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Der Anfang vom Ende!?!
22.05.2012 – jw - Stracke schweigt
Opel-Chef verweigert auf Betriebsversammlung in Bochum klare Aussagen zur Zukunft des Werks. Illegale Subventionen für britische Fabrik
Von Daniel Behruzi - Man kann auch viel damit sagen, daß man nichts sagt. In diesem Sinne ist die Weigerung des Opel-Chefs Karl-Friedrich Stracke, sich bei einer Betriebsversammlung im Bochumer Werk am Montag eindeutig zur Zukunft des Standorts zu bekennen, an sich schon eine Aussage. Lediglich die Einhaltung bestehender Verträge, die eine Bestandsgarantie bis Ende 2014 enthalten, sowie den Erhalt von Bochum als Logistikstandort über diesen Zeitpunkt hinaus sagte Stracke zu. Ansonsten verwies er auf eine für den 28. Juni anberaumte Aufsichtsratssitzung, bei der ein Geschäftsplan für die kommenden Jahre vorgelegt werden soll. Dieser könnte nicht nur die Bochumer Fabrik infragestellen, der eine Verlagerung der Zafira-Produktion droht. Einem Bericht des Magazins Focus zufolge könnte auch der Abzug der Corsa-Fertigung aus dem Werk im thüringischen Eisenach beschlossen werden.
»Es gibt noch keine Entscheidung zu Bochum«, sagte Stracke am Montagmorgen unter den lauten Pfiffen der Belegschaft in der Ruhrgebietsfabrik. Zu dem sich hartnäckig haltenden Gerücht, Bochum könne die Produktion des Zafira an Rüsselsheim verlieren – wegen des Abzugs der dortigen Astra-Fertigung – sagte der Opel-Manager: »Ich habe niemals den Zafira in Rüsselsheim angeboten, und das werde ich auch so nicht tun.« Bochums Betriebsratschef Rainer Einenkel behauptet hingegen, es würden bereits Vorbereitungen für den Bau des Familienvans in dem hessischen Stammwerk getroffen. Mehr dazu (68 KB)
18.05.2012 – Tagesspiegel.de – Produktionsverlagerung: Opel-Belegschaft hat Angst um Bochum
Von Alfons Frese - Rüsselsheim verliert die Astra-Produktion und soll Ersatz bekommen - aus dem Opel-Werk in Bochum. Für den Ruhrgebiets-Standort wird es ganz eng.
Berlin - Nach dem Beschluss des Opel- Managements, das Modell Astra künftig nur noch im Ausland zu fertigen, steigt nach Ansicht des Betriebsrats die Gefahr für das Bochumer Werk. Der Druck werde höher, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel am Donnerstag. Aus seiner Sicht sei es problematisch, dass Opel dem Stammwerk Rüsselsheim die volle Auslastung zugesagt habe. Dies könne bedeuten, dass Bochum die Produktion des Familienautos Zafira an Rüsselsheim verliere. „Das würde die Schließung des Bochumer Werks bedeuten“, sagte Einenkel, der sich kämpferisch zeigte. „Das werden wir zu verhindern wissen.“ Opel hatte zuvor mitgeteilt, die nächste Generation des Astra nicht mehr in Rüsselsheim, sondern nur noch in den Werken Ellesmere Port (England) und Gliwice (Polen) bauen zu wollen. Mehr dazu (124 KB)
17.05.2012 – FTD - Deutsches Produktionsaus für "Astra" - Keine Versprechen für Opelaner
Leitartikel Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum ist ungewisser denn je. Denn mit der Nachricht, der Konzern wolle sein wichtigstes Modell Astra künftig nur noch in Großbritannien und Polen vom Band laufen lassen, geht das Produktionskarussell in Deutschland erst richtig los.
Rüsselsheim, wo der Astra bislang ebenfalls gebaut wurde, soll nämlich weiterhin ausgelastet bleiben. Um das zu gewährleisten, könnte die Herstellung des Kompaktvans Zafira von Bochum nach Rüsselsheim gehen.
Das mögliche Aus für das unmodernste deutsche Opel-Werk in Bochum wäre natürlich eine schlimme Nachricht für die Beschäftigten - und ruft die Politiker auf den Plan. Letztere sollten jedoch nicht den Fehler begehen, den Beschäftigten Versprechungen für den Bestand des Werkes zu machen, notfalls mit Unterstützung von Staatsgeldern. Solidaritätsbekundungen sind sicherlich richtig, mehr aber auch nicht. Die Tatsache, dass in Nordrhein-Westfalen gerade gewählt worden ist und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft aktuell nicht so sehr auf Umfragewerte schauen muss, könnte die Debatte um die Zukunft Bochums als Opel-Standort ehrlicher machen. Mehr dazu (112 KB)
14.05.2012 - derStandard.at – Opel wird Astra nur noch in zwei Werken bauen
Zusammenarbeit mit Peugeot Citroën soll keine Stellen kosten
Rüsselsheim - Der Autohersteller Opel will sein Hauptmodell Astra künftig nur noch in zwei Werken bauen. Grundsätzlich werde für jeden Standort ein Dreischichtbetrieb angestrebt, erklärte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke. Bisher wird der Astra in den drei Werken in Rüsselsheim, im britischen Ellesmere Port und im polnischen Gliwice (Gleiwitz) im Zweischichtbetrieb produziert. Zu möglichen Werkschließungen äußerte sich Stracke nicht.
Dafür könnte der Familienwagen Zafira aus Bochum in das Stammwerk verlegt werden. Der Name der Fabrik in der Ruhrgebietsstadt kam in Strackes skizziertem Unternehmensplan nicht vor - über ein Aus für das Werk wird seit langem spekuliert.
Opel soll mit einer umfassenden Strategie schnellstmöglich profitabel gemacht werden, sagte Stracke. Die Zusammenarbeit mit dem französischen Hersteller PSA Peugeot Citroën werde im Rüsselsheimer Opel-Entwicklungszentrum keine Stellen kosten. Die GM-Tochter sei für weitere Partnerschaften über PSA hinaus aufgeschlossen. Das Management prüfe zudem weitere Projekte mit PSA. Sollte die Entwicklung eines Fahrzeugs von dem französischen Partner übernommen werden, werde das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim im Gegenzug ein PSA-Projekt erhalten. (APA/Reuters/, 14.5.2012) Der Artikel als PDF (68 KB)
14.05.2012 – FTD - Der Opel Astra ist bald kein Deutscher mehr
Opels wichtigstes Modell wird künftig nur noch im Ausland gebaut - in Polen und England. Das ist Teil des Plans von Konzernchef Stracke, der den Autobauer aus den roten Zahlen führen soll.
Opel strebt mit Macht aus den roten Zahlen - und schreckt auch vor symbolträchtigen Entscheidungen nicht zurück. So soll das Hauptmodell Astra aus Kostengründen künftig nur noch in zwei Werken gebaut werden, im britischen Ellesmere Port und im polnischen Gliwice.
Rüsselsheim solle dagegen den Wagen verlieren, heißt es in einem Unternehmensplan, den Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke am Montag skizzierte. An diesem Tag fand auch eine Betriebsversammlung in Rüsselsheim statt.
Kleiner Trost für die dortigen Arbeitnehmer. Schon heute ist der Astra für Rüsselsheim gemessen an den Stückzahlen nicht sehr wichtig. Das Gros der Produktion dieses Wagens kommt aus den beiden ausländischen Werken Gliwice und Ellesmere Port. Bei der Entscheidung geht es um die nächste Generation des Astra, die ab 2015 produziert werden soll.
Mit der Ankündigung Strackes bestätigen sich auch Gerüchte, die es schon seit Tagen gibt. Als Kompensation könnte das Stammwerk Rüsselsheim den Familienwagen Zafira aus Bochum bekommen, hieß es dabei auch. Der Name der Fabrik in der Ruhrgebietsstadt kam in Strackes Plan nicht vor. Es wird jedoch seit längerem spekuliert, dass Bochum geschlossen werden könnte.
Immer in drei Schichten
Grundsätzlich werde für jeden Standort ein Dreischichtbetrieb angestrebt, wurde Stracke in einer Mitteilung zur außerordentlichen Betriebsversammlung im Stammwerk Rüsselsheim zitiert. Mehr dazu (120 KB)
10.05.2012 – Spiegel-online - Opel-Sanierung GM will Zafira-Entwicklung nach Frankreich verlagern
Von Dietmar Hawranek - Den deutschen Opel-Standorten droht ein Kahlschlag: Bochum soll schließen, die Astra-Produktion ins Ausland gehen- nun greift die US-Mutter General Motors nach SPIEGEL-Informationen auch im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum durch. Der nächste Zafira soll vom Partner Peugeot konstruiert werden.
Hamburg - General Motors geht bei der Opel-Sanierung härter vor als bislang bekannt. Das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim, in dem rund 4500 Mitarbeiter beschäftigt sind, darf nach dem Willen der US-Manager den nächsten Zafira und die Motoren für dieses Modell nicht mehr konstruieren. Nach SPIEGEL-Informationen soll die Arbeit dem französischen Partner PSA Peugeot Citroën übertragen werden.
Es ist eines der ersten Kooperationsprojekte, die die amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) mit ihrem neuen Partner vereinbaren will. Im Entwicklungszentrum Rüsselsheim sind dadurch mehrere hundert Arbeitsplätze bedroht. Mehr dazu (68 KB)
24.03.2012 – jw - Bochum bangt
Von Daniel Behruzi - Eine Entscheidung über die Schließung des Bochumer Opel-Werks könnte unmittelbar bevorstehen. Nach übereinstimmenden Medienberichten vom Freitag soll bei der Aufsichtsratssitzung des Autoherstellers am Mittwoch in Rüsselsheim ein Geschäftsplan vorliegen, demzufolge die Kapazitäten drastisch reduziert werden. Die Kosten der Schließung von zwei Fabriken – die Rede ist von Bochum und Ellesmere Port (Großbritannien) – seien bereits konkret kalkuliert worden, hieß es.
Wie das Wall Street Journal und die Agentur Reuters berichteten, soll sich der Opel-Aufsichtsrat in der kommenden Woche mit den Abbauplänen befassen. Intern habe der US-Mutterkonzern General Motors (GM) das Aus für zwei Fertigungsstätten bereits durchgerechnet, schrieb das Handelsblatt unter Berufung auf Konzernkreise. Demnach würde die Stillegung insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro kosten. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. »Wir müssen uns sehr große Sorgen machen«, sagte Bochums Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel am Freitag im WDR-Radio. Es sei aber noch nicht sicher, ob das Ruhrgebietswerk tatsächlich betroffen sei. Einenkel verwies darauf, daß der Standort in der Vergangenheit schon mehrfach zur Disposition gestellt wurde. »Ich habe sechs Schließungspläne in der Schublade. Bisher haben wir sie alle verhindern können.« Zuletzt hatte die Belegschaft im Oktober 2004 die Produktion sechs Tage lang lahmgelegt und eine Aufgabe des Standorts damit verhindert. Allerdings wurde seither drastisch Personal abgebaut. Zählte das Werk inklusive der auf dem Betriebsgelände tätigen Joint Ventures damals noch rund 9200 Beschäftigte, sind es aktuell nur noch etwa 5100. Mehr dazu (64KB)
23.03.2012 – FTD - Drohende Werksschließung: Bei Opel Bochum geht die Angst um
Für die Beschäftigten ist es ein Déja Vu: Das Opel-Werk in Bochum ist erneut vom Aus bedroht. Nach FTD-Informationen hat Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke bereits die Bundesregierung über eine mögliche Schließung informiert. von Matthias Brügge und Timo Pache Berlin
Bei den 5200 Beschäftigten im Opel-Werk Bochum geht mal wieder die Angst vor dem Jobverlust um: Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) will die Kosten weiter senken, um die defizitäre Tochter aus den roten Zahlen zu führen. Dabei stehen auch zwei Werke auf der Kippe. Eines davon ist das in Bochum, das andere die Anlage im englischen Ellesmere Port.
Die Bundesregierung wurde bereits über eine drohende Werksschließung in Bochum informiert. Nach FTD-Informationen unterrichtete Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke persönlich den Chef des Kanzleramts, Ronald Pofalla (CDU). Dabei sicherte er aber zu, Opel und GM würden alle Produktionszusagen gegenüber den Mitarbeitern in Bochum eingehalten.
In Berliner Regierungskreisen hieß es am Freitag, die Bundesregierung stehe "im regelmäßigem Kontakt mit der Opel-Spitze". Man gehe davon aus, dass General Motors "seinen Verpflichtungen gegenüber der Opel-Belegschaft und den deutschen Standorten gerecht wird." Mehr dazu (124 KB)
09.02.2012 – jw - Bochum wieder bedroht
Von Daniel Behruzi - Kaum hat sich der Autogigant General Motors (GM) auf Kosten seiner Beschäftigten saniert, erhöht der US-Konzern den Druck auf seine Europatochter Opel/Vauxhall. Das Wall Street Journal (WSJ) zitierte am Mittwoch einen GM-Vertreter mit der Aussage, man habe bei Opel »zunehmend das Gefühl, daß die Einschnitte vor zwei Jahren nicht annähernd tief genug gingen«. Mit dem 2010 aufgelegten »Sanierungsplan« hatte der Konzern europaweit rund 8300 Stellen gestrichen und die Fabrik im belgischen Antwerpen geschlossen. Bei der neuerlichen Kürzungsrunde könnte es Konzernkreisen zufolge zu weiterer Arbeitsplatzvernichtung kommen. Demnach stehen die Fabriken in Bochum und im britischen Ellesmere Port mit insgesamt mehr als 5000 Beschäftigten zur Disposition.
Der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, sagte den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Donnerstagausgaben), Gerüchte über eine mögliche Schließung des Standorts würden »immer wieder in die Welt gesetzt«. Es stelle sich die Frage, »wer da bewußt Geschäftsschädigung betreibt«. Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug erklärte am Mittwoch in Rüsselsheim, er habe »keinerlei Hinweise darauf, daß General Motors oder das Management der Adam Opel AG planen, bestehende Verträge zu verletzen«. Diesen zufolge seien betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bis Ende 2014 ausgeschlossen.
Es wäre allerdings nicht das erste Mal, daß die GM-Führungsriege unterschriebene Vereinbarungen wieder in Frage stellt. Auch die Standorte in Antwerpen und im portugiesischen Azambuja wurden trotz anderslautender Zusagen in den vergangenen Jahren geschlossen. Mehr dazu (64 KB)
08.02.2012 – FTD - Hohe Verluste: GM erwägt Opel-Werkschließungen
Der US-Autokonzern General Motors steht vor einem Rekordergebnis, doch Opel und Vauxhall bleiben die Sorgenkinder des Unternehmens. Die Amerikaner verlangen vor allem von den Deutschen tiefe Einschnitte - der Betriebsrat will davon nichts wissen.
Angesichts des weiterhin verlustreichen Europageschäfts mit den Marken Opel und Vauxhall droht General Motors die Geduld zu verlieren: Einem Bericht des "Wall Street Journal" (WSJ) zufolge fordert der Autokonzern tiefe Einschnitte von Gewerkschaften in Europa. "Wenn Opel gerettet wird, dann wird es jetzt gerettet und die Einschnitte werden tief sein", zitiert die Zeitung einen GM-Mitarbeiter. Man sei zunehmend frustrierter über Opel, es mache sich das Gefühl breit, dass die Einschnitte vor zwei Jahren nicht tief genug gewesen seien. Mehr dazu (116 KB)
05.01.2012 – jw -Verzicht ohne Ende
Von Daniel Behruzi - General Motors (GM) fordert von den Beschäftigten seiner deutschen Tochter Opel erneut Gehaltsverzicht. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Mittwoch berichtete, soll ein Teil der den Opelanern in diesem Jahr zustehenden »üppigen Lohnerhöhung« gestrichen werden. Dabei handelt es sich aber vor allem um die Rücknahme vorübergehender Einkommenskürzungen aus den vergangenen beiden Jahren. Die im sogenannten Master Agreement von 2010 vereinbarte Streichung der im April 2011 fälligen Tarifsteigerung von 2,7 Prozent sowie die Halbierung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes laufen aus. Die IG Metall scheint nicht bereit zu sein, erneut eine Unterschreitung des Flächentarifvertrags zuzulassen.
Um etwa 10,8 Prozent würden die Einkommen der rund 22000 Opelaner nach FAZ-Berechnungen in diesem Jahr steigen, wenn keine neuen Einschnitte vereinbart werden. Denn neben einer Rücknahme der Kürzungen steht eine Lohnerhöhung im Rahmen der demnächst beginnenden Tarifverhandlungen für die Metallindustrie an. Insgesamt geht es der Zeitung zufolge um eine Summe von rund 1,1 Milliarden Euro, die das Opel-Management gerne reduzieren würde. »Ich kann bestätigen, daß das Unternehmen an uns herangetreten ist, um zu eruieren, ob wir zu Verhandlungen bereit sind«, wird der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild am Mittwoch vom Onlineportal Automobil-produktion.de zitiert. »Wir haben geantwortet, daß wir keine Veranlassung zu Verhandlungen sehen«, so das Opel-Aufsichtsratsmitglied weiter. Es gebe einen bis 2014 geltenden Vertrag, der auch vom GM-Management unterzeichnet sei. Mehr dazu (68 KB)
05.12.2011 – FTD - Neue Einschnitte in Europa - GM erklärt Opel-Plan für gescheitert
Die Sanierung Opels ist viel schwerer als gedacht. Deshalb kündigt der Mutterkonzern General Motors neue Einschnitte in Europa an - und bringt die hiesigen Arbeitnehmer gegen sich auf.
Der US-Autobauer General Motors (GM) ist mit der geplanten Sanierung von Opel vorerst gescheitert. "Leider hat unser Plan, mit dem wir Opel dieses Jahr profitabel machen wollten, nicht funktioniert", räumte Strategiechef Stephen Girsky in New York ein.
Zusammen mit Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke will die Konzernführung einen neuen Plan ausarbeiten. Dieser dürfte weitere Einschnitte mit sich bringen. "Wir werden nun mit allen Beteiligten an Lösungen arbeiten, die dann von Stracke umgesetzt werden", kündigte Girsky an.
Die Nachrichten riefen sogleich die Opel-Arbeitnehmer auf den Plan. Sie lehnen die von GM verlangten neuen Einsparungen ab. Der zum Jahresende ausscheidende Betriebsratschef Klaus Franz sagte am Montag zu Reuters, die bei der zurückliegenden Sanierung mit General Motors ausgehandelten Verträge würden bis 2014 und teilweise darüber hinaus gelten.
Darin sei festgelegt, dass die Beschäftigten jährlich 265 Mio. Euro an Sanierungsbeiträgen erbrächten, sagte Franz. Den Verträgen habe auch das GM-Board zugestimmt und somit für die kommenden Jahre Werksschließungen und weiteren Personalabbau ausgeschlossen. Europaweit waren bei Opel damals 8000 der einst 48.000 Arbeitsplätze gestrichen worden mit dem Ziel, spätestens 2012 schwarze Zahlen zu schreiben.
GM hatte sich jüngst von dem Ziel verabschiedet, in seinem Europageschäft schon 2011 die Gewinnzone zu erreichen, weil Opel in den Verlusten feststeckt. Der Rüsselsheimer Autobauer leidet besonders unter der schwachen Nachfrage in den Schuldenländern Südeuropas. Mehr dazu (148 KB)
12.05.2011 – jw - Bochum bangt
Opel: Konzern beharrt auf Streichung weiterer 1200 Jobs bis Jahresende und droht erneut mit betriebsbedingten Kündigungen. Betriebsrat plädiert für Alternativen
Von Karl Neumann - Trotz einer verbesserten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens drohen im Bochumer Opel-Werk weiterhin Entlassungen. Nick Reilly, Aufsichtsratschef des zum General-Motors-Konzern gehörenden Autobauers, bekräftigte am Mittwoch gegenüber dem Manager Magazin den Plan, bis zum Jahresende weitere 1200 Arbeitsplätze im Ruhrgebiet zu vernichten. »Als letzte Maßnahme« seien auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Bochums Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel plädierte im jW-Gespräch hingegen für Alternativen zum Stellenabbau. Beispielsweise müsse die Getriebeproduktion mit ihren etwa 400 Arbeitsplätzen im Werk verbleiben, forderte er.
»Wir haben die Gewinnschwelle schneller erreicht als geplant«, erklärte Reilly. »im ersten Quartal haben wir sogar einen kleinen Gewinn nach Restrukturierungskosten ausgewiesen.« Europa, wo das Geschäft von General Motors (GM)vor allem aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall besteht, sei aber die einzige Region, in der bislang keine nachhaltigen Gewinne erzielt würden. Ab dem kommenden Jahr soll das anders werden. Bis dahin soll sich die »Restrukturierung«, sprich: der Personalabbau, in den Bilanzen niederschlagen. Man habe die Gewinnschwelle in Europa so abgesenkt, daß Opel schon ab einem Volumen von 1,2 Millionen Fahrzeugen profitabel sei, berichtete Reilly zufrieden. Durch »Kapazitätsanpassungen« – u.a. wurde das Werk im belgischen Antwerpen geschlossen – werde die Auslastung 2012 im Zweischichtbetrieb bei über 100 Prozent, in den kommenden Jahren gar bei 115 Prozent liegen. Würden dann alle Werke im Dreischichtbetrieb laufen, wären sie 2014 immer noch zu 90 Prozent ausgelastet, rechnete der Manager vor. Mehr dazu (20 KB)
12.04.2011 – FAZ – Sanierung: Neuer Opel-Chef greift durch
Bei Opel hat wieder ein Ingenieur das Sagen. Der Nordhesse Karl-Friedrich Stracke folgt auf Nick Reilly. Zu seinem Amtsantritt hat Stracke die Belegschaft mit harten Wahrheiten vertraut gemacht.
Von Christoph Ruhkamp - Der neue Opel-Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke hat die Belegschaft des Autoherstellers zu seinem Amtsantritt am Montag mit harten Wahrheiten vertraut gemacht. Es gebe keinerlei Überlegungen, den Sanierungsplan und den damit verbundenen Abbau von weiteren 1200 der verbliebenen 4200 Stellen am Standort Bochum abzumildern, teilte Opel nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung mit, in der Stracke am Montag zum neuen Vorstandschef gewählt wurde. Der 54 Jahre alte Ingenieur, ein gebürtiger Hesse, der zuletzt als Produktentwickler für den amerikanischen Mutterkonzern General Motors in Detroit arbeitete, löst den Briten Nick Reilly ab, der als GM-Europachef nun dem Opel-Aufsichtsrat vorsitzt. Zuvor hatte Betriebsratschef Klaus Franz den Führungswechsel zehn Tage blockiert, weil er eine Holding oberhalb der Opel AG verhindern wollte, die seine Mitbestimmungsrechte geschmälert hätte.
Die neue Führungsspitze teilte nun zum Werk in Bochum mit, Opel habe schon viele Vorschläge vorgelegt, um den Abbau so sozial verträglich wie möglich zu machen. Dazu gehörten freiwillige Abfindungspakete oder das Angebot, auf freie Stellen in Rüsselsheim zu wechseln. Die vom Bochumer Betriebsrat vorgeschlagene 30-Stunden-Woche stelle keine sinnvolle Alternative dar, da damit die Fixkosten langfristig zu hoch blieben und damit die Kosten der in Bochum produzierten Zafira-Modelle erhöhen würden. Mehr dazu (28 KB)
10.11.2010 – Tagesspiegel – Quartalszahlen: Opel-Mutter GM verdreifacht Verlust in Europa
Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall machen dem US-Autokonzern derzeit wenig Freude. Während das Unternehmen im Heimatmarkt punktet, trübt das Europa-Geschäft die Bilanz.
Der Autobauer Opel fährt weiter hohe Verluste ein. Im dritten Quartal verlor die US-Mutter General Motors mit ihrem Europageschäft um Opel und die kleinere britische Schwester Vauxhall mehr als dreimal so viel Geld wie im Vorquartal. GM bezifferte den operativen Verlust in Europa auf rund 0,6 Milliarden Dollar (0,4 Millarden Euro) nach 0,2 Milliarden Dollar im zweiten Quartal.
Nach der am Mittwoch vorgelegten Zwischenbilanz verdiente GM sein Geld vor allem im Heimatmarkt USA. Hier stieg der operative Gewinn von 1,6 Milliarden auf 2,1 Milliarden Dollar. Im internationalen Geschäft - wozu vor allem China gehört - nahm das Ergebnis leicht von 0,7 Milliarden auf 0,6 Milliarden Dollar ab.
Konzernweit kam unterm Strich ein Gewinn von 2,0 Milliarden Dollar heraus. Der Umsatz lag bei 34,1 Milliarden Dollar. GM hatte bereits in der vorigen Woche Eckdaten bekanntgegeben und betonte nun abermals, dass auch das laufende Schlussquartal profitabel werde. Damit steuert GM auf den ersten Jahresgewinn seit langem zu. (dpa) – Den Artikel als PDF (32 KB)
25.06.2010 – UZ - Opel, wie nun weiter?
Gastkolumne von Volker Metzroth - Die Zitterpartie für 24 000 Opel-Beschäftigte geht weiter. Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) verweigert die von General Motors geforderte staatliche Bürgschaft in Höhe von 1,9 Milliarden Euro und blamiert en passant Kanzlerin Merkel (CDU). Nun will GM ohne Staatsgelder mit 3,3 Mrd. eigenem Geld sanieren, Nick Reilly fühlt sich deshalb auch nicht mehr an Arbeitsplatz- und Standortgarantien gebunden. 4 000 Beschäftigte sollten nach dem Sanierungsplan eh gehen, trotz Verzichts auf 176 Millionen Euro Lohn, jetzt können es auch mehr werden. Ob Antwerpen der einzige Standort bleibt, der geschlossen wird, ist fraglich. Mehr dazu (80 KB)
17.06.2010 – jw – von Jörn Boewe - General Motors hat genug
Der US-Autokonzern General Motors hat überraschend angekündigt, alle Anträge auf staatliche Finanzhilfen für seine europäische Tochter Opel/Vauxhall zurückzuziehen. »Man hatte uns deutlich gemacht, daß die Bürgschaften, die andere europäische Unternehmen im Rahmen eines EU-Programms zur Abmilderung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise erhalten haben, genauso für Opel zur Verfügung stehen würden«, erklärte GMs Europa-Chef Nick Reilly am Mittwoch nachmittag in Rüsselsheim. »Nach einem sehr langen, von den Regierungen vorgegebenen Prozeß stellt sich nun heraus, daß dies nicht der Fall ist.« Neue zeitaufwendige, komplexe Verhandlungen und eine weiterhin ungesicherte Finanzierung könne sich Opel aber nicht erlauben. Vor dem Hintergrund der mittlerweile besser laufenden Geschäfte habe sich der Vorstand deshalb entschlossen, die Restrukturierung aus eigener Kraft zu realisieren.
Neben einer Garantie der deutschen Bunderegierung und der Bundesländer mit Opel-Standorten über rund 1,1, Milliarden Euro hatte GM Bürgschaften in Großbritannien, Spanien, Österreich und Polen beantragt. London und Madrid hatten angeblich bereits Hilfen über jeweils rund 330 Millionen Euro »angekündigt«. Mehr dazu (68 KB)
25.05.2010 – jw - »Allein zu Lasten der Beschäftigten«
Trotz Lohnverzicht sind betriebsbedingte Kündigungen bei Opel nicht ausgeschlossen. Ein Gespräch mit Annegret Gärtner-Leymann - Interview: Herbert Wulff
Annegret Gärtner-Leymann ist Betriebsrätin der Gruppe »Offensiv« im Bochumer Opel-Werk
Bei Opel haben sich Betriebsräte und Management auf ein »europäisches Rahmenabkommen zur Zukunftssicherung« verständigt, mit dem die Beschäftigten in Europa auf 265 Millionen Euro pro Jahr verzichten. Wie beurteilen Sie die Vereinbarung?
Es ist offensichtlich, daß der Vertrag nach den Landtags- und Betriebsratswahlen sehr schnell durchgepeitscht werden sollte. Er wälzt letztlich die Krise von Opel und der Konzernmutter General Motors (GM) auf die Beschäftigten ab. Für die Belegschaften bedeutet das Paket massive Einkommensverluste. Zugleich ist es ein Katalog, mit dem offensichtlich erstmals betriebsbedingte Kündigungen vorbereitet werden. Das war zumindest formell in den bisherigen Verträgen ausgeschlossen. In der jetzigen Vereinbarung heißt es, daß es »nach Abschluß der Restrukturierung« keine Entlassungen geben wird. Das bedeutet im Umkehrschluß, daß die geplante Vernichtung von 10000 Arbeitsplätzen auch mit Hilfe betriebsbedingter Kündigungen vonstatten gehen könnte. Insofern geht dieses Paket allein zu Lasten der Beschäftigten und ist für uns nicht akzeptabel. Mehr dazu (24 KB)
21.04.2010 – jw – von Jörn Boewe - Spontanstreik bei Opel
Beschäftigte in Antwerpener Autowerk legen die Arbeit nieder. Protest gegen Einigungsvorschlag von Gewerkschaften und GM-Management
Am Montag hatten Gewerkschaften und General Motors ihre Einigung über einen Sozialplan für das Opel-Werk Antwerpen bekanntgegeben, am Dienstag legte ein größerer Teil der dortigen Beschäftigten mit Beginn der Frühschicht um 6.30 Uhr die Arbeit nieder. Der am Sonntag abend erzielte Kompromiß zwischen GM und den im »Europäischen Arbeitnehmerforum«, dem europäischen Betriebsrat von Opel/Vauxhall, vertretenen Gewerkschaften sieht die Entlassung von etwa der Hälfte der Belegschaft bis Ende Juni vor. Die andere Hälfte soll dem Papier zufolge Ende des Jahres gehen, sofern sich nicht vorher noch ein Investor für die »restrukturierte« Rumpffabrik findet. GM machte deutlich, sich in jedem Falle noch in diesem Jahr von seinem belgischen Standort zu trennen. Mehr dazu (20 KB)
02.02.2010 – tagesspiegel.de - Viele Fragen an das Opel-Management
Die Sanierung des angeschlagenen Autobauers Opel könnte deutlich mehr Mitarbeiter ihren Job kosten als bisher geplant. Statt wie zuletzt angekündigt 8300 stehen offenbar rund 10.000 der 48.000 Jobs bei Opel in Europa auf der Kippe.
Rüsselsheim / Berlin - Die Sanierung des angeschlagenen Autobauers Opel wird nach Betriebsratsangaben deutlich mehr Mitarbeiter ihren Job kosten als bisher bekannt. Statt wie zuletzt angekündigt 8300 stünden tatsächlich fast 10 000 der 48 000 Jobs bei Opel in Europa auf der Kippe, teilte der europäische Betriebsrat (EEF) am Montag nach Gesprächen mit Opel-Chef Nick Reilly mit. Besonders hart träfe es Deutschland und Belgien, sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. In Belgien soll das Werk Antwerpen mit 2600 Mitarbeitern dichtgemacht werden, in Deutschland sollten nach dem jüngsten Konzept 4800 Jobs in der Fertigung und der Entwicklung wegfallen. Zusätzlich stünden 650 Jobs in der Verwaltung zur Disposition. Mehr dazu (88 KB)
28.01.2010 – jw – von Winfried Wolf - GM mit Salamitaktik
Der US-Autokonzern General Motors erwägt offenbar, Teile seiner Produktion aus Westeuropa nach Ungarn zu verlagern. Nach Informationen, die junge Welt vorliegen, sollen die GM-Kapazitäten in Szentgotthárd massiv ausgebaut werden. Das ungarische Werk gehört– wie der Standort in Aspern bei Wien und ein Teil der Produktionsstätten in Bochum – zur GM-Tochter Powertrain. Bei Powertrain hat der Konzern seine Motoren- und Getriebefertigung konzentriert. 2008 zählte das Unternehmen 10000 Beschäftigte, die 1,5 Millionen Motoren und zwei Millionen Getriebe fertigten.
Die bislang unter Verschluß gehaltenen Pläne sehen vor, daß die Modelle Corsa und Meriva, die bislang in Saragossa und Eisenach produziert werden, künftig in Ungarn vom Band rollen. Bei Realisierung dieser Pläne würden auch die Werke in Kaiserslautern und Bochum, wo Motoren und Getriebe gefertigt werden, in Frage gestellt. Da das Team, das an diesem Projekt arbeitet, in Rüsselsheim sitzt, ist davon auszugehen, daß die Ungarn-Pläne dem Opel-Konzernbetriebsrat bekannt sind.
Das GM-Management hatte vor einer Woche bekanntgegeben, daß das Opel-Werk in Antwerpen mit 2500 Beschäftigten geschlossen werden soll. IG Metall und der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz sprachen richtigerweise von einer »Kriegserklärung«. Doch den starken Worten folgen keine Taten. Mehr dazu (68 KB)
24.01.2010 – DKP-PV - Widerstand gegen Opel-Werksschließung in Antwerpen
Solidaritätserklärung des DKP-Parteivorstandes - Europaweite Proteste geplant
Die Beschäftigten des belgischen Opel-Werkes in Antwerpen wollen der geplanten Werksschließung Widerstand entgegen setzen. Am vergangenen Dienstag (zu Redaktionsschluss dieser Zeitung) verhinderten sie die Auslieferung der fertigen Neuwagen. Belegschafts-Delegationen aus den verschiedenen europäischen Opel-Standorten protestierten am Dienstag gemeinsam mit ihren belgischen Kolleginnen und Kollegen. Der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild bezeichnete die Entscheidung von General Motors (GM), den Standort in Antwerpen zu schließen, als "Kriegserklärung gegenüber allen europäischen Arbeitnehmern bei Opel". Laut dem Bochumer Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel könnten den Beschäftigten noch weitere Einschnitte drohen. Über weitere Proteste wollen die Betriebsräte der Opelstandorte und die Gewerkschaften beraten.
Der DKP-Parteivorstand beschloss auf seiner Tagung am Wochenende eine Solidaritäts-Erklärung an die Antwerpener Opel-Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften, die wir im folgenden wiedergeben: Mehr dazu (80 KB)
22.01.2010 – jw - Von Jörn Boewe – Aus für Opel Antwerpen
Der US-Autokonzern General Motors (GM) schließt das Opel-Werk im belgischen Antwerpen. Opel bestätigte am Donnerstag in Rüsselsheim die Informationen, die am Vormittag deutsche und belgische Gewerkschafter öffentlich gemacht hatten. In einer schriftlichen Erklärung teilte das Unternehmen mit, »im Laufe des Jahres 2010 die Produktionsstätte« zu schließen. »Wir beabsichtigen, die Produktion zur Jahresmitte einzustellen; ich weiß nicht, ob im Juni oder Juli, aber jedenfalls Mitte des Jahres«, erklärte GM-Europachef Nick Reilly auf einer Pressekonferenz in Brüssel.
Der Generalsekretär der belgischen Gewerkschaft ACV Metal Union, Walter Cnop, sprach von einer »Katastrophe für die belgischen Arbeiter«. Die Gewerkschaft kündigte eine unverzügliche Blockade des Werks an. Bis auf weiteres dürfte kein fertigmontiertes Fahrzeug die Fabrik mehr verlassen. Mehr dazu (68 KB)
21.01.2010 – Tagesspiegel.de - Opel schließt Werk Antwerpen
Nick Reilly, neuer Chef beim Autohersteller Opel, will das Opelwerk in Antwerpen schließen. Der Betriebsrat in Bochum sieht dadurch keinen Vorteil für die anderen Standorte. Die Schließung hat zu einem Bruch zwischen Betriebsrat und Management geführt.
Das Opel-Werk in Bochum wird nach Ansicht des dortigen Betriebsratschef Rainer Einenkel nicht von der Schließung der Schwesterfabrik in Antwerpen profitieren. In beiden Standorten wird das wichtigste Modell Astra montiert. Natürlich werde im Falle einer Schließung zunächst die Produktion auf andere Werke verteilt, sagte der Gewerkschafter am Donnerstag.
In einem gewissen Zeitraum könnten aber auch die anderen Werke betroffen sein. „Profitieren wird kein einziges Werk. Im Gegenteil: Das ist eine Niederlage für uns alle“, sagte Einenkel. Man werde mit den belgischen Kollegen weiter für den Fortbestand von Antwerpen kämpfen.
Betriebsrat will Arbeitnehmerbeiträge zurücknehmen
Die angekündigte Schließung des Werks Antwerpen führte zu einem offenen Bruch zwischen Management und Betriebsrat. Man werde keinen Cent Arbeitnehmerbeiträge für die Schließung des Werkes leisten, erklärte am Donnerstag der europäische Betriebsratschef Klaus Franz in Rüsselsheim. Er warf Opel-Chef Nick Reilly in einer Mitteilung wirtschaftlich unsinniges Handeln und offenen Vertragsbruch vor. Mehr dazu (88 KB)
26.11.2009 – jw - Von Karl Neumann - Tod auf Raten
General Motors (GM) will zunächst keines der vier deutschen Opel-Werke schließen. Das gab der neue Europachef des US-Konzerns, Nick Reilly, am Mittwoch scheibchenweise nach Gesprächen mit Vertretern der betroffenen Bundesländer und Betriebsräte bekannt. Dennoch müssen die Beschäftigten weiterhin um ihre Arbeitsplätze bangen. Hierzulande sollen rund 5000 Stellen gestrichen werden.
Mal wieder für reichlich Verwirrung sorgte am Mittwoch nachmittag das Management von General Motors. Zwar stellte Reilly nach Gesprächen mit den Ministerpräsidenten der jeweiligen Bundesländer nach und nach klar, daß der Konzern die vier deutschen Standorte erhalten will. Doch über die Details der in den Werken geplanten Arbeitsplatzvernichtung schwieg er sich aus. »Ich möchte keine exakten Zahlen nennen«, so Reilly auf einer Pressekonferenz in Rüsselsheim, um dann doch noch zu sagen, daß von den europaweit rund 9000 Stellenstreichungen 50 bis 60 Prozent zu Lasten der deutschen Fabriken gehen werden. Damit wiedersprach sich der Konzern selbst, denn kurz zuvor hatte ein Sprecher die von der Nachrichtenagentur dpa genannte Zahl von 5300 Stellenstreichungen als »falsch und weit überzogen« zurückgewiesen. Mehr dazu (64 KB)
24.11.2009 – jw – von Jörn Boewe - Detroit pokert weiter
Die EU-Länder mit Opel- und Vauxhall-Standorten wollen mögliche Beihilfen für die angeschlagenen Autobauer untereinander abstimmen. Es werde »keine individuellen Verhandlungen« mit General Motors geben, sondern »eine Antwort, über die die EU-Staaten am 4. Dezember beraten werden«, erklärte der Ministerpräsident der belgischen Region Flandern, Kris Peeters, am Montag nachmittag zum Abschluß des Opel-Gipfels in Brüssel. Der Sanierungsplan werde Ende der Woche erwartet.
Nach Angaben des Europa-Chefs von General Motors, Nick Reilly, steht das Konzept bereits. Das GM-Management wolle darüber aber zunächst mit den Betriebsräten von Opel und Vauxhall sprechen. Über die Zukunft der einzelnen Werke werde unabhängig von möglichen staatlichen Beihilfen entschieden.
Seit Tagen versuchen sich europäische Regierungen mit Subventionszusagen an GM gegenseitig auszustechen. Der Konzern will seine Fixkosten um 30 Prozent und die Produktionskapazität um 20 bis 25 Prozent reduzieren. Innerhalb eines Jahres sollen dazu 10000 der rund 50000 Arbeitsplätze in Europa vernichtet werden. Mehrere europäische Staaten hatten dem in Detroit ansässigen Unternehmen Kreditbürgschaften oder Steuererleichterungen versprochen, wenn »ihre« Standorte erhalten blieben: Medienberichten zufolge bietet Großbritannien 400 Millionen Euro, Spanien 300 bis 400 Millionen, Polen Steuererleichterungen in nicht genannter Höhe. Belgien stellte 500 Millionen in Aussicht, wenn GM auf die Schließung des Opel-Werks in Antwerpen verzichtet. Mehr dazu (64 KB)
13.11.2009 – UZ - von Klaus Wagener - Die Luftbuchung
Kehrtwende von GM lässt Magna-Blase platzen
"Meine Damen und Herren, ich bin überzeugt: So wie wir im 20. Jahrhundert die Kraft hatten, eine Mauer aus Stacheldraht und Beton zu Fall zu bringen, so haben wir auch heute die Kraft, Mauern des 21. Jahrhunderts zu überwinden - Mauern in unseren Köpfen, Mauern eines kurzsichtigen Eigeninteresses." Angela Merkel in einer gefühlsseligen "wie-wir-den-Kalten-Krieg-gewannen-Rede" vor dem US-Kongress. Standing Ovations. Nur wenige Stunden später die kalte Dusche: GM cancelt den Opel-Deal. So lange es darum geht, noch einmal die Schlachten der Vergangenheit zu gewinnen, steigt die Stimmung wie auf einem Schützenfest im Sauerland. Nur, das war gestern. Heute geht es um Geld, um Marktanteile, letztlich um die Frage, wer aus dem Wolfsrudel in der Zukunft wie viel zu sagen haben wird. Wer die Verwertungsbedingungen wie weit zu seinen Gunsten verändern kann. Und da hört bekanntlich die Schützenfeststimmung auf.
Als der ehemals weltgrößte Autokonzern am 1. Juni dieses Jahres nach 101 Jahren in die Insolvenz ging, hatte er Schulden von 172 Mrd. Dollar angesammelt. Die Verkaufszahlen waren dramatisch eingebrochen. Allein 2008 hatte mit einem Minus von 30,8 Mrd. Dollar geendet. 2007 sogar mit -38,7 Mrd.. Zum ersten Mal in der Geschichte hatte ein japanischer Hersteller (Toyota) die weltweit meisten Autos produziert. Die ehemals stolzen Detroiter Autobosse pilgerten nach Washington, um dort um Hilfe zu flehen. Mehr dazu (40 KB)
09.11.2009 - german-foreign-policy - Wie in der Zeit nach Bismarck
WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) - Nach dem Scheitern der deutsch-russischen Pläne zum Verkauf von Opel beginnt der Machtkampf um die Neustrukturierung der europäischen Automobilindustrie erneut. Die von Berlin erhoffte Schwächung der US-Autohersteller in Europa bleibt aus; die angestrebte deutsch-russische Kooperation im Kraftfahrzeugbau verliert ihre Grundlage. Stattdessen muss die Bundesregierung sich darum bemühen, einen Abbau von Produktionskapazitäten in Deutschland zu verhindern: Hatten die Pläne des österreichischen Magna-Konzerns vorgesehen, künftige Kürzungen zu Lasten von Großbritannien und Spanien vorzunehmen, stellt General Motors (GM) jetzt die Stilllegung einiger Betriebe in der Bundesrepublik in Aussicht. Während London und Madrid eine bessere Behandlung ihrer GM-Standorte erhoffen, hält in Berlin die wütende Kritik an: Auch im Fall Opel bleibt unter der neuen US-Regierung die gewünschte Begünstigung Deutschlands aus. Zugleich setzt Washington mit dem Fernbleiben von US-Präsident Obama bei den heutigen Mauerfall-Feiern eine Serie diplomatischer Brüskierungen der Bundesregierung fort. Die Ursache, die auch dem Streit um Opel zugrunde liegt, nennt ein früherer US-Botschafter in Deutschland in der Presse: einen neuen Nationalismus im Berliner Establishment. Mehr dazu (44 KB)
06.11.2009 - Solidarität mit den Opel-Belegschaften
Mit einer Solidaritätsadresse hat sich die DKP an die Belegschaften, Betriebsräte und Vertrauenskörperleitungen der Opel-Standorte in der Bundesrepublik Deutschland gewandt.
Darin heißt es:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
selten gibt es solche deutlichen Beispiele, wo offensichtlich wird, wie Profitinteressen über Lebensverhältnisse von Menschen entscheiden. Eure Arbeitsplätze, sämtliche Opel-Standorte werden vom Kapital als Manövriermasse eingesetzt. Mit dem einzigen Ziel, Maximalprofit für Aktionäre zu erwirtschaften. Leistungen und Bedürfnisse der Beschäftigten und ihrer Familien werden negiert. Selten wird das so deutlich wie in diesen Tagen beim General Motors - Konzern. Das internationale Großkapital entscheidet. Die Regierenden können bestenfalls nachvollziehen.
Die Solidaritätsadresse im vollen Wortlaut (16 KB)
05.11.2009 – Kommunisten.de - Zehntausende protestieren gegen Opel-Farce
Zehntausende Opel-Beschäftigte wollen heute an den vier deutschen Standorten gegen befürchtete Werkschließungen und massive Stellenstreichungen protestieren. Nachdem General Motors den Verkauf der europäischen Tochter an Magna abgesagt hat, befürchten sie härtere Einschnitte.
Die Gewerkschaften haben die rund 25.000 Mitarbeiter aufgerufen, heute für mehrere Stunden die Arbeit niederzulegen und sich zu Kundgebungen in den Werken Bochum, Eisenach, Kaiserslautern und Rüsselsheim zu versammeln. Dies könnte ein Einstieg in eine ernsthafte Widerstandsbewegung werden - denn bislang zeichneten sich ein Teil der Standortbetriebsräte vor allem dadurch aus, dass sie sich als möglichst geschmeidige Sozial-(abbau)partner präsentierten. Für den Magna-Deal war man bereit, auf Gehalt und Sozialleistungen zu verzichten. Für viele Kolleginnen und Kollegen hat genau diese Entscheidung die Werke für GM nun wieder so attraktiv gemacht, dass der Magna-Deal abgesagt wurde. Mehr dazu (28 KB)
04.11.2009 – Spiegel-online - GM-Entscheidung zu Opel-Querschlag aus Detroit brüskiert Merkel
Von Marc Pitzke, New York - Auf den Pomp folgte der Paukenschlag: Kaum hatte Angela Merkel nach ihrer glanzvollen Rede im Kongress Washington wieder verlassen, vermasselte ihr eine Hiobsbotschaft die schönen Schlagzeilen. Die Entscheidung von General Motors, Opel doch nicht an Magna zu verkaufen, trifft die Kanzlerin empfindlich.
Die Botschaft kam aus Detroit, der desolaten "Motown", und sie war befürchtet worden.
Trotzdem muss sie die Kanzlerin hart getroffen haben auf ihrem Rückflug nach Berlin: Der Verwaltungsrat von General Motors (GM) hatte getagt, während sie sich in Washington feiern ließ - und beschlossen, die deutsche Tochter Opel doch zu behalten, statt sie wie vereinbart mehrheitlich an ein Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und der russischen Sberbank zu verkaufen. Mehr dazu (28 KB)
22.10.2009 – jw - Von Herbert Wulff - Opel-Lohnklau fast durch
Einkommenskürzungen an europäischen Standorten abgesegnet. Nur Belegschaften in Spanien und Bochum noch renitent. Rückkehr zum Flächentarif unsicher
Die Einkommenskürzungen bei dem angeschlagenen Autobauer Opel sind von den Beschäftigtenvertretungen größtenteils bereits abgesegnet worden. Lediglich die Belegschaften in Spanien und Bochum haben dem »Memorandum of Understanding« (MoU) zwischen Opel, General Motors (GM), Magna, Betriebsräten und Gewerkschaften nach jW-Informationen bislang nicht zugestimmt. Das MoU schreibt fest, daß bei den Löhnen und Gehältern in Deutschland jährlich 176,8 Millionen, europaweit 265 Millionen Euro eingespart werden. Es gilt als Voraussetzung für den Verkauf der Mehrheitsanteile der neuen Opel-Gesellschaft an ein Konsortium aus dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna und der russischen Sberbank. Mehr dazu (24 KB)
05.10.2009 – aus dem westen.de - von Gerd Heidecke - Opel in der Krise
Opel-Mitarbeitern drohen harte Einschnitte beim Gehalt
Bochum. Die Übernahme von Opel durch Magna könnte für die verbleibenden Beschäftigten harte Einschnitte bedeuten. Derzeit verhandelt Magna mit den Gewerkschaften über den milliardenschweren Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer.
DerWesten zeigt, welche Zugeständnisse diskutiert werden.
Die verbleibenden Beschäftigten bei Opel müssen mit erheblichen Einschnitten rechnen, um die Arbeitnehmerbeteiligung an New Opel aufzubringen. Bis 2013 sollen jährlich 265 Millionen Euro aus Gehaltskürzungen resultieren, insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro.
Verhandelt wird zwischen Gewerkschaftern und dem Investor Magna über folgende Punkte: Mehr dazu (28 KB)
18.09.2009 – UZ – Wolfgang Teuber - New-Opel Wahl-Versprechungen
Der Konzernpoker um Opel hat ein erstes Ergebnis gebracht, doch die Opel-Belegschaft blickt nach wie vor in eine ungewisse Zukunft.
Vergangenen Dienstag hat der Autokonzern General Motors (GM) entschieden, dass er 55 Prozent seiner Anteile an der Opel AG an den österreichischen Automobilzulieferer Magna und dessen Partner, die russische Sberbank, verkaufen wird. An der neuen Gesellschaft "New Opel" wird allerdings GM mit 35 Prozent beteiligt bleiben. Die Belegschaft soll mit ihren "Einlagen" 10 Prozent übernehmen. Die Bundesregierung will dem Magna-Konzern 4,5 Milliarden Steuergelder als Direktkredit geben.
10 Prozent Aktien-"Einlagen" bedeutet für die Beschäftigten in den kommenden fünf Jahren auf 1,5 Milliarden Euro Lohn zu verzichten. Für die Belegschaft ist dies ein Risiko in zweifacher Hinsicht. Lohnverzicht hat noch nie Arbeitsplätze gesichert, das zeigte sich schon nach wenigen Tagen. Magna erhöhte die Zahl der Stellenstreichungen von anfangs 3 000 innerhalb weniger Tage auf 4 600. Mehr dazu (24 KB)
11.09.2009 – jw - Wahlkampfhilfe aus USA
Von Herbert Wulff - Das Verwirrspiel um den Verkauf von Opel ist – vielleicht endgültig – beendet. Nachdem es zuletzt hieß, General Motors (GM) wolle den deutschen Autobauer im Konzernverbund halten, kam am Donnerstag nachmittag die offizielle Mitteilung: Der GM-Verwaltungsrat hat einem Verkauf von insgesamt 55 Prozent der Anteile an den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna und die russische Sberbank zugestimmt. 35 Prozent will der US-Konzern behalten, zehn Prozent sollen die Beschäftigten im Gegenzug für Lohnverzicht bekommen. Diverse »Schlüsselfragen« müßten in den kommenden Wochen allerdings noch geklärt werden, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Die für heute geplante Demonstration der Opel-Belegschaften in Eisenach wurde daraufhin abgesagt. Mehr dazu (20 KB)
02.09.2009 – Spiegel-Online - Der Autoindustrie stehen Horrorjahre bevor
Dem Jubel folgt der Katzenjammer: Nach dem Stopp der Abwrackprämie rechnen Experten mit dramatischen Einbrüchen in der Autobranche. Unzählige Insolvenzen drohen, Tausende von Arbeitsplätzen stehen auf dem Spiel - auf Jahre ist keine Erholung in Sicht.
Abwrack-Kritiker sehen sich bestätigt
Monatelang hat die Autoindustrie gefeiert, jetzt ist die Abwrackparty vorbei: Der Staat zahlt kein Geld mehr für die Verschrottung von Altautos. Der milliardenschwere Fördertopf ist seit diesem Mittwochmorgen leer. Und schon sehen sich die Kritiker bestätigt. "Die Bundesregierung hat der Autoindustrie mit der Abwrackprämie keinen Gefallen getan", wettert Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive in Bergisch Gladbach. Denn nach dem künstlich geförderten Abwrackboom der vergangenen Monate würden die Hersteller und Händler die Förderung bald teuer bezahlen müssen. Bratzels Prognose: "2010 wird ein Horrorjahr für die Autobranche." Mehr dazu (32 KB)
03. Junii 2009- German-Foreign-Policy - Stürzende Giganten
RÜSSELSHEIM/DETROIT/OBERWALTERSDORF (Eigener Bericht) - Langfristig wirksame Kräfteverschiebungen im transatlantischen Verhältnis überschatten den Kurzbesuch des US-Präsidenten in der Bundesrepublik.
Der Bankrott des US-Autoriesen General Motors (GM) und die von Berlin erzwungene Abtretung der europäischen Konzernteile (Opel, Vauxhall) an ein Deutschland verbundenes Konsortium führen zu großen Einbußen in der US-Automobilindustrie. Die Einbindung Moskaus in die neue Opel-Führung und die geplante Ausrichtung des Automobilherstellers auf die Märkte der früheren Sowjetunion stärken das deutsch-russische Sonderbündnis und verleihen dem Kollaps der rund 80jährigen deutsch-amerikanischen Firmenallianz zusätzliches Gewicht. Der Vorgang entspricht anhaltenden Einbußen im deutsch-amerikanischen Handel, während der Warenaustausch zwischen Deutschland und Osteuropa, insbesondere Russland, ungebrochen wächst. Die Kräfteverschiebung geht mit der Steigerung des deutschen Gewichts in Europa einher: Der Abbau von Produktionskapazitäten bei Opel trifft zum überwiegenden Teil Fabriken außerhalb der Bundesrepublik. Mehr dazu (43 KB)
24.04.2009 – jw – Klaus Fischer - Obskure Retter
Immer neue Interessenten für Opel
Langsam kann man wirklich Angst um Opel haben. Nahezu im Tagestakt werden neue Interessenten gehandelt, die als Retter für die angeschlagene Tochter des Pleitekandidaten General Motors bereitstünden. Sieht man dabei genau hin, sind es Unternehmen, die in erster Linie sich selbst retten wollen. So bestätigte am Donnerstag Hessens Ministerpräsident Roland Koch stolz das Interesse von Fiat an der europäischen GM-Tochter. Und während der Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werkes erst einmal ein Konzept sehen will, scheint dessen Rüsselsheimer Kollege Klaus Franz strikt dagegen zu sein. Mehr dazu (16 KB)
12.03.2009 - jw - Opel-Krise wird EU-Chefsache
Die Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel wird zum Thema der internationalen Politik. EU-Industriekommissar Günter Verheugen lud wegen der schwierigen Situation für Freitag zu einem Krisengipfel nach Brüssel ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel machte am Mittwoch staatliche Hilfen für Opel von klaren Festlegungen de ... Mehr dazu (16 KB)
Tagesspiegel - Arbeitgeberpräsident sieht Opel-Rettung mit Skepsis
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat Zweifel geäußert, ob der angeschlagene Autobauer Opel die Voraussetzungen für staatliche Finanzhilfen erfüllen kann. Lob gab es für das Bankenrettungspaket der Regierung.
München - Bund und Länder müssten bei der Vergabe von Bürgschaften "ordnungspolitische Grenzen" beachten, sagte Dieter Hundt der "Süddeutschen Zeitung". "Ob der Fall Opel diese Voraussetzungen erfüllt, ist aus heutiger Sicht fraglich", betonte er. Eine direkte Beteiligung des Staates an Unternehmen außerhalb des Bankensektors komme ohnehin nicht in Frage. Mehr dazu (20 KB)
Quelle DPA-AFX
ROUNDUP: Opel findet keinen Investor - Arbeitnehmer zu Einschnitten bereit
Um das Überleben des angeschlagenen Autobauers Opel zu retten, sind die Arbeitnehmer von General Motors in Europa zu Einschnitten bereit. Bei der Suche nach einem Investor kassiert Opel indes eine Absage nach der anderen: Außer BMW und Daimler sagten nach Medienberichten auf die französische PSA Peugeot Citroen , der indische Autobauer Tata und zwei chinesische Hersteller ab.
Wie der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Donnerstag in Rüsselsheim mitteilte, erklärten Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertreter von GM Europa ihre Bereitschaft, "zur Sicherung eines neu zu gestaltenden Unternehmens Opel/Vauxhall Europa Arbeitnehmerbeiträge einzubringen". Details nannte er nicht. Mehr dazu (12 KB)
10.03.2009 - jw - Solidarität in der Krise
Kritische Gewerkschafter aus Autokonzernen wollen überbetriebliche Zusammenarbeit gegen Arbeitsplatzvernichtung und Lohnraub entwickeln
Daniel Behruzi, Köln
Die Automobilindustrie ist in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. Klar ist: Deren Folgen sollen über Arbeitsplatzvernichtung und Lohnkürzungen auf die Belegschaften abgewälzt werden. Kritische Gewerkschafter und Betriebsräte von Autoherstellern und Zulieferern, die sich Ende vergangener Woche in Köln trafen, wollen de ... Mehr dazu (20 KB)
09.03.2009 - jw - Wahlkampfobjekt Opel
Koalitionsparteien inszenieren Streit um Staatshilfe für Autobauer. Kanzlerin zögert mit Zusagen, SPD-Spitze gibt sich handlungsfähig
Als Gegenstand für Wahlkampftheater entdeckten SPD und Union am Wochenende den vor der Insolvenz stehenden Autobauer Opel. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte in ihrer wöchentlichen Internet-Videobotschaft Nachbesserungen am Rettungskonzept des Konzerns. Dagegen setzte sich die SPD-Spitze für staatliche Hilfen ... Mehr dazu (16 KB)
08.03.2009 - WAZ
Opel-Betriebsratschef glaubt nicht, dass GM die Zukunft ohne Opel plant
Essen (ots) - Der Betriebsratschef des Opel-Werks in Bochum, Rainer Einenkel, hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach General Motors (GM) bereits die Zukunft ohne die Tochter Opel plane. "Das halte ich für ein Gerücht", sagte Einenkel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, ...)
Essen (ots) - Der Betriebsratschef des Opel-Werks in Bochum, Rainer Einenkel, hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach General Motors (GM) bereits die Zukunft ohne die Tochter Opel plane. "Das halte ich für ein Gerücht", sagte Einenkel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Montagausgabe). Damit widersprach er einem Bericht der Automobilwoche, wonach GM keine Entwicklungsaufträge mehr an das Internationale Technische Entwicklungszentrum am Opel-Standort in Rüsselsheim vergeben habe. Mehr dazu (8 KB)
07.03.2009 - jw - Einer Lösung keinen Schritt näher gekommen
Spitzentreffen in Berlin zur Zukunft von Opel verlief ohne greifbares Ergebnis
Eine Entscheidung über die Zukunft der Automobilfirma Opel wird wohl noch längere Zeit auf sich warten lassen. Auch ein Spitzentreffen zwischen Regierungsvertretern und Repräsentanten der Firma, deren US-amerikanischer Mutterkonzern General Motors (GM) erheblich angeschlagen ist, hat offenbar keine Fortschritte gebrach ... Mehr dazu (16 KB)
06.03.2009 - jw - Merkel läßt Opel warten
Jörn Boewe
Die Bundesregierung will dem von Insolvenz bedrohten Autobauer Opel vorerst keine finanzielle Unterstützung gewähren. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) erklärte am Donnerstag, bei den Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD sei Konsens, daß die bisherigen Informationen »nicht belastbar genug für eine Entscheidung der P ... Mehr dazu (20 KB)
06. März 2009 - t-online - Die Krise spitzt sich weiter zu
Pkw-Absatz bei Daimler rauscht weiter in die Tiefe
Der Pkw-Absatz bei Autobauer Daimler rauscht weiter in die Tiefe. Im Februar seien die Verkäufe um etwa ein Viertel eingebrochen, teilte Vertriebschef Klaus Maier in Stuttgart mit. Insgesamt lieferten die Stuttgarter 72.200 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, AMG, Smart und Maybach aus. Das sind 25,4 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Besonders schmerzhaft fiel erneut der Rückgang bei der Kernmarke Mercedes-Benz aus. Hier gab es im Vergleich zum Februar 2008 ein Minus von 28 Prozent auf 63.600 Autos. Damit trifft die Autokrise Daimler wie auch die anderen deutschen Premiumhersteller BMW und Audi weiter mit voller Wucht. Mehr dazu (20 KB)
Opel: Spitzentreffen im Kanzleramt ergebnislos
Das Krisentreffen zur Opelrettung ist ergebnislos abgebrochen worden. Es gebe noch "viele Fragen, die zu klären sind", sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Er sicherte zu, dass die Bundesregierung den Rettungsplan aber weiterhin prüfe. Es sei aber eine "sehr komplizierte Materie". Die Bundesregierung hält das aktuelle Rettungskonzept für unzureichend. Und damit tickt die Uhr für Opel. Innenminister Wolfgang Schäuble geht bereits davon aus, dass eine Insolvenz von Opel die bessere Alternative zu Staatshilfen sei. Mehr dazu (20 KB)
05.03.2009 - jw - »Rettung« = Jobabbau - Opel will 3500 Stellen streichen
Daniel Behruzi
Wir alle werden weitere Einkommenseinbußen verschmerzen müssen.« Mit diesem Satz bereitete der Europachef von General Motors (GM), Carl-Peter Forster, seine Mitarbeiter am Mittwoch via Bild auf drastische Einschnitte vor. Für den Großverdiener ist ein symbolischer Gehaltsverzicht sicher kein Problem. Ganz anders sieht ... Mehr dazu (16 KB)
jw - Opel kündigt Vernichtung von 3500 Jobs an
Daniel Behruzi
Die »Sanierung« des kriselnden Autobauers Opel soll auf Kosten der Beschäftigten gehen. Das stellte Carl-Peter Forster, Europachef des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) in der Bild vom Mittwoch klar: »Wir alle werden weitere Einkommenseinbußen verschmerzen müssen. Dazu kommt der Abbau von hoffentlich nicht mehr als ... Mehr dazu (16 KB)
04.03.2009 - WAZ - Opel-Debatte - Politik muss da durch
Leitartikel von Thomas Wels
Essen (ots) - Opelanern muss die Debatte um Opel als systemrelevantes oder nicht systemrelevantes Unternehmen vorkommen wie das Lockendrehen auf der Glatze. Am Ende des Tages ist es ihnen wurscht, weshalb sie ihren Arbeitsplatz behalten oder nicht. Für die Politik ist diese Frage immens wichtig. Die Antwort bestimmt letztlich, wem die Politik mit Steuergeld hilft und wem nicht. Banken, darüber sind sich alle Ökonomen einig, sind lebenswichtig für das gesamte System, sie sind der Blutkreislauf einer Wirtschaft, ohne ihre Kredite geht nichts. Und in der jetzigen Lage könnte ein einziger Zusammenbruch zum Kollaps des Ganzen führen, kurzum: Sie sind relevant fürs System. Bei Opel ist das anders. Mehr dazu (12 KB)
03.03.2009 - WAZ - Opel-Krise - Wildwest-Manieren
Leitartikel von Thomas Wels
Essen (ots) - Nicht vom Tisch, vom Tisch, nicht vom Tisch: Die Informationspolitik des Managements von General Motors ist bemerkenswert. Jetzt also wissen wir, was immer schon zu erahnen war: Die Schließung von Werken wäre wohl aus betriebswirtschaftlicher Sicht das Beste. Lässt der Boss wissen. Nachgerade dreist ist es, dies zu verkünden, nachdem die Politik zunehmend ihre Unzufriedenheit über die bisherigen Konzepte äußerte. Unerträglich ist es, die Botschaft mit dem Hinweis zu versehen, dass Spaniens Regierung bereit ist, 200 Millionen Euro für das Unternehmen zu garantieren, und die Briten auf gutem Wege dorthin seien. Mehr dazu (12 KB)
jw - Faß ohne Boden - Opel hofft auf Staatsknete
Rainer Balcerowiak
Die Bundesregierung sitzt in der Falle. Sie hat mittlerweile dreistellige Milliardenbeträge in den Bankensektor gepumpt, ohne daß ein Ende der Krise der Finanzmärkte dadurch in Reichweite gerückt ist. Längst haben die Turbulenzen die produzierende Wirtschaft erfaßt. Massenentlassungen werden nur durch die Ausweitung de ... Mehr dazu (16 KB)
jw - Opelaner müssen weiter bangen
Auch nach einem Spitzengespräch im Bundeswirtschaftsministerium hat sich die Politik nicht auf Hilfen für den Autobauer Opel festgelegt. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg kündigte am Montag nach einem Treffen mit dem Europa-Chef der Muttergesellschaft General Motors, Carl-Peter Forster, eine gründliche Prü ... Mehr dazu (16 KB)
01.03.2009 - WAZ - Opel-Krise - Schwarzer Peter liegt längst bei der Politik
Leitartikel von Thomas Wels
Essen (ots) - Die Politik in Bund und Ländern hat sich mit Höchstgeschwindigkeit in eine Sackgasse manövriert. Die allzu frühen Willensbekundungen, dem traditionsreichen Automobilhersteller Opel auf dem Weg in eine Selbstständigkeit staatliche Schützenhilfe zu gewähren, haben längst den Charakter von Festlegungen bekommen. Wo bereits laut über Staatsbeteiligungen an dem Unternehmen nachgedacht wird, ist es kaum mehr vorstellbar, dass die Regierungen dem Hersteller jetzt noch die etwas harmlosere Hilfestellung in Form staatlicher Kredite oder Bürgschaften verweigern können. Mehr dazu (12 KB)
27.02.2009 - UZ - Was Opel in die Krise getrieben hat
Lohnkürzungen, Entlassungen, Werksschließungen:
Die Zukunft von Opel ist fraglich - Von Rita Hoffnung
Die Zukunft für 25 000 Opelarbeiter ist so ungewiss wie nie zuvor. Zum Ende der Woche hat der Aufsichtsrat eine Krisensitzung einberufen. Die Tochter des taumelnden US Konzerns General Motor musste eingestehen einen akuten Finanzbedarf zu haben. Die Auseinandersetzung über die Rettung von Opel geht auf allen Ebenen weiter. Ein Blick zurück auf die Ursachen der Krise von GM und Opel. Mehr dazu (40 KB)
Opel bittet um Milliardenhilfe - Wie wäre es, mit diesen Milliarden umweltfreundlich den Öffentlichen Nahverkehr auszubauen?
21.11.2008 - UZ - Das Wettrennen der Retter
Opels Startschuss ins "Superwahljahr 2009
Das Timing des Opel-Managements war gekonnt. Der "Hilferuf aus der Heimat" erreichte Kanzlerin Merkel beim G 20-Gipfel in Washington. Ein Hilferuf ohne akute Not, so Europa-Chef Forster, sozusagen auf Vorrat, falls Opels US-amerikanische Mutter General Motors Konkurs anmeldet. Bevor Finanzminister Steinbrück (SPD) ihr wie zu Beginn der Bankenkrise wieder die Show im Vorwahlkampf stiehlt, machte die Kanzlerin Opel prompt zur "Chefsache". Sie rief die Konzernspitze zur Montagsdemo ins Bundeskanzleramt. Parallel dazu scharte Außenminister Steinmeier im Auswärtigen Amt IG Metall-Chef Huber und ein paar Betriebsratsvorsitzende von Automobilkonzernen um sich. Doch auch die wahlkämpfenden Ministerpräsidenten in den Opel-Standorten Hessen und NRW, Koch (CDU) und Rüttgers (CDU), wollten beim "Rennen der Opel-Retter" ganz vorne mitlaufen. Sie sagten schon mal Millionen-Hilfe zu, bevor die Kanzlerin die "implizite Staatsgarantie für Opel" (NZZ) verkündete. Details der problematischen Milliarden-Bürgschaft sollen bis Weihnachten geklärt werden. Mehr dazu (16 KB)
11.11.2008 - Tagesspiegel - Opel bittet Regierung um Hilfe
In einem Brief an die Kanzlerin hat Opel um Hilfe für die Autohersteller in Europa gebeten. Der Opel-Mutterkonzern GM will in Europa sparen, offenbar auch an den Gehältern der Beschäftigten. Mehr dazu (44 KB)
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