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Das Wasser und unsere Luft sind Grundlagen für die Existenz des heutigen Lebens auf unserem Planeten. Wir geben Milliarden € aus, um herauszufinden, ob es irgendwo in den Weiten des Universums etwas Gleichartiges gibt, als Grundlage für ähnliches Leben wie auf der Erde.
Gleichzeitig wurden schon in vergangenen Zeiten blutige Kriege um Wasser geführt und weitere werden vorhergesagt, weil das brauchbare Wasser immer knapper wird. Einmal weil wir mit Wasser umgehen wie mit einer X-beliebigen Ware, zum anderen weil im Kapitalismus das Wasser eben als Rohstoffware gehandelt wird und die muss halt nur eins ergeben, Profit.
Nur Wasser, dass wir am nötigsten brauchen ist wirklich verdammt knapp, nämlich sauberes Süßwasser, als Oberflächenwasser und im flüssigen Zustand. Dieses wird immer ungenießbarer durch industrieller Verseuchung, einschließlich durch Massentierhaltung und industrieller Landwirtschaft. Unsere großen Wasserspeicher Permafrostböden und Eiskappen tauen wir einfach weg, weil wir noch nicht wissen, dass Salz- und Giftwasser nicht genießbar ist.
17.05.2012 – WOZ - Venedig retten: Ein Strohhalm für 5,5 Milliarden
Venedig versinkt, der Meeresspiegel steigt. Jetzt beginnen an der Lagune die Bauarbeiten für ein Megaprojekt, das sie vor dem Hochwasser retten soll. Der Erfolg ist fraglich.
Von Bernhard Pötter, Venedig - Vor den Markusplatz schiebt sich eine riesige weisse Wand. Höher als der Dogenpalast, 300 Meter lang, und keine hundert Meter von der Uferpromenade entfernt pflügt das Kreuzfahrtschiff MSC Music durch die historische Kulisse. Die Bugwelle der schwimmenden Spassfabrik schwappt auch unter einem Holzhäuschen am Ufer durch. Nur ein paar Antennen und Messgeräte am Bretterverschlag deuten an, wie wichtig diese Hütte ist. Hier, vor der Barockbasilika Santa Maria della Salute, an der Landspitze gegenüber dem Dogenpalast, messen die Behörden den offiziellen Wasserpegel, der über Rettung oder Untergang des Unesco-Kulturerbes entscheidet.
Das Land, auf dem die Palazzi stehen, senkt sich ab, das Meer steigt durch den Klimawandel unerbittlich. Was bei anderen Städten eine Metapher ist, lässt sich in Venedig mit dem Zollstock messen: Im 20. Jahrhundert kam die Stadt ihrem Untergang 23 Zentimeter näher. Und immer häufiger ruft die Messstelle vor Santa Maria della Salute «Aqua Alta» aus: In den fünfziger Jahren gab es das noch achtzehn Mal. Zwischen 2000 und 2010 bekam die Stadt 65 Mal nasse Füsse.
Ungetüme aus Stahlbeton - Da kommt ein biblischer Schutzpatron gerade recht: Die Mose-Sperrtore sollen die Stadt vor den Fluten retten. Mose (Modulo Sperimentale Elettromeccanico) ist ein System aus 78 Fluttoren, die die Lagune vor dem Wasser der Adria schützen sollen. An drei Standorten werden ab Mai Fundamente im Meeresboden versenkt. Auf ihnen sollen sich ab 2014 die mächtigen Fluttore mit Pressluft heben und das Hochwasser aussperren. Mehr dazu (108 KB)
01.05.2012 – Umweltbundesamt - ABFÄLLE IM MEER
EIN GRAVIERENDES ÖKOLOGISCHES, ÖKONOMISCHES UND ÄSTHETISCHES PROBLEM.
Zur Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie
1. Hintergrund
Am 15. Juli 2008 trat die EG Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) in Kraft. Sie stellt die zentrale Umweltsäule der europäischen Meeresstrategie dar, mit deren Hilfe der marine Sektor nachhaltig gestärkt und ausgebaut werden soll. Das Ziel ist: Mit Hilfe des Ökosystemansatzes bis 2020 einen guten Zustand der europäischen Meeresgewässer zu erreichen und zu erhalten. Hierfür sind die wesentlichen Elemente der Meeresökosysteme zu bewerten und zu schützen. Erstmals sollen dabei auch die kumulativen Effekte menschlicher Belastungen auf die Meere erfasst werden. Mit dieser so genannten ganzheitlichen Betrachtung wird ein neuer Ansatz verfolgt, welcher auch die Synergien und Wechselwirkungen identifiziert. Von der bisher praktizierten rein sektoralen Betrachtung des Zustands einzelner Ökosystemkomponenten und der Auswirkungen der verschiedenen menschlichen Nutzungen auf die marine Umwelt wendet man sich künftig ab.
Die Richtlinie führt elf Deskriptoren auf, anhand derer ein „Guter Zustand“ der Meere charakterisiert und erreicht werden soll. Deskriptor 10 benennt den Eintrag von Abfällen in die Meere: „Die Eigenschaften und Mengen der Abfälle im Meer haben keine schädlichen Auswirkungen auf die Küsten- und Meeresumwelt“.
Im Folgenden werden die Auswirkungen von Abfällen im Meer dargestellt, die wichtigsten Eintragsquellen beschrieben und Maßnahmen zur Verringerung des Eintrags von Abfällen zusammengestellt. Die gesamten Richtlinien (2,6 MB)
16.04.2012 – IDW - Müllhalde Meer
Ralf Röchert - Communications Department - Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Biologen erstellen Leitfaden für eine genauere Untersuchung der Meeresverschmutzung durch Mikroplastikpartikel
Große Mengen der weltweit produzierten Kunststoffe enden in den Ozeanen. Dort stellen sie eine zunehmende Bedrohung dar. Vor allem sehr kleine Objekte, sogenannte Mikroplastikpartikel, gefährden das Leben vieler Meeresbewohner. Eine Einschätzung, wie stark die Ozeane mit Mikroplastikpartikeln belastet sind, scheiterte bisher, weil weltweit vergleichbare Untersuchungsmethoden und Daten fehlen. Gemeinsam mit britischen und chilenischen Kollegen haben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft nun alle veröffentlichten Studien zu diesem Thema ausgewertet und standardisierte Richtlinien für die Erfassung und Charakterisierung der Mikroplastik-Partikel im Meer vorgeschlagen.
Angespülte Plastikflaschen gehören heutzutage ebenso zu einem Strandspaziergang wie das Kreischen der Möwen. Was dem menschlichen Auge jedoch verborgen bleibt, sind die unzähligen Kleinstobjekte aus Kunststoff, die im Wasser schwimmen, an den Strand gespült werden oder den Meeresboden bedecken. Wissenschaftler bezeichnen diese Plastikteilchen als „Mikroplastikpartikel“ und verstehen darunter Kunststoffobjekte, deren Durchmesser weniger als fünf Millimeter betragen – wobei die meisten Mikroplastikpartikel kleiner als ein Sandkorn oder eine Nadelspitze sind. Diese Eigenschaft macht sie auch so gefährlich für Meeresbewohner. „Mikroplastikpartikel werden von Organismen verschluckt und über den Verdauungstrakt aufgenommen. So konnten sie zum Beispiel bereits im Gewebe von Miesmuscheln oder anderen Tieren nachgewiesen werden“, sagt Dr. Lars Gutow, Biologe am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft. Im Meer lagern sich an den kleinen Partikeln zudem toxische Stoffe an, die auf diese Weise in die Nahrungskette gelangen und so schließlich auch dem Menschen gefährlich werden können. Mehr dazu (104 KB)
02.03.2012 – IDW - Ozeanversauerung in der Vorzeit
Dr. Gesine Steiner – Pressestelle - Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin
Eine internationale Forschergruppe mit Beteiligung von Wolfgang Kiessling vom Berliner Museum für Naturkunde untersuchte die Belege für Ozeanversauerung in der geologischen Vergangenheit und nimmt den Klimawandel-Skeptikern gehörig Wind aus den Segeln. Wahrscheinlich war der Eintrag des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre und das Meerwasser noch nie so groß wie heute. Das Wasser wird dadurch zwar nicht so sauer wie in einer Sprudelflasche, aber es reicht aus, den Organismen, die ein Skelett aus Kalk ausscheiden, das Leben schwer zu machen. Dazu gehören zum Beispiel Korallen und Muscheln, aber auch winziges Plankton, das am Anfang der Nahrungskette steht.
„Oft hört man von Klimaskeptikern `Das ist doch alles schon dagewesen. Klimawandel ist natürlich und das Klima hat sich immer verändert, ohne dass es dem Leben geschadet hat. Treibhausgase waren früher auch viel mehr in Atmosphäre und das Meeresleben konnte gedeihen“, so Wolfgang Kiessling vom Berliner Museum für Naturkunde und Mitautor der neuen Studie in Science. Wahrscheinlich bewirkt der heute durch den Menschen verursachte Treibhausgasaustoß Veränderungen im Erdsystem, wie sie noch nie dagewesen sind. Mehr dazu (92 KB)
05.10.2011 – IDW - Ozonierung macht Abwasser sauberer
Universität Koblenz-Landau - Referat Öffentlichkeitsarbeit - Bernd Hegen
Mit der Zufuhr von Ozon in Abwässer können problematische Mikroverunreinigungen wie Pharmaka, Pflanzenschutzmittel oder Kosmetika erfolgreich aus Abwässern entfernt werden. Das weist eine am Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bundesamt für Umwelt im Rahmen des Schweizerischen Pilotprojektes „Strategie MicroPoll“ neu entwickelte Test-Methode nach, die in der Fachzeitschrift „Water Research“ vorgestellt worden ist. Bei dieser Test-Methode, die auf einem ganzheitlichen ökologischen Ansatz basiert, wird anhand der Laubfraßrate des Bachflohkrebses Gammarus fossarum untersucht, wie wirksam Abwässer durch die Ozonierung gereinigt werden. Bislang wird diese Reinigungstechnologie aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlagen in der Europäischen Union und der Bildung möglicherweise toxischer Reaktionsprodukte, die aus Sicht des Gewässerschutzes unerwünscht sind, nicht verbreitet eingesetzt. Dabei ist es, wie Untersuchungen zeigen, besonders in dicht besiedelten Regionen aufgrund des hohen Abwasseraufkommens notwendig, Mikroverunreinigungen aus diesen zu entfernen. Technologien wie Ozonierung oder Aktivkohle werden daher auf ihre Eignung hin evaluiert. Das Ergebnis der vorliegenden Studie bescheinigt der Ozonierung überwiegend positive Eigenschaften.
Moderne Kläranlagen haben es möglich gemacht: In Flüsse, die vor wenigen Jahrzehnten noch als stark verschmutzte Kloaken durch die Landschaft strömten, kehrte die Natur zurück. Dieser Erfolg basiert zu einem wesentlichen Teil auf der dreistufigen Reinigung der Abwässer: Grober Dreck wird mechanisch mit Rechen und Absetzbecken entfernt, in der biologischen Stufe fressen Milliarden von Mikroorganismen gelöste Stoffe und schließlich wird Phosphat chemisch durch Fällung entfernt. Doch Mikroverunreinigungen wie Medikamente, Kosmetika und Industriechemikalien werden in den Kläranlagenausläufen noch in einer Konzentration im Nano- und Milligramm-pro-Liter-Bereich gemessen. Insbesondere in dicht besiedelten Regionen können Fließgewässer einen hohen Anteil an biologisch gereinigtem Abwasser aufweisen. In solch belasteten Gewässern wirken sich die Mikroverunreinigungen nachteilig auf die Gesundheit der Wasserlebewesen aus und belasten Trinkwasservorkommen. Daher werden geeignete Technologien zur Reduzierung dieser Mikroverunreinigung gesucht, um Einträge in das Ökosystem und somit negative Auswirkungen auf Gesundheit des Menschen oder Umwelt zu verhindern. Mehr dazu (108 KB)
28.09.2011 – IDW - Kaum beachtete Nebenwirkungen des Klimawandels
Josef Zens - Geschäftsstelle, Büro Berlin - Leibniz-Gemeinschaft
Mit „Wasser: Achtung!“ ist eine neue Ausgabe der Serie „Zwischenruf“ der Leibniz-Gemeinschaft erschienen. Das Heft wendet sich an Politik und Entscheidungsträger und macht auf sekundäre Effekte des globalen Wandels aufmerksam, die stärker als bisher beachtet werden sollten.
Berlin – Werden sich Mücken, die Tropenkrankheiten übertragen, bei uns ausbreiten? Was soll dann unternommen werden? Und wie sollen Gewässer künftig gemanagt werden, wenn wir unter zunehmender Trockenheit in den Sommermonaten und häufigeren Extremereignissen leiden? Mit diesen und ähnlichen Fragen befasst sich der neue Zwischenruf „Wasser: Achtung!“ der Leibniz-Gemeinschaft.
Die knapp 60-seitige Broschüre gibt einen Überblick über zum Teil unerwartete Nebenwirkungen des globalen Wandels, so genannte sekundäre Effekte. Der Fokus liegt dabei auf Wasser, denn „kommende Generationen benötigen ebenso wie wir sauberes Wasser in ausreichender Menge“, sagt Leibniz-Präsident Karl Ulrich Mayer. „Die Bandbreite der Themen, die von den Instituten der Leibniz-Gemeinschaft abgedeckt werden, ist eine besondere Stärke, gerade wenn es um die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen geht“, fügt Karl Ulrich Mayer hinzu.
Das Thema „Sekundäre Effekte des Klimawandels auf Wasser“ ist eine solche Herausforderung. Klement Tockner, Direktor des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei und einer der Initiatoren des Zwischenrufes, nennt als Beispiel den Verlust der Biodiversität: „Der Klimawandel beeinträchtigt die Qualität von Wasser zunehmend. Noch sind unsere Binnengewässer Zentren der biologischen Vielfalt, vergleichbar den Korallenriffen oder den tropischen Regenwäldern.“ Obwohl Seen und Flüsse nur 0,8 Prozent Erdoberfläche bedecken, beherbergen sie 10 Prozent aller bekannten Tierarten und ein Drittel aller Wirbeltiere. Tockner: „Diese Vielfalt in Binnengewässern nimmt dramatisch ab, mehr als in den meisten anderen Ökosystemen.“
Weitere Themen des Zwischenrufes sind Nahrungssicherung und Hochwasserschutz, veränderte Rahmenbedingungen für Versicherungen und Industrieproduktion ebenso wie eine Koordination von Raumplanung und Wasserwirtschaft. Insgesamt haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 16 Leibniz-Einrichtungen in ganz Deutschland an dem Zwischenruf beteiligt. Der Zwischenruf 1/2011„Wasser-Achtung“ (2 M;B)
21.08.2011 – NZZ - Mega-Städte in der Wasserkrise
WWF-Studie rechnet mit grossen Problemen in den nächsten Jahren
n vielen Mega-Städten der Welt dürfte sich die Wasserproblematik in den nächsten Jahren noch verschärfen. Zu diesem Schluss kommt der WWF in einer Studie, die zu Beginn der Weltwasserwoche in Stockholm veröffentlicht wurde.
(dpa) Mega-Städten weltweit droht in den kommenden Jahren eine Verschärfung der Wasserkrise. Sie sind besonders von Trinkwassermangel, sinkender Wasserqualität sowie Ausfällen der Kanalisation gefährdet. Dies bestätigt die Umweltstiftung WWF in einer Studie mit Fallbeispielen. Das Werk «Big Cities. Big Water. Big Challenges» wurde am Sonntag zu Beginn der Internationalen Weltwasserwoche in Stockholm veröffentlicht. Die Organisation empfiehlt, das Wassermanagement in den Städten nachhaltig zu planen.
Keinen Zugang zu sauberem Wasser
Nach Angaben des Uno-Programms Habitat haben derzeit in einigen städtischen Regionen Schwarzafrikas bis zu 50 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser, bis zu 60 Prozent hätten keine ausreichenden sanitären Anlagen.
Mexiko Stadt sinkt
Schon heute sei die Situation in vielen Metropolen unhaltbar und bedrohlich, heisst es auch in der WWF-Studie. Mexiko-Stadt sinke wegen der Übernutzung der Grundwasserreserven Jahr für Jahr um 5 bis 40 Zentimeter ab. Die Stadt sei mittlerweile abhängig von Wasserreserven in 150 Kilometer entfernten Regionen.
Die Flüsse in Buenos Aires nennt der WWF eine «öffentliche Kloake». Der Riachuelo etwa sei einer der weltweit am stärksten mit Blei, Zink und Chrom verschmutzten Flüsse.
Tausende von Toten
In der südpakistanischen Hafenstadt Karachi sterben laut Studie jährlich rund 30 000 Menschen an den Folgen von belastetem Trinkwasser. Die chinesische Metropole Shanghai hingegen kämpfe trotz genügender Süsswasservorkommen an Wasserknappheit. Mehr dazu (148 KB)
13.07.2011 – IDW - Trinkwasser – ein Schlüssel zu den Sozialstrukturen im Sudan
Christian Wißler – Forschungsmarketing - Universität Bayreuth
In den schnell wachsenden Megastädten Afrikas ist die Wasserversorgung der Bevölkerung eine besonders drängende Herausforderung. Das gilt auch für die sudanesische Hauptstadt Khartum, die heute rund 6 Millionen Einwohner zählt. Die wirtschaftlichen, städteplanerischen und technischen Aspekte der dortigen Wasserversorgung, vor allem aber die zugrunde liegenden gesellschaftlichen Strukturen stehen im Mittelpunkt des internationalen Forschungsprojekts WAMAKHAIR (Water Management in Khartoum International Research Project). Vor kurzem trafen sich Leiter und Mitarbeiter des Projekts zu einer Bilanzkonferenz im Wissenschaftszentrum der Universität Bayreuth auf Schloss Thurnau. Mehr dazu (40 KB)
25.12.2010 – Tagesspiegel.de - Wasser: Versteckter Verbrauch
Kaum einer benötigt täglich mehr Wasser als die Deutschen. Umweltverbände mahnen zu mehr Umsicht.
Berlin - Die Deutschen achten auf ihren Wasserverbrauch. Gedankenlos beim Zähneputzen den Wasserhahn laufen zu lassen – das ist tabu. Viele Toiletten haben Sparspülungen, der Gang in die Dusche hat das ausgiebige Wannenbad weitgehend verdrängt. Während Ende der 80er Jahre der Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande noch bei täglich 140 Liter lag, sind es inzwischen nur noch 120 Liter.
Doch dürfte den wenigsten bewusst sein, dass sie nicht nur beim Kochen, Trinken und Waschen Wasser verbrauchen. In Lebensmitteln, in der Kleidung und vielen Produkten des täglichen Lebens verbergen sich enorme Wassermengen, die man nicht sehen oder spüren kann.
So steckt hinter der Tasse Kaffee ein langer landwirtschaftlicher Prozess, der 140 Liter Wasser verschlingt. Für jedes Frühstücksei werden rund 200 Liter gebraucht.
Diese Zahlen stammen aus einer Studie der Umweltstiftung WWF. Noch viel mehr Wasser als für eine Tasse Kaffee oder ein gekochtes Ei geht geht für einen ordinären Rindfleisch-Hamburger drauf: ganze 2400 Liter. Und die Herstellung eines T-Shirts verbraucht wegen der dafür benötigten Baumwolle sogar 4100 Liter.
Ein Großteil dieser Wassermengen wird für die Bewässerung von Pflanzen und die Futtermittelerzeugung verbraucht. So summiert sich der wahre Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande auf 5288 Liter Wasser am Tag. Damit zählt Deutschland neben den USA und Japan zu den größten Wasserverbrauchern der Welt. Mehr dazu (36 KB)
07.12.2010 - german-foreign-policy - Blaues Gold
BERLIN (Eigener Bericht) - Berlin nutzt die Wasserknappheit in den Ländern des Südens zur Ausweitung seines ökonomischen und politischen Einflusses. Im Mittelpunkt der Strategie steht die "Öffnung" der jeweiligen nationalen Wasserwirtschaft für deutsche Unternehmen und Konzerne. Erklärtes Ziel ist es, die Bevölkerungen des Südens dazu zu bringen, "für Wasser zu bezahlen"; auch soll der Export deutscher Anlagen zur Wasseraufbereitung und -verteilung forciert werden. Die von deutschen Experten angebotene Ausbildung einheimischen Personals bietet zudem die Möglichkeit, direkten Zugriff auf den weltweiten "Wassermarkt" zu erhalten, dem ein riesiges Wachstumspotenzial zugeschrieben wird. Gleichzeitig eröffnen Konflikte um die Nutzung grenzüberschreitender Gewässer eine weitere Gelegenheit, sich gegenüber den Staaten der sogenannten Dritten Welt als "ehrlicher Makler" zu profilieren. Entwicklungs- und Forschungsministerium stellen hierfür Mittel in dreistelliger Millionenhöhe zur Verfügung. Mehr dazu (40 KB)
29.10.2010 – IDW - Schmilzt das Eis am Südpol?
Dipl.Met. Franz Ossing - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Satellitendaten weisen auf enge Verbindung zu El Nino
Erstmals beobachten Schwerefeldsatelliten die Eismassenschwankungen des Antarktischen Eisschilds durch El Nino
Die Veränderung in der Eismasse der Antarktis ist eine kritische Größe im globalen Klimageschehen. Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ fanden nun heraus, dass die Massenvariationen von Jahr zu Jahr in der westlichen Antarktis im Wesentlichen auf Niederschlagschwankungen zurückgehen, die merklich durch das Klimaphänomen El Nino gesteuert werden. Sie untersuchten die GFZ-Daten der deutsch-amerikanischen Satellitenmission GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment). Die Untersuchung zeigte dabei beträchtliche regionale Unterschiede im westlichen Küstenbereich der Südpolregion.
Zwei Gebiete in der Antarktis sind nämlich wegen ihrer möglichen Sensitivität gegenüber globalen Klimaveränderungen von besonderem Interesse: die Antarktische Halbinsel, wo gegenwärtig eine den globalen Mittelwert überschreitende Erwärmung und das Verschwinden großer Schelfeisgebiete zu beobachten sind, sowie das Amundsen-Gebiet der West-Antarktis, in der derzeit die größten Fließgeschwindigkeiten und Massenverluste des Antarktischen Eisschildes auftreten. Für einige Gletscher verringert sich dabei rapide die Eismächtigkeit, Gletscher und Eisströme weichen hier deutlich ins Landesinnere zurück. Beide Regionen tragen derzeit mit ca. 0,3 Millimeter pro Jahr beträchtlich zur globalen Meeresspiegeländerung von etwa drei Millimetern pro Jahr bei. Mehr dazu (28 KB)
06.10.2010 - IDW - Medikamente im Berliner Trinkwasser:
Jacobs-Wissenschaftler veröffentlichen Übersichtskarte zur Gadoliniumbelastung
Jacobs University Bremen - Wer Arzneimittel einnimmt, belastet damit unfreiwillig das Trinkwasser. Wirkstoffe werden teilweise vom Körper ausgeschieden und die Toilette hinuntergespült. Klärwerke können diese Substanzen nur unzureichend entfernen. Die Konzentrationen sind zwar niedrig, aber die Auswirkungen des Medikamenten-Cocktails sind kaum erforscht. Wie es in der Hauptstadt um die Belastung des Trinkwassers bestellt ist, kann nun jeder Bürger im Internet einsehen. Mehr dazu (84 KB)
29.07.2010 – amerika21.de - Bolivien setzt Grundrecht auf Wasser durch
Mehrheit der UNO-Mitgliedsstaaten stimmt für Resolution aus dem südamerikanischen Land. Debatte um Millenniumsziele angeheizt Von Harald Neuber
New York/La Paz. Eine deutliche Mehrheit der UNO-Mitgliedsstaaten hat die Versorgung mit Trinkwasser als ein grundsätzliches Menschenrecht anerkannt. 122 Staaten stimmen am Mittwochnachmittag (Ortszeit) für eine entsprechende Resolution der bolivianischen Regierung, deren Abstimmung schon vorab von 33 Ländern gutgeheißen wurde. Zwar votierte niemand gegen das Dokument, 41 Delegationen enthielten sich jedoch, unter ihnen die wichtigsten Industriestaaten wie die USA, Kanada, Großbritannien und Australien. Bei der Stimmabgabe waren 163 der 192 UNO-Länderabordnungen anwesend.
Auch wenn das Recht auf eine Versorgung mit sauberem Wasser nicht - wie mitunter fälschlich berichtet - in die Menschenrechtserklärung aufgenommen wurde, geht von der Resolution eine starke symbolische Wirkung aus.
Der Vertreter Boliviens vor der UNO, Pablo Solón, sprach von einem historischen Ergebnis. „Zum ersten Mal können wir die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in diesem Haus als grundsätzliches Recht der Menschen bezeichnen“, so der Diplomat gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE. Mehr dazu (104 KB)
12.05.2010 – IDW - Ozeanversauerung in der Arktis
IFM-GEOMAR Expedition untersucht Folgen des Kohlendioxidanstiegs auf marine Ökosysteme - Andreas Villwock, Pressestelle - Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel
Kiel. Am 14. Mai brechen Forscher des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zu einem mehr als fünfwöchigen Experiment in die Hocharktis auf. Vor der Küste Spitzbergens sollen mit Hilfe der weltweit größten Off-shore-Mesokosmenanlage die Auswirkungen der zunehmenden Ozeanversauerung auf Meeresorganismen in einem Langzeitexperiment untersucht werden. Die Wissenschaftler des IFM-GEOMAR kooperieren dabei zum ersten Mal mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die die Forschungsarbeiten logistisch unterstützen wird.
Die größten Reagenzgläser der Welt sehen schon an Land beeindruckend aus. Fast acht Meter hoch sind die Auftriebskörper, die für die notwendige Stabilität des eigentlichen „Wasserbehälters“ sorgen. Der besteht aus reißfestem, flexiblem Kunststoff und ist 17 Meter lang. 50.000 Liter Meerwasser fast jeder der neun Schläuche, die in die Auftriebskörper eingehängt und erst im Wasser entfaltet werden. Die Anlage ist weltweit einzigartig. „Mit dieser mobilen Mesokosmenanlage können wir den Einfluss von Umweltveränderungen da untersuchen, wo wir die größten Risiken für die marinen Ökosysteme erwarten“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Ulf Riebesell vom IFM-GEOMAR. Mehr dazu (32 KB)
Gigantische Umweltkatastrophe vor US-Küste
Das US-Kapital sein Präsident Obama und ihr Drang nach Profit (Golf von Mexiko)
27.04.2010 – Tagesspiegel - Unter Hochdruck
BP und US-Behörden versuchen fieberhaft, eine Ölkatastrophe im Golf von Mexiko abzuwenden
Die US-Küstenwache und der Ölkonzern BP haben eine der größten Katastrophenschutzoperationen in der Geschichte der Ölförderung eingeleitet. Sie soll die Südküste der USA im Golf von Mexiko vor einer Ölpest bewahren, nachdem die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am Dienstag vor einer Woche explodiert und am Donnerstag gesunken war. Der Ort der Katastrophe liegt etwa 70 Kilometer südlich der Küste. Seither fließen täglich rund 42 000 Gallonen (159 000 Liter) Rohöl ins Meer, inzwischen allerdings nicht mehr nahe der Oberfläche, sondern am Meeresboden in etwa 1,6 Kilometer Tiefe. Von dort steigt es in der Form einer riesigen Eiskremtüte, die sich nach oben kreisförmig erweitert, auf.
Das stellt die Katastrophenschützer vor technische Herausforderungen. Ein Teil der geplanten Rettungsmaßnahmen ist bisher nur in flachem Wasser erprobt worden. Eine Flotte von 15 Ölabsaugeschiffen und vier Tiefseerobotern, die an Mini-U-Boote erinnern, ist im Einsatz.
Der Ölteppich bedeckt inzwischen eine Fläche von 1500 Quadratkilometern und kann bei ungünstigen Wetterverhältnissen in einigen Tagen die Küste von Louisiana sowie der angrenzenden Bundesstaaten Mississippi und Alabama erreichen. Dort würde er das Ökosystem des Mississippideltas sowie die Austern-, Krabben und Fischindustrie bedrohen. Die Gefahr für den Fischbestand im Golf von Mexiko ist noch nicht abzusehen. Experten prognostizieren mit Blick auf die Wetterlage, es sei wahrscheinlicher, dass der Ölteppich zunächst in 50 Kilometer Abstand zur Küste bleibe. Mehr dazu (36 KB)
31.03.2010 – ARD - Umweltschützer in den USA entsetzt (Golf von Mexiko)
Obama lässt vor Küsten nach Öl bohren
Enttäuschung und Entsetzen bei den Umweltschützern in den USA: Präsident Obama hat bislang geschützte Abschnitte an den US-Küsten für neue Öl- und Gasbohrungen freigegeben. Der Grund: Der Energiebedarf müsse gestillt, Arbeitsplätze gesichert und die Konjunktur angekurbelt werden.
Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington
Die Entscheidung, nun doch Ölbohrungen vor der US-Ostküste und Teilen Alaskas zu genehmigen, bezeichnete Präsident Obama selbst als "schwierig". Über ein Jahr lang hätten er und seine Minister die Vor- und Nachteile abgewogen und seien letztendlich zu dem Ergebnis gekommen, dass es die richtige Entscheidung sei.
Der Präsident warb darum, den Beschluss nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit anderen Schritten zu sehen, die seine Regierung bereits gemacht habe: "Wir müssen sowohl traditionelle Energiequellen nutzen als auch auf erneuerbare Energien setzen, damit unsere Wirtschaft weiter wächst, wir mehr Jobs schaffen und unsere Unternehmen konkurrenzfähig bleiben." Mehr dazu (72 KB)
09.01.2010 – jw - von Peter Steiniger - Globale Deponie
Die ungebremste Vermüllung der Meere ist eine teure Hinterlassenschaft der Wegwerfgesellschaft und gefährdet die biologische Vielfalt. Maßnahmen greifen kaum
Es klingt nach Seemannsgarn, doch der »achte Kontinent« ist real. Seine Ausdehnung entspricht nach Schätzungen etwa der Größe Mitteleuropas. Der sogenannte Great Eastern Pacific Garbage Patch besteht aus Millionen Tonnen Zivilisationsmüll, den die Meeresströmungen zwischen Nordamerika und Hawaii zusammengetrieben haben. Der Nordpazifikwirbel, der größte Strömungskreis der Ozeane, läßt den gigantischen Müllteppich rotieren. Etwa 70 Prozent davon sinken nach und nach auf den Grund, verteilen sich über den Meeresboden oder bilden dort riesige Unterwassermüllhalden. Er besteht überwiegend aus Plastikabfällen: Wegwerfrasierer und Zahnbürsten, Kleidung und Verpackungsmaterial, Überreste von Haushaltsgegenständen aller Art. Sie zeugen von der massenhaften Ausbreitung von Kunststoffen als universeller Werkstoff seit den 1950er Jahren. Durch Wellen und Reibung, biologische und chemische Degradation wird der Plastikmüll ständig in immer kleinere Teile zersetzt. Seine Abbauzeit beträgt bis zu 450 Jahren.
Müll über Bord
Nach Untersuchungen von Meeresschutz-Experten beim Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gelangen 80 Prozent des Kunststoffmülls über Flüsse in die Meere. Offene Mülldeponien in Küstennähe, aus denen der Wind Abfälle in die See treibt, sind eine weitere Quelle. Wichtige Faktoren bilden auch Schiffahrt und Fischerei. Müll, der auf See anfällt und sonst teuren Stauraum in Anspruch nimmt, wird häufig geschreddert und dann »seebestattet«. Mehr dazu (76 KB)
07.12.2009 – IDW - Wissenschaftler spüren erstmals PCB-Schadstoffe auf dem höchsten Gipfel Amerikas auf
Conception/Leipzig. Auch der Schnee des Cerro Aconcagua in den Anden enthält PCB-Schadstoffe. Ein internationales Forscherteam wies diese giftigen und krebsauslösenden Chlorverbindungen in geringen Konzentrationen aus Proben vom höchsten Berg Amerikas nach. Die Schneeproben aus 6200 Metern Höhe sind der weltweit bisher höchste Nachweis dieser seit 2001 verbotenen Substanzen.
In den Proben fanden sich vor allem besonders langlebige Verbindungen wie Hexachlorbiphenyl (PCB 138) und Heptachlorbiphenyl (PCB 180). Gebirgsketten könnten eine natürliche Barriere für langlebige organische Schadstoffe sein, die über die Atmosphäre weltweit verbreitet werden, schreiben die Wissenschaftler des IIQAB Barcelona, des UFZ Leipzig und der University of Concepcion in Chile im Fachblatt Environmental Chemistry Letters. Diese Ergebnisse würden die Notwendigkeit unterstreichen, die Rolle der Gebirge bei der Ausbreitung dieser Schadstoffe und die damit verbundenen Risiken weiter zu untersuchen. Vor wenigen Wochen erst hatten Schweizer Forscher vergleichbare langlebige Umweltgifte in Gletscherseen der Alpen nachgewiesen und auf mögliche Gefahren für die Trinkwasserversorgung hingewiesen. Mehr dazu (112 KB)
14.11.2009 – jw - Von Thomas Berger - Sterbender heiliger Fluß
Am Ganges: Die Lebensader Nordindiens gleicht einer Kloake. Millionen Gläubige kommen trotzdem an den verehrten Ort, der nun mit einem Großprojekt gerettet werden soll
Ungefähr zwanzig Meter hoch ist die Shiva-Statue am Flußufer. In rostbrauner Farbe erhebt sich der mächtigste der indischen Götter weithin sichtbar, umzüngelt von Schlangen, in der Hand den Dreizack, eines seiner Erkennungszeichen. Shiva ist neben Brahma und Vishnu Teil des Dreigestirns im hinduistischen Pantheon. Diese drei halten die Welt am Laufen: Vishnu als ihr Bewahrer, Shiva als ihr Zerstörer, damit Brahma sie sofort neu erschaffen kann – Kreislauf aus Werden, Vergehen und Wiedergeburt, dem auch der Mensch unterworfen ist. Zumindest dem Glauben zufolge.
Shiva steht nicht ohne Grund an dieser Stelle. Der Legende nach hat er das Wasser das Ganges, durch sein Haar gebändigt, zur Erde geleitet. Ab hier strömt Indiens heiliger Fluß in die weite nördliche Ebene. Als Ganga Maa, Mutter Ganga, wird er von den Hindus verehrt. Ein großer Tempelkomplex am nahegelegenen Stadtrand von Haridwar markiert den Har-ki-pairi, was wörtlich übersetzt soviel wie »Fußstapfen Gottes« heißt. Genau dies ist aus religiöser Sicht der offizielle Anfang des Flusses auf seinem langen Weg bis zur Mündung ins Meer. Mehr dazu (40 KB)
12.10.2009 – IDW - Klimawandel wird Wasserhaushalt im Elbegebiet stark verändern
Die Folgen der globalen Erwärmung machen sich zunehmend regional bemerkbar, so auch im Flusseinzugsgebiet der Elbe. Phasen von extremem Niedrigwasser werden vor allem im Sommer immer häufiger. Die langfristigen Änderungen des Wasserhaushaltes werden die ökologischen und sozioökonomischen Entwicklungsaussichten der Region entscheidend prägen. Dies ist der Tenor eines Memorandums, in dem jüngste Ergebnisse des Elbe-Projektes im Forschungsprogramm "Globaler Wandel des Wasserkreislaufs" (GLOWA) zusammengefasst sind. Auf der Nationalen GLOWA Konferenz vom 12. bis 14. Oktober 2009 in Potsdam diskutieren die Wissenschaftler zusammen mit den Betroffenen in Politik und Gesellschaft über die Perspektiven für die Region.
"Die durch den Ausstoß von Treibhausgasen bereits messbaren Veränderungen des Klimas und des Wasserhaushaltes im Elbegebiet bestätigen die Vorhersagen der Klimaforschung nachdrücklich", sagte Frank Wechsung vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am heutigen Montag auf der Konferenz. "Aus Szenarien ist absehbare Realität geworden." Wechsung leitet das Forschungsvorhaben für das Flusseinzugsgebiet der Elbe. Es ist eines von insgesamt fünf Gebieten in Europa, Nahost und Afrika, das für die Untersuchungen ausgewählt wurde. Mehr dazu (28 KB)
25. September 2009 – idw - Die Auswirkungen der Ozeanversauerung auf Schlüsselorganismen im Meer
Neben der globalen Erwärmung tragen die CO2-Emissionen zu einem zwar weniger bekannten, aber dennoch ernst zu nehmenden chemischen Phänomen bei: der sogenannten Ozeanversauerung. Im Rahmen einer europäischen Zusammenarbeit [1] mit Forschern des Royal Netherlands Institute for Sea Research haben nun Wissenschaftler des Instituts für Ozeanographie (LOV) in Villefranche-sur-Mer gezeigt, dass im Meer lebende Schlüsselorganismen, wie z. B. Tiefseekorallen und Pteropoden, in den kommenden Jahren stark von der Ozeanversauerung betroffen sein werden. Ihre Arbeiten wurden in zwei Artikeln im Fachjournal Biogeosciences veröffentlicht [2,3].
Seit 1800 haben die Weltmeere ein Drittel der anthropogenen CO2-Ausstöße absorbiert, wodurch die globale Erwärmung begrenzt werden konnte. Dadurch hat sich jedoch auch die chemische Zusammensetzung des Meerwassers verändert. Die Ablagerung von atmosphärischem Kohlendioxid in den Tiefen des Meeres hatte u.a. die Versauerung der Ozeane zur Folge. Bleiben die CO2-Emissionen auf dem aktuellen Niveau, wird der durchschnittliche pH-Wert der Weltmeere um 0,4 pH-Einheiten abnehmen. Dies würde einer Verdreifachung des Säuregehalts der Meere entsprechen. Mehr dazu (24 KB)
18. September 2009 – idw - Sommerliches Meereisminimum in der Arktis erreicht - tief greifende Erholung der Eisbedeckung bleibt aus
Dipl.-Ing. Margarete Pauls, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Bremerhaven/Hamburg, den 18. September 2009. Mit den kürzer werdenden Tagen geht auch die Saison der Eisschmelze in der Arktis zu Ende. Am 12. September registrierten Satellitenaufnahmen das Minimum in der diesjährigen Meereisbedeckung von 5,1 Millionen Quadratkilometern im Nordpolarmeer.
Damit bestätigt sich die Entwicklung aus den letzten drei Jahren, dass die Eisausdehnung am Ende des Sommers nur noch etwa 70 Prozent des langfristigen Mittelwertes der Jahre 1979 bis 2000 beträgt. Dieser langfristige Mittelwert liegt bei knapp sieben Millionen Quadratkilometern, das Rekordminimum im Jahr 2007 lag bei 4,1 Millionen Quadratkilometern. Mehr dazu (36 KB)
20.08.2009 - Von Tomasz Konicz - Asiens Wassertürme
Die vielleicht verheerendste Auswirkung der globalen Erwärmung auf die menschliche Zivilisation ist die Gletscherschmelze im Himalaja. Sie zwingt zu Kooperation
Im Jahr 1962 führten China und Indien einen erbitterten Grenzkrieg im Himalaja, der die Beziehungen beider Staaten auf Jahrzehnte vergiftete. Inzwischen nötigt der auch in diesem Hochgebirgssystem rasant voranschreitende Klimawandel die früheren Konkurrenten zur Kooperation. Der indische Umweltminister Jairam Ramesh erklärte in der Financial Times aus London vom 3. August, daß Indien und China die immer schnellere Gletscherschmelze künftig zusammen überwachen werden. Sie spielt eine zentrale Rolle für die Wasserversorgung beider Länder. Wissenschaftliche Institutionen beider Staaten werden den Zustand dieser »Wassertürme Asiens«, so Ramesh wörtlich, ermitteln. Die indische Regierung halte keine Informationen über die Wasserressourcen der Region zurück, beteuerte der Umweltminister.
Ansonsten vertrat Ramesh die offizielle Position seiner Regierung: Wissenschaftler, die zu dem Ergebnis kommen, daß die Gletscher des Himalaja binnen weniger Jahrzehnte aufgrund des Klimawandel verschwinden, liegen falsch. Ramesh: »Es ist eine sehr emotionale Sache, und wir müssen uns um ein bißchen Vorsicht bemühen, bevor wir die Grabinschrift für die Gletscher des Himalaja schreiben.«
Tatsächlich deuten Untersuchungen des in Zürich ansässigen World Glacier Monitoring Service (WGMS, Welt-Gletscher-Beobachtungsdienst) auf einen weiterhin fortschreitenden Rückzug der Gletscher in nahezu allen Regionen der Welt hin. Achim Steiner, der Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, verwies gegenüber der Financial Times darauf, daß weltweit Milliarden Menschen von den Süßwasserzuflüssen der Gletschersysteme abhängig sind: bei der Deckung ihres Trinkwasserbedarfs, zur Energieerzeugung und für die Landwirtschaft. Mehr dazu (24 KB)
04.08.2009 – Tagesspiegel - Beim Einkaufen Wasser sparen
Verbraucher und Industrie in Deutschland gehen zwar immer sparsamer mit Wasser um. Trotzdem ist die Bundesrepublik nach Ansicht der Umweltstiftung WWF mitverantwortlich dafür, dass in manchen Ländern das Wasser knapp wird.
Berlin - Wasser
Frankfurt am Main - Verbraucher und Industrie in Deutschland gehen zwar immer sparsamer mit Wasser um. Trotzdem ist die Bundesrepublik nach Ansicht der Umweltstiftung WWF mitverantwortlich dafür, dass in manchen Ländern das Wasser knapp wird. Hauptgrund: Für Agrarprodukte, die nach Deutschland eingeführt werden – wie Baumwolle, Kaffee, Kakao, Reis, Ölpalmen oder auch Fleisch – wird extrem viel Wasser verbraucht und dadurch „virtuell“ importiert. „Umgelegt auf die Einwohnerzahl hat damit jeder Deutsche einen täglichen Wasser-Fußabdruck von 5288 Litern, was etwa 25 Badewannenfüllungen entspricht“, sagte WWF-Experte Martin Geiger am Montag in Frankfurt am Main. Nur die Schweden verbrauchen mehr Wasser. Der WWF fordert deshalb Verbraucher auf, bewusster einzukaufen. Handel und Industrie sollen darauf achten, wo das Wasser herkommt, das für ihre Produkte genutzt wird. Mehr dazu (32 KB)
09.04.2009 - jw - Wolfgang Pomrehn - Dünnes Eis
Was ist eigentlich das Problem, wenn man demnächst am Nordpol baden kann?
Mal wieder schlechte Nachrichten aus dem hohen Norden. Anfang der Woche haben die US-Raumfahrtbehörde NASA und das US-amerikanische Datenzentrum für Schnee und Eis der Universität von Colorado in Boulder über den aktuellen Zustand des arktischen Meereises aufgeklärt, und der ist nicht besonders gut. Das Eis ist größtenteils viel zu dünn, was heißt, daß im kommenden Spätsommer erneut große Teile des Nordpolarmeeres eisfrei sein dürften.
Die Schmelzsaison hat am Polarkreis schon begonnen. Gewöhnlich erreicht das Meereis irgendwann im März sein jährliches Maximum. Ab Ende des Monats taut es weg. In diesem Jahr wurde die größte Ausdehnung bereits Ende Februar erreicht. In den Wochen danach schwankte die Größe der Eisfläche knapp unterhalb dieses Höchstwertes, ohne daß ein klarer Trend zu erkennen war.
Beunruhigend ist, daß das Maximum des winterlichen Eiswuchses wie meist in den letzten Jahren deutlich unter dem Mittelwert der Jahre 1979 bis 2000 lag. Seit 1979 gibt es verläßliche Satellitendaten über die jeweilige Ausdehnung des Meereises. Anhand der seitdem gewonnenen Daten läßt sich ein deutlich negativer Trend ausmachen. Pro Jahrzehnt schrumpft die Eisfläche um 2,7 Prozent oder 43000 Quadratkilometer. Mehr dazu (20 KB)
22.03.2009 - IDW - Georessource Wasser im Globalen Wandel: acatech startet Projekt zur Zukunft der Wasserversorgung - acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
Häufige Trockenheiten in Brandenburg, mehr Überschwemmungen im Alpenvorland: Es ist absehbar, dass sich die Klimadynamik auch auf den Wasserhaushalt in Deutschland auswirken wird. Vom Menschen verursachte, natürliche und sozioökonomische Faktoren werden die Georessource Wasser beeinflussen - auch in Deutschland. Bislang wurden diese Größen getrennt betrachtet, Prognosen führen deshalb zu widersprüchlichen Ergebnissen. Mehr dazu (32 KB)
18.03.2009 - IDW - Westantarktis war in Warmzeiten eisfrei
Geologische Daten signalisieren dynamische Entwicklung des Eisschildes vor drei bis fünf Millionen Jahren
Bremerhaven, den 18. März 2009: Die Eiskappe der Westantarktis ist vor drei bis fünf Millionen Jahren offenbar wiederholt vollständig abgeschmolzen. Wie die Fachzeitschrift nature in ihrer neuesten Ausgabe (Vol. 458) berichtet, sind diese regelmäßigen Abschmelzphasen durch die Veränderungen der Neigung der Erdachse in Zeiten erhöhter CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre ausgelöst worden. Dies ergab die Analyse eines Sedimentkerns, der 2006 im Rahmen des internationalen Bohrprojekts ANDRILL (ANtarctic geological DRILLing) mit deutscher Beteiligung unter dem antarktischen Ross-Schelfeis gebohrt wurde.
An den Untersuchungen des Bohrkerns waren fünf Geowissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt. Die Gruppe um Dr. Frank Niessen und Dr. Gerhard Kuhn liest aus den Daten, dass in der Antarktis vor 3,5 Millionen Jahren offene Ozeanbedingungen mit Algenblüten über einen Zeitraum von etwa 200.000 geherrscht haben. "Das Brisante daran ist, dass das westantarktische Eis sich besonders in den Zeiten zurückgezogen hatte, in der es auf der Erde etwa drei Grad Celsius wärmer war als heute, bei einem höheren CO2-Gehalt in der Atmosphäre", erklärt Niessen. "Bei der zu erwartenden Erwärmung der Erde um bis zu drei Grad Celsius bis zum Ende dieses Jahrhunderts müssen wir die Ergebnisse aus der Antarktis als Warnung werten, dass sich die Eiskappe in der Westantarktis mit den vorgelagerten Schelfeisen in den folgenden Jahrhunderten instabil verhalten könnte", so Niessen weiter. Mehr dazu (36 KB)
11.11.2008 - IDW - Klimawandel: Todeszonen im Ozean werden größer
-Neue Modellstudie prognostiziert drastischen Sauerstoffschwund-
Eine neue Studie unter der Federführung von Kieler Forschern des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zu den Auswirkungen zukünftiger Klimaveränderungen auf die Ozeane kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Neben der zunehmenden Versauerung der Ozeane werden sich zukünftig auch die sauerstoffarmen Zonen deutlich ausbreiten, in denen kein höheres Leben mehr möglich sein wird. Die Studie erscheint am 11. November in der internationalen Fachzeitschrift "Global Biogeochemical Cycles". Mehr dazu (28 KB
Trinkwasser für alle - Kontra Profite durch Wasser
Eine Milliarde Menschen hätten schon heute keinen Zugang mehr zu sauberem Wasser. In ein paar Jahrzehnten könnten infolge von Trockenheit, Bevölkerungswachstum und intensiver Landwirtschaft drei Milliarden Menschen Durst leiden. Nötig wären preisgünstige neue Technologien zur Meerwasser-Entsalzung und zur Reinigung von Brauchwasser. Der Erdöl-Milliardär und Chef des Hedge-fonds BP Capital, T. Boone Pickens, habe bereits reagiert. „Der steckt jetzt sein ganzes Geld in die Wasserindustrie“, berichtete Schoendorf.
Rockefeller des Wassers (aus Börse Online vom 10.07.2003)
Im trockenen Texas wird Wasser zum kostbaren Gut. Das entdeckte auch Ölmagnat T. Boone Pickens. Der Raider der achtziger Jahre will sein Grundwasser verkaufen.
Zahllose Landkarten hängen im fensterlosen Tagungsraum eines unscheinbaren Bürokomplexes am Stadtrand von Dallas. T. Boone Pickens residiert mit seinem Unternehmen Mesa Water im zweiten Stock. Der 75-Jährige strahlt wie nach einem gelungenen Schildbürgerstreich: "Meine Nachbarn werden mir noch ein Denkmal aufstellen. Nicht aus Bronze, sondern aus Silber."
Denn der Texaner schaffte es, die Grundstückspreise in seiner Region in kürzester Zeit zu verdoppeln. Er machte die Welt auf die Kostbarkeit der Gegend aufmerksam: sauberes Grundwasser. "Mir macht es Spaß, wenn ich Werte schaffen kann", sagt Pickens. Noch wichtiger ist ihm aber, dass er ein paar Geschäftsleuten zeigt, was eine Finte ist: "Ich bin deren übelster Alptraum!" Mehr dazu (20 KB)
Wer ist dieser T. Boone Pickens - Kopf des Tages – 23.07.2008
Die 180-Grad-Wende von T. Boone Pickens
von Michael Gassmann
Als Ölunternehmer verdiente T. Boone Pickens ein Vermögen. Nun wechselt der konservative US- Milliardär die Seiten und setzt ganz auf alternative Energien - nicht zuletzt aus Eigennutz.
Einflussreiche Politiker weiß er dabei hinter sich Im offenen blauen Hemd steht T. Boone Pickens T. Boone Pickens vor der weißen Tafel und erklärt die Welt. "In zehn Jahren werden wir 10.000 Mrd. $ aus Amerika weggegeben haben, um ausländisches Öl zu kaufen", sagt er in einer Videobotschaft. "Gibt es eine Lösung? Es gibt eine Lösung", verkündet der Mann mit dem grauen, noch recht vollen Haar, dem man seine 80 Lebensjahre nicht ansieht: Windkraft.
Eine erstaunliche Wendung im Leben eines Mannes, der sein Vermögen von geschätzten 4 Mrd. $ hauptsächlich mit Öl gemacht hat. Anfang der 50er-Jahre, rechtzeitig für den großen Ölboom in den USA, stieg der studierte Geologe aus Oklahoma zunächst bei Phillips Petroleum ein, machte sich später selbstständig und gründete mit Mesa Petroleum eines der größten unabhängigen Ölunternehmen. In den 80er-Jahren lernte ihn die Welt als aggressiven Firmenaufkäufer kennen. Mehr dazu (16 KB)
Eine saubere Sache - Profite mit dem Wasser - Tagesspiegel vom 28.07.2008
T. Boone Pickens wurde mit Erdöl zum Multimilliardär. Er weiß, dass Trinkwasser demnächst einmal knapp werden wird. Deshalb spekuliert er mit dem kostbaren Nass - ausgerechnet in Texas.
T. Boone Pickens hat sich sein Leben lang gut vom „flüssigen Gold“ ernährt. Zuerst als Geologe, dann als „wildcatter“, der auf eigene Faust Erdöllager aufspürt und ausbeutet. Dann als „corporate raider“ – Firmenjäger – der Ölfirmen seinen Willen aufzwang. Nun jedoch, im achten Jahrzehnt seines Lebens, setzt der Milliardär und ehemalige Eigner von Mesa Petroleum auf das „blaue“ Gold: Trinkwasser. Pickens ist der größte Grundbesitzer in Texas Panhandle, einem abgeschiedenen Landstrich im Norden des Bundesstaates.
Der wahre Schatz liegt jedoch unter der karstigen Erde. Pickens hat rund 100 Millionen Dollar und acht Jahre investiert, um Rechte an einem gigantischen Wasserreservoir zu erwerben. Mehr dazu (28 KB)
21.07.2008 – IDW – Pressemitteilung - Der Mikrokosmos im Meeresboden
Nature-Artikel präsentiert neue Erkenntnisse zum Leben in der "tiefen Biosphäre"
In einem Artikel, den das Wissenschaftsmagazin Nature am gestrigen Sonntag, 20. Juli 2008, vorab online veröffentlichte, befassen sich MARUM-Wissenschaftler mit der Bedeutung der erst vor wenigen Jahren entdeckten Mikroben im Ozeangrund. Gemeinsam mit japanischen Kollegen weisen sie nach, dass - umgerechnet in Kohlenstoff - die Ablagerungen am Meeresboden etwa 90 Milliarden Tonnen mikrobielles Leben bergen. Das ist etwa ein Zehntel der Kohlenstoffmenge, die die tropischen Regenwälder speichern. Basierend auf neuen methodischen Ansätzen kam das deutsch-japanische Team außerdem zu dem Schluss, dass nicht, wie bislang angenommen, Bakterien die Biosphäre unter den Ozeanen dominieren. Vielmehr stammten mindestens 87 Prozent der untersuchten Zellbestandteile von Archaeen. Die bremisch-japanische Arbeit wirft somit ein völlig neues Licht auf die Zusammensetzung der Biosphäre unseres Planeten.
Das Team um Prof. Kai-Uwe Hinrichs untersuchte Sedimentproben aus mehreren Hundert Metern Tiefe. Die Meeresablagerungen stammen aus dem Atlantik, Pazifik, und dem Schwarzen Meer und wurden u.a. im Rahmen des Integrierten Ozeanbohr-Programms IODP erbohrt. Die Wissenschaftler verfolgten zwei Ziele: "Wir wollten herausfinden, welche Mikroorganismen den Meeresboden besiedeln und wie viele es davon gibt", sagt der Biogeochemiker Kai-Uwe Hinrichs. Mehr dazu (32 KB)
17.07.2008 - IDW Pressemitteilung - Ballastwasser-Reinigung schützt heimische Ökosysteme
In die Nord- und Ostsee werden täglich tausende fremde Organismen durch das Ballastwasser von Schiffen eingeschleppt. Um ausreichend Stabilität zu gewinnen, pumpen Schiffe während des Ladevorgangs Wasser aus dem Hafenbecken als "Ballast" in ihre Tanks, um Tiefgang zu gewinnen. Im Zielhafen wird dieses Wasser wieder abgelassen. Dabei gelangen Mikroorganismen in fremde Ökosysteme, in denen sie neue Nischen besetzen. Die "blinden Passagiere" gefährden damit die natürliche Balance, da sie in einer fremden Nahrungskette keine Fressfeinde haben. So konkurrieren sie mit anderen Lebewesen um Nahrung oder verdrängen heimische Spezies, die einen festen Platz in der Nahrungskette von Fischen haben. Die Fischereibranche bekommt den wirtschaftlichen Schaden direkt zu spüren. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus England, Norwegen, Frankreich, Portugal, Israel, Spanien und der Türkei entwickelt der Forschungsdienstleister ttz Bremerhaven im Projekt "Nachhaltige Ballastwasser-Reinigungsanlage" (BaWaPla) ein System zur sicheren und kostengünstigen Reinigung des Ballastwassers. Mehr dazu (32 KB)
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