig-holsteinische AKW Brunsbüttel oder im Juli 2006 das schwedische AKW Forsmark nur knapp an größeren Unfällen vorbei. Mehr dazu (20 KB)

 

13.03.2011 - kommunisten.eu - Aus der japanischen Tragödie lernen - Atomkraftwerke sofort abschalten!

Bettina Juergensen-kDie Nachrichten aus Japan sind widersprüchlich und nach wie vor Besorgnis erregend. Noch ist das ganze Ausmaß der Lage nicht bekannt. Wir fühlen uns verbunden mit den Menschen in den betroffenen Regionen, die infolge des schweren Erdbebens und des folgenden Tsunamis ihre Angehörigen verloren haben und sich jetzt um ihre Zukunft und die ihrer Kinder sorgen.

Wir können uns hierzulande dabei wohl kaum die Bedrohung vorstellen, die sich derzeit zudem aus der nuklearen Katastrophe in der Region ergibt: Im Kraftwerk Fukushima Eins (Daiichi), das 240 km nördlich des Großraums Tokio liegt, in dem etwa 30 Millionen Menschen leben, fielen infolge des großen Erdbebens und des nachfolgenden Tsunamis vom 11. März die Kühlsysteme bei mindestens drei der vier Reaktoren aus. Aus dem wenige Kilometer entfernten Kraftwerk Fukushima Zwei (Daini) wurden am Sonntag Störungen des Kühlsystems gemeldet. Auch in anderen Kraftwerken nahe der Hauptstadt Tokio gab es zu mindest zeitweise Störungen, obgleich all diese Kraftwerke angeblich absolut erdbebensicher und gegen Störungen gut geschützt sind. Die mittlerweile außerhalb der Anlage des Kraftwerks Fukushima Eins gemessenen Strahlungswerte sind laut Expertenaussagen nur erklärbar, wenn es dort zuvor zumindest in einem Reaktor eine Kernschmelze gegeben hat.

Verlässliche Einschätzungen und Prognosen gab es am Sonntag jedoch noch nicht. Ein "Super-Gau", d. h. die volle Freisetzung der gesamten Radioaktivität eines Reaktors, hatte offenbar noch nicht stattgefunden, konnte zu diesem Zeitpunkt aber durch Experten nicht ausgeschlossen werden. Die Folgen für Mensch und Natur sind derzeit in keiner Weise absehbar.

Eine Tragödie spielt sich ab, die letztlich weitaus größere Ausmaße annehmen kann als jene von Tschernobyl vor etwa 25 Jahren. Wieder einmal, obgleich die technischen Parameter, konkreten Abläufe und gesellschaftlichen Verhältnisse nicht mit jenen in Tschernobyl vergleichbar sind, wurden durch die Betreiber Gefahren unterschätzt und wurden durch Betreiber wie Politik nicht akzeptierbare Risiken eingegangen. Dabei ist wohl nebensächlich, wie alt das Kraftwerk Fukushima Eins mittlerweile ist. Jahrzehntelang hat man offenbar - vor allem aus Profitgründen - in Japan den Menschen erklärt, dass es keine Alternativen zur angeblich "völlig sicheren" Kernenergiegewinnung gibt. Mehr dazu (392 KB)

 

09.02.2011 – Tagesspiegel -Unter Einfluss: Atomlobbyist als Kernkraft-Aufseher

Atomlobbyist als Kernkraft-Aufseher-kEin früherer Atomlobbyist ist heute Aufseher über die Kernkraft – um mehr Sicherheit geht es ihm nicht.

Berlin - „Zusätzliche Sicherheit“ hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) versprochen, als der Bundestag die Laufzeiten der Atomkraftwerke im vergangenen Herbst verlängert hat. Mit dem neuen Paragrafen 7d im Gesetz werde eine neue dynamische Betreiberpflicht zur Nachrüstung eingeführt, behauptete der Minister. Seit dem 11. Januar nimmt das erste Atomkraftwerk, Neckarwestheim 1, die Laufzeitverlängerung bereits in Anspruch. Nur eine Verbesserung des Sicherheitsniveaus haben bisher weder die Landesatomaufsicht noch die Bundesatomaufsicht verlangt. Darüber hat sich am Mittwoch der Umweltausschuss des Bundestags informiert.

Sylvia Kotting-Uhl, Atomexpertin der Grünen, sagte dem Tagesspiegel nach der Sitzung: „Jetzt stellt sich die Frage, was der Paragraf 7d tatsächlich bedeutet.

“ Im Fall Neckarwestheim 1 gibt es nämlich einen Antrag des Betreibers EnBW aus dem Jahr 2007, in dem er eine sicherheitstechnische Nachrüstung beantragt hatte. „Mit dem Antrag ist dokumentiert, dass es einen relevanten Sicherheitsabstand zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim 1 und dem jüngeren Reaktor Neckarwestheim 2 gibt“, sagt sie. Mehr dazu (56 KB)

 

27.12.2010 – jw - Leichen im Bergwerk

Autor verarbeitet Gerücht um Toten in der Asse. Assoziationen zu anderem Fall

Von Reimar Paul - Einen Polit-Krimi aus dem Atommilieu rezensierte das Magazin Focus in der vergangenen Woche. In dem Roman »Die unheimliche Logik des Halma« verarbeitet der Cottbusser Soziologie-Professor Wolf Schluchter ein Gerücht, das seit Jahren die Runde macht: Im Atommüllager Asse soll auch die Leiche eines Arbeiters liegen, der in den 1970er Jahren in der Versuchswiederaufarbeitungsanlage des damaligen Kernforschungszentrums Karlsruhe tödlich verstrahlt wurde.

In einer »heißen Zelle« der Anlage sollen bei einem Störfall Salpetersäure und gasförmiges Uranhexafluorid ausgetreten sein. Mit den Reinigungs- und Dekontaminisierungsarbeiten sei eine Mannheimer Firma beauftragt worden, die ihre Arbeitskräfte unter Arbeitslosen und im Obdachlosenmilieu rekrutierte. Sie mußten den verstrahlten Raum mehrmals betreten, wobei sie jedesmal ein neues Dosimeter erhielten. So ließ sich vertuschen, welcher Strahlung sie tatsächlich ausgesetzt waren. Einer der Männer bekam eine tödliche Dosis ab. Um einen Skandal zu vermeiden, wurde seine Leiche mit weiteren radioaktiven Abfällen in dem niedersächsischen Atommülllager entsorgt. Mehr dazu (16 KB)

 

22.12.2010 - NZZ - Obama-Effekt erreicht Bergbau und Banken

Obama-Effekt erreicht Bergbau und Banken-kUBS überprüft ihre Geschäftspolitik in den «geköpften Bergen»

Gesetze und Kampagnen in den USA nötigen Unternehmen zu beschleunigtem Umdenken im Thema Umweltschutz. Die UBS steht unter Druck, weil sie mit Krediten für Kohlekraftwerke das Einebnen von Berglandschaften finanziert.

Von Andres Wysling - Die Bilder sind spektakulär, man schwankt zwischen Faszination und Grauen: Ganze Berglandschaften werden umgepflügt in den Appalachen in den östlichen USA. Es wird dort Kohle gefördert im Tagbau, nach dem Verfahren des sogenannten Mountain Top Removal. Es bewirkt, dass mit dem Einsatz von 1500 Tonnen Sprengstoff pro Arbeitstag eine ganze Region von Bergland in Flachland verwandelt wird.

Die Kohle liegt in den nur schwach besiedelten Appalachen nicht unmittelbar an der Oberfläche, sondern in einiger Tiefe unter den Bergkuppen. Darum werden die Berge zuerst «geköpft»: Das taube Material wird abgetragen und ins nächste Tal verfüllt, bis das Kohleflöz zum Vorschein kommt. Erst jetzt kann der eigentliche Abbau beginnen. Die geförderte Kohle wird weggebracht und in Kohlekraftwerken verbrannt. Zurück bleibt eine platte Trümmerlandschaft mit verstopften Tälern und umgeleiteten Wasserläufen. Mehr dazu (252 KB) - Mountaintop Removal: Eine Landschaft wird umgepflügt. Video von ilovemountains.org

 

08.12.2010 – jw - Deal unter AKW-Fans

Deal unter AKW-Fans-kDer Energiekonzern EnBW befindet sich künftig fast komplett in öffentlichem Besitz. Eine Garantie für zukunftsträchtige Energiepolitik ist das keineswegs

Von Rainer Balcerowiak - Es klingt wie aus einer verkehrten Welt: Ausgerechnet eine CDU-FDP-geführte Landesregierung »verstaatlicht« einen der größten deutschen Energiekonzerne Für 4,67 Milliarden Euro wird Baden-Württemberg dem staatlich kontrollierten französischen Versorger Electricite de France SA (EDF) die in dessen Besitz befindlichen 45,01 Prozent der Anteile an der Energie Baden Württemberg AG (EnBW) für 4,57 Milliarden Euro abkaufen, kündigten Landesregierung und Konzernleitung am Montag an. Zwar bleiben die kommunalen Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) mit 45,01 der Anteile größter Aktionär, das Land verfügt jedoch über die Mehrheit.

Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) und Justizminister Ulrich Goll (FDP) stellten jedoch umgehend klar, daß es sich um eine »Verstaatlichung« nach Art des (neoliberalen) Hauses handelt. Das Land werde weder in das operative Geschäft eingreifen noch einen Sitz im Aufsichtsrat beanspruchen, so Mappus am Montag abend in Stuttgart. Mit der Übernahme der Anteile habe man in erster Linie »Unsicherheiten« vermeiden wollen, da EDF geplant hätte, die Aktien Ende 2011 zu verkaufen. Das Land will einen großen Teil seiner Aktien mittelfristig an der Börse veräußern, um den Konzern in den Aktienindex DAX zu hieven.

Finanziert werden soll der Ankauf nicht über den Haushalt, sondern über eine »Baden-Württemberger-Anleihe«. Da die Zinskosten voraussichtlich unter den Dividendenerlösen von EnBW liegen werden, könnte das Land sogar ein Plus machen. Allerdings muß das Geschäft noch vom Kartellamt abgesegnet werden. Mehr dazu (24 KB)

 

02.12.2010 - WOZ – Kohleabbau in den USA - Geköpfte Berge

Gekoepfte Berge-kVon Daniel Stern, Charleston - Sie pflügen die Landschaft um, verschmutzen das Wasser und verpesten die Luft. Die Kohlegesellschaften in West Virginia nehmen keine Rücksicht auf die Natur und die BewohnerInnen. Doch Kohle ist begehrt, und die USA sind vom klimaschädigenden Energieträger abhängig.

In Kayford ist zu sehen, was an vielen Orten in den Appalachen passiert. Die Kohlekonzerne sprengen alles weg.

Links und rechts des kleinen Bergdorfs im US-Bundesstaat West Virginia führten einst die Wege noch weiter hoch zu bewaldeten Bergspitzen. Jetzt blickt man auf tote Kraterlandschaften hinunter. Seit fast 25 Jahren wird hier Kohle abgebaut. Mountain Top Removal (MTR) heisst die Abbaumethode – Bergspitzenentfernung. Mit dem Schutt der gesprengten Bergköpfe werden die Seitentäler aufgefüllt. Gibt es keine Kohle mehr, wird eine Mischung aus exotischen Grassamen, Dünger und zu Mulch verarbeiteten Papierabfällen über die Landschaft geleert. Die Mondlandschaft wird so begrünt. Bäume wie früher werden hier aber noch lange nicht wieder wachsen.

Die Kohle aus den Kayford Mountains hat einen besonders hohen Brennwert. Ein Teil dieser Kohle wird deshalb nach China exportiert, wo sie in Hochöfen zur Stahlproduktion verfeuert wird. Der grösste Teil der US-Kohle ist jedoch für den Eigenbedarf des Landes vorgesehen. Die Vereinigten Staaten decken ihren Strombedarf zu fast fünfzig Prozent aus Kohlekraftwerken, West Virginia gar zu 99 Prozent. Kohle ist von allen Treibstoffen der grösste Verursacher von CO2-Emissionen und damit ein entscheidender Grund für den Klimawandel. Doch Kohle ist gleichzeitig diejenige Ressource, über die die USA noch reichlich verfügen. 31 Prozent der weltweit bekannten Kohlereserven liegen hier.

Es ist ein hoher Preis, den die USA für ihren Hunger nach Kohle zahlen, schon ohne die Klimaauswirkungen einzurechnen. Die Appalachen, ein bewaldetes Mittelgebirge, das vom Eriesee im Norden der USA bis tief in den Süden nach Alabama reicht, wird durch Mountain Top Removal Stück um Stück zerstört. 500 Berge sind bereits geköpft worden, in West Virginia – rund eineinhalbmal so gross wie die Schweiz – sind es alleine 136. Das Auffüllen der Täler lässt Quellen versiegen, der Schutt und die Schlacke, die beim Waschen der Kohle entsteht, vergiften die umliegenden Flüsse mit Substanzen wie Arsen, Blei und Quecksilber. Dabei sind die Appalachen eines der artenreichsten Gebiete der Erde. Mehr dazu (104 KB)

 

03.11.2010 – jw - Gasalarm in Gorleben

Gasalarm in Gorleben-kVon Reimar Paul - Die Umweltorganisation Greenpeace hat am Dienstag den sofortigen Abbruch der Erkundungen des Salzstocks in Gorleben im Kreis Lüchow-Dannenberg gefordert. »Mit explosivem Gas in unmittelbarer Nähe der geplanten Atommüllkammern ist der Standort im wahrsten Sinne des Wortes verbrannt«, sagte der Experte der Organisation, Mathias Edler.

»Gorleben ist hochexplosiv«, warnt auch die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Die Linke im Bundestag spricht von einer »Zeitbombe«. Nach ihren Recherchen gibt es im Salzstock auch Ölzuflüsse.

Seit Monaten wertet ein Expertenteam von Greenpeace Dokumente aus, die bislang unter Verschluß gehalten wurden. Dabei fanden die Umweltschützer in Akten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auch Bohrberichte aus dem Jahr 1982. Aus den Papieren geht hervor, daß die Bergleute bei den Vorbohrungen zu den heutigen Schächten des Erkundungsbergwerks in 870 und 940 Metern Tiefe auf brennbare Kohlenwasserstoffgase stießen. Die Arbeiten seien deshalb oberhalb der geplanten Tiefe von 1000 Metern gestoppt worden. Zudem hätten die Bergleute beim Bau der Transportstrecken im Erkundungsbereich verflüssigte Kohlenwasserstoffgase entdeckt. Mehr dazu (20 KB)

 

03.11.2010 – jw - Protestcamp von Castorgegnern verboten

Polizei untersagt Lager der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Landwirte klagen gegen Ausnahmezustand

Von Max Eckart - Wenige Tage vor dem Start des Castortransportes ins Wendland haben sich die Konflikte zwischen Atomkraftgegnern und der Polizei verschärft. Die Polizei untersagte der Bäuerlichen Notgemeinschaft, in der Ortschaft Gusborn ein Protestcamp zu errichten. Zur Begründung verwies ein Polizeisprecher auf eine »Gefahrenprognose« der Einsatzleitung. Demnach sei nicht auszuschließen, daß das Camp Ausgangspunkt für Blockadeaktionen gegen den Atommülltransport werden könnte. Weitere Angaben machte der Polizeisprecher nicht. Es handele sich um ein »schwebendes Verfahren«, weil die atomkraftkritischen Landwirte eine Klage gegen das Verbot angekündigt hätten. Mehr dazu (16 KB)

 

27.10.2010 – jw - Bundeswehr in Gorleben

Bundeswehr in Gorleben-kVon Max Eckart - Bei den Demonstrationen gegen den bevorstehenden Castortransport nach Gorleben Anfang November kommt auch die Bundeswehr zum Einsatz. Die Bundesregierung hat in einer am Dienstag bekanntgewordenen Antwort auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Christian Ströbele entsprechende »Amtshilfe« bestätigt. Während das Innenministerium in Berlin von einer rein logistischen Unterstützung durch die Truppe spricht, warnen Bürgerinitiativen und die Partei Die Linke vor einer Eskalation des Gorleben-Konflikts.

Ströbele hatte nach der Beteiligung von Bundesbehörden an der Vorbereitung und Absicherung des Castortransportes gefragt, der am übernächsten Wochenende im Kreis Lüchow-Dannenberg eintreffen soll. Unter anderem wollte der Grünen-Politiker wissen, ob in Gorleben »nach den schlechten Erfahrungen beim G-8-Gipfel in Heiligendamm insbesondere auf den rechtlich fragwürdigen Einsatz von Recce-Tornado-Aufklärern (…) sowie auf Fertigung personenbeziehbarer Film/Fotoaufnahmen durch diese Flugzeuge« verzichtet werde. Im Juni 2007 hatten Tornados mehrfach Camps von Gipfelgegnern überflogen und Demonstranten gefilmt.

Ein Einsatz der Aufklärer in Verbindung mit den Castortransporten sei nicht vorgesehen, antwortete die Bundesregierung. Allerdings habe die Bundeswehr »auf Anträge des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport und des Bundesministeriums des Innern Unterstützungsleistungen im Rahmen der Amtshilfe (Artikel 35 Absatz 1 des Grundgesetzes) zugesagt«. Diese Passage der Verfassung besagt, daß sich alle Behörden des Bundes und der Länder »gegenseitig Rechts- und Amtshilfe« leisten. Mehr dazu (20 KB)

 

31.08.2010 – jw - Lobby setzt sich durch

Lobby setzt sich durch-kVon Max Eckart - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte offensichtlich die aus dem Ruder gelaufene Atom-Debatte beruhigen, als sie am Sonntagabend in der ARD verkündete, die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke würden um zehn bis 15 Jahre verlängert. Erreicht hat sie das Gegenteil: Oppositionsparteien und Umweltverbände protestieren gegen das Vorhaben, die Antiatombewegung kündigte Massenproteste an.

Merkel berief sich bei ihrer Festlegung auf ein von der Regierung in Auftrag gegebenes Gutachten, das angeblich zwischen zwölf und 20 Jahre längere Laufzeiten empfiehlt. Die beauftragten Institute – darunter das von großen Stromkonzernen gesponserte Energiewissenschaftliche Institut der Universität Köln – hatten unterschiedliche Szenarien mit einer Laufzeit-Verlängerung von bis zu 28 Jahren berechnet. Das Fazit der Kanzlerin: »Sowohl was die Versorgungssicherheit, den Strompreis als auch das Erreichen der Klimaziele anbelangt, ist die Kernenergie als Brückentechnologie wünschenswert.«

Zehn bis 15 Jahre längere AKW-Laufzeiten würden bedeuten, daß es bis mindestens 2032 Atomstrom gibt. Vor zehn Jahren hatte die damalige SPD-Grünen-Bundesregierung den Atomausstieg bis 2022 beschlossen. Mehr dazu (68 KB)

 

31.08.2010 – FR - Verblüffender Biomasse-Boom

Verblueffender Biomasse-Boom-kBisher interessiert am Energiegutachten der Bundesregierung vor allem die Atom-Frage. Doch der eigentliche Knüller ist die Biomasse. Hier fällen Experten ein vernichtendes Urteil über das Gutachten.

Das Energiegutachten für die Bundesregierung wird bislang vor allem nach seiner Einschätzung der umstrittenen Laufzeitverlängerung für Atommeiler bewertet. Das Anfang der Woche vorgestellte Papier, dessen Vorschläge vom Bundeswirtschaftsministerium als „Pfade in die Energiezukunft“ bezeichnet werden, erhält allerdings abseits dieser Frage vernichtende Einschätzungen von Experten. Der Grund: Biomasse soll der Studie nach zum größten Energielieferanten Deutschlands aufsteigen.

Der Biomasse-Anteil am gesamten Energieverbrauch soll von derzeit gut fünf Prozent auf knapp 30 Prozent drastisch zulegen. Weil gleichzeitig der Energieverbrauch sinkt, entspricht das einer Verdreifachung der Nutzung. In allen Ziel-Szenarien des Gutachtens wird so erreicht, dass Deutschland 2050 ohne Atomstrom auskommt und der Kohlendioxid-Ausstoß rund 85 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegt, um die Klimaschutzziele zu realisieren. Die Studie der Institute EWI, GWS und Prognos geht aber nur von einem langsamen Ausbau erneuerbarer Stromquellen wie Wind- und Sonnenkraft aus. Der Ausbau der Windenergie an Land etwa wird demzufolge ab 2020 nahezu zum Erliegen kommen. Mehr dazu (88 KB)

 

24.08.2010 – BMU - Erneuerbare Energien in Zahlen und Fakten - 2010

Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Endenergieverbrauch übertraf 2009 erstmals die 10-Prozent-Marke. Dies ist eine der Quintessenzen der aktuellen Broschüre "Erneuerbare Energien in Zahlen". Die Publikation des Bundesumweltministeriums dokumentiert das dynamische Wachstum der erneuerbaren Energien in Deutschland mit zahlreichen Fakten, Tabellen und Grafiken. Beleuchtet wird auch die Entwicklung in der Europäischen Union sowie weltweit. Die Daten basieren überwiegend auf Ergebnissen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien – Statistik (AGEE-STAT). -Mehr dazu (9,2 MB)

 

16.08.2010 – jw - Einfach mal abschalten

Einfach mal abschalten-kVon Wolfgang Pomrehn - So sieht sie also aus, Angela Merkels Brückentechnologie: Seit Jahren rühren Unionsparteien und Liberale die Trommel für die Verlängerung der AKW-Laufzeiten, weil die Strahlenmeiler angeblich unverzichtbar sind, solange sich noch nicht genug Windräder drehen. Nun zeigen die Konzerne in aller Deutlichkeit, was von derlei Argumenten zu halten ist. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel haben die vier AKW-Betreiber E.on, RWE, Vattenfall und EnBW damit gedroht, ihre Atomkraftwerk sofort abzuschalten, sollte die Bundesregierung eine Brennelementesteuer einführen. Dann würde sich der Betrieb angeblich nicht mehr lohnen. Dabei hatte vor einem Jahr eine Studie der Landesbank Baden-Württemberg gezeigt, daß die vier Atomkonzerne insgesamt bis zu 200 Milliarden Euro zusätzlichen Gewinn mit der Verlängerung der Laufzeiten machen könnten. Schon jetzt fahren einige der längst abgeschriebenen Altmeiler jährlich mehrere hundert Millionen Euro Gewinn ein. Mehr dazu (72 KB)

 

14.08.2010 – kommunisten.eu - BPs nächstes 'Abenteuer' im Mittelmeer

BPs naechstes Abenteuer im Mittelmeer-kNach monatelangen vergeblichen Anstrengungen hatte der transnationale Ölkonzern BP Ende Juli endlich die unkontrolliert sprudelnde Ölquelle der explodierten Bohrinsel 'Deep Horizon' zumindest provisorisch verschließen können. Ein Ergebnis skrupelloser und maßloser Profitsucht, denn ganz bewusst hatte BP auf Sicherheits- und Risikovorsorge verzichtet. Auch nach der Explosion hatte das Management seine Hilflosigkeit und Bereitschaft zur Manipulation der Öffentlichkeit offenbart. Jetzt, da die größte Umweltkatastrophe aller Zeiten langsam aus den Schlagzeilen der sensationslüsternen Medien entschwindet, kündigt BP eine neues und noch größeres 'Abenteuer' im Mittelmeer an.

In Kürze - evtl. schon im August - will BP die nächste Tiefseebohrung starten. Vor der Küste Libyens, in der Mittelmeerbucht Syrte und etwa 200 km westlich der Hafenstadt Bengasi sollen 250 m tiefer als bei der 'Deep Horizon' in 2000 m Tiefe große Vorkommen von Erdöl und bis zu 850 Mio. Kubikmeter Erdgas erschlossen werden. Die Rechte für die Erschließung der Ölquelle hatte BP vor drei Jahren von Libyen für 900 Mill. Dollar (675 Mill. Euro) gekauft. Der demnächst abtretende BP-Chef Tony Hayward bezeichnete den Kauf als bis dahin größte Einzelinvestition seiner Firma. BPs Partner bei dem neuen Bohrfeld ist die staatliche Libyan Investment Corporation, die 15 Prozent der Erträge bekommt. Mehr dazu (264 KB)

01.08.2010 – FR - Erneuerbare Energien - China wird Öko-Strom-Riese

China wird Oeko-Strom-Riese-kDer Weltmarktanteil Chinas bei Solarzellen wächst rasant. Peking steckt mehr Geld in erneuerbare Energien als EU und USA zusammen.

Von Jakob Schlandt - Europa und dort besonders Deutschland an der Spitze, die USA in aussichtsreicher Position dahinter: Geht es um erneuerbare Energien wie Windkraft und Solar herrscht hierzulande immer noch die Überzeugung, weit vorne zu liegen. Für Norbert Röttgen, den christdemokratischen Bundesumweltminister, ist Deutschland „Weltmarktführer“ bei der Öko-Energie. Dabei ist es überfällig, diese Vorstellung zu revidieren: China ist mit einer dramatischen Aufholjagd an Europa und den USA vorbei innerhalb kurzer Zeit zum größten Markt für erneuerbare Energien aufgestiegen.

Nach neuen Zahlen des Forschungsinstituts Bloomberg New Energy Finance (BNEF) ist das zweite Quartal dieses Jahres spektakulär ausgefallen: In China wurden 11,5 Milliarden Dollar in neue Öko-Energie-Anlagen investiert, großenteils in die Windkraft, rund 72 Prozent mehr als vor einem Jahr. In Europa brachen die Investitionen dagegen auf ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr ein und liegen nur noch bei 4,5 Milliarden Dollar, knapp hinter den USA mit rund fünf Milliarden Dollar. Mehr dazu (92 KB)

12.07.2010 – jw - Auslaufmodell Kohle

Auslaufmodell Kohle-kBei der Schaffung neuer Kapazitäten zur Stromerzeugung spielen fossile Brennstoffe nur noch eine untergeordnete Rolle

Von Wolfgang Pomrehn - Der Ausbau der erneuerbaren Energieträger in der EU kommt rasch voran, wie eine jüngst im Auftrag der Europäischen Kommission veröffentlichte Studie zeigt. Im Bereich der elektrischen Energie dominiert er seit 2008 die Schaffung neuer Kapazitäten. Von 27,5 Gigawatt (GW) die in den vergangenen Jahren hinzukamen, entfielen allein 10,2 GW oder 38 Prozent auf neue Windkraftanlagen und 5,8 GW (21 Prozent) auf Photovoltaikanlagen. Insgesamt entfielen 2009 64,5 Prozent der neuen Kapazitäten auf Wind, Sonne, Wasserkraft, Biomasse und Abfallverbrennung. Ein Jahr zuvor hatte dieser Anteil 56,7 Prozent betragen. Von den fossilen Energieträgern lieferten 2009 einzig Gaskraftwerke mit 6,6 GW (24 Prozent) einen nennenswerten Beitrag zu den neuen Kapazitäten.

Das paßt allerdings aus mehreren Gründen gut zum Ausbau der Erneuerbaren. Gaskraftwerke können anders als Kohle- und vor allem Atomkraftwerke sehr schnell hoch- und runtergefahren werden. Daher eignen sie sich ideal als Ergänzung zu den ebenfalls sehr flexiblen Wind- und Solaranlagen. Außerdem fallen bei der Verbrennung von Erdgas deutlich weniger Treibhausgasemissionen pro erzeugter Kilowattstunde Strom an als bei der Verstromung von Stein- oder – noch schlimmer – Braunkohle. Schließlich können perspektivisch Gaskraftwerke auch mit Biogas betrieben werden, wenn dieses aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist wird. Letzteres wäre mittelfristig die sinnvollste Verwendung für das aus der Vergärung von Abfällen, Fäkalien und Pflanzen gewonnene Methan. Mehr dazu (76 KB)

 

24.06.2010 – jw - Atomlobby macht Druck

atomlobby-kVon Reimar Paul - Die Energiebosse haben am Mittwoch im Kanzleramt ordentlich auf die Tube gedrückt und mit massivem Arbeitsplatzverlust gedroht. Vor den Türen hatten sich Demonstranten versammelt, um den AKW-Betreibern die rote Karte zu zeigen. Drinnen hörte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das Gejammer aus den Vorstandsetagen von RWE, EnBW, E.on und Vattenfall über die geplante Brennelementesteuer an. Um etwas Druck aus dem aufgebauschten Konflikt zu nehmen, war die Begegnung zum »Informationsaustausch« herabgestuft worden. »Heute werden keine Entscheidungen getroffen«, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Mittag. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) nahmen an dem Meeting nicht teil.

Am Morgen waren die Energiebosse und ihre Verbündeten aus anderen Branchen noch mal in die vollen gegangen. »Höhere Steuern gefährden die Industrien, die den Aufschwung tragen sollen«, erklärte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf sagte, die Bundesregierung belaste mit Veränderungen bei der Öko- und mit der geplanten Brennelementesteuer die Investitionen in Deutschland. »Das kostet Wachstum und Jobs.« Die energieintensiven Industrien stünden für mehr als 870 000 Arbeitsplätze in Deutschland. Mehr dazu (72 KB)

 

24.06.2010 – jw -Zuviel Quecksilber

Eigentlich nicht genehmigungsfähig: Warum geplante Kohlekraftwerke vielleicht schon 2028 stillgelegt werden müssen

Von Wolfgang Pomrehn - Steinkohlekraftwerke sind dort, wo sie gebaut werden sollen, nicht sehr beliebt. Allerorten haben sich Bürgerinitiativen gegen geplante Projekte gebildet. Besonders betroffen ist das schleswig-holsteinische Städtchen Brunsbüttel am Unterlauf der Elbe, wo der Nord-Ostsee-Kanal in diese mündet. Gleich vier große Kraftwerksblöcke mit zusammen fast 3500 Megawatt (MW) elektrischer Leistung wollen verschiedene Unternehmen hier bauen.

Brunsbüttel ist ein wichtiger Industriestandort in einer ansonsten durch Landwirtschaft und Tourismus geprägten Region. Diverse Chemiebetriebe haben sich angesiedelt, die trotz ihrer energieintensiven Produktion bei weitem nicht soviel Energie benötigen, daß sie den Bau derartiger Kapazitäten rechtfertigen würden. Allerdings wird im liberalisierten Strommarkt sowieso nicht mehr regional gedacht. Bauherren in spe sind unter anderem die französische Gaz de France (GDF Suez), einige Schweizer Unternehmen und mit SWS ein Konsortium vornehmlich süddeutscher Stadtwerke. Der Strom soll bundesweit und darüber hinaus vermarktet werden. Mehr dazu (76 KB)

 

15.06.2010 – FR - Öl unterm Meeresboden - Im Rausch der Tiefe

Im Rausch der Tiefe-kVon Jakob Schlandt - Für die Ölindustrie kommt das Desaster im Golf von Mexiko zur Unzeit. Die Branche ist seit einigen Jahren dabei, unter hohen Kosten in immer größere Tiefen vorzudringen - und erwartet einen entscheidenden Beitrag zur Ölversorgung. Der ist nun gefährdet, eine dramatische Ölknappheit könnte deshalb deutlich schneller eintreten als ursprünglich befürchtet.

Der Ruf des Meeres ist für die Ölindustrie (und Regierungen, die Lizenzen verteilen und Steuern kassieren) schon lange unwiderstehlich. Aber auch alle Ölverbraucher sind davon abhängig, denn etwa ein Drittel der laufenden globalen Ölproduktion stammt aus Vorkommen unter dem Meeresboden. Der Analysedienst Energy-Comment kommt zum Schluss: "Eine globale Ölversorgung wäre ohne Offshore-Förderung nicht machbar." Mehr dazu (72 KB)

 

15.06.2010 – jw – von Max Eckart - Klage gegen Endlager

Klage gegen Endlager-kSchacht »Konrad« wird Thema in Strasbourg: Bauer legt beim Europäischen Gerichtshof Beschwerde ein. Bewegung gegen Atomkraft ruft zu Demonstration im September auf

Im Dauerstreit um das Atommüllendlager Schacht »Konrad« bei Salzgitter ziehen die Gegner der Anlage jetzt ins letzte juristische Gefecht. Der Landwirt Walter Traube habe am 25. Mai beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland als Antragsteller und künftigen Betreiber des Endlagers eingereicht, sagte Traubes Anwältin Wiltrud Rülle-Hengesbach am Montag vor der Presse. Weil er seine in Sichtweite von Schacht »Konrad« liegenden Felder bestellen mußte, war der Bauer bei der Vorstellung der Beschwerde selbst nicht anwesend.

Die vorausgegangenen Urteile deutscher Gerichte, die Traube ein Klagerecht gegen »Konrad« abgesprochen oder – im Fall des Bundesverfassungsgerichts – seine Beschwerde nicht angenommen hatten, könnten vom Menschenrechtsgerichtshof zwar nicht formell kassiert werden, erläuterte Rülle-Hengesbach. Möglich sei aber, daß das Strasbourger Gericht die »Rechtswidrigkeit« der »Konrad«-Genehmigung feststelle. Dann könne das gesamte Verfahren neu aufgerollt werden. Mehr dazu (72 KB)

 

31.05.2010 – ND - Auf Teufel komm raus

Die nächste Umweltkatastrophe: Ölsandabbau zerstört unberührte Wälder in Nordkanada

Von Urs Fitze - Im Golf von Mexiko kam die Ölkatastrophe unerwartet. Im hohen Norden der kanadischen Provinz Alberta dagegen kommt sie geplant – und BP ist mit von der Partie. Dort liegen die zweitgrößten Erdölvorkommen der Welt – gebunden im Erdreich.

Unendliche Weiten, Wälder, Sümpfe, wild mäandernde Flüsse, riesige Seen: Die Wälder im Norden der kanadischen Provinz Alberta sind kaum besiedelt. Insgesamt verfügt Kanada über rund drei Millionen Quadratkilometer dieser Wildnis. »Wir zerstören nur gerade 0,2 Promille dieser Wälder mit unserem Ölsand-Abbau rund um die Stadt Fort McMurray. Das ist doch absolut vertretbar.« Dan Thompson, Präsident der »Oil Sands Developers Group«, dem Dachverband der Förderfirmen, redet seine Industrie klein.

Doch 173 Milliarden Fass Erdöl liegen auf einem unerschlossenen Gebiet von der Größe Griechenlands – rund fünf Prozent der borealen Wälder Kanadas. Das ist, nach Saudi-Arabien, das zweitgrößte Vorkommen der Welt. Gerade ein Fünfzigstel davon ist bislang gefördert worden – auf einer Fläche von 700 Quadratkilometern. Darauf bezieht der Ölmanager seinen Vergleich. Doch das ist erst der Anfang.

Das Öl ist in Form von Bitumen gebunden in einer Masse aus Sand, Lehm und Wasser. Der technische und energetische Aufwand, es zu fördern, ist immens. Die Kosten liegen mit rund 17 Euro pro Fass zwanzigmal höher als bei konventionell gefördertem Öl. Deswegen wurden bis vor wenigen Jahren die Ölsande Kanadas in den offiziellen Statistiken nicht einmal als Reserven ausgewiesen. Doch mit steigenden Ölpreisen lohnt der Aufwand. Mehr dazu (24 KB)

 

25.04.2010 – Frankfurter Rundschau - Menschenkette gegen Atomkraft

akw-Menschenkette-kGeesthacht/Brunsbüttel. Die Anti-Atomkraft-Bewegung lebt. Die schwarz-gelben Pläne für Laufzeitverlängerungen treiben am Samstag mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. Mit einer 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den Pannenreaktoren Krümmel und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein setzen die Atomgegner aus allen Schichten der Gesellschaft ein unübersehbares Ausrufezeichen im Kampf gegen einen Ausstieg aus dem Atomausstieg.

Kurz vor dem 24. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (26. April) und zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein- Westfalen ziehen zehntausende Menschen - darunter Bauern mit Traktoren, Familien auf Fahrrädern sowie fantasievoll verkleidete Frauen und Männer - zu einem bunten Protest gegen die Energiepolitik der schwarz-gelben Bundesregierung durch Norddeutschland.

Sie stellen damit eine der größten Protestveranstaltungen gegen die Atomenergie in der Geschichte der Bundesrepublik auf die Beine. Mehr als 200 Busse und drei Sonderzüge bringen Menschen aus ganz Deutschland zu den Sammelpunkten in Hamburg und Schleswig-Holstein. Vielerorts unterstützen Musikgruppen die Stimmung, es wird gegrillt, Kaffee getrunken, Picknick gemacht. Mehr dazu (28 KB)

 

24.04.2010 – süddeutsche Zeitung - Gegen Atomkraft: 120 Kilometer Menschenkette ''Wir sind 120 Kilometer Menschenkette-kwieder da''

Es war die größte Aktion der Anti-Atomkraftbewegung seit Jahrzehnten: Mehr als 120.000 Kernkraftgegner haben zwischen den Reaktoren Brunsbüttel und Krümmel eine Menschenkette gebildet. Erinnerungen an Tschernobyl und die Zukunftspläne der Regierung treiben sie auf die Straße.

Mit einer 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den Pannenreaktoren Krümmel und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein haben die Atomgegner aus allen Schichten der Gesellschaft ein unübersehbares Ausrufezeichen im Kampf gegen einen Ausstieg aus dem Atomausstieg gesetzt.

Kurz vor dem 24. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (26. April) und zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein- Westfalen sind zehntausende Menschen - darunter Bauern mit Traktoren, Familien auf Fahrrädern sowie fantasievoll verkleidete Frauen und Männer - zu einem bunten Protest gegen die Energiepolitik der schwarz-gelben Bundesregierung durch Norddeutschland gezogen.

"Wir sind wieder da"

Sie haben damit eine der größten Protestveranstaltungen gegen die Atomenergie in der Geschichte der Bundesrepublik auf die Beine gestellt. Mehr als 200 Busse und drei Sonderzüge brachten Menschen aus ganz Deutschland zu den Sammelpunkten in Hamburg und Schleswig-Holstein. Mehr dazu (48 KB)

 

27.03.2010 – kommunisten.de - Energiewende jetzt! Menschenkette am 24. April 2010

energiewende-kEnde Juni will die Bundesregierung ihr Energiekonzept vorstellen. Es droht eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken sowie der Ausbau der Kohleverstromung. Bedenken der Bevölkerung werden ignoriert, der ohnehin unbefriedigende Anti-Atiom-Kompromiss der damaligen SPD/GRÜNEN-Bundesregieurng komplett ausgehebelt.

„Augen zu und durch“ heißt die Strategie einer unheilvollen Allianz aus Bundesregierung und Energiekonzernen. Doch dagegen regt sich Widerstand. So wie in der vergangenen Woche in einer ersten Aktion mit 5.000 Teilnehmern vor dem AKW Neckarwestheim.

Am 24. April wird es zu einem ersten Höhepunkt der Aktivitäten kommen. Zwei Tage vor dem Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe werden tausende Menschen eine Aktions- und Menschenkette zwischen den Reaktoren Krümmel und Brunsbüttel bilden. Mehr dazu (88 KB) Weitere Infos Unter: www.anti-atom-kette.de

 

18.03.2010 – WOZ - von Jutta Blume – Kohlendioxid - In den Boden, aus dem Sinn?

Um die Klimaziele zu erreichen, wollen die EU-Länder ihr CO2 schnell unter der Erde versenken. In großem Maßstab ist das kaum erprobt.

Im November 2009 feiert eine norddeutsche Bürgerinitiative ihren Etappensieg gegen den Stromgiganten RWE: Ein in Hürth bei Köln geplantes Braunkohlekraftwerk mit Kohlendioxidabscheidung wird vorerst nicht gebaut, weil das zugehörige Endlager in Norddeutschland am Protest der Schleswig-HolsteinerInnen gescheitert ist. Über Pipelines hätte das Gas in den Norden transportiert und dort in der Tiefe versenkt werden sollen. Die Menschen in Schleswig-Holstein befürchteten austretendes Gas und die Verunreinigung ihres Trinkwassers.

Schleswig-Holstein ist nur ein Beispiel für die Akzeptanzprobleme, denen die Energiekonzerne begegnen. Überall in Europa suchen sie auf Hochtouren nach unterirdischen Endlagern für das Treibhausgas CO2. Die Möglichkeit, Kohlendioxid aufzufangen, abzuscheiden und unter dem Boden zu speichern, ist eines ihrer Hauptargumente, um neue Kohlekraftwerke zu bauen. Dabei ist die «Carbon Capture and Storage»-Technologie (CCS) noch kaum erforscht. Bis heute fehlen auch die entsprechenden Endlager. Die geologische Erkundung möglicher Standorte dauert Jahre. In Europa gibt es nur unter der Nordsee ein größeres Projekt zu Demonstrationszwecken.

CCS-GegnerInnen fürchten, dass bei einem plötzlichen Austritt großer Mengen von CO2 den Menschen in der Umgebung der Erstickungstod droht. Als Beispiel nennt die Bürgerinitiative aus Schleswig-Holstein die Naturkatastrophe vom Nyos-See in Kamerun. Dort starben 1986 1700 Menschen, nachdem aus dem See unerwartet große Kohlendioxidmengen ausgetreten waren. Da CO2 schwerer ist als Luft, bildete sich eine Art Glocke über der Erdoberfläche. Bereits eine Konzentration von acht Prozent Kohlendioxid in der Atemluft führt zum Erstickungstod.

Grundwasser könnte versalzen

GeologInnen, die sich mit der CCS-Technologie befassen, halten ein solches Szenario für äußerst unrealistisch. In einem Pilotprojekt am Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) berechneten sie, wie schnell das Gas im Fall einer Störung in den sonst geschlossenen Gesteinsschichten nach oben gelangen könnte. «Bei einer Leckage wird der Prozess des Ausweichens langsam sein», sagt Projektkoordinatorin Hilke Würdemann. Das CO2 würde sich stufenweise von einer Gesteinsschicht zur nächsthöheren vorarbeiten. Am Ort des Pilotprojekts liegen über den Schichten aus porösem Sandstein immer wieder undurchlässige Tonschichten. Deshalb wären nach zwanzig Jahren immer noch 97 Prozent des CO2 im Gestein, glaubt Würdemann. Mehr dazu (104 KB)

 

29.01.2010 – jw – von Jörn Boewe - Hilfe zur Klage

Hilfe zur Klage-kAufkündigung des Atomausstiegs wäre verfassungswidrig. Deutsche Umwelthilfe legt Rechtsgutachten vor. Kraftwerksanwohner könnten vor Gericht ziehen

Die von der »schwarz-gelben« Bundesregierung anvisierte Aufkündigung des Atomausstiegs würde gegen das Grundgesetz der Bundesrepublik verstoßen: Zu diesem Ergebnis kommt ein juristisches Gutachten der Deutschen Umwelthilfe e. V. »Wenn der Staat jetzt unter dem Druck der Konzerne, aber ohne Not, eine Laufzeitverlängerung beschließt, verletzt er seine Schutzpflichten, indem er die Produktion von zusätzlichem Atommüll ohne geeignete Entsorgungsmöglichkeit zuläßt«, erklärte DUH-Geschäftsführer Rainer Baake am Donnerstag bei der Vorstellung der Expertise in Berlin.

Mit der 2001 zwischen der damaligen »rot-grünen« Bundesregierung und den Atomkraftwerksbetreibern ausgehandelten Vereinbarung über den Atomausstieg sei die Konsequenz aus drei ungelösten Problemen gezogen worden: Erstens dem Risiko eines Nuklearunfalls, zweitens der ungeklärten Entsorgungsfrage und drittens dem Risiko der unkontrollierten Verbreitung radioaktiven Materials bzw. der entsprechenden Technologie. Während der erste und der dritte Punkt Bewertungsfragen seien, handele es sich beim Entsorgungsproblem »um eine Tatsache«. Der Gesetzgeber habe den Ausstieg seinerzeit u. a. deshalb beschlossen, weil es dem Staat »trotz jahrzehntelanger Bemühungen« nicht gelungen war, die Frage der »Entsorgung der abgebrannten Brennelemente« zu klären. »Es handelt sich dabei um Stoffe, die über einen Zeitraum hochgefährlich bleiben, den wir uns überhaupt nicht vorstellen können – es geht um rund eine Million Jahre. Mehr dazu (68 KB)

19.01.2010 - jw – von Max Eckart - Wird Asse doch geflutet?

Bergung von Atommüll wieder fraglich. Erneut Betonfüllung von Bergwerk in Niedersachsen im Gespräch

Am vergangenen Freitag sprach sich das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) dafür aus, in einem weltweit noch nie erprobten Verfahren die radioaktiven Abfälle aus dem maroden Atommüllager Asse in Niedersachsen herauszuholen. Kommentatoren, Umweltschützer und Politiker sämtlicher Parteien zollten dem Vorhaben Lob.

Das BfS, seit einem Jahr Betreiber des vom Vollaufen und Einstürzen bedrohten Bergwerks, hatte sich allerdings eine Hintertür offengelassen. Falls Stichproben ergeben sollten, daß sich die eingelagerten Fässer in einem deutlich schlechteren Zustand befinden als ohnehin befürchtet, könnte das Vorhaben noch einmal gekippt werden. Statt der Rückholung würde das Bergwerk dann mit Beton und einer Salzlösung verfüllt. Die 126000 Fässer mit radioaktivem Abfall und die Mauscheleien bei der Einlagerung würden zunächst unter einer Betondecke verschwinden. Mehr dazu (68 KB)

 

15.01.2010 - WAZ - Christopher Onkelbach -Kommentar:In der Asse tickt eine Zeitbombe

asse-kIm Ergebnis macht es wenig Unterschied, ob die italienische Mafia Atommüll samt Frachter im Mittelmeer versenkt, oder ob Tausende Atomfässer in einer deutschen Salzgrube verschwinden, deren Eignung von Beginn an zweifelhaft war. Die billige und fahrlässige Entsorgung der strahlenden Hinterlassenschaften der Atomwirtschaft gefährdet heute die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Was angeblich für Jahrtausende verschwinden sollte, droht nur Jahrzehnte später ins Grundwasser zu sickern. Mehr dazu (92 KB)

 

15.01.2010 - Wolfsburger Allgemeine Zeitung - Atommülllager Asse wird geräumt

Das Atommülllager Asse macht Geschichte: Die einsturzgefährdete Schachtanlage bei Wolfenbüttel soll geräumt werden. Dies haben Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und der Betreiber der Anlage, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), übereinstimmend empfohlen.

Die Asse sei die weltweit erste unterirdische Atommülldeponie, aus der Abfall zurückgeholt werde, sagte BfS-Präsident Wolfram König am Freitag  in Hannover. König nannte die Rückholung der 126 000 eingelagerten Fässer „die nach jetzigem Kenntnisstand beste Variante für den Umgang mit dem Atommüll“. Nach Angaben von Bundesumweltminister Röttgen soll der Asse-Müll ins Endlager Schacht Konrad in Salzgitter gebracht werden; König betonte hingegen, der Verbleib sei noch unklar.

Der BfS-Präsident begründete die Entscheidung für die Bergung der Fässer mit der Langzeitsicherheit. Als einzige von drei möglichen Stilllegungsvarianten könne die Rückholung des Abfalls die Langzeitsicherheit gewährleisten. Geprüft worden waren auch der Versatz der Asse mit Beton und Salzlösung sowie die Umlagerung der Abfälle in tiefere Bereiche des Bergwerks. Bei beiden Varianten sei nicht auszuschließen, dass irgendwann radioaktive Teilchen in die Umwelt gelangten, sagte König. Mehr dazu (52 KB)

 

12.01.2010 – taz – von Jürgen Voges - Geheimprotokoll zu Gorleben

Kalter Krieg ums Endlager-kKalter Krieg ums Endlager

Bislang streng geheime Kabinettsprotokolle belegen: Bei der Standortwahl von Gorleben spielten geologische Aspekte fast keine Rolle – die Religion der Anwohner umso mehr.

Seit 33 Jahren gilt Gorleben als künftiger Standort des deutschen Endlagers für hochradioaktiven Müll. Eineinhalb Milliarden Euro sind dort im Salz versenkt worden: beim "Erkundung" genannten Bau eines Endlagerbergwerks und beim Aufrechterhalten des Bergwerksbetriebes. Die Bundesregierung will das Bergwerk nun schnell weiter ausbauen. Die Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg nennt die Grube im östlichsten Zipfel Niedersachsens hingegen "Investitionsruine".

Im Dunkeln lag aber immer, warum gerade der Salzstock Gorleben am 22. Februar 1977 vom damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (CDU) als Entsorgungsstandort ausgewählt wurde. Auf Druck des Landtags wurden nun alte Kabinettsvorlagen zugänglich gemacht. Einsehbar sind zudem Dokumente einer interministeriellen Arbeitsgruppe, die 1976 aus 140 niedersächsischen Salzstöcken den angeblich geeignetsten Standort auswählte. Der taz liegen die bislang streng vertraulichen Unterlagen vor. Sie zeigen: Die Geologie, die für die Auswahl eines Standorts für ein Endlagerbergwerk entscheidend sein sollte, spielte allenfalls am Rande eine Rolle. Ministerpräsident Albrecht behandelte das geplante "Nukleare Entsorgungszentrum", das damals noch aus Wiederaufarbeitungsanlage (WAA), diversen Zwischenlagern und Endlager bestehen sollte, als gigantische Industrieansiedlung, die ein strukturschwaches Gebiet beglücken konnte. Den Ausschlag für den damals nur vier Kilometer von der DDR-Grenze entfernten Salzstock Gorleben gab ein Streit zwischen Albrecht mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). Mehr dazu (136 KB)

12.01.2010 – taz.de - Gorleben war geologisch keinesfalls erste Wahl

Eine absurde Geschichte - KOMMENTAR VON JÜRGEN VOGES

Mehr als drei Jahrzehnte lang hielt das Land Niedersachsen Unterlagen von Kabinettsgesprächen unter Verschluss, die verraten, warum der Salzstock Gorleben zwischen 1976 und 1977 als atomares Endlager ausgewählt wurde. Die Geologie des Gorlebener Salzstocks, die ja für die Endlagersicherheit entscheidend ist, spielte dabei praktisch keine Rolle. "Ihr Geologen kommt auch noch dran", bekam der ranghöchste Geologe des Landes zu hören, als er den damaligen CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht darauf hinwies, dass Gorleben geologisch keinesfalls erste Wahl sei.

Die Wahl Gorlebens als Endlager folgte zudem von Anfang an parteipolitischen Motiven. Die Bundesregierung aus SPD und FDP insistierte damals auf einer Zusage von Albrechts SPD-Vorgänger, in Niedersachsen einen Platz für ein Entsorgungszentrum zu suchen. Der CDU-Politiker Albrecht suchte dann aber unter sieben Standorten, die er mit dem Bund erörtert hatte, mit Gorleben den einzigen aus, gegen den die Bundesregierung Bedenken angemeldet hatte.  Mehr dazu (104 KB)

12.01.2010 – tagesspiegel.de – von Reimar Paul - Gorleben – eine zweifelhafte Wahl

In den siebziger Jahren befassten sich im Auftrag der niedersächsischen Landesregierung Arbeitsgruppen mit der Standortfindung für ein Atomendlager. Nun veröffentlichte Protokolle belegen, dass geologische Aspekte dabei eine Nebenrolle spielten.

Göttingen - Dass es bei der Auswahl von Gorleben zum Standort eines „nuklearen Entsorgungszentrums“ vor mehr als 30 Jahren nicht mit rechten wissenschaftlichen Dingen zuging, wurde schon länger vermutet. Am Montag wurden nun niedersächsische Kabinettsprotokolle aus den siebziger Jahren und andere Schriftwechsel bekannt. Sie belegen, dass geologische Aspekte bei der Benennung Gorlebens tatsächlich nur eine Nebenrolle spielten.

Nach den von der „Tageszeitung“ zitierten Dokumenten setzte die damalige niedersächsische Landesregierung von Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) 1977 vielmehr wegen der „Zonenrandlage“, der hohen Arbeitslosigkeit im strukturschwachen Wendland und einer großen, nicht bebauten Fläche über dem Salzstock auf Gorleben. Außer einem Endlager, so damals die Pläne, sollten in Gorleben auf einem zwölf Quadratkilometer umfassenden Areal auch eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage, mehrere Zwischenlager und weitere Nuklearfabriken entstehen. Mehr dazu (96 KB)

 

12.01.2010 – jw – von Max Eckart - Rache für Morsleben

Rache fuer Morsleben-kZeitungsbericht: Gorleben wurde 1977 aus politischen Gründen zum Endlagerstandort bestimmt. Retourkutsche der Niedersachsen-CDU für DDR-Endlager

Daß es bei der Auswahl von Gorleben als künftigem Standort eines »Nuklearen Entsorgungszentrums« vor mehr als 30 Jahren nicht mit rechten wissenschaftlichen Dingen zuging, wurde schon länger vermutet. Am Montag von der tageszeitung auszugsweise bekannt gemachte Kabinettsprotokolle und andere Schriftwechsel aus der damaligen Zeit belegen, daß geologische Aspekte bei der Benennung Gorlebens tatsächlich nur eine nachrangige Rolle spielten.

Demnach hatte die damalige niedersächsische Landesregierung von Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) im Februar 1977 Gorleben vielmehr wegen seiner »Zonenrandlage«, der hohen Erwerbslosigkeit im strukturschwachen Wendland, der relativen Erdbebensicherheit der Region und einer großen nicht bebauten Fläche über dem Salzstock favorisiert. Neben einem Endlager, so damals die hochfliegenden Pläne, sollten hier auf einem bis zu zwölf Quadratkilometer großen überirdischen Areal nämlich auch eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage, mehrere Zwischenlager und weitere Nuklearanlagen entstehen. Mehr dazu (72 KB)

 

11.12.2009 – jw - Von Wolfgang Pomrehn – Lex E.on

eon-datteln-kNordrhein-Westfalen: Landesregierung will gerichtlich gestoppten Kraftwerksbau durch Gesetzesänderung doch noch ermöglichen. Umweltschützer laufen Sturm

Klimaschutz nervt. Das denken sich offenbar dieser Tage in Düsseldorf die schwarz-gelben Koalitionäre. Sie versuchen derzeit für den Stromkonzern E.on den Weg zu ebnen, nachdem ein Gericht den Neubau eines Steinkohlekraftwerks gestoppt hatte. Der Paragraph, auf den sich das Gericht berufen hatte, soll kurzerhand gestrichen werden, und zwar möglichst noch in diesem Jahr.

Am Mittwoch stimmte der Wirtschaftsausschuß des nordrhein-westfälischen Landtags für eine Änderung des Gesetzes zur Landesentwicklung. Die Fraktionen von FDP und CDU möchten den Paragraphen 26, der für die Energieversorgung des bevölkerungsreichsten Bundeslandes klimapolitische Ziele festlegt, ersatzlos streichen. In dem Paragraphen geht es um Energieeinsparung, Nutzung einheimischer und regenerierbarer Energieträger und Kraft-Wärme-Kopplung. Standortkriterien für neue Kraftwerke sollen »angepaßt« werden, heißt es bei den Christdemokraten. Nun fehlt nur noch die Zustimmung des Landesparlaments. Mehr dazu (76 KB)

10.12.2009 – Unser Vest – von Ewald Setzer - Hau-Ruckverfahren für Lex-E.on

Lex-eon-kDatteln. Der NRW-Wirtschaftsausschuss schlägt dem Landtag wesentliche Änderungen für das Landesplanungsgesetz vor. Eine Reihe von Paragrafen wurden gestrichen, die das Oberverwaltungsgericht seinerzeit angemahnt hatte.

Am 27. November gab es im Wirtschaftsausschuss des Landtages NRW eine große Anhörung aller Beteiligten am Verfahren des Eon-Kraftwerke in Datteln, bei der es um die „Heilung” der Fehler im Bebauungsplan ging. Am vergangenen Mittwoch hatten die Politiker alle Beiträge bewertet, mit den Stimmen von CDU und FDP wurde dem Landtag für seine Plenarsitzung in der nächsten Woche empfohlen, das Landesentwicklungsgesetz zu ändern. Mehr dazu (96 KB)

 

24.11.2009 – Tagesspiegel.de – von Harald Schurmann -Hoch reaktiv

Three Mile Island

30 Jahre nach dem schweren Unfall ist im US-Kernkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg wieder Radioaktivität ausgetreten. Wie schlimm war die Panne und was ist genau passiert?

Three Mile Island, Samstag gegen 16 Uhr. Eines der Messgeräte im 800 Megawatt starken Block eins des Atomkraftwerks (Akw) gibt Strahlungsalarm. Bei Wartungsarbeiten an dem schon seit Oktober abgeschalteten Reaktor nahe der Großstadt Harrisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania müssen radioaktiv verseuchte Partikel freigesetzt worden sein. Deren Strahlung hat die Sensoren aktiviert.

Nach Angaben der Betreiberfirma Exelon wurden daraufhin die angrenzenden Gebäudeteile gesperrt und die 150 vor Ort tätigen Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Außerhalb des Gebäudes sei keine erhöhte Strahlung gemessen worden und lediglich einer der beteiligten Arbeiter soll in größerem Maß kontaminiert worden sein, erklärte eine Sprecherin. Demnach hat der Betroffene etwa ein Hundertstel der erlaubten Jahresdosis abbekommen. Bei allen übrigen am Ort des Alarms tätigen Arbeitern soll die Strahlenbelastung weit darunter liegen.

Ob der Vorfall tatsächlich so harmlos war, dafür gibt es bisher noch keine unabhängige Bestätigung. Eine Sprecherin der US-Aufsichtsbehörde NRC (Nuclear Regulatory Commission) erklärte zwar bereits am Sonntag, es handele sich um einen der Unfälle, „die eben hin und wieder vorkommen“. Gleichzeitig musste sie aber eingestehen, dass die Quelle der radioaktiven Verseuchung noch nicht bekannt sei. Die NRC entsandte ein Inspektorenteam, um die Umstände des Strahlenunfalls aufzuklären. Mehr dazu (136 KB)

Der Kommentar dazu: Fünf-Stunden-Leck

Ein Leck im zweitberühmtesten Atomkraftwerk der Welt Three Mile Island bei Harrisburg in den USA. Meldungen wie die aus Harrisburg wird es im Falle von Laufzeitverlängerungen in Deutschland wohl öfter geben.

Ein Leck im zweitberühmtesten Atomkraftwerk der Welt Three Mile Island bei Harrisburg in den USA: In der Anlage ist Radioaktivität freigesetzt worden, 150 Arbeiter mussten nach Hause geschickt werden. Sie waren einer erhöhten, aber wohl nicht gefährlichen Strahlenbelastung ausgesetzt.

Die Schwesteranlage des Unglücksreaktors, deren nuklearer Kern 1979 teilweise schmolz, stand am Samstag nicht vor einem katastrophalen Unfall. Dennoch brauchte der Betreiber, Exelon Energy, fünf Stunden, um die Aufsichtsbehörden zu informieren. Nun untersucht die amerikanische Atomaufsicht, was das Leck verursacht haben könnte.

Der Vorfall in Three Mile Island ist ein weiterer Beleg dafür, welche Probleme entstehen, wenn alte Atomkraftwerke fit gemacht werden sollen, um sie ein paar Jahrzehnte länger zu betreiben. Der Reaktor wird gerade gewartet, wesentliche Teile der Anlage werden ausgetauscht, um sie statt 40 Jahren 60 Jahre am Netz zu lassen. Auch deutsche Betreiber haben die Erfahrung gemacht, dass es viele Problemen mit sich bringt, moderne Anlagenteile, zum Beispiel Steuerungstechniken, mit veralteten Reaktoren zu kombinieren. Meldungen wie die aus Harrisburg wird es im Falle von Laufzeitverlängerungen in Deutschland wohl öfter geben

 

09.10.2009 – UZ - Atomkraft "kaltstellen"!

Die Auseinandersetzung um den Ausstieg aus der Kernenergie ist der erste große Konflikt, zu dem sich unmittelbar nach den Wahlen Widerstand formiert.

Der Atomausstieg wurde im Jahr 2000 unter der Regierung Schröder-Fischer beschlossen. Zahlreiche Havarien in Atomkraftwerken wie Biblis, Brunsbüttel, Krümmel und Endlagern wie Asse haben gezeigt, dass die Gefahren auf unabsehbare Zeit nicht beherrschbar sind. Zwei Drittel der Bundesbürger - so eine Forsa-Umfrage vom Frühjahr 2009 - lehnen inzwischen die Atomkraft ab, ein Drittel befürwortet den schnellen Ausstieg.

Anfang September, noch vor den Bundestagswahlen, gingen – als Abschluss des Wendlander Trecker-Trecks - in Berlin über 50 000 Menschen auf die Straße, um auf der größten Anti-Atom-Aktion seit 23 Jahren unter der Losung "Mal richtig abschalten" für den sofortigen Atomausstieg zu demonstrieren. Kurz vor den Bundestagswahlen sollte damit Druck auf die bürgerlichen Parteien ausgeübt werden. Mehr dazu (20 KB)

 

07.10.2009 - na/ddp - Kernphysiker Dürr warnt vor Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg

atomDer Kernphysiker und Ökologe Hans-Peter Dürr warnt eindringlich vor einem Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg. Es wäre ein schwerer Fehler, wenn sich die neue schwarz-gelbe Bundesregierung für eine Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke entscheiden sollte. «Wir erzeugen mit Atomkraftwerken nur relativ wenig Energie, ihre Gefahren sind jedoch ungeheuer», sagte Dürr am Mittwoch in einem ddp-Interview in München. Stattdessen fordert der Wissenschaftler, so schnell wie möglich auf eine Vollversorgung mit Sonnenenergie zu setzen.

«Wenn wir es geschafft haben, in zehn Jahren einen Mann auf den Mond zu schießen, schaffen wir auch die solare Revolution», sagt Dürr. Die Fantasie des Menschen sei im Prinzip unbegrenzt. Letztlich gehe es nur um die Frage, on man bereit sei, die notwendigen Geldsummen in die Energiewende zu stecken. «Wenn Banken pleite gehen, wird einfach Geld gedruckt. Ich würde auch für den Umstieg auf Sonnenenergie auf Teufel komm raus Geld drucken.» Mehr dazu (24 KB)

19.09.2009 – UZ - Asse - ein Krimi

"Atomendlagerung" zwischen Vertuschung und Explosionsgefahr

Fast täglich gibt es neue Meldungen aus dem faktischen Endlager für schwachund mittelaktive atomare Abfälle Asse in Niedersachsen, das seit 1967 in Betrieb war. Neue radioaktive Laugensümpfe werden entdeckt, ehemalige Asse-Arbeiter, die an Krebs erkrankt sind, berichten von ihrer Tätigkeit untertage ohne die sonst im Bergbau vorgeschriebenen Dosimeter. Auch verseuchte Tierkadaver wurden offenbar in dem ehemaligen Kali- und Salzbergwerk eingelagert. Bislang war auch nicht bekannt, dass Giftmüll wie Arsen und Pflanzenschutzmittel hier untergebracht wurden. Erst ab 1972 stand für chemotoxische Abfälle die Untertagedeponie im hessischen HerfaNeurode zur Verfügung. Ein Giftcocktail wurde in der Asse zusammengemixt, dessen Bestandteile immer noch nicht bekannt sind. Mehr dazu (28 KB)

 

04.09.2009 – UZ - Der "Wulff" im Schafspelz

wegnerChristel Wegner über die jüngste Landtagssitzung in Niedersachsen

Wenn sich die Parteien kurz vor Landtags- oder Bundestagswahlen zu Parlamentssitzungen treffen, kann man sich gewiss auf eine Schlammschlacht verlassen. So auch während der August-Sitzung des niedersächsischen Landtages. So entzündete sich der Streit unter anderem am Thema Atomkraft. Zuvor wurde bekannt, wie Gutachten zu dem geplanten Endlager in Gorleben durch Einflussnahme der Politik gefälscht wurden und dass die Verträge mit Grundstücksbesitzern in Gorleben im Jahr 2015 auslaufen. Heute wissen wir von neuen Plutoniummengen, die in der Asse illegal gelagert sind. Jede Woche werden neue Erkenntnisse darüber bekannt, wie schlampig und unkontrolliert die Regierungen auf Bundes- und Landesebene mit der Atomkraft umgegangen sind.

Es wird immer enger für CDU/FDP, aber auch für SPD und Grüne. Denn sie alle waren in irgendeiner Form an den Lügen rund um die Kernkraft beteiligt oder hätten davon wissen müssen. Der SPD-Oppositionsführer Jüttner gab während der Landtagssitzung zumindest zu, es könnte seitens seiner Partei ein "Unterlassungsfehler gewesen sein, nicht früher in die Akten geguckt zu haben". Ansonsten beschimpften sich die Plutonium-Fraktionen gegenseitig - je aussichtsloser ihre Lage desto massiver und gemeiner die Anschuldigungen. Mehr dazu (24 KB)

 

04.09.2009 – UZ - Widerstand von Bauern und Motorenbauern

Tagebuchnotizen vom Anti-Atom-Treck von Gorleben nach Berlin - Von Jürgen Scharna

Der Anti-Atom-Treck rollt. Am Samstag hat sich der Anti-Atom-Treck auf den Weg zur Bundesregierung gemacht. Rund 1 000 AtomkraftgegnerInnen verabschiedeten in Gorleben mit einer Kundgebung, mit viel Sonne, Samba und Transparenten die ersten 50 Trecker und zahlreichen Begleitfahrzeuge zu ihrer Protest-Reise nach Berlin. Dort werden sie am 5. September eintreffen und gemeinsam mit zigtausend Menschen fordern: "Mal richtig abschalten - Atomkraft? Nein Danke!"

Für die UZ beim Treck ist Jürgen Scharna aus Hannover und berichtet von seinen Erlebnissen. Mehr dazu (28 KB)

 

07.08.2009 – UZ - Gastkolumne von Michael Maerck - Grüner Strom aus heißem Wüstensand

Michael MaercksDie Idee klingt gut. In den Weiten menschenleerer nordafrikanischen Wüstenregionen werden solarthermische Großanlagen errichtet, die den Strom über ein Verbundnetz nach Europa liefern. Wenn aber RWE, E.ON, Siemens und die anderen Verdächtigen hinter dieser Initiative namens Desertec stehen, wird man hellhörig. Zumal der Name Desertec stark an Desert Storm erinnert, den Codename der USA für den Golfkrieg 1990/91. Auch da ging es um Energie-Ressourcen.

400 Mrd. Euro will das Firmenkonsortium innerhalb von 10 Jahren investieren. Es ist angesichts der weltweiten Diskussion um die Verringerung des CO2-Ausstoßes auch eine Werbemaßnahme, um das Image aufzubessern. Greenwashing nennt man das. Sie werden dabei unterstützt von den Grünen, die dies als Teil des von ihnen propagierten Green New Deal sehen, um die Krise des Kapitalismus mit Investitionen in erneuerbare Energien zu überwinden. Mehr dazu (32 KB)

 

06.07.2009 - jw - von Wolfgang Pomrehn - Vattenfall ahnungslos

Glaubt man Politikern der CDU und der Liberalen, dann sind Windräder und andere umweltfreundliche Energieerzeuger schrecklich unzuverlässig, weshalb wir leider noch nicht auf die Atomkraft verzichten können. Hamburger dürften spätestens seit Samstag anderer Meinung sein. An dem Tag fielen nicht nur die meisten Ampeln in der Hansestadt aus, sondern auch die Stromversorgung einiger Einkaufszentren sowie der Stahl- und Aluminiumwerke. Der Grund: Das nahegelegene Atomkraftwerk Krümmel hatte sich wieder einmal selbst abgeschaltet. Ursache waren Probleme an einem Maschinentransformator, der den im Kraftwerk produzierten Strom für die Einspeisung ins öffentliche Netz umwandelt. Mehr dazu (20 KB)

 

18.05.2009 – BINE – BMWi -Broschüre zu Trends und Hintergründen erschienen

Energieversorgung in Deutschland

In welchem Maße sind unsere fossilen Energieträger langfristig verfügbar? Wie kann die Energieeffizienz weiter erhöht werden? Diese und ähnliche Fragen beantwortet die aktualisierte Publikation „Energie in Deutschland“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Sie informiert auf Basis detaillierter Statistiken über Rahmenbedingungen und Entwicklungen auf den Energiemärkten in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Zur Broschüre (1,13 MB)

 

17.04.2009 - Tagesspiegel.de - Stromkonzerne setzen zu wenig auf erneuerbare Energien

Die vier großen Stromkonzerne RWE, Eon, Vattenfall und EnBW werden ihre angekündigten Ziele zum Ausbau erneuerbarer Energien deutlich verfehlen. Dies geht aus einer Studie des Berliner Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag von Greenpeace hervor.

Berlin - Nach Angaben von Greenpeace seien die von den Stromkonzernen gesteckten Klimaschutz-Ziele angesichts der auf neue Kohle- und Atomkraftwerke ausrichteten Strategie unerreichbar. Sie forderten, die Monopol- Struktur der "Großen Vier" zu zerschlagen. RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW verfügen über einen Anteil von mehr als 80 Prozent an der gesamtdeutschen Stromproduktion.

Geplante Großkraftwerke stünden dem Umbau des Energiesystems auf flexible dezentrale und regionale Einheiten entgegen. Die beiden größten Konzerne Eon und RW sollten daher ihre Großkraftwerke sowie Beteiligungen an inzwischen 200 Stadtwerken verkaufen. Mehr dazu (24 KB)

 

15.04.2009 - Stern - Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangaben zur Veröffentlichung frei.

stern: Auch Arsen im Atomlager Asse

Hamburg (ots) - Im einsturzgefährdeten niedersächsischen Atommülllager Asse liegt auch Arsen. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, wurden beispielsweise hochgiftige Pflanzenschutzmittel aus Bayern in dem ehemaligen Salzbergwerk bei Wolfenbüttel entsorgt. Insgesamt liegen 497 Kilogramm Arsen in dem "Versuchsendlager", obwohl dies nur für schwach- und mittelaktive Nuklearabfälle bestimmt war, dazu weitere hochgiftige Stoffe wie Quecksilber und Tonnen von Blei. Mehr dazu (8 KB) - Einige Sachen vom Bundesamt für Strahlenschutz dazu: Arsen im Atomlager Asse (16 KB) - Schon 1988 wurde kontaminierte Lauge abgepumpt (20 KB)

 

Das Forschungsjahrbuch Erneuerbare Energien 2007/2008 des BMU - Ein Nachschlagwerk für alle, die Argumente suchen, für das was heute schon technisch Möglich ist, aber aus Profitgründen meisten nicht umgesetzt wird. Gerade für linke Kommunalpolitik im Umweltbereich interessant. Zum Downloaden (1,59 MB)

Gesetz zur Neuregelung des Rechts der Erneuerbaren Energien im Strombereich vom 21. Juli 2004 (Bundesgesetzblatt) - (152 KB)

 

14.11.2008 - UZ - Dieter Vogel - Den Castor stoppen? Yes, we can!

08460101Über 16 000 Atomkraftgegner demonstrierten am Samstag den 8. 11. in Gorleben gegen den diesjährigen Castor-Transport. Er musste zeitgleich an der französisch-deutschen Grenze eine "Zwangspause" einlegen, die schlussendlich über 12 Stunden dauerte. Drei Frauen und Männer hatten ihre Arme in einem unter den Bahnschwellen versteckten massiven Block befestigt. Diese Meldung sorgte für großen Beifall vor den Toren des Zwischenlagers im Wendland. "Yes, we can!" - der Slogan aus Obamas Wahlkampf - wurde auch zur Devise der Castor-GegnerInnen.

Die französische Kletter-Aktivistin Cécile Lecomte, die bereits mehrere Atommülltransporte zum Stoppen brachte, wurde am 6. 11. festgenommen. Sie hatte sich bei Lüneburg von einer Brücke abgeseilt, um gemeinsam mit anderen Robin-Wood-Kletterern gegen den bevorstehenden Castor-Transport zu protestieren. Mehr dazu (20 KB)

 

14.11.2008 - ausgestrahlt - Nach Gorleben: Zeit für politische Konsequenzen

Info- und Ankündigungsliste der Kampagne .ausgestrahlt - Es schreibt: Matthias Weyland

Inhalt

- Gorleben 2008: Die Anti-Atom-Sonne scheint wieder

- Jetzt ist die Zeit für politische Konsequenzen

- Atomkraft 2009: Die Diskussion beginnt jetzt

Liebe Freundinnen und Freunde,

die einen oder anderen von Euch waren selbst im Wendland und sind inzwischen wieder im Alltag angekommen. Nach kurzer Zeit des Luftholens schauen wir zurück und sagen: Wir haben gewonnen! Der Aufwand hat sich gelohnt, die Anti-Atom-Sonne scheint kräftig wie lange nicht mehr. Wir haben gezeigt, dass man mit uns rechnen muss. Warum Gorleben 2008 nur der Anfang war, lest Ihr hier in diesem Newsletter.

* Gorleben 2008: Die Anti-Atom-Sonne scheint wieder *

Die 16.000 Atomkraftgegnerinnen und -gegner waren so viele wie lange nicht mehr auf einer Demonstration. Diese Tatsache haben auch die Medien erkannt, die der Anti-Atom-Bewegung überwiegend neuen Auftrieb und viel Frische attestieren. Nicht neu für den wendländischen Widerstand hingegen waren wieder einmal eine Menge Kreativität, Mut und viel Phantasie. All das hat dazu geführt, dass der elfte Transport von hochradioaktivem Atommüll nach Gorleben nicht nur als der bislang langwierigste in die Geschichte eingehen wird. Er hat, weit über den Transport hinaus, die ungelöste Endlagerfrage und die weitreichenden Probleme der Atomkraft thematisiert. Mehr dazu (16 KB)

 

01.08.2008 - Windräder laufen ruhig durch "Antischall"

Fraunhofer-Gesellschaft - Rattern und pfeifen Windräder zu laut, dürfen sie zum Schutz der Anwohner nur unter Teillast arbeiten: Sie produzieren dann allerdings weniger Strom. Eine aktive Dämpfung löscht den Lärm durch Gegenschwingungen aus.

Stehen Windkraftanlagen in der Nähe einer Siedlung, dürfen sie auch bei starkem Wind nicht zu laut werden. Die meisten Anlagen schonen Nachbars Ohren, dennoch kann es trotz sorgfältigster Konstruktion immer wieder vorkommen, dass Lärm entsteht: zum einen durch die Bewegung der Rotorblätter, zum anderen durch Zahnräder, die Schwingungen im Getriebe hervorrufen. Diese werden an den Turm des Windrads weitergeleitet und dort großflächig abgestrahlt - die Anwohner nehmen sie als Brummgeräusche wahr. "Ähnlich wie beim Surren einer Mücke empfindet man diese Einzeltöne als besonders störend", sagt André Illgen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Dresden. Brummen die Windkraftanlagen zu laut, dürfen sie nur unter Teillast betrieben werden: Sie drehen sich langsamer und erzeugen weniger Strom. In einigen Fällen müssen die Betreiber zusätzliche Dämpfungssysteme einbauen oder sogar das Getriebe wechseln - eine teure Angelegenheit. Passive Dämpfungssysteme, die bisher verwendet wurden, zeigen jedoch nur bedingt Wirkung: Sie schlucken nur Geräusche einer bestimmten Frequenz. Da moderne Windkraftanlagen ihre Drehzahl an die Windstärke anpassen, um möglichst viel Strom zu erzeugen, variiert auch die Frequenz der Brummgeräusche: Trotz Dämpfung dringen Brummtöne in die Umgebung. Mehr dazu (28 KB)

 

24.07.2008 - Solarstrom mit farbigen Platten

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg hat mit 6,7 % elektrischem Wirkungsgrad einen Weltrekord für Fluoreszenzkollektoren aufgestellt. Bei diesen Kollektoren filtern farbige Platten aus dem Sonnenlicht einen Teil heraus und lenken ihn auf spezielle Solarzellen am Plattenrand. Anders als Spiegel- oder Linsensysteme kann ein solcher Kollektor auch diffuses Licht auf die Solarzelle konzentrieren. Dies ist, gerade in Deutschland mit einem diffusen Strahlungsanteil von etwa 60%, ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Mit der Technologie sind Fassaden oder Fenster vorstellbar, die gleichzeitig Strom produzieren.

Die Forscher dämpfen allerdings die Hoffnungen auf einen kurzfristigen Einsatz ihrer Technologie, um im großen Stil Strom zu produzieren. Für eine praktische Anwendung ist noch umfangreiche Entwicklungsarbeit nötig. Mehr dazu (24 KB)

 

18.07.2008 - Mit solarer Wärme heizen, duschen und arbeiten

Bei Neubauten wie bestehenden Gebäuden gehört die Zukunft der Kombination einer sehr effizienten Wärmedämmung mit einer Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien. Das zeigen die rapide steigenden Preise für Öl und Gas und die Auswirkungen des globalen Klimawandels immer deutlicher. Hierbei sind Solarkollektor-Anlagen für die Bereitstellung von Warmwasser, zur Heizungsunterstützung und für Prozesswärme in Betrieben erste Wahl. Mehr als eine Million dieser Anlagen waren bereits Ende 2007 auf deutschen Dächern installiert. Damit noch viele Solar-Interessierte zu Anwendern werden können, ist in der Buchreihe der BINE-Informationspakete jetzt die aktualisierte und erweiterte, zweite Auflage von „Solare Wärme – Vom Kollektor zur Hausanlage“ erschienen. Mehr dazu (24 KB) - Leseprobe. Einen Einblick in das Inhaltsverzeichnis, sowie das erste Kapitel finden Sie zum Herunterladen hier (ca. 900 KB).

 

Atommafia - strahlender Glaube

Vielleicht sollte sich unsere Politik- und Atom-Mafia in Glaubensfragen vom Papst belehren lassen.

Ob wir es wollen oder nicht, mit dem jetzt schon erzeugten Atommüll in unserem Lande sind die geglaubten aber keineswegs sicheren Endlagerstätten in unserem Lande schon zu 100 Prozent ausgelastet, wie man mir am 09.07.2008 auf der Schachtanlage KONRAD mitgeteilt hatte. Und der Glaube muss so stark sein, dass diese Endlager 1. Millionen Jahre hermetisch dicht bleiben, denn so lange strahlt das Zeug.

 

19.07.2008 – jw - Erneut Atompanne in Frankreich

Paris. Eine neue Panne in einer Atomanlage sorgt in Frankreich für Beunruhigung und scharfen Protest. Nur eineinhalb Wochen nach dem Austritt von 74 Kilogramm Uran in Tricastin wurde ein undichtes Kanalisationsrohr in einer Brennstäbefabrik in Romans-sur-Isère im Südosten des Landes entdeckt. Der Areva-Konzern erklärte am Freitag, es seien zwischen 120 und 750 Gramm Uran ausgelaufen, doch stelle das Uran »absolut keine Bedrohung für die Umwelt« dar.

Derweil wächst im Land die Verunsicherung über die Schlamperei in den Nuklearzentren. »Hinter den gehäuften Pannen zeigt sich das Scheitern einer gefährlichen, teuren und unnützen Branche«, erklärte Greenpeace. Während man die Atomkraft als Königsweg zur Energiesicherheit anpreise und den Bau neuer Reaktoren verkünde, werde die schlichte Wahrheit deutlich: »Kernkraft ist schmutzig, gefährlich und wird nicht beherrscht.« (AFP/jW)

 

17.07.2008 - Tagesspiegel - "Glaube ersetzt keine Sicherheitsanalyse"

Chef des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, fordert Endlagersuche nach Schweizer Vorbild. Dort haben die Bürger volle Einsicht; außerdem gibt es verbindliche Kriterien.

Herr König, wie viel radioaktive Abfälle sind bisher schon angefallen?

Bis Ende 2007 gab es schon rund 12 500 Tonnen abgebrannte Brennelemente. Ein Teil davon ging bis 2005 in die Wiederaufarbeitungsanlagen von La Hague und Sellafield. Diese stark strahlenden und heißen Abfälle enthalten 99,9 Prozent der Radioaktivität, die insgesamt in den in Deutschland zu entsorgenden Abfällen enthalten ist. Hinzu kommen gut 120 000 Kubikmeter Abfälle, die schwach- und mittelaktiv sind.

Wo lagert all das bisher?

Die schwach aktiven Abfälle lagern großteils im bundeseigenen Forschungszentrum Karlsruhe. Die Industrie lagert außerdem rund 40 000 Kubikmeter an verschiedenen Standorten. Für den hochaktiven Müll gibt es die großen Zwischenlager in Gorleben, Aahaus und Lubmin und die Lager an allen Kraftwerksstandorten, die nach dem Atomkonsens von 2001 errichtet wurden. Mehr dazu (36 KB)

Energiefragen

Ein nützlicher Informationsdienst ist BINE - Wissen aus der Energieforschung für die Praxis - Mehr dazu (8 KB - einschließlich Internet-Link)

 

Grundlagen und Technik von Windkraftanlagen

Die Idee der guten alten Windmühle erlebt in den modernen Windenergieanlagen ein Comeback. Der Wind und die Gesetze der Physik sind seither die gleichen geblieben, doch revolutionäre Fortschritte wurden in der Anlagentechnik erzielt. In basisEnergie "Windenergie" werden Grundlagen und Technik allgemein verständlich erklärt und auch auf die Wirtschaftlichkeit sowie auf Natur- und Landschaftsschutzaspekte eingegangen, die in der aktuellen Debatte über den breiten Einsatz von Windenergieanlagen neuerdings eine Rolle spielen. Mehr dazu (292 KB) - Links zur Windenergie (36 KB)

 

Solarenergie - Kontra CO² und AtomTod

03.07.2008 - BINE Informationsdienst - Solare Wärme zur Stromerzeugung nutzen

Weltweit wächst die Zahl der solarthermischen Kraftwerke

Solarthermische Kraftwerke kombinieren spezielle Spiegelsysteme zur Erzeugung solarer Hochtemperaturwärme mit einem konventionellen Kraftwerksprozess. Man benötigt einen hohen Anteil direkten Sonnenlichts, um es mit Spiegeln auf Linien oder Punkte fokussieren zu können. Die dabei entstehende Wärme wird auf ein Wärmeträgermedium übertragen und erreicht mit 250 – 550 °C den Dampfturbinenprozess. Zukünftig ist auch der Temperaturbereich jenseits der 1.000 °C und damit der noch effizientere, kombinierte Gas- und Dampfturbinenprozess ein Ziel. Wirtschaftlich sinnvoll sind solarthermische Kraftwerke im sogenannten Sonnengürtel der Erde zwischen dem 35. Grad nördlicher und südlicher Breite. Dort planen oder bauen zunehmend mehr Länder derartige Kraftwerke. Das neue BINE-Projektinfo „Solarthermische Kraftwerke werden Praxis“ (07/08) stellt die Solarsysteme, Speicher sowie zwei aktuelle Projekte vor. Mehr dazu (60 KB) - Noch mehr dazu (264 KB)

 

02.06.2008 - IDW - Wüstensonne als Lösung des Energieproblems?

Eigentlich könnten die dringendsten Klima- und Energieprobleme der Menschheit gelöst werden. Die Alte Frage lautet wie seit Marx Zeiten: “SOZIALISMUS ODER UNTERGANG IN DIE BARBAREI”. Oder besser gefragt: Steht die kapitalistische Wirtschaftsordnung, eine Lösung dieser Probleme grundsätzlich im Wege?

Hierzu eine Interdisziplinäre Tagung zur Solarenergie-Partnerschaft mit Afrika, der Uni Gießen

Mit dem hochaktuellen Thema der globalen Energiekrise beschäftigt sich am 9. und 10. Juni 2008 der 1. Gießener Workshop zur Solarenergie-Partnerschaft mit Afrika (SEPA08). Zu der Tagung kommen Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, um über Solarenergie-Erzeugung in der Sahara zu diskutieren. An der Justus-Liebig-Universität hatte sich bereits im Sommersemester 2007 eine interdisziplinäre Forschergruppe zusammengefunden. Ziel ist es, die Chancen und Probleme einer Energie-Partnerschaft Europas mit Afrika auszuloten.

Schon heute verbraucht die Menschheit täglich eine Erdölmenge, die erdgeschichtlich in 1.000 Jahren gebildet wurde. Mit einer wachsenden Weltbevölkerung und gleichzeitig steigendem Pro-Kopf-Energieverbrauch - speziell auch in Ländern mit bisher unterdurchschnittlichem Energiebedarf wie Indien und China - wird sich das Problem noch verschärfen. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe setzt so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre frei, dass sich das Weltklima massiv verändern wird. In zahlreichen Regionen der Welt, unter anderem auch in Afrika, werden Migrationsströme von vielen Millionen Menschen, die der Dürre, dem Hunger oder den Überschwemmungen auszuweichen versuchen, die Folge sein. Diese "Naturkatastrophen" werden die Menschen nicht mehr als naturgegeben hinnehmen, sondern aller Voraussicht nach den Industriestaaten zur Last legen und Entschädigung verlangen. Mehr dazu (24 KB)

 

Erneuerbare Energien für Alle oder Profit für die Herren

Volkswirtschaftlich betrachtet, rechnen sich erneuerbare Energie schon heute, nur eben nicht privatwirtschaftlich nicht, also in der kapitalistische Produktionsweise, sprich “Profitorientierung”. wie eine Studie, im Auftrage des Bundesumweltministerium letztes Jahr darlegte. Hier geht es zu den Studienergebnissen (1,7 MB)

Jeder von uns, hätte bei der gleichen Menge benötigter Energie, nicht nur letztlich mehr Geld in der Tascher, sondern auch eine bessere und gesündere Umwelt. Langfristig würde sich dieses sogar noch weiter verbessern zu unser aller Wohl.

Das Problem ist nur, in unserem Wirtschaftssystem ist dies nicht machbar, denn der Profit einiger weniger Konzernherren ist in unserem Lande “Heilig”. Die gesellschaftlichen Folgekosten bei der jetzigen Energiewirtschaft, wie zum Beispiel: Bergbauschäden - Waldsterben - weiteres Anwachsen der chronischen Krankheiten mit steigender Sterberate, wie Asthma, Allergien und frühen Herzerkrankungen, als Folge der Feinstäube, sowie Umweltkatastrophen und und und tragen ja nicht die Herren vom RWE, EnBW, Vattenfall, E.ON usw., sondern hierfür Zahlen wir alle zusätzlich zu den “Strom-, Gas- und Heizölkosten” jedes Jahr Milliarden € an Steuern, um die gröbsten Umweltschweinereien der Energiekonzerne zu beheben. Dies ohne allerdings Umweltpolitisch und Volkswirtschaftlich im Wettlauf mit der Zeit voran zukommen. Dasselbe System was uns diese kaputte Umwelt präsentiert, trägt auch die Verantwortung dafür, dass trotz explodierender Profite, 10% unserer Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben muss, Tendenz steigend. Noch eine kleine Studie von Greenpeace zur Energie-Mafia: “Wie Europas Top 10 Stromkonzerne den Klimaschutz verhindern” (1,7 MB).