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16.07.2010 – Oxfam - Deutschland schummelt bei Klima-Zusage von Kopenhagen
Für eine gerechte Welt. Ohne Armut.Die Bundesregierung möchte ihre auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen Ende 2009 gemachten Zusagen durch Rechentricks erfüllen.
Der Kopenhagener UN-Klimagipfel Ende 2009 war vor einem kompletten Scheitern gerade noch bewahrt worden, unter anderem wegen der Zusage der Industrieländer, in den Jahren 2010-2012 insgesamt 30 Mrd. US-Dollar neu und zusätzlich für Klimaschutz und Anpassung an die Klimafolgen in armen Ländern bereitzustellen. Deutschland hatte 1,26 Mrd. Euro versprochen, von denen aber nur 70 Mio. Euro pro Jahr an „frischem“ Geld bereitstehen sollten – für den Rest sollten alte Zusagen angerechnet werden.
2011 und 2012 sollen nun, so die Pläne der Bundesregierung, ausgerechnet diese 70 Mio. Euro gestrichen und durch Rechentricks ausgeglichen werden. So möchte die Bundesregierung Klima-Kredite in Höhe der vollen Kreditsumme als Entwicklungshilfe anrechnen und nicht (wie noch 2010) nur in Höhe des tatsächlichen Beitrags, mit dem Deutschland diese Kredite subventioniert. Mehr dazu (92 KB) Ein Spiegel-Artikel dazu: Deutschland geizt beim Klimaschutz (72 KB). Das Kopenhagen-Versprechen der Bundeskanzlerin: 1,26 Milliarden Euro kurzfristige Finanzhilfen 2010-2012 (84 KB)
26.12.2009 - Fiedel Castro - DAS RECHT DER MENSCHHEIT ZU LEBEN
Der Klimawandel verursacht schon erhebliche Schäden und Millionen Menschen erleiden die Folgen.
Die entwickeltsten Forschungszentren versichern, dass ganz wenig Zeit übrig bleibt, um eine irreversible Katastrophe zu verhindern. James Hansen vom Goddard Institut der NASA versichert, dass ein Kohlendioxid-Wert von 350 ppm immer noch tolerierbar ist; aber heutzutage übersteigt er 390 und erhöht sich jährlich um 2 ppm, er überschreitet die Werte von 600 Tausend Jahren vorher. Die letzten zwei Jahrzehnte waren, jedes Einzelne, die wärmsten nach allen bisher geführten Aufzeichnungen. Das erwähnte Gas wuchs 80 Teile ppm in den letzten 150 Jahren.
Das Eis des Nordpolarmeeres; die gewaltige, zwei Kilometer dicke Schicht, die Grönland bedeckt; die Gletscher von Südamerika, die ihre Hauptquellen mit Süßwasser versorgen; das riesiges Volumen, das die Antarktis bedeckt; die übrig gebliebene Schicht vom Kilimanjaro; das Eis, das den Himalaja bedeckt und die enorme Eismasse von Sibirien schmelzen ohne Zweifel. Berühmte Wissenschaftler befürchten quantitative Sprünge dieser Naturerscheinungen, die Wandel verursachen.
Die Menschheit setzte große Hoffnung auf den Kopenhagen-Gipfel nach dem im Jahr 1997 unterschriebenen Kyoto-Protokoll, rechtskräftig seit 2005. Das geräuschvolle Scheitern des Gipfels führte zu peinlichen Ereignissen, die eine gebührende Erklärung benötigen. Mehr dazu (44 KB)
25.12.2009 – UZ – von Hans-Peter Brenner - Gipfel der Verantwortungslosigkeit
Wut, Enttäuschung über den "Mini-Konsens" von Kopenhagen. Dies sind die noch relativ moderat formulierten Urteile in den bürgerlichen Medien über das Ergebnis des UNO-Klimagipfels. Im Konferenzgebäude selbst waren deutlich härtere Töne zu hören: "Verbrechen", "Verrat an unserer Zukunft" - das waren die Urteile vor allem von Vertretern der kleineren und ärmeren Staaten und von Ländern mit sozialistischer oder antiimperialistischer Orientierung wie Venezuela, Kuba und Bolivien.
Dabei wurde klar, dass eine breite Front ärmerer Staaten den "Kompromiss" ablehnt, den die EU und die USA erst in der letzten Nacht mit den wichtigsten "Schwellenländern" - darunter Brasilien, Indien und China - ausgehandelt hatten. Insgesamt 25 Regierungen hatten nach einem nächtelangen Verhandlungsmarathon schließlich nichts anderes zustande gebracht als eine unverbindliche Absichtserklärung, dass man im Lauf des nächsten Jahres eine Einigung über ein Klima-Abkommen finden wolle, das an die Stelle des 2012 auslaufenden Protokolls von Kyoto treten soll. Mehr dazu (84 KB)
25.12.2009 – UZ – von Hans-Peter Brenner - Verheerende Bestandsaufnahme
Klimawandel - eine System- und keine Technologiefrage
Die Kopenhagener Klimakonferenz basiert mit ihren Einschätzungen auf den Analysen und Prognosen des UNO Klimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC). Der PCC-Report 2007 - ergänzt durch drei weitere IPCC-Berichte und zwischenzeitlich durch eine fast unübersehbare Menge weiterer wissenschaftlicher Analysen und Studien vertieft und erhärtet - präsentierte sechs Szenarien über die möglichen Folgen des sich beschleunigenden vom "Menschen" - d. h. von der kapitalistischen Produktions- und Lebensweise - verursachten globalen Temperaturanstieges.
Im besten Fall sei bis 2100 mit einer Erwärmung von 1,1 bis 2,9 Grad Celsius zu rechnen, im schlimmsten Fall mit 2,4 bis 6,4 Grad. Am wahrscheinlichsten sei ein Anstieg um 1,7 bis 4 Grad. Der Meeresspiegel werde bis 2100 im besten Szenario um 19 bis 37, im schlimmsten Fall um 26 bis 59 Zentimeter steigen. Dieser Bericht von 2007 und die anderen folgenden IPCC-Berichte wurden schon bei ihrem Erscheinen innerhalb der Gemeinschaft der Klimaforscher als viel zu "konservativ" und nicht auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand stehend kritisiert. Sie geben - eben weil sie nur den Minimalkonsens der beteiligten Staatenvertreter darstellen - zumindest aber die auf jeden Fall eintretenden Klimawandel-Effekte an. Sie schildern also nicht den möglich "GAU", sondern den am niedrigsten eingestuften Gefährdungseffekt. Doch selbst diese so moderaten Daten reichen aus, um das die Menschheit bedrohende Klima-Drama zu verdeutlichen. Mehr dazu (112 KB)
21.12.2009 - Parteivorstand der DKP - Erklärung zum Weltklimagipfel
Das Problem heißt nicht CO2, sondern Kapitalismus
Erklärung des Sekretariats des Parteivorstandes der DKP zum Weltklimagipfel in Kopenhagen
Der Weltklimagipfel in Kopenhagen ist gescheitert. Darüber kann auch das dürftige Abschlusspapier nicht hinweg täuschen, dessen unverbindlichen Ziele nicht einmal beschlossen, sondern von der Konferenz nur „zur Kenntnis genommen“ wurden.
Beinahe 120 Staats- und Regierungschefs haben Tonnen des Klimakillers CO2 produziert, um nach Kopenhagen zu reisen und dort der Welt zu demonstrieren: Der Kapitalismus kann es nicht.
Offensichtlich gibt es keinen Weg, um im Rahmen der kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung die globale Klimakatastrophe abzuwenden.
Seit Jahren ist bekannt, wohin der weltweit ungehemmte CO2-Ausstoß führt: globale Erwärmung. Das einzige, was der Kapitalismus als systemtypische „Lösung“ auf den Weg gebracht hat, ist ein neuer Geschäftszweig: Der internationale Handel mit Umweltverschmutzung. So entstand eine neue Finanzindustrie, die modernen Ablasshandel organisiert und damit einmal mehr glänzende Profite scheffelt. Eine nachhaltige Reduzierung des Treibhausgases bedeutet dies natürlich nicht. Mehr dazu (12 KB)
20.12.2009 – amerika21.de – von Andreas Petermann - Chávez lässt sich nicht rausschmeißen
Erneute Provokation gegenüber Venezuelas Präsident und die ALBA-Vertreter bei "COP15"-Pressekonferenz in Kopenhagen
Kopenhagen. Mit deutlichen Worten hat sich Venezuelas Präsident Hugo Chávez einer Anweisung der Organisatoren des UN-Klimagipfels in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen wiedersetzt. Die Verwaltung wollte Chávez und weitere Vertreter der Bolivarischen Allianz für Amerika (ALBA) am Freitag aus einem Konferenzraum werfen. Angeblich war die vorgesehene Zeitspanne für die ALBA-Pressekonferenz abgelaufen. Allerdings hatte die Veranstaltung des Bündnisses erst mit einer Verspätung von einer halben Stunde beginnen können, berichtet die spanische Nachrichtenagentur EFE. Die anschließend geplante Veranstaltung der Europäischen Union fiel zudem schlussendlich aus.
Kapitalismus-Gegner Chávez reagierte scharf auf die erneuten Provokationen: "Sie können Ton und Licht abstellen, aber wir werden den Raum nicht verlassen bis unsere Pressekonferenz hier an ihr Ende gelangt ist." Zufälligerweise hatte es nach der Aufforderung zum Abbruch der Veranstaltung einen "Stromausfall" in dem Raum gegeben.. Mehr dazu (68 KB)
18.12.2009 – UZ – von Hans-Peter Brenner - Emden liegt hinter Tuvalu
Kopenhagener Klima-Gipfel - eine ernüchternde Halbzeitbilanz
100 000 Demonstranten - mehr als je zuvor auf einer gegen den Klimawandel gerichteten Aktion - machten deutlich, dass die Frage, ob auf dem UNO-Klimagipfel in Kopenhagen etwas Brauch- und Zählbares herauskommt, längst keine Angelegenheit mehr von Diplomaten, Regierungen und Experten ist. Und auch das harte Einschreiten der dänischen Polizei, die stundenlang über 1 000 Demonstranten in Eiseskälte eingekesselt und teilweise gefesselt auf dem Frostboden festhielten, verdeutlicht auf ganz spezielle Art, dass Klimapolitik und Widerstand gegen die Gefährdung und Zerstörung der ökologischen Grundlagen unseres Lebens mittlerweile weit mehr als eine Angelegenheit von "Müslis und Öko-Spinnern" ist. An der Klima-Thematik entzündet sich potentiell eine Auseinandersetzung, die weit über die ökologische Dimension hinaus auch die politische Systemfrage nahelegt. Mehr dazu (72 KB)
18.12.2009 – kommunisten.eu –Wir haben nur diese Erde
Der Weltklimagipfel in Kopenhagen geht auf den entscheidenden Moment zu. Die Regierungschefs treffen in Kopenhagen ein, um die Konferenz zu einem Abschluss zu bringen. Es gibt jedoch keinen Text für ein Abkommen, an dem gemeinsam gearbeitet werden könnte. Ohne massiven öffentlichen Druck werde der Gipfel ohne wirksames Abkommen enden und die katastrophale Erwärmung des Erdklimas werde ungehindert weitergehen, warnt die Delegation der Partei der Europäischen Linken in Kopenhagen.
In der Erklärung heißt es, das Risiko sei sehr hoch, dass die Weltklimakonferenz in Kopenhagen nur mit einer unverbindlichen Erklärung mit vielen guten Absichten endet. Die Demonstration „Systemwandel, nicht Klimawandel“ mit 100.000 Teilnehmern habe demgegenüber die Forderung nach einem verbindlichen Abkommen deutlich zum Ausdruck gebracht. Klimagerechtigkeit erfordere mehr soziale Gerechtigkeit und müsse berücksichtigen, dass die Länder des Südens die ersten Opfer der globalen Erwärmung sind, heißt es in der Erklärung. Entgegen den Forderungen der Bevölkerung seien die auf der Konferenz diskutierten Texte äußerst schwach: keine finanziellen Verpflichtungen oder nur lächerliche Summen, kein verbindendes Abkommen zu einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5 Grad, wie es von kleinen Inselstaaten und hunderten Entwicklungsländern gefordert wird. Die Länder des Südens würden eine solches „Abkommen“ zu Recht zurückweisen, heißt es weiter Mehr dazu (66 KB)
18.12.2009 – jw - Schock in Kopenhagen
Routiniert wie von Beginn an plätscherte auch am Donnerstag die Berichterstattung vom sogenannten Klimagipfel in Kopenhagen durch die deutschen Medien. Es gab eine Dosis Pessimismus – Bundeskanlerin Angela Merkel (CDU) schloß vor ihrer Abreise in die dänische Hauptstadt gestern im Bundestag ein Scheitern der Konferenz nicht mehr aus. Man lieferte eine Prise Optimismus: US-Außenministerin Hillary Clinton ließ sich mit der Zusage, die USA würden sich am Fonds für Klimaschutzmaßnahmen in der Dritten Welt beteiligen, zitieren. Aus diesem Fonds sollen jährlich 100 Milliarden Dollar bereitgestellt werden. Greenpeace meinte, das zeige, daß sich auch die USA bewegten. Wieviel hundert oder tausend Demonstranten an diesem Tag die Sicherheitskräfte der rechtsgewirkten dänischen Regierung verprügelt oder in Drahtkäfige gesperrt hatten, war bis Redaktionsschluß nicht zu erfahren.
Wie es diese Repräsentanten der westlichen Wertegemeinschaft mit mißliebigen Meinungen halten, bekamen auch offizielle Gäste der Konferenz zu spüren. Das Gepäck des venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez wurde laut einem Medienbericht bei dessen Ankunft auf dem Flughafen entgegen internationalen Bestimmungen erst einmal 45 Minuten lang durchsucht. Am Mittwoch abend hielt die Polizei seine Wagenkolonne solange auf, bis ein Treffen mit Gewerkschaftern und Vertretern sozialer Organisationen abgesagt werden mußte. Seine Rede vor der Konferenz am selben Tag verschwiegen die deutschen Berichterstatter weitgehend ebenso wie die seines bolivianischen Amtskollegen Evo Morales. Nur der britische Guardian berichtete unter der Schlagzeile »Morales schockt Kopenhagen«, die beiden Präsidenten hätten den Gipfel hochgescheucht, indem sie den Kapitalismus direkt für den Klimawandel verantwortlich gemacht und Milliarden Dollar an »Reparationen« von den reichen Ländern gefordert hätten. Mehr dazu (68 KB)
17.12.2009 - Hiermit übermitteln wir Ihnen die Rede (auf Englisch) des Vizepräsidenten des Staatsrates der Republik Kuba, Esteban Lazo Hernández, anlässlich des Klima-Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in Kopenhagen, Dänemark, am 17. Dezember 2009.
Mit freundlichen Grüßen,
Botschaft der Republik Kuba - Zur Rede (32 KB)
16.12.2009 – Hamburger Abendblatt - Protest auf den Straßen, Chaos im Konferenzzentrum
Es gab Herzanfälle am Verhandlungstisch und weiter Streit um das Klima und die Kosten. Nebenbei trat die Konferenzleiterin zurück.
Kopenhagen. Ein Rücktritt, ein Frühstart, Herzanfälle im Kongresszentrum, stürmende Demonstranten und ein wütender Präsident: Der Mittwoch war beim Welt-Klimagipfel der bisher aufregendste Tag:
Chinas Regierungschef Wen Jiabao kommt schon einen Tag früher als bisher geplant zum Klimagipfel. Das berichtete der dänische Sender TV2 unter Berufung auf heimische Regierungskreise. Von den insgesamt etwa 120 angekündigten Staats und Regierungschefs sind unter anderen bereits der britische Premierminister Gordon Brown, Simbabwes Präsident Robert Mugabe und der Staatschef von Venezuela, Hugo Chávez, eingetroffen. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt, amtierender EU-Ratspräsident, schwebten ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Donnerstag in die dänische Hauptstadt. US-Präsident Barack Obama fliegt am Freitag ein. Mehr dazu (116 KB)
16.12.2009 - german-foreign-policy - Wer die Regeln setzt
KOPENHAGEN/BERLIN (Eigener Bericht) - Die Bundesregierung soll den aktuellen Weltklimagipfel zur Durchsetzung neuer globaler Ordnungsstrukturen nutzen. Dies fordern Politikberater in der führenden außenpolitischen Fachzeitschrift Deutschlands. Demnach biete die sich herauskristallisierende Abwendung von fossilen Rohstoffen Spielräume, die globalen Beziehungen und ihren "geopolitische(n) Kontext" neu zu gestalten. Aus dem tendenziellen Bedeutungsverlust von Erdöl und dem Aufstieg neuer Technologien ergäben sich neuartige Kooperationsstrukturen, "die man auch als europäisches Regelungsmodell bezeichnen könnte" - wegen der Vorreiterrolle Deutschlands und der EU bei der Umstellung auf Öko-Industrien. Das Auswärtige Amt müsse nun "die führende Rolle Deutschlands bei der Formulierung dieser neuen Weltregeln" flankieren. Die Forderungen entsprechen Wünschen der deutschen Industrie, die eine weltweite Spitzenstellung bei der Produktion von Umwelttechnologien hält und daher großen Wert auf ein ambitioniertes Klimaschutz-Abkommen legt - schon aus Gründen des Profits, aber auch, um ihre künftige Stellung zu sichern. Mehr dazu (84 KB)
15. Dezember 2009 – CBGnetwork - Klimawandel fördert Trend zum "Greenwashing"
dpa -- Auf einer saftgrünen Wiese weiden Schafe, in der Ferne ist unter schweren Wolken das Kernkraftwerk Brunsbüttel zu sehen. "Jahreserzeugung: 6 Mrd. kWh, CO2-Ausstoß: Null", ist an der Seite der Anzeige zu lesen. Links über der idyllischen Szenerie steht: "Deutschlands ungeliebte Klimaschützer". Ein anderer Slogan der Serie lautet: "Dieser Klimaschützer kämpft 24 Stunden am Tag für die Einhaltung des Kyoto-Abkommens." Auch wenn das AKW Brunsbüttel nach Zwischenfällen derzeit nicht mehr am Netz ist, die 2007 gestartete Kampagne des Deutschen Atomforums ist eines der bekanntesten Beispiele für das "Greenwashing". Aber auch Politiker neigen zur Grünfärberei - etwa bei dem Beschönigen von Klimabeschlüssen, monieren Klimaschützer. Mehr dazu (32 KB)
14.12.2009 – jw - Die Folgen des Klimawandels
Dokumentiert. Aus der Rede des Vorsitzenden des UN-Klimarates (IPCC), Rajendra Pachauri, in Kopenhagen
Auf der Basis des letzten Sachstandsberichts [des IPCC] wissen wir, daß der Klimawandel, wenn es keine Gegenmaßnahmen gibt, zu folgendem führt:
1. Verschwinden des Meereises in der zweiten Hälfte des 21.Jahrhunderts.
2. Häufigeres Auftreten von Hitzewellen und schweren Niederschlägen. Mehr dazu (64 KB)
14.12.2009 – jw - Von Wolfgang Pomrehn - Kopenhagen macht dicht
Zehntausende bei Protesten zum Klimagipfel in Dänemark: Polizei setzt fast 1000 Demonstranten fest. Entwürdigende Behandlung
Bis zu 100000 Menschen aus aller Welt haben am Samstag in Kopenhagen für effektiven Schutz des globalen Klimas demonstriert. Anlaß war der noch bis zum Freitag dieser Woche tagende UN-Klimagipfel. Auch in anderen Ländern gab es angesichts der stockenden Verhandlungen Proteste, die größten in Australien. In Sydney, Melbourne, Canberra, Darwin, Adelaide, Perth, Hobart und Brisbane gingen nach Agenturangaben insgesamt 50000 Menschen auf die Straße. Der Radiosender ABC berichtet auf seiner Internetseite sogar von 90000 Teilnehmern allein in der Hauptstadt Canberra und 40000 in Melbourne. Mehr dazu (76 KB)
12.12.2009 - jw - Von Wolfgang Pomrehn - Almosen aus Berlin
An diesem Wochenende wird es auf den Straßen Kopenhagens hoch hergehen. Bis zu 70000 Menschen aus aller Welt erwarten die Organisatoren einer Demonstration anläßlich des UN-Klimagipfels am Samstag in der dänischen Hauptstadt. Die Polizei stellt sich auf immerhin 60000 Teilnehmer ein und hat bereits im Vorfeld erkennen lassen, daß mit ihr nicht gut Kirschen essen ist: Während sich die von konservativen und rechtsliberalen Parteien gestellte dänische Regierung wenig interessiert zeigt, ihrer Rolle als Gastgeber gerecht zu werden und die Verhandlungen voranzutreiben, will sie auf der Straße hart durchgreifen lassen. Am Freitag wurden 40 Personen ohne konkreten Anlaß festgenommen. Vor einigen Wochen hatte die rechte Parlamentsmehrheit in Vorbereitung auf die Gipfelproteste ein Gesetz verabschiedet, das sogenannte Präventivhaft von bis zu zwölf Stunden vorsieht und Gefängnisstrafen für Sitzblockaden von bis zu 40 Tagen einführte.
Welche Stimmung damit geschaffen wurde, machte ein Polizeieinsatz in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch deutlich. 200 Beamte umstellten um drei Uhr morgens eine Unterkunft von Klimaschützern, durchsuchten das Gebäude eine Stunde lang, um dann mit einigen beschlagnahmten Bauwerkzeugen, so die Betroffenen, und ein paar Dutzend angeblicher Farbbeutel, so die Polizei, abzuziehen. Mehr dazu (68 KB)
12.12.2009 – DerWesten - Zehntausende demonstrieren rund um den Globus für mehr Klimaschutz
Kopenhagen. Zur Halbzeit des Weltklimagipfels in Kopenhagen haben rund um den Globus zehntausende Menschen für einen besseren Umweltschutz demonstriert. Die Großdemonstration in Kopenhagen verlief bislang weitgehend friedlich, allerdings zertrümmerten etwa 300 Randalierer mehrere Schaufenster.
Zur Halbzeit des Weltklimagipfels in Kopenhagen haben weltweit zehntausende Menschen für einen besseren Umweltschutz demonstriert. Mit himmelblauen Schnürsenkeln, Atemschutzmasken oder verkleidet als Tiere forderten die Demonstranten am Samstag Erfolge bei den Verhandlungen um ein neues Klima-Abkommen. Während in Australien 50.000 Menschen auf die Straße gingen, demonstrierten in Kopenhagen laut Polizei 30.000 Menschen. Mehr dazu (108 KB)
11.12.2009 – Der WAZ-Konzern - Klimaschutz : EU reduziert Emissionen bis 2020 um 30 Prozent
Brüssel. 30 Prozent weniger Emissionen bis zum Jahr 2020. Darauf hat sich die EU laut Nicolas Sarkozy geeinigt. Das ist weitaus mehr als ursprünglich angedacht. Das Reduktionsziel von 1990 lag bei 20 Prozent. Zudem gibt die EU jährlich 2,43 Milliarden Euro für den Klimaschutz in Entwicklungsländern.
Die EU reduziert ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent, wie der französische Staatschef Nicolas Sarkozy am Freitag in Brüssel bekanntgab. Der Gipfel einigte sich laut Sarkozy darauf, das ursprüngliche Reduktionsziel von 20 Prozent gegenüber den Werten von 1990 heraufzusetzen. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt die EU aber für das ehrgeizigere Ziel nach wie vor die Bedingung, dass sich auch die USA und China auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen zu größeren Schritten verpflichten. Der gesamte Artikel (96 KB)
10.12.2009 – Tagesspiegel.de - Von Rolf Obertreis, Jakarta - Holz und Kohle
Die Waldböden Indonesiens speichern eine gigantische Menge Kohlenstoff – noch. Sie könnten nun in ebenso gigantischem Ausmaß Treibhausgase in die Atmosphäre entlassen, denn viele dieser Flächen sind gerodet worden. Es sei denn, alle, die einst davon profitiert haben, sagen Hilfe zu. Jetzt zum Beispiel, in Kopenhagen
Irgendwo lodert wieder ein Feuer, Rauchschwaden hängen in der Luft, die Sonne scheint gedämpft, und trotzdem ist die Mittagshitze unerträglich. Das grelle Licht blendet Adventus Panda, der hier steht, am Kanal 6, ein großer, hagerer Mann in einem verschwitzten Hemd, einer von denen, die retten wollen, was zu retten ist. …(Schnitt)………..
Vor 30 Jahren ging es los. Da kamen die Holzfäller und große Holzfirmen nach Zentral-Kalimantan, die größte Provinz im indonesischen Teil Borneos, in fast unberührtes Regenwaldgebiet, dicht bewachsen, nur durchzogen von Flüssen und Flüsschen. Sie drangen tief in den dichten Wald vor, schlugen die edlen Harthölzer und schafften sie weg auf Kanälen, die sie eigens dafür gegraben hatten. 300 sollen es allein auf dem Gebiet des heutigen Naturschutzgebietes Sebangau sein. Zum Teil sind sie mehr als 20 Kilometer lang. …(Schnitt)…
Und dann kommt er auf den für ihn zentralen Punkt. Seine Firma reagiere nur auf die Nachfrage, der Markt bestimme, was hier passiere. „Deutschland ist auch ein Land, das viel Palmöl für Kosmetika und Nahrungsmittel abnimmt. Und für Biodiesel.“ Mehr dazu (128 KB)
09.12.2009 - HB - KOPENHAGEN - Konflikt bricht auf Kopenhagener Klimagipfel offen aus
Am dritten Verhandlungstag des Kopenhagener Klimagipfels haben Vertreter der Entwicklungsländer gegen den von den dänischen Gastgebern vorgelegten Entwurf für ein neues Klimaabkommen aufbegehrt. Damit ist der Konflikt zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern offen ausgebrochen.
Der Block der Entwicklungsländer wies das aktuelle Angebot auf der Kopenhagener Konferenz als völlig unzureichend zurück. Die zehn Milliarden Dollar Anschubfinanzierung, die im aktuellen Entwurf für die Gipfelerklärung stehen, reichten nicht aus, „um genug Särge für die Menschen in den Entwicklungsländern zu kaufen“, sagte Di-Aping auf der Konferenz. Er verwies darauf, dass zur Bekämpfung der Finanzmarktkrise mehr als eine Billion Dollar bereitgestellt worden seien. Die versprochenen Anstrengungen für die Klimaschutzentwicklungshilfe falle demgegenüber ab. „Wenn die Erderwärmung das größte Risiko für die Menschheit ist, wie können Sie dann die zehn Milliarden erklären“, fragte er in Richtung von Gipfelgastgeber Dänemark. Der gesamte Artikel(136 KB)
08.12.2009 – UZ - Text: Hans-P. Brenner - Klimagipfel - „Grüner Kapitalismus“ als neue Profitquelle
Marx-Kenner sind mit den in „Kapital“ Band I zitierten folgenden Sätzen gut vertraut: „Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. ... für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert keinVerbrechen, das es nicht riskiert; selbst auf Gefahr des Galgens.“
Vielleicht muss man diese Sätze künftig ganz anders verstehen und begreifen als bislang. Grund könnte ein trotz aller widersprüchlichen Vorabmeldungen vielleicht doch günstig verlaufender UNO-Klima-Gipfel in Kopenhagen werden. Und das hätte überhaupt nichts mit der in den Medien breit diskutierten Meldung zu tun, dass Barack Obama sich wider Erwarten doch noch aktiv und ganz persönlich in die Verhandlungen einbringen und Zugeständnisse der USA in Sachen CO2-Emissionen in Kopenhagen machen werde.
Auch die seit einigen Tagen sich häufenden Meldungen über den Vormarsch der chinesischen Solarenergie und die Bereitschaft der VR China, ebenfalls in Kopenhagen konkrete Zusagen in Sachen CO2-Emissionen zu machen sind nicht der eigentliche Grund, warum die vor kurzem noch befürchtete Pleite in Kopenhagen wahrscheinlich nicht eintritt.
Wenn die Kopenhagener Klimakonferenz doch die Weichen für ein Nachfolgeabkommen für das bisherige Klimaprotokoll von Kyoto stellen sollte – zwar noch nicht endgültig, sondern nur in Form eines „Rahmenabkommens“ – dann hat dies nicht mit einem „ökologischen Umdenken“ zu tun, sondern mit dem, was im oben zitierten Zitat aus dem „Kapital“ ausgedrückt wird. Wenn es um Profit geht, ist nichts unmöglich: Kein Verbrechen, keine Schandtat, aber auch vielleicht eine Entscheidung für eine klimafreundlichere Energiepolitik. Und zwar weil es sich finanziell immer mehr rentiert! Das wird womöglich auch der Schlüssel zu einem Konferenzerfolg. Mehr dazu (80 KB)
Dezember 2009 - Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ-Spezial: In Sachen Klimawandel
Mit seiner Expertise trägt das UFZ dazu bei, die Folgen des Klimawandels zu erforschen und Anpassungsstrategien zu entwickeln. Die Themen dieser Ausgabe: Prof. Georg Teutsch, Wissenschaftlicher Direktor, UFZ: Klimawandel - Eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung -- Forschung für eine integrierte Klimaschutz- und Klimawandelpolitik -- Interview mit Achim Steiner, Exekutivdirektor der UNEP: Wir brauchen eine Klimavereinbarung -- Die Zukunft des Wassers -- Das Wasser des Amudaryas -- Verwundbar gegenüber Extremereignissen -- Von der Kalahari lernen - Wie Klimaereignisse die Nitratwerte im Grundwasser steigen lassen -- Regionale Klimamodelle verbessern -- ALARM: Klimawandel reisst Löcher in das Netz des Lebens -- Perspektiven für Extremisten -- Viren auf Reisen -- Giftige Aussichten - Wie Klimaveränderungen die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft ansteigen lassen -- Standpunkt von Prof. Erik Gawel, UFZ: Bioenergie - Hoffnungsträger für den Klimaschutz -- Klimwandel und nachhaltige Waldwirtschaft -- Interview mit Pavan Sukhdev, Leiter der "Green Economy Initiative" der UNEP: Vitale Ökosysteme schützen besser vor den Folgen des Klimawandels -- Standpunkt von Prof. Reimund Schwarze, UFZ: Kosten der Klimaanpassung mit Unsicherheiten behaftet -- Konflikte vermeiden, Synergien nutzen -- Standpunkt von Prof. Bernd Hansjürgens, UFZ: An der Kohle kommt keiner vorbei! -- CO2 - Klimagasentsorgung im Untergrund -- Auf dem Weg zu einer europäischen Anpassungspolitik -- Umweltrecht unter Anpassungsdruck? -- Kurzinformation zur Klimaforschung -- Das UFZ-Spezial (3,5 MB)
07.12.2009 – GfbV - 150 Millionen Indigene vom Klimawandel bedroht
Kopenhagen (epo.de). - Mit einer Delegation von 30 Repräsentanten indigener Völker aus aller Welt ist die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) beim Klimagipfel in Kopenhagen vertreten. Sie mahnen, schon heute litten mehr als 150 Millionen Ureinwohner in der Arktis und Subarktis, im Pazifik, in Ostafrika, Indien, Indonesien und in mehreren südamerikanischen Staaten unter den Folgen des Klimawandels. Durch den Rohstoff-Hunger von Konzernen und Regierungen drohten zusätzliche Landkonflikte. Mehr dazu (248 KB)
07.12.2009 – jw - Von Wolfgang Pomrehn - Aus dem Gleichgewicht
Wissenschaftler warnen eindringlich vor Erwärmung und Anstieg des Meeresspiegels
»Das Klima der Erde ist nun eindeutig aus dem Gleichgewicht und erwärmt sich.« So beginnt eine Erklärung der Amerikanischen Geophysikalischen Union aus dem Jahre 2003, die jüngst noch einmal bekräftigt wurde. Als Ende der 1970er Jahren die ersten Warnungen wissenschaftlicher Vereinigungen vor drohenden Veränderungen des globalen Klimas durch menschliche Aktivitäten veröffentlicht wurden, sah die Lage noch etwas anders aus. Ein anhaltender Erwärmungstrend war in den damaligen Daten schwer auszumachen, und dennoch verbreitete sich unter Meteorologen und anderen Klimawissenschaftlern langsam die Erkenntnis, daß die Menschheit durch den massenweisen Verbrauch von Kohle und Erdöl sowie – im geringeren Maße – durch die fortgesetzte Entwaldung dabei war, langfristig das globale Klima dramatisch zu verändern. Namentlich das dadurch freigesetzte Kohlendioxid wirkt als Spurengas in der Atmosphäre ähnlich der Scheibe in einem Gewächshaus: Es behindert die Auskühlung der Erdoberfläche und der bodennahen Luftschichten und sorgt dafür, daß mehr Wärmeenergie im Klimasystem, zu dem auch die Meere gehören, gespeichert werden kann. Mehr dazu (76 KB)
07.12.2009 – jw - Von Wolfgang Pomrehn - Tiefe Gräben
In Kopenhagen beginnen die Schlußverhandlungen um Folgeabkommen zum Klimaschutz. Positionen liegen noch immer weit auseinander
Zehntausende Menschen haben am Wochenende in zahlreichen deutschen Städten sowie in London, Brüssel, Glasgow, Dublin, San Sebastian, Stockholm, Bordeaux, Marseille und in Paris für mehr Klimaschutz demonstriert. Anlaß der Proteste war die diesjährige, am heutigen Montag in Kopenhagen beginnende UN-Klimakonferenz. Diese Beratungen finden jährlich statt, aber diesmal geht es sozusagen um die Wurst. Ein Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll soll ausgehandelt werden. In der japanischen Stadt hatten sich 1997 (und danach) zahlreiche Industriestaaten verpflichtet, den Ausstoß sogenannter Treibhausgase zu senken und so die Erderwärmung zu begrenzen. Mehr dazu (76 KB)
04.12.2009 – UZ – von Manfred Idler - Nach Kopenhagen, des Drecks wegen
Am Montag beginnt in Kopenhagen die große Party. Schätzungsweise 60 Staats- und Regierungschefs werden - unter nennenswerter CO2-Emission - anreisen, wenn auch einige nur zum Fototermin, wie Greenpeace moniert. Wie zum Beispiel Barack Obama. Aus China hat sich Regierungschef Wen Jiabao angesagt.
Auf den Chinesen wurden wir im Vorfeld der Konferenz medial eingestimmt. China sei der größte Emittend klimaschädlicher Gase, teilte man uns wie beiläufig in allen Nachrichtensendungen, in Leit- und sonstigen Artikeln mit. Stimmt ja auch. Er schmutzt, der Chinese. Mehr dazu (60 KB)
04.12.2009 – IDW - Gretchenfrage: Treibhausgase - wer ist schuld?
Geben die derzeit veröffentlichten Daten zum Klimawandel die Situation richtig wieder? "Je nach Ansatz verursacht ein Deutscher im Durchschnitt die Hälfte mehr an Emissionen als offiziell berechnet", betont Professor Dr. Mario Schmidt, Institut für Angewandte Forschung der Hochschule Pforzheim, anlässlich des bevorstehenden Klimagipfels in Kopenhagen. Gelte als Berechnungsgrundlage der Konsum stiegen die deutschen Emissionswerte auf 15 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.
Nach gängiger Sprachregelung "verursacht" ein deutscher Bundesbürger im Durchschnitt Emissionen von etwa 10 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Für China liegt der Wert bei 4,6 Tonnen pro Jahr, für einen US-Amerikaner sogar bei über 19 Tonnen pro Jahr. Diese Werte verschieben sich aber zu Ungunsten der Industrieländer, wenn die Auslagerung bestimmter Produktionen berücksichtigt wird. Viele Emissionen in Ländern wie China oder Indien entstehen für die Herstellung von Produkten, die in Europa und Nordamerika konsumiert werden. Nach dieser Rechnung können einem chinesischen Einwohner nur noch drei Tonnen pro Jahr und einem US-Amerikaner sogar 28 Tonnen pro Jahr angelastet werden.
Diese in der Wissenschaft als graue Emissionen oder "embodied emissions" bezeichneten Beiträge haben eine große politische Bedeutung: Entscheidend für die Emissionen ist der Konsum und damit das Wohlstandsniveau, weniger die Frage, wo die Emissionen erfolgen. Die reichen Länder lenken von diesem Tatbestand gerne ab, indem sie auf die großen Absolutmengen der Emissionen aus den bevölkerungsreichen Ländern verweisen. Mehr dazu (88 KB)
04.12.2008 – Attac – PM - Den Klimapoker stoppen! Für ein ganz anderes Klimaabkommen
Attac Deutschland - Frankfurt am Main, 4. Dezember 2009
Den Klimapoker stoppen! Für ein ganz anderes Klimaabkommen - Attac demonstriert in Kopenhagen für Klimagerechtigkeit
Mit Aktionen und einem eigenem Block bei der Großdemonstration am 12. Dezember beteiligt sich das globalisierungskritische Netzwerk Attac an den Protesten beim UN-Klimagipfel vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen. Unter dem Motto "Den Klimapoker stoppen! Für ein ganz anderes Klimaabkommen" werden Attac-Aktive aus zahlreichen europäischen Ländern gemeinsam mit Bündnispartnern aus den sozialen Bewegungen in der dänischen Hauptstadt für globale Klimagerechtigkeit demonstrieren.
Im Zentrum der Kritik der Globalisierungskritikerinnen und -kritiker stehen der Handel mit CO2-Emissionen und die fehlende Bereitschaft der Industrieländer, ihre Klimaschulden aus 200 Jahren Industrialisierung zu bezahlen. "Mit dem Emissionshandel wird ein neuer milliardenschwerer Markt geschaffen. Diese Strategie ignoriert erneut die Ursachen der globalen Wirtschaftskrise, bläht die Finanzmärkte auf und vermeidet es, tiefgreifende soziale und ökologische Veränderung in Angriff zu nehmen. Mit Klimaschutz hat das nichts tun", sagte Oliver Pye von der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Energie, Klima, Umwelt (EKU). Mehr dazu (20 KB)
03.12.2009 – Tagesspiegel.de - Vor Kopenhagen: Deutschland knausert mit Klima-Hilfsgeld
Sechs bis sieben Milliarden im Jahr soll Deutschland dem Süden im Kampf gegen den Klimawandel zahlen. Im Gegenzug wird die Entwicklungshilfe gekürzt.
Von Alexandra Endres
Angela Merkel hat den Schwellen- und Entwicklungsländern ihre Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen zugesichert. "Wir sind uns der besonderen Bedeutung und Verantwortung der Industrieländer bewusst", versicherte sie am Donnerstag im Parlament. Der Bundestag debattierte vor Kopenhagen über den Auftrag der Bundesregierung für den Klimagipfel. Deutschland sei bereit, ärmeren Staaten finanziell und technologisch zu helfen, versprach die Bundeskanzlerin.
Wie viel die Entwicklungsländer erhalten sollen und wer welchen Anteil zahlt – diese Frage gehört neben der Debatte über konkrete Emissionsminderungsziele zu den Knackpunkten des Kopenhagener Gipfels. Die Schwellenländer haben ihre Position bereits klar formuliert: Sie sind nur zu einer Einigung über eine künftige gemeinsame Klimapolitik bereit, falls die Industriestaaten aus ihrer Sicht hinreichende Hilfen zusagen. China, ein mächtiger Verhandlungspartner, fordert etwa einen globalen Klimafonds, in den die Reichen mindestens 0,5 Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts einzahlen, zusätzlich zur üblichen Entwicklungshilfe. Im Jahr 2007 wären das etwas mehr als 122 Milliarden Euro gewesen. Mehr dazu (84 KB)
01.12.2009 – Erster umfassender Bericht über den Klimawandel und die Umwelt in der Antarktis
Der erste umfassende Bericht über den Stand des Klimas in der Antarktis und seine Beziehung zum globalen Klimasystem wurde am 1. Dezember vom Wissenschaftlichen Ausschuss für Antarktisforschung (Scientific Committee on Antarctic Research - SCAR) in London veröffentlicht. Der Bericht "Antarctic Climate Change and the Environment" präsentiert die neuesten Forschungsergebnisse vom eisigen Kontinent. Er zeigt Bereiche für die zukünftige wissenschaftliche Forschung auf und befasst sich mit dringenden Fragen, die politische Entscheidungsträger zur Eisschmelze in der Antarktis, zum Anstieg des Meeresspiegels und zur biologischen Vielfalt haben. Mehr dazu (92 KB) - Der Bericht "Antarctic Climate Change and the Environment" (in Englisch 20 MB)
Zur Klimakonferenz in Kopenhagen: „Ein heute außergewöhnlich heißer Sommer wird in 60 Jahren ein kühler sein.“
So viel ist sicher: die Erde steckt in einem tief greifenden Klimawandel. Wie gravierend er ausfallen wird, lässt sich noch nicht präzise vorhersagen. Entscheidend wird vor allem sein, ob es der Menschheit gelingt, den Ausstoß an Treibhausgasen in den kommenden Jahrzehnten deutlich zu mindern. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts sind davon überzeugt, dass das internationale politische Ziel, die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen, mit allem Nachdruck verfolgt werden muss. Sie hoffen auf eine Stabilisierung der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre bei etwa 450 ppm (Teile pro Million). Um dies schaffen zu können, muss der globale Kohlendioxidausstoß bis zum Jahr 2050 mindestens halbiert werden.
Dennoch müssen wir uns auf drastische Veränderungen einstellen. Zu Ihrer Information und als Service für Journalisten beschreiben sechs leitende Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts in kurzen Interviews, wie sich das Gesicht der Erde verändern wird.
Interview mit dem Klimawissenschaftler Prof. Dr. Peter Lemke: Wie wird der Klimawandel die Erde verändern? (56 KB)
Interview mit dem Meereisphysiker Prof. Dr. Rüdiger Gerdes: Wird der Nordpol im Sommer eisfrei? (60 KB)
Interview mit dem Biologen Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner: Werden die Ozeane immer saurer? (60 KB)
Interview mit dem Geologen Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten: Werden die Permafrost-Böden in Sibirien und Alsaka auftauen? (56 KB)
Interview mit der Leiterin der Biolog. Anstalt Helgoland, Prof. Dr. Karen Wiltshire: Wie verändert sich die Nordsee? (96 KB)
Interview mit der Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Prof. Dr. Karin Lochte: Müssen uns Veränderungen in den Polarregionen interessieren? (56 KB)
26.11.2009 – jw - Von Wolfgang Pomrehn - Deiche zu Wolkenkratzern
Bis 2050 könnte der Meeresspiegel um 50 Zentimeter ansteigen. Eine Studie beziffert die in 136 Küstenstädten bedrohten Vermögenswerte auf 28 Billionen US-Dollar
Knapp zwei Wochen vor dem Beginn der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Kopenhagen überstürzen sich fast die Dokumentationen und Berichte, die den neuesten Stand der Klimaforschung zusammentragen oder versuchen, die Gefahren des Klimawandels greifbar zu machen. Immerhin handelt es sich in diesem Jahr um einen besonders wichtigen Gipfel. Über 70 Staats- und Regierungschefs haben sich angekündigt. Am Ende soll möglichst ein neuer Vertrag herauskommen, der bis 2020 den Rahmen für den internationalen Klimaschutz absteckt. Allerdings ist noch völlig unklar, ob eine Einigung tatsächlich gelingen kann, oder am Ende nicht lediglich ein Arbeitsplan für das nächste Jahr verabschiedet wird.
Wie dem auch sei, die Industrielobby sieht offensichtlich ihre Felle davonschwimmen. Also versuchte man es in der vergangenen Woche auf eine ganz perfide Tour: Mehr dazu (80 KB)
26.11.2009 – IDW - Torffeuer heizen dem Klima ein -
Brennende Regenwälder setzen massiv Treibhausgase frei
Torfgebiete, vor allem in den tropischen Regionen der Erde, sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Menschliche Einflüsse führen jedoch unter anderem zur Entwässerung dieser Moore, was in Kombination mit klimatisch bedingten Trockenperioden zu ausgedehnten Bränden führen kann. Dadurch aber werden ungeheure Mengen Kohlendioxid (CO2) frei, das als Treibhausgas zur Klimaerwärmung beiträgt.
Mittels lasergestützter Messungen konnte das Team um den LMU-Forscher Professor Florian Siegert jetzt das verbrannte Torfvolumen weitaus genauer bestimmen als dies bisher möglich war. Die neuen Hochrechnungen zeigen, dass im Jahr 2006 durch Torffeuer in Indonesien bis zu 900 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt wurden. Das ist mehr als die gesamten CO2-Emissionen Deutschlands im selben Jahr - und entspricht etwa 16 Prozent aller Emissionen durch Entwaldung weltweit. "Unsere Arbeit unterstreicht einmal mehr, welch entscheidende Rolle die hoch gefährdeten tropischen Torfökosysteme im Kontext der Klimaerwärmung spielen", sagt Siegert. "Sie liefert aber auch wichtige Daten für die bevorstehende Weltklimakonferenz in Kopenhagen. Denn dort werden unter anderem Programme verhandelt, die finanzielle und andere Anreize zum Schutz tropischer Torfsumpfwälder und deren riesiger Kohlenstoffspeicher liefern sollen. Mehr dazu (100 KB)
Einige wichtige Daten zum Klimagipfel in Kopenhagen, es steht sehr viel für jeden Menschen auf dem Spiel!!!
24.11.2009 – IDW - Führende Klimaforscher stellen "Kopenhagen-Diagnose"
Der Klimawandel vollzieht sich schneller als erwartet. Die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen ist dringend erforderlich, sagen führende Wissenschaftler.
Gemeinsame Mitteilung der Autoren des Berichts "The Copenhagen Diagnosis"
Die großen Eisschilde der Erde verlieren zunehmend an Masse; das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als noch kürzlich projiziert und der Meeresspiegel wird wahrscheinlich stärker ansteigen als bislang angenommen. Das geht aus einem neuen globalen Synthesebericht hervor, den einige der führenden Klimawissenschaftler der Welt verfasst haben.
In dem "Copenhagen Diagnosis" genannten Bericht kommen 26 Wissenschaftler, die meisten davon Autoren früherer Berichte des Weltklimarates IPCC, zu dem Schluss, dass einige Aspekte des Klimawandels früher und stärker eintreten als noch vor wenigen Jahren vermutet.
Der globale Temperaturanstieg folgt weiterhin den früheren Projektionen des IPCC aufgrund der wachsenden Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre. Ohne deutliche Verminderung der Emissionen könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu sieben Grad Celsius ansteigen, berichten die Autoren. Mehr dazu (104 KB)
Kurzdarstellung der Copenhagen Diagnosis (148 KB) – Die nachstehenden Berichte sind in Englisch verfasst. Copenhagen_Diagnosis_HIGH.pdf (23,2 MB) - Copenhagen_Diagnosis_LOW.pdf (3,33 MB) - Copenhagen_Diagnosis_FIGURES.ppt (17,2 MB) - Copenhagen_Diagnosis_FIGURES.pdf (4,43 MB)
23.11.2009 – IDW - Intensive Landwirtschaft verschlechtert Klimabilanz
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. - Die Emissionen von Stickoxiden und Methan machen den Effekt von europäischen Wäldern als Kohlenstoff-Speicher fast vollständig zunichte
Die intensive Landwirtschaft in der EU setzt so viel Klima schädigende Stickoxide und Methan frei, dass der positive Effekt von Wäldern, Grasland und Torfmooren als Kohlenstoff-Speicher gegen Null geht. Das berichtet eine europäische Forschergruppe um Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. (Nature Geoscience, Online-Vorabveröffentlichung, 22. November 2009)
Von allen globalen Kohlendioxid-Emissionen gelangt weniger als die Hälfte in die Atmosphäre und trägt dort zur globalen Erderwärmung bei. Der Rest wird in den Ozeanen und terrestrischen Ökosystem wie Wäldern, Graslandschaften und Torfmooren gespeichert. Vor allem Pflanzen nehmen, indem sie wachsen, viel Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) auf. "Daher war man bislang der Überzeugung, die terrestrischen Ökosysteme Europas wirkten sich auf die Treibhausgasbilanz Europas positiv aus", sagt Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Doch das stimmt nicht, wie er gemeinsam mit Wissenschaftlern aus 17 europäischen Ländern, die in dem Projekt CarboEurope kooperieren, festgestellt hat. Mehr dazu (96 KB)
23.11.2009 - Ev. Kirche im Rheinland will dem Klimaschutz Stimme und Gewicht geben
Um den politischen Forderungen "zur Bewahrung der Schöpfung" Stimme und Gewicht zu geben, bittet die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland die Gemeinden und Kirchenkreise, die Unterschriftenaktion zu unterstützen.
Im Internet: www.countdowntocopenhagen.de
Düsseldorf, 23. November 2009 - EVANGELISCHE KIRCHE IM RHEINLAND - PRESSEMITTEILUNG Nr. 191/2009
Unterschriftenaktion zur Welt-Klimakonferenz in Kopenhagen
Rheinische Kirche will dem Klimaschutz Stimme und Gewicht geben
Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland hat ihre Gemeinden und Kirchenkreise aufgerufen, sich an der Kampagne „Countdown to Co2penhagen “ zu beteiligen. Eine Reihe europäischer Kirchen, darunter auch die rheinische, rufen zu der Unterschriftenkampagne im Vorfeld der Welt-Klimakonferenz im Dezember in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen auf. Bei der Konferenz werden entscheidende Weichen für die Entwicklung des Weltklimas in den kommenden 40 Jahren gestellt. Mehr dazu (12 KB)
20.11.2009 – UZ - von Hans-Peter Brenner - OECD-Warnungen bleiben ungehört
Keine verbindlichen Beschlüsse auf Kopenhagener Klima-Gipfel
Während sich die Meldungen immer mehr verdichteten, dass der geplante große Kopenhagener Klima-Gipfel Anfang nächsten Monats zu einem grandiosen Flop werden würde, warnte die der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) angeschlossene Internationale EnergieAgentur (IEA) erneut vor einem rasanten Anstieg der klimaschädlichen CO2-Emissionen. Halte der gegenwärtige Trend an - so die IEA - werden sich die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 auf 40,1 Gigatonnen verdoppeln. Die globale Energienachfrage werde gleichzeitig bis 2030 um 40 Prozent ansteigen. Der Treibhauseffekt drohe dann die globale Durchschnittstemperatur um sechs Grad Celsius (!) zu erhöhen. Davon unbeeindruckt entschied am Wochenende aber das Gipfeltreffen des "Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums" (APEC), dass der jahrelang vorbereite Klimagipfel kein verbindliches Nachfolgeabkommen für das Klimaprotokoll von Kyoto zur Reduzierung der schädlichen Klimagase beschließen solle. Trotz jahrelanger Vorverhandlungen und einvernehmlicher gemeinsamer Stellungnahmen diverser Klimaforscherorganisationen soll die Kopenhagener Konferenz nichts anderes werden als eine "Zwischenstation" auf dem Weg zu einem irgendwann später zu beschließenden (angeblich) verbindlichen Klimaabkommen. Mehr dazu (80 KB)
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