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Golf von Mexiko

Der Umwelt-Supergau  des US-Imperialismus  ist ein Schlag in unser aller Antlitz!

15.04.2011 – kommunisten.eu - Festnahmen bei Übergabe des Internationalen ethecon Black Planet Festnahme London-kAward 2010 an die Verantwortlichen von BP

Am Donnerstag, 14. April 2010, wurden Diane Wilson/USA und Axel Köhler-Schnura in London verhaftet bzw. festgenommen. Die beiden wollten auf der Hauptversammlung des BP-Konzerns den im November 2010 in Berlin an die geschmähten Manager und Großaktionäre des BP-Konzerns verliehenen Internationalen Black Planet Award 2010 übergeben sowie den dazu gehörigen Offenen Brief (Anlage) verlesen. Diane Wilson ist Fischerin vom Golf von Mexiko (Texas) und wurde in 2006 für ihr herausragendes Engagement zu Rettung und Erhalt des Blauen Planeten mit dem jeweils gleichzeitig mit dem Internationalen ethecon Black Planet Award verliehenen Internationalen ethecon Blue Planet Award 2006 ausgezeichnet. Axel Köhler-Schnura ist Gründungsstifter und ehrenamtlicher Vorsitzender der ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie.

Tausende von AktionärInnen wurden Zeuge des skandalösen Vorgangs, mit dem die Sicherheitskräfte des BP-Konzerns den beiden AktivistInnen den Zugang zur Aktionärshauptversammlung verweigerten und sie schließlich von der Polizei festnehmen bzw. verhaften ließen. Und das, obwohl beide mit Aktien ausgestattet und ordentliche AktionärInnen waren. Wilson wurde erst nach Ende der HV freigelassen, Köhler-Schnura konnte nach ca. 1 Stunde wieder seiner Wege gehen; der Zugang zur HV wurde ihm aber weiterhin verweigert. Mehr dazu (380 KB) – Ein offener Brief an BP (152 KB) Hintergründe (1 MB)

 

Dieses Kapitalverbrechen ist auch ein Meisterstück des Kapitals (BP), wie man einen US-Präsidenten samt seiner Regierung vorführt - Eine andere Welt ist ganz dringend NÖTIG!

Internationaler Aufruf: Boykottiert BP!

Angesichts der dramatischen Katastrophe im Golf von Mexiko und der skandalösen Entwicklungen in diesem Zusammenhang, wendet sich "ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie" mit einem Internationalen Boykott-Aufruf an die Öffentlichkeit:

"BP ist mit einem ausgewiesenen Umsatz von 367 Milliarden Dollar der viertgrößte Konzern der Welt. Die durch BP verursachte Katastrophe im Golf von Mexiko ist ein erschütterndes Beispiel, wie die hinter dem Konzern stehenden Kapitalbesitzer und die verantwortlichen Manager in ihrer rücksichtslosen Jagd nach Gewinn und Profit unseren Planeten an den Abgrund des Ruins treiben. "ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie" ruft auf zum Boykott des BP-Konzerns und möglichst vieler seiner Tochterunternehmen und Marken wie AMOCO, ARAL, ARCO, BP-Solar CASTROL, am/pm, und WILD BEAN CAFÉ: Boykottieren wir BP bis der Konzern die Katastrophe gestoppt, die Umwelt- und sozialen Schäden beseitigt und die langfristige Verantwortung für alle Folgeschäden übernommen hat! Boykottieren wir BP bis die verantwortlichen Manager und die hinter ihnen stehenden großen Kapitalbesitzer bestraft sind und für die von ihnen verursachten Schäden aufkommen!"

Unterschriftenlisten hier. ----------- Protest-Emails an BP hier.

Bitte diesen Boykott-Aufruf möglichst umfangreich auf Blogs, Facebook, Twitter, per eMail etc. verbreiten.

20.08.2010 - Medienmitteilung - ethecon-Preisträgerin Diane Wilson aus Washington verbannt

Am Freitag, 20. August, hat am Superior Court of the District of Columbia, dem Kammergericht von Washington DC, die Verhandlung gegen Diane Wilson stattgefunden. Während die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko keine nennenswerten Auswirkungen auf die verantwortlichen BP-Manager hat, wurde die Preisträgerin des Internationalen ethecon Blue Planet Award 2006 für ihren Protest gegen BP zu fast zweieinhalb Jahre Haft verurteilt.

Für ihre friedlichen Protestaktionen während einer Ausschuss-Sitzung des US-Senats und der Anhörung des BP-Geschäftsführers Tony Hayward wurde die Garnelenfischerin Diane Wilson zu insgesamt 840 Tage Haft verurteilt. Bei dem Gerichtstermin am Freitag hat die Staatsanwaltschaft darauf verzichtet, sie tatsächlich ins Gefängnis zu schicken. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie ein Jahr lang nicht verhaftet wird - und zwar nirgendwo. Darüber hinaus wird sie für 9 Monate aus Washington verbannt, sie darf den Sitz der Regierung in dieser Zeit nicht betreten. Damit sind weitere Protestaktionen in der Hauptstadt für sie unmöglich geworden. Für die Umwelt- und Politaktivistin ist das keine einfache Bedingung. Mehr dazu (104 KB)

 

18.08.2010 – Eilaktion - Dringender Protest notwendig!

Während die für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verantwortlichen BP-Manager ohne Strafe bleiben, soll Diane Wilson für ihren friedlichen Protest gegen BP für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis geworfen werden.

Bitte schreiben Sie in - durchaus auch in deutscher Sprache - Protest-eMails an das zuständige Gericht, an Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Kongresses, und an die für die Texanerin Diane Wilson zuständigen Senatoren John Cornyn und Kay Bailey Hutchinson.

Betonen Sie Diane Wilsons Recht auf freie Meinungsäußerung und fordern Sie, dass alle Anklagepunkte mit sofortiger Wirkung bedingungslos fallen gelassen werden. Nicht Diane Wilson muss bestraft werden, sondern die Verantwortlichen des BP-Konzerns.

Hier die eMail-Adressen bzw. die Links (bei den Regierungsseiten müssen Sie sich leider entsprechend einloggen): Mehr dazu (156 KB)

 

28.07.2010 – süddeutsche - Ölpest im Golf von Mexiko: Explosive Ermittlungen

Explosive Ermittlungen-kAmerikanische Strafermittler ahnen Schlimmes: Wurde die Explosion der "Deepwater Horizon" durch geschmierte Aufsichtsbehörden begünstigt? Sollte sich der Verdacht bestätigen, hätte der Skandal um die Ölpest im Golf von Mexiko eine neue Dimension.

Für BP braut sich neues Unheil zusammen: Die von dem Ölmulti verursachte Katastrophe im Golf von Mexiko wird nun auch Gegenstand strafrechtlicher Untersuchungen

Ein Team von Ermittlern formiere sich derzeit in New Orleans, um zu überprüfen, inwieweit allzu enge Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden die Ölpest verursacht haben könnten, schreibt die Washington Post.

Das Ermittlungsteam, das auch der "BP-Stab" (BP squad) genannt werde, unterstehe dem FBI und setze sich aus Beamten des Umweltschutzamtes EPA, der US-Küstenwache und anderer Bundesbehörden zusammen. Ermittelt werde nicht nur gegen BP, sondern auch gegen die Firmen Transocean und Halliburton.

BP hatte die untergegangene Ölplattform Deepwater Horizon vom Betreiber Transocean geleast. Der weltweit zweitgrößte Ölfeld-Dienstleistungskonzern Halliburton war an der Ölquelle der Deepwater Horizon nur 20 Stunden vor deren Explosion noch mit Zementierungsarbeiten zu Gange. Mehr dazu (136 KB)

 

14.07.2010 - TU Berlin: Golf von Mexiko - Der große „Blow-out“

Erdölgeologe Wilhelm Dominik von der TU Berlin erklärt, wie es zu der Katastrophe kommen konnte und was die Wissenschaft zur Lösung beitragen kann

Am 20. April 2010 ereilte die Welt eine der größten Umweltkatastrophen der Neuzeit, als die Transocean-Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko havarierte, die im Auftrag des Ölkonzerns BP betrieben wurde und zwei Tage später sank. Seitdem strömt Öl ins Meer, Experten schätzen mittlerweile, dass täglich bis zu zehn Millionen Liter austreten.

Prof. Dr. Wilhelm Dominik ist Leiter des Fachgebiets Explorationsgeologie im Institut für Angewandte Geowissenschaften an der TU Berlin. Er beschäftigt sich mit der Aufsuchung und Bewertung von Öl- und Gaslagerstätten, der Reservoirgeologie und dem Reservoir Engineering und erklärt, wie es überhaupt dazu kommen konnte, welche Fehler gemacht wurden und welche Lösungen möglich sind:

„Bevor man das Menschenversagen der an der Havarie beteiligten Personen untersucht, muss man sich klarmachen, dass zunächst, leider muss man es so sagen, ein Versagen der Politik vorausging. Man hätte das Tiefwasser schon vor zwanzig Jahren nicht für die Exploration freigeben dürfen, ohne eine funktionsfähige Technologie für den Fall einer Havarie eingefordert und entwickelt zu haben. Mehr dazu (92 KB)

 

30.06.2010 – Tagesspiegel - BRÜCHIGER OZEANBODEN - Ölfeld könnte aufbrechen

Im Golf von Mexiko droht der Gau, befürchten Experten – die Bohrung könnte mitsamt des umliegenden Erdreichs kollabieren.

Es war ein einziger Satz von Barack Obamas Chef-Krisenmanager Thad Allen bei einer Pressekonferenz. Eine Aussage, die eher beiläufig fiel – aber dennoch bei Experten die Alarmglocken schrillen ließ. „Niemand kennt den Zustand des Meeresbodens im Bereich des Bohrlochs über dem Ölfeld“, konstatierte der Küstenwachen-Admiral vergangene Woche. Allen, der im Regierungsauftrag tapfer Optimismus zu verbreiten sucht und glaubt, bis Ende August das weiter heftig sprudelnde Leck schließen zu können, gab damit erstmals einen Hinweis auf eine dramatische Entwicklung, die Experten der Energiebranche mittlerweile als GAU sehen: einen vollständigen Kollaps der Bohrung mitsamt des umliegenden Erdreichs – mit der Folge, dass dann der gesamte Inhalt des Ölreservoirs ungehindert austreten kann und technologisch keine Chance mehr besteht, diesen gewaltigen Ölfluss zu stoppen. Mehr dazu (24 KB)

 

25.06.2010 – UZ - Ölpest ist nicht gleich Ölpest

Von Manfred Idler - Wie beiläufig veröffentlicht der BP-Konzern täglich höhere Zahlen über das Ausmaß der Ölpest im Golf von Mexiko. In einem Bericht des Konzerns, der Ende Mai (!) an den US-Kongress ging, ist von 15,9 Millionen Liter Öl die Rede, die täglich aus dem Bohrloch austreten könnten. Für die Öffentlichkeit hatte British Petrol da noch die Zahl von 800 000 Litern parat.

Es ist ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten seit der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" am 21. April. Und ob nun 800 000 oder 10 Millionen Liter der braunen Brühe täglich auslaufen, die Folgen sind für Laien nicht überschaubar.

Dabei könnten sie woanders studiert werden, im Nigerdelta in Nigeria und vor der nigerianischen Küste. Tag für Tag seit 50 Jahren verseucht dort auslaufendes Öl in einer Größenordnung von 50 "Exxon-Valdez"-Katastrophen jährlich die Natur und die Menschen, errechnet Amnesty International. Mehr dazu (64 KB)

 

23.06.2010 – NZZ - Absaugtrichter über Bohrloch vereist

BP hat die Absaugvorrichtung über dem lecken Bohrloch im Golf von Mexiko wegen Vereisungsgefahr entfernt. Derzeit strömt das Erdöl wieder ungehindert ins Meer. Ein Amerikaner wurde als neuer Krisenmanager eingesetzt.

(ddp) Nach Angaben der US-Küstenwache vom Mittwoch musste die Vorrichtung entfernt werden, da sie Gefahr lief zu vereisen. Die Behelfsanlage muss mit Warmwasser beheizt werden, damit sie funktionieren kann. Jedoch war die Versorgung mit Warmwasser wegen aufsteigenden Gases ausgefallen. Thad Allen, Admiral der Küstenwache, sagte, die Absaugvorrichtung werde nun auf Eis hin überprüft und danach wieder montiert.

Durch den Trichter konnten zuletzt 2,6 Millionen der geschätzten 9,5 Millionen Liter Öl, die insgesamt am Tag austreten, abgesaugt werden. Die Schätzungen über die Menge des austretenden Erdöls schwanken erheblich. Mehr dazu (84 KB)

 

22.06.2010 – FR - Konzerne klagen - Gericht beendet Ölbohrstopp

Von Dietmar Ostermann - Washington. Noch sprudelt die lecke Quelle unter dem Golf von Mexiko, doch vor Amerikas Küsten darf weiter uneingeschränkt nach Öl gebohrt werden: US-Richter Martin Feldman setzte am Dienstag das von der Obama-Regierung verhängte Moratorium auf Tiefseebohrungen aus. Damit gab das Bundesgericht in New Orleans einer Klage von zwei Ölservice-Firmen statt.

Der texanische Bohrspezialist Diamond Offshore sowie Hornbeck Offshore Services aus Louisiana hatten eine einstweilige Verfügung gegen das Moratorium beantragt. Ihre Unternehmen würden durch den Bohrstopp der Regierung "illegal" geschädigt, argumentierten die Kläger. Das US-Innenministerium hatte vorigen Monat Tiefseebohrungen für sechs Monate ausgesetzt, um Regeln und Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Laut US-Medien will die Obama-Regierung Berufung gegen die Entscheidung einlegen. Mehr dazu (80 KB)

20.06.2010 - amerika21.de - Von Steffen Niese, Havanna - Gemeinsam gegen die Ölpest

Kuba und Venezuela intensivieren Kooperation im Kampf gegen das Erdöl im Golf von Mexiko

Havanna/Caracas. Angesichts des fortgesetzten Austritts von Erdöl im Golf von Mexiko wächst auch für das südlich des Unglücksortes gelegene Kuba die Gefahr einer Ölpest. Seit der Explosion einer Ölplattform des britischen Konzerns BP am 22. April fließen täglich nach wie vor mehr als 800.000 Liter des Rohöls aus der Bohrstelle. Das Öl ist inzwischen bedrohlich nahe an die Nordküste der karibischen Insel herangekommen. Erste Ölteppiche wurden nur 160 Kilometer entfernt in nordwestlicher Richtung ausgemacht. Nun haben die kubanischen Behörden zu verstärkter Wachsamkeit und präventiven Maßnahmen aufgerufen. Mehr dazu (64 KB)

18.06.2010 – ddp - Nach Ölpest nun Sorge vor Methangas im Golf

Berlin (ddp). US-Wissenschaftler warnen vor einer Gefahr, die bei der Ölpest im Golf von Mexiko bislang übersehen worden ist: Methangas. Aus dem Leck am Meeresboden strömen täglich nicht nur bis zu 9,5 Millionen Liter Öl und verpesten Küsten und Gewässer, sondern auch gefährlich hohe Mengen Methangas. Dieses Gas könnte möglicherweise das Meeresleben ersticken, befürchten Wissenschaftler. Es entstünden «Todeszonen», in denen der Sauerstoffgehalt so niedrig ist, dass kaum noch Leben existieren kann. Mehr dazu (112 KB)

 

18.06.2010 – FTD – Ölkatastrophe: Wie "Big Oil" die Politik schmiert

BP-Obama-kMehr als eine Million hat der Republikaner Joe Barton von der Ölindustrie erhalten. Da überrascht es wenig, dass er sich bei einer Anhörung zur Ölpest bei BP-Chef Hayward entschuldigt. Doch der größte Empfänger von BP-Geldern sitzt im Weißen Haus. von David Böcking

Am Ende wurde die Empörung Joe Barton dann doch zuviel: Am Donnerstagnachmittag zog der Republikaner die Worte zurück, mit denen er sich bei einer Anhörung im US-Respräsentantenhaus bei BP-Chef Tony Hayward entschuldigt hatte. Er "schäme" sich dafür, dass das Unternehmen 20 Mrd. $ für einen Entschädigungsfonds zahlen müsse, hatte Barton gesagt. Mittlerweile bedauert er, "dass meine Aussage nahelegte, dass BP nicht für die Konsequenzen zahlen sollte".

Besonders glaubwürdig ist Bartons Sinneswandel allerdings nicht. Schließlich hat er laut Daten des Center for Responsive Politics seit 1990 rund 1,4 Mio. $ von Lobbygruppen der Öl- und Gasindustrie erhalten. Damit bezog Barton 94 Prozent seiner Spenden aus dem Umfeld der Energiekonzerne - mehr als jeder andere Abgeordnete im Repräsentantenhaus. Aus dem Umfeld von BP erhielt Barton im selben Zeitraum 27.350 $, womit er auf Platz acht der Empfänger innerhalb des US-Kongresses landete. Mehr dazu (24 KB)

 

18.06.2010 – Süddeutsche - BP: Chef Hayward zum Rapport

Sieben Milliarden Liter Öl in den Golf von Mexiko?

Blanker Horror in Zahlen: Vor dem US-Kongress referiert BP-Chef Hayward das mögliche Ausmaß der Öl-Katastrophe. Womöglich wird der Entschädigungsfonds nicht lange reichen.

Was für eine Menge, was für eine Summe: Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko nimmt immer größere Ausmaße an - und es könnte alles noch viel schlimmer werden.

Sieben Milliarden Liter Öl sollen sich in der Quelle unter dem beschädigten Bohrloch befinden, schätzt BP-Chef Tony Hayward. Er nannte diese Zahl jetzt vor dem Ausschuss des US-Kongresses, der ihn zum Rapport zitiert hatte. Damit würde die Quelle noch immer 94 bis 97 Prozent ihres Öl enthalten. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der das Öl derzeit austritt, würde es zwei bis vier Jahre dauern, bis die Gesamtmenge ins Meer geflossen ist.

Fonds reicht wohl nicht aus

BP-Chef Hayward, der Verantwortliche, der sich andauernd entschuldigt und 20 Milliarden Dollar in einer Fonds zahlen will, machte vor dem Kongress das apokalyptische Ausmaß des Öl-Fiaskos im Golf von Mexiko klar. 

Der US-Bundesstaat Louisiana hat schon einmal durchgerechnet, wie viel die Umwelt- und Wirtschaftsschäden durch die Ölpest am Ende kosten könnte. Von 40 bis 100 Milliarden Dollar ist derzeit die Rede. Der geplante Entschädigungsfonds sei zwar ein Anfang, sein Volumen von 20 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro) reiche aber vermutlich nicht aus, sagte Louisianas Schatzmeister John Kennedy. Mehr dazu (132 KB)

 

15.06.2010 – FR – BP droht die Zerschlagung

Von Jakob Schlandt - Dass BP durch die Ölkatastrophe innerhalb kurzer Zeit in Bedrängnis kommt, schien anfangs nahezu ausgeschlossen - als unerschöpflich tief galten die Taschen des drittgrößten Ölkonzerns der Welt, der in den ersten drei Monaten des Jahres jeden Tag mehr als 60 Millionen Dollar verdiente. BPs Öl- und Gasgeschäft ist auch weiterhin eine Menge wert. Dennoch könnte BP bald das Geld ausgehen. Denn die Überlegung der US-Regierung, den Konzern zur Einrichtung eines Schadensersatzfonds zu zwingen, bringt die Briten an den Rande der Leistungsfähigkeit. Analysten schätzen die Bargeld-Reserven des Konzerns auf sieben Milliarden Dollar. Im Gespräch waren gestern Summen von 7,5 bis zu 20 Milliarden Dollar, mit denen der Fonds ausgestattet werden müsse. BP-Aktien rutschten ab und notierten nachmittags in London gut fünf Prozent im Minus. Mehr dazu (68 KB)

 

15.06.2010 – FR - Obama zieht die Zügel an

Obama zieht die Zuegel an-kVon Dietmar Ostermann - Washington. In einem Interview mit dem Kolumnisten Roger Simon hat Barack Obama einen Satz gesagt, der ahnen lässt, welche Bedeutung man der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Weißen Haus inzwischen beimisst: "In der gleichen Weise, wie unsere Sicht auf unsere Verwundbarkeit und Außenpolitik tiefgreifend durch 9/11 geformt wurde, wird diese Katastrophe verändern, wie wir über die Umwelt und Energie für viele Jahre denken."

Die Chiffre 9/11 steht für Amerikas großes Trauma, die Anschläge des 11. September 2001. Sie hatten fortan die Präsidentschaft von George W. Bush geprägt. Nun hat Bushs Nachfolger mit dem 9/11-Vergleich all jene noch überboten, die die größte Umweltkatastrophe der US-Geschichte schon vor Wochen wahlweise zu "Obamas Katrina" oder "Amerikas Tschernobyl" erklärten.

Der Vergleich deutet auch jene steile Lernkurve an, die Obama in den fast zwei Monaten seit der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon am 20. April vor der Küste Louisianas durchlaufen hat. Bush hatte noch in der 9/11-Nacht den Hintermännern der Anschläge den Krieg erklärt. 27 Tage später fielen die ersten Bomben in Afghanistan. Diesmal schob der Präsident Washingtons politische Tagesordnung nur zögerlich beiseite, dauerte es Wochen, bis man sich im Weißen Haus bewusst zu werden schien, es tatsächlich mit einem epochalen Ereignis zu tun zu haben. Mehr dazu (88 KB)

 

13.06.2010 - derStandart.at - Obama kündigt Rede an die Nation an

Nach viertem Besuch in der Katastrophenregion

Washington - US-Präsident Barack Obama wird sich wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko am kommenden Dienstagabend (Ortszeit) in einer Rede an die Nation wenden. Das kündigte Präsidentenberater David Axelrod am Sonntag in der NBC-Sendung "Meet the Press" an. Die Rede erfolgt den Angaben zufolge nach der Rückkehr Obamas von seinem vierten Besuch in der Katastrophenregion an der US-Golfküste, der am Montag und Dienstag geplant ist. Der Präsident werde dabei Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Ölpest bekanntgeben.

Nach jüngsten Erkenntnissen treten aus der beschädigten Bohrleitung bis zu acht Millionen Liter täglich aus, doppelt so viel wie bisher angenommen. Der britische Ölkonzern BP hatte zuletzt über einen Absaugtrichter 2,3 Millionen Liter täglich abgefangen. Nach den neuesten Schätzungen wäre dies möglicherweise nur ein Viertel der Gesamtmenge. Langfristig soll der Ölstrom durch zwei Ersatzbohrungen gestoppt werden, die voraussichtlich aber erst im August abgeschlossen sein werden.

Auslöser der schlimmsten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA war die Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April. Experten von BP ist es bisher nicht gelungen, das offene Bohrloch zu verschließen. (APA/apn)

 

12.06.2010 – FR - Ölpest macht Menschen krank

Oelpest macht Menschen krank-kErst starben Vögel und Meerestiere - jetzt erkranken Menschen: Übelkeit, Kopfschmerzen, entzündeten Augen und Atembeschwerden melden die Ärzte. Manche Patienten müssen in Krankenhäusern behandelt werden.

Washington. Die Menge des sprudelnden Öls im Golf von Mexiko ist nach neuesten Expertenschätzungen wohl deutlich höher als bislang angenommen. Das von der US-Regierung gebildete Forscherteam zur Messung des Ölflusses korrigierte seine Zahlen am Donnerstag stark nach oben.

Bevor der Ölkonzern BP einen Auffangbehälter über der sprudelnden Quelle installierte, seien pro Tag zwischen 2700 und 5400 Tonnen Öl ins Meer geflossen, teilte die US-Geologiebehörde mit. Bisher lagen ihre Schätzungen zwischen 1600 und 3400 Tonnen Öl.

Die korrigierten Ergebnisse beruhen auch auf hochauflösenden Videos, die BP jüngst öffentlich machte. Sie gelten für den Zeitraum, bis der Konzern das defekte Steigrohr an der Quelle in 1500 Meter Tiefe ansägte und einen Deckel darauf platzierte. Seitdem fängt BP nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 2150 Tonnen Öl pro Tag ab. Mehr dazu (80 KB)

 

12.06.2010 – FR - Nach der Ölkatastrophe - Wird BP zum Übernahmekandidaten?

Von Jakob Schlandt - London. Technisch gesehen wird es vermutlich keine großen Überraschungen mehr geben. Die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko kann frühestens im August endgültig abgedichtet werden, wenn zwei Hilfsbohrungen ans Ziel gelangen. Fraglich ist noch, wie viel Öl dauerhaft mit einer Glocke abgesaugt werden kann. So oder so steht fest, dass BP die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst hat mit katastrophalen Folgen für Umwelt und Bewohner der Golfregion.

Unklar ist dagegen das Schicksal von BP. Die Wahrscheinlichkeit steigt und steigt, dass der Konzern in seiner jetzigen Form nicht überleben wird. Eine Gruppe demokratischer Abgeordneter forderte, dass BP seine hohen Dividendenzahlungen an Aktionäre aussetzen müsse.

Präsident Barack Obama hat indirekt die Ablösung von BP-Chef Tony Hayward gefordert und will dem Konzern "in den Arsch treten", wie er wörtlich sagte. Dazu kommt: In den USA wird diskutiert, die Haftungsgrenze bei Ölunfällen von 75 Millionen Dollar auf zehn Milliarden zu erhöhen. Mehr dazu (84 KB)

 

11.06.2010 – süddeutsche Zeitung - Betreten verboten

Von Reymer Klüver - Pressefreiheit unter Polizeischutz: Journalisten im Golf von Mexiko wird es nicht leicht gemacht, wenn sie über die Ölkatastrophe berichten wollen. BP behindert die Berichterstattung.

Bei der Times-Picayune, der Lokalzeitung von New Orleans, wollten sie es nicht glauben. Die FAA, Amerikas Flugaufsicht, verweigerte dem Piloten, der ihren Fotografen über die Ölgewässer im Golf von Mexiko fliegen wollte, schlicht die Erlaubnis. Und zwar, wie die kleine Charterfluggesellschaft des Piloten versichert, in dem Moment, als sie erwähnten, dass sie einen Zeitungsfotografen an Bord hätten. Die FAA bestreitet, dass das Flugverbot im vergangenen Monat etwas mit der Präsenz eines Medienvertreters zu tun hatte. Zivile Flüge müssten begrenzt werden, damit sie die Operationen der Flugzeuge und Hubschrauber im Katastrophengebiet nicht behinderten. Mehr dazu (120 KB)

 

08. 06. 2010 – oe24.at - Ölpest vor den USA - Obama rastet im Fernsehen total aus

Der US-Präsident sucht Verantwortliche für die Ölpest - und will sie feuern.

Obama rastet im Fernsehen total aus-kEs ist die größte Ölkatastrophe aller Zeiten: Vor 50 Tagen explodierte die "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko. Seitdem sind 200 Millionen Liter Öl aus dem leckgeschlagenen Bohrloch der zum BP-Konzern gehörenden Bohrinsel ins Meer geflossen. Den britischen Multi hat dies bereits 1,25 Milliarden US-Dollar gekostet. Alle Versuche, das Leck zu stopfen, sind bislang fehlgeschlagen. Tausende Tiere sind bereits verendet. Der Kampf gegen die Ölpest wird noch bis in den Herbst dauern, schätzen Experten, die Folgeschäden für das delikate Ökosystem sind noch völlig unklar. Nur soviel ist sicher: Es wird Jahre dauern, bis sich die Natur von der Katastrophe erholt hat.

Obama platzt der Kragen

Jetzt hat sich US-Präsident Obama gegenüber dem US-amerikanischen Fernsehsender NBC scharf zu Wort gemeldet. Er suche mit zusammen mit Verantwortlichen nach "jemandes Arsch, der getreten werden muss". "Ich will nicht mit Experten sprechen, als wenn dies ein Universitäts-Seminar wäre. Wir reden mit diesen Leuten, die potentiell die beste Antwort haben, um mir zu sagen, wessen Arsch versohlt werden muss", so Obama wörtlich. Mehr dazu (20 KB) - Das Video dazu

 

07.06.2010 – jw - Öl fließt munter weiter

OEl fließt munter weiter-kIm Golf von Mexiko macht BP Fortschritte, doch vor Mitte August wird man das lecke Bohrloch kaum vollständig abdichten können

Von Wolfgang Pomrehn - Zur Abwechslung hat endlich mal etwas geklappt. Vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana ist es dem Ölkonzern BP nach fast acht Wochen endlich gelungen, eine Art Trichter über das leckende Bohrloch am Meeresboden zu stülpen. Seitdem dort am 20. April die Bohrplattform »Deep Water« explodierte, sprudelt aus dem abgerissenen Rohrende in 1500 Meter Tiefe Öl in den Golf, und zwar nicht wenig: 12000 bis 19000 Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) pro Tag, heißt es von offizieller Seite. Einige US-Wissenschaftler gehen jedoch von deutlich höheren Mengen aus. Durch das Abtrennen des Rohres, das notwendig war, um die neue Abdeckung aufsetzen zu können, soll der Ölstrom um weitere 20 Prozent verstärkt worden sein. Der Konzern hofft nun, zumindest einen größeren Teil davon auffangen zu können. Mehr dazu (20 KB)

 

06.06.2010 – Die Presse.com - Kritik an Erdöl-Bohrungen bei Grönland

Kritik an Erdoel-Bohrungen bei Groenland-kEin britisches Unternehmen will in diesem Sommer mit der Suche nach Erdöl in den Gewässern Grönlands beginnen Wissenschafter und Umweltorganisationen schlagen Alarm.

Während sich nach dem Bohrloch-Unglück im Golf von Mexiko die schwerwiegendste Ölpest der Geschichte abzeichnet, bereiten Ölgesellschaften in den Gewässern Grönlands die Ausbeutung vermuteter, arktischer Erdölvorkommen vor. Die Pläne haben massive Bedenken bei Wissenschaftlern, Umweltschutzorganisationen und kanadischen Politikern ausgelöst. "Die Katastrophe im Golf von Mexiko sollte in jeder Hinsicht große Konsequenzen für die Prospektionspläne bei Grönland haben. Alles andere wäre Wahnwitz", so der Ozean-Forscher Peter Wadhams von der Universität Cambridge gegenüber der dänischen Zeitung "Berlingske Tidende". Mehr dazu (16 KB)

 

05.06.2010 – tz - Ölpest: Auffang-Trichter bringt nicht viel

Auffang-Trichter bringt nicht viel-kGrand Isle/USA - Die jüngsten Bemühungen zur Eindämmung der Ölpest im Golf von Mexiko haben noch keinen Durchbruch gebracht.

BP hatte zuletzt einen Absaug-Trichter über die defekte Bohrleitung am Meeresboden gestülpt. Der fängt weniger als ein Zehntel des ausströmenden Öls auf, wie Thad Allen, General der US-Küstenwache, schätzte. Das entspricht einer täglichen Menge von rund 160.000 Liter Öl - das meiste strömt aber weiterhin ungehindert ins Meer. BP hatte die Hoffnung geäußert, durch Anpassungen an der Absaug-Vorrichtung, die aufgefangene Menge steigern zu können. Mehr dazu (60 KB)

 

03.06.2010 - IFM-GEOMAR - Öl bald im Golfstrom?

Deutsch-amerikanische Studie gibt Hinweise auf rasche Ausbreitung im Atlantik

OEl bald im Golfstrom-kKiel/Boulder. Aktuelle Modellrechnungen mit einem hochauflösenden Ozeanmodell zeigen, dass sich das derzeit im Golf von Mexiko freigesetzte Öl über den Golfstrom innerhalb weniger Monate bis weit in den Atlantik ausbreiten könnte. Initiatoren der Studie sind Wissenschaftler unter anderem vom National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder, USA und vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel.

An Floridas Ostküste ist die Welt derzeit noch in Ordnung. Sommerwetter, angenehme Wassertemperaturen und weiße Strände lassen nicht ahnen, dass es mit dieser Idylle schon bald vorbei sein könnte. Wie hochauflösende Modellrechnungen einer Studie amerikanischer und deutscher Meeresforscher zeigen, könnte sich der Ölteppich sehr rasch aus dem Golf von Mexiko heraus in den Atlantik ausbreiten und zu Verschmutzungen an der Küste Floridas führen. Die Ergebnisse der neuen Modellexperimente zeigen, dass der Ölteppich den Atlantik innerhalb weniger Wochen erreichen und sich dann rasch weiter nach Nordosten ausbreiten könnte. Mehr dazu (28 KB)

 

02.06.2010 – REUTERS - USA starten wegen Ölpest Ermittlungen gegen BP

New Orleans (Reuters) - Wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko leitet die US-Regierung zivil- und strafrechtliche Ermittlungen gegen den Energiekonzern BP ein.

Die Staatsanwälte hätten eine ausreichende Basis, um zu ermitteln, sagte US-Justizminister Eric Holder am Dienstag. Die USA wollten dabei äußerst akribisch vorgehen. Auch Bundesbehörden wie das FBI seien eingeschaltet. "Wir werde nicht eher ruhen, bis wir Gerechtigkeit haben." Nach dem gescheiterten Versuch, das Bohrleck zu verschließen, begann BP einen erneuten Anlauf, um den Ölaustritt in etwa 1500 Metern Tiefe zumindest zu verringern. An der Küste breitete sich die Ölpest weiter aus und bedrohte nun auch die Strände von Alabama.

Experten zufolge waren die Ermittlungen nur noch eine Frage der Zeit. Dabei könnte es nicht nur BP an den Kragen gehen. So betrieb Transocean die Bohrplattform "Deepwater Horizon", deren Explosion die Katastrophe vor einigen Wochen ausgelöst hatte. Halliburton war für Zementarbeiten an dem Bohrloch verantwortlich. Cameron International lieferte die Vorrichtung, die ein unkontrolliertes Austreten von Öl und Gas eigentlich hätte verhindern sollen. Mehr dazu (20 KB)

 

31.05.2010 – ND - Es sprudelt weiter aus dem Bohrloch

Obama-Regierung fürchtet politische Folgen

Von Max Böhnel, New York - Für die Bewohner der Golfküste, die vom Tourismus abhängen, ist der heutige »Memorial Day« ein Tag der Trauer und der Wut. Denn der Feiertag stellt den symbolischen Beginn der Sommersaison dar – und ist geprägt von der größten Ölpest in der USA-Geschichte. Bis gestern war es dem Ölkonzern BP nicht gelungen, die sprudelnde Quelle eineinhalb Kilometer unterhalb der Wasseroberfläche zu verschließen.

Öl und Gas strömen weiter aus einem abgerissenen Rohr in 1500 Metern Tiefe ins Meer. Er glaube nicht, dass die Menge bislang merklich nachgelassen habe, sagte BP-Manager Doug Suttles. Mit Hilfe von Schlamm, Gummiresten und Fasermaterialien war seit Mittwoch versucht worden, das Ausströmen wenigstens zu verlangsamen. Auch Barack Obamas dreistündiger Besuch in Louisiana am Freitag hinterließ einen bitteren Nachgeschmack. Hemdsärmlig und besorgt klaubte der Präsident vor laufenden Kameras Ölklumpen auf und sagte auf Grand Isle, einer besonders getroffenen Insel, er trage »die Verantwortung für die Lösung dieser Krise«. Der Bevölkerung sicherte er Unterstützung zu. Bei den Umweltschäden werde man es allerdings mit einem »Langzeitprojekt« zu tun haben.

Diese Einschätzung wurde jetzt erneut bestätigt. 120 Kilometer nordwestlich von der Stelle, an der am 22. April die Bohrplattform »Deepwater Horizon« in Flammen aufging, wurden kilometerlange Ölschwaden unter Wasser entdeckt, mit Öltröpfchen »so groß wie dicke, schwarze Schneeflocken«, wie ein Wissenschaftler sagte. Inzwischen besteht für 150 000 Quadratkilometer ein Fischereiverbot. Mehr dazu (24 KB)

30.05.2010 – Frankfurter Rundschau - Kein Erfolg bei "Top Kill"

Washington. Der Ölkonzern BP konnte die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko nicht stoppen. Das sagte BP-Manager Doug Suttles. Die "Top Kill" genannte Operation ist damit fehlgeschlagen. BP wolle nun umgehend mit einer andere Methode beginnen. Dabei wird das bestehende Steigrohr zur Quelle am Meeresgrund abgesägt. Auf die Öffnung wird eine Kuppel gestülpt. Diese soll das ausströmende Öl und Gas auffangen und durch eine Leitung zu einem Schiff an der Meeresoberfläche leiten. (dpa)

 

29.05.2010 – jw - Privileg der Konzerne

Erinnerungen an John Africa: Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat System

Von Mumia Abu-Jamal - Nach der Havarie des Bohrturms im Golf von Mexiko strömen seit Wochen aus einem Leck am Meeresgrund Unmengen von Rohöl aus. Das ungeheure Geschehen führt uns als eine Art Paradebeispiel die Segnungen der Ölindustrie vor Augen. Seit dem Tankerunglück um die »Exxon Valdez« 1989 vor der Küste Alaskas haben wir nicht mehr eine solche Katastrophe erlebt.

Die Ereignisse riefen Erinnerungen an die Worte John Africas wach. Der Gründer der Organisation MOVE in Philadelphia schrieb 1978 nach einem brutalen Polizeiüberfall auf das Haus der Kommune einen fünfzehnseitigen offenen Brief, in dem er sehr pointiert seiner Empörung Ausdruck verlieh. Diese richtete sich aber nicht gegen die erlebte Razzia, sondern gegen die Zerstörung der Natur durch Konzerne und Staat.

Zu Beginn seines Briefes schrieb Africa: »Gerichte sind Werkzeuge der industriellen Pest. Sie gewähren den großen Geschäftemachern das Privileg, unsere Erde zu vergiften. Auch unser Wasser, so klar und vertraut, verwandeln sie in Gift.« Diese Worte erinnern an die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, der die Geldstrafe, zu der der Exxon-Ölmulti wegen der Verseuchung durch das Öl der »Exxon Valdez« ursprünglich verurteilt worden war, großzügig auf 500 Millionen US-Dollar gesenkt hat – »Peanuts« angesichts der auf Jahrzehnte zerstörten Küsten und Lebensräume von Pflanzen und Tieren. Bis heute hat sich die Region nicht erholt. Mehr dazu (20 KB)

29.05.2010 – FR - Irreführende Informationspolitik

BP verspielt Glaubwürdigkeit

Von Dietmar Ostermann - Eigentlich wollte US-Präsident Barack Obama am Freitag bei seinem zweiten Besuch im Katastrophengebiet um Vertrauen werben. Im Kampf gegen die Ölpest wollte er die vielfach als schleppend kritisierten Arbeiten überwachen, im besonders betroffenen Louisiana-Küstenort Grand Isle selbst Hand anlegen beim Küstenschutz. Doch noch bevor der Präsident dort gestern eintraf, hatte der britische Konzern BP den letzten Rest seiner Glaubwürdigkeit verspielt - und einmal mehr Obama brüskiert.

Bis spät am Donnerstag hatte BP den Eindruck erweckt, als feuere die Schlammkanone am Bohrloch-Leck unaufhörlich mit voller Kraft der 30.000-PS-Generatoren. Tatsächlich war die am Mittwoch begonnene Verfüllung vorübergehend für 16 Stunden gestoppt worden, griffen die Ingenieure des Ölmultis auf eine zweite Methode zurück, den so genannten "Junk Shot". Mehr dazu (28 KB)

 

27.05.2010 – süddeutsche Zeitung - Obamas schwarze Weste

Ein Kommentar von Christian Wernicke - Der US-Präsident Barack Obama hofft inständig, dass ihm niemand ansieht, wie schwach und hilflos er in Wahrheit ist. Denn der mächtigste Mann der Welt kann gegen BP und die Macht des Öls nichts ausrichten. Für eine energiepolitische Wende fehlen Obama die Kraft und der Mut.

Barack Obama mimt den starken Mann. Er muss das tun, solche Schauspielerei ist Teil seines Jobs. Noch in jeder Krise, angesichts jeder Katastrophe wendet Amerika seinen Blick reflexartig auf den Mann im Weißen Haus. Der Präsident muss erklären und entscheiden, soll retten und es richten. Mehr dazu (40 KB)

 

27.05.2010 - derstandard.at - Küstenwache: Bohrleck teilweise gestopft

BP-Golf-kSchlamm in Ölquelle gepumpt - Washington verlängert Moratorium über neue Bohrungen

New Orleans - Der Einsatz der TopKill-Methode des britischen Konzerns BP zur Stopfung des Bohrlochs im Golf von Mexiko scheint den Ölaustritt zu bremsen: Wie die US-Küstenwache Donnerstag mitteilte, gäbe es Fortschritte, geschlossen sei das Leck aber noch nicht. Bei dem Verfahren werden in 1500 Metern Tiefe pro Minute tausende Liter Schlamm in die Ölquelle gepumpt.

Die Leiterin der Behörde zur Überwachung der Ölbohrungen, Elizabeth Birnbaum, wurde wegen mutmaßlich zu lascher Kontrollen am Donnerstag entlassen. US-Präsident Barack Obama kündigte an, das Moratorium über neue Bohrungen in tiefen Küstengewässern um sechs Monate zu verlängern.

Donnerstagnachmittag teilte die Küstenwache mit, dass die undichten Stellen im Golf von Mexiko offenbar teilweise gestopft wurden. Der in die undichte Stelle gepumpte Schlamm habe den Ölaustritt gebremst, der obere Teil des Bohrlochs sei "stabilisiert".

Im Rahmen der Operation "Top Kill" hat der britische Ölkonzern BP am Mittwoch begonnen, pro Minute tausende Liter Schlamm in das lecke Bohrloch zu pumpen. Danach soll eine Versiegelung mit Zement erfolgen.

Vier Millionen Liter pro Tag

Nach Berechnungen der US-Regierung ist deutlich mehr Öl in den Golf von Mexiko geflossen als bislang vermutet. Bis zu 25.000 Barrel pro Tag (knapp vier Millionen Liter) seien seit Beginn der Katastrophe vor fünf Wochen ausgetreten, teilte die Leiterin einer Expertenkommission am Donnerstag mit. Das wären fünf Mal so viel wie von BP geschätzt. Rund 160 Kilometer Küste vor dem US-Staat Louisiana wurden verdreckt. Mehr dazu (40 KB)

 

27.05.2010 – süddeutsche Zeitung - Fünfmal schlimmer als befürchtet

Fuenfmal schlimmer als befuerchtet-kAus dem Bohrloch im Golf von Mexiko tritt kein Öl mehr aus - zumindest vorübergehend. Gleichzeitig schockieren Experten der US-Regierung mit der Nachricht, dass wohl viel mehr Öl ins Meer geflossen ist, wie von BP bislang behauptet.

Die Hoffnung währte nur kurz: Medien hatten berichtet, es sei endlich gelungen, die sprudelnde Öl-Quelle im Golf von Mexiko zu versiegeln. Kurz danach jedoch wurden die Berichte relativiert: Nach Angaben der US-Küstenwache ist der Ölfluss durch massiven Beschuss mit riesigen Schlamm-Mengen gestoppt worden - allerdings wohl nur vorübergehend.

"Noch kein Erfolg"

Der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, habe die Aktion "noch nicht zu einem Erfolg erklärt", sagte eine Sprecherin der Küstenwache. Der Austritt von Öl und Gas aus dem Bohrloch sei lediglich zeitweise durch den Gegendruck des Schlamms, der in die Quelle gepumpt wurde, unterbrochen worden. Es verlaufe aber alles "nach Plan", sagte die Sprecherin weiter. Mehr dazu (44 KB)

 

25.05.2010 – jw - Supertechnik des Tages: Ölbohrungen

Supertechnik des Tages-kUnter dem Titel »Amerikas tödlicher Öldurst« veröffentlichte die Internetausgabe der Financial Times Deutschland am Montag eine Übersicht der hochriskanten Ölfördermethoden, die in den USA üblich sind. Aufgelistet werden u.a.: Rund ein Fünftel des im Land gewonnenen Öls wird durch eine 1290 Kilometer lange Pipeline in Alaska gepumpt, die »einige der empfindlichsten Ökosysteme der Welt« durchquert; die jeweilige Rekordtiefe, bei der Bohrungen ansetzen, lag im Golf von Mexiko 2005 bei 1500 Metern, 2008 bei 2400 Metern, »2010 geht es um die 4000er Marke«. Je tiefer, desto heißer sei das Gemisch im Bohrloch, über explosive Gase könne nichts Sicheres gesagt werden. Hinter dem »Tiefenwahn« der Ölkonzerne liege das Problem: Leicht zugängliche Vorkommen sind entweder aufgebraucht oder befinden sich in Ländern, die selber fördern, wie Venezuela oder im Nahen Osten. Die Tiefenbohrungen seien zwar aufwendig, »wegen der niedrigen Steuerlast sind die Gewinne dennoch überdurchschnittlich hoch«. Auf über 3500 Bohrinseln sind daher fast alle westlichen Konzerne aktiv. Die Explosion auf einer BP-Bohrinsel im April dürfte daher kein Einzelfall bleiben, zumal beide großen US-Parteien die Tiefenbastelei am Öl- und Gashahn weiter fördern wollen. Mehr dazu (16 KB)

 

24.05.2010 – NZZ - US-Regierung kritisiert BP

Ölkonzern macht zu wenig gegen Ölkatastrophe

Die amerikanische Regierung hat den Ölkonzern BP wegen der Katastrophe im Golf von Mexiko hart kritisiert. Das Unternehmen mache zu wenig, um das austretende Öl zu stoppen, sagte Innenminister Salazar und drohte mit harten Konsequenzen.

(sda/Reuters/afp/dpa) Die amerikanische Regierung ist verärgert über den mangelnden Fortschritt von BP beim Vorgehen gegen die Ölpest im Golf vom Mexiko. Sie hat dem Konzern den Rauswurf angedroht. BP lasse bei seinen Bemühungen, das Bohrloch zu verschliessen, Frist um Frist verstreichen, sagte der amerikanische Innenminister Ken Salazar am Sonntag nach einem Besuch in der BP-Firmenzentrale in Houston.

Eher leere Drohung

«Wenn wir herausfinden, dass sie nicht tun, was sie vorgeben zu tun, dann werden wir BP in geeigneter Weise aus dem Weg drängen», sagte Salazar. Was genau entscheidend für diesen Schritt wäre und wann er angezeigt sein könnte, liess er aber offen. Mehr dazu (32 KB)

23.05.2010 – süddeutsche Zeitung - Akte der Verzweiflung - mit Golfbällen gegen das Öl

Akte der Verzweiflung-kVor mehr als einem Monat ist die Bohrinsel Deepwater Horizon versunken - und immer noch fließt Öl in den Golf von Mexiko. Zorn und Hoffnungslosigkeit breiten sich aus. Selbst der BP-Chef spricht jetzt davon, dass die Ölpest "katastrophal" sei. Er gibt Durchhalteparolen aus und will das Bohrloch mit Schlamm und sogar Golfbällen verschließen.

Vor über einem Monat ist die Bohrinsel Deepwater Horizon versunken - und immer noch fließt Öl in den Golf von Mexiko.  Zorn und Hoffnungslosigkeit breiten sich aus. Zum Wochenbeginn rechnen Experten mit der massiven Verseuchung eines Küstengebiets westlich des Mississippi.

BP-Geschäftsführer Bob Dudley räumte am Sonntag sogar erstmals ein, dass die Ölpest "katastrophal" sei. Es wird befürchtet, dass in den nächsten Tagen immer mehr Öl an vorgelagerten Inseln vorbei in die zahlreichen kleinen Buchten und ins Marschland des US-Staates Louisiana dringt.

Ein Versuch, den anhaltenden Ölstrom ins Wasser zu stoppen, soll nach Bob Dudleys Worten jetzt am Dienstagabend oder am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) beginnen. Dabei soll das Bohrloch durch den Beschuss mit einer schweren Schlamm-Masse geschlossen werden. Ursprünglich wollte BP das Manöver bereits am Sonntag starten, aber nach Angaben des Unternehmens dauern die Vorbereitungen länger als gedacht, weil die Aktion so kompliziert ist. Klappt sie nicht, will das Unternehmen die sprudelnde Ölquelle zum Verstopfen mit Golfbällen und Gummiteilen bombardieren. Danach gebe es noch andere Möglichkeiten, sagte Dudley dem Sender CNN. "Wir werden es immer weiter versuchen, wir werden nicht bis August warten."  Mehr dazu (60 KB)

 

23.05.2010 – Berner Zeitung - Hat BP von einem Mangel gewusst?

Hat BP von einem Mangel gewusst-kDer Ölkonzern hat laut einem Medienbericht am Bohrturm im Golf von Mexiko ein minderwertiges Ventil eingesetzt – es hätte bei einem Unfall das Auslaufen von Öl verhindern sollen.

Der Energiekonzern BP hat einem Pressebericht zufolge wissentlich in Kauf genommen, dass die Sicherheit des Bohrlochs im Golf von Mexiko durch den Einsatz eines provisorischen Ventils verringert war. Der Erdölkonzern habe sich dafür entschieden, an einem «vorläufigen», aber weniger sicheren Ventil festzuhalten, statt ein beständiges Teil einzusetzen, berichtete die Zeitung «Washington Post» am Sonntag.

Die Zeitung berief sich dabei auf einen von einem BP- Verantwortlichen unterschriebenen Brief vom Oktober 2004. Das Ventil sollte eigentlich das Bohrloch im Falle einer Explosion verschliessen, um das Auslaufen von Öl zu verhindern.

Das Sicherheitssystem «vermindert»

In dem Brief erklärte Christopher Young von der Plattform- Betreiberfirma Transocean, dass BP mit der Unterschrift akzeptiert habe, dass das provisorische Ventil die Widerstandskraft des Sicherheitssystems «vermindert» und damit «die Risiken erhöht».

Ein BP-Sprecher sagte der «Washington Post» hingegen, Transocean sei allein für die Änderungen am Bohrloch verantwortlich. Bereits bei einer Senatsanhörung am 11. Mai hatten sich BP und Transocean gegenseitig die Verantwortung für die Erdölkatastrophe zugeschoben. Mehr dazu (68 KB)

 

23.05.2010 – NZZ - Das Öl dringt immer weiter vor

Das OEl dringt immer weiter vor-kMassive Verschmutzung der Küste am Golf von Mexiko kaum mehr aufzuhalten

Mehr als einen Monat nach nach dem Versinken der Bohrinsel «Deepwater Horizon» rechnen Experten mit der massiven Verseuchung eines Küstengebiets westlich des Mississippi. Ein weiteres Manöver zum Stopfen des Bohrlochs ist für spätestens Mittwoch geplant.

(sda/dpa) BP-Geschäftsführer Bob Dudley räumte am Sonntag ein, dass die Ölpest «katastrophal» sei. Es wird befürchtet, dass in den nächsten Tagen immer mehr Öl an vorgelagerten Inseln vorbei in die zahlreichen kleinen Buchten und ins Marschland des US-Staates Louisiana dringt.

US-Präsident Obama schickt am Montag erneut seine Ministerin für Innere Sicherheit Janet Napolitano und Innenminister Salazar an den Golf: Sie sollen sicherstellen, dass alles Mögliche getan wird, um die Lage in den Griff zu bekommen. Den Behörden wurde vorgeworfen, lange nicht aktiv genug eingegriffen zu haben. Mehr dazu (32 KB)

 

21.05.2010 – ftd - Katastrophe im Golf von Mexiko - Tiefseeöl ist radioaktiv

Kommentar: Die jüngste Ölkatastrophe offenbart die Gefahr von Tiefseebohrungen. Deutlich tiefere sind in Planung, die eine noch schwerer wiegende Ölpest mit globalen Folgen nach sich ziehen könnten. Tiefseebohrungen müssen daher beaufsichtigt werden von einer Behörde nach dem Vorbild der Atomaufsicht. von Matthias Brügge 

Das Ölleck im Golf von Mexiko hat das Zeug, die größte Ölpest aller Zeiten zu verursachen. Elend scheiterte BPs erster Versuch, das auslaufende Öl aufzufangen. Auch wenn nun 700 Tonnen täglich aufgesogen werden, so zeigt ein Unterwasservideo, dass weiter Unmengen austreten. Sie legen sich als schmieriger Film auf die Wasseroberfläche im Golf, treiben in Richtung Florida, und auch Kuba kann sich auf rötliche Ölschlieren am Strand einstellen. Die hilflosen Versuche, den Ölfilm abzufackeln, verringerten zwar den Ölteppich, produzierten aber jede Menge schwarzen Qualms.

Die Katastrophe der Plattform Deepwater Horizon führt vor Augen, dass Tiefwasserbohrungen die Umwelt global gefährden. Wenn die Obama-Administration nun Fehler bei Lizenzvergabe und technischer Überwachung von Ölförderern einräumt, zeigt das, dass nationale Behörden selbst in Monsterbürokratien vom Range der USA die Komplexität dieser Art der Ausbeutung nicht beherrschen können. Die Aufsicht für Tiefseebohrungen muss einer neuen Behörde übergeben werden. Diese sollte international tätig sein, im System der Uno aufgehängt werden und nach dem Vorbild der Atomaufsichtsbehörde IAEO arbeiten. Mehr dazu (32 KB)

 

21.05.2010 – FR - Kritiker werfen BP falsche Zahlen vor

Tote Marsch in Louisiana-kTote Marsch in Louisiana

New Orleans. Das Ölleck im Golf vom Mexiko ist schlimmer als bisher von BP angegeben. Nachdem Kritiker der US-Regierung vorwarfen, sich zu sehr auf Angaben von BP verlassen zu haben, verlangte Heimatschutzministerin Janet Napolitano nun per Brief von BP-Chef Tony Hayward die sofortige Veröffentlichung aller wichtigen Daten zum Ölunfall.

"Können BP nicht vertrauen!"

Zuvor hatte ein Video belegt, dass weiterhin Unmengen von Öl aus der undichten Stelle in 1500 Metern Tiefe sprudeln, obwohl BP nach eigenen Angaben täglich die Hälfte davon direkt abpumpt. Dem Konzern zufolge gelinge es mittlerweile, täglich etwa 700 Tonnen Rohöl abzusaugen und auf ein Bohrschiff zu leiten. Dies entspricht genau den bisherigen BP-Schätzungen der Gesamtmenge, die vor dem Aufsaugen täglich aus zwei Lecks ins Meer gelangt sind.

Eine Reihe von Wissenschaftlern hatte bereits seit Tagen massive Zweifel daran geäußert, dass die BP-Schätzungen korrekt sind. Mehrere Experten nannten in den vergangenen Tagen Werte, die zwischen 2800 bis 14.000 Tonnen täglich liegen. Mehr dazu (32 KB)

21.05.2010 – FR - "BP wird das Öl nicht beseitigen"

ian mcdonald-kMeeresbiologe MacDonald im Interview

Meeresbiologe Ian MacDonald glaubt, dass sehr viel mehr Öl in den Golf von Mexiko fließt, als BP zugeben will. Er wirft der US-Regierung vor, vollkommen abhängig von dem Unternehmen zu sein.

Mister MacDonald, offiziell ist von 5000 Fass Öl die Rede, die täglich ins Meer fließen, also rund 800.000 Liter Rohöl. Sie bezweifeln das. Warum weiß man noch immer nicht, wie viel Öl eigentlich austritt?

Weil BP das nicht will. Sie haben keinen Anreiz, das Ausmaß des Schadens aufzudecken, den sie verursachen. Man muss keine neue Wissenschaft erfinden, um das Öl zu messen. Es gibt gängige Methoden, Flüssigkeitsmengen anhand von Videoaufnahmen zu bestimmen. BP hat Hunderte Stunden Film, aber sie zeigen sie uns nicht. Unter dem Druck der Öffentlichkeit haben sie ein 30-Sekunden-Video freigegeben. Sie sagen, man könne die Menge damit nicht zuverlässig ermitteln. Aber vier Schätzungen kamen unabhängig voneinander zu einem ähnlichen Ergebnis, zwischen 60.000 und 70.000 Fass pro Tag. Das ist bis zu 14 Mal mehr als offiziell behauptet.

Warum führt die Regierung die Messungen nicht durch?

Das verstehe ich auch nicht. Aber die Regierung hängt völlig von BP ab. Die haben dort sechs U-Boote mit Videokameras, die Regierung kein einziges. BP sagt, wir haben diese fünf mal fünf Kilometer große Meeresparzelle zur Ölproduktion gemietet, das ist unser Grundstück, unser Haus, da lassen wir keinen rein, wir kümmern uns schon. Nur steht ihr Haus in Flammen. Die Feuerwehr fragt ja auch nicht, ob sie löschen darf. Und das Öl bleibt nicht auf ihrem Meeresgrundstück, es verteilt sich überall im Golf von Mexiko. Mehr dazu (28 KB)

 

21.05.2010 – Tagesspiegel.de - Wie viel Leben das kostet

Während sich die Ölpest im Golf von Mexiko immer weiter ausbreitet, wächst die Wut der Betroffenen.

Keith Jones sucht nach Worten. Er sagt, das passiere nur selten. Immerhin ist der Rechtsanwalt aus Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana an öffentliche Ansprachen gewöhnt. Ärger – nein, das sei nicht der richtige Begriff. Denn könne man so beschreiben, wie es sich anfühlt, einen Sohn verloren zu haben und dann miterleben zu müssen, wie niemand die Verantwortung für sein Sterben und den Tod von zehn weiteren Männern übernehmen will? Und wie BP-Chef Tony Hayward die Folgen der „Deepwater Horizon“-Katastrophe mit Sätzen wie diesen kleinzureden versucht: „Die Menge an Öl und Chemikalien im Meer ist doch sehr gering im Vergleich zum Wasser, das es dort gibt.“

Für Keith Jones klingt das wie blanker Hohn. Auch weil dieser Satz die Toten verschweigt, die ohnehin häufig vergessen werden, wenn um Fische und Strände gebangt wird. Sein Sohn Gordon starb am 20. April bei der Explosion auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Der Körper des 28-Jährigen wurde nie gefunden. Vermutlich sei er auf der Plattform verbrannt, sagt Keith Jones. Seine Überreste spülten wohl die Löschschiffe ins Meer. Mehr dazu (24 KB)

 

20.05.2010 – Berner Zeitung - Eine Ölverschmutzung bis nach Kuba?

Im Mississippi-Delta wurde eine dickflüssige, schwarze Öl-Brühe gesichtet. Es wird befürchtet, dass das Erdöl die Küste Kubas und Floridas erreicht.

Weltweit fürchten Wissenschaftler, dass das Öl neben der ohnehin bedrohten US-Küste bald auch Kuba und den Atlantik erreichen könnte. Die Ölmassen im Meer könnten von einer Strömung erfasst und bis an die Ostküste der USA gespült werden.

Die USA wollen nun Kuba regelmässig über den neuesten Stand informieren, wie ein Sprecher des Aussenministeriums in Washington sagte. Auf Arbeitsebene gebe es bereits Gespräche. Weitere Einzelheiten gab der Sprecher nicht bekannt. Kuba und die USA führen seit 1961 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

Vor vier Wochen war die Bohrinsel «Deepwater Horizon» nach schweren Explosionen gesunken. Seitdem sprudeln täglich Hunderte von Tonnen Rohöl ins Meer. Allerdings ist es BP gelungen, einen Teil des austretenden Öls aufzufangen und in einen Tanker zu pumpen.

 

19.05.2010 – Handelsblatt - USA kontaktieren Kuba: Ölteppich größer als angenommen

Die USA und der Förderkonzern BP haben die Ölpest im Golf von Mexiko nach wie vor nicht unter Kontrolle. Im Gegenteil: Der Ölteppich wächst zusehends, die Behörden räumen große Probleme bei der Eindämmung ein – und offenbar besteht nun auch Gefahr für die Küsten Kubas.

HB WASHINGTON. Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko wird immer bedrohlicher. Vier Wochen nach dem Untergang der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ ist es dem britischen Konzern BP zwar gelungen, den Ölaustritt zu 40 Prozent zu stoppen. Doch der Chef der amerikanischen Küstenwache, Thad Allen, räumte ein, dass die Eindämmung der Ölpest sich ungleich schwieriger gestaltet als bei anderen Unglücken dieser Art. Experten beobachten die Ausbreitung der Verschmutzung mit großer Sorge.

Die USA sprechen inzwischen auch mit Kuba über eine Kooperation bei der Bewältigung Ölpest. Wie ein Beamter des US-Außenministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP sagte, gibt es Kontakte zwischen Vertretern beider Seiten auf der Ebene von Arbeitsgesprächen. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass sich der Ölteppich wesentlich weiter ausdehnt, als zunächst angenommen, und auch die kubanische Küste erreichen könnte. Mehr dazu (124 KB)

 

19.05.2010 – Tagesspiegel.de - Öl, soweit das Auge reicht

Im Tiefflug über das Zentrum des Unglücks: Die Lachen unterscheiden sich nur durch ihre Farben. Noch ist man beim Wettlauf gegen die Zeit auf der Verliererstraße.

Als Küstenwachenpilot Derrick Hendricksson das C-144-Turbopropflugzeug auf gerade einmal 300 Meter Höhe fallen und dröhnend in eine Schleife gehen lässt, setzt plötzlich die Realität ein. Öl. Tiefrot, rostfarben, oft einfach nur schwarz. Öl, soweit das Auge reicht. „So viel Öl“, hatte Hendricksson vor dem Start gewarnt, „werden Sie Ihr ganzes Leben nicht mehr zu sehen bekommen. Und riechen.“

Die Morgensonne sorgt für Regenbogen. Ein schaurig-schönes Bild, das Maler inspirieren könnte. Doch es sind die Farben und Konturen einer immer noch nicht eingedämmten Umweltkatastrophe, deren Ausmaß niemand zuverlässig prophezeien kann. Die ersten Schlieren hatten sich schon kurz nach dem Start in Mobile (Alabama) gezeigt. Fünfzehn Minuten später erreichen wir den Untergangsort der „Deepwater Horizon“ – den „Ground Zero“ des Desasters. Mehr dazu (24 KB)

 

18.05.2010 – jw - Kein Ende der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

pelikan-kNew Orleans. Fast vier Wochen nach der ersten Explosion auf der Bohrinsel »Deepwater Horizon« haben Experten von BP das Leck am Meeresgrund zumindest teilweise geschlossen. Mehr als ein Fünftel des austretenden Öls werde jetzt abgepumpt und in ein Schiff geleitet, erklärte BP-Geschäftsführer Doug Suttles am Montag in der Sendung »Today« des Fernsehsenders NBC. Unterdessen wächst aber die Sorge, daß große Mengen Öl eine Meeresströmung erreicht haben könnten, die das Öl um Florida herum in den Atlantik und zur US-Ostküste spülen könnte.

Suttles erklärte, über eine rund 1,6 Kilometer lange Leitung würden jetzt etwas mehr als 1000 Barrel (fast 160000 Liter) am Tag abgepumpt. Ingenieuren war es am Sonntag nach mehreren Fehlschlägen gelungen, ein Rohr an die beschädigte Leitung anzuschließen. Mit ferngesteuerten Untersee-Robotern wurde ein 15 Zentimeter dickes Rohr mitsamt einer Dichtung in die 53 Zentimeter breite Leitung gesteckt. Mehr dazu (16 KB)

 

17.05.2010 – FR - Das Tschernobyl der Ölindustrie

Das Tschernobyl der OElindustrie-kVon Dietmar Ostermann - Dies sind gewiss keine guten Zeiten für Big Oil in den USA. Unter dem Golf von Mexiko spuckt das defekte Steigrohr der versunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" weiter schmieriges Rohöl ins Meer, auch wenn seit Sonntag ein Teil abgepumpt werden kann. Wissenschaftler entdecken immer neue gewaltige Schwaden, die wie U-Boote unter der Oberfläche treiben. Noch sind sie unsichtbar, doch Teile wurden von der Golfströmung erfasst: Gut 700 Kilometer entfernt könnten sie bald an der Südspitze Floridas auftauchen und Korallenriffe verkleben. Angesichts der vielleicht größten Ölpest der US-Geschichte spricht mancher schon vom "Tschernobyl der Ölindustrie".

Tatsächlich erlebt die mächtige Branche in den USA ihre wohl schwerste Krise seit Jahrzehnten: Alle Genehmigungsverfahren für Tiefseebohrungen sind vorerst gestoppt. Acht Gremien untersuchen die Katastrophe im Golf, der Imageschaden für die Branche ist enorm. Trotzdem: Die Ölindustrie könnte am Ende dastehen wie die Wall Street nach dem Finanzcrash: Als lachender Verursacher, der Profit macht, während andere die Suppe auslöffeln. Mehr dazu (24 KB)

 

17.05.2010 – FR - "Corexit" kann das Unheil kaum abwenden

Die Hoffnung im Kampf gegen die Ölpest ruhen auf einer Chemikalie, die das Rohöl zersetzen soll.

Von Karl-Heinz Karisch - Seit knapp vier Wochen kämpfen Experten gegen die Ölpest im Golf von Mexiko. Am Montag zeigte sich der für die Umweltkatastrophe verantwortliche Ölkonzern BP wieder einmal optimistisch. Fast 200 Tonnen Rohöl hätten Experten mit dem neu installierten Rohr aus dem größten Leck in 1500 Metern Tiefe abgepumpt. Das ist aber keine endgültige Lösung, denn nach Schätzungen sprudeln pro Tag mindestens 800 Tonnen Öl ins Meer.

Warum von der zähen Masse bislang so wenig an den Küsten zu sehen ist, hat die Wissenschaftlerin Samantha Joye von der University of Georgia untersucht. Ihren Berechnungen zufolge haben die Ölschwaden, die sich unter Wasser gebildet haben, eine Ausdehnung von bis zu 16 Kilometern, sind sechs Kilometer breit und bis zu 100 Meter mächtig. Mehr dazu (16 KB)

 

17.05.2010 - Kommunisten.de - Ölpest im Golf von Mexiko - Kapital gegen Natur

14.05.2010:  Im Jahre 1867 bereits wies Karl Marx in einer Anmerkung in 'Das Kapital' zitierend darauf hin: "Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. ... für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens." Die Vorgänge um die nun seit drei Wochen im Golf von Mexiko sprudelnde Ölquelle des transnationalen Konzerns BP (und seiner Partner) beweisen erneut die Aktualität dieser Aussage. Allerdings wäre ihr auch die Ergänzung angemessen, dass bei entsprechendem Profit kein Naturgut und keine Naturgrundlage der menschlichen Gattung vor der Zerstörungsbereitschaft des Kapitals geschützt ist.

Am 21. April war die im Auftrag von BP (British Petroleum) betriebene Ölplattform 'Deepwater Horizon' nach einer Explosion gesunken. Dabei kamen elf Menschen ums Leben. Seither treten aus der Ölbohrung in 1500m Tiefe pro Tag etwa 800 Tonnen Rohöl aus und überziehen das Meer vor der Mündung des Mississippi mit einer beispiellosen Ölpest. BP hat bei den Ölbohrungen im Golf von Mexiko eine Vormachtstellung. Und erst im März hatte sich das Unternehmen von dem kleineren US-Ölkonzern Devon für 7 Mrd. Dollar neue Rechte für ähnliche Bohrungen gekauft, ein Teil davon allerdings vor der Küste Brasiliens. Mehr dazu (344 KB)

 

17.05.2010 – NZZ - Bangen am Golf von Mexiko

Grosse Ölmengen unter der Meeresoberfläche entdeckt

brü. Washington Auch am Sonntag hat die britische Ölgesellschaft BP ihre Bemühungen im Golf von Mexiko fortgesetzt, das Leck in der Pipeline in 1500 Metern Tiefe abzudichten, aus dem seit der Explosion einer Plattform am 20. April täglich mindestens 850 000 Liter Öl strömen. Nachdem es misslungen ist, das Öl in einer riesigen Glocke aus Stahl und Beton aufzufangen, versucht das Unternehmen seit Freitag, in die geborstene Pipeline am Meeresboden, die einen Durchmesser von 52 Zentimetern aufweist, ein mehr als 1500 Meter langes Rohr mit einen Durchmesser von 15 Zentimetern, das von einem Stopper umgeben ist, einzufädeln. Damit soll zumindest ein Teil des ausströmenden Öls auf Tanker gepumpt werden.

Diese Bemühungen mussten am Samstag zunächst aufgegeben werden, weil der Führungsrahmen des Rohres sich beim Absenken verschoben hatte. Doug Suttles, ein für die Rettungsaktionen zuständiges BP-Vorstands-Mitglied, gab sich aber zuversichtlich, dass ein weiterer Versuch gelingen werde. Dies war am Sonntag tatsächlich der Fall. BP hat nach Erteilung einer Genehmigung durch die Bundesbehörden auch damit begonnen, grosse Mengen von Chemikalien, die das Öl auflösen sollen und bisher nur auf der Meeresoberfläche eingesetzt worden waren, tiefer im Meer zu verteilen.

Am Sonntag berichteten Wissenschafter des Nationalen Instituts für Unterwasserforschung und -technologie, sie hätten mehrere grosse Wolken von Öl gefunden, die von der Oberfläche bis in Tiefen von 1300 Metern reichten. Sie vermuten, dass die Chemikalien zwar eine Ausdehnung des Ölteppichs auf der Wasseroberfläche verhindert, aber zugleich das Öl in die Tiefe gedrückt hatten. Welche Folgen dies für die Lebewesen im Meer und den Gehalt an Sauerstoff habe, sei unbekannt.

 

15.05.2010 – Süddeusche Zeitung - Kotau vor der Ölindustrie

Die Ökokatastrophe im Golf von Mexiko ist ein Lehrstück für Ignoranz, Pflichtvergessenheit und Hilflosigkeit von Politikern. Über Jahre haben US-Behörden auf Kontrollen verzichtet.

Ein Kommentar von Reymer Klüver - Stunde um Stunde, Tag für Tag, während ungehindert Öl ins Meer sprudelt, wächst sich die Verseuchung des Golfs von Mexiko zu einer Katastrophe für die Ölindustrie aus. Noch halten sich die erkennbaren Umweltschäden in Grenzen. Die ölige Pampe hat kaum die Küsten gestreift, Tiere sind bisher nicht in Massen verendet. Das wird nicht so bleiben.

Keiner weiß, was passieren wird

Die ausgetretene Ölmenge ist offenbar um ein Vielfaches größer, als der Ölkonzern BP bisher eingeräumt hat. Keiner weiß, was die bereits versprühten, giftigen Lösungsmittel im Meer anrichten werden. Anhörungen im US-Kongress haben zudem offenbart, mit welch bodenlosem Leichtsinn und geradezu krimineller Nonchalance die Ölbohrer vor der Küste Sicherheitsvorschriften umgangen und über Warnzeichen hinweggesehen haben.

Die Folgen sind unabsehbar. Das Desaster führt aber nicht nur die Gewissenlosigkeit einer Industrie vor Augen, die wenig mehr als ihre enormen Gewinnmargen kennt. Es offenbart vielmehr ebenso das Versagen derjenigen, deren Aufgabe es ist, diese Industrie zu kontrollieren. Die Ökokatastrophe im Golf ist geradezu ein Lehrstück für die Ignoranz, Pflichtvergessenheit und Hilflosigkeit von Politikern.

"Drill, baby, drill"

Noch klingen die grellen Rufe der Republikaner aus dem Präsidentschaftswahlkampf 2008 in den Ohren, als sie "drill, baby, drill" skandierten, "bohr, Baby, bohr", und damit unbeschränkte Ölbohrungen in den amerikanischen Küstengewässern verlangten. Mehr dazu (40 KB)

13.05.2010 – NZZ - Kein Ende der Ölpest in Sicht

Kein Ende der OElpest-kKongress spricht von einer «Kaskade von Fehlern»

Auch drei Wochen nach dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» sprudelt ungehindert Öl aus dem Meeresboden im Golf von Mexiko. Nachdem ein erster Versuch, das Hauptleck abzudichten, gescheitert war, soll nun ein zweiter Anlauf unternommen werden.

(ddp) Seit die Bohrinsel am 22. April versunken ist, sind mindestens 15 Millionen Liter Rohöl ins Meer gelangt. Die Umweltschutzbehörde von Louisiana warnte deshalb vor einer weiteren Ausweitung der Ölpest. Die mexikanische Regierung befürchtet, dass das Öl auch an ihre Küste kommen könnte. Wirbelstürme könnten den Ölteppich vor der Südküste der USA bis nach Mexiko treiben, hiess es.

Ob der zweite Versuch zur Abdichtung der Lecks mehr Erfolg hat als der erste ist noch ungewiss: Die Experten haben wegen der Tiefe des Meeresgrundes mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. So verklumpt das Öl wegen der Kälte in der Tiefe schnell, was ein Abpumpen erschwert. BP wollte am Donnerstag versuchen, ein Verstopfen der Leitungen durch die Einleitung von heissem Wasser und Methanol zu verhindern. Mehr dazu (32 KB)

 

13.05.2010 – NZZ - Wissenschafter kämpfen gegen die Ölpest

Neue Ölklumpen an Küste Louisianas angeschwemmt

Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko hat die amerikanische Regierung einige der besten Wissenschafter des Landes versammelt. Physiker, Ingenieure, Geologen und andere Experten beraten derzeit in der BP-Zentrale im texanischen Houston darüber, wie das Problem zu lösen sei.

(sda/afp) «Die intellektuelle Lokomotive dieses Landes» sei im Einsatz, sagte der amerikanische Energieminister Steven Chu, selbst Nobelpreisträger in Physik. Die Wissenschafter sollen die bisher vom britischen Ölkonzern BP unternommenen Versuche neu bewerten und mögliche Alternativen vorschlagen. Zudem sollen sie so viele Informationen wie möglich über die Katastrophe sammeln, um ein solches Desaster in Zukunft zu vermeiden.

Ölklumpen an Küste Louisianas

An der Küste des US-Staates Louisiana wurden derweil neue Ölklumpen angeschwemmt. An einem Strand des Ortes South Pass etwa 50 Kilometer südlich von New Orleans an der Mündung des Mississippi seien «klebrige und dunkle» Ölklumpen entdeckt worden, teilte das Ministerium für Fischerei und Umwelt mit. Die Behörden sperrten den Zugang zu den betroffenen Küstenstreifen. In der Luft hing ein leichter Ölgeruch. Mehr dazu (38 KB)

 

12.05.2010 – jw - Ölkatastrophe beschäftigt Senat

Washington. Die Ölkatastrophe vor der Südküste der USA beschäftigt nun auch den Senat in Washington. Der Ausschuß für Energie und Rohstoffe sowie der Umweltausschuß der Parlamentskammer wollen die Verantwortung für das Unglück klären. Dabei schieben sich die drei beteiligten Konzerne gegenseitig die Schuld zu. Der Mineralölkonzern BP betont, daß die von BP genutzte Ölbohrplattform »Deepwater Horizon« im Besitz der Firma Transocean sei; das weltgrößte Bohrplattformunternehmen hat seinen Sitz in Zug in der Schweiz. Transocean-Vorstandschef Steven Newman erklärte hingegen, die Verantwortung für die Bohrpläne liege bei BP. (apn/jW)

 

12.05.2010 – Tagesspiegel - Das Bohrleck zustöpseln

oel-verbrennung-kIm Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko setzt der Ölkonzern BP jetzt auf weitgehend unerprobte Methoden – und scheint dabei mehr zu hoffen denn zu wissen. Nun soll das Bohrleck mit Müll geschlossen werden.

Berlin - Mit der Installation einer riesigen Kuppel über dem größten Leck an der unermüdlich sprudelnden Ölquelle habe man „eine Enttäuschung“ erlitten, wie es ein BP-Vertreter am Montagabend nannte. Jetzt kommt zum einen ein kleinerer „Auffanghut“ zum Einsatz. Außerdem soll ein „Müllbeschuss“ das Leck verschließen. Hoffentlich.

Da bislang keine einzige Maßnahme die Ölpest effektiv eindämmen konnte, setzen sowohl BP als auch die Küstenwache auf die schiere Masse an Methoden. Hundertfach lässt BP die Unglücksstelle, an der am 20. April die Bohrplattform „Deepwater Horizon“ versunken war, mit Chemikalien überfliegen. Diese sollen das schwere Öl in harmlosere Brühe umwandeln. Zeitgleich findet ein „dritter Test“ zum Einsatz der Chemikalien unter Wasser statt. Erfahrung damit hat man nicht in ausreichendem Maß, wie sowohl Küstenwache als auch BP erklärten. Man müsse Methoden, deren Einsatz über Wasser jahrelang erprobt wurde, in wenigen Wochen für unterseeische Zwecke testen. Nach Angaben von BP sind mehr als 275 Schiffe dabei, Öl abzuschöpfen. Wo immer und wann immer es die Wetterverhältnisse zulassen, werden Ölflecken auf der Wasseroberfläche kontrolliert verbrannt. Außerdem wurden schon ganze Flugzeugladungen der gelben und orangefarbenen Ölbarrieren ausgelegt, um die Küste zu schützen. Mehr dazu (80 KB)

 

12.05.2010 – NZZ - Wut und Zukunftsängste an der Küste Louisianas

wut-angst-kFischer und Betreiber von Motels befürchten den Verlust ihrer Lebensgrundlage

Kaum hat sich das Mündungsgebiet des Mississippi von den verheerenden Folgen des Hurrikans «Katrina» erholt, droht eine neue Katastrophe. Viele Bewohner befürchten, durch die Ölpest im Golf von Mexiko ihre Lebensgrundlage zu verlieren.

Ramona Krucker, Grand Isle - Wer Grand Isle von New Orleans her erreichen will, nimmt eine zweieinhalbstündige Autofahrt auf sich. Die Landschaft ist flach, selbst das anfangs dichte Grün der Bäume verschwindet zusehends. Der Highway 1 nach Süden ist nicht mehr als eine schlecht geteerte Landstrasse, gesäumt von rostigen Schiffen und Werkanlagen. Hat man die Abzweigung nach Port Fourchon hinter sich gelassen, gelangt man über eine Brücke auf die Insel. Als einzige der sogenannten Barrier Islands Louisianas, die gewissermassen eine Schutzzone zwischen Meer und Festland bilden, ist Grand Isle bewohnt. Die Insel ist ein beliebtes Ausflugs- und Ferienziel. Es ist der einzige Ort in Louisiana mit einem Sandstrand, im Gegensatz zur restlichen Küstenlinie, die von den ineinander übergehenden Farben Grün und Blau der Marschlandschaften im Mississippi-Delta geprägt ist. Die Chandeleur Islands an der Ostküste mit ihren Naturreservaten und Brutgebieten für Zugvögel, die als erste vom Ölschlick erreicht wurden, bilden eine weitere solche Barriere im Meer. Mehr dazu (56 KB)

 

09.05.2010 – NZZ - Ölleck im Golf von Mexiko nicht geschlossen

wassersack-kRiesige Stahlglocke muss nochmals entfernt werden

Im Golf von Mexiko ist ein erster Versuch gescheitert, das offene Ölbohrloch am Meeresgrund mit einer Stahlbetonglocke abzudecken. In der riesigen Konstruktion bildeten sich Eiskristalle aus Gas und Wasser. Dadurch wurden die Öffnungen verstopft, durch die das Öl kontrolliert abgepumpt werden sollte.

(sda/dpa/afp/ddp) Die Bemühungen um das Abdichten der Öllecks im Golf von Mexiko haben einen Rückschlag erlitten. In einer riesigen Stahlbetonglocke, die über die offene Ölquelle gestülpt wurde, bildeten sich am Samstag Eiskristalle.

Einsatzkräfte mussten die 100 Tonnen schwere Glocke deshalb wieder von dem Leck abziehen, wie der Ölkonzern BP am Samstag erklärte. Ein Sprecher betonte, dies bedeute nicht, dass die Glocke versagt habe. Allerdings sei der Versuch vom Freitagabend fehlgeschlagen. Nun werde das Problem zunächst untersucht.

Ursprünglich war geplant, mit Hilfe der Glocke ab Montag bis zu 85 Prozent des austretenden Öls aufzufangen. Die Wassertemperatur in 1500 Metern Tiefe beträgt nur wenig über null Grad.

Komplikationen sind programmiert

Die 100 Tonnen schwere Kuppel sollte das ausströmende Öl auffangen, damit es anschliessend auf ein Schiff gepumpt werden könnte. Allerdings warnten die Verantwortlichen bereits im Vorfeld vor Hoffnungen auf eine schnelle Lösung: «Es wird ganz ohne Zweifel einige Komplikationen geben», hatte BP-Manager Doug Suttles gewarnt. Mehr dazu (68 KB)

 

04.05.2010 - jw - Ölpest: BP übernimmt die Verantwortung

London. Nach der Bohrinselkatastrophe im Golf von Mexiko hat der Mineralölkonzern BP zugesagt, alle damit verbundenen Kosten zu übernehmen. »Wir werden das säubern«, erklärte das Unternehmen auf seiner Website. BP stelle sich der Verantwortung für den Untergang der Bohrplattform »Deepwater Horizon« und die verheerenden Folgen. Der Konzern erklärte sich auch dazu bereit, Ansprüche auf Schadensersatz zu zahlen, sofern diese »berechtigt und objektiv überprüfbar« seien.

Bei einem Besuch im betroffenen US-Staat Louisiana sagte US-Präsident Barack Obama: »Wir haben es hier mit einer gewaltigen und möglicherweise beispiellosen Umweltkatastrophe zu tun.« Den Bewohnern sicherte er umfassende Hilfe zu. (apn/jW)

04.05.2010 – jw - Hoffen war zu wenig

obama-kÖlpest im Golf von Mexiko erreicht das Weiße Haus. Ausmaß der Katastrophe könnte das der Havarie von Supertanker Exxon Valdez 1989 übertreffen

Von Philipp Schläger, New York - Jeden Tag wächst die Menge des ausgetretenen Öls. Während ein rauher Seegang die Reinigungsarbeiten behindert, erreichen erste Ausläufer des bereits am Freitag abend fast 10000 Quadratkilometer großen Ölteppichs das Sumpfland an der Küste Louisianas. Mit der eskalierenden Krise und den ersten Bildern von ölverschmierten Seevögeln wächst auch die Kritik am Gefahrenmanagement im Weißen Haus. Die US-Regierung hatte die Ölpest erst am Donnerstag, mehr als eine Woche nach der Explosion der Ölbohrinsel »Deepwater Horizon«, als »Katastrophe von nationaler Bedeutung« bezeichnet und bis dahin offenbar auf verharmlosende Meldungen des Ölkonzerns British Petroleum vertraut. BP vermeldete kurz nach der Explosion, daß nur eine geringe Menge Rohöl von der Plattform ausgelaufen sei. Auch die Küstenwache bestätigte diese falschen Meldungen zunächst. Als Unterwasseraufnahmen ein Leck im Bohrloch auf dem Meeresgrund in 1500 Meter Tiefe zeigten, erklärte BP, daß nur wenig Öl auslaufe und es angesichts der ergriffenen Maßnahmen niemals die Küste erreichen könne. Inzwischen sprechen Bundesbehörden davon, daß vom Bohrloch am Meeresgrund in rund 1500 Metern täglich rund 800000 Liter in den Golf von Mexiko flössen. Der Ölteppich droht nun die Küste der Bundesstaaten Florida, Lousiana, Alabama und Missisipi zu verpesten. Alle vier Staaten haben inzwischen den Notstand ausgerufen. Mehr dazu (20 KB)

 

30.04.2010 – süddeutsche Zeitung - Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko: Im Meer der Zerstörung

Von Christian Wernicke - Das Desaster der Deepwater Horizon ist fünf Mal schlimmer als vermutet: Während die US-Regierung die Ölpest zur nationalen Katastrophe erklärt, tobt der Streit um die Schuld an der Havarie.

Bei Rob Canty, dem Garnelenfischer, dürfte die Katastrophe an Land gehen. Oder drüben am Dock von Peace Marvel, wo die feineren Charterboote für die reichen Hochseefischer im Wasser dümpeln. Auf jeden Fall wird es zuerst Venice treffen, diesen etwas heruntergekommenen Weiler an der Mündung des Mississippi. Hier, gut hundert Kilometer südöstlich von New Orleans, hat der mächtige Strom mit all seinem Sand eine Idylle ins Meer gebaut. Und genau hier, bei Rob und Peace, wird jene orange-braune, klebrige Brühe anlanden, die als Ölpest nun Amerikas halbe Golfküste bedroht.

Für Rob Canty, den 31-jährigen Fischer, geht es um die schiere Existenz. Er habe, so sagt er, "keinen Plan B". Ihm bleibt nur die Isaac James, sein alter Kahn. Mit dem hat er bisher jede Krise gestemmt: "Wenn keine Shrimps da waren, bin ich eben auf Austern gegangen. Oder umgekehrt." Mehr dazu (44 KB)

 

28.04.2010 – ARD - Zeit, sich ernste Sorgen zu machen

Beachtliche Ressourcen haben die Helfer aufgefahren, um die drohende Ölpest im Golf von Mexiko doch noch abzuwenden. Ob das aber ausreicht, ist ungewiss. Experten schätzen die Situation inzwischen als sehr kritisch ein.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington - Zwar betonen Vertreter der Küstenwache, sie täten alles, um das auslaufende Öl von den Küsten Louisianas und Floridas fernzuhalten. Schwimmende Barrieren sollen den Ölteppich aufhalten - und bisher ist der Wind auf der Seite der Helfer. Doch spätestens am Wochenende droht der gigantische Ölfilm von der beinahe doppelten Größe des Saarlandes die Küstenzonen der Bundesstaaten Louisiana und Florida, Alabama und Mississippi zu erreichen. 

"Der Ölfilm bedeckt schon jetzt eine Fläche von rund 4600 Quadratkilometern", sagt resigniert Eric Swansson von der US-Küstenwache. Um diesen gigantischen Ölteppich wenigstens etwas einzugrenzen, habe man beachtliche Ressourcen mobilisiert. Eine ganze Flotte von Ölabsaugschiffen ist im Einsatz, die mit Hilfe von so genannten Skimmern versuchen, wenigstens einige der tausenden von Litern Rohöl aufzunehmen, die stündlich aus dem porösen Bohrloch-Rohr am Meeresgrund schießen. Mehr dazu (76 KB)

28.04.2010 – ARD - "Wir wissen nicht, wie wir das Leck stopfen sollen"

Die Arbeiten zur Verhinderung einer Ölpest im Golf von Mexiko gestalten sich aufwendiger als erwartet. Der Einsatz von Unterwasserrobotern in 1500 Meter Tiefe gilt als extrem schwierig und langwierig. Experten schätzen die Situation inzwischen als kritisch ein.

Von Ralph Sina,WDR-Hörfunkstudio Washington - Sie sind die letzte Hoffnung für den Golf von Mexiko: Vier ferngesteuerte Unterwasserroboter sollen 1500 Metern tief auf den Meeresgrund tauchen und den Ölfluss schnell zum Stillstand bringen, indem sie ein gigantisches, 450 Tonnen schweres Sicherheitsventil aktivieren. Doch momentan sieht es nicht so aus, als könnten die Roboter schnell eingesetzt werden, um ein Umweltdesaster zu verhindern.

Weder der Mineralölkonzern BP noch die amerikanischen Küstenwache sind sich sicher, ob die Maschinen den Einsatz wirklich bewältigen können. "Zum einen wissen wir nicht, wie es nach der Explosion in dem 15 Meter langen Sicherheitsventil, dem so genannten Blowout-Preventer aussieht", sagt BP-Experte Doug Suttles. Zum anderen sei es enorm schwierig, in über 1500Metern Tiefe mit ferngesteuerten Roboterfahrzeugen zu arbeiten. Mehr dazu (76 KB)

28.04.2010 – Spiegel-online - Küstenwache will gigantischen Ölteppich abfackeln

golf von mexiko-1-kDie USA bangen um ihre Golfküste. Der riesige Ölteppich, der nach Explosion und Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" Richtung Land treibt, bedroht das Ökosystem im Mississippi-Delta. Die Küstenwache erwägt, ihn abzufackeln - die Folgen sind ungewiss.

Washington - Bis zu 160 Kilometer breit. Rund 70 Kilometer lang. Es ist ein gigantischer Ölteppich, der sich da auf die US-Golfküste zu bewegt - bis auf 30 Kilometer ist er schon an das ökologisch wertvolle Mississippi-Flussdelta herangekommen.

Mit einem kontrollierten Brand könnte das verschmutzte Wasser von dem Gebiet ferngehalten werden - das überlegt jetzt die Küstenwache.

Zudem sind alle Versuche, die zwei Lecks am Förderrohr der gesunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" in etwa 1500 Metern Tiefe zu schließen, bisher fehlgeschlagen. Mehr dazu (24 KB)

27.04.2010 – Tagesspiegel - Unter Hochdruck

Unter Hochdruck-kBP und US-Behörden versuchen fieberhaft, eine Ölkatastrophe im Golf von Mexiko abzuwenden

Die US-Küstenwache und der Ölkonzern BP haben eine der größten Katastrophenschutzoperationen in der Geschichte der Ölförderung eingeleitet. Sie soll die Südküste der USA im Golf von Mexiko vor einer Ölpest bewahren, nachdem die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am Dienstag vor einer Woche explodiert und am Donnerstag gesunken war. Der Ort der Katastrophe liegt etwa 70 Kilometer südlich der Küste. Seither fließen täglich rund 42 000 Gallonen (159 000 Liter) Rohöl ins Meer, inzwischen allerdings nicht mehr nahe der Oberfläche, sondern am Meeresboden in etwa 1,6 Kilometer Tiefe. Von dort steigt es in der Form einer riesigen Eiskremtüte, die sich nach oben kreisförmig erweitert, auf.

Das stellt die Katastrophenschützer vor technische Herausforderungen. Ein Teil der geplanten Rettungsmaßnahmen ist bisher nur in flachem Wasser erprobt worden. Eine Flotte von 15 Ölabsaugeschiffen und vier Tiefseerobotern, die an Mini-U-Boote erinnern, ist im Einsatz.

Der Ölteppich bedeckt inzwischen eine Fläche von 1500 Quadratkilometern und kann bei ungünstigen Wetterverhältnissen in einigen Tagen die Küste von Louisiana sowie der angrenzenden Bundesstaaten Mississippi und Alabama erreichen. Dort würde er das Ökosystem des Mississippideltas sowie die Austern-, Krabben und Fischindustrie bedrohen. Die Gefahr für den Fischbestand im Golf von Mexiko ist noch nicht abzusehen. Experten prognostizieren mit Blick auf die Wetterlage, es sei wahrscheinlicher, dass der Ölteppich zunächst in 50 Kilometer Abstand zur Küste bleibe. Mehr dazu (36 KB)

26.04.2010 – Spiegel-online - Golf von Mexiko - Ungebremster Ölfluss unter Wasser

golf von mexiko-kVon Christoph Seidler-Es ist ein Kampf gegen die Zeit. Verzweifelt versuchen Öltechniker, ein leckendes Bohrloch tief auf dem Grund des Golfs von Mexiko abzudichten. Wenn der Einsatz mit ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen scheitert, drohen empfindlichen Küstengebieten schwere Schäden.

Die Arbeit am Macondo-Prospekt war fast erledigt. In 1522 Metern Wassertiefe hatten die Arbeiter der "Deepwater Horizon" das Öllager im sogenannten Mississippi Canyon Block 252 erkundet, tief unter dem Golf von Mexiko. Nun musste noch die Erkundungsbohrung mit einer Metallauskleidung und Beton stabilisiert werden. Dann ein Pfropfen drauf - und fertig. Später würde dann eine Plattform oder ein Förderschiff kommen und das unterseeische Lager in 3500 Metern Tiefe für den Energieriesen BP ausbeuten. Soweit der Plan.

Doch irgendetwas ging gehörig schief. Vergangenen Dienstag explodierte die Plattform, die dem Spezialunternehmen Transocean gehört. Zwei Tage später versank die mehr als fußballfeldgroße Konstruktion komplett. Elf Menschen werden seit dem vermisst. Hoffnung, dass sie überlebt  haben, gibt es kaum noch. Seit dem Unglück schlittert die US-Küste auf eine massive Umweltkatastrophe zu. Und zunächst hatte das niemand so recht bemerkt. Mehr dazu (28 KB)

25.04.2010 – NZZ - Ölpest vor der US-Küste

Oelpest vor der US-Kueste-kLecks eines Verbindungsrohrs zur gesunkenen Bohrinsel in 450 Metern Tiefe

Fünf Tage nach dem Sinken einer Bohrinsel im Golf von Mexiko zeichnet sich nun doch eine Ölpest vor der US- Küste ab. Aus zwei Lecks unter Wasser trat nach Angaben des britischen Betreiberkonzerns BP Rohöl aus.

(sda/afp) Schlechtes Wetter hat am Sonntag erneut die Eindämmung des riesigen Ölteppichs im Golf von Mexiko verhindert. Das Öl stammt von der nach mehreren Explosionen in der vergangenen Woche rund 80 Kilometer vor der Küste von Louisiana gesunkenen Bohrinsel «Deepwater Horizon».

Aus zwei Lecks unter Wasser tritt nach Angaben des britischen Betreiberkonzerns BP Rohöl aus. Diese bildete am Sonntag bereits einen rund tausend Quadratkilometer grossen Ölteppich.

«Die Vermutung ist, und wir betonen, dass es sich um Schätzungen handelt, dass am Tag rund tausend Barrel auslaufen», sagte ein BP-Sprecher. Tausend Barrel Öl entsprechen etwa 159'000 Litern.

Die Lecks befinden sich demnach in einer Wassertiefe von rund 450 Metern an einem Verbindungsrohr zwischen Bohrloch und der Bohrinsel. Das Ziel sei nun, das auslaufende Öl zu stoppen. Am Freitag hatte es noch geheissen, kein Öl fliesse ins Meer. Mehr dazu (44 KB)

23.04.2010 – Handelsblatt - Bohrinsel-Drama bedroht das Konzept der Ölriesen

Dem Golf von Mexiko droht nach dem Sinken einer Bohrinsel eine Ölpest. 1,2 Millionen Liter Öl treten derzeit täglich aus der Quelle aus. Elf Männer werden noch vermisst, die übrigen Arbeiter konnten sich in Sicherheit bringen. Für die Ölfirmen ist das Drama mehr als nur ein Weckruf.

LONDON. Nach dem Untergang einer Ölbohrinsel hat sich offenbar ein Ölteppich im Golf von Mexiko gebildet. Experten befürchten eine Umweltkatastrophe, wenn es nicht gelingt, die Ölquelle schnell zu schließen. Im schlimmsten Fall könnten bis zu zweieinhalb Millionen Liter Öl in den Golf fließen und innerhalb von wenigen Tagen die Küste des US-Bundesstaates Louisiana erreichen.

Am vergangenen Dienstag war es auf der Ölbohrinsel, die im Auftrag des britischen Energiekonzerns BP betrieben wird, zu einer Explosion gekommen. Danach brannte die „Deepwater Horizon“ zwei Tage lang wie eine riesige Fackel, über hundert Meter stachen die Flammen in den Himmel. Alle Löschversuche scheiterten. Dann versank die Plattform in den Fluten des Golf von Mexiko. 126 Arbeiten konnten gerettet werden, elf gelten bis heute als vermisst. Dies könnte sich daher zu einem der schlimmsten Unglücke auf einer amerikanischen Ölplattform entwickeln. Mehr dazu (116 KB)

31.03.2010 – ARD - Umweltschützer in den USA entsetzt

Obama lässt vor Küsten nach Öl bohren

Enttäuschung und Entsetzen bei den Umweltschützern in den USA: Präsident Obama hat bislang geschützte Abschnitte an den US-Küsten für neue Öl- und Gasbohrungen freigegeben. Der Grund: Der Energiebedarf müsse gestillt, Arbeitsplätze gesichert und die Konjunktur angekurbelt werden.

Bohrinsel-kAnna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington

Die Entscheidung, nun doch Ölbohrungen vor der US-Ostküste und Teilen Alaskas zu genehmigen, bezeichnete Präsident Obama selbst als "schwierig". Über ein Jahr lang hätten er und seine Minister die Vor- und Nachteile abgewogen und seien letztendlich zu dem Ergebnis gekommen, dass es die richtige Entscheidung sei.

Der Präsident warb darum, den Beschluss nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit anderen Schritten zu sehen, die seine Regierung bereits gemacht habe: "Wir müssen sowohl traditionelle Energiequellen nutzen als auch auf erneuerbare Energien setzen, damit unsere Wirtschaft weiter wächst, wir mehr Jobs schaffen und unsere Unternehmen konkurrenzfähig bleiben." Mehr dazu (72 KB)