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29.04.2012 – amerika21 - Parlamentsbelagerung nach Polizistenmord in Haiti
Polizisten fordern Untersuchungsverfahren gegen Parlamentsabgeordneten wegen Mordes. Neue Korruptionsaffäre um Präsidenten verschärft Krise
Von Ulrich Mercker - Port-au-Prince. Der Mord an einem Verkehrspolizisten hat in Haiti zu wütenden Protesten der Ordnungskräfte und der zeitweisen Belagerung des Parlaments geführt. Der Tod des 27jährigen Staatsbediensteten, der in Ausübung seines Amtes am 17. April von Unbekannten ermordet wurde, erhielt deshalb besondere Brisanz, da bekannt geworden war, daß der Polizist wenige Stunden vor seiner Ermordung den Fahrer eines Parlamentsabgeordneten bei einer Fahrzeugkontrolle wegen illegalen Waffenbesitzes hatte festnehmen lassen. Der Abgeordnete hatte daraufhin wüste Drohungen gegen den Polizisten ausgestoßen.
Nach Bekanntwerden der Tat stürmten ein paar Dutzend Kollegen des Ermordeten voller Empörung in das Parlamentsgebäude und forderten die sofortige Aufhebung der Immunität des Abgeordneten Rodriguez Séjour, den sie für die Tat verantwortlich machten. Zudem forderten die Polizisten die Anhörung Séjours durch eine parlamentarische Untersuchungskomision. Um ihrer Forderung nach Eröffnung eines Strafverfahrens Nachdruck zu verleihen, blockierten die Kollegen eine der wichtigen Ausfallstraßen im Südwesten der Hauptstadt (Carrefour) und lösten damit einen veritablen Verkehrskollaps aus. Mit brennenden Autoreifen und quer gestellten Bussen und Autowracks haben sich die Unruhen auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt und zwischenzeitlich dazu geführt, daß für viele Menschen weder Schulen noch Arbeitsplätze erreichbar waren.
Der Mord an dem Verkehrspolizisten reiht sich in ein Klima zunehmender Gewaltverbrechen ein. Über 150 Menschen sind in den letzten 4 Monaten in Haiti ermordet worden. Darunter befinden sich einfache Bürger, deren Angehörige nach Entführungen kein Lösegeld zahlen konnten, mindestens 10 Polizisten, aber auch ein prominenter Radioreporter, dessen Reportagen aus dem Elendsviertel von Cité Soleil offensichtlich den Zorn organisierter Banden weckte, und der deshalb auf offener Straße vor seinem Büro erschossen wurde. Mehr dazu (100 KB)
CNN dokumentiert den unglaublichen Einsatz der cubanischen Ärzte in Haiti
Der Link dazu
31.12.2010 - Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek - »Wir kümmern uns um die Menschen«
Kubas Ärzte sind das Rückgrat im Kampf gegen Cholera
Gerade in der Weihnachtszeit wird gebetsmühlenartig an die Bevölkerung appelliert, man solle an den Nachbarn in Not denken. Doch all die Spendenaufrufe täuschen nur über die Tatsache hinweg, daß gerade die reichen und mächtigsten Staaten am allerwenigsten gegen das Leid und Elend dieser Welt tun.
Nach der furchtbaren Erdbebenkatastrophe in Haiti im Januar und dem darauf folgenden Ausbruch der Cholera zeigten sich die Politiker der westlichen Länder zwar betroffen und versprachen Hilfe, doch schnell wurde deutlich, daß dabei gar nicht die Beseitigung des Elends im Vordergrund stand. So heißt es beispielsweise im Bericht »Profits Over People in Haiti«: Die USA, andere mächtige Staaten, die UNO sowie auch NGOs hätten sich zwar dazu verpflichtet, den Opfern des Bebens mit Geld und verschiedensten anderen Ressourcen beizustehen und die zerstörte Hauptstadt Port-au-Prince wieder aufzubauen, doch niemand habe dieses Versprechen gehalten. Aufgebaut wurde lediglich der ökonomische wie auch militärische Einfluß auf die Region. Die USA – so die Kritiker weiter – stehen dabei Gewehr bei Fuß an vorderster Front.
Die von Barack Obama versprochene humanitäre Hilfe blieb aber nicht gänzlich aus. Nur kam sie eben nicht von US-amerikanischer Seite: Mediziner aus Kuba sind seit dem Unglück »eine tragende Säule im Kampf gegen die Seuche« in Haiti, heißt es in einem österreichischen TV-Bericht dieser Tage. Mit etwa 1.200 Ärzten und medizinischem Personal stellt das sozialistische Kuba sogar die größte Hilfsgruppe eines Landes. Aber nicht nur das, die Unterstützung aus Havanna war sogar als erste nach dem Erdbeben im Januar vor Ort. Zudem ist Kuba seit dem Hurrikan »George« im Jahre 1998 in Haiti permanent mit einer medizinischen Hilfsgruppe im Einsatz. Mehr dazu (52 KB)
27.12.2010 - Reflexionen des Genossen Fidel Castro - DER KAMPF GEGEN DIE CHOLERA
Ich mache eine kurze Pause inmitten vieler wichtiger Analysen, die mich in diesen Tagen beschäftigen, um über zwei Themen zu sprechen, die unser Volk kennen soll.
Die UNO, anstiftet von den Vereinigten Staaten, dem Verantwortlichen für die Armut und das Chaos in der haitianischen Republik, hatte beschlossen, ihrer Besatzungstruppe, d.h. die MINUSTAH (UN-Mission zur Stabilisierung Haitis), ins haitianischen Hoheitsgebiet zu senden, die, nebenbei bemerkt, die Choleraepidemie in diesem Land eingeführt hat.
Der Generalsekretär der OAS hat seinerseits Anfang 2009 entschieden, Ricardo Seitenfus, einen brasilianischen Intellektuellen und zu jener Zeit Mitarbeiter des Außenministeriums seines Landes, als seinen persönlichen Beauftragten in Haiti zu ernennen.
Seitenfus hatte aufgrund der ernsten und offenen Art und Weise, mit der er die Probleme behandelte, ein verdientes Ansehen in den diplomatischen und Regierungskreisen der Hauptstadt von Haiti. Im Jahr 1993 hatte er ein Buch mit dem Titel „Haiti: die Souveränität der Diktatoren“ geschrieben. In jenem Jahr besuchte er Haiti zum ersten Mal.
Vor zwei Tage, am 25. Dezember, veröffentlichten die Informationsagenturen die Nachricht, dass der Sonderbeauftragte der OAS plötzlich abgesetzt worden war.
Was hat diese drastische Maßnahme verursacht?
Bei einem Interview für die Zeitung Le Temps vor mehrere Tage in der Schweiz beantwortete Seitenfus mehrere Fragen dieser Zeitung und legte seine Standpunkte ehrlich dar.
Ganz kurz aber wortwörtlich werde ich anhand der Internetinformationen und der Übersetzung aus dem Französischen erklären, was geschehen war.
Die erste Frage von Le Temps war: „Zehntausend Blauhelme in Haiti sind Ihrer Meinung nach eine kontraproduktive Präsenz?“
Antwort von Ricardo Seitenfus: “Das Präventivsystem für Streitigkeiten im Rahmen des UNO-Systems passt nicht zum haitianischen Kontext. Haiti ist keine internationale Bedrohung. Wir befinden uns nicht in der Situation eines Bürgerkriegs. […] Der Sicherheitsrat […] hat im Jahr 2004 nach dem Abgang des Präsident Aristide die Blauhelme aufgezwungen. […] Für die UNO ging es darum, die Macht einzufrieren und die Haitianer zu Gefangene in ihrer eigenen Inseln zu machen.“ Mehr dazu (40 KB
15.07.2010 – woz – Haiti: Um die Zelte herum wird wieder improvisiert
Von Toni Keppeler, Port-au-Prince - Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Erdbeben gibt es im Land nur wenig Hoffnung auf Besserung. Milliarden an Hilfsgeldern wurden versprochen. Aber wer verteilt sie – und an wen?
Dany Exilus versucht zu lächeln, immer wieder. Es will ihr nicht richtig gelingen. Sie ist sechzehn Jahre alt und hat traurige Augen. Ihr linker Arm ist abgeschnitten, eine Handbreit über der Stelle, wo einmal ihr Ellbogen war. Die Wunde von der Amputation ist längst vernarbt.
Als am Nachmittag des 12. Januar in Haiti die Erde bebte, war Dany zu Hause in Delmas, einem Vorort von Port-au-Prince. «Das Haus schüttelte wie wild, und ich rannte los», erzählt sie. «Fast hätte ich es nach draussen geschafft.» Doch dann stürzte das Haus über ihr zusammen. Die NachbarInnen hatten sich gerettet. Dany konnte sie sehen, doch sie kam nicht weg. Ihr linker Arm war von einer umgestürzten Wand eingeklemmt worden. Und die NachbarInnen kamen nicht bis zu ihr, weil die dazwischen liegenden Trümmer zu schwer waren. «Jemand hat mir ein Messer zugeworfen, und ich habe den Arm abgeschnitten.» Sie erzählt das in kurzen und einfachen Sätzen, ohne erkennbare Regung. «Ich habe viel Blut verloren. Ich wurde ohnmächtig. Ich weiss nur noch: Ich habe den Arm abgeschnitten. Dann konnten sie mich herausziehen.» In einem Zeltkrankenhaus in der Nähe des Flughafens wurde sie später operiert. Mehr dazu (128 KB)
13.03.2010 – Granma (Cuba) - Zwei Monate nach dem Erdbeben von Haiti
Zwischen vergessen, Entwürfen und den neuen Erzählungen.
Von: Leticia Martinez Hernandez. - Aus: Granma vom 13.3.2010.
Zwei Monate ist die Stadt in Ruinen und in den Trümmern verbringen täglich 300.000 Menschen ihr Leben. Mehr als 1 Million der Haitianos beginnen wieder damit, den gebrauch des Kalenders fortzusetzen, sie zählen die Nächte die sie im Einklang brachten mit schlafen, oft nur im Freien und nur auf dem ebenerdigen Boden, die Tage in dehnen das Essen nicht ausreichte und der Durst die Seele trocknete. Es gibt schon wieder am Flughafen lange Schlangen von den Menschen, die wieder in das Land reinkommen und die vielen Blitzlichter der Kameras sind eine Erinnerung, denn jeder Reisende kann eine Hilfe sein.
Es scheint so, als gäbe es den Eindruck, als sei hier ein Ereignis passiert, das nur einmal in einem Jahrhundert vorkommt, die Berichte sind zur Stille zurückgekehrt. Es sind aber nur 60 Tage vergangen und die großen Agenturen von Presse und Rundfunk in der Welt, sie erwähnen nur noch mit Mühe die Katastrophe von Haiti. Auch die Zitate im Internet sind am abschwellen. Ich habe gestern eine Probe gemacht: Nach dem schreiben des Wortes Haiti und dem eingeben des clic, kommt das Suchen nach einer Nachricht aus den letzten Stunden. Es sind noch 6 Überraschungen gefunden worden. Die Mehrzahl bezieht sich auf die Aufnahme von Liedern über Haiti oder der Realisierung von Konzerten. Es ist der bittere Beigeschmack, dass Haiti war einmal viele Tage lang eine Schlagzeile wehrt. Und dann schlägt die volle Wut eines neuen Erdbebens in Chile ein, dieses Erdbeben hat jetzt die volle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Mehr dazu (28 KB)
11.03.2010 – jw - Von André Scheer - Regierung will Kontrolle
Haitis Präsident René Préval bedankt sich in Washington und kritisiert die Arbeit der internationalen Hilfsorganisationen
Auch zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar müssen Hunderttausende Opfer der Naturkatastrophe in Haiti unter freiem Himmel oder Plastikplanen übernachten. Erst die Hälfte der 1,3 Millionen Obdachlosen hat Zuflucht in einer Notunterkunft gefunden, teilte der zuständige Koordinator des Roten Kreuzes, Gregg McDonald, am vergangenen Sonntag in der Hauptstadt Port-au-Prince mit. Die Hilfsorganisation rechnet nicht vor dem 1. Mai damit, allen Opfern zumindest Behelfsunterkünfte zur Verfügung stellen zu können. Trotzdem will Haitis Präsident René Préval die internationale Hilfe für die Erdbebenopfer zurückfahren. »Wenn Essen und Wasser weiter aus dem Ausland kommen, wird das die nationale Produktion und den haitianischen Handel untergraben«, sagte der Staatschef am Montag in Port-au-Prince kurz vor seiner Abreise nach Washington, wo er sich am Mittwoch mit US-Präsident Barack Obama traf, um, wie es offiziell hieß, »der internationalen Gemeinschaft und besonders den USA« für die »spontane Hilfe« nach dem verheerenden Erdbeben zu danken. Nun sei aber die »erste Phase der Katastrophe vorbei«, und seine Landsleute müßten sich wieder daran gewöhnen, selbst für ihre Bedürfnisse aufzukommen.. Mehr dazu (72KB)
09.02.2010 – ND - von Harald Neuber - Hilfe für Kubas Helfer
Havanna stockt seine medizinische Präsenz in Haiti auf und braucht dafür Unterstützung
Havanna hat fast 1000 Ärzte und medizinisches Personal in Haiti im Einsatz. Solidaritätsgruppen rufen zu Spenden für die Mission auf.
Auch vier Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti kann Carlos Alberto García nicht ausruhen. Während Einsatzkräfte aus aller Welt ihre Nothilfe abgeschlossen haben, beginnt für den kubanischen Arzt ein weiterer wichtiger Teil seiner Arbeit. »Für uns geht die Notversorgung weiter, wenn auch auf andere Art«, sagt García, der Teil des Koordinierungsteams ist. Bislang stand die Erstversorgung der Verletzten im Vordergrund. Rund 50 000 Patienten wurden von den kubanischen Helfern versorgt, 3400 chirurgische Eingriffe durchgeführt. Bei knapp 1100 Patienten mussten nach Garcías Angaben Amputationen durchgeführt werden. Nun beginne der Kampf gegen Folgekrankheiten, sagt García: Durchfall- und Atemerkrankungen, Wundinfektionen, Parasitenbefall, Malaria und Typhus.
In mehreren Schritten hat die kubanische Regierung seit dem Beben am 12. Januar die medizinische Präsenz in Haiti aufgestockt. Nach Angaben der staatlichen Tageszeitung Granma sind inzwischen 838 Ärzte und medizinische Helfer vor Ort, unter ihnen 380 haitianische Mediziner, die in Kuba ausgebildet wurden. Die sind in den drei Krankenhäusern der Hauptstadt Port-au-Prince tätig und haben zusätzlich vier Feldkrankenhäuser aufgebaut. Zusätzlich wurden neun Zentren zur Rehabilitation Verletzter aufgebaut – eine medizinische Innovation für das chronisch unterversorgte Haiti. Mehr dazu (136 KB)
06.02.2010 – jw - Von Sevim Dagdelen - Europas »Schutztruppe«
Während die humanitäre Soforthilfe für Haiti gering bleibt, setzen die früheren Kolonialmächte 300 Polizeisoldaten in Marsch
Haitis Regierung geht mittlerweile davon aus, daß infolge des Erdbebens vom 12. Januar mehr als 200000 Menschen ums Leben gekommen sind. Weitere 300000 Menschen wurden verletzt, etwa 4000 von ihnen mußten Körperteile amputiert werden, weil die medizinische Hilfe zu spät kam. Schätzungen zufolge haben selbst drei Wochen nach dem Erbeben etwa zwei Drittel der Bevölkerung noch keinerlei Hilfe durch die internationale Gemeinschaft erhalten.
Ein Grund dafür, daß die internationalen Hilfslieferungen nur stockend in Haiti ankommen, ist die massive Stationierung von US-Truppen in dem Karibikstaat, die unter anderem den Flughafen von Port-au-Prince und die wichtigen Seehäfen blockieren. Während dies von Hilfsorganisationen, Regierungen der Nachbarstaaten und der haitianischen Bevölkerung kritisiert wird, halten sich die Vertreter der EU mit Kommentaren zurück. Von ihnen wird Haiti längst als Protektorat betrachtet, in dem sich die internationalen Großmächte ausprobieren und aufeinander abstimmen können. Mehr dazu (76 KB)
05.02.2010 - german-foreign-policy - Die Prioritäten der Großmächte
PORT-AU-PRINCE/BERLIN (Eigener Bericht) - Berlin entwickelt Konzeptionen für eine langfristige Übernahme der Kontrolle über Haiti durch die westlichen Führungsmächte. Wie die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in einem neuen Strategiepapier schreibt, sei die Absicht der Großmächte deutlich, "Haiti nun nach ihren eigenen Prioritäten zu entwickeln". Die "geeignete Form" müsse jedoch "noch gefunden werden". Die SWP betrachtet vier unterschiedliche Varianten, die von der Installation einer "Entwicklungsagentur" in Haiti bis zur Unterstellung des Landes unter die Hoheit der UNO reichen. Letzteres Modell, das ungefähr der früheren Besatzungsverwaltung im Kosovo entspricht, werde derzeit "für den Fall versagender Staaten" allgemein diskutiert, teilt die SWP mit. Die EU markiert ihren Anspruch, sich an der Kontrolle Haitis zu beteiligen, mit der Stationierung ihrer Gendarmerietruppe in dem Land. Damit weiten sich die Aktivitäten europäischer Polizei- und Militäreinheiten in der Karibik und in den nahen Küstenregionen Lateinamerikas aus; auch Deutschland schickt zuweilen Repressionskräfte in die Region. Die Maßnahmen sichern Präsenz im Hinterhof der USA und vor allem in unmittelbarer Nähe zu widerspenstigen Staaten wie Venezuela und Kuba. Mehr dazu (84 KB)
27.01.2010 – Hintergrund.de - "Wiederaufbau in Haiti" auf Basis von Hungerlöhnen
Von BILL VAN AUCKEN - Regierungsvertreter, internationale Banker und Hilfsorganisationen versammelten sich am Montag im kanadischen Montreal, um Pläne zum Wiederaufbau für das durch das Erdbeben verwüstete Haiti zu diskutieren. In Zentrum ihrer Vorschläge stand die Ausbeutung der Arbeiter Haitis zu Hungerlöhnen.
Die Konferenz brachte keinerlei konkrete neue Hilfsprojekte zustande. Stattdessen wurde für März eine Geberkonferenz zur Spendensammlung bei den Vereinten Nationen beschlossen. Ein großer Teil der Reden auf der Versammlung in Montreal schien kaum mit der wirklichen Lage in Haiti zu tun zu haben, wo der Tod von 150.000 Menschen bestätigt wurde, Hunderttausende verwundet und mehr als 1,5 Millionen obdachlos sind. Mehr dazu (96 KB)
26.01.2010 – jw - »Helft Kuba helfen«
Norwegen unterstützt kubanische Ärzte in Haiti
Die Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) wollen mit einer gemeinsamen Strategie zum mittel- und langfristigen Wiederaufbau Haitis beitragen. Dazu gehöre der Bau von Krankenhäusern und Anlagen zur Trinkwassergewinnung, kündigte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Rande einer Konferenz der ALBA-Außenminister am Sonntag in Caracas an. Zugleich kritisierte er noch einmal das Vorgehen der USA in Haiti. So könnten Schiffe aus Venezuela mit Hilfslieferungen für Haiti nicht entladen werden, weil ihnen die US-Truppen das Anlegen verweigerten. Mit Blick auf das vor Haiti ankernde US-Krankenhausschiff berichtete Chávez, Ärzte auf dem Schiff hätten sich bereits beschwert, weil keine Patienten zu ihnen gelangten. »Das passiert, weil die US-Ärzte nicht wie die Kubaner und Venezolaner in die Armenviertel und zerstörten Gebieten gehen, sondern auf ihrem Schiff darauf warten, daß die Patienten zu ihnen gebracht werden«, kritisierte der Staatschef. Mehr dazu (64 KB)
Spenden bitte unter dem Stichwort "Ärztebrigade in Haiti" auf das Spendenkonto
bei der Postbank Köln - http://www.fgbrdkuba.de/fg/fgtxt/fg20100122-erdbeben-in-haiti.html
Konto 307 984 507 - BLZ 370 100 50
Abzugsfähige Spendenquittungen sind über unsere Geschäftsstelle erhältlich:
Maybachstr. 159 - 50670 Köln - Tel. 0221-2405120, Fax 0221-6060080.
Flugblatt: Ärztebrigade "Henry Reeve" in Haiti (408 KB)
23.01.2010 - Fidel Castro- WIR SCHICKTEN ÄRZTE UND NICHT SOLDATEN
In der am 14. Januar verfassten Reflexion - zwei Tage nach der Katastrophe von Haiti, die jenes benachbarte Bruderland zerstört hat - habe ich Folgendes geschrieben: „Im Gesundheitswesen und auf anderen Gebieten leistet Kuba – trotzdem es ein armes und unter Blockade stehendes Land ist - seit Jahren dem haitianischen Volk Hilfe. Circa 400 Ärzte und Fachleute im Gesundheitswesen leisten dem haitianischen Volk kostenlos Hilfe. In 127 der 137 Gemeinden des Landes arbeiten täglich unsere Ärzte. Andererseits wurden mindestens 400 junge Haitianer in unserem Vaterland zu Ärzten ausgebildet. Sie werden jetzt zusammen mit der gestern dorthin gereisten Verstärkung arbeiten, um in dieser so kritischen Situation Leben zu retten. Sodass bis zu eintausend Ärzte und Fachleute im Gesundheitswesen mobilisiert werden können, die schon fast alle dort und bereit sind, mit jeglichem anderen Staat zusammenzuarbeiten, der Leben von Haitianern retten und Verletzte rehabilitieren möchte.“
„Die Leiterin unserer Ärztebrigade hat informiert: ,Die Situation ist schwierig, aber wir haben schon begonnen, Leben zu retten.'“
Die Mitarbeiter des kubanischen Gesundheitswesens haben begonnen Stunde für Stunde, fortwährend und ununterbrochen zu arbeiten, sowohl in den wenigen nicht zerstörten Einrichtungen als in Zelten oder in Parks und auf offenen Plätzen, da die Bevölkerung Angst vor neuen Erdbeben hatte. Mehr dazu (36 KB)
21.01.2010 - german-foreign-policy - Unter Zwangsverwaltung
PORT-AU-PRINCE/WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) - Kritiker warnen vor einer erneuten Kolonialisierung Haitis mittels der globalen Unterstützungsmaßnahmen nach dem dortigen Erdbeben. Die internationale Hilfe für Haiti sei "dringend notwendig", dürfe aber nicht für "neokoloniale Einflussnahme" durch die USA und die EU missbraucht werden, fordert die Bonner Informationsstelle Lateinamerika, die seit 35 Jahren über die Entwicklung auf dem Subkontinent berichtet. Überlegungen, die polizeilich-militärische Präsenz von US-amerikanischen Truppen und EU-Polizisten auf Dauer aufrecht zu erhalten, werden tatsächlich in den westlichen Machtzentralen diskutiert. Man benötige "eine Methode, schlecht funktionierende Länder wie Haiti unter internationale Zwangsverwaltung zu stellen", heißt es bei US-Think Tanks; die offene Übernahme staatlicher Aufgaben in Haiti durch die westlichen Großmächte hat inzwischen begonnen. Berlin, das in Südosteuropa umfangreiche Erfahrung mit Protektoraten gesammelt hat, ist in Haiti eher in zweiter Reihe involviert, beteiligt sich aber gleichwohl am Vorgehen der westlichen Mächte - im Rahmen der EU. Mehr dazu (88 KB)
20.01.2010 – jw – von Enrique Torres - Ärzte oder Soldaten
Während kubanische Mediziner Leben retten, besetzt das US-Militär Haiti
Das am Montag gerettete kleine Mädchen Karla Lexandre hat die Hoffnungen der Helfer wiederbelebt, auch eine Woche nach dem Erdbeben doch noch Menschen lebend aus den Trümmern bergen zu können. Experten aus verschiedenen Ländern hatten zuvor praktisch die Hoffnung aufgegeben, daß Menschen diese lange Zeit ohne Trinkwasser unter den Schuttbergen eingestürzter Gebäude überleben könnten. Das gerettete Mädchen wurde in das Universitätskrankenhaus des Friedens in Port-au-Prince gebracht und dort von kubanischen Ärzten behandelt. Mediziner aus fünf Ländern betreiben derzeit das Hospital, unter ihnen die Pädiaterin Gladis Salas, die als eine von mehr als 400 kubanischen Medizinern bereits seit zwei Jahren in dem ärmsten Land des Kontinents arbeitet. Sie berichtete der Agentur Prensa Latina, daß das Mädchen körperlich fast unverletzt gewesen sei, obwohl das Haus, in dem es sich während des Erdbebens aufgehalten hatte, vollkommen in sich zusammenstürzte. »Aber sie ist stark ausgetrocknet. Wir haben begonnen, ihr Flüssigkeit zuzuführen, um ihren Allgemeinzustand zu verbessern und sie besser untersuchen und ihr Leben retten zu können«, so die Kinderärztin. Mehr dazu (72 KB)
18.01.2010 – jw - Warten auf Hilfe
USA übernehmen Kontrolle über Flughafen von Port-au-Prince. Haitis Präsident kritisiert fehlende Koordination
Hunderttausende Menschen haben am Wochenende in Haiti weiter auf Hilfe gewartet. Unter chaotischen Umständen verteilten die UNO und internationale Hilfsorganisationen Lebensmittel, Trinkwasser und andere Hilfsgüter. Wiederholt kam es auch zu Plünderungen von Geschäften und Lebensmittellagern. In Port-au-Prince eröffnete die Polizei am Sonntag das Feuer auf eine Gruppe von Hungernden und tötete mindestens einen, nachdem Hunderte Menschen einen Supermarkt gestürmt hatten.
Haitis Präsident René Preval dankte der internationalen Gemeinschaft für die schnelle Unterstützung, kritisierte jedoch deren fehlende Abstimmung. »Wir brauchen die internationale Hilfe, aber das Problem ist die Koordination«, sagte er. »Wir werden die Spender bitten, mit den Komitees zusammenzuarbeiten, die wir im Rahmen der Regierung bilden werden, um die Verteilung der Hilfe effizienter zu gestalten«, sagte Preval.
Die Spendenbereitschaft ist gerade unter den lateinamerikanischen Staaten weiterhin gewaltig. So kündigte Boliviens Präsident Evo Morales am Sonnabend an, sein Land werde das Wenige, das es habe, mit Haiti teilen. Die erste Hilfslieferung aus dem selbst bitterarmen Andenstaat sollte am Montag morgen (Ortszeit) in Haiti eintreffen. Morales schloß auch nicht aus, selbst nach Haiti zu reisen. Aus Venezuela machten sich am Sonntag zwei Schiffe mit mehr als 1000 Tonnen Lebensmittel und Trinkwasser auf den Weg nach Haiti. Mehr dazu (64 KB)
18.01.2010 – ND - Die Hilfe in Haiti wird militarisiert
Die Krise nach dem Erdbeben hat strukturelle Ursachen. Das zeigt sich auch bei den Hilfsmissionen
ND: International läuft die Hilfe für Haiti an, allein die USA wollen 10 000 Soldaten entsenden. Weshalb bessert sich die Lage nicht?
Concannon Jr.: Wir befinden uns in einem Teufelskreis. Internationale Medien berichten immer mehr über drohende Unruhen im Katastrophengebiet. In der Konsequenz wächst bei vielen Hilfsorganisationen die Angst. Sie gehen nicht mehr raus, um den Menschen zu helfen. Die Angst ist bislang unbegründet. Wenn aber nicht bald Hilfe kommt, wenn die Menschen nicht bald das Gefühl haben, dass ihnen Beistand in dieser Lage geleistet wird, dann wird die Verzweiflung unerträglich werden. Wenn den Menschen knapp eine Woche nach dem Beben kein Wasser und Nahrung gegeben wird, dann werden sie sich diese Güter holen.
Auch in den europäischen Medien sind Berichte über drohende Unruhen zu lesen.
Ich glaube nicht, dass es eine organisierte Rebellion gibt. Dieses Bild stimmt einfach nicht mit der Realität überein: Die haitianische Gesellschaft ist sehr friedfertig, es wird viel Wert darauf gelegt, Konflikte kollektiv zu lösen. Ich sehe die Gefahr auf der anderen Seite: Die Hilfsmissionen drohen zu militärischen Stoßtrupps zu verkommen, die Hilfe wird militarisiert. Mehr dazu (140 KB)
18.01.2010 - amerika21.de - Kuba stockt Ärztebrigade in Haiti auf
Havanna ist mit 447 Helfern im Katastrophengebiet vertreten. Verstärkte Hilfe auch aus Venezuela
Von Prensa Latina, Harald Neuber (Übersetzung)
Santo Domingo. Kuba stockt mit 32 Ärzten seine rund 400 Mitglieder starke Brigade in Haiti auf, die in dem Land seit dem Erdbeben mit einer Stärke von 7,3 auf der Richterskala am vergangenen Dienstag ihre Hilfsdienste anbietet. Das Personal traf am Samstag, dem 16. Januar, nach mehreren gescheiterten Versuchen auf dem überlasteten Flughafen von Port-au-Prince mit einer Tonne Hilfsgüter ein, darunter Notverpflegung, Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente.
Nach Auskunft der Brigade "Henry Reeve", die auf die Betreuung von Opfern von Naturkatastrophen spezialisiert ist, leisten derzeit 447 Kubaner in der ärmsten Nation des Kontinents Hilfe.
Laut dem Epidemiologen Gonzálo Estévez, dem zweiten Verantwortlichen der Ärztebrigade, sehen sich die Helfer mit extrem schweren Bedingungen konfrontiert. Die Bevölkerung habe sich noch nicht von dem Schock durch das Erdbeben erholt. Solange sich die Betroffen aber nicht aufraffen, mit der Beseitigung der Trümmer zu beginnen und ihr Lebensumfeld zu ordnen, werden sie die Folgen der Katastrophe nicht verarbeiten können, führte der Mediziner aus. Mehr dazu (72 KB)
7.01.2010: - Kommunisten.eu - Haiti und Afghanistan
Es sind bedrückende Bilder und Nachrichten, die uns aus Haiti erreichen. Eines der ärmsten Länder der Welt ist von einer Naturkatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes getroffen worden. Nein, das Erdbeben in Haiti hat nichts mit der Nato oder dem Krieg in Afghanistan zu tun. Aber die bittere Armut dort, die bereits vor dem Erdbeben zerfallene Infrastruktur, die das Überleben nach einer solchen Katastrophe noch schwerer machen als es ohnehin ist, sind das Produkt eines Systems, das für Kriege zwar bestens gerüstet ist, nicht aber für Katastrophen, wie wir sie derzeit erleben.
Für unseren Freund und Genossen, der mehrere Jahre Mitglied des Parteivorstandes der DKP war, Prof. Yves Dorestal von der Universität Port-au-Prince offenbart die Tragödie in Haiti auch eine gesellschaftliche und politische Katastrophe, die nicht Folge eines natürlichen Prozesses, sondern die logische Konsequenz aus der politischen Entwicklung ist, die mit der ersten Besetzung Haitis durch die USA 1915 eingeschlagen wurde. Mehr dazu (68 KB)
16.01.2010 - Reflexionen des Genossen Fidel Castro - HAITI STELLT DIE KOOPERATIONSBEREITSCHAFT AUF PROBE
Durch die aus Haiti erhaltenen Nachrichten kann man sich ein Bild von dem großen Chaos machen, das in der außerordentlichen, durch die Katastrophe geschaffenen Situation zu erwarten war.
Überraschung, Erstaunen, Erschütterung in den ersten Augenblicken, der Wunsch zur sofortigen Hilfeleistung in den am weitesten abgelegenen Winkeln der Erde. Was sollte man schicken und wie sollte man dies aus China, Indien, Vietnam und anderen, zehntausende Kilometer entfernt liegenden Punkten an einen Ort der Karibik tun? Das Ausmaß des Erdbebens und die Armut des Landes rufen im ersten Moment Ideen von imaginären Bedürfnissen hervor, die zu allen möglichen Arten von Versprechen führen, die dann auf irgendeinem Weg zukommen zu lassen versucht wird.
Wir Kubaner waren der Auffassung, dass Menschenleben zu retten das Wichtigste in jenem Augenblick war, worauf wir vorbereitet waren, und das nicht nur für den Fall von Katastrophen dieser Art, sondern ebenfalls für den Fall von anderen, die Gesundheit betreffenden Naturkatastrophen. Mehr dazu (20 KB)
15.01.2010 – jw - Hunderttausende Tote befürchtet
Nach dem schweren Erdbeben befürchtet die Regierung Haitis Angaben von Premierminister Jean Max Bellerive zufolge mehrere hunderttausend Tote. Der Präsident des Karibikstaates, René Préval, bezeichnete die Lage in der Hauptstadt Port-au-Prince als »unvorstellbar«: »Ich gehe über leblose Körper. Viele Menschen befinden sich noch unter eingestürzten Gebäuden. Es gibt viele Schulen, in denen Tote liegen«, berichtete der Staatschef und rief die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Zu den bei dem Erdbeben ums Leben gekommenen Menschen gehören offenbar der Chef der UN-Mission in Haiti, Hedi Annabi, Erzbischof Serge Miot und der Schriftsteller Georges Anglade. Die Vereinten Nationen vermissen über 100 Mitarbeiter.
Zahlreiche Länder der Welt haben Soforthilfen zugesagt und Rettungsteams nach Haiti entsandt. Die frühere Kolonialmacht Frankreich kündigte »bedingungslose und großzügige Hilfe« an. Perus Ministerpräsident Javier Velásquez reiste selbst mit einem Flugzeug voller Güter nach Haiti und erinnerte an die Hilfe, die das südamerikanische Land selbst nach dem Erdbeben von 2007 erhalten hatte. Die mehr als 400 kubanischen Ärzte in Haiti haben zwei Feldlazarette errichtet und bereits in den ersten Stunden nach der Katastrophe Hunderten Menschen geholfen. Die Regierung in Havanna kündigte die Entsendung weiterer Ärzte, Medikamente und Hilfsgüter an. Mehr dazu (68 KB)
14.01.2010 - Reflexionen des Genossen Fidel Castro - WAS HAITI LEHRT
Vor zwei Tagen, ungefähr um 18 Uhr kubanischer Ortszeit - in Haiti aufgrund seiner geographischen Lage schon nachts - haben die Fernsehsender begonnen, Nachrichten darüber zu verbreiten, dass ein heftiges Erdbeben der Stärke 7,3 auf der Richterskala Porte-au-Prince heimgesucht und stark beschädigt hatte. Das seismische Phänomen hatte in einer im Meer gelegenen tektonischen Störung begonnen, nur 15 Kilometer von der haitianischen Hauptstadt entfernt, einer Stadt, wo 80% der Bevölkerung in schwächlichen, aus Luftziegeln und Ton erbauten Häusern lebt.
Die Nachrichten setzten sich fast ohne Unterbrechung stundenlang fort. Es gab keine Bilder, aber es wurde behauptet, dass viele öffentliche Gebäude, Krankenhäuser, Schulen und solider gebaute Einrichtungen als kollabiert gemeldet wurden. Ich habe gelesen, dass ein Erdbeben der Intensität 7,3 der freigesetzten Energie einer Explosion von 400 000 Tonnen TNT entspricht.
Tragische Beschreibungen wurden übermittelt. Die Verletzten auf den Straßen verlangten schreiend medizinische Hilfe, während sie von Ruinen umgeben waren, die Familien unter sich begraben hatten. Jedoch viele Stunden lang hatte niemand irgendein Bildmaterial übermitteln können.
Die Nachricht hat uns alle überrascht. Viele von uns hatten häufig Informationen über Hurrikans und große Überschwemmungen in Haiti gehört, aber wir wussten nicht, dass das Nachbarland Gefahr lief, ein großes Erdbeben zu erleiden. So kam jetzt zur Sprache, dass vor 200 Jahren in dieser Stadt, die damals sicherlich einige wenige tausend Einwohner zählte, ein großes Erdbeben stattgefunden hatte. Mehr dazu (36 KB)
14.01.2010 – jw – von André Scheer - Haiti in Trümmern
Ein verheerendes Erdbeben der Stärke 7,0 hat am Dienstag um 17 Uhr Ortszeit den Karibikstaat Haiti verwüstet. Das Epizentrum des Bebens lag nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt. Helfer befürchten, daß die Zahl der Toten in die Tausende gehen könnte. Auch stabile Gebäude wie der Präsidentenpalast und die Kathedrale stürzten ein; besonders schwer traf die Katastrophe jedoch die unzähligen Hütten in den Elendsvierteln.
Nach Schätzungen des Roten Kreuzes sind rund drei Millionen Menschen von der Naturkatastrophe betroffen, etwa ein Drittel der in Haiti lebenden Menschen. Der Landesdirektor der Hilfsorganisation »World Vision« in Haiti, Frank Williams, sagte: »Öffentliche Gebäude und Privathäuser sind zusammengefallen, Dächer und Hauswände sind auf die Straßen gestürzt«. Viele Menschen in Port-au-Prince seien schreiend auf die Straße gelaufen. »Es fühlte sich an, als ob ein großer Lastwagen durch die Hauswand gekracht wäre. Dann hat es etwa 35 Sekunden lang gewackelt.« Mehr dazu (68 KB)
13.01.2010 - amerika21.de - Von Harald Neuber - Schwere Zerstörung nach Beben in Haiti
Zahl der Opfer unklar. UNO-Besatzungstruppe MINUSTAH aktionsunfähig. Stoßwellen auch auf Kuba zu spüren
Port-au-Prince. Haiti wurde am späten Dienstagabend (Ortszeit) von einem Erdbeben bislang unbekannten Ausmaßes erschüttert. Die Stoßwellen erreichten nach Angaben von Messstellen in den USA eine Stärke von 7,0. Die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina zitiert den Direktor des Seismologischen Instituts der Autonomen Universität von Santo Domingo (Dominikanische Republik), dem zufolge die Erschütterungen stärker als beim letzten großen Beben im Jahr 1946 waren. Damals erreichten die Schockwellen eine Stärke von 8,1 auf der Richterskala.
Die Dominikanische Republik befindet sich, ebenso wie Haiti, auf der zweitgrößten der Westindischen Inseln, Hispaniola.
Nach Berichten haitianischer und internationaler Medien wurden Wohnviertel und die Infrastruktur massiv zerstört. Filmaufnahmen zeigen den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Port-au-Prince, ein schweres Kolonialgebäude, weitgehend zerstört. Unter Berufung auf diplomatische Quellen berichtet Prensa Latina vom Überleben des Präsidenten René Preval. Über seinen Zustand wurde bis dato nichts bekannt.
Zahlreiche Regionalstaaten haben angesichts der immensen Katastrophe noch in der Nacht zum Mittwoch mit Hilfsaktionen begonnen. Venezuelas Präsident Hugo Chávez mobilisierte humanitäre Helfer der Katastrophenschutzeinheit "Simón Bolívar", die mit 50 Experten nach Haiti flogen. Nicaragua entsendete ebenfalls Hilfskräfte mit dem Auftrag, die Stromnetze wiederaufzubauen. Mehr dazu (76 KB)
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