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Prima - Klima

Sozial is mus oder Untergang in die Barbarei

Unser größtes Problem ist wohl, das wir gerade dabei sind große Teile unserer kleinen Erde unbewohnbar zu machen. Wir heizen unsere Erde auf, um der Auto- und Erdölindustrie Superprofite zu bescheren. Obwohl es sinnvolle Alternativen gibt. Hurrikane, Taifune und Überschwemmungen, dafür Gletscher- und Schneefreie Alpen lassen grüßen.

Wir lassen uns, unsere Selbstvergiftung durch Großindustrielle Fleischproduktion etwas Kosten. Davon abgesehen, das diese unsere Fleischberge uns schwerkrank machen und den verhungernden Teil unserer Welt sein Getreide vorenthält, denn wo Futter fürs Schlachtvieh wächst, kann kein Reis, noch Mais oder Getreide wachsen.

Wobei noch zu bedenken ist das wesentliche Futtermittelbestandsteile des Viehs nicht auf dem Acker wachsen. Hormone, Antibiotika und sonstige chemische Cocktails bekommt jede Sau, jeder Ochse in ihrem kurzen Leben, bis zum Schlachthof pfundweise mit. Was unsere Gockel so zum Dioxin noch alles bekommen, will ich gar nicht so genau wissen. Die Chemische und Lebensmittelindustrie leben nicht schlecht damit, und Geld stinkt ja bekanntlich nicht.

25.12.2012 – derStandard.at - Westteil der Antarktis erwärmt sich doppelt so schnell wie gedacht

Westteil der Antarktis erwaermt sich doppelt so schnell wie gedacht-kRekord-Temperaturanstieg von 2,4 Grad seit 1958 - Entwicklung bereitet Sorgen um Stabilität des Meereises an der Küste und des benachbarten Ross-Eisschilds

London  - Der Westteil der Antarktis hat Wissenschafter überrascht: Die Region erwärmt sich viel stärker als bisher angenommen wurde. Mit einem Temperaturanstieg von 2,4 Grad seit 1958 gehöre die Zentralregion der Westantarktis sogar zu den Gebieten auf der Erde, die am schnellsten wärmer werden, berichten Polarforscher in der britischen Fachzeitschrift "Nature Geoscience". Die Temperatur klettert dort demnach dreimal rascher als im globalen Durchschnitt und doppelt so schnell als urspünglich angenommen.

Grundlage der Berechnungen sind Temperaturmessungen der amerikanischen Byrd-Station, die sich auf 1.530 Metern über dem Meeresspiegel mitten auf dem westantarktischen Festlandeis befindet. Diese Daten sind aber lückenhaft, da die Station nur von 1958 bis 1975 ständig besetzt war. Mehr dazu (28 KB)

 

28.11.2012 – jw - Gipfel der Zauderer

Gipfel der Zauderer-kViele Bremser: Von der UN-Klimakonferenz in Doha erwartet niemand konkrete Ergebnisse. Entwicklungsländer verlangen Mittel zur Bewältigung der Folgen des Wandels

Von Jana Frielinghaus - Selbst die Weltbank hat dieser Tage mit großer Eindringlichkeit vor den Folgen des Klimawandels gewarnt und ein Abkommen gefordert, das alle Staaten verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt werden soll. Noch wäre das möglich. Wird das Zwei-Grad-Ziel nicht erreicht, dann ist der Wandel nicht mehr beherrschbar, die Kosten von immer mehr Extremwetterlagen wie Stürmen, Fluten, Dürre, Dauerregen und Umsiedlungen wegen des sich erhöhenden Meeresspiegels steigen ins Unermeßliche. Laut Weltbank-Prognose wird die durchschnittliche globale Temperatur schon bis zum Jahr 2060 um vier Grad steigen, wenn nicht endlich gehandelt wird. Mehr dazu (24 KB)

 

28.11.2012 – jw - Umkämpfte Ressource

Vor Doha wurde in Berlin über den Schutz des Bodens diskutiert

Die Veranstalter der ersten »Global Soil Week«, die vom 18. bis 22. November in Berlin stattfand, wollten ihren Kongreß als eine Art Zuarbeit zum UN-Gipfel in Doha verstanden wissen. Thema war die ebenso umkämpfte wie vernachlässigte und rücksichtslos ausgebeutete Ressource Boden. Der Boden, ein ebenso komplizierter wie empfindlicher Quasi-Organismus, ist über Jahrtausende entstanden – und kann in wenigen Jahren unwiderruflich kaputtgemacht werden.

Initiiert wurde die mehrtägige Veranstaltung mit 300 internationalen Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen vom Potsdamer »Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS)«. Dessen Gründungsdirektor ist Exbundesumweltminister Claus Töpfer (CDU), der 1998 bis 2006 Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms UNEP war. Unterstützt wurde das Treffen u.a. von der Welternährungsorganisation FAO, vom UN-Programm zur Bekämpfung der Wüstenbildung UNCCD, von UNEP, der EU-Kommission und dem Bundesentwicklungsministerium. Grund für das Expertentreffen: Die wichtigste Grundlage für die menschliche Ernährung ist gefährdet wie noch nie. Weltweit gehen jedes Jahr 24 Milliarden Tonnen Ackerland verloren. Durch Erosion, sogenannte Degradation, also dauerhaften Verlust der Fruchtbarkeit und der dafür verantwortlichen Mikroorganismen, infolge jahrelanger Monokulturen und massiven Einsatzes von Pestiziden, durch Wüstenbildung, durch Zubetonierung. Allein in Deutschland werden pro Tag 70 bis 100 Hektar Acker versiegelt – durch Straßenbau, für Wohn- und Industrieanlagen. Mehr dazu (20 KB)

 

23.11.2012 – idw - EU-Studie: Klimawandel hat Europa bereits spürbar verändert. Lebensräume Klimawandel hat Europa bereits spuerbar veraendert-kund Arten bedroht.

Tilo Arnhold - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ

Kopenhagen/ Leipzig. Der Klimawandel hat umfangreiche Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt in ganz Europa. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Studie der Europäischen Umweltagentur (EEA), die mit potenziellen Schäden in beträchtlicher Höhe rechnet und daher Mitgliedstaaten aufruft, mehr für die Anpassung zu tun.

Mit drastischen Auswirkungen rechnen die Forscher auch für die Artenvielfalt. Ein Fünftel der Lebensräume und jede zehnte europäische Art sind durch den Klimawandel bedroht.

Der Klimawandel schreitet so schnell voran, dass viele Arten nicht mithalten können. Das ist vor allem dort der Fall, wo die Landschaft fragmentiert wurde und Lebensräume nicht mehr miteinander verbunden sind, so Kernaussagen des Kapitels „Terrestrische Ökosysteme und Biodiversität“, für das die Leitautorenschaft am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) lag. Mehr dazu (116 KB) – Die EU-Studie (englisch) (32 MB)

 

15.10.2012 – idw - Klimawandel: Die Vergangenheit der Atlantischen Wärmepumpe

Marietta Fuhrmann-Koch - Kommunikation und Marketing - Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Der Wärmetransport im Atlantischen Ozean war während der letzten Eiszeit nicht etwa schwächer, wie lange Zeit angenommen, sondern tatsächlich stärker als heutzutage. Das hat ein internationales Forscherteam unter Leitung von Umweltphysikern der Universität Heidelberg herausgefunden. Die Wissenschaftler haben mit Hilfe hochpräziser Messungen von natürlichen Radionukliden in Meeressedimenten die Zirkulationsstärke des Ozeans untersucht und dabei neue Erkenntnisse zur Vergangenheit der „Atlantischen Wärmepumpe“ gewonnen. Die Forschungsergebnisse, die auch für korrekte Vorhersagen künftiger Klimamodelle von Bedeutung sind, wurden in der Zeitschrift „Nature Geoscience“ veröffentlicht.

Pressemitteilung - Heidelberg, 15. Oktober 2012: Klimawandel: Die Vergangenheit der Atlantischen Wärmepumpe

Die Zirkulation des Atlantischen Ozeans war während der letzten Eiszeit schneller als heute

Der Wärmetransport im Atlantischen Ozean war während der letzten Eiszeit nicht etwa schwächer, wie lange Zeit angenommen, sondern tatsächlich stärker als heutzutage. Das hat ein internationales Forscherteam unter Leitung von Umweltphysikern der Universität Heidelberg herausgefunden. Die Wissenschaftler haben mit Hilfe hochpräziser Messungen von natürlichen Radionukliden in Meeressedimenten die Zirkulationsstärke des Ozeans untersucht und dabei neue Erkenntnisse zur Vergangenheit der „Atlantischen Wärmepumpe“ gewonnen. Die Forschungsergebnisse, die auch für korrekte Vorhersagen künftiger Klimamodelle von Bedeutung sind, wurden in der Zeitschrift „Nature Geoscience“ veröffentlicht.

„Dank des Golfstroms und seiner nördlichen Ausläufer ist es hierzulande weit wärmer als auf denselben Breitengraden in Nordamerika. Ohne den Wärmetransport des Meeres mit einer vergleichbaren Leistung von einer Million Großkraftwerken würden in Nord- und Westeuropa deutlich kühlere Temperaturen herrschen“, erläutert Dr. Jörg Lippold vom Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg, der Erstautor der Studie ist. Die „Fernheizung Europas“ entspringt im Golf von Mexiko, wo sich das Meer aufheizt und dann gelenkt durch Winde und die Erddrehung warmes Wasser nach Nord-Ost strömen lässt. Dabei kühlt das Oberflächenwasser ab, wird dadurch immer dichter und sinkt im Nordatlantik, um schließlich in der Tiefe wieder zurück nach Süden zu fließen. Mehr dazu (32 KB)

 

20.08.2012 – derStandard.at - Rom droht Riesenstrafe wegen Problemen mit Müllentsorgung

Rom droht Riesenstrafe wegen Problemen mit Muellentsorgung-kEU-Experten besuchen größte Müllkippe Europas - Protest gegen Öffnung neuer Deponie unweit der italienischen Hauptstadt

Rom - Die EU-Kommission schlägt wegen der zunehmenden Probleme mit der Müllentsorgung in Rom Alarm. Experten aus Brüssel wollen kommende Woche die riesige Müllhalde von Malagrotta an der Peripherie der italienischen Hauptstadt besuchen, die längst überfüllt ist und nicht mehr in der Lage ist, den Unrat der 3,5 Millionen-Metropole aufzunehmen. Die 1985 angelegte Deponie ist die größte Müllkippe Europas. Pläne zur Eröffnung einer weiteren Deponie stoßen auf Proteste der Bewohner.

Die EU-Kommission will nicht länger zusehen, dass die Stadt Rom, in Widerspruch zum europäischen Recht, fast zwei Drittel ihres Mülls ohne jegliche Behandlung in Malagrotta entsorgt. Zehn Millionen Euro Strafe und Gerichtsverfahren drohen der Stadt jetzt.

Drängendes Müllproblem - Rom kämpft bereits seit Jahren mit akuten Problemen bei der Müllentsorgung. Nach heftigen Bürgerprotesten verzichtete die Regierung Monti im Mai auf einen umstrittenen Plan zur Errichtung einer Mülldeponie unweit der Hadriansvilla, Sommerresidenz und Alterssitz des römischen Imperators Hadrian (76-138) in Tivoli, 24 Kilometer von Rom entfernt. Der von der Regierung mit der Lösung der akuten Müllprobleme beauftragte Regierungskommissar Giuseppe Pecoraro reichte seinen Rücktritt ein. Mehr dazu (88 KB)

 

01.07.2012 – IDW - Klimawandel beeinflusst Ausbreitung von „Todeszonen“ in der Ostsee

Dr. Barbara Hentzsch - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Forschungsergebnisse des IOW zeigen: Die Oberflächentemperatur der Ostsee hat großen Einfluss auf den Sauerstoffgehalt des Tiefenwassers. Demnach könnten sich im Zuge des Klimawandels sauerstoffarme „Todeszonen“ weiter ausbreiten.

Die Ostsee ist ein stabil geschichtetes Binnenmeer: Leichtes Süßwasser aus zahlreichen Flüssen bleibt an der Oberfläche und überlagert das schwere Salzwasser in größeren Tiefen. Die Folge der Schichtung: Der Austausch zwischen beiden Bereichen ist stark eingeschränkt – während das Oberflächenwasser regelmäßig durchmischt und mit Sauerstoff (O2) aus der Atmosphäre versorgt wird, baut sich der Sauerstoff im Tiefenwasser nach und nach ab. Nur wenn sauerstoffreiches Nordseewasser durch die dänischen Meerengen in die Ostsee gelangt, wird das Tiefenwasser „belüftet“ und mit neuem O2 aufgefrischt. Weil diese Salzwassereinbrüche aus der Nordsee aber nur sporadisch – etwa als Folge besonders starker Herbststürme – auftreten, herrschen in weiten Bereichen der tiefen Ostsee regelmäßig sauerstoffarme oder gar sauerstofffreie Bedingungen. In diesen „Todeszonen“ ist dann kein höheres Leben mehr möglich.

Wissenschaftler des IOW haben nun im Rahmen einer interdisziplinären Studie (Geologie, Modellierung, ozeanografische Fernerkundung) untersucht, welchen Einfluss Klimaschwankungen in der Vergangenheit auf die Verbreitung von „Todeszonen“ in der Ostsee hatten. Ihre überraschenden Ergebnisse wurden nun im Fachmagazin Nature Climate Change veröffentlicht. Die Forscher hatten mehrere Sedimentkerne unter anderem aus dem Gotlandbecken – einem besonders tiefen Bereich der Ostsee – geborgen und detailliert untersucht. Weil Sedimente am Boden der Meere die im Wasser herrschenden Bedingungen zur Zeit ihrer Ablagerung wie ein Archiv speichern, konnten die Wissenschaftler die letzten 1000 Jahre in der Geschichte der Ostsee rekonstruieren. Mehr dazu (104 KB)

 

28.06.2012 – IDW - Machtwechsel in der Savanne – Bäume gewinnen die Oberhand über Gräser

Machtwechsel in der Savanne-kSabine Wendler - LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) - Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Weite Teile der afrikanischen Savanne könnten bis 2100 zu Wäldern werden. Dies geht aus einer Studie des Biodiversität und Klima Forschungszentrums und der Goethe Universität Frankfurt hervor, die heute in “Nature” veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Düngung durch den steigenden Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre in ganz Afrika zu einer dichteren Bewaldung führt, wenn ein bestimmter CO2-Wert überschritten wird. Da sich diese Schwelle jedoch von Gegend zu Gegend unterscheidet, verläuft der Wandel auf regionaler Ebene nicht synchron. Hierdurch sinkt das Risiko einer Erschütterung des Erdsystems durch einen abrupten Vegetationswandel.

In der Savanne ringen Gräser und Gehölze permanent um Dominanz. Deshalb hat dieser Landschaftstyp regional ein recht unterschiedliches Gesicht: tropische Graslandschaften gehören ebenso dazu wie offene Grasebenen mit vereinzeltem Gehölzbestand oder unterschiedlich dichte Wälder. Gräser und Bäume reagieren verschieden auf Schwankungen von Temperatur, CO2-Gehalt in der Atmosphäre oder Auftreten von Feuern. Deshalb wird davon ausgegangen, dass diese Ökosysteme sehr sensibel auf Veränderungen von Klima und Atmosphäre reagieren. In der Vergangenheit vollzogen sich Verschiebungen im „Machtverhältnis“ der Savannenpflanzen langsam; der schnelle Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat die potentielle Geschwindigkeit solcher Veränderungen inzwischen beschleunigt.

Experimentelle Studien ergaben zwar geringe Effekte von erhöhtem CO2-Gehalt in der Atmosphäre auf das Wachstum von Bäumen. „Die Studien wurden aber meistens auf der Nordhalbkugel und an kommerziell wichtigen Arten durchgeführt“, stellt Steven Higgins klar, Leitautor der Studie, Biodiversität und Klima Forschungszentrum und Professor an der Frankfurter Goethe-Universität. „Bisher hat nur eine einzige Studie den Einfluss von erhöhten CO2-Konzentrationen auf Savannenbäume untersucht, mit dem Ergebnis, dass der vorindustrielle CO2-Gehalt deutlich unter dem Optimum dieser Baumarten liegt. Mit dem aktuellen Anstieg geht das Wachstum der Savannenbäume daher erst richtig los.“ Mehr dazu (120 KB)

 

22.06.2012 - Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek - Dasselbe in grün?

Seit Mittwoch läuft nun die »Rio+20«-Konferenz der UNO, begleitet von einer Art Klimakarneval auf den Straßen. Die luxemburgischen Umweltorganisationen, allen voran der Mouvement Ecologique, zogen dieser Tage eine ernüchternde Bilanz der seit 1992 umgesetzten Ziele. Vor allem wurde beklagt, daß zwar mittlerweile von Teilen der Wirtschaft und Regierung zugegeben werde, daß es so nicht weitergehen könne, gleichzeitig aber nichts geschehe, um die Zerstörung unseres Planeten aufzuhalten. Wen wundert es, stünden bei einer nachhaltigeren Gesellschaftsordnung doch maximale Profite und Macht auf dem Spiel.

Die Überlegungen und Forderungen des Méco lesen sich geradezu revolutionär: Von einem Ausstieg aus dem Konsumzwang, von den negativen Folgen der ungehemmten Produktivitätssteigerung auf die arbeitenden Menschen, Schaffung neuer Arbeit und regionaler Initiativen ist da die Rede und daß die »Wachstumsfrage eng mit der Verteilungsgerechtigkeit verbunden« sei.

Für die Erkenntnis, daß endloses Wachstum nicht möglich ist, muß man nicht studiert haben, und doch setzt auch die Luxemburger Regierung nach wie vor auf diesen Parameter. Der teils vom Staat unterstützte Méco wich am Mittwoch gezielten Fragen nach der Machbarkeit derartiger gesellschaftlicher Veränderungen mit der aktuellen Regierung aus und erklärte, es sei ja noch Zeit, bis die Erkenntnis, für die es schon lang gebraucht hätte, auch praktisch umgesetzt werde. Wieder einmal also Hoffnung auf die Zeit, anstelle der Erkenntnis, daß im aktuellen Gesellschaftssystem derartige Veränderungen nicht zu machen sind. Mehr dazu (76 KB)

 

13.06.2012–derStandard.at- Sekundäre Effekte verschlimmern Auswirkung des Meeresspiegelanstiegs

Dicht besiedelte und genutzte Regionen verschieben sich ins Hinterland - Vetmed-Forscher simulieren Auswirkung auf Tierpopulationen

Wien - Steigt der Meeresspiegel, schrumpft klarerweise der Lebensraum für Menschen und Tiere an Land. Es ist aber nicht damit getan, "nur" die künftig überschwemmten Gebiete von der bisher zur Verfügung stehenden Fläche abzuziehen. Wie die Veterinärmedizinische Universität Wien berichtet, könnten sekundäre Effekte den Lebensraumverlust noch verstärken und sich teilweise sogar schlimmer auswirken als der primäre Effekt.

Durch die globale Erwärmung wird der Meeresspiegel voraussichtlich noch in diesem Jahrhundert um bis zu zwei Meter ansteigen. Florian Wetzel und Dustin Penn von der Vetmed haben mit Forschern der dänischen Aarhus-Universität die Folgen möglicher Verlagerungen von Siedlungsgebieten auf die Verfügbarkeit von Lebensraum und die Lebensräume von Säugetieren im Computer simuliert. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Global Change Biology" veröffentlicht. Mehr dazu (76 KB)

 

14.05.2012 – derStandard.at - "Living Planet Report" Wir saugen unseren Planeten aus

Wir saugen unseren Planeten aus-kGlobaler WWF-Bericht: Die Menschheit konsumiert mehr natürliche Ressourcen, als die Erde im selben Zeitraum ersetzen kann

Wien - Unser Planet ist kränker geworden, ist das Fazit des "Living Planet Reports" des WWF: Es dauert eineinhalb Jahre, damit unsere Erde die natürlichen Ressourcen ersetzen kann, die wir in einem Jahr als Menschheit konsumieren. Soll heißen: Wir brauchen derzeit einen halben Planeten mehr als wir zur Verfügung haben. Laut WWF werden wir bis 2030 voraussichtlich zwei Planeten für unseren Konsum benötigen, 2050 bereits fast drei.

2012 wurde der globale Umweltbericht erstmals aus dem Weltraum präsentiert, nämlich vom niederländischen ESA-Astronauten Andre Kuipers an Bord der Internationalen Raumstation ISS.

Die Reaktion der Umweltschützer auf den Bericht war dementsprechend heftig, aber nicht ohne Hoffnung: "Die Lage der Welt ist dramatisch. Doch wir können es schaffen, dass auch im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen genügend Nahrung, Energie und Wasser haben, um gut zu leben. Um dies zu erreichen, müssen wir vieles in unserer Lebensweise und in unserem Wirtschaftssystem ändern", sagte Georg Scattolin vom WWF Österreich am Montag. Mehr dazu (88 KB) – Der "Living Planet Report" in Kurzfassung (Deutsch 2,7 MB) – Der "Living Planet Report" (Englisch 15 MB)

 

11.05.2012 – IDW - Weltklimarat legt Sonderbericht vor

Johannes Seiler - Abteilung Presse und Kommunikation - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Der Weltklimarat IPCC hat einen ausführlichen Sonderbericht zum Thema „Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel“ veröffentlicht. Daran waren 220 Wissenschaftler aus aller Welt beteiligt, darunter auch zwei Professoren und ein Privatdozent des Geographischen Instituts der Universität Bonn. Die Druckfassung des Berichts kann nun bestellt werden.

Die Intensität und Häufigkeit von Extremwetterereignissen haben in den vergangenen Jahren zugenommen - dieser Trend wird sich in vielen Regionen der Erde sogar noch verstärken. Der 594-seitige Bericht des Weltklimarats (IPCC) geht allerdings deutlich über die neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Klima- und Wetterereignisse hinaus und thematisiert auch insbesondere soziale und ökonomische Faktoren der Katastrophen- und Risikobewältigung sowie der nachhaltigen Entwicklung. Mehr als 18.000 Review-Kommentare wurden in den verschiedenen Phasen des Berichts eingebracht und von den Autoren berücksichtigt. Der Spezialbericht bietet eine sehr fundierte Übersicht über den aktuellen Stand des Wissens und ist gleichzeitig ein Portal für zukünftige Forschung.

Die Auswirkungen hängen von der Verwundbarkeit der Gesellschaft ab

„Die Schwere der Auswirkungen von Wetterereignissen und Klimaveränderungen hängt erheblich von dem Grad der Verwundbarkeit und der Exposition der Gesellschaft gegenüber diesen Ereignissen ab“, sagt Dr.-Ing. Jörn Birkmann, Privatdozent am Geographischen Institut der Universität Bonn und Sektionsleiter an der UN-Universität Bonn. Zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Pohl vom Geographischen Institut der Universität Bonn bearbeitete er als Leitautor das Kapitel „Determinanten des Risikos“. Das Ausmaß der Schäden, die etwa durch Hitzestress, Überflutungen und Stürme verursacht werden, hänge auch immer von der Besiedlung riskanter Gebiete, der vorhandenen Infrastruktur und den wirtschaftlichen Möglichkeiten der gefährdeten Menschen sowie den privaten sowie staatlichen Vorsorgemaßnahmen ab. Mehr dazu (96 KB) - Die Kernaussagen in Deutsch (56 KB) – Der gesamte Bericht in Englisch (31 MB)

 

28.03.2012 – derStandard.at - Häufung von Wetterextremen "nicht mehr normal"

Studienergebnis: In Summe der Einzelereignisse wird der Zusammenhang mit dem Klimawandel deutlich

Potsdam - Einzelne Extremwetterlagen können als Zufallsereignisse gewertet werden - ähnlich einem Würfelwurf. Wenn sie sich jedoch häufen und tendenziell in die selbe Richtung gehen, dürfte der Würfel gezinkt sein: So fasst Dim Coumou die Ergebnisse einer aktuellen Klimastudie zusammen, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung berichtet. "Eine Sechs kann es auch so ab und zu mal geben, und man weiß nie, wann das passiert. Aber jetzt gibt es viel öfter die Sechs. Weil wir den Würfel verändert haben."

"Frage von Wahrscheinlichkeiten" - Allein 2011 gab es in den USA 14 Wetterextreme, von denen jedes Kosten in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar verursachte - in mehreren Bundesstaaten waren die Monate Jänner bis Oktober die nassesten, die dort jemals gemessen wurden. Aber auch in Japan gab es Rekord-Regenfälle, und im Becken des chinesischen Jangtse-Flusses Rekord-Trockenheit. Ähnlich in den Jahren zuvor: 2010 erlebte Westrussland den heißesten Sommer seit Jahrhunderten, und Pakistan und Australien Spitzenwerte bei den Niederschlägen. 2003 war in Europa der heißeste Sommer seit mindestens einem halben Jahrtausend. Und 2002 fiel auf die Wetterstation von Zinnwald-Georgenfeld im Erzgebirge an einem Tag mehr Regen als in Deutschland je zuvor gemessen wurde - hierauf folgte die Jahrhundertflut der Elbe. Mehr dazu (76 KB)

 

15.02.2012 – idw - Klimawandel und Wasserknappheit führen zu massiven Veränderungen im Klimawandel und Wasserknappheit fuehren zu massiven Veraenderungen im Mittelmeerraum-kMittelmeerraum

Christine Huber – Öffentlichkeitsarbeit - Bayerische Forschungsallianz GmbH

EU-Forschungs-Cluster CLIWASEC präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse auf internationaler Fachtagung an der LMU in München.

München – Das internationale Forschungs-Cluster CLIWASEC (Climate Change Impacts on Water and Security), bestehend aus den europäischen Forschungsprojekten CLIMB, WASSERMed und CLICO, hat auf seiner internationalen Fachtagung an der LMU in München aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt. Demnach sind der Klimawandel und die dadurch bedingte, zunehmende Wasserverknappung für viele Regionen des Mittelmeerraumes bereits heute Realität. Die vom Forschungsnetzwerk seit Anfang 2010 durchgeführten Untersuchungen lassen erkennen, dass die betroffenen Länder in Zukunft mit einer deutlichen Temperaturzunahme insbesondere der Minimum- und Nachttemperaturen in allen Jahreszeiten rechnen müssen. Außerdem ist trotz häufigerer Starkregenereignisse eine deutliche Abnahme der Niederschlagsmenge zu erwarten. Dies wird in Verbindung mit einem steigenden Meeresspiegel zu stärkeren Überschwemmungen, zunehmender Versalzung des küstennahen Grundwassers sowie fortschreitendem Verlust fruchtbarer Böden führen. Am Beispiel des besonders gefährdeten westlichen Nil-Deltas erläuterten die Wissenschaftler, wie diese massiven Veränderungen zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Konflikten führen können. Die Folgen eines Klimawandels, die auf die Kernsektoren der regionalen Wirtschaft im Mittelmeerraum wirken (z.B. Landwirtschaft, Energie, Tourismus), werden zudem auch in anderen, mit dem Mittelmeerraum ökonomisch und politisch vernetzten Ländern spürbar werden – unter anderem in Bayern.

Westliches Nil-Delta: Blick in die Zukunft des gesamten Mittelmeerraums - Bereits heute lassen sich die ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen des Klimawandels im Bereich des westlichen Nil-Deltas beobachten. Seit der Inbetriebnahme des Assuan-Staudamms liefert der Nil deutlich weniger Sediment in das Delta. Dadurch fehlen nicht nur wichtige Nährstoffe für die Landwirtschaft, sondern vor allem der Nachschub für die Sicherung der stark erosionsanfälligen Küstenlinie. Seit einigen Jahrzehnten steigt der Meeresspiegel messbar an. Die Förderung von Erdgas und die starke Entnahme von Grundwasser für die Trinkwasserversorgung und landwirtschaftliche Bewässerung führen gleichzeitig dazu, dass sich der Boden deutlich senkt. Beide Effekte zusammengenommen führen zu einem schnelleren Landverlust. Neben der Degradation durch Küstenerosion erzeugen diese Prozesse zusätzlich eine beschleunigte Versalzung der grundwasserleitenden Gesteinsschichten (Aquifere) im Nil-Delta und damit eine nahezu irreversible Kontamination wertvoller Wasserreserven. Messungen ägyptischer Projektpartner von der Universität Zagazig belegen, dass die Versalzung mittlerweile viele Kilometer in das Nil-Delta vorgedrungen ist.

In Verbindung mit der nach wie vor praktizierten, veralteten Bewässerungsstrategie führt dies zu einem dauerhaften Verlust ehemals fruchtbarer Böden, also wertvoller landwirtschaftlicher Anbaugebiete. Unter erheblichem Wasserbedarf soll nun versucht werden, den Verlust durch Neukultivierungen in den westlich angrenzenden Wüstenregionen zu kompensieren. Im Stadtgebiet von Alexandria bewirken die massiven Wasserentnahmen und das nachrückende Salzwasser eine Destabilisierung des Untergrundes und schädigen somit die Infrastruktur – zahlreiche Wohngebäude, Bahnlinien und Straßen sind diesem fortschreitenden Prozess bereits zum Opfer gefallen. Die Folge sind teure Sanierungsmaßnahmen und im Extremfall Umsiedlungen der Bevölkerung. Mehr dazu (108 KB)

 

06.01.2012 – Kommunisten.eu - Nach dem Klimagipfel: Die Konzerne dürfen der Welt weiter einheizen

Nach dem Klimagipfel-kVom 28. November bis 11. Dezember 2011 fand in Durban (Südafrika) die 17. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (COP 17) und die 7. Vertragsstaatenkonferenz des Kyoto-Protokolls (CMP 7) statt. Eigentlich hätte der Ort der Konferenz - Afrika - den Delegierten die Augen für die Realitäten öffnen können. Trotzdem endeten die Klimaverhandlungen auch dieses Mal ohne Erfolg. Die Regierungen haben lediglich einen Fahrplan zu einem Abkommen vereinbart, das im Jahr 2020 in Kraft treten soll. Die Fahrt in die Klimakatastrophe geht mit unverminderter Geschwindigkeit weiter.

In dem anhängenden Beitrag (Anlage) - ein Vorabdruck aus den Marxistischen Blättern Nr. 1/2012 - analysiert und bewertet Leo Mayer das Ergebnis, untersucht die Gründe des Scheiterns und benennt die Herausforderungen für die für den Schutz des Klimas engagierten, für die linken und kommunistischen Kräfte. Zum Artikel von Leo Mayer (72 KB)

 

16.12.2011 – idw - Sprunghafte Zunahme von Waldbränden in weiten Teilen Kanadas?

Sprunghafte Zunahme von Waldbraenden in weiten Teilen Kanadas-kTilo Arnhold - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Chicago/Leipzig. Großen Waldregionen Kanadas steht offenbar ein sprunghafter Wandel bevor. Anhand von Modellen konnten Wissenschaftler jetzt zeigen, dass es bei Waldbränden ebenso wie bei Epidemien Schwellenwerte gibt. Große Gebiete Kanadas bewegen sich offenbar auf diesen Schwellenwert zu und könnten diesen künftig durch den Klimawandel überschreiten.

Die Folge sei, dass sowohl die jährlich abgebrannten Flächen als auch die durchschnittliche Größe der Feuer steigen würde, schreiben die Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der University of Michigan in der Dezember-Ausgabe des Fachblattes The American Naturalist. Die Strategien zur Bekämpfung von Waldbränden in weiten Teilen Kanadas sollten daher überdacht werden.

Nach wochenlanger Trockenheit brannten Medienberichten zufolge im Sommer 2009 allein in der westkanadischen Provinz British Columbia etwa 1000 Hektar Wald- und Buschland ab. 11.000 Menschen mussten damals evakuiert werden. Nehmen derartige Ereignisse als Folge des Klimawandels zu? Diese Frage wird von Ökologen weltweit stark diskutiert. Erst im Juli hatte eine Gruppe von US-Forschern um Anthony Westerling von der University of California im Fachblatt PNAS ähnliche Veränderungen prognostiziert. Danach könne der Klimawandel dazu führen, dass die Waldbrandgefahr im Nationalpark Yellowstone drastisch ansteige und die Wälder dort noch im 21. Jahrhundert verschwinden könnten. Mehr dazu (124 KB)

 

06.12.2011 – IDW - Insektenvernichtungsmittel künftig ein zunehmendes Problem für Gewässer in idw-Insektenvernichtungsmittel-kEuropa

Tilo Arnhold - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Leipzig. Europas Gewässer werden in Zukunft stärker mit Insektenvernichtungsmitteln belastet sein als bisher. Das ist das Ergebnis einer Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), für die Wissenschaftler die Situation von 1990 mit Szenarien zum Klima- und Landnutzungswandel im Jahre 2090 verglichen haben. Die Risiken für Gewässer, die durch den Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft entstehen, würden in vielen Regionen Europas deutlich steigen – vor allem aber in Skandinavien, im Baltikum und in Mitteleuropa, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt „Ecological Applications“.

Auch weite Teile Deutschlands gehören dann zu den rund 40 Prozent der Fläche Europas, in denen die Gewässer wegen Pestiziden aus der Landwirtschaft keinen guten ökologischen Status mehr erreichen. Das Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie, einen guten chemischen und ökologischen Zustand der Gewässer herzustellen und dauerhaft zu halten, wird daher in Zukunft noch schwerer zu erreichen sein. Die Wissenschaftler empfehlen deshalb, den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln drastisch zu minimieren. Neben einer Verminderung des Pestizideinsatzes kann dies durch die Einrichtung von Pufferzonen am Gewässer erfolgen. So wird die Menge von Pestiziden reduziert, die durch Regen vom Acker in den Fluss gespült werden. Diese Pufferzonen dienen auch als Refugium für bedrohte Arten, von denen aus eine Wiederbesiedlung erfolgen kann.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler unter anderem Daten zur Menge der eingesetzten Insektizide, zu den angebauten Kulturpflanzenarten und der Landnutzung für die europäische Union ausgewertet und die Ergebnisse als Karten visualisiert. Nicht berücksichtigt werden konnten aus Mangel an Daten lediglich Slowenien, Zypern sowie die jüngsten EU-Mitglieder Bulgarien und Rumänien. Der Ausgangssituation von 1990 stellten sie dann ein Klimaszenario für 2090 gegenüber. Der Prognose liegen daher verschiedenste Annahmen zugrunde, wie sich Klima und Landnutzung in Europa in den nächsten Jahrzehnten entwickeln könnten. „Bei den zu erwartenden Klimaveränderungen haben wir jene Werte genommen, die der Weltklimarat IPCC 2007 als sogenanntes A1B-Szenario veröffentlicht hat. Damals war das ein Worst-Case-Szenario, das mit einem Anstieg der globalen Mitteltemperatur um 2.8 Grad am Ende des 21. Jahrhunderts rechnete. Inzwischen rechnen viele Wissenschaftler damit, dass die tatsächliche Erwärmung dann aber auch deutlich darüber liegen könnte“, erklärt PD Dr. Matthias Liess vom UFZ. „Sind die CO2-Emissionen und damit die Temperaturerhöhung höher, dann werden auch die ökologischen Risiken für die Gewässer schneller ansteigen und schon wesentlich früher die erwarteten Belastungen erreichen.“ Mehr dazu (120 KB)

 

22.11.2011 – derStandard.at - Skigebiete stellen sich auf Erwärmung ein

Skigebiete stellen sich auf Erwaermung ein-kSchnee, auch wenn die Alpen glühen

Von Jutta Berger - Internationale Konferenz zur Zukunft der Alpen: Der Klimawandel wird die Ostalpen früher erwischen als die Westalpen

Der Klimawandel bedeutet nicht das Aus für den Wintertourismus, sagt Robert Steiger, Klimafolgenforscher an der Universität Innsbruck. Aber: Technische Anpassungsstrategien werden teuer. Mit den Temperaturen steigen Kosten und Ressourcenverbrauch für Beschneiungsanlagen - ob da alle Skigebiete mithalten können, sei fraglich.

Die alpinen Klimaaussichten bis 2080: Die Temperaturen werden in den 2030er-Jahren im Winterhalbjahr zwischen 0,8 Grad und 1,2 Grad steigen, um die Mitte des Jahrhunderts zwischen 1,6 und 2,6 Grad, ab 2080 zwischen 2,8 bis 4,2 Grad. Robert Steiger erforschte die Auswirkungen des Klimawandels auf die 228 österreichischen Skigebiete und präsentierte die Studienergebnisse am Dienstag bei der Konferenz "Managing Alpine Future II". Die Erwärmung werde überall Effekte haben, es gäbe aber starke regionale Unterschiede, sagt der Forscher. So könnte es die Ostalpen früher als die Westalpen "erwischen", die Skigebiete in Ostösterreich früher als die im Westen.

Der Anteil der schneesicheren Gebiete in Tirol und Salzburg sinkt bei einer Erwärmung bis zu zwei Grad langsam, während in den östlichen Bundesländern bereits eine Erwärmung von 0,5 bis 1,5 Grad ausreicht, um die Anzahl der schneesicheren Skigebiete zu halbieren. Um eine 100-Tage-Saison (Gradmesser für Rentabilität) zu garantieren, müsste beim Zwei-Grad-Szenario die Schneeproduktion verdoppelt werden, in Vorarlberg, Ober- und Niederösterreich schon bei 1,5 Grad Erwärmung. Mehr dazu (96 KB)

 

22.11.2011 – derStandard.at - Klimawandel II: Aufwärmen an der Nordseeküste

Aufwaermen an der Nordseekueste-kVon Monika Rößiger - Auf der Nordseeinsel Helgoland dokumentieren Forscher seit dem 19. Jahrhundert, wie sich die heimische Flora und Fauna verändert - Mit Blick auf den Klimawandel erhalten diese Daten einen ganz neuen Stellenwert

Der Meeresbiologe Heinz-Dieter Franke blickt von seinem Büro aus direkt auf die Nordsee. An der Biologischen Anstalt Helgoland, die 1892 gegründet wurde und heute zum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) gehört, beschäftigt er sich mit Nahrungsnetzen und Biodiversität unter dem Einfluss des Klimawandels. "Die Gewässer rund um Helgoland gehören zu den am besten untersuchten in Europa", erklärt Franke. "Seit beinahe 150 Jahren zeichnen Wissenschafter hier das Vorkommen mariner Arten auf."

Marine Umweltfaktoren wie Wassertemperatur, Salzgehalt oder die Konzentration von Nährstoffen werden seit 1962 werktäglich erhoben. Aus solchen Langzeitdatenreihen lässt sich ablesen: Während sich die Oberflächentemperatur der Ozeane global um durchschnittlich 0,6 Grad Celsius erhöht hat, stieg die Oberflächentemperatur in der südlichen Nordsee seit Anfang der 1960er-Jahre um rund 1,7 Grad. Ein Grund für den überdurchschnittlichen Temperaturanstieg der Nordsee liegt darin, dass sie stark durch die Lufttemperatur beeinflusst wird. Je kleiner die Wassermasse eines Meeres, desto stärker reagiert es auf Temperaturschwankungen in der Luft.

Was bis zum Ende dieses Jahrhunderts an Erwärmung des Oberflächenwassers zu erwarten ist, hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Meteorologie errechnet. "Die Modellergebnisse zeigen, dass die Temperatur in der Nordsee im Vergleich zum Ende des 20. Jahrhunderts um durchschnittlich zwei Grad ansteigen wird und die der Ostsee um drei bis dreieinhalb Grad", erläutert Hartmut Heinrich, Referatsleiter für die Physik des Meeres ... Mehr dazu (100 KB)

 

15.11.2011 – jw - Mehr Kohlendioxid

Mehr Kohlendioxid-kTrotz aller Bekenntnisse erhöhter CO2-Ausstoß. Pro-Kopf-Verbrauch besorgniserregend

Von Wolfgang Pomrehn - Die Internationale Energieagentur IEA zeichnet ein düsteres Bild. Es gebe wenig Anzeichen für den dringend erforderlichen Kurswechsel in der globalen Energieversorgung, heißt es im neuen Jahresbericht der Agentur. Der Weltenergieausblick wurde letzte Woche in London der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin rechnet die IEA verschiedene Szenarien zur Entwicklung der nächsten 25 Jahre durch. Die Agentur ist in Paris ansässig und wird von den Industrienationen finanziert.

Obwohl sich die Regierungen Energiesparen und Energieeffizienz auf die Fahnen schreiben, passiert tatsächlich das Gegenteil. Die Subventionen für den Verbrauch von fossilen Energieträgern sind 2010 auf über 400 Milliarden US-Dollar (290 Milliarden Euro) gestiegen. Dazu gehören auch die 1,4 Milliarden Euro, die deutsche Privathaushalte über den Kohlepfennig im letzten Jahr an die frühere Ruhrkohle AG (heute RAG) gezahlt haben. Die holt im Ruhrgebiet mit viel Aufwand überteuerte Steinkohle aus dem Untergrund.

Die weltweite Energieeffizienz hat 2010 im zweiten Jahr in Folge abgenommen. Entsprechend stiegen die Treibhausgasemissionen. Bei der Verbrennung von Kohle und Erdöl wird Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, ein Spurengas, das Wärmestrahlen absorbiert und so die untere Atmosphäre aufheizt. 2010 kam es zum stärksten Anstieg der Emissionen seit den 50er Jahren, obwohl die Ressourcen endlich sind. Dafür war nicht nur die wirtschaftliche Erholung verantwortlich, die sich besonders in Lateinamerika, Asien und dem subsaharischen Afrika bemerkbar machte. Vielmehr ist der erhöhte Ausstoß darauf zurückzuführen, daß die anteiligen CO2-Emissionen pro Euro Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent zugenommen haben. Mehr dazu (72KB) – Die Kurzfassung des IEA-Berichtes (1,58 MB)

 

12.11.2011 - derStandard.at - UN-Klimakonferenz:Steigender Meeresspiegel, sinkende Hoffnung

Deutscher Klimaexperte hält Modus der UN-Konferenzen für "Konstruktionsfehler"

Berlin - Gut zwei Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Durban hat sich der deutsche Klima- und Wirtschaftsexperte Ottmar Edenhofer pessimistisch zu den Erfolgschancen des Treffens geäußert. Positive Erwartungen an Durban habe er "keine", sagte der Vizechef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) am Freitag. Edenhofer sprach sich dafür aus, neue Wege jenseits der oft zähen UN-Verhandlungen zu suchen. Diese seien "ein Konstruktionsfehler". Experten warnten unter Verweis auf neue Daten, der Meeresspiegel dürfte bis Ende des Jahrhunderts um etwa einen Meter ansteigen.

"Man muss den Teilnehmerkreis der Verhandlungen verkleinern und die Verhandlungsgegenstände ausweiten", sagte Edenhofer. Er sprach sich für Gespräche im Kreis des von den USA initiierten Major Economies Forum (MEF) aus, das die wichtigsten Emittenten von Treibhausgasen repräsentiert. Verhandelt werden solle auch nicht mehr vorrangig über Emissionsgrenzen für Treibhausgase, was in den bisherigen Gesprächen gescheitert war, sondern über Technologiepolitik zugunsten der erneuerbaren Energien und den Abbau von Subventionen für fossile Energieträger, die Edenhofer für 2010 weltweit mit 409 Milliarden US-Dollar bezifferte. Weiteres Verhandlungsziel solle die Verknüpfung bestehender Emissionshandelssysteme sein. Mehr dazu (76 KB)

 

26.10.2011 -Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek - Die Zeit rennt davon

Die Zeit rennt davon-kUNO-Klimaschutzabkommen läuft aus – Probleme werden immer drängender

Gut fünf Wochen vor dem diesjährigen UNO-Klimagipfel forderten verschiedene global agierende Investmentfonds, die zusammen rund 15 Billionen Euro verwalten, in einer gemeinsamen Erklärung ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen. Der bestehende Vertrag, das Kyoto-Protokoll, ist nicht nur unzulänglich, sondern läuft 2012 auch aus. Ab Ende November wird im südafrikanischen Durban darüber verhandelt, ob es eine Chance zu seiner Verlängerung gibt.

Investorengruppen argumentieren, daß eine Besteuerung der Treibhausgasemissionen sinnvoll sei. Dadurch gebe es einen Anreiz für die Entwicklung neuer Technologien und entsprechende Investitionen, wodurch auch Arbeitsplätze in den Branchen rund um die Wind-, Solar und Biogasenergie sowie im Wasserkraftsektor und in der entsprechenden Forschung geschaffen werden.

Ihnen stehen unter anderem die Interessen der Öl- und Automobilindustrie entgegen. In Durban ist daher mit harten Verhandlungen zu rechnen. Gastgeber Südafrika scheint mit der Rückendeckung der meisten Schwellen- und Entwicklungsländer auf eine Fortschreibung des Kyoto-Protokolls zu drängen, auch wenn die USA sich nicht beteiligen werden. Allerdings haben Japan, Kanada und Rußland angekündigt, sich an keinem Abkommen zu beteiligen, wenn nicht alle großen Volkswirtschaften an Bord sind.

Emissionen steigen weiter – Mehr dazu (144 KB)

 

07.10.2011 – idw - Klimawandel: Weltweites Risiko für Tiere und Pflanzen

Mareike Schodder - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Der Klimawandel birgt ein Risiko für Ökosysteme auf allen Kontinenten. Wie groß die Gefahr für Tiere und Pflanzen ist, haben Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) jetzt in einer neuartigen Analyse weltweit ermittelt. Hierfür haben sie erstmals ein konkretes Maß entwickelt, das bei Veränderungen des CO2-Gehalts der Luft sowie der Temperatur und des Regens die Auswirkungen auf die Landökosysteme systematisch erfasst.

So könnte die Erderwärmung zu einer Ausdehnung der kasachischen Steppe führen, aber auch Wald in der bislang baumlosen Tundra wachsen lassen, wie Computersimulationen zeigen. Steigt die Mitteltemperatur statt um zwei Grad um drei Grad oder mehr, können sich die Folgen in vielen Regionen drastisch verschärfen.

„Bislang ist die Wirkung des Klimawandels auf die Biosphäre nicht wirklich gut quantifiziert worden, schon gar nicht auf globaler Ebene“, erklärt Ursula Heyder, Leitautorin der nun in der renommierten Fachzeitschrift Environmental Research Letters erschienenen Studie. „Wir wollten umfassend wissen, welche Erwärmung welche Lebensräume unter Druck setzt.“ Deshalb haben die Forscher ein Maß erstellt, das grundlegende Vorgänge im Stoffkreislauf erfasst. „Verändert sich hier etwas, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch die betroffenen Ökosysteme sich in ihrer Gesamtheit ändern – bis hinunter zum kleinsten Käfer“, so Heyder. „Da wir diese ganze Komplexität im Computer aber nicht abbilden können, berechnen wir das Risiko für solche Veränderungen unter Berücksichtigung der für Ökosysteme bedeutsamsten Prozesse.“ Mehr dazu (92 KB)

 

01.09.2011 – idw - Studie zur kleinen Eiszeit:

Geringe Sonnenaktivität kühlt das Klima nur unwesentlich ab

Jonas Viering -   Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Die schwächelnde Sonne war nicht der bestimmende Faktor für die kleine Eiszeit. Vor allem Vulkanausbrüche sowie eine geringere Menge von Treibhausgasen in der Atmosphäre haben entscheidend zu dieser Phase kühleren Klimas im 16.und 17. Jahrhundert beigetragen, wie eine kürzlich erschienene Studie zeigt. Entsprechend kann von einer geringen Sonnenaktivität, wie sie von einigen Forschern für die kommenden Jahrzehnte erwartet wird, keine spürbare Abkühlung für das vom Menschen mit seinen Treibhausgas-Emissionen aufgeheizte Erdklima erwartet werden.

„Der Einfluss von Schwankungen der Sonnenaktivität wird oft überschätzt“, sagt Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Autor des jetzt in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlichten Artikels. „Die neue Analyse zeigt dies für die Vergangenheit – und hieraus können wir etwas lernen für die Klimaentwicklung der Zukunft.“

Sonnenflecken sind ein sichtbares Zeichen der Sonnenaktivität. Ist ihre Zahl gering, ist auch die solare Strahlungsintensität messbar niedriger. Im späten 17. Jahrhundert befand sich die Sonne nach einer langsamen Abschwächung der Sonnenaktivität, die um das Jahr 1600 einsetzte, in einer ausgedehnten Ruhephase, dem Maunder-Minimum. Dies wird vielfach als Ursache der als kleine Eiszeit bezeichneten Abkühlung des Erdklimas zu dieser Zeit angesehen.

Zwei Anfang des Jahres erschienene Studien haben zwei höchst unterschiedliche Werte für die Sonneneinstrahlung im Maunder-Minimum ermittelt. Die eine kommt zu dem Schluss, die solare Strahlungsintensität sei damals sehr viel geringer als heute gewesen. Die andere hat zum Ergebnis, die Sonnenintensität sei in jener Zeit lediglich genauso gering gewesen wie im außergewöhnlichen Sonnenminimum 2008/2009. Mehr dazu (96 KB)

 

25.08.2011 – jw - Regierung untätig - Eisschwund in der Arktis

Von Wolfgang Pomrehn - Das arktische Eis schwindet. Das könnte ein Weckruf sein, aber vielleicht hat es in den letzten Jahren zu viele seiner Art gegeben. Mag sein, daß die Öffentlichkeit langsam abstumpft. Die ewigen Katastrophenmeldungen sind im Zusammenhang mit der Gewißheit von der hinter Sonntagsreden verborgenen faktischen Untätigkeit der Regierenden ja auch nicht gut auszuhalten. Da macht mancher schon mal dicht.

Derweil nimmt die Entwicklung ihren Lauf, wie die Neuigkeiten aus dem gar nicht mehr so ewigen Eis zeigen. Am Dienstag hat sich die Nordwestpassage zwischen den kanadischen Inseln geöffnet. Noch bis vor kurzem verriegelten dicke Eisbarrieren ganzjährig diese Route vom Atlantik in den Pazifik. Gleichzeitig hat das deutsche Forschungsschiff »Polarstern« auf seinem Weg zum Nordpol dort, wo sich früher mehrere Meter dickes Packeis türmte, nur dünnes einjähriges Eis gefunden. Beides ein Beleg für die fragil gewordenen Verhältnisse jenseits des Polarkreises. In ein, zwei oder spätestens drei Jahrzehnten wird das Polarmeer im Sommer eisfrei sein und damit das Klima der Nordhalbkugel total verändern. Schon jetzt liegen im Sommer mehrere Millionen Quadratkilometer Wasserfläche frei, so daß sie von der rund um die Uhr scheinenden Sonne erwärmt werden können. In der Folge steigen auch die Temperaturen in den Küstenregionen. Der Dauerfrostboden beginnt zu tauen, Häuser und Straßen verlieren ihre Eisfundamente, und in Westsibirien könnten auf der Jamal-Halbinsel schon bald die Fördereinrichtungen der Gasfelder gefährdet sein, aus denen Deutschland einen Großteil seiner Erdgasimporte bezieht. Mehr dazu (64 KB)

 

22.08.2011 – IDW - Klimawandel: Biologische Vielfalt könnte stärker schwinden als bisher Klimawandel_Biologische Vielfalt koennte staerker schwinden als bisher angenommen-kangenommen - Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Wenn die Klimaerwärmung wie erwartet fortschreitet, könnten weltweit nahezu ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten aussterben. Wie Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums und der Senckenberg Gesellschaft für Naturkunde herausfanden, muss die Rate des tatsächlichen Biodiversitätsverlusts möglicherweise deutlich nach oben korrigiert werden: Bis zum Jahr 2080 könnte in bestimmten Organismengruppen über 80 % der genetischen Vielfalt innerhalb von Arten verschwinden, so die Forscher in der Titelstory des Fachjournals „Nature Climate Change“. Die Studie ist die erste weltweit, die den Verlust der biologischen Diversität auf Basis der genetischen Vielfalt quantifiziert.

Die meisten gängigen Modelle zur Auswirkung des Klimawandels auf die Tier- und Pflanzenwelt, konzentrieren sich auf „klassisch“ beschriebene Arten, also Gruppen von Organismen, die morphologisch klar voneinander getrennt sind. Bislang nicht berücksichtigt wird die sogenannte kryptische Diversität, die die Vielfalt genetischer Variationen und Abweichungen innerhalb beschriebener Arten umfasst und erst seit der Entwicklung molekulargenetischer Methoden voll erfasst werden kann. Sie ist neben der Vielfalt der Ökosysteme und Arten ein zentraler Teil der globalen Biodiversität. In einer Pionierstudie haben Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und der Senckenberg Gesellschaft für Naturkunde daher den Einfluss der Klimaerwärmung auf die genetische Vielfalt innerhalb von Arten untersucht. Mehr dazu (112 KB)

 

22.08.2011 – IDW - Forschungsschiff Polarstern am Nordpol

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

Bremerhaven/Nordpol, den 22. August 2011. „Höher“ geht es nicht: Am 22. August 2011 erreicht der Forschungseisbrecher Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft den Nordpol. Veränderungen im Hohen Norden zu dokumentieren, ist das Ziel der aktuellen Expedition. Und so führen die Forscher an Bord auch am nördlichsten Punkt der Erde ein ausgiebiges Untersuchungsprogramm in Wasser, Eis und Luft durch. Die geringe Meereisbedeckung erlaubt die Route über den Pol ins Untersuchungsgebiet Kanadische Arktis.

Das Meereis spielt nicht nur eine Rolle bei der Routenwahl sondern ist vor allem ein wichtiger Forschungsschwerpunkt: Wie dick ist das Eis und wie alt? Wie stark ist es durch Pressungen deformiert – finden sich darauf Schnee oder Schmelztümpel? Auch Satellitenmessungen liefern Eisinformationen, aber Messungen sind vor Ort nötig, um diese richtig interpretieren zu können. Die Lichtenergie lässt das Eis schmelzen und erwärmt das Wasser in den Sommermonaten. Die Erwärmung der Arktis und die damit verbundenen Veränderungen im Wärme- und Gasaustausch zwischen Ozean, Meereis und Atmosphäre sind das übergeordnete Thema der Untersuchungen. Auch die Meeresströmungen, die Wassermassen mit dem Atlantik und dem Pazifik austauschen, sind im Wandel begriffen. Umverteilungen des Süßwassereintrags aus den Flüssen in den Arktischen Ozean ist einer der Faktoren, die diese Meeresströmungen beeinflussen.. Mehr dazu (104 KB)

 

27.07.2011 – WAZ - Trotz Juli-Kälte schreitet der Klimawandel voran

Trotz Juli-Kaelte schreitet der Klimawandel voran-kVon Wolfgang Mulke - Berlin. Experten des Deutschen Wetterdienstes warnen: 2011 könnte das wärmste Jahr der Geschichte werden. Trotz kalter Winter und mäßiger Sommer bleibt der Trend zu wärmerem Wetter nach Ansicht der Experten bestehen.

Die Erde wird sich nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) schneller erwärmen als erhofft. Im vergangenen Jahr stieg der CO2-Ausstoß auf weltweit 31 Milliarden Tonnen an – ein neuer Negativrekord. „Die bisher geringen Minderungserfolge zwingen uns, schon heute über Anpassungsmaßnahmen an ein Temperaturplus von drei Grad oder mehr nachzudenken“, warnte DWD-Präsident Gerhard Adrian. Wenn nicht rasch umgesteuert werde, laufe der Klimaschutz auf Grund. Dann müssten die nächsten Generationen die Folgekosten der Wetterveränderung tragen.

1,5 Grad mehr als üblich

Trotz kalter Winter und mäßiger Sommer bleibt der Trend zu wärmerem Wetter nach Ansicht der Experten bestehen. „Leider können wir keine Entwarnung geben“, sagt DWD-Klimaforscher Gerhard Müller-Westermeier. 2011 könnte eins der wärmsten Jahre der Geschichte werden, auch wenn die Juli-Temperaturen unter dem langjährigen Durchschnitt bleiben. Im ersten Halbjahr waren alle Monate zu warm, zu trocken und zu sonnig. Im Durchschnitt zeigte das Thermometer 1,5 Grad mehr an als üblich.

Das Jahr 2010 war das drittwärmste Jahr auf dem Globus seit 1881, dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Eine Folge der Klimaveränderung: Die Zahl der Tage mit starkem Niederschlag, also mit mehr als 30 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden, lag in Deutschland deutlich über dem langjährigen Mittelwert. Der Artikel als PDF (56 KB)

 

25.07.2011 – idw - klimanavigator.de gestartet - Der Wegweiser zum Klimawissen in Deutschland

Unter www.klimanavigator.de geht am heutigen Montag eine neue Webplattform online. Der Klimanavigator stellt einen zentralen Zugang zur Arbeit von mehr als 30 deutschen Einrichtungen in der Forschungslandschaft dar, die sich mit dem Klimawandel, seinen Folgen und geeigneten Anpassungsmöglichkeiten beschäftigen. Die Webplattform gibt einen Überblick über die hiesige klima-relevante Forschung und Einblick in den gegenwärtigen Stand des Wissens. Sie dient den Nutzern als Wegweiser auf der Suche nach Expertenwissen.

„Ich begrüße die Einführung des Klimanavigators. Dieses Portal vermittelt den Nutzern von Klimainformationen Orientierung in der komplexen Forschungslandschaft und trägt dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in der Praxis umzusetzen“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan zum Start.

Schneller Zugriff auf das Klimawissen - Internetseite bietet einen schnellen Zugriff. Sie enthält Porträts über die Einrichtungen der deutschen Klimawissenschaften und ihre Forschungsschwerpunkte; eine multifunktionale Suche erleichtert das Auffinden bestimmter Themen oder Einrichtungen, die über die gewünschte Expertise verfügen. Ausführliche Dossiers bieten in allgemein verständlicher Weise Hintergrundinformationen zu wichtigen Fragen und bilden den aktuellen Forschungsstand ab.

Unter „Aktuelles“ finden sich Neuigkeiten aus den beteiligten Partnerorganisationen. Die Darstellung von Forschungsverbünden und -netzwerken macht die interdisziplinäre Vernetzung quer durch die Institutionen sichtbar und zeigt die Bedeutung des Wissenschaftsstandortes Deutschland. Mehr dazu (28 KB) Direkt zum Klimanavigator

 

21.07.2011 – NZZ - Sengende Hitze in den USA

Sengende Hitze in den USA-kStädte eröffnen «Kühlungszentren» für ärmere Bewohner

40 Grad plus tropischer Feuchtigkeit - Millionen Amerikaner stöhnen über eine Hitzwelle. Besonders ältere und kranke Menschen leiden. Schon werden böse Erinnerungen an das Jahr 1995 wach, als allein in Chicago mehr als 700 Menschen starben.

(dpa) Millionen Amerikaner leiden unter einer Hitzewelle, die als eine der schlimmsten seit Jahren gilt. Vom Mittleren Westen über Chicago bis Washington an der Ostküste herrschen seit Tagen Temperaturen um die 40 Grad. Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes starben bislang 22 Menschen an den Folgen der Wetterlage.

Als besonderes Risiko für Alte und Kranke gilt, dass die Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit einhergeht. «Wenn Sie nach draussen gehen, fühlt es sich an, als schlage einem ein feuchter Schwamm ins Gesicht», stöhnte eine Meteorologin. Mehrere Städte öffneten «Kühlungszentren» für ärmere Bewohner, die sich keine Klimaanlage leisten können.

Schwere Dürre im Süden - Zugleich wird die Hitze von einer schweren Dürre im Süden begleitet. «Am schlimmsten ist es, dass auch nachts nicht richtig abkühlt», sagte ein Wetterkundler. In der US-Hauptstadt fällt das Thermometer auch nachts kaum mehr unter 25 Grad. «Das bedeutet, dass die Menschen einfach nicht mehr abkühlen können.» Mehr dazu (48 KB)

 

20.07.2011 – IDW – PM: Wenn die Artenvielfalt unberechenbar wird: Schockwirkungen extremer Wenn die Artenvielfalt unberechenbar wird-kKlimaereignisse

Christian Wißler – Forschungsmarketing - Universität Bayreuth

Extreme Klimaereignisse können die Artenvielfalt und Artenzusammensetzung der Vegetation massiver stören, als bisher angenommen wurde. Normalerweise verändert sich die Vegetation kontinuierlich und regelhaft: Einige Pflanzenarten breiten sich aus, andere sind auf dem Rückzug. Weltweit befasst sich die ökologische Forschung mit der Herausforderung, solche Entwicklungen zu prognostizieren. Ein Forschungsteam der Universität Bayreuth zeigt jedoch in der neuesten Ausgabe der "Ecology Letters", dass extreme Hitze- und Trockenperioden die Artenvielfalt und Artenzusammensetzung so nachhaltig erschüttern können, dass deren Entwicklung in den Folgejahren zufällig und unberechenbar wird.

Wie sich Wiesenvegetation über Jahre hinweg verändert, haben Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein und seine Arbeitsgruppe am Lehrstuhl für Biogeografie seit 1999 intensiv beobachtet. Auf einem Forschungsgelände der Universität Bayreuth wurden zwei räumlich benachbarte Untersuchungsflächen eingerichtet, die jeweils in 30 gleich große Felder eingeteilt wurden. Jedes Feld erhielt eine spezifische Bepflanzung, die sich aus mehreren Grünlandarten – beispielsweise aus Glatthafer und Spitzwegerich – zusammensetzte. Damit waren auf jeder der beiden Flächen, in klarer räumlicher Abgrenzung, 30 verschiedene Pflanzenmischungen angesiedelt. Die Pointe dieser Anordnung: Die beiden Untersuchungsflächen stimmten hinsichtlich ihrer Bepflanzung durchgehend überein. So konnten die Forschungen im Jahr 1999 mit 30 verschiedenen Paaren von Zwillingsfeldern beginnen, die hinsichtlich ihrer Artenvielfalt und Artenzusammensetzung identisch waren.

Langjährige Messungen auf Vergleichsfeldern: Hitze und Trockenheit beenden parallele Entwicklungen. Mehr dazu (48 KB)

 

13.07.2011 - CBGnetwork - Klima-Saurier im BAYER-Werk Krefeld verhindert!

Klima-Saurier im BAYER-Werk Krefeld verhindert-kWiderstand gegen Kohlekraftwerk erfolgreich / 21.500 Einwendungen eingereicht / „Gaskraftwerk nicht überdimensionieren!“

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) begrüßt die Entscheidung der Trianel AG, auf den Bau des umstrittenen Kohlekraftwerks auf dem BAYER-Gelände in Krefeld zu verzichten. Das Kraftwerk sollte von der BAYER-Tochterfirma Currenta betrieben werden und Dampfenergie an BAYER liefern.

Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG: „Der langjährige Widerstand von Anwohnern und Umweltverbänden hat sich endlich ausgezahlt. Der Bau dieses Klima-Dinosauriers hätte den Umstieg auf regenerative Energien über Jahrzehnte hinweg blockiert!“. Die CBG hatte in den vergangenen Jahren mehrfach in der BAYER-Hauptversammlung vor Tausenden von Aktionären einen Verzicht auf das Kohlekraftwerk gefordert.

Im vergangenen Jahr hatte die CBG zudem eine Stellungnahme zum Genehmigungs-Antrag von Trianel eingereicht. Das Kraftwerk hätte jährlich 4,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid, 100 Tonnen Feinstaub, 1.700 Tonnen Stickstoffdioxid, 2.400 Tonnen Schwefeldioxid und große Mengen Schwermetalle emittiert. Auch wäre es zu einer starken Erwärmung des Rheins gekommen. Insgesamt waren mehr als 21.000 Einwendungen gesammelt worden. Mehr dazu (36 KB)

 

20.06.2011 – IDW - Meeresspiegel steigt heute schneller als je zuvor in den letzten 2000 Jahren

Mareike Schodder, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Seit Beginn der Industrialisierung steigt der Meeresspiegel schneller als je zuvor in den letzten zweitausend Jahren. Nach vielen Jahrhunderten mit stabilen oder nur langsam steigenden Werten geht die Kurve seit Ende des 19. Jahrhunderts steil nach oben. Das zeigt eine Untersuchung von Ablagerungen an der US-Atlantikküste - die erste durchgehende Rekonstruktion der Veränderungen des Meeresspiegels über einen solch großen Zeitraum.

Zumindest in den letzten tausend Jahren kann das Auf und Ab der globalen Durchschnittstemperatur das Verhalten des Meeresspiegels erklären, schreibt ein internationales Forscherteam in der US-Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences. Die neuen Daten erhärten die physikalisch begründete Annahme, dass der Meeresspiegel umso rascher steigt, je wärmer das globale Klima wird.

„Die neue Untersuchung bestätigt unser Modell des Meeresspiegelanstiegs – die Daten der Vergangenheit schärfen damit unseren Blick in die Zukunft“, erklärt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, einer der Autoren. Bislang war der enge Zusammenhang zwischen Lufttemperatur und Meeresspiegelanstieg nur für die vergangenen 130 statt wie nun für 1000 Jahre belegt worden. Das zeitliche Zusammentreffen der Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs mit dem Beginn der Industrialisierung sei, so Rahmstorf, ein deutlicher Hinweis: „Der Mensch heizt mit seinen Treibhausgasen das Klima immer weiter auf, daher schmilzt das Landeis immer rascher und der Meeresspiegel steigt immer schneller. Mehr dazu (24 KB)

 

09.06.2011 – IDW - Meteorologen zeigen bleibenden Einfluss von FCKW auf die Ozonschicht

Freie Universität Berlin - Presse und Kommunikation: Kerrin Zielke

Trotz einer Erholung der Ozonschicht muss nach Einschätzung von Atmosphärenforschern in den kommenden Jahren noch mit zeitlich begrenzten, massiven Ozonverlusten gerechnet werden. Die Wissenschaftler, die im Rahmen einer DFG-Forschergruppe Veränderungen in der Stratosphäre und deren Auswirkungen auf das Klimasystem untersuchen, erklärten, in Jahren mit kalten polaren Wintern sei ein starker Abbau der Ozonschicht im folgenden Frühjahr zu erwarten. Dies sei eine Folge von chemischen Prozessen, deren Ursache in den über Jahrzehnte emittierten Flurchlorwasserstoffen (FCKW) liegen. Sprecherin der Forschergruppe ist die Meteorologie-Professorin Ulrike Langematz von der Freien Universität Berlin.

Neueste wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich im Verlauf dieses Jahrhunderts das Ozonloch, das seit mehr als 25 Jahren alljährlich in den Frühlingsmonaten über der Antarktis entsteht, allmählich zurückbilden und sich die Ozonschicht erholen wird. Die Ergebnisse dieser Studien wurden kürzlich im Bericht der Vereinten Nationen zum Zustand der Ozonschicht zusammengefasst. Die Erholung der Ozonschicht wird als Ergebnis internationaler Vereinbarungen zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht gewertet, etwa des Montreal-Protokolls zum Verbot von Flurchlorkohlenwasserstoffen (FCKW). Wissenschaftler der an der Freien Universität angesiedelten DFG-Forschergruppe „Stratospheric Change and its Role for Climate Prediction“ verweisen nun darauf, dass es trotz dieser positiven Entwicklung in den kommenden Jahren noch zu zeitlich begrenzten Ozonverlusten kommen könne. Mehr dazu (24 KB)

 

08.06.2011 – derStandard.at - Sechs Mal mehr Plastik als Plankton in den Weltmeeren

Sechs Mal mehr Plastik als Plankton in den Weltmeeren-kVon Julia Schilly - Experten diskutierten in Wien über Plastik fressende Fische, den "Tod normalen Denkens" und fehlenden politischen Mut in Österreich

Die Menge des Kunststoffs, der in den vergangenen 100 Jahren produziert wurde, würde reichen, um den gesamten Erdball sechsmal einzupacken. Ein Umdenken hat kaum stattgefunden: Immer noch werden zum Beispiel jedes Jahr 144 Milliarden PET-Flaschen produziert. Dabei hat die einmalig verwendete Plastik- längst die Glas- oder Mehrweg-PET-Flasche vom Markt verdrängt. Auch in Österreich gelangen jährlich rund 37.000 Tonnen Plastikflaschen in den Handel. Der Mehrweganteil sank dabei von 1994 bis 2009 von 96 auf 18,1 Prozent. 500 TeilnehmerInnen zwischen 18 und 65 Jahren wurden nun vom Institut marketagent.com zu ihrem Getränkekonsum sowie Umweltbewusstsein in Bezug auf die Plastikflaschen-Problematik befragt*.

Das fehlende Umweltbewusstsein - Laut Umfrage fallen bei mehr als einem Fünftel der österreichischen Haushalte pro Woche 11 bis 20 oder sogar mehr leere Plastik-Getränkeflaschen an. Bei weiteren 30 Prozent sind es sechs bis zehn Flaschen. Nur in fünf Prozent der Haushalte fallen gar keine Plastik-/PET-Flaschen an. Dabei sind sich laut Umfrage die ÖsterreicherInnen der Umweltbelastung bewusst: 77 Prozent gaben als größten Nachteil der PET-Flasche die Verursachung von viel Müll an. Auch der hohe Ressourcenverbrauch bei der Plastikflaschenherstellung (47 Prozent) sowie die Belastung der CO2-Bilanz (44 Prozent) wurden von vielen Befragten genannt. Mit jeweils 22 Prozent bemängelt fast ein Viertel die umständliche Entsorgung.

Auf die Frage, was die Vorteile seien, gab es vier Spitzenreiter: Leichtes Gewicht mit 69 Prozent, Praktikabilität vor allem für unterwegs mit 62 Prozent, die Möglichkeit die Flasche wieder zu verschließen mit 56 Prozent sowie die Nicht-Zerbrechlichkeit mit 54 Prozent. Über die Umweltprobleme sowie den hohen Ressourcenverbrauch für Produktion und Recycling wussten die meisten der Befragten jedoch nicht Bescheid. So war beispielsweise für mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer (68 Prozent) neu, dass drei Liter Wasser benötigt werden, um einen Liter Wasser in eine PET-Flasche abzufüllen. Mehr dazu (44 KB)

 

23.05.2011 – IDW - Klimawandel beeinträchtigt die Biodiversität und die natürlichen Lebensgrundlagen

Dr. Torsten Fischer – Pressestelle - Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Frankfurt am Main/Hamburg, den 23.05.2011 Landnutzungsänderungen und Klimawandel führen seit Jahren zu einem Verlust an biologischer Vielfalt. Auf der Statuskonferenz „Klimawandel und Biodiversität: Folgen für Deutschland“ am 19. und 20. Mai 2011 wurde nun vorgestellt, wie der Klimawandel die verschiedenen Lebensräume beeinflusst, welche Auswirkungen der Biodiversitätsverlust für Deutschland haben wird und wie hier sinnvoll gegengesteuert werden kann.

Etwa 150 Wissenschaftler sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beteiligten sich an der Veranstaltung im Frankfurter SENCKENBERG Naturmuseum, die unter der Federführung des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und des Climate Service Centers (CSC), einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht stattfand.

Beobachtungsdaten zeigen deutlich, dass es in Deutschland in den vergangenen 100 Jahren wärmer geworden ist. Bis 2100 wird je nach Szenario eine weitere Erwärmung zwischen 2 bis 4°C projiziert. Damit gehen Veränderungen in der Anzahl von Hitzetagen und Extremwetterereignissen einher, mit deutlichen Folgen für die biotische und abiotische Umwelt.

Biologische Vielfalt unter Stress - In Deutschland wurde bisher eine Abnahme kälte- und eine Zunahme wärmetoleranter Tier- und Pflanzenarten beobachtet – ein Trend, der sich in Zukunft verstärken dürfte. Insbesondere Arten mit besonderen Lebensraumansprüchen sind vom Klimawandel bedroht. Da jede Art eine bestimmte Funktion innerhalb von Ökosystemen erfüllt, werden mit zunehmendem Artensterben bzw. mit einer Veränderung der Artenzusammensetzung auch Ökosystemdienstleistungen in Frage gestellt, die durch die biologische Vielfalt erbracht werden: hierzu gehören u.a. die natürliche Reinigung und teilweise Regeneration von Luft, Wasser und Boden, die Kontrolle von Schädlingen und Krankheitserregern oder auch Bestäubungsdienstleistungen von Insekten bis hin zu ästhetischen Aspekten von Erholungslandschaften.

Auswirkungen auf Natur und Mensch? - Die biologische Vielfalt in Städten, Gewässern, Wäldern und auf natürlichen und landwirtschaftlich genutzten Flächen wird sich verändern – alle Lebensräume werden vom Klimawandel beeinflusst. Invasive Tier- und Pflanzenarten dürften sich weiter ausbreiten. Für die menschliche Gesundheit werden eine Reihe von Beeinträchtigungen erwartet: zum Beispiel durch neu eingewanderte Stechmückenarten, durch Zeckeninfektionen oder durch hoch allergene Pollen wie etwa der Ambrosie, deren Pollenflug überwiegend bei Temperaturen über 25°C auftritt. Mehr dazu (24 KB)

 

10.05.2011 – IDW – PM: Exotische Stechmücken und tropische Viren in Deutschland auf dem Vormarsch

Dr. Eleonara Setiadi - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Japanischer Buschmoskito und 3 Tropenviren identifiziert

Hamburg/Waldsee – Eine neue Stechmückenart(1) und gleich drei von Stechmücken-übertragene Viren(3,4) werden eine neu angelegte Datenbank zur Erstellung einer Mückenkarte für Deutschland ergänzen: Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) und der Universität Heidelberg haben in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage e.V. (KABS) in Waldsee den eingewanderten japanischen Buschmoskitos in Südwest-Deutschland identifiziert. Gleichzeitig wurde in anderen deutschen Stechmücken erstmals das Sindbis-, das Batai- und das Usutu-Virus nachgewiesen.

„In enger Kooperation zwischen verschiedenen Einrichtungen ist uns hier ein gesundheitspolitisch wichtiger und notwendiger Schritt in der kontinuierlichen Überwachung der Stechmücken und der von Stechmücken-übertragenen Viren in Deutschland gelungen“, sagt Prof. Egbert Tannich, Vorstandsmitglied des BNI und Koordinator eines interdisziplinären Stechmücken-Projekts, das dieses Jahr ins Leben gerufen wurde.

Als Folgen der Globalisierung und des Klimawandels in Deutschland sind nicht nur Wetterextreme wie Hitzewellen und Flutkatastrophen, sondern auch das regionale Vorkommen neuer Stechmückenarten, wie des japanischen Buschmoskitos (Ochlerotatus japonicus), in Deutschland zu verzeichnen.(1,2) Mit dem Nachweis der eingewanderten neuen Mückenart konnten in Deutschland bislang 48 Stechmückenarten von den Entomologen (Insektenkundlern) der Universität Heidelberg/KABS nachgewiesen werden, so der wissenschaftliche Leiter der KABS, Privatdozent Dr. Norbert Becker.

Insgesamt haben die Experten in den vergangenen Jahren mehr als eine halbe Million Stechmücken mit speziellen Fallen im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, zum Beispiel entlang der Elbe, des Rheins, der Donau, der Isar, am Chiemsee und Bodensee, gesammelt und bestimmt. „Durch unsere Arbeiten haben wir einen guten Überblick über das Auftreten von Stechmücken als mögliche Überträger von Krankheiten, wie der Malariamücke Anopheles plumbeus, die sich in vielen ländlichen Gemeinden in Süddeutschland ausbreitet“, betont Becker. Sie wäre auch als Überträger der Malaria geeignet, wie Infektionsversuche im Labor gezeigt haben.(2) Es sind jedoch, nach Meinung der Experten des BNI und der KABS, aufgrund der medizinischen Situation in Deutschland derzeit keine Malariaepidemien zu erwarten. Mehr dazu (48 KB)

 

02.05.2011 – IDW – PM: Giftige Zwerge in der Umwelt?

UNI-FrankfurtDr. Anne Hardy - Marketing und Kommunikation - Goethe-Universität Frankfurt am Main

Nanomaterialien können aquatische Ökosysteme gefährden

FRANKFURT. Die Zukunftserwartungen an die Nanotechnologie sind hoch. Sie bringt Materialien mit neuartigen Eigenschaften hervor, gilt als energiesparend und ressourcenschonend. Auf der anderen Seite stehen die Sorge um gesundheitliche Risiken für den Menschen und eine erhöhte Verbreitung der neuen nanopartikulären Produkte in der Umwelt. Da die meisten Produkte erst kurze Zeit im Umlauf sind, herrscht Unklarheit über die Langzeiteffekte. Um Risiken angemessen beurteilen zu können, müssen bestehende Richtlinien zur Prüfung von Chemikalien ergänzt und angepasst werden, so das Plädoyer der Forschergruppe „Aquatische Ökotoxikologie“ um Prof. Jörg Oehlmann in der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“. Im Rahmen eines von der OECD geförderten Projekts überprüft seine Gruppe, welche Auswirkungen Nanopartikel aus Silber und Titandioxid auf wirbellose Tiere in aquatischen Ökosystemen haben.

Mit steigenden Produktionsmengen gelangen nanoskalige Substanzen zunehmend in Oberflächengewässer: nanoskaliges Titandioxid aus Fassadenfarbe wird mit dem Regen in die Gewässer geschwemmt; Nanosilber aus Sportbekleidung löst sich beim Waschen aus den Textilien, ebenso gelangen Nanomaterialien aus Kosmetika und anderen Körperpflegeprodukten in die Umwelt. Während freie Nanopartikel meist größere Verbände bilden und sich bevorzugt im Sediment eines Gewässers absetzen, können speziell beschichtete Nanomaterialien als freie Partikel durch Strömungen weit im Gewässer verteilt werden. Es besteht die Gefahr, dass im Wasser lebende Organismen Nanopartikel über die Kiemen, die Körperoberfläche und die Nahrung aufnehmen. Mehr dazu (32 KB) – Forschung Frankfurt der Artikel dazu (220 KB)

 

19.04.2011 – IDW - Winziges Klima-Genie auf dem Prüfstand

Winziges Klima-Genie auf dem Pruefstand-kDr. Andreas Villwock – Pressestelle - Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel

Kiel. Ein winziger Einzeller mit großer Bedeutung steht im Mittelpunkt des nächsten Mesokosmen-Experiments des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR): die Kalkalge Emiliania huxleyi transportiert Kohlenstoff in den tiefen Ozean und produziert außerdem ein klimakühlendes Gas. Ein 36-köpfiges Forscherteam aus deutschen, britischen und norwegischen Instituten untersucht, wie dieser Winzling auf die Ozeanversauerung reagiert und welche Folgen dies für den globalen Klimawandel hat. Dazu werden nach Ostern neun große Experimentieranlagen, sogenannte Mesokosmen, von Kiel nach Bergen verschifft.

Der Ozean bremst den Klimawandel, denn er nimmt einen Teil des vom Menschen produzierten Kohlendioxids (CO2) auf und fungiert so als Kohlenstoffsenke. Allerdings reagiert das CO2 mit dem Wasser zu Kohlensäure. Das Wasser wird dadurch saurer, was für marine Lebewesen, die ihre Schalen und Skelette aus Kalk aufbauen, gefährlich werden kann. Welche Folgen dies für das Ökosystem Meer hat, untersuchten Kieler Forscher bereits in mehreren Experimenten, zuletzt 2010 vor der Küste Spitzbergens. Ihr nächstes Projekt soll jetzt weitere Fragen zu den marinen Stoffkreisläufen beantworten. Dafür werden Ende April neun Experimentieranlagen des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), sogenannte Mesokosmen, mit dem norwegischen Forschungsschiff HÅKON MOSBY von Kiel aus in den Raunefjord vor Bergen (Norwegen) transportiert.

„Im vergangenen Jahr haben wir im Kongsfjord vor Spitzbergen untersucht, wie das Nahrungsnetz der Arktis auf den steigenden CO2-Gehalt reagiert. Denn das kalte Wasser in den höheren Breiten nimmt besonders große Mengen von diesem Gas auf. Der Arktische Ozean wird deshalb früher als andere Meeresregionen korrosiv für kalkbildende Organismen“, erklärt Prof. Ulf Riebesell, Meeresbiologe am IFM-GEOMAR und Leiter der Mesokosmen-Experimente. „Vor allem an der Basis der Nahrungskette konnten wir deutliche Veränderungen beobachten. Besonders empfindlich auf die im Experiment simulierte Ozeanversauerung reagierten die Flügelschnecken, die ein wichtiges Bindeglied im arktischen Nahrungsnetz bilden.“ Mehr dazu (32 KB)

 

24.03.2011 – IDW - Wie sich Änderungen der Landnutzung auf das Klima auswirken

Boeden haben ein Langzeitgedaechtnis fuer ihre Nutzungsgeschichte-kDr. Michael Welling - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Böden haben ein „Langzeitgedächtnis“ für ihre Nutzungsgeschichte

In Böden ist doppelt so viel Kohlenstoff in Form von Humus gespeichert wie Kohlenstoff als CO2 (Kohlendioxid) in der Atmosphäre. Durch Landnutzungsänderungen, wie die Umwandlung von Grünland in Ackerland, können innerhalb weniger Jahre bis zu 40 % des Humus verloren gehen und als CO2 unser Klima beeinträchtigen. Der umgekehrte Weg dauert wesentlich länger: Werden Landnutzungsänderungen rückgängig gemacht, kann es Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern, bis sich der Humus wieder angereichert hat. Das ist das Ergebnis einer Studie von Christopher Poeplau und Axel Don aus dem Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Braunschweig, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Global Change Biology veröffentlicht wurde.

Um zu den Ergebnissen zu gelangen, haben die beiden Wissenschaftler im Rahmen des europäischen Großforschungsprojekts „Greenhouse-gas-Europe“ knapp 100 veröffentlichte Feldstudien zusammenfassend ausgewertet und daraus Modelle entwickelt. Mit ihnen lässt sich ermessen, wie sich verschiedene Landnutzungsänderungen auf die Humusvorräte im Boden auswirken. Wird eine Wiese in einen Acker umgewandelt, führt dies zu Humusverlusten von durchschnittlich 35 %. In Deutschland sind in letzter Zeit mehr als 70.000 ha Grünland pro Jahr zu Ackerland umgebrochen worden, das entspricht 100.000 Fußballfeldern. Insgesamt betreffen Landnutzungsänderungen etwa 9 % der deutschen Landfläche in einem Zeitraum von fünf Jahren – genug, um dadurch die gesamte Treibhausgasbilanz von Deutschland zu beeinflussen. Global verursachen Landnutzungsänderungen 20 % der menschen-gemachten Treibhausgase, vor allem durch die Abholzung tropischer Wälder und die Umwandlung dieser Flächen in Acker- und Weideland. Mehr dazu (44 KB)

 

15.02.2011 – IDW - Gefahren durch extreme Niederschläge werden ab 2040 deutlich zunehmen

Umweltbundesamt (UBA - Gemeinsame Presseinformation mit BBK, DWD und THW

Der Klimawandel schreitet weiter voran. Deutschland muss deshalb schon ab dem Jahr 2040 ganzjährig mit einer starken Zunahme extremer Niederschläge rechnen. Damit drohen bereits in drei Jahrzehnten deutlich mehr Schäden durch Überschwemmungen. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich frühzeitig auf die wachsenden Gefahren durch Wetterextreme vorbereiten. Mehr dazu (28 KB)

 

27.01.2011 – IDW – PM: Atlantikwasser wärmt die Arktis auf

Atlantikwasser waermt die Arktis auf-k– "Science"-Studie: Jüngster Temperaturanstieg in der Framstraße einmalig in den letzten 2000 Jahren –

Nie in den vergangenen 2000 Jahren war das atlantische Wasser in der östlichen Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen so warm wie heute. Dies belegt eine Untersuchung von Meeressedimenten am westlichen Kontinentalhang Spitzbergens, die federführend von Wissenschaftlern des Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, gemeinsam mit Kollegen aus Bremerhaven, Tromsö (Norwegen) und Boulder (USA) durchgeführt wurde. Die entsprechende Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Science“.

Die Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen ist die wichtigste Verbindung zwischen dem Arktischen Ozean und den übrigen Weltmeeren. Auf der Ostseite der Meeresstraße fließen warme und salzreiche Wassermassen aus dem Nordatlantik in die Arktis. Dieser warme Strom, die nördlichste Fortsetzung des Golfstroms, sorgt sogar im Winter für überwiegend eisfreie Bedingungen westlich von Spitzbergen. Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, konnten jetzt zusammen mit Kollegen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar und Meereforschung in Bremerhaven sowie Kollegen aus Tromsö (Norwegen) und Boulder (USA) anhand von Meeressedimenten nachweisen, dass die Wassertemperaturen des einströmenden Atlantikwassers in der östlichen Framstraße im Verlauf der vergangenen 2000 Jahre immer wieder um mehrere Zehntel Grad Celsius schwankten. Der jüngste Temperaturanstieg um etwa 2 Grad Celsius in den vergangenen 100 Jahren ist jedoch beispiellos im untersuchten Zeitraum. „Eine solche Erwärmung von Atlantikwasser in der Framstraße hebt sich wesentlich von den Klimaschwankungen der vergangenen 2000 Jahre ab“, sagt Dr. Robert Spielhagen, der für die Mainzer Akademie als Paläoozeanograph am IFM-GEOMAR forscht. Er ist Erstautor der Studie, die in der aktuellen Ausgabe von „Science“ erscheint. Mehr dazu (44 KB)

 

20.01.2011 – IDW – Befund: Humusreiche Ackerböden verlieren Kohlenstoff

Der europäische Forschungsverbund CARBOEUROPE hat eine neue Studie vorgelegt, in der der Kohlenstoffhaushalt von Äckern erstmals umfassend mit einer neuen Methode bilanziert wurde (Sonderband der Fachzeitschrift 'Agriculture, Ecosystems and Environment', Band 139/3). Diese Methode beruht auf der direkten Messung der CO2-Flüsse zwischen dem Ökosystem und der Atmosphäre. Die Pflanzen nehmen tagsüber CO2 (Kohlendioxid) im Zuge der Photosynthese auf. Einen Teil davon veratmen sie nachts wieder. Darüber hinaus setzt der Boden durch die Mineralisation von Humus CO2 frei. Die Netto-Bilanz dieser Flüsse wurde durch kontinuierliche Messungen direkt bestimmt und mit der Ernte und dem Eintrag von Kohlenstoff durch Wirtschaftsdünger kombiniert. So konnte eine integrierte Kohlenstoffbilanz der Äcker dargestellt werden.

Dr. Werner Kutsch vom Johann Heinrich von Thünen Institut (vTI), der von deutscher Seite Daten einbrachte und die Studie mit koordinierte, ist begeistert von den Fortschritten dieser Methode: „Bisher konnte die Frage, ob ein Ackerboden Humus verliert oder nicht, nur durch wiederholte Beprobung in einem Zeitrahmen von Jahrzehnten beantwortet werden. Jetzt können wir kurzfristigere Aussagen machen und bei größeren Datensätzen sogar den Einfluss von Klima und Fruchtfolgen trennen.“

Um den Einfluss einzelner Fruchtarten auszuschließen, koordinierte Dr. Kutsch ein Teilprojekt, in dem die Bilanzen verschiedener europäischer Standorte über eine volle mehrgliedrige Fruchtfolge untersucht wurden. Hier zeigte sich bei allen neun bisher in Europa untersuchten Standorten eine Humuszehrung, die im Mittel etwa 95 g Kohlenstoff pro Quadratmeter und Jahr betrug und mit zunehmender Kohlenstoff-Konzentration im Boden anstieg. Bemerkenswert ist dieser Kohlenstoffverlust, weil viele Standorte nach guter fachlicher Praxis bewirtschaftet wurden und die Mengen an Kohlenstoff, die dem Boden zugeführt wurden, durchaus den aktuellen Empfehlungen (z.B. der VDLUFA) entsprachen.

Dr. Kutsch: „Ein solches Ergebnis hatten wir nicht erwartet. Es ist in doppelter Hinsicht schlecht, denn es verringert die Bodenfruchtbarkeit und belastet die Atmosphäre.“ Weitergehende Forschung sollte sich daher auf die Frage konzentrieren, ob auf Böden mit hohem Kohlenstoffgehalt, wie etwa dem vom VTI untersuchten Schwarzerde-Standort im Thüringer Becken, eine angepasste fachliche Praxis den Humusgehalt stabilisieren kann. Schließlich ist zu analysieren, ob ein bereits stattfindender Klimawandel schon zu Kohlenstoffverlusten in Agrarökosystemen führt. Mehr dazu (24 KB)

 

04.01.2011 – FR – Klimawandel: Die Meeresströme im Norden erlahmen

Die Meeresstroeme im Norden erlahmen-kEs gibt ihn wirklich: Korallen, die Gedächtnisse der Ozeane, sind seit 1970 Zeugen des Klimawandels. Zweitausend Jahre lang war das Wechselspiel der Ströme im Norden stabil - heute gibt es ein massives Ungleichgewicht.

Der Klimawandel bringt die großen Meeresströme aus dem Gleichgewicht. Das beweisen Tiefseekorallen, die als Gedächtnis des Ozeans fungieren, wie jetzt Wissenschaftler der Universität Basel und des Schweizer Forschungsinstituts Eawag herausgefunden haben. In der Nähe von Neufundland stößt der kalte Labradorstrom auf den warmen Golfstrom. Es ist ein stetes Ringen zwischen warmem und kaltem Wasser, doch ein Ringen voller Regelmäßigkeiten. Zweitausend Jahre lang blieb das Wechselspiel der beiden Riesenströme stabil. Doch seit rund 40 Jahren wird der kühle Labradorstrom aus dem Norden immer schwächer.

„Zuvor war meistens das kalte, subpolare Wasser dominant, doch in den letzten Jahrzehnten ist der Golfstrom immer häufiger zum Zuge gekommen“, sagt Carsten Schubert vom Gewässerforschungsinstitut Eawag. Dieser mit der globalen Klimaerwärmung einhergehende Vorgang sei für die vergangenen 2000 Jahre einmalig, so die Wissenschaftler.

Das internationale Forschungsteam um die beiden Biogeochemiker Schubert und Moritz Lehmann konnte nun nachweisen, dass in den frühen 70er Jahren im Nordwestatlantik ein einschneidender Wechsel zu einem „Warmwasser-Modus“ stattfand. Genau zu der Zeit, als auch das Klima begann, sich immer mehr aufzuheizen. Kommt das Gleichgewicht zwischen Golfstrom und Labradorstrom aus dem Takt, dann beeinflusst das auch Wetter und Klima in Europa. Der Golfstrom ist ein wesentlicher Faktor im Duell von Azorenhoch und Islandtief, das die Wetterlage in Europa bestimmt. Mehr dazu (28 KB)

 

02.01.2011 – derStandard.at - Australische Ostküste unter Wasser

Queenslands Finanzminister spricht von "Katastrophe biblischen Ausmaßes" - Rockhampton abgeschnitten

Sydney - Heftige Überschwemmungen haben in Australien die Stadt Rockhampton mit 75.000 Einwohnern von der Außenwelt praktisch abgeschnitten. Nachdem bereits Flughafen und Bahnhof geschlossen waren, mussten am Sonntag auch die Hauptzufahrtsstraßen aus Norden und Süden entlang der Ostküste gesperrt werden. Der Finanzminister des Bundeslandes Queensland sprach von einer "Katastrophe biblischen Ausmaßes" und schätzte die Gesamtschäden auf mehr als eine Milliarde australischer Dollar (etwa 730 Millionen Euro). Die überschwemmte Fläche ist so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen.

In der Innenstadt von Rockhampton trat der Fluss Fitzroy über die Ufer. Die Behörden appellierten an Freiwillige, beim Füllen von Sandsäcken zu helfen, um Häuser vor den Wassermassen schützen zu können.

In Queensland haben die durch heftige Regenfälle ausgelösten Fluten 22 Städte unter Wasser gesetzt oder sie von der Außenwelt abgeschnitten. Mehr dazu (12 KB)

 

31.12.2010 – derStandard.at - 200.000 Australier von Hochwasser betroffen

200000 Australier von Hochwasser betroffen-kÜberflutete Fläche größer als Frankreich und Deutschland zusammen - mit Video

Brisbane - Tausende Australier fliehen im Osten des Kontinents vor den schlimmsten Überschwemmungen seit 50 Jahren. Viele Bewohner überfluteter Städte wurden auf dem Luftweg in Sicherheit gebracht. Entspannung zeichnet sich bisher nicht ab: Die Behörden fürchten, dass die Katastrophe noch wochenlang andauern wird.

Die Regenmenge im nordöstlichen Bundesstaat Queensland übertrifft die sonst üblichen Niederschläge um das Vierfache. Queenslands Gouverneurin Anna Bligh sprach von einem riesigen Schaden für Hausbesitzer, Farmer und Geschäftsleute. Ernten wurden vernichtet, Häfen geschlossen und Kohlebergwerke überflutet.

Insgesamt sollen etwa 200.000 Menschen vom Hochwasser betroffen sein. Tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht, viele mit Hubschraubern. Manche Einwohner der evakuierten Stadt Condamine weigerten sich aber auch, ihre Häuser zu verlassen - sie hatten Angst vor Plünderern oder wollten ihre Haustiere nicht zurücklassen.

Trinkwasserbehälter überschwemmt

Australiens Premierministerin Julia Gillard besuchte die am schlimmsten betroffene Ortschaft Bundaberg. Dort waren mindestens 120 Häuser überschwemmt worden. Die Behörden warnten, dass Lebensmittel knapp werden könnten. Außerdem könnten sich Krankheiten ausbreiten, weil die Fluten Trinkwasserbehälter überschwemmten.

"Die ansteigenden Fluten haben so viel Schutt die Flüsse hinuntergespült, dass die Wasserversorgung der Städte blockiert wurde", sagte der Direktor der Versorgungsbetriebe in der Provinz, Ton Smith. Das Flusswasser sei häufig von Zuflüssen verschmutzt, die bei normalen Pegeln nicht ins Wasser gelangten. Mehr dazu (60 KB)

 

13.12.2010 – jw - Desaströses Ergebnis

Cancún: Einigung auf dem Klima-Gipfel ist »schlechter als gar kein Abkommen«

Von Peter Clausing - Wer kleine Brötchen bäckt, kann frohlocken, wenn eines davon etwas größer ausfällt, selbst wenn es deformiert ist. So etwa könnte die Philosophie der offiziellen Politik mit Blick auf die Ergebnisse des Klimagipfels im mexikanischen Cancún, der am Samstag zu Ende ging, umschrieben werden.

Während ein Team des Potsdamer Instituts für Klimafolgeforschung unter Federführung des Physikprofessors Anders Levermann am 8. Dezember davor warnte, daß selbst eine Erderwärmung um nur 1,5 Grad Celsius Folgen für Jahrhunderte haben wird, betrachtet es Bundesumweltminister Röttgen als großen Erfolg, daß in Cancún eine Einigung auf zwei Grad Celsius als Obergrenze erreicht worden sei. Das Wort »Einigung« hat einen schalen Beigeschmack, denn die »Einigung« wurde unter Aushebelung des bei UN-Verhandlungen geltenden Konsensgebots erzielt – der Widerstand Boliviens – Verfechter eines 1,5-Grad-Limits – wurde übergangen. Boliviens Chefdelegierter Pablo Solón, der auf der Konferenz mehrfach vom UN-Sicherheitspersonal behindert wurde, kritisierte, daß eine Temperaturerhöhung um zwei Grad sehr viele Menschen schwer treffen wird und daß der Beschluß von Cancún nicht einmal geeignet sei, diese zwei Grad einzuhalten. Jüngste wissenschaftliche Berichte, so Solón, zeigten, daß schon heute 300000 Menschen jährlich an den Folgen klimabedingter Katastrophen sterben und daß der verabschiedete Text darauf hinauslaufe, diese Zahl in den kommenden Jahren auf eine Millionen zu erhöhen – etwas, womit sich Bolivien niemals abfinden werde. Anstelle des »Realismus« hohler Gesten, den die Industrieländer propagierten, sei die Verfolgung ambitionierter Ziele gefragt. Mehr dazu (24 KB)

 

09.12.2010 – IDW - Kinderspielzeug zu hoch belastet

Presse und Kommunikation - Leuphana Universität Lüneburg

Universität Lüneburg: Schadstoffgrenzen sind „unverantwortlich“ – Wissenschaftler fordert: Duftstoffe ganz verbieten

Lüneburg. Kinderspielzeug in Deutschland ist mit viel zu hohen Konzentrationen an gefährlichen Schadstoffen belastet. Darauf hat die Leuphana Universität Lüneburg hingewiesen. „Die zulässige Mengen sowohl an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) als auch an Schwermetallen liegen weit über dem vertretbaren Maß und sind unverantwortlich“, warnt Prof. Klaus Kümmerer. Der Lüneburger Umweltwissenschaftler kritisiert damit die jüngste EU-Richtlinie zu den Sicherheitsanforderungen für Spielzeug scharf. Betroffene Kinder, die mit stark belastetem Spielzeug in Berührung kommen, würden nach seiner Einschätzung einer Gefahr ausgesetzt, die etwa dem Konsum von 40 Zigaretten nacheinander entspreche. Den Einsatz von zusätzlichen Duftstoffen hält Kümmererer sogar für „absolut überflüssig.“ Mehr dazu (16 KB)

 

07.12.2010 – derStandard - Inselstaaten bangen um ihre Existenz

Inselstaaten bangen um ihre Existenz-kSollten beispielsweise die Marschallinseln im Meer versinken, stellen sich viele auch völkerrechtliche Fragen

Cancun - Was geschieht mit einer Nation, wenn ihr Staatsgebiet verschwindet? Werden ihre Bürger staatenlos? Verliert das Land seinen Sitz in der UN-Vollversammlung? Und wo sollen die Menschen leben? ... diese Fragen stellen sich kleine Inselstaaten im Pazifik, die ob des Klimawandels um ihre bloße Existenz bangen.

Der steigende Meeresspiegel ist beispielsweise für die Marschallinseln zu einer echten Bedrohung geworden. Die Salzkonzentration im Grundwasser steigt und immer höhere Wellen nagen auf dem Jaluit-Atoll an der wichtigen Verbindung von der Insel zum Flughafen. "Es wird immer schlimmer", sagt der Koordinator für Klimawandel auf den Marschallinseln, Kaminaga Kaminaga. "Menschen, die nah am Ufer wohnen, bleibt nichts anderes übrig, als Tag für Tag die Dämme zu erneuern." Die UN geht davon aus, dass wegen der Erderwärmung und der abschmelzenden Polkappen der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um durchschnittlich 60 Zentimeter steigen wird. Besonders flache Inseln könnten dann größtenteils überschwemmt werden.

Verhandlungen - Bereits seit Jahren diskutiert die Weltgemeinschaft über den Klimawandel, doch ist wenig passiert. Auch beim UN-Klimagipfel, der derzeit im mexikanischen Cancún stattfindet, verhandeln die Delegationen aus 193 Staaten wieder über die Reduktion der Emission von Treibhausgasen, die für die globale Erwärmung verantwortlich gemacht werden. Konkrete Vereinbarungen erwarten Beobachter jedoch auch auf der 16. Weltklimakonferenz nicht. Die Bewohner der Marschallinseln sowie von Kiribati und Tuvalu im Pazifischen Ozean fragen sich unterdessen, wie viel Zeit ihnen noch bleibt, bis ihre Heimat von der Erdoberfläche verschwindet.

"Wir sehen uns mit ganz neuen Problemen in der Geschichte der Nationalstaaten konfrontiert", sagt der Rechtsberater der Marschallinseln, Dean Bialek. "Im Zusammenhang mit dem Klimawandel stellen sich existenzielle Fragen, für die das Völkerrecht keine angemessenen Antworten bereithält." Bisher lösten sich Staaten durch Aufspaltung, Beitritt oder Eroberung auf - niemals zuvor ist ein Land aber tatsächlich verschwunden. Mehr dazu (32 KB)

 

07.12.2010 – derStandard - CO2-Abscheidung alarmiert Klimaschützer

CO2-Abscheidung alarmiert Klimaschuetzer-kVon Martin Putschögl - CCS könnte als Klimaprojekt anerkannt werden - Greenpeace fordert Veto von Berlakovich, der mit Pannen nach Cancún gelangte

Die höchst umstrittene Technik der CO2-Abscheidung und -Speicherung (engl. carbon capture and storage, kurz CCS) soll in den internationalen Zertifikatehandel aufgenommen werden. Das sehen zumindest diverse Vorschläge vor, die gerade beim Klimagipfel in Cancún zirkulieren und auch schon in möglichen Vorlagen für Beschlüsse seitens der Umweltminister auftauchen.

Konkret könnte CCS als Projekt des so genannten Clean Development Mechanismus (CDM) anerkannt werden. Das Kyoto-Protokoll erlaubt in seiner 2001 endgültig festgelegten Fassung, dass sich die Unterzeichnerstaaten zum Erreichen ihrer Reduktionsziele so genannter "flexibler Mechanismen" bedienen. Dazu gehört etwa der Handel mit Emissionsrechten, also der Zukauf von Emissionszertifikaten. Im zu den "flexiblen Mechanismen" zählenden CDM sind auch Investitionen in Emissionsreduzierungsprojekte in Entwicklungsländern, die keine Reduktionsverpflichtung haben, vorgesehen. Industrieländer können sich also durch Klimaprojekte in diesen Ländern zusätzliche Emissionsrechte quasi "verdienen". Als Nebeneffekt soll den armen Ländern die Entwicklung hin zu sauberer Energie erleichtert werden.

Teuer und energieaufwändig

Technisch betrachtet wird bei CCS nach der Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung das Kohlendioxid abgetrennt und über Pipelines tief in der Erde verpresst. Die Technik hat allerdings mehrere Haken. Unter anderem ist sie sehr teuer und extrem energieaufwändig.

Dennoch wollen manche Industrie- und Schwellenländer nun Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken in Entwicklungsländern im Erdboden lagern dürfen und sich das auf ihr eigenes Klimaziel anrechnen lassen. Laut dem "Climate Action Network" (CAN), einem Zusammenschluss von Umwelt-NGOs, kam der Vorschlag von Saudiarabien und wurde von einem Dutzend Ländern unterstützt, darunter mehrere Ölstaaten sowie Norwegen. Saudiarabien heimste für den Vorschlag auch bereits den zweifelhaften Preis "Fossil of the Day" ein. Mehr dazu (40 KB)

 

03.12.2010 – derStandard.at - Klimagipfel in Cancun - China bremst und gibt Tempo vor

China bremst und gibt Tempo vor-kVon Regina Bruckner - Peking hat in Cancun gute Argumente dafür, mehr Anstrengungen von anderen Ländern zu fordern

Cancun - 2010 könnte laut UN-Experten das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Laut Weltorganisation für Meteorologie (WMO) wurden von Oktober bis November vermutlich noch nie höhere Temperaturen gemessen. "Es ist fast sicher, dass 2010 unter den drei wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen ist", sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud am Rande der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancun. Auch das vergangene Jahrzehnt wird demnach seit Beginn der Messungen 1850 einen Wärmerekord aufstellen. Die Durchschnittstemperatur lag laut WMO um 0,46 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1961-1990. Jarraud will die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Daten die Staaten bei den Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen anspornen würden. Sollte nichts getan werden, warnte Jarraud, werde die Temperaturkurve weiter steigen.

China im Fokus

Der Fokus in Cancun liegt immer wieder auf China. Immerhin hat sich das aufstrebende Schwellenland zum größten Emittenten von klimaschädlichem CO2 entwickelt. Tatsächlich hat China zwar nicht so einen hohen Pro-Kopf-Ausstoß an Kohlendioxid wie die etablierten Industrieländer. Da es aber mit gut 1,3 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde ist und seit einigen Jahren wirtschaftlich massiv aufholt, hat es sich insgesamt zum größten CO2-Produzenten der Welt entwickelt. China pocht allerdings auf seinen Nachholbedarf gegenüber den etablierten Industriestaaten und will sich bei der Aufholjagd nicht durch unveränderliche Emissionsminderungszusagen bremsen lassen. China wehrt sich dagegen, sich im Rahmen eines internationalen Klimaschutzabkommens auf die Verringerung seines CO2-Ausstoßes zu einem festen, von seinem Wirtschaftswachstum unabhängigen Prozentsatz zu verpflichten. Stattdessen kündigte das Land vergangenes Jahr an, seinen Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 bis 45 Prozent pro Einheit seines Bruttoinlandsproduktes im Vergleich zu 2005 zu verringern. Mehr dazu (24 KB)

 

02.12.2010 – jw - Verfolgung im Schatten der Klimakonferenz

Mexiko: Paramilitärs attackieren Menschenrechtsaktivisten. Fehlender Schutz durch Regierung

Von Luz Kerkeling - Bei den Klimaverhandlungen im mexikanischen Cancún herrscht weiter Skepsis vor, daß es bei dem Gipfeltreffen zu konkreten Ergebnissen kommen wird. Wie die Nachrichtenagentur Prensa Latina berichtet, nutzte die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Beratungen, um erneut die Weigerung der Industriestaaten zu kritisieren, konkrete Verpflichtungen für eine Reduzierung der Gasemissionen einzugehen. Viele Regierungen versteckten sich hinter der US-Administration, die nichts für ein Abkommen zum Klimaschutz zu tun bereit sei, heißt es in einem von der Organisation in Cancún verteilten Dokument. Auch Boliviens Botschafter bei der Konferenz, Pablo Solón, erklärte, ein Erfolg der Klimakonferenz könne nur in einer drastischen Reduzierung der CO2-Emissionen bestehen. Das werde jedoch von den Industriestaaten verweigert.

Mexikanische Menschenrechtsorganisationen befürchten unterdessen, daß die Klimakonferenz von der sich weiter verschlechternden Menschenrechtssituation im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas ablenkt. Dort stünden Folter, Verschwindenlassen, Verhaftungen aufgrund gefälschter Beweise und Morde weiter auf der Tagesordnung, wie lokale Menschenrechtszentren anprangern. Hintergrund ist, daß sowohl nationale als auch internationale Akteure größtes Interesse an einer Ausbeutung der Süßwasservorkommen, der biologischen Vielfalt, der Bodenschätze sowie der Nutzung attraktiver Landschaften und Maya-Ruinen für den Tourismus haben. Dazu kommen neben dem traditionellen Kaffeeanbau neue agrarindustrielle Projekte wie Ölpalmen- oder Jatropha-Plantagen zur Gewinnung von ökologisch fragwürdigem »Biosprit«, der von der Regierung massiv unterstützt wird. Mehr dazu (20 KB)

 

01.12.2010 – NZZ - Neue Gifte ersetzen alte

Neue Gifte ersetzen alte-kUnter dem Druck einer Umweltschutz-Konvention weicht die Industrie auf neue, oft unzureichend erforschte Flammschutzmittel aus. Internationale Auflagen greifen beim Verbot giftiger Flammschutzmittel zu kurz. Jetzt fordern Wissenschafter einen Richtungswechsel.

Von Helga Rietz - Es ist offenbar egal, wo man misst. Dechloran Plus, eine Substanz, die weithin als Flammschutzmittel in Elektronikbauteilen, in Ummantelungen für stromführende Kabel und in Plasticwerkstoffen Verwendung findet, ist weltweit in Luft und Gewässern nachweisbar, selbst in abgelegenen Regionen der Polarmeere. Das legt eine aktuelle Studie von Forschern des Helmholtz-Zentrums Geesthacht nahe. 1 Die Wissenschafter des Instituts für Küstenforschung um Ralf Ebinghaus nutzten das Forschungsschiff «Polarstern», um östlich von Grönland sowie entlang der östlichen Atlantikküste zwischen Grossbritannien und dem Südpolarmeer Proben aus Luft und Wasser zu entnehmen. Jede einzelne dieser Proben enthielt das Flammschutzmittel.

Altbekannte Gefahren

Dabei ist längst bekannt, dass von halogenierten organischen Verbindungen – zu denen auch Dechloran Plus zählt – oft erhebliche Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen. Es handelt sich dabei um Kohlenwasserstoffverbindungen, bei denen einige der Wasserstoffatome durch Halogene – Fluor, Chlor oder Brom – ersetzt sind. Die Halogene binden so stark an Kohlenstoff, dass sie derartige Verbindungen chemisch fast unangreifbar machen. In der Folge sind diese Substanzen äusserst schlecht abbaubar. In Luft und Wasser breiten sie sich über die ganze Erde aus und reichern sich in Organismen an. Viele halogenierte organische Verbindungen sind giftig, zum Beispiel können sie Krebserkrankungen auslösen, den Hormonhaushalt stören oder die Fortpflanzung beeinträchtigen.

Deshalb bemüht sich die internationale Gemeinschaft seit Jahren, Schadstoffe dieser Art aus dem Verkehr zu ziehen. Mit dem «Stockholmer Übereinkommen zu persistenten organischen Schadstoffen» sind seit 2004 Herstellung und Einsatz von zwölf Substanzen auf wenige Ausnahmen beschränkt, darunter auch einige chlorierte Flammschutzmittel. Eine Ergänzung zur Stockholmer Konvention, die im Sommer dieses Jahres in Kraft trat, bezieht weitere neun Substanzen ein. Seither stehen weitere Gruppen chlor- und bromhaltiger Flammschutzmittel auf der Liste verbotener Schadstoffe. Mehr dazu (64 KB)

 

30.11.2010 – IDW - Hitzerekorde nehmen zu

Kölner Physiker berechnen Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Hitzerekorden

Der heißeste Sommer – der heißeste Tag: Immer wieder verkünden die Medien neue Temperaturrekorde. Doch gibt es tatsächlich immer häufiger Hitzekorde? Und wenn ja: Haben sie etwas mit der Klimaerwärmung zu tun? Diesen Fragen sind Professor Joachim Krug und Diplomphysiker Gregor Wergen vom Institut für Theoretische Physik in einer Studie nachgegangen. Ihr Ergebnis: Die Hitzerekorde haben in den letzten 30 Jahren mit der steigenden Erwärmung zugenommen. Etwa fünf heißeste Tage mehr pro Jahr hat uns die Klimaerwärmung in diesem Zeitraum beschert. Bleibt der Trend der allgemeinen Erwärmung ungebrochen, dann werden Temperaturrekorde am Ende des Jahrhunderts normal sein. In West- und Mitteleuropa haben besonders Südfrankreich und die Nordsee regionale Rekorde verzeichnet. Die Kölner Physiker veröffentlichen ihre Arbeit „Record-breaking temperatures reveal a warming climate“ jetzt in der wissenschaftlichen Zeitschrift EPL.

Rekorde an sich bedeuten noch nicht, dass es im Durchschnitt heißer wird“, erklärt Joachim Krug, Professor für theoretische Physik. „Weil das Wetter ein zufälliger Prozess ist, würde man auch unter Bedingungen, bei denen sich das Klima überhaupt nicht ändert, trotzdem immer wieder Tage haben, an denen es heißer ist als zum Beispiel die letzten hundert Jahre vorher.“

Ziel der Wissenschaftler war es deshalb, ein Modell zu entwickeln, das das Verhältnis von Temperaturanstieg und Temperaturrekorden ermittelt. Sie untersuchten dafür Temperaturdaten aus Nordamerika und Europa aus den letzten 100 Jahren. Allein für den Zeitraum von 1976 bis 2005 werteten sie Daten von 187 europäischen und 207 amerikanischen Stationen aus. Mehr dazu (28 KB)

 

25.11.2010 – jw - Die Welt macht muh

Die Welt macht muh-kAm Montag wird im mexikanischen Cancun mal wieder ein UN-Klimagipfel eröffnet

Von Ralf Ledebur - Besonders viel erwartet niemand vom UN-Klimagipfel, der am Montag im mexikanischen Cancun eröffnet wird. Nach dem vorigen Gipfel in Kopenhagen war die Enttäuschung groß. Die Kooperationsbereitschaft der USA ist seitdem noch gesunken. Der US-Kongreß hat gerade dem American Way of Life seine Treue geschworen. Auf diesem Weg blasen vier Prozent der Weltbevölkerung ein Viertel der globalen Kohlendioxidemissionen in die Atmosphäre und haben damit mehrheitlich kein Problem. Ihre Vertreter in Cancun sind angehalten, auf einen Paradigmenwechsel zu drängen: gleiche Verpflichtungen für alle (wir machen nicht mehr Klimaschutz als die Schwellenländer). In Cancun stehen sie damit auf verlorenem Posten. Allzu ungemütlich dürfte es auf diesem Posten nicht werden.

Gut möglich, daß auch der große Gegenspieler China in Mexiko nichts unterschreibt. Die KP wird ausführen, was sie für ein ausgewogenes Vertragswerk hält. Gemessen daran, wird sich die Weltgemeinschaft als zu unvernünftig erweisen. China ist kaum auf Rechenspielchen mit irgendwelchen Selbstverpflichtungen angewiesen. Es kann darauf jedenfalls sehr viel besser verzichten als die EU. Im Vergleich zur Bundesregierung, die sich am liebsten hehre Ziele steckt, um dann mit Wärmedämmplatten aus Konjunkturpaketen ein paar tausend Fassaden zu verschandeln und den Rest durch Aufhübschen der Zahlen überzuerfüllen, macht China noch halbwegs verläßliche Fünfjahrespläne. Und sollten große Worte darum gemacht werden, dringen sie jedenfalls nicht nach Europa. Das tun kaum die Zahlen. Oder wußten Sie, daß 2009 im Reich der Mitte Stätten zur Produktion erneuerbarer Energien im Umfang von 37 Gigawatt neu gebaut wurden? Das war fast die Hälfte der neuen weltweiten Kapazität (80 GW). Mehr dazu (24 KB)

 

15.11.2010 – derStandard.at - "Das Credo lautet: Nichts wie weg von den Inseln"

nix wie weg-kVon Florian Niederndorfer - Südpazifik-Experte Mückler erklärt im derStandard.at-Interview, warum vom Südseetraum bald nichts mehr übrig ist

Geht es nach dem Wiener Ethnologieprofessor Hermann Mückler, der Südseetraum auf den neuseeländischen Cook Inseln wäre schon bald ausgeträumt. Abwanderung, Isolation und Klimawandel stellen die Eilande im Südpazifik zwischen Hawaii und Neuseeland vor existenzielle Probleme. Am Mittwoch wird in dem 18.000-Einwohnerland, das zu Neuseeland gehört (siehe derStandard.at-Hintergrund), ein neues Parlament gewählt. Mückler ist Gründer der österreichisch-südpazifischen Gesellschaft und bereist die Inseln seit zwanzig Jahren. Im Interview mit derStandard.at erklärt er die Hintergründe der Wahl in einem Land kurz vor dem Untergang.

derStandard.at: Wird es die Cook Inseln 2050 noch geben?

Hermann Mückler: Die Inseln bestehen heute im Wesentlichen aus einer nördlichen und einer südlichen Gruppe, die größten Landflächen befinden sich im Süden, im Norden sind vor allem Korallenatolle mit Lagunen. Gerade dort kann man heute schon die Auswirkungen des Klimawandels sehen, genauso wie in anderen Teilen des Südpazifiks, etwa Tuvalu und in Polynesien. Der Norden der Cook Inseln ist von Überflutung bedroht, de facto beginnen die Probleme aber schon früher. Bevor die Inseln aber tatsächlich durch ein Ansteigen des Meeresspiegels verschwinden, stirbt die Vegetation durch das Eindringen des Salzwassers in die Böden ab und die Inseln werden unbewohnbar. Es deutet vieles darauf hin, dass bis dahin einige der Inseln, die heute noch bewohnt sind, verlassen sein werden. Die Zahl der bewohnten Inseln wird sich definitiv reduzieren, die Menschen werden auf einige wenige Insel zusammenrücken, die peripheren, nördlich gelegenen Cook Inseln werden dann so wie große Teile Mikronesiens unbewohnt sein. Mehr dazu (128 KB)

 

29.10.2010 – derStandard.at - Statt auf USA sollte EU beim Klima auf China setzen

Statt auf USA sollte EU beim Klima auf China setzen-kVon Günther Strobl - Mit der bevorstehenden Abwahl der Demokraten im US-Abgeordnetenhaus dürften einschlägige Konzepte zum Schutz des Klimas im Papierkorb landen - Analyse

Mit der bevorstehenden Abwahl der Demokraten im US-Abgeordnetenhaus dürften einschlägige Konzepte zum Schutz des Klimas im Papierkorb landen. Europa sollte sich schleunigst nach willigeren Partnern umsehen.

Brüssel/Wien - Vor dem Sommer bestand allenthalben noch Hoffnung, die USA könnten als einer der weltweit größten Emittenten von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) doch noch zu den Europäern ins Boot springen, um Statt auf USA sollte EU beim Klima auf-kgemeinsam gegen die Erderwärmung anzurudern. Präsident Barack Obama hatte einen gesetzlichen Rahmen (Waxman-Markey-Bill) zimmern lassen, die US-Abgeordnetenkammer hat zugestimmt. Der Weg in den Senat blieb dem Klimagesetz wegen steigenden Widerstands versperrt.

Nun ist Feuer am Dach. Kommenden Dienstag finden Zwischenwahlen in den USA statt. Nach menschlichem Ermessen werden die Demokraten die Mehrheit im Kongress verlieren.

Während in Europa noch einige NGOs an das Gute im Menschen und auf Obama hoffen, gibt in den USA inzwischen niemand auch nur einen Cent darauf, das US-Klimagesetz könnte noch abheben.

"Nichts mehr zu retten"

"Da ist nichts mehr zu retten, das Pendel schlägt zurück", sagte Jeffrey Sachs, Direktor des Earth Institut an der Columbia University New York und gelegentlicher Kolumnist des STANDARD. In einem via Skype geführten Interview mit Teilnehmern eines Klima-Workshops in Brüssel wies Sachs darauf hin, dass Klimaschutz bei der US-Bevölkerung auf so gut wie kein Interesse stößt. Zumindest für die nächsten zwei Jahre, wahrscheinlich aber viel länger, seien von den USA keine wie immer gearteten Initiativen in Sachen Klimaschutz zu erwarten. Mehr dazu (44 KB)

 

24.09.2010 – UZ - Wenn das "kleine Mädchen" zuschlägt

Klimaphänomen "La Niña" - Von Hans-Peter Brenner

Nach Meldungen des Deutschen Wetterdienstes fielen im August im bundesdeutschen Durchschnitt 157 Liter Regen pro Quadratmeter. Das war doppelt so viel wie im langjährigen Durchschnitt (77 Liter). Im bisherigen Rekordjahr 1960 waren es 134 Liter. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881 wurden noch nie solche Mengen registriert. An manchen Orten wurde sogar die fünffache Menge des Mittelwertes registriert. So fielen z. B. an der Messstation Steinfurt-Burgsteinfurt allein am 26. August 167,7 Liter pro Quadratmeter. Ein Tornado sorgte dort außerdem für starke Verwüstungen. Dabei lagen trotz dieser Regenmengen insgesamt die Augusttemperaturen mit 16,7 Grad leicht über dem langjährigen Mittel von 16,5 Grad. Es war also selbst bei diesen ungewohnten Niederschlägen wärmer als sonst.

Dass Überschwemmungen, Unwetter, Windhosen und Tornados sich mittlerweile auch in den bislang nicht dafür prädestinierten Weltregionen häufen, wird von vielen Klimaexperten als Teil des weltweiten Klimawandels beurteilt. Dabei bleibt aber grundsätzlich zu beachten, dass einzelne Wetterextreme nicht vorschnell als Beweise für dauerhafte klimatische Veränderungen herhalten können. Doch mittlerweile häufen sich die Wetterextreme und immer mehr spricht auch in Mitteleuropa für den bereits eingesetzten Klimawandel, der vom Menschen und seiner besonderen umweltbelastenden und - gefährdenden kapitalistisch deformierten Produktions-, Austausch- und Lebensweise hervorgerufen wird. Mehr dazu (92 KB)

 

28.08.2010 – derStandard.at - Steigende Meeresspiegel trotz Geo-Engineering

Steigende Meeresspiegel trotz Geo-Engineering-kForscher: "Selbst wenn wir sofort alle Treibhausgasemissionen herunterfahren, wird es zu einem Anstieg kommen"

Kopenhagen/Washington DC - Drei internationale Klimaforscher kommen zum Schluss, dass der Meeresspiegel weltweit bis 2100 um 30 bis 70 Zentimeter ansteigen wird. Selbst die aggressivsten Methoden wie große Geo-Engineering-Projekte, die einem solchen Anstieg entgegen wirken sollen, werden darauf keinen Einfluss haben, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "PNAS". Unter "Geo-Engineering" werden technische Eingriffe in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe zusammen gefasst. Dazu zählt zum Beispiel das Einbringen von Schwefelpartikel in die Stratosphäre, um die Sonnenstrahlen in den Weltraum zu reflektieren.

"Steigende Meeresspiegel durch die globale Erwärmung werden mindestens 150 Millionen Menschen, die in Küstenregionen leben, das Leben schwer machen", schreibt Studienleiterin Svetlana Jevrejeva vom National Oceanographic Centre. "Selbst wenn wir sofort alle Treibhausgasemissionen herunterfahren, wird es zu einem Anstieg kommen", ergänzt Studien-Co-Autor Aslak Grinstein vom Centre for Ice and Climate am Niels Bohr Institute der Universität von Kopenhagen. "Dabei spielt die Klima-Trägheit eine entscheidende Rolle." Mehr dazu (84 KB)

 

27.08.2010 – UZ - Land unter

Von Manfred Idler - UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon ist geschockt. Nach einem Besuch in den Überschwemmungsgebieten Pakistans spricht er von einer Katastrophe unvergleichbaren Ausmaßes. Die Zahlen sprechen dieselbe Sprache: Ein Fünftel der Fläche Pakistans ist überflutet, 20 Millionen Menschen sind unmittelbar betroffen. Viele davon haben bis jetzt noch keinerlei Hilfe erhalten.

Die von der UNO von den Staaten der Welt erbetenen 460 Millionen Dollar Soforthilfe sind zwar zugesagt, doch muss das nicht viel heißen. Dafür steht das Beispiel Haiti, wo sich über ein halbes Jahr nach dem gewaltigen Erdbeben zwar das Karussell der Konferenzen dreht, die Menschen aber noch nicht einmal ausreichend mit Notunterkünften versorgt sind. Mehr dazu (76 KB)

Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe in Pakistan

Ein Fünftel Pakistans ist überflutet, 20 Millionen Menschen sind unmittelbar betroffen. Viele davon haben bis jetzt noch keinerlei Hilfe erhalten. Kuba hilft mit Ärzten, medizinischem Personal und Medikamenten.

Helft Kuba helfen!

Spenden unter:

Kto.-Nr. 253 525-502, BLZ 370 100 50

Postbank Köln, Stichwort "Pakistan"

20.08.2010 – UZ - Katastrophen-Kapitalismus - Klimawandel konkret

Von Hans-Peter Brenner - Die umweltbedingten Katastrophen häufen sich gegenwärtig in vielen Regionen der Welt und werden zu einer massiven Bedrohung für Millionen Menschen: Flutkatastrophen und Überschwemmungen in Pakistan, 20 Millionen Pakistani sind vom nicht enden wollenden Monsunregen, der die großen Flüsse in riesige Binnenmeere verwandelt, existentiell bedroht. Aber auch China meldet ungekannte Überschwemmungen und Erdrutsche riesigen Ausmaßes auf Grund von Dauerregen und Klimaveränderungen und selbst aus dem "Länderdreieck" von Polen, Tschechischer Republik und BRD werden neue Hochwasserrekorde gemeldet. Und dann noch die wochenlangen Wald- und Torfbrände in Russland, die die Todeszahlen im vom Rauch und Ruß erfüllten Moskau hochschnellen lassen. "Jahrhundert"- oder gar "Jahrtausend"-Rekorde bei der Entwicklung der Sommertemperaturen: manchmal hat man den Eindruck der Planet spiele verrückt. Dazu noch die Öl-"Katastrophe" im Golf von Mexiko, die wochenlang die Schlagzeilen beherrschte.

Bürgerliche Politiker und Medien tun, als sei die alles zwar fürchterlich schlimm und katastrophal, aber eigentlich könne niemand etwas dafür. Sie tun, als sei dies alles unabänderlich - eben schicksalhaft oder nur das Versagen einzelner unverantwortlicher Politiker bzw. Manager.

Dabei haben Wetter- und Klimaexperten schon seit Jahren genau diese Entwicklungen vorausgesagt und auch die DKP hatte schon vor Jahren gewarnt: "Unsere Generation wird jetzt zum Zeugen einer dramatischen Zuspitzung der ökologischen Krise, die die Lebensbedingungen und sogar die Existenz von hunderten Millionen Menschen bedroht. Der künstlich von den kapitalistischen Produktionsverhältnissen und der kapitalistisch deformierten Arbeits- und Lebensweise provozierte Klimawandel, vor dem Wissenschaftler schon seit mehreren Jahrzehnten warnten, ist bereits im Rang." Mehr dazu (104 KB)

 

19.08.2010 – WOZ.ch - Verrücktes Wetter - Zeit der Katastrophen

Von Marcel Hänggi - Ist das nun schon der Klimawandel? Selbst wenn die Antwort Nein lauten sollte: Einen Vorgeschmack darauf geben uns die Unwetter in Russland und Pakistan auf jeden Fall.

Manche Katastrophe hat auch ihr Gutes. 1987 war das bis anhin heisseste je gemessene Jahr; Hitzewellen suchten die USA heim. 1988 tötete Hurrikan Gilbert in der Karibik über 300 Menschen. Die Serie ungewöhnlicher Wetterereignisse gab dem Kampf gegen den Klimawandel einen Schub. Die Uno etablierte den Weltklimarat, und im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf machten beide Kandidaten den Klimawandel zum Thema.

Was wir diesen Sommer erleben, stellt die Wetterunbilden von 1987/88 bei weitem in den Schatten. Von einer «nie gesehenen Folge extremer Wetterereignisse» spricht die Meteorologische Weltorganisation in Genf. Die Überschwemmungen in Pakistan stellen, gemessen an der Zahl der Hilfsbedürftigen (20 Millionen Obdachlose), die grösste Katastrophe in der Geschichte der Vereinten Nationen dar. In Russland war es diesen Sommer mit bis zu 38 Grad in Moskau (normal wären 23) so heiss wie nie in den letzten tausend Jahren, sagt der Wetterdienst Roshydromet. Die Unwetter in Nordchina mit 1700 Toten oder Vermissten und 12 Millionen Obdachlosen gehen daneben schon fast vergessen, und dass im Niger wegen Dürre 7 Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind, ist beispielsweise dem grössten Schweizer Online-Medienportal nicht einmal eine Meldung wert. Mehr dazu (96 KB)

 

16.08.2010 – jw - Land unter in Pakistan

Land unter in Pakistan-k20 Millionen Flutopfer: Überschwemmungen stürzen asiatischen Staat in schwerste Katastrophe seiner Geschichte. Enorme wirtschaftliche Schäden, besonders im Agrarbereich

Von Thomas Berger - Die Flutkatastrophe in Pakistan hat das Land schwer getroffen. Millionen Menschen sind auf der Flucht vor den Wassermassen, haben alles verloren und kämpfen vielerorts ums nackte Überleben. Doch nicht nur die katastrophale humanitäre Situation belastet das 170-Millionen-Einwohner-Land. Auch die Wirtschaft des Landes wurde von der Naturkatastrophe schwer getroffen. Vor allem der Agrarsektor wird aktuellen Medienberichten zufolge Jahre brauchen, sich von den großflächigen Verwüstungen zu erholen. 17 Millionen Acre (6,8 Millionen Hektar) landwirtschaftlicher Nutzfläche sind überschwemmt. Nahezu die komplette Ernte wurde in einem Großteil des asiatischen Landes vernichtet. Die Ausfälle bei Reis, Weizen, Zuckerrohr und anderen Kulturen belaufen sich in etlichen Gebieten auf 100 Prozent. Eine Hungersnot wird sich dank der allmählich anlaufenden internationalen Hilfe zwar weitgehend vermeiden lassen. Doch auch in den Folgejahren wird Pakistan voraussichtlich auf massive Nahrungsmittelimporte und weitere Hilfsleistungen aus dem Ausland angewiesen sein. Vielerorts ist das Netz an Bewässerungskanälen durch die Fluten komplett zerstört worden. Damit ist die nächste Ernte bereits jetzt gefährdet, weil die Bauern der jetzt folgenden Dürreperiode nichts entgegensetzen können. Mehr dazu (76 KB)

 

12.08.2010 – IDW - Hochwasser in Sachsen

Franz August Emde, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Bundesamt für Naturschutz

Hochwasser in Sachsen als Mahnung begreifen - Flüsse brauchen mehr Raum – Potenziale in den Ländern endlich nutzen

Bonn, den 12.8.2010: Die Bilder der verheerenden Hochwasser in Sachsen erinnern in erschreckender Weise an das katastrophale Hochwasser im Einzugsgebiet der Elbe vor 8 Jahren. Wie im August 2002 stehen auch jetzt wieder nach sintflutartigen Regenfällen zahlreiche Dörfer, Städte und Landstriche unter Wasser. „Die menschlichen Tragödien und die erheblichen Schäden müssen als deutliche Mahnung verstanden werden, den Flüssen endlich wieder mehr Raum zu geben“, erklärt die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Prof. Dr. Beate Jessel anlässlich der Hochwasserereignisse im Dreiländereck. „Technischer Hochwasserschutz, insbesondere Deichsanierungen auf den bestehenden Trassen, wird auch in Zukunft allein nicht ausreichen, um mögliche Hochwasserkatastrophen abzuwenden. Mehr dazu (76 KB)

 

12.08.2010 – jw - Petermanns Zunge

Petermanns Zunge-kDie Arktis wird schiffbar. Gerade ist das größte Stück Gletscher seit 1962 abgebrochen

Von Ralf Ledebur - Am Donnerstag morgen vor einer Woche prüfte die Glaziologin Trudy Wohlleben vom Canadian Ice Service routinemäßig die neuen Daten des NASA-ErdbeobachtungSsatelliten Aqua und bemerkte, daß der Petermann-Gletscher im Nordwesten Grönlands gekalbt hatte. Beinahe ein Viertel seiner Zunge (bis dato 15 Kilometer breit und 70 Kilometer lang) war abgebrochen. Seit 1962 ist in der Arktis keine Eisinsel dieser Größe unterwegs gewesen. Sie mißt mehr als 250 Quadratkilometer und »könnte innerhalb der nächsten zwei Jahre den Atlantik erreichen«, wie Andreas Muenchow Ende vergangener Woche erklärte, ein Nordfriese in den USA. Er hat die Größe des abgebrochenen Stücks sehr genau nachgemessen, ist nämlich als Professor für Ozeanographie an der Universität von Delaware gerade sowieso mit der Eisentwicklung in der Region befaßt. Viermal so groß wie Manhatten sei das Stück Zunge, sagt er. »Das Süßwasser, das in dieser Eisinsel enthalten ist, würde alle öffentlichen Trinkwasserhähne der USA für 120 Tage versorgen.« Haben die USA so viele dieser Hähne? Mehr dazu (72 KB)

 

10.08.2010 – Der Standard.at - Dem Reis wird es zu heiß

Dem Reis wird es zu heiss-kReis ist das weltweit wichtigste Nahrungsmittel - Forscher befürchten nun, dass der Klimawandel zu einem Rückgang der Reisproduktion in Asien führen wird

Washington - Rund drei Milliarden Menschen - also knapp die Hälfte der Weltbevölkerung - essen täglich Reis. Das Getreide ist damit das wichtigste Nahrungsmittel insbesondere für die ärmste Milliarde Menschen, von denen 60 Prozent in Asien leben. Sollte also die Reisproduktion zurückgehen, dann würde das zu einer dramatischen Zunahme von Armut und Hunger führen.

Genau das ist nach einer Studie eines internationalen Forscherteams zu befürchten: Die Klimaerwärmung könnte die asiatische Reisproduktion in den nächsten Jahren stark bremsen, schreiben die Wissenschafter im Fachblatt PNAS. "Wir fanden heraus, dass das Ansteigen der Tiefsttemperaturen bzw. durch wärmere Nächte die Reisernte sinkt" , so Jarrod Welch, der Hauptautor der Studie.

Der Ökonomie-Dissertant von der kalifornischen Universität San Diego hat mit seinen Kollegen Daten von 227 Reislandwirtschaften aus jenen sechs asiatischen Ländern ausgewertet, die für zwei Drittel der globalen Reisproduktion verantwortlich sind. "Das macht unsere Studie einzigartig, weil wir unsere Zahlen direkt von den Produzenten haben und nicht aus kontrollierten Experimenten", sagt Welch. Mehr dazu (88 KB)

 

10.08.2010 – jw - Moskau in heißer Luft

Moskau in heisser Luft-kVon Klaus Fischer - In Moskau brennt die Luft. Giftiger Rauch und anhaltende Hitze haben die größte Metropole Europas zum unwirtlichsten Ort des Kontinents gemacht. Den Bewohnern fällt nicht nur das Atmen schwer, sie sterben auch schneller. Nach Angaben des Leiters der Gesundheitsbehörde, Andrej Selzkowy, landen pro Tag etwa 700 Moskauer in einer der städtischen Leichenhallen. Das sind doppelt soviel wie im Schnitt der vergangenen Jahre. Und während Bürgermeister Juri Luschkow urlaubt und zahlreiche andere wohlhabende Moskowiter der Stadt längst den Rücken gekehrt haben, quälen sich die Zurückgebliebenen mit Atemschutzmasken oder hinter abgedichteten Fenstern durch ihr Tagwerk.

Rußland bekommt die Waldbrände weiterhin nicht in den Griff. Landesweit loderten nach Behördenangaben zu Wochenbeginn 550 große Feuer, 40 davon in der Nähe der Hauptstadt. Das hat mit der schlimmsten Hitzeperiode zu tun, die das Land seit Menschengedenken heimgesucht hat. Seit Wochen herrschen Tagestemperaturen von über 40 Grad Celsius. Regen fällt nicht. Die extreme Trockenheit begünstigt die Feuer in den Wäldern und Mooren Zentralrußlands und macht sie fast nicht löschbar. Mehr dazu (68 KB)

05.08.20101 – WOZ - Wasser bis zur Hüfte

Von Carsten Stormer - Die Republik Kiribati, ein Inselstaat im Südpazifik, versinkt als eines der ersten Länder im Meer. Die Einheimischen wissen nicht, was sie dagegen tun können. Sie fühlen sich von der Welt im Stich gelassen.

Baranite Kirata sitzt in seinem Fischerboot und fährt hinaus aufs Meer. Er nimmt eine Nylonschnur aus einem Werkzeugkasten, befühlt den Haken mit der Kuppe seines Zeigefingers und wirft die Angel in den Ozean. Mal sehen, ob ein Fisch anbeisst. «Früher haben wir hier sehr einfach gelebt», sagt er und wickelt sich zum Schutz gegen die Sonne ein Tuch um den Kopf. «Unsere Gemeinde war glücklich, ohne Telefon und Fernsehen, nur das Meer und die Fischer.» Früher – das ist nur wenige Jahre her.

Heute wird die Moderne importiert, aus China, Indonesien, Fidschi oder Australien: Benzin für die Autos, Wellblechdächer, Konservendosen, Batterien, Plastiktüten, Schokoriegel, Computer und Fensterscheiben. Der Müll landet an den Stränden Kiribatis, rostet vor sich hin oder treibt im Meer, weil es keine Müllabfuhr gibt. Am Horizont fischen koreanische Fangflotten den Ozean leer. Es beginnt zu regnen. Es beisst doch kein Fisch an. Baranite Kirata verzieht das Gesicht.

Es ist Sonntag, glatt liegt das Meer wie ein Teppich. Vorn am Strand dösen einige BewohnerInnen von Tarawa, dem Hauptatoll von Kiribati, bei 35 Grad in Hängematten unter Kokospalmen vor sich hin, trinken Kava, das Gebräu einer Pfefferwurzel, oder zupfen auf ihren Gitarren und singen mikronesische Lieder. Baranite Kirata ist 56 Jahre alt, Pastor der protestantischen Kirche Kiribatis (KPC) und so etwas wie der Klimaschutzbeauftragte seiner Gemeinde. Er drosselt den Motor, steht auf und zeigt aufs Meer hinaus. Eine Sandbank hebt sich aus dem Wasser, darauf buhlen Möwen und Krebse um Nahrung. Mehr dazu (108 KB)

 

22.07.2010 - jw - Kältewelle fordert Tote in Südamerika

Kaelte Welle in SA-kBuenos Aires/Montevideo. Aufgrund einer seit gut einer Woche anhaltenden Kältewelle in Südamerika sind bislang mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Alleine in Argentinien, wo die Temperaturen in den vergangenen Tagen Tiefstwerte von minus 14 Grad Celsius erreichten, starben Behördenangaben vom Dienstag zufolge mindestens 33 Menschen. Die für die Region auch im Winter außergewöhnlich niedrigen Temperaturen sollen teilweise noch bis Ende der Woche anhalten. Unter den Toten in Argentinien waren zahlreiche Obdachlose, die in der Hauptstadt Buenos Aires erfroren. Die Behörden haben Notunterkünfte eingerichtet (Foto). In Paraguay starben mindestens zwölf Menschen. Vor allem im Norden des Landes verendeten nach Angaben des Bauernverbandes rund 1000 Rinder.

In den tropischen Regionen Boliviens, wo die Temperaturen normalerweise nicht unter 20 Grad Celsius fallen, lag das Thermometer um die null Grad. Dort starben mindestens vier Menschen wegen der Kälte. Aus Uruguay wurden bislang zwei erfrorene Obdachlose gemeldet, während in Chile außergewöhnlich starke Schneefälle verzeichnet wurden. (AFP/jW)

 

16.07.2010 – Süddeutsche - Globale Temperatur - Hitzerekord führt zu Minus bei der Ernte

Hitzerekord-kVon S. Liebrich und C. Schrader - Die Temperaturen ersten Halbjahr 2010 waren die höchsten, die je gemessen wurden. Die Hitzewelle wird zu Ernteausfällen führen - und möglicherweise eine Erhöhung des Brotpreise auslösen.

Im ersten Halbjahr 2010 war es auf der ganzen Welt so warm wie noch nie seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen vor 130Jahren. Im März, April, Mai und Juni zeigten die Thermometer absolute Rekordwerte, wie die amerikanische Wetterbehörde Noaa mitteilte. Viele Länder erleben derzeit eine Hitzewelle, Experten erwarten deshalb beträchtliche Ernteausfälle.

Im Juni war die Luft über Landmassen und Ozeanen im Mittel 16,2 Grad Celsius warm, rechnete die US-Wetterbehörde in ihrem Monatsbericht vor, knapp 0,7Grad mehr als im Durchschnitt. Um den gleichen Betrag lag die Temperatur von Januar bis Juni über dem Mittelwert. Damit hat 2010 das Jahr 1998 von seinem Spitzenplatz verdrängt, die augenblicklichen Hitzewellen sind dabei noch nicht einmal erfasst. Mehr dazu (136 KB)

 

15.07.2010 – jw - Haltlose Vorwürfe

Von kalten Wintern, heißen Sommern und eigenartigen Koalitionären im Kampf gegen die Klimawissenschaft

Von Wolfgang Pomrehn - Nicht nur Westeuropa, sondern der ganze Kontinent stöhnt unter der Hitze, hierzulande kletterte das Thermometer in den vergangenen Tagen mancherorts auf fast 40 Grad. Da ist man versucht, mal wieder den Klimawandel zu bemühen, doch das wäre genauso ein Unsinn, wie jenes Gerede im letzten Winter, mit dem wärmeren Klima sei es wohl nicht so weit her, nur weil wir nach langer Zeit mal wieder einen Winter hatten, wie er in den 1970er Jahren noch normal war.

Vom regionalen Wetter auf das globale Klima zu schließen, ist in zweifacher Hinsicht unmöglich. Zum einen ist Klima per Definition ein Mittelwert. Es ist das durchschnittliche Wetter einer Region, über einen hinreichend langen Zeitraum betrachtet. Meist werden 30 Jahre als Basis genommen. Kleinere Intervalle machen wegen der großen Variabilität des Wettergeschehens wenig Sinn. Zum anderen ist das globale Klima, wie der Begriff es nahelegt, ein Mittel für den ganzen Planeten. Wenn davon die Rede ist, daß es global wärmer wird, ist damit keineswegs gemeint, daß dies gleichmäßig geschehen wird. Vielmehr wissen wir aus Beobachtungen und Modellrechnungen, daß sich vor allem die Arktis besonders stark erwärmt und weiter erwärmen wird. Daneben wird es auch einige wenige Regionen geben, die sich kaum erwärmen oder gar geringfügig abkühlen. Mehr dazu (76 KB)

 

14.07.2010 – kommunisten.eu - UN: Konzerne zerstören Umwelt

UN-UMWELT-kDie Ölpest im Golf von Mexico ist ein Fanal für die hemmungslose Zerstörung der Ökosysteme durch die Öl-Multis. Eine neue Studie des UN-Umweltprogramms UNEP zeigt, dass BP kein Einzelfall ist. "Der Raubbau an der Natur durch die Wirtschaft setzt sich seit Jahren ungehindert fort", sagte der Leiter des UN-Umweltressorts Achim Steiner bei der Vorstellung der Studie. Die 3000 bedeutendsten Konzerne verursachen dieser Studie zufolge jährlich einen Umweltschaden von annähernd 2000 Milliarden Euro. Bei ihrer Jagd nach Profit schenken die Unternehmen dem Arten- und Umweltschutz keine Beachtung. Mit der Folge, dass Wildnis, Arten, Lebensräume und Ökosysteme in immer schnellerem Tempo verschwinden.

Im Jahr 2002 hatten sich 192 Länder beim Umweltgipfel in Johannesburg darauf verpflichtet, bis 2010 den Verlust der Artenvielfalt "global, regional und national" zu bremsen. Mit der neuen Studie muss die UN nun einräumen, dass diese Ziele nicht erreicht werden. Die Arten sterben heute 100-mal schneller aus, als die Evolution vorgibt. Täglich sterben bis zu 130 Arten aus, vernichten die Holzkonzerne Urwälder von der eineinhalbfachen Fläche der Schweiz, Moore werden trockengelegt, Flüsse in Betonbetten begradigt, die Oberfläche zubetoniert, Luft und Wasser verschmutzt. Jedes Jahr gehen zwölf Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche verloren. Mehr dazu (88 KB)

 

24.05.2010 – FR - EU-Klimaziel - Neuer Streit übers Klimagift CO2

Neuer Streit uebers Klimagift CO2-kVon Jakob Schlandt - Die deutsche Wirtschaft wehrt sich vehement gegen neue Pläne von Bundesregierung und EU-Kommission, den Klimaschutz in Europa stärker voranzutreiben. Die beiden einflussreichsten Industrieverbände lehnen das Vorhaben klar ab, bis zum Jahr 2020 einseitig rund 30 Prozent statt bislang 20 Prozent Kohlendioxid (CO2) einsparen zu müssen.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf, sagte der Frankfurter Rundschau: "Die deutsche Industrie engagiert sich - wie es wohl in keinem anderen Land der Fall ist - für den Klimaschutz. Eine einseitige Verschärfung des EU-Klimaziels lehnt der BDI jedoch klipp und klar ab." Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist dagegen: Brüssel müsse in der Klimapolitik verlässlich bleiben und "die Signale auf mehr Investitionen stellen, nicht auf höhere Kosten. Europa kann sich keine teuren Alleingänge leisten", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dieser Zeitung.

Krise drosselt CO2-Verbrauch

In der EU rückt die Entscheidung näher, ob in Europa bis 2020 die CO2-Emissionen wie geplant um 20 Prozent gesenkt werden sollen oder ob es zu einer Verschärfung auf 30 Prozent kommt. Mehr dazu (32 KB)

 

11.05.2010 – WDR - Studie belegt die alltägliche Ölverschmutzung in den USA

Oel im Golf-kDie permanente Ölpest - Von Jürgen Döschner

Die Ölpest im Golf von Mexiko schockt seit Wochen die USA. Doch wie eine Studie belegt, gelangen bei der normalen Ölproduktion und -verwertung viele Millionen Liter Öl unkontrolliert in die Umwelt - jedes Jahr. Eine Umweltkatastrophe, unbeachtet und meist staatlich geduldet.

Das American Petroleum Institut (API) steht nicht unbedingt im Verdacht, die Umweltgefahren des Erdöls zganz-legal-ku übertreiben. Immerhin ist es der Verband der amerikanischen Erdölindustrie. Umso erschreckender ist das Ergebnis einer Studie des API, die jetzt bekannt wurde: Demnach ist das Unglück im Golf von Mexico keineswegs die spektakuläre Ausnahme. Öl-Lecks gibt es immer und überall.

Allein in den USA fließen jedes Jahr rund 850.000 Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Öl und Ölprodukte in Flüsse, Seen, Erdreich und Küstengewässer. Das entspricht dreimal der Menge, die bei dem Tankerunglück der Exxon Valdez vor 20 Jahren vor Alaska freigesetzt wurde. Wohlgemerkt: Jedes Jahr, und nur in den USA.

Mehr dazu (48 KB) - Die vollständige Studie des API (in Englisch - 2,07 MB) Weitere aktuelle Infos zum GAU im Golf von Mexiko

 

24.04.2010 – jw - Von Benjamin Beutler - »Planeta o Muerte!«

Planeta o Muerte-kDie mehr als 35000 Teilnehmer der ersten »Weltkonferenz der Völker über den Klimawandel und die Rechte der Mutter Erde« im bolivianischen Cochabamba schlagen Alarm. »Die Zukunft der Menschheit ist in Gefahr«, wird in der von 27 Arbeitsgruppen formulierten Abschlußerklärung vor den Auswirkungen des Klimawandels gewarnt. Zur Verteidigung der Menschenrechte und der »Harmonie mit der Natur« sei es notwendig, die »Rechte der Mutter Erde« bindend festzuschreiben. Dazu gehörten das Recht auf Leben, die Sauberkeit von Luft und Wasser sowie der Schutz vor Verschmutzung und Genmanipulationen. Über die Einhaltung dieser Rechte soll ein internationales Klimagericht wachen. Mit einem weltweiten Referendum soll außerdem festgestellt werden, ob die Menschheit tatsächlich einen »zerstörerischen Kapitalismus« wolle, für den die Menschen »nur Konsumenten und Arbeitskräfte« sind.

Ganz in diesem Sinne gab Boliviens Präsident Evo Morales bei seiner Rede auf der Abschlußveranstaltung des Treffens am Donnerstag (Ortszeit) als Ziel einen »Sozialismus in Harmonie mit der Mutter Natur« aus, und antwortete so auf Kritiker, die in dem an Gas, Eisenerz und Lithium reichen Land eine rücksichtslose Industrialisierung befürchten. In Anlehnung an den alten Kampfruf »Patria o Muerte!« (Heimatland oder Tod!) rief Boliviens erster indigener Präsident ein »Planeta o Muerte!« in die Menge. Mehr dazu (20 KB)

28.03.2010 – amerika.21.de – von Kerstin Sack - Auf nach Cochabamba!

Auf nach Cochabamba-kIm April findet in Bolivien der Gipfel der Völker zum Klimawandel statt. Skepsis in Europa

La Paz. Angesichts des Scheiterns des Klimagipfels von Kopenhagen hat Boliviens Präsident Evo Morales zu einem Gipfel der Völker vom 20. bis zum 22. April im bolivianischen Cochabamba aufgerufen. In dieser Woche hat die Versammlung der indigenen Völker bei der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) sich dem Aufruf angeschlossen. Erwartet werden bis zu 10.000 Teilnehmer von allen Kontinenten.

Schon jetzt diskutieren 2000 Menschen im Internetforum des Gipfels über die vorgeschlagenen Themen. Die Unterstützung des Gipfels kommt vor allem aus Lateinamerika, aber auch von vielen Gruppen aus Afrika und Asien. Zurückhaltung scheint es bei den europäischen Organisationen zu geben. Einige Attac Gruppen (Spanien, AG Lateinamerika von Attac in Deutschland) und die Heinrich Böll Stiftung unterstützen den Aufruf jedoch bereits. Das Klimabündnis hat den Aufruf auf seiner Homepage veröffentlicht, während bei einem Treffen von Klimaaktivisten die Meinungen auseinander gingen, ob es sinnvoll sei, an dem Gipfel teilzunehmen. Einige befürchten die Vereinnahmung von Regierungsseite. Mehr dazu (64 KB)

 

24.03.2010 – IDW – Studie: Erderwärmung gefährdet Pflanzenvielfalt

Pflanzenvielfalt-kPressemitteilung: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Durch den Klimawandel verändern sich in den kommenden Jahrzehnten weltweit die Lebensbedingungen von Pflanzen. Regional sind dabei jedoch große Unterschiede zu erwarten. So könnten heute kühle und feuchte Gebiete in Zukunft zusätzlichen Arten Lebensraum bieten, in trockenen und warmen Regionen verschlechtern sich die klimatischen Voraussetzungen für eine hohe Artenvielfalt. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Bonn, Göttingen und Yale, die sie jetzt in den Proceedings of the Royal Society London veröffentlicht haben.

"Der Klimawandel könnte die bestehende Verteilung der Artenvielfalt gehörig durcheinander wirbeln, mit bisher kaum absehbaren Folgen für die Ökosysteme und den Menschen", sagt Projektleiter Dr. Jan Henning Sommer vom Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen der Universität Bonn. Zum ersten Mal wurden die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die pflanzliche Artenvielfalt auf globalem Maßstab quantifiziert und räumlich differenziert bemessen.  Mehr dazu (108 KB)

Wenn es fast überall wärmer wird, kann es hier schon mal eisig werden. Denn Klimawandel kann für Europa auch Golfstromwandel heißen

09.03.2010 – Thurgauer Zeitung - «Das fühlt sich an wie 20 Grad minus»

20 Grad minus-kHeute Morgen ist es kalt, sehr kalt. Bei rund minus sieben Grad und einer teilweise starken Bise glaubt man sich in Sibirien. Und der nächste Schnee ist auch nicht weit.

Der Winter schlägt nochmals zu. Und wie. Wer heute morgen das Haus verliess, dem blies ein eisiger Wind ins Gesicht. «Das fühlt sich an wie minus 20 Grad», sagt Klaus Marquardt von Meteonews. Was der Wettermann meint, heisst im Fachjargon auch Windchill. Es ist kalt und der Wind lässt einen das Ganze noch kälter fühlen.

Windstärken von bis zu 60 Kilometern pro Stunde machen das Mittelland zum Kühlschrank. Zwar steigen die Temperaturen am Tag auf bis zu Minus 2 Grad. Zu mehr reichte es heute aber nicht. Die Temperaturen steigen im Verlauf der Woche leicht an. Kalt bleibt es aber dennoch. «Am Samstag gibt es nochmals Neuschnee», so Marquardt weiter. Schöne weisse Aussichten sind das. Angezuckert im Mittelland schneit es vor allem in den Voralpen nochmals kräftiger.

Schnee und Eis legen Spanien lahm

Betroffen von eisiger Kälte ist offenbar nicht nur die Schweiz. Die stärksten Schneefälle im Nordosten Spaniens seit 25 Jahren haben die Gegend um Barcelona in den Ausnahmezustand versetzt. Vielerorts fiel am Montag der Strom aus, Strassen waren unpassierbar. Die Regionalregierung ordnete die Schliessung der Schulen an - für insgesamt mehr als 142'000 Schüler fiel damit der Unterricht aus. Auch am Dienstag sollten die Schulen geschlossen bleiben. Für die am schwersten betroffenen Regionen Kataloniens waren Schneefälle von bis zu 50 Zentimetern vorhergesagt. Mehr dazu (56 KB)

 

23.02.2010 – FR – von Joachim Wille – Klimawandel - Frost im Schwitzkasten

eisbrecher-kEs scheint unglaublich, ist aber wahr: Der Januar war ein besonders warmer Januar. Allerdings, wie jeder Bundesbürger noch gut in Erinnerung hat, nicht in Deutschland und Mitteleuropa. Aber global betrachtet.

Der erste Monat dieses Jahres, in dem hierzulande Streusalz knapp wurde und die Heizkosten explodierten, war tatsächlich weltweit der Januar mit den höchsten Temperaturen seit 32 Jahren und der viertwärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Die Ursache: Sowohl in den Tropen als auch in der Arktis ist es derzeit außergewöhnlich warm.

Die Daten stammen vom US-Wetterdienst NOAA; danach lag der letzte Monat um 0,6 Grad über dem Januar-Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Sie beruhen auf der Auswertung der Daten von Boden- und Meeres-Messstationen weltweit. Bestätigt wurde der Trend durch Satellitenmessungen. In der erdnahen Atmosphäre war der Januar danach der wärmste seit Beginn dieser Messungen vor rund 30 Jahren. Mehr dazu (28 KB)

 

15.02.2010 – FR - Rio de Janeiro - 46 Grad - El Niño im Duell mit der Kälte

el-nino-klWashington/São Paulo. Das Wetter spielt verrückt - und zwar weltweit. Der Osten der USA ächzt unter einer beispiellosen Schneedecke, in Deutschland setzt klirrende Dauerkälte den Menschen zu. In Brasilien bringen wüstenähnliche Rekordtemperaturen die Menschen ins Schwitzen, Ecuador leidet unter einer Dürre, in Mexiko treten die Flüsse über das Ufer.

Ist das alles nur Zufall - oder gibt es doch einen erklärbaren Zusammenhang zwischen den Wetterkapriolen? Meteorologen haben eine weltumspannende Ursache ausgemacht: eine besonders ausgeprägte Variante des pazifischen Wetterphänomens El Niño im Zusammenspiel mit einem zähen Kältetief über dem Nordatlantik. Mehr dazu (132 KB)

 

12.01.2010 – amerika21.de – von M. Daniljuk - Den Klimawandel von unten bekämpfen

Voelker zum Klimawandel-kIm April sollen sich soziale Bewegungen und fortschrittliche Regierungen zu einer neuen Klima-Initiative in Bolivien treffen

Cochabamba. Der bolivianische Präsident Evo Morales lädt die sozialen Bewegungen aus aller Welt zu einem alternativen Klimagipfel nach Bolivien ein. Mit dem Aufruf zur Weltkonferenz der Völker zum Klimawandel reagiert die Regierung Boliviens auf das Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen. Das Treffen soll vom 20. bis zum 22. April 2010 in der bolivianischen Stadt Cochabamba stattfinden. Evo Morales sieht für eine weltweite Bewegung zum Schutz des Klimas vor allem das Ziel, gemeinsam und von Unten neue Vorschläge im Sinne des Kyoto-Protokolls zu vereinbaren. Auf dieser Grundlage soll die UNO zu einer entschiedeneren Klima-Politik bewegt werden.

In seinem Aufruf vom 5. Januar verweist Morales darauf, dass hauptsächlich die arme Bevölkerung in den Ländern des globalen Südens von der Erwärmung des Klimas betroffen sein wird, während 75 Prozent der Treibhausgase von der "irrationalen Industrialisierung" des Nordens verursacht seien. Die Erklärung, die auch auf Deutsch vorliegt, macht das kapitalistische Wirtschaftssystem für die negativen Umweltveränderungen verantwortlich. Notwendig sei es, die "Rechte der Mutter Erde" anzuerkennen und zu respektieren, um im 21. Jahrhundert die volle Erfüllung der Menschenrechte sicherzustellen. Mehr dazu (72 KB)

Der Aufruf des bolivianischen Präsidenten in spanisch (24 KB) Der Aufruf in deutsch (24 KB)

 

09.12.2009 – IDW - Kippelemente im Erdsystem: Wie stabil ist die heutige Um-Welt?

Kippelement-kPatrick Eickemeier, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Das Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht in einem Sonderschwerpunkt neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Kippelemente im Klimasystem. Kippelemente sind als Bestandteile des Erdsystems identifiziert worden, die schon durch geringe Störungen grundsätzlich verändert werden können. Das Kippen eines oder mehrerer dieser Elemente - insbesondere im Laufe fortschreitender Erderwärmung - könnte die bemerkenswert stabilen Umweltbedingungen der Nacheiszeit unwiderruflich beenden.

Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift wurde inhaltlich von Hans Joachim Schellnhuber, dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) gestaltet. Die Veröffentlichung ist auch ein grundlegender Beitrag zur Nachhaltigkeitsforschung. Die beteiligten Autoren analysieren im Einzelnen acht bedeutende Elemente des Erdsystems. Drei davon, die größte Staubquelle unseres Planeten sowie ozeanische Stoffkreisläufe und Methanhydrate werden erstmals eingehend als potenzielle Kippelemente diskutiert. Mehr dazu (104 KB)

 

09.12.2009 – IDW - Von Landschaftszerschneidung betroffener Tropenwald speichert Mata Atlântica-klangfristig weniger Biomasse und Kohlendioxid

Tilo Arnhold, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

São Paulo/ Leipzig. Die Abholzung der tropischen Regenwälder könnte noch größeren Einfluss auf den Klimawandel haben als bislang gedacht. Die Gesamtbiomasse von kleinen, nach einer Landschaftszerschneidung entstandenen Waldstücken, kann im Vergleich zu einem zusammenhängenden Wald gleicher Gesamtfläche um bis zu 40 Prozent geringer sein. Zu diesem Ergebnis kommen deutsche und brasilianische Forscher durch Modellrechnungen anhand von Daten aus dem bereits zu ca. 88 Prozent abgeholzten Küstentropenwald Mata Atlântica im brasilianischen Bundesstaat São Paulo. Die übrig gebliebenen Waldfragmente sind kleiner und haben deshalb ein ungünstigeres Verhältnis zwischen Fläche und Rand.

Ursache für den Rückgang an Biomasse sei die höhere Sterblichkeit von Bäumen an Waldrändern von Waldfragmenten und damit eine Verringerung großer alter Bäume, die überproportional viel Biomasse enthalten, schreiben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität São Paulo im Fachblatt Ecological Modelling. Mehr dazu (120 KB)

 

09.12.2009 – IDW - Bonner Forscher setzen Zugspitz-Gipfel unter Strom

Gipfel unter Strom-kFrank Luerweg, Abteilung Presse und Kommunikation Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Forscher der Universität Bonn haben eine raffinierte Methode entwickelt, um die "Innentemperatur" des Zugspitz-Gipfels zu messen: Sie setzen das Gestein unter Strom und messen seine Leitfähigkeit. Daraus können sie auf die Temperaturverteilung im Fels schließen. Die Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse nun im "Journal of Geophysical Research - Earth Surface" vorgestellt (doi:10.1029/2008JF001209). Sie wollen die Methode nutzen, um gefährliche Felsstürze vorherzusagen. Erwärmung gilt als eine wichtige Ursache derartiger Naturkatastrophen.

Vor 3.700 Jahren verlor Deutschland vermutlich seinen einzigen Dreitausender. Innerhalb weniger Minuten brach ein 900 Meter hoher Felskeil aus der Nordflanke der Zugspitze ab - darunter wahrscheinlich auch Teile des Gipfels. Fast vierhundert Millionen Kubikmeter Geröll rasten mit einem gewaltigen Donnern zu Tal. Wollte man die Trümmer wegschaffen, bräuchte man dazu einen Güterzug von 50.000 Kilometern Länge - das ist mehr als der Erdumfang. Heute leben auf den Überresten der Zugspitz-Nordflanke über 10.000 Menschen. Mehr dazu (100 KB)

 

ufz-spezialDezember 2009  - Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ-Spezial: In Sachen Klimawandel

 Mit seiner Expertise trägt das UFZ dazu bei, die Folgen des Klimawandels zu erforschen und Anpassungsstrategien zu entwickeln. Die Themen dieser Ausgabe: Prof. Georg Teutsch, Wissenschaftlicher Direktor, UFZ: Klimawandel - Eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung -- Forschung für eine integrierte Klimaschutz- und Klimawandelpolitik -- Interview mit Achim Steiner, Exekutivdirektor der UNEP: Wir brauchen eine Klimavereinbarung -- Die Zukunft des Wassers -- Das Wasser des Amudaryas -- Verwundbar gegenüber Extremereignissen -- Von der Kalahari lernen - Wie Klimaereignisse die Nitratwerte im Grundwasser steigen lassen -- Regionale Klimamodelle verbessern -- ALARM: Klimawandel reisst Löcher in das Netz des Lebens -- Perspektiven für Extremisten -- Viren auf Reisen -- Giftige Aussichten - Wie Klimaveränderungen die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft ansteigen lassen -- Standpunkt von Prof. Erik Gawel, UFZ: Bioenergie - Hoffnungsträger für den Klimaschutz -- Klimwandel und nachhaltige Waldwirtschaft -- Interview mit Pavan Sukhdev, Leiter der "Green Economy Initiative" der UNEP: Vitale Ökosysteme schützen besser vor den Folgen des Klimawandels -- Standpunkt von Prof. Reimund Schwarze, UFZ: Kosten der Klimaanpassung mit Unsicherheiten behaftet -- Konflikte vermeiden, Synergien nutzen -- Standpunkt von Prof. Bernd Hansjürgens, UFZ: An der Kohle kommt keiner vorbei! -- CO2 - Klimagasentsorgung im Untergrund -- Auf dem Weg zu einer europäischen Anpassungspolitik -- Umweltrecht unter Anpassungsdruck? -- Kurzinformation zur Klimaforschung -- Das UFZ-Spezial (3,5 MB)

 

07.12.2009 – IDW - Europas Pflanzenwelt verarmt. Damit kann die Fähigkeit sinken, auf goldrute-kUmweltveränderungen zu reagieren.

Tilo Arnhold, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Halle/Saale. Mit steigenden Artenzahlen durch das Einwandern neuer Pflanzenarten werdMahonie-ken die Pflanzengemeinschaften (Floren) vieler Europäischer Regionen einander immer ähnlicher. Immer häufiger kommen die gleichen Arten vor, wohingegen seltene Arten aussterben. Doch nicht nur die Artengemeinschaften werden sich immer ähnlicher, sondern auch die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Regionen. Diese Prozesse führen zu einem Verlust der Einzigartigkeit Europäischer Floren, schreiben Wissenschaftler des DAISIE-Forschungsprojektes in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachblatts Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS).

Für Ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler Daten der in Europa heimischen Flora (Flora Europaea), ausgestorbener Arten (nationale Rote Listen) und eingewanderter Pflanzen aus (DAISIE-Datenbank, www.europe-aliens.org). So sind seit 1500 zu den ca. 11.000 heimischen europäischen Pflanzenarten etwa 1.600 neue, nicht-europäische Arten dazugekommen. Mehr dazu (116 KB)

 

07.12.2009 – IDW - Wissenschaftler spüren erstmals PCB-Schadstoffe auf dem höchsten Gipfel Aconcaguas-kAmerikas auf

Conception/Leipzig. Auch der Schnee des Cerro Aconcagua in den Anden enthält PCB-Schadstoffe. Ein internationales Forscherteam wies diese giftigen und krebsauslösenden Chlorverbindungen in geringen Konzentrationen aus Proben vom höchsten Berg Amerikas nach. Die Schneeproben aus 6200 Metern Höhe sind der weltweit bisher höchste Nachweis dieser seit 2001 verbotenen Substanzen.

In den Proben fanden sich vor allem besonders langlebige Verbindungen wie Hexachlorbiphenyl (PCB 138) und Heptachlorbiphenyl (PCB 180). Gebirgsketten könnten eine natürliche Barriere für langlebige organische Schadstoffe sein, die über die Atmosphäre weltweit verbreitet werden, schreiben die Wissenschaftler des IIQAB Barcelona, des UFZ Leipzig und der University of Concepcion in Chile im Fachblatt Environmental Chemistry Letters. Diese Ergebnisse würden die Notwendigkeit unterstreichen, die Rolle der Gebirge bei der Ausbreitung dieser Schadstoffe und die damit verbundenen Risiken weiter zu untersuchen. Vor wenigen Wochen erst hatten Schweizer Forscher vergleichbare langlebige Umweltgifte in Gletscherseen der Alpen nachgewiesen und auf mögliche Gefahren für die Trinkwasserversorgung hingewiesen. Mehr dazu (112 KB)

 

01.12.2009 – Erster umfassender Bericht über den Klimawandel und die Umwelt in der Antarktis

AWIDer erste umfassende Bericht über den Stand des Klimas in der Antarktis und seine Beziehung zum globalen Klimasystem wurde am 1. Dezember vom Wissenschaftlichen Ausschuss für Antarktisforschung (Scientific Committee on Antarctic Research - SCAR) in London veröffentlicht. Der Bericht "Antarctic Climate Change and the Environment" präsentiert die neuesten Forschungsergebnisse vom eisigen Kontinent. Er zeigt Bereiche für die zukünftige wissenschaftliche Forschung auf und befasst sich mit dringenden Fragen, die politische Entscheidungsträger zur Eisschmelze in der Antarktis, zum Anstieg des Meeresspiegels und zur biologischen Vielfalt haben.  Mehr dazu (92 KB) - Der Bericht "Antarctic Climate Change and the Environment" (in Englisch 20 MB)

Zur Klimakonferenz in Kopenhagen: „Ein heute außergewöhnlich heißer Sommer wird in 60 Jahren ein kühler sein.“

So viel ist sicher: die Erde steckt in einem tief greifenden Klimawandel. Wie gravierend er ausfallen wird, lässt sich noch nicht präzise vorhersagen. Entscheidend wird vor allem sein, ob es der Menschheit gelingt, den Ausstoß an Treibhausgasen in den kommenden Jahrzehnten deutlich zu mindern. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts sind davon überzeugt, dass das internationale politische Ziel, die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen, mit allem Nachdruck verfolgt werden muss. Sie hoffen auf eine Stabilisierung der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre bei etwa 450 ppm (Teile pro Million). Um dies schaffen zu können, muss der globale Kohlendioxidausstoß bis zum Jahr 2050 mindestens halbiert werden.

Dennoch müssen wir uns auf drastische Veränderungen einstellen. Zu Ihrer Information und als Service für Journalisten beschreiben sechs leitende Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts in kurzen Interviews, wie sich das Gesicht der Erde verändern wird.

Interview mit dem Klimawissenschaftler Prof. Dr. Peter Lemke: Wie wird der Klimawandel die Erde verändern? (56 KB)

Interview mit dem Meereisphysiker Prof. Dr. Rüdiger Gerdes: Wird der Nordpol im Sommer eisfrei? (60 KB)

Interview mit dem Biologen Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner: Werden die Ozeane immer saurer? (60 KB)

Interview mit dem Geologen Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten: Werden die Permafrost-Böden in Sibirien und Alsaka auftauen? (56 KB)

Interview mit der Leiterin der Biolog. Anstalt Helgoland, Prof. Dr. Karen Wiltshire: Wie verändert sich die Nordsee? (96 KB)

Interview mit der Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Prof. Dr. Karin Lochte: Müssen uns Veränderungen in den Polarregionen interessieren? (56 KB)

 

26.11.2009 – jw - Von Wolfgang Pomrehn - Deiche zu Wolkenkratzern

Bis 2050 könnte der Meeresspiegel um 50 Zentimeter ansteigen. Eine Studie beziffert die in 136 Küstenstädten bedrohten Vermögenswerte auf 28 Billionen US-Dollar

Knapp zwei Wochen vor dem Beginn der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Kopenhagen überstürzen sich fast die Dokumentationen und Berichte, die den neuesten Stand der Klimaforschung zusammentragen oder versuchen, die Gefahren des Klimawandels greifbar zu machen. Immerhin handelt es sich in diesem Jahr um einen besonders wichtigen Gipfel. Über 70 Staats- und Regierungschefs haben sich angekündigt. Am Ende soll möglichst ein neuer Vertrag herauskommen, der bis 2020 den Rahmen für den internationalen Klimaschutz absteckt. Allerdings ist noch völlig unklar, ob eine Einigung tatsächlich gelingen kann, oder am Ende nicht lediglich ein Arbeitsplan für das nächste Jahr verabschiedet wird.

Wie dem auch sei, die Industrielobby sieht offensichtlich ihre Felle davonschwimmen. Also versuchte man es in der vergangenen Woche auf eine ganz perfide Tour:  Mehr dazu (80 KB)

 

26.11.2009 – IDW - Torffeuer heizen dem Klima ein -

Brennende Regenwälder setzen massiv Treibhausgase frei

Torfgebiete, vor allem in den tropischen Regionen der Erde, sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Menschliche Einflüsse führen jedoch unter anderem zur Entwässerung dieser Moore, was in Kombination mit klimatisch bedingten Trockenperioden zu ausgedehnten Bränden führen kann. Dadurch aber werden ungeheure Mengen Kohlendioxid (CO2) frei, das als Treibhausgas zur Klimaerwärmung beiträgt.

Mittels lasergestützter Messungen konnte das Team um den LMU-Forscher Professor Florian Siegert jetzt das verbrannte Torfvolumen weitaus genauer bestimmen als dies bisher möglich war. Die neuen Hochrechnungen zeigen, dass im Jahr 2006 durch Torffeuer in Indonesien bis zu 900 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt wurden. Das ist mehr als die gesamten CO2-Emissionen Deutschlands im selben Jahr - und entspricht etwa 16 Prozent aller Emissionen durch Entwaldung weltweit. "Unsere Arbeit unterstreicht einmal mehr, welch entscheidende Rolle die hoch gefährdeten tropischen Torfökosysteme im Kontext der Klimaerwärmung spielen", sagt Siegert. "Sie liefert aber auch wichtige Daten für die bevorstehende Weltklimakonferenz in Kopenhagen. Denn dort werden unter anderem Programme verhandelt, die finanzielle und andere Anreize zum Schutz tropischer Torfsumpfwälder und deren riesiger Kohlenstoffspeicher liefern sollen. Mehr dazu (100 KB)

 

Einige wichtige Daten zum Klimagipfel in Kopenhagen, es steht sehr viel für jeden Menschen auf dem Spiel!!!

24.11.2009 – IDW - Führende Klimaforscher stellen "Kopenhagen-Diagnose"

Arktis-Eis-kDer Klimawandel vollzieht sich schneller als erwartet. Die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen ist dringend erforderlich, sagen führende Wissenschaftler.

Gemeinsame Mitteilung der Autoren des Berichts "The Copenhagen Diagnosis"

Die großen Eisschilde der Erde verlieren zunehmend an Masse; das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als noch kürzlich projiziert und der Meeresspiegel wird wahrscheinlich stärker ansteigen als bislang angenommen. Das geht aus einem neuen globalen Synthesebericht hervor, den einige der führenden Klimawissenschaftler der Welt verfasst haben.

In dem "Copenhagen Diagnosis" genannten Bericht kommen 26 Wissenschaftler, die meisten davon Autoren früherer Berichte des Weltklimarates IPCC, zu dem Schluss, dass einige Aspekte des Klimawandels früher und stärker eintreten als noch vor wenigen Jahren vermutet.

Der globale Temperaturanstieg folgt weiterhin den früheren Projektionen des IPCC aufgrund der wachsenden Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre. Ohne deutliche Verminderung der Emissionen könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu sieben Grad Celsius ansteigen, berichten die Autoren. Mehr dazu (104 KB)

Kurzdarstellung der Copenhagen Diagnosis (148 KB) – Die nachstehenden Berichte sind in Englisch verfasst. Copenhagen_Diagnosis_HIGH.pdf (23,2 MB) - Copenhagen_Diagnosis_LOW.pdf (3,33 MB) - Copenhagen_Diagnosis_FIGURES.ppt (17,2 MB) - Copenhagen_Diagnosis_FIGURES.pdf (4,43 MB)

 

23.11.2009 – IDW - Intensive Landwirtschaft verschlechtert Klimabilanz

Intensive Landwirtschaft-kMax-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. - Die Emissionen von Stickoxiden und Methan machen den Effekt von europäischen Wäldern als Kohlenstoff-Speicher fast vollständig zunichte

Die intensive Landwirtschaft in der EU setzt so viel Klima schädigende Stickoxide und Methan frei, dass der positive Effekt von Wäldern, Grasland und Torfmooren als Kohlenstoff-Speicher gegen Null geht. Das berichtet eine europäische Forschergruppe um Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. (Nature Geoscience, Online-Vorabveröffentlichung, 22. November 2009)

Von allen globalen Kohlendioxid-Emissionen gelangt weniger als die Hälfte in die Atmosphäre und trägt dort zur globalen Erderwärmung bei. Der Rest wird in den Ozeanen und terrestrischen Ökosystem wie Wäldern, Graslandschaften und Torfmooren gespeichert. Vor allem Pflanzen nehmen, indem sie wachsen, viel Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) auf. "Daher war man bislang der Überzeugung, die terrestrischen Ökosysteme Europas wirkten sich auf die Treibhausgasbilanz Europas positiv aus", sagt Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Doch das stimmt nicht, wie er gemeinsam mit Wissenschaftlern aus 17 europäischen Ländern, die in dem Projekt CarboEurope kooperieren, festgestellt hat. Mehr dazu (96 KB)

 

20.11.2009 – UZ - von Hans-Peter Brenner - OECD-Warnungen bleiben ungehört

Keine verbindlichen Beschlüsse auf Kopenhagener Klima-Gipfel

Während sich die Meldungen immer mehr verdichteten, dass der geplante große Kopenhagener Klima-Gipfel Anfang nächsten Monats zu einem grandiosen Flop werden würde, warnte die der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) angeschlossene Internationale EnergieAgentur (IEA) erneut vor einem rasanten Anstieg der klimaschädlichen CO2-Emissionen. Halte der gegenwärtige Trend an - so die IEA - werden sich die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 auf 40,1 Gigatonnen verdoppeln. Die globale Energienachfrage werde gleichzeitig bis 2030 um 40 Prozent ansteigen. Der Treibhauseffekt drohe dann die globale Durchschnittstemperatur um sechs Grad Celsius (!) zu erhöhen. Davon unbeeindruckt entschied am Wochenende aber das Gipfeltreffen des "Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums" (APEC), dass der jahrelang vorbereite Klimagipfel kein verbindliches Nachfolgeabkommen für das Klimaprotokoll von Kyoto zur Reduzierung der schädlichen Klimagase beschließen solle. Trotz jahrelanger Vorverhandlungen und einvernehmlicher gemeinsamer Stellungnahmen diverser Klimaforscherorganisationen soll die Kopenhagener Konferenz nichts anderes werden als eine "Zwischenstation" auf dem Weg zu einem irgendwann später zu beschließenden (angeblich) verbindlichen Klimaabkommen. Mehr dazu (80 KB)

 

17. September 2009 – IDW -. Ökosysteme machen Klima: Biodiversität als Global Player für das Klima in der Erdgeschichte

Sahara-klForscher des LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrums BiKF in Frankfurt/Main konnten zeigen, dass nicht nur das Klima auf die Verteilung des Lebens auf der Erde einwirkt, sondern auch umgekehrt: Die Pflanzendecke prägt global das Klima. Mit einem Modell stellte die Arbeitsgruppe um BiKF-Wissenschaftler Dr. Arne Micheels nach, welche weltweiten klimatischen Veränderungen die Entstehung der Sahara vor 10 Millionen Jahren auslöste, und zwar als Folge der Wüstenbildung in Nordafrika. Die in der Zeitschrift Global and Planetary Change veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Die Verteilung von Vegetation auf der Welt ist einer der bedeutenden Einflussfaktoren für das Klima.

BiKF-Forscher zeigen, dass Vegetationsänderungen in der Erdgeschichte zum globalen Klimawandel beitrugen

Wenn am Amazonas ein Urwald gerodet wird oder in Südostasien die Mangrovenwälder verschwinden, dann ist das kein unbedeutendes Ereignis: Zwischen dem Verschwinden von Vegetation und dem weltweiten Klimawandel besteht ein enger Zusammenhang. Mehr dazu (36 KB)

 

03. September 2009 – IDW-Pressemitteilung - Den Schwankungen im Nordatlantischen Subpolar- Schwankungenwirbel auf der Spur

Universität Bremen und Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie kooperieren in neuem BMBF-Verbundprojekt

Der Subpolarwirbel des Nordatlantiks spielt für das Klima eine wichtige Rolle. Eine offene Frage ist, inwiefern Änderungen in der Bildung von nordatlantischem Tiefenwasser die Stärke der Zirkulation im Subpolarwirbel und der atlantischen meridionalen Umwälzbewegung beeinflussen. Das gerade gestartete Verbundprojekt "Nordatlantik - Teil des Erdsystems" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) widmet sich in seinem Vorhaben "Großräumige Schwankungen im Subpolarwirbel" in den kommenden drei Jahren dieser Aufgabe. Im Rahmen des Verbundprojektes wird das BMBF die Arbeiten der Universität Bremen mit rund 670.000 Euro für drei Jahre unterstützen. Mehr dazu (28 KB)

 

11. August 2009 – IDW - Grundlagenforschung für die Umwelt - Wasser, Boden und Atmosphäre im Blickpunkt

Universitäten Tübingen, Stuttgart und Hohenheim gründen ein gemeinsames Forschungsinstitut mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Globale Veränderungen des Klimas und der Landnutzung sowie vom Menschen verursachte Schadstoffemissionen werden auch künftig weitreichenden Einfluss auf den Wasserzyklus und auf die Dynamik der Verteilung von Schad- und Spurenstoffen im Wasser, im Boden, an der Landoberfläche und der Atmosphäre ausüben. Um diese Veränderungen abzuschätzen und Strategien zur Vermeidung und zum Management der entstehenden Umweltprobleme zu entwickeln, kooperieren das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und die Universitäten Tübingen, Stuttgart und Hohenheim. Sie gründen hierzu das Forschungsinstitut Water & Earth System Science (WESS). Ein Kooperationsvertrag wurde vor wenigen Tagen unterzeichnet. Finanziert wird das neue Institut zu 50 Prozent aus Haushaltsmitteln des UFZ und Geldern der Helmholtz-Gemeinschaft. Die zweite Hälfte der Mittel schießt das Land Baden-Württemberg zu. Bis 2013 stehen 6,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Ziel des neuen Instituts mit Sitz in Tübingen ist insbesondere die zur Lösung der Umweltprobleme notwendige, fachübergreifende Grundlagenforschung. Gleichzeitig soll WESS als landes- und bundesweites Kompetenzzentrum auch Beratungsleistungen in diesem Bereich erbringen.

"Die überregionale Vernetzung der Universitäten der Region mit einer bedeutenden außeruniversitären Forschungseinrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft trägt ganz erheblich zur Profilbildung und Positionierung der beteiligten Hochschulen im internationalen Wettbewerb bei", begrüßt der Tübinger Rektor Prof. Bernd Engler den neuen Zusammenschluss. Auf Seiten der Universität Tübingen ist das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften (ZAG) beteiligt. Das ZAG ist eines der europaweit führenden Zentren in der Wasserforschung, insbesondere in den Bereichen Hydrogeologie, Geochemie und Schadstoffforschung. Es ist geplant, WESS im neu zu errichtenden Geo- und Umweltforschungszentrum (GUZ) der Universität Tübingen unterzubringen. Mehr dazu (20 KB)

 

30. Juli 2009 – IDW - Strahlenschützer sehen sich bestätigt - UV-Strahlung von Solarien definitiv krebserregend

BfS warnt vor Besuch von Sonnenstudios

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sieht sich durch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) bestätigt, dass UV-Strahlung in Solarien definitiv krebserregend ist. "Wir warnen schon lange vor einem Solarienbesuch und raten auch zu einem vernünftigen Umgang mit der natürlichen Strahlung der Sonne", sagte BfS-Präsident Wolfram König. Auch bei natürlicher UV-Strahlung sei Vorsicht geboten. Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene sollten unbedingt einen Sonnenbrand vermeiden. "Jedes Jahr erkranken rund 140.000 Menschen neu an Hautkrebs. Die Haut vergisst nichts". Die IARC, eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte natürliche und künstliche Strahlung in die höchste Krebsrisikostufe eingeordnet. Mehr dazu (20 KB)

04. Juli 2009 - t-online.de - Wenn das Unwetter Alltag wird: "So etwas haben wir noch nicht gehabt"- Der Artikel dazu (24 KB)

 

10. Juni 2009 – WAZ - Klimakongress in Essen: Suche nach der Notbremse

Klima-essenEssen. Als wäre eine Krise nicht genug, kommen die Probleme nun im Doppelpack. Können wir es uns leisten, inmitten der Wirtschaftskrise Milliarden in die Bekämpfung des Klimawandels zu investieren? Ein Kongress beschäftigt sich erstmals mit den gesellschaftlichen Konsequenzen der Erderwärmung.

Lohnt sich Klimaschutz? Vor allem jetzt in Zeiten der Finanzkrise? Der Klimaökonom Prof. Ottmar Edenhofer beantwortet die Frage prompt mit einer Gegenfrage: „Worum geht es eigentlich – um eine Bedrohung für unseren Wohlstand oder um die Gefährdung unserer Lebensgrundlagen?” Die Wurzel beider Krisen: Wirtschaften auf Kosten anderer ie Wurzel beider Krisen: Wirtschaften auf Kosten anderer

Die Wurzel beider Krisen: Wirtschaften auf Kosten andere

Edenhofer, Inhaber des weltweit einzigen Lehrstuhls für die Kosten des Klimawandels, ist überzeugt, dass beide Krisen – die des Klimas und die der Finanzmärkte – einen gemeinsamen Nenner haben: das Wirtschaften auf Kosten anderer. „Eines hat sich in unser Denken eingebrannt: Ökonomisches Wachstum und das Verbrennen fossiler Energieträger gehen Hand in Hand”, sagt Edenhofer bei dem Klimakongress des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) und der Stiftung Mercator in Essen. Erstmals stellt eine große internationale Klimatagung die Frage, wie Kultur und Gesellschaft auf die Erderwärmung reagieren werden. Mehr dazu (36 KB)

Der Kommentar dazu:

10. Juni 2009 – WAZ - Jürgen Polzin - Eine neue Gesellschaft

,Wandel und Verwerfungen, wohin wir schauen. Banken taumeln, Kaufhäuser schließen, Menschen verlieren ihre Arbeit.

Abermilliarden an Staatshilfen verschwinden im Sog dieser globalen Rezession, die ein Glaubensbekenntnis des Kapitalismus außer Kraft gesetzt hat: Jene Annahme, dass unsere westlichen Gesellschaften nur bei wirtschaftlichem Wachstum ihren Wohlstand sichern können. Das Gegenteil ist der Fall, wie die gigantische Geldvernichtung nun zeigt. Das ungehemmte Wachstum war auf Pump finanziert. Man hat auf Kosten anderer gelebt, das Haushalten ins Gegenteil verkehrt. Die große Party ist vorbei, die Grenzen des Wachstums erreicht. Mehr dazu (12 KB)

 

20. Mai 2009 – IDW - Massenwanderung des Distelfalters - ein seltenes Phänomen - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Massenwanderung des DistelfaltersLeipzig/Halle (Saale). Seit Tagen häufen sich beim Tagfalter- Monitoring Deutschland und an anderen Stellen Meldungen zu außergewöhnlich zahlreichen Beobachtungen von Distelfaltern. Zuerst in Südwestdeutschland, später auch im Osten und Norden des Landes wurde dieses Massenphänomen wahrgenommen.

Der Distelfalter (mit wissenschaftlichem Namen Vanessa cardui) ist ein Wanderfalter, der jedes Jahr erneut in Deutschland einfliegt. Die hiesigen Winter sind zu streng, als dass Raupen, Puppen oder erwachsene Tiere überleben könnten. Die Tatsache, dass die Tiere - aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum kommend - die Alpen überqueren, um zu uns zu gelangen, weist sie als exzellente und ausdauernde Flieger aus. Ein Teil von ihnen zieht sogar bis nach Nordschweden und Finnland. Auch Großbritannien und Irland werden problemlos erreicht. Mehr dazu (48 KB)

 

04. Mai 2009 – IDW - Klimawandel in der Arktis ist nicht übersehbar - Erstes Fazit der Polar-Expedition TRANSDRIFT XV- Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel

Orkanartige Stürme, randalierende Eisbären und Eisschollen, die mit wertvollen Messgeräten aufs Meer abtrieben - die Natur hat es den 18 Forschern der Arktisexpedition TRANSDRIFT XV wahrlich nicht leicht gemacht. Unter der Leitung von Dr. Heidemarie Kassens vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und zeitweise unterstützt von Schleswig-Holsteins Europaminister Uwe Döring untersuchten die Wissenschaftler aus Deutschland und Russland sechs Wochen lang Klimasignale im ...Mehr dazu (32 KB)

 

01. April 2009 - Ein weiteres großes Problem der Welt von heute - Reflexionen des Genossen Fidel

Die Finanzkrise ist nicht das einzige Problem, es gibt ein noch schlimmeres, da es nicht mit der Art und Weise von Produktion und Vertrieb zu tun hat, sondern mit der Existenz selbst. Ich meine den Klimawechsel. Beide sind sehr gegenwärtig und es wird über beide gleichzeitig diskutiert werden.

Am folgenden Sonntag, dem 5. April, werden in Bonn die Gespräche der UNO über den Klimawechsel wieder aufgenommen. Circa 190 Länder versuchen, ein Abkommen über die Verminderung der Treibhausgase für die Zeit nach 2012 zu erreichen, wenn das Kyoto-Protokoll abläuft.

Die Vereinigten Staaten haben dieses Protokoll nie ratifiziert. Der neue Präsident, dem dieses Problem von Bush hinterlassen wurde, hat am Samstag die Schaffung eines Forums „über die Energie und das Klima“ angekündigt, zu dem am 27. und 28. April  Vertreter von 17 wichtigen Volkswirtschaften der Welt zusammenkommen werden, darunter Brasilien, Mexiko, China und die Europäische Union.

Das Treffen in Bonn wird 11 Tage dauern und die Delegation der Vereinigten Staaten wird unter dem Vorsitz von Todd Stern stehen, der vorgesehen hat, ein Kommuniqué zu lesen.

Ivo de Boer, oberster Verantwortlicher der UNO, sagte bezüglich des Klimas: „ich hoffe, dass Stern die Richtlinien festlegen wird, von welchen die Vereinigten Staaten sich leiten lassen werden.”

Es bestehen heftige Widersprüche über den Beitrag der jeweiligen Volkswirtschaften.

Es wird über die den verschiedenen Ländern der Welt zu genehmigenden Grenzen des Kohlendioxids diskutiert werden, ein Gas, welches die Lebensbedingungen des Planeten ernsthaft bedroht.

Es bestehen starke Meinungsverschiedenheiten zwischen den Industrieländern und den Schwellenländern, wie China, Indien und Brasilien; diese sagen, dass sie erst sehen wollen, wie die reichen Länder sich zur Emissions-Verminderung des CO2 verpflichten..  Mehr dazu (25 KB)

13. März 2009 - UZ - Gefahren des Klimawandels ernst nehmen

Ärztekammern warnen vor "neuen" Krankheiten

Zu einem wissenschaftlichen Forum "Klimawandel und gesundheitliche Folgen" luden Bundesärztekammer und die niedersächsische Ärztekammer vor einigen Tagen nach Hannover ein. Das "aerzteblatt" berichtet in seiner Ausgabe 9/2009 im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung über "eine rätselhafte Krankheit", die im Sommer 2007 rund 200 Menschen im norditalienischen Ravenna erfasst hatte. Sie bekamen hohes Fieber, klagten über Gelenk- und Kopfschmerzen und zeigten zum Teil einen masernähnlichen Ausschlag. Die Erkrankten, so stellte sich nach längerem Rätselraten heraus, litten am sogenannnten Chikungunya-Fieber. Dieses ansteckende Fieber kennt man bislang bei Europäern nur nach Aufenthalten in den Tropen. Doch keiner der Erkrankten war auf einer solchen Reise gewesen. Später stellte sich heraus, dass ein Indien-Tourist das Virus eingeschleppt hatte. Übertragen wurde es jedoch von der Tigermücke, die im Gefolge des Klimawandels bis nach Nord-Italien vorgedrungen war, mittlerweile aber auch schon die Alpen überquert hat und am Oberrhein gesichtet wird. Erinnert wurde in diesem Zusammenhang auch an die rund 40 000 Menschen die 2003 einer Hitzewelle in Westeuropa zum Opfer gefallen waren, davon 7 000 in Deutschland - besonders chronisch Kranke und alte Menschen. Mehr dazu (24 KB)

 

03. März 2009 - dpa - Deutschland ist Müllimport-Meister

muellGut fürs Geschäft weniger, schlecht für die Umwelt aller: Deutschland droht nach Befürchtungen von Umweltschützern zum größten Müllimporteur Mitteleuropas zu werden. Dazu kommt: Obwohl bestehende Müllverbrennungsanlagen längst nicht ausgelastet sind, werden zahlreiche neue gebaut.

Schon heute werden laut einer Studie des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) rund zwei Millionen Tonnen mehr Abfall verbrannt als im Inland anfallen, ergab die von der Prognos AG erstellte Untersuchung.

1000 Kilometer langer Müllzug

Bis zum Jahr 2020 könnten diese Überkapazitäten demnach auf bis zu 8,6 Millionen Tonnen anwachsen. Schon die derzeit importierte Müllmenge entspreche "der Kapazität von vier großen Müllverbrennungsanlagen oder einem mit Müll beladenen Güterzug von 1000 Kilometern Länge", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mehr dazu (24 KB)

 

15. Dezember 2008 - Die nicht zu rechtfertigende Zerstörung der Umwelt

Reflexionen des Genossen Fidel

Kann die kapitalistische Gesellschaft sie verhindern? Die Nachrichten, die uns zu dem Thema erreichen, sind nicht ermutigend. In Poznań steht das Projekt zur Debatte, das im Dezember kommenden Jahres in Kopenhagen vorgestellt werden soll,  wo das Kyoto-Nachfolgeabkommen diskutiert und beschlossen wird.

Die mit der Ausarbeitung desselben beauftragte Kommission steht unter dem Vorsitz von Al Gore, dem ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der Vereinigten Staaten, der bei den Wahlen von 2001 durch Betrug eine Niederlage gegenüber Bush erlitt. Diejenigen, die an der Ausarbeitung beteiligt sind, legen alle Hoffnung in Barack Obama, als ob dieser den Gang der Geschichte ändern könnte. Mehr dazu (24 KB)

 

02.12.2008 - German-Foreign-Policy - Umweltkrieger (I) (Klimawandel und Militärpolitik)

BERLIN/MAINZ/FREIBURG (Eigener Bericht) - Die Bundesregierung verknüpft ihre Umweltpolitik mit militärpolitischen und geostrategischen Prämissen. Jüngster Ausdruck dieser strategischen Positionierung ist eine für Anfang Dezember geplante Konferenz in Mainz, die gemeinsam vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium und der Bundeswehr veranstaltet wird. Sie hat den Klimawandel zum Thema.

Die rasant voranschreitende Veränderung des Weltklimas, die zu Naturkatastrophen ungeahnten Ausmaßes und zur Verwüstung weiter Landstriche führt - mit schweren sozialen Konsequenzen -, wird dabei als Bedrohung der Sicherheit und der Stabilität der westlichen Metropolen interpretiert. Berlin sorgt sich um den Zugriff auf die Ressourcen, die in den am meisten vom Klimawandel betroffenen Regionen der sogenannten Dritten Welt liegen. Zudem soll die massenhafte Abwanderung von Menschen aus diesen Gebieten in die westlichen Wohlstandszonen verhindert werden. Die Beschäftigung der Bundeswehr mit der Thematik lässt erkennen, dass die Bundesregierung militärische Antworten auf die gesellschaftlichen Folgen von Klimawandel und Naturkatastrophen in Betracht zieht. Mehr dazu (44 KB)

 

20.11.2008 - Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen -

Energiebilanz und CO²-Bilanz in NRW 2006 - Bericht downloaden (1 MB)

 

31.10.2008 - unsere zeit - Zeitung der DKP - Ökonomie schlägt Ökologie?

Blockadepolitik des Großkapitals - Von Hans-Peter Brenner

Es kommt, wie zu erwarten war. Kaum hat die Finanzkrise alle anderen Themen medial überrollt, zeigt sich wes Geistes Kind viele in den Partei-, Konzern- und Regierungs-Spitzenetagen sind, die bis vor kurzem noch das Wort "Klimawandel" gar nicht groß und fett genug schreiben konnten. Es ist fast gespenstisch, in welch rasantem Tempo sich "der Wind" in Sachen Klimapolitik dreht und wie massiv Finanz- und Industrieinteressen die Klima-Thematik beiseite schieben.

Dabei hat es inmitten des Trubels um Immobilienfonds, Bankenkrach und Aktienkurse weitere Warnungen ernstzunehmender Klimaforscher gegeben, die den Menschen eigentlich einen noch größeren Schock verursachen müssten als der Kollaps von Lehman Brothers und Konsorten.

Beschleunigter Klimawandel

Fakt ist: der Klimawandel verläuft schneller als erwartet! Und dabei geht es nicht nur um das Wegschmelzen der Polkappen im arktischen Sommer, um bedrohte Polartiere wie Eisbären, Robben, Walrösser und deren Lebensraum. Mehr dazu (40 KB)

 

10.10.2008 - Spiegel-Online - Jährliche Ökosystem-Schäden übersteigen Ausmaß der Finanzkrise

Von Holger Dambeck

Die Menschheit verliert durch die Umweltzerstörung mehr Geld als bei der aktuellen Finanzkrise. Besonders teuer ist die Abholzung von Wäldern weltweit. Sie verursacht Schäden bis zu fünf Billionen Dollar pro Jahr, ergab eine EU-Studie.

Milliardenspritzen vom Staat, dramatische Verluste an den Börsen weltweit - die derzeitige Finanzkrise macht Bürger ratlos und treibt Broker zu Panikverkäufen. Mancher Wissenschaftler wundert sich ein wenig über die ganze Aufregung, denn Schäden in dieser Größenordnung konstatieren sie regelmäßig - in der Natur.

So belaufen sich allein die jährlichen Verluste des Ökosystems Wald für die Menschheit auf zwei bis fünf Billionen Euro. Die Zahl stammt aus der Studie "The Economics of Ecosystems and Biodiversity" (TEEB), die von Deutschland 2007 während seiner EU-Präsidentschaft initiiert wurde. Die Schäden an der Natur übersteigen damit die derzeit mit bis zu 1,5 Billionen Dollar bezifferten Verluste der Finanzkrise, sagt Pavan Sukhdev, Leiter der Abteilung Globale Märkte der Deutschen Bank in London und der TEEB-Studie. "Das ist nicht nur mehr, sondern auch noch fortlaufend." Es passiere jährlich, Jahr für Jahr. Mehr dazu (28 KB)

 

22.08.2008 - IDW - Auch Meeresalgen bekommen Sonnenbrand

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts untersuchen auf Spitzbergen die Reaktion von Meeresalgen auf erhöhte UV-Strahlung

Er ist rot, brennt und juckt: Der Sonnenbrand auf unserer Haut. Zuviel Sonne schadet aber nicht nur den Menschen. Auch viele Pflanzen reagieren empfindlich auf erhöhte UV-Bestrahlung. Dabei sind sie auf das Sonnenlicht angewiesen. Mit Hilfe der Sonnenenergie und Licht absorbierenden Farbstoffen erzeugen Pflanzen während der Photosynthese, die für sie lebenswichtigen Bausteine. Doch das hat seine Grenzen: zuviel Sonne bedeutet ein Überangebot an Energie und damit die Zerstörung der empfindlichen Farbstoffe. Das Ergebnis sind schwarze Flecken, bleiche Blätter und faule Stellen. Mehr dazu (40 KB)

 

Der Klimawandel hat nun auch für jeden ersichtlich das Ruhrgebiet erreicht, fällt sogar Autofahrern auf

28.07.2008 - WAZ - Christian Duyf - Die Flut von Dortmund - DAS UNWETTER UND DIE FOLGEN

DortmundDer heftigste Gewitterschauer in NRW seit Beginn der Wetteraufzeichnung ging am Samstag auf Dortmund nieder. Die Emscher erreichte einen Rekordpegel. Ob der Hochwasserschutz verschärft wird, entscheidet das Land

Bis zu 1,50 Meter hoch stand das Wasser im Westen Dortmunds. Die Aufräumarbeiten dauern an. Foto: dpa

Auch am dritten Tag nach der Flut aus Regenmassen und Emscher-Hochwasser hat sich die Aufregung nicht gelegt. Nicht bei den Bewohnern des Dortmunder Westens, die immer noch dabei sind, die Spuren der bis zu 1,50 Meter hohen Überflutungen aus ihren Häusern zu beseitigen. Und auch nicht bei den Frauen und Männern der Emschergenossenschaft, die mitansehen mussen, wie "ihr" Fluss wegen des heftigsten Gewitter-Regens in NRW seit Menschengedenken aus seinem Bett ausbrach.

Patricia Bender ist Sprecherin der Emschergenossenschaft, kennt den Fluss. Und sie scheut vor Superlativen nicht zurück: "Das war dramatisch. Noch nie da gewesen." Das sagt sie angesichts dieser Zahl: 5,16 Meter. Diesen Pegel erreichte die Emscher in Dortmund-Marten, normal ist ein Meter. Ein Allzeithoch seit Beginn der Messungen. Die reichen bis 1899 zurück. Mehr dazu (24 KB)

 

"Extremer Regen wird häufiger werden"

LUZGerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, erklärt, wie es zum Unwetter am Samstag kam. Und warum es wahrscheinlich nicht das letzte gewesen sein wird.

Teile von Dortmund erlebten am Samstag eine Sintflut. 200 Liter Regen pro Quadratmeter in nur zwei Stunden. Wie ist so etwas möglich?

Gerhard Lux: Es ist viel zusammengekommen. Grundvoraussetzung war ein großer Temperatur-Unterschied zwischen heißer bodennaher Luft und sehr kalter Luft in der höheren Atmosphäre. Dieser Unterschied lag bei 28 Grad, was sehr viel ist. Zusätzlich war am Samstagmorgen feuchte Luft aus Südwesten herangezogen. Als die Sonne dieses explosive Gemisch aufheizte, entstanden am Nachmittag schlagartig schwere Gewitter. Das Problem dabei war, dass kaum Wind wehte und eine Schwergewitterzelle deshalb über Stunden über Dortmund festhing. Ob es nun genau 203 Liter waren, wissen wir allerdings nicht. Der Wert stammt von einem privaten Anbieter (Meteomedia, die Red.) und nicht aus unserem Messnetz. Unsere Radardaten haben für einen Quadratkilometer gemittelt einen Niederschlagswert von 110 Litern in zwei Stunden ergeben.

Kommt so etwas häufiger vor?

Lux: Solche gewaltigen Mengen in so kurzer Zeit werden nur sehr selten gemessen. Wenn man berücksichtigt, dass der deutsche Niederschlagsrekord beim Elbe-Hochwasser 2002 im Erzgebirge mit 312 Millimetern auf 24 Stunden verteilt gemessen wurde, dann markieren die Dortmunder 110 bis zu örtlich 203 Millimeter in zwei Stunden einen Extremwert. Ein wichtiger Unterschied zu 2002 ist: Der Regen am Samstag fiel eng begrenzt aus einem Gewitter, an der Elbe wurde ein ganzer Landstrich überflutet. Mehr dazu (24 KB). Kurzes Video vom WDR dazu (externer Link). 

 

22.07.2008 - IDW - Internationale Anerkennung für Potsdamer Permafrostforschung

Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten ist neuer Präsident der International Permafrost Association IPA

Der Leiter der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten, ist neuer Präsident der International Permafrost Association IPA. Seine Ernennung erfolgte auf der 9. Internationalen Konferenz für Permafrost in Fairbanks, Alaska. Prof. Hubberten wird die International Permafrost Association für die nächsten vier Jahre leiten und während seiner Amtszeit unter anderem auch die Auswertung der wissenschaftlichen Ergebnisse des Internationalen Polarjahres koordinieren.

"Im Zeichen der globalen Klimaerwärmung gewinnt die Permafrostforschung immer mehr an Bedeutung", erklärt Hubberten. Als Permafrost bezeichnet man die dauerhaft gefrorenen Gebiete in den Polarregionen und den höheren Breiten, die immerhin rund 25 Prozent der Landgebiete der Erde ausmachen. "Bei einem Auftauen der Dauerfrostböden muss mit dramatischen Änderungen des Ökosystems und der Infrastruktur der jeweiligen Region gerechnet werden", so der Potsdamer Geologe weiter. Starke Bodenerosionen der Küstenregionen sowie eine Freisetzung der in den ausgedehnten Permafrostgebieten Sibiriens und Nordamerikas eingefrorenen großen Mengen an Kohlenstoff, Treibhausgasen und Süßwasser könnten die globalen Wasser- und Kohlenstoffkreisläufe beeinflussen. Mehr dazu (32 KB)

 

21.07.2008 – IDW – Pressemitteilung - Der Mikrokosmos im Meeresboden

Nature-Artikel präsentiert neue Erkenntnisse zum Leben in der "tiefen Biosphäre"

In einem Artikel, den das Wissenschaftsmagazin Nature am gestrigen Sonntag, 20. Juli 2008, vorab online veröffentlichte, befassen sich MARUM-Wissenschaftler mit der Bedeutung der erst vor wenigen Jahren entdeckten Mikroben im Ozeangrund. Gemeinsam mit japanischen Kollegen weisen sie nach, dass - umgerechnet in Kohlenstoff - die Ablagerungen am Meeresboden etwa 90 Milliarden Tonnen mikrobielles Leben bergen. Das ist etwa ein Zehntel der Kohlenstoffmenge, die die tropischen Regenwälder speichern. Basierend auf neuen methodischen Ansätzen kam das deutsch-japanische Team außerdem zu dem Schluss, dass nicht, wie bislang angenommen, Bakterien die Biosphäre unter den Ozeanen dominieren. Vielmehr stammten mindestens 87 Prozent der untersuchten Zellbestandteile von Archaeen. Die bremisch-japanische Arbeit wirft somit ein völlig neues Licht auf die Zusammensetzung der Biosphäre unseres Planeten.

Das Team um Prof. Kai-Uwe Hinrichs untersuchte Sedimentproben aus mehreren Hundert Metern Tiefe. Die Meeresablagerungen stammen aus dem Atlantik, Pazifik, und dem Schwarzen Meer und wurden u.a. im Rahmen des Integrierten Ozeanbohr-Programms IODP erbohrt. Die Wissenschaftler verfolgten zwei Ziele: "Wir wollten herausfinden, welche Mikroorganismen den Meeresboden besiedeln und wie viele es davon gibt", sagt der Biogeochemiker Kai-Uwe Hinrichs. Mehr dazu (32 KB

 

02.06.2008 - Jürgen Köster - Leserbrief zur UN-Artenschutzkonferenz in Bonn:

Tief enttäuscht hat mich das Ergebnis dieser Bonner Konferenz. Nach dem Motto: „Ein Berg kreisste - und eine Maus ward geboren“ wurden viele Absichtserklärungen gegeben, „Fensterreden“ gehalten.

Was nützt es, wenn sich die Bundeskanzlerin und der Umweltminister als „Wohltäter“ hinstellen und Spenden für den Erhalt der lebendigen Vielfalt in aller Welt ankündigen, zugleich aber die wirklichen Probleme ignorieren. Die Abkehr von Monokulturen, der Verzicht auf Gentechnik und Agrarsprit z.B. standen noch nicht einmal auf der Tagesordnung der Bonner Konferenz! Der gesamte Leserbrief  (16 KB)

 

20.05.2008 - IDW- Klima und Ernährung

Nahrung aus der Sahara: Bergregenwälder in Ecuador erhalten Nährstoffe aus Wüstenstaub

Pressemitteilung - Petra Giegerich, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Großklimatische Situation nach El-Nino-Ereignissen entscheidend - Nature Geoscience bewertet Veröffentlichung als Research Highlight

Von der unfruchtbaren Trockenwüste der Sahara bis zu den tropischen Regenwäldern Südamerikas werden Staub und Sand mit westlichen Winden über Tausende von Kilometern transportiert. Wie Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erstmals festgestellt haben, erreicht der Sahara-Staub nicht nur den brasilianischen Regenwald, sondern gelangt über das feuchte Amazonas-Becken hinweg weiter bis zu den tropischen Regenwäldern Ecuadors. "Wir haben in den ecuadorianischen Anden tatsächlich Staubeintrag aus Nordafrika gefunden, und mit diesem Sahara-Staub erhielt der Bergregenwald große Mengen an wichtigen Pflanzennährstoffen", so Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wilcke vom Geographischen Institut. "Soweit wir wissen, liefert unsere Untersuchung den ersten direkten Nachweis dafür, dass die Nährstoffversorgung des ecuadorianischen Bergregenwaldes vom Nährstofftransport aus der Sahara beeinflusst wird." Entscheidend für den Weiterflug von Staub und damit Nährstoffen bis zu den Anden ist, so ergaben die Studien zudem, eine großklimatische Situation: das El-Nino-Southern-Oscillation- Phänomen. Das neue Nature-Magazin Nature Geoscience hat die Publikation der Mainzer Wissenschaftler in seiner ersten Ausgabe als Research Highlight herausgestellt.

Tropische Bergregenwälder gehren zu den artenreichsten Ökosystemen der Welt - und sind dennoch .... Mehr dazu (20 KB)

 

19.05.2008 - IDW - Artenvielfalt - Umweltschutz und Klimawandel - Biodiversität als Ressource

Pressemitteilung - Thomas Gazlig, Kommunikation und Medien

Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Berlin, 19. Mai 2008 - Was wird der Verlust der Artenvielfalt auf Dauer kosten? Wie viel müssten Volkswirtschaften jetzt investieren, um diesen Schwund zu bremsen? Und welche Kosten kommen durch Nichthandeln auf uns zu? Solche Fragen stellt die Vorstudie zur Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität (TEEB - The Economics of Ecosystems and Biodiversity) unter der Leitung von Pavan Sukhdev, Chef des Londoner "Global Market Centre" der Deutschen Bank, die das Bundesministerium für Umwelt (BMU) und die EU in Auftrag gegeben haben. Die wissenschaftlichen Beiträge zu dieser ersten Studie wurden im Auftrag des BMU vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ co- koordiniert. Am 29. Mai werden die ersten Ergebnisse auf einer Pressekonferenz am Rand der 9. UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt COP9 in Bonn vorgestellt, gefolgt von einer Publikumsveranstaltung am Abend.

"Die biologische Vielfalt stabilisiert nicht nur Ökosysteme, sie ist auch eine unerschöpfliche Quelle neuer Wirkstoffe für unsere Gesundheit, sie sichert die Nahrungsversorgung wie die Wasser- und Bodenqualität", sagt Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. "Ihr Wert geht weit über das hinaus, was man mit ökonomischen Kennziffern charakterisieren kann, aber auch ihr rein materieller Nutzwert für den Menschen ist enorm." Mehr dazu (24 KB)